TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes zu finden oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauertag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Die hier dokumentierten Denkmäler wurden mit freundlicher Unterstützung lokaler Institutionen weitgehend selbst recherchiert. Die Fotos sind, wenn nicht anders angegeben, von Klaus Wegner.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

 


I N H A L T
Das Denkmal
Aus der Geschichte
Ich hatt’ einen Kameraden
Was ist deutsche Kunst
Im Turmraum der Kirche
Der Schmuck in früheren Zeiten

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Ratzeburg, Kreis Herzogtum Lauenburg

Vor der St. Georgsberger Kirche

Das Denkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs wurde vom schwäbischen Architekten Wilhelm Heilig geschaffen. Es wurde am 13. Mai 1923 unter der Teilnahme des Krieger- und Militärvereins eingeweiht und zwar an der Straße zwischen dem Bahnhof und der Kirche. Später wurde es an seinen heutigen Platz direkt gegenüber der Kirche versetzt. Wilhelm Heilig gestaltete auch die Kriegerdenkmäler in Gr. Grönau, Kasseburg, Lütau, Ratzeburg (Röpersberg) und Lauenburg/Elbe.

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Das Denkmal besteht aus einem Steinkreuz, das sich mehrere Meter hoch auf einer von hochstrebenden Buchen umgebenen Lichtung erhebt. Die Vorderseite enthält drei Reliefs. Oben den Reichsadler, in der rechten Klaue einen mit Pfeilen bespickten Schild tragend, darüber die Inschrift:
Viel Feind, viel Ehr

Im Querbalken links eine zerschossene Fahne mit der Inschrift:
Haltet aus im Sturmgebraus!

Rechts die Symbole eines Soldatengrabes, darunter die Worte:
Ich hatt’ einen Kameraden

In der Mitte sind die Jahreszahlen 1914 und 1918 eingelassen. Darunter stehen die Worte:
Kämpfend für Recht und Freiheit, für Heim und Herd, fielen 71 unserer Besten. Der, du Wanderer, diese Stätte betrittst, gedenke der Toten in Ehrfurcht und in Treue

Die Rückseite trägt über der Jahreszahl 1923 die Widmung:
In Einigkeit erbauten die 17 Gemeinden des Kirchspiels St. Georgsberg dieses Mal den Gefallenen zur Ehre, den Enkeln zur Mahnung

 

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Ursprünglich war das Denkmal im Fuchswald aufgestellt worden. Im August 1967 wurde es auf den neuen Platz vor der St. Georgsberger Kirche umgesetzt.

Zusätzlich wurden drei Steinplatten für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs hinzugefügt.

Wir danken herzlich dem Stadtarchivar von Ratzeburg Christian Lopau für die Erlaubnis seinen Text im Wesentlichen übernehmen zu dürfen und für das Foto.

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Aus der Geschichte

»Neben der Straße vom Bahnhof Ratzeburg nach St. Georgsberg ragt im Buchenhochwald ein steinernes Kreuz, gedrungen und kräftig geformt, wie der Baustoff es erfordert. Die drei Felder, die Schaft und Balken bilden, werden ausgefüllt von sinnbildlichen Darstellungen des Erlebnisses ›Weltkrieg‹, deren Gestaltung, an sich ganz modern, dennoch unmittelbar an die handwerkliche Gebundenheit frühmittelalterlicher Steinbilder anschließt. Oben am Schaft sieht man den Reichsadler mit einem pfeilgespickten Schilde, dabei die stolzen Worte ›Viel Feind, viel Ehr‹, zur Linken eine von Kugeln zerfetzte Sturmfahne ›Haltet aus im Sturmgebraus‹, rechts Gräber im Felde mit dem erschütternd einfachen: ›Ich hatt’ einen Kameraden‹. Im Mittelfelde, das Schaft und Balken gemeinsam ist, stehen die Jahreszahlen, und in den Schaft ist in deutschen Buchstaben eine Inschrift eingehauen, deren wundervoll in den Raum gestellte Zeichen sagen: ›Kämpfend für Recht und Freiheit, für Heim und Herd fielen 71 unserer Besten. Der Du, Wanderer, diese Stätte betrittst, gedenke der Toten in Erfurcht und Treue!‹.

