Veränderung ist geboten

Kriegerdenkmäler sind in all ihren Varianten stumme Zeugen unserer Geschichte und sollten darum erhalten bleiben. Voraussetzung ist allerdings, dass ihre nationalistisch-kriegerischen Botschaften durch wirkungsvolle Umgestaltungen gebrochen werden. Wir halten die Um- oder Neugestaltung dieser Denkmäler und ihrer Rituale für notwendig, um eine kritische Reflexion herauszufordern, um sie zu »Stolpersteinen« und Mahnorten für Frieden und gegen Krieg zu machen.

Fragen und Herausforderungen

Kriegerdenkmäler sollen an die getöteten Soldaten (»Gefallene«) erinnern. Was kann der Heroisierung der Soldaten zu »Helden« und Vorbildern entgegengesetzt werden? Und wie kann zum Ausdruck gebracht werden, dass die Soldaten nicht nur Opfer, sondern auch Täter waren?

Kriegerdenkmäler sollen als Orte der persönlichen Trauer dienen. Wie kann verhindert werden, dass diese Trauer propagandistisch kollektiviert wird zur nachträglichen Sinngebung für mörderische Kriege und die damit verbundenen Verbrechen?

Bisweilen wurden und werden Kriegerdenkmäler ergänzt durch das Gedenken an »alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft«. Wie kann deutlich gemacht werden, dass sich eine Gleichsetzung der Opfer der Nazi-Herrschaft (Millionen europäischer Juden, Sinti und Roma, Kriegsgefangener, politisch Oppositioneller und vieler anderer) mit Soldaten, die an verbrecherischen Kriegen mitgewirkt haben, verbietet? 

Beratung

Wir möchten mit dieser Website Gemeinden und lokale Gruppen im Bereich der Nordkirche dazu anregen, sich mit diesen Fragen und Herausforderungen auseinanderzusetzen und eigene Initiativen zu entwickeln. Darüber wollen wir auch gern auf dieser Website informieren.

Der Arbeitsbereich Erinnerungskultur der Evangelischen Akademie bietet für interessierte Gruppen Beratung und Unterstützung an. In künstlerischen Fragen arbeiten wir mit dem KunstHaus am Schüberg in Hamburg zusammen: www.haus-am-schueberg.de