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In dieser eindringlichen Gestalt steht das Zeichen der Erinnerung am Rande des Alltags, den Vorübergehenden immer gegenwärtig und damit dem Vergessen sicher entrückt. Ist es in dieser Form nicht unendlich viel mehr als nur ein Bauwerk aus Findlingen mit einer Tafel etwa aus Bronze oder gar aus schwarzem Glase, das in künftigen Jahrzehnten und Jahrhunderten der Zeit seiner Erbauung immer etwas steinzeitlich Primitives anzudichten scheint? Ist ein Mal wie das St. Georgsberger nicht unendlich viel eindringlicher und wahrer, als ein Gebilde aus Kunststein oder Bronze, das in genau gleicher Ausführung auch an so und so viel anderen Orten steht?»

(zitiert aus: Wilhelm Hadeler, Wilhelm Heiligs Werke im Kreise Herzogtum Lauenburg, in: »Lauenburgische Heimat«, 3. Jahrgang, Heft 2, April 1927)

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Ich hatt’ einen Kameraden

»Der gute Kamerad« wurde 1809 von Ludwig Uhland in Tübingen gedichtet, Friedrich Silcher vertonte, ebenfalls in Tübingen, das Gedicht im Jahre 1825. Als Lied ist es besser bekannt unter der Anfangszeile der ersten Strophe: »Ich hatt’ einen Kameraden«. Es wurde vor allem von der politischen Reaktion instrumentalisiert, und zwar zur Beschönigung und Verklärung des Kriegsopfers und Heldentods. Das Lied vom »guten Kameraden« spielt im Trauerzeremoniell der deutschen Bundeswehr eine große Rolle. Es ist Bestandteil eines Begräbnisses mit militärischen Ehren und jeder militärischen Trauerfeier.

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Sehen Sie hier eine Sammlung von historischen und politischen Bildpostkarten von Karl Stehle, München, die diesen Liedtext zitieren:

www.goethezeitportal.de

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Was ist deutsche Kunst?

Nicht nur in politischer, auch in künstlerischer Hinsicht war die Phase des 1. Weltkriegs eine Epoche des Umbruchs. Bei seinem Beginn erhofften sich viele vom Krieg eine Gesundung des deutschen Kunstlebens. Die Diagnose, dass in der deutschen Kunst eine Entfremdung stattgefunden hatte, bildete die allgemeine Ansicht. Der Krieg sollte das »Gemüt« zurückbringen. Die weitverbreitete Forderung, die Kunst solle einen internationalen Charakter bekommen, wurde von konservativen, national denkenden Stimmen strikt abgelehnt. Andere polemisierten gegen das »Modebewußtsein« in der Kunst, weil es einen Bruch mit der Tradition beinhalte. Die Aussage, Findlinge und andere von Menschenhand nicht bearbeitete Naturdenkmäler befänden sich auf dem kulturellen Niveau von Höhlenmenschen, wurde scharf zurückgewiesen.

Nicht ganz so vernichtend, aber dennoch eindeutig für »edle Form und wahre Kunst« – hier beim Kriegerdenkmal auf dem St. Georgsberg – spricht sich der Verfasser eines Artikels in der Lauenburgischen Zeitung vom 6. Dezember 1921 aus:

 

Lauenburger Zeitung, 1921

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Im Turmraum der Kirche

Auch hier wird der getöteten Soldaten gedacht. Ein Kniender in Uniform, Koppel und Stahlhelm zeigt seine Handinnenflächen. Was will er uns mit dieser Geste sagen? Unter seinen Knien steht im schwarzen Band:
1914  1918 Dem Gedächtnis der gefallenen Brüder

Rechts und links vom Soldaten befinden sich dreispaltige Namenstafeln. Die Toten sind nach Heimatgemeinden geordnet, den Namen ist das Todesjahr vorangestellt.

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Der Schmuck in früheren Zeiten

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• Lange Blättergirlande und zwei Kränze von alten Kameraden

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Einweihung
Garnisonskirche bis 2010
Rendsburg – die Garnisonsstadt
Der Bildhauer Richard Kuöhl

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Rendsburg-Neuwerk

Vor der Christkirche am Paradeplatz

Auf einem vierstufigen Sockel aus Backstein liegt der »Sterbende Soldat«, er hält seinen Stahlhelm im Arm. Er liegt dort in Kampfausrüstung: Uniformmantel, Stiefel, Koppel, Feldflasche und Stabhandgranate in der Wurfhand. Die Zahl 85 auf der Schulterklappe weist ihn als Mitglied des Regiments 85 aus. Das Denkmal aus Keramik von Richard Emil Kuöhl (1880 - 1961) wurde 1922 gefertigt und 1923 eingeweiht.

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Foto: Wikimedia Commons / Witz und Verstand


Der Sockel trägt die Inschriften:

1914 / 1918
Unseren Helden
Inf. Regt. Herzog von Holstein
(Holst.) Nr. 85

Später wurde darunter ergänzt:

und des
Traditionstruppenteils II. / I.  R. 46
1939 / 1945

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Auf der Rückseite:
Wanderer neig’ in Bescheidenheit
Dein Haupt vor dem Tode
und der Tapferkeit

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Das Signet von Richard Emil Kuöhl mit der Angabe des Entstehungsjahrs, daneben zwei Eichenblätter.

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Auf dieser Website haben wir auch Kuöhls Denkmäler >Hamburg Dammtor, >Hamburg Langenhorn, >Hamburg Neuenfelde,  >Schleswig-Holstein Lübeck und >Schleswig-Holstein Wilster dokumentiert.

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Die Einweihung

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• Damals führte ein Weg zum Denkmal: Weihe am 19. + 20. Mai 1923

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• Auch nach 1945 gab’s noch viel Lorbeer für den sterbenden Krieger

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Garnisonskirche bis 2010

Das Gebäude der Christkirche entstand 1695 bis 1700 im Zusammenhang mit der Erweiterung der Rendsburger Festungsanlage Neuwerk nach einem Entwurf von Hans van Steenwinckel. Die Ausführung wurde zunächst D. Vijfhuysen anvertraut, ab 1698 dem Architekten Dominicus Pelli. Die Kirche diente nach ihrer Einweihung im Jahr 1700 als Garnisonskirche für die Offiziere und Soldaten der damals dänischen Garnison. Ihren Namen verdankte sie neben Jesus Christus dem dänischen König Christian V., auf dessen Anordnung sie gebaut worden war. Die Christkirche war bis 2009 durchgehend Kirche für die hier stationierten Soldaten. An der Wand hängen die Gedenktafeln für die in den Kriegen getöteten Soldaten: bei der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, im Deutsch-Französischen Krieg, beim Boxeraufstand in China, beim Herero-Aufstand in Afrika, im 1. Weltkrieg, im 2. Weltkrieg ... viele kriegsverherrlichende Sprüche sind darauf zu lesen.

Bis zur Auflösung der Rendsburger Garnison im Jahr 2010 ist die Christkirche regelmäßig für Gottesdienste der Militärseelsorge genutzt worden.

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Ein Beitrag in der Publikation »Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland« vom Frühling 2014 beschreibt die nötige Auseinandersetzung mit den »Unbequemen Denkmälern«. Ein Kommentar aus dem Gästebuch der Christkirche: »Ich sehe hier zu viel Ehre für Gefallene in sinnlosen Kriegen«.

Unbequeme Denkmäler

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Rendsburg – Die GarnisonsstadT

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges stand die Stadt von 1627 bis 1629 unter kaiserlich-deutscher Herrschaft. In den Jahren 1644 und 1645 wurde Rendsburg von schwedischen Truppen besetzt und wenig später erneut belagert. 1665 erhielt Rendsburg eine dauernde militärische Belegung und wird Garnisonsstadt.

350 Jahre lang war das Militär in der Stadt präsent. Die »Königl. Privilegierte Garnison-Apotheke« am Paradeplatz, der Garnisonfriedhof und die Arsenalstraße zeugen von der militärischen Geschichte.

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Foto: Wusel007 / Wikimedia Commons

• Der Gedenkstein auf dem Garnisonsfriedhof für die im 1. Weltkrieg getöteten Artilleristen trägt neben einem eisernen Kreuz und allerlei Kriegsgerät die Inschriften:
Den gefallenen Artilleristen des Kreises Rendsburg

Im umlaufenden verschlungenen Schmuckband steht:
Ultima Ratio Regis pro Gloria et Patria 1914–1918
Das letzte Mittel des Königs für Ruhm und Vaterland

Vor dem 1. Weltkrieg war Rendsburg die größte deutsche Garnison nach Metz.

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Später war das Korpshauptquartier der Nato für Schleswig-Holstein und Jütland in Rendsburg. Im Kalten Krieg waren die Hauptaufgaben des Korps die landseitige Verteidigung der Ostseezugänge sowie der nördlichen Grenze der Bundesrepublik Deutschland hin zur DDR in Schleswig-Holstein, also nördlich der Elbe. Die personelle Stärke betrug am Ende der 1990er Jahre etwa 40.000 Soldaten.

Rendsburg war seit der Gründung der Bundeswehr 1955 bis Ende 2009 eine Garnisonsstadt mit zwei Kasernen: Die im Stadtteil Neuwerk um die Jahrhundertwende 1900 erbaute Eiderkaserne und die im Norden gelegene Feldwebel-Schmid-Kaserne (bis 8. Mai 2000 »Rüdel-Kaserne«). Die Eiderkaserne wurde bereits Mitte 2008 geschlossen. Das in der Feldwebel-Schmid-Kaserne stationierte Ausbildungszentrum Heeresflugabwehrtruppe wurde Ende 2009 nach Munster verlegt und die Kaserne ebenfalls geschlossen.

Nach Wikipedia, 18. Oktober 2016

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Der Bildhauer Richard Kuöhl

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Seine handwerkliche Ausbildung als Kunsttöpfer erhielt er in einer der Modellfabriken dieses Zentrums keramischer Kunst. Nach dreijährigem Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule, wurde er als leitender Modelleur einer bauchemischen Versuchsanstalt mit den modernsten Techniken der Tonbearbeitung vertraut. 1912 folgte er seinem Dresdener Architekturprofessor Fritz Schumacher nach Hamburg. Dort arbeitete er in den 1920er und 1930er Jahren mit fast industriellem Ausstoß. Es entstanden Skulpturen in Stein, Keramik und Reliefs in Terrakotta. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

Kriegerdenkmäler gehörten während der Weimarer Republik zu den häufigsten und begehrtesten Auftragswerken deutscher Bildhauer. Auch Kuöhl hatte bereits zahlreiche Kriegerdenkmäler ausgeführt, dabei war es ihm stets gelungen, die von nationalistisch und militärisch gesinnten Kreisen mit einem »Ehrenmal« beabsichtigte politische Aussage künstlerisch zu formulieren. »Nicht Jammer und Not, sondern Mannestat und Einsatzbereitschaft, das Heldische, Kraftvolle, das ein Mahnmal verkörpern muß, zeigen die »Ehrenmäler«, die er geschaffen hat ... immer wieder spricht ein trotziges ›Dennoch!‹ aus diesen Denkmälern.

»Neben idealisierten nackten Kriegern ... hatte er in kontinuierlicher Folge eine Darstellungsform des grobschlächtigen uniformierten deutschen Soldaten entwickelt, die den Vorstellungen der neuen Auftraggeber offenbar besonders entsprach: Im Mittelpunkt des Lübecker Ehrenfriedhofs, 1924, steht breitbeinig ein Infanterist, der den Helm zum Gebet abgenommen hat. Auf dem Klinkersockel des Regimentsdenkmals in Rendsburg, 1927, lagert ein sterbender Soldat, dem der Helm herabgesunken ist. Auf dem Klinkersockel des Kriegerdenkmals in Langenhorn, 1930, beugt ein Soldat mit abgenommenem Helm das Knie vor dem toten Kameraden.

Kuöhl war mit seiner Praxis als Bauplastiker und Mitarbeiter von Architekten, mit seiner praktischen Erfahrung als einsatzbereiter Gestalter von Soldatengrabmälern und Ehrenfriedhöfen an der Front, vor allen Dingen aber mit dieser Reihe von Soldatendarstellungen, die instinktsicher das trafen, was Kriegervereine und Rechtsparteien sich unter neuer deutscher Plastik vorstellen mochten, prädestiniert für weitere und größere Aufgaben dieser Art.«

Zitat aus Volker Plagemanns Buch »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986

Eine Autorengruppe um Roland Jäger veröffentlichte 1979 ein Buch über den »Kriegsklotz« hinterm Dammtorbahnhof in Hamburg (siehe auch >Kriegerdenkmäler Hamburg Dammtor auf dieser Website), das wohl umstrittenste Denkmal Kuöhls. Hier können Sie zwei Seiten daraus lesen:

 

Richard Kuöhl

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
... und die Tonplatten davor?
Das Kriegsgefangenenlager auf dem Hesterberg

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Schleswig

Auf dem Domfriedhof in der nördlichen Erweiterung

Das heutige Kriegerdenkmal ist zusammengesetzt aus Elementen des Denkmals für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs von 1920. Die Bausteine sind aus heimischem, die Bildhauerarbeiten sind aus schlesischem Granit. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde das etwas fremdartig anmutende frühere Denkmal zerlegt, um den Stein mit den Daten des 2. Weltkriegs ergänzt und bekam nach mehrmaligen Umsetzungen dann seinen heutigen Platz auf einer Anhöhe am Ende des Hauptweges. Das ist der Ort, den sich der Erbauer Dr. Wilhelm Jänecke seinerzeit schon für das Kriegerdenkmal gewünscht hatte.

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Foto: Joachim Thieme-Hachmann

Inschriften:
1914
1918
Dem Andenken der im Weltkriege Gefallenen
1939
1945
Sei treu bis in den Tod

Die letzte Zeile in großen gestalteten Lettern wird eingerahmt vom Reichsadler und dem Schleswiger Stadtwappen.

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Zwischen den Tonplatten, die an die in Schleswig umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter erinnern, wurde der Quader des alten Denkmals mit dem Eisernen Kreuz im Boden versenkt. Das Eiserne Kreuz als Kriegsauszeichnung wurde seit 1813 sowohl für »für Tapferkeit vor dem Feind« wie auch für Verdienste ohne Kampfeinsatz verliehen. Seit 1939 waren »Nicht-Kombattanten« von der Verleihung ausgeschlossen.

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. 

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Die geschichte

Das Denkmal soll dem Grabmal des Gotenkönigs Theoderich in Ravenna nachempfunden sein.


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Foto: Privatbesitz Margot Müller, Schleswig

• Bau des Kriegerdenkmals im Sommer 1920, im Anzug: Steinbildhauer Wilhelm Borgwardt

Aus der Baugeschichte, aufgeschrieben am 27. September 1920 von Dompastor W. W. Meyer:

»Im Frühjahr 1919 traten die Herren Bankvorsteher J. Franzen und Lederhändler A. Kühl. die beide im Weltkrieg ihren einzigen Sohn verloren hatten, an den Unterzeichneten heran zwecks Schaffung eines gemeinsamen Denkmals für die Gefallenen der Domgemeinde ...

Das Denkmal war alsgemeinsame Stiftung gedacht, und demgemäß wurde am 16. August 1919 ein Aufruf in den ›Schleswiger Nachrichten‹ erlassen ...

Darauf meldeten eine ganze Reihe von Interessenten Bereitwilligkeit und Beträge an. Man konnte zunächst mit einer Summe von 10-15 000 M rechnen. Mehrere Künstler, die mit Entwürfen zu dienen bereit waren, wurden über die leitenden Gedanken unterrichtet, auch wurde der Rat der Provinzial-Beratungsstelle für Kriegerehrungen in Flensburg eingeholt ...

Der Ausschuß tagte am 9. Februar 1920 im ›Börsenkeller‹ und beschäftigte sich mit den vorliegenden Entwürfen. Man wandte sich zunächst dem Entwurf des Baurats Dr. Jaenecke zu, von dem man ein vorläufiges Modell erbat, das später im Schaufenster von C. Jenter öffentlich ausgestellt wurde, angefertigt von dem Bildhauer Leibküchler in Berlin. In der zweiten Sitzung am 8. März wurde der Entwurf Jaenecke mit kleinen Änderungen angenommen und dem Baurat Dr. Jaenecke die Oberleitung bei der Ausführung übertragen. Von den Ausführungsangeboten wurde dasjenige der Firma H. Engel, das allein sich an feste Preise band (20 000 M), gewählt. Eine örtliche Besichtigung durch den Ausschuß am 13. März führte zur endgültigen Auswahl des Platzes für das Denkmal – vor der Domkapelle mit dem Gesicht nach dieser zu ...
 

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Foto: Privatbesitz Margot Müller, Schleswig

• 1921: Steinbildhauer Wilhelm Borgwardt mit Ehefrau Marie im Fond seines Automobils vor seinem Betrieb in der Plessenstraße 14

Der Rohbau ist aus heimischem Granit, behauen von Steinsetzer Kruse, aufgeführt von der Baufirma H. Engel. Die Bildhauerarbeiten liefert Bildhauer Borgwardt aus schlesischem Granit. Die Namenstafeln sind von der Carlshütte in Rendsburg gegossen [siehe hierzu auch das Denkmal in Büdelsdorf] Malermeister Gröning malt die Namen. Das Modell dazu fertigte Tischlermeister Hirschelmann an.

Am 17. Oktober ist die Enthüllung des Denkmals geplant. Heute wird dieser Baubericht nebst einem Verzeichnis der Stifter eingemauert.

Gott lasse die Gefallenen ruhen in seinem Frieden, uns aber wieder stark werden in seiner Kraft!« 


Am Sonntag, dem 24. Oktober 1920, fand nachmittags die feierliche Einweihung des Denkmals statt ... Pastor Meyer hielt die Weiherede. Das geweihte Denkmal wurde der Obhut des Kirchenvorstandes übergeben und in dessen Namen von Propst Stoltenberg übernommen.

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Die privaten Fotos und der Text stammen aus den Beiträgen zur Schleswiger Stadtgeschichte, Band 50: »Das Kriegerdenkmal auf dem Domfriedhof« von Gertrud Vierck-Nordmann, Seite 129f.

Wir danken sehr herzlich Klaus Nielsky, dem 1. Vorsitzenden der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte, für die Erlaubnis aus dem Beitrag von Gertrud Vierck-Nordmann zitieren und ein PDF des Beitrags zum Download zur Verfügung stellen zu dürfen.

 

Kriegerdenkmal Schleswig

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... und die Tonplatten davor?

Hier sind sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter begraben, die bei (teilweise heute noch existierenden) Schleswiger Firmen tätig waren und hier umkamen. Es sind 44 Grabplatten aus rotem Ton mit russischen und baltischen, vorwiegend litauischen Namen.
Warum liegen sie unkommentiert vor dem Denkmal mit seiner kriegsverherrlichenden Inschrift:
»Sei treu bis in den Tod«?

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Pastor Joachim Thieme-Hachmann hat dazu ein »Kirchliches Wort« zum Volkstrauertag 2015 in der shz veröffentlicht:

 

VVT 2015 P. Thieme-Hachmann
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Das Kriegsgefangenenlager auf dem Hesterberg

Auf dem Schleswiger Hesterberg befand sich im 2. Weltkrieg das Kriegsgefangenen-Stammlager XA, in dem bis zu 1 100 Kriegsgefangene untergebracht waren. Hinzu kamen etwa 850 zivile Fremd- und Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und der Sowjetunion. Sie wurden meist zwangsrekrutiert, in Privatquartieren, Lagern und Arbeitskommandos unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten und mussten im kommunalen und privaten Bereich Zwangsarbeit leisten.

Schülerinnen und Schüler haben 2007 ein Mahnmal für Zwangsarbeiter geschaffen. Die Kugeln im äußeren Kreis um das trauernde Mädchen stehen jeweils für eine Nation. Das Mahnmal steht in der Nähe der Kinder- und Jugendpsychatrie und des Kriegerdenkmals der Stadt Schleswig, an dem am Volkstrauertag Kränze niedergelegt werden.

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Inschrift
Der Ehrenbürger

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Stafstedt, Kreis Rendsburg-Eckernförde

Kriegerdenkmal in der Nähe des Günther-Fielmann-Platzes

In einer größeren baumbestandenen Anlage steht das monumentale Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege. Schmale Granitsteine, mit Eisenketten verbunden, säumen den Weg. Hinter der Buchenhecke am Eingang stehen zwei Fahnenmasten.

 

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In das aus Natursteinen gemauerte Kriegerdenkmal auf zweistufigem Sockel sind drei Tafeln eingelassen. Rechts und links sind die zwanzig toten Soldaten des 2. Weltkriegs mit Geburts- und Todestag aufgeführt.

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Auf der mittleren Tafel steht unter einem Eisernen Kreuz die Inschrift:

Zum ewigen Gedenken an die Opfer des Krieges
1939  1945
Wir Toten fordern als unser Recht
die alte Treue vom neuen Geschlecht

Oben auf dem Monument steht der schwarze Stein für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs. Schlecht leserlich steht dort in goldenen Lettern:

1914  (Eisernes Kreuz)  1918
Unsern gefallenen Helden zum Gedächtnis

Darunter sind zwanzig Namen mit Dienstgrad und Sterbetag aufgeführt.

 

 

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Die Inschrift

Die letzten Zeilen wollen nicht Trauer und Erschütterung unterstützen, sie nehmen die nächsten Generationen in die Pflicht, in »alter Treue« auch ihr Leben einzusetzen. Die Haltung, die hier weitergegeben wird, ist unangefochten von Zweifeln an Recht und Notwendigkeit von Krieg. Das erste Mal wird die Formulierung »Wir Toten fordern als unser Recht, die alte Treue vom neuen Geschlecht« bei der Einweihung des »Marine-Ehrenmals« 1927 verwendet.

Als »ein Mahnmal der Rache« war daher auch das »Marine-Ehrenmal« in Laboe gedacht, die nationale Kriegsgedenkstätte einer privaten Organisation, des 1891 gegründeten Bundes Deutscher Marine-Vereine. (...) Am Montag, den 8. August 1927, verfolgten 10.000 Gäste die Grundsteinlegung. Unter Hammerschlägen deklamierten 22 prominente Vertreter aus Politik, Militär und Wissenschaft die unterschiedlichsten Sinnsprüche ... Als Vertreter der evangelischen Kirche erinnerte der Marineoberpfarrer Friedrich August Ronneberger in seiner Predigt darüber hinaus an das »kaudinische Joch«, unter welchem die Deutschen als »Sklaven« hindurch geschritten seien, und legte den 35.000 toten Seesoldaten folgende Formulierungen in den Mund:

»Sie rufen uns zu: ›Heraus, sofern ihr unserer noch gedenkt, die Schmach getilgt und die Ketten gesprengt! Wir Toten fordern als unser Recht, die alte Treue vom neuen Geschlecht.‹ Mancher Stein liegt freilich noch im Wege, aber wie einst Hermann der Cherusker bewusst die deutschen Stämme zum Kampf gegen römische Fremdherrschaft aufrief, so wird auch uns wieder ein Führer entstehen, der uns aus Nacht zum Licht führt, und der uns den Platz an der Sonne wiedergibt.«

Ronneberger zitierte in seinem martialischen Appellativ einen später von Karl Meister vertonten Zweizeiler, der von den Überlebenden »Treue« im Sinne der Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Krieges einfordert und sich auf mehreren Gefallenendenkmalen seiner Zeit wiederfindet. ... Überdies galten diese Zeilen für die Zeit nach 1945 weiterhin als sinnstiftend, insbesondere wenn die Stifter mangelnde Erinnerungsbereitschaft meinten beklagen zu müssen (vgl. etwa die Wiederaufnahme des Verses auf den erweiterten Kriegerdenkmälern in Stafstedt und Norderstapel in Schleswig-Holstein).

• Zitiert aus »Rache und Triumph: Krieg, Gefühle und Gedenken in der Moderne« von Loretana de Libero, 2013, Oldenbourg Wissenschaftsverlag. Frau de Libero ist Historikerin und Politikerin, von Mai 2012 bis 2015 war sie für die SPD Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, seit 2013 lehrt und forscht sie an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg-Blankenese.

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Der Ehrenbürger

Im September 2009 machte die Gemeinde Stafstedt ihrem Ehrenbürger Günther Fielmann ein besonderes Geburtstagsgeschenk: der Dorfplatz, an dem das Elternhaus des Ehrenbürgers steht, wurde in seinem Beisein in Günther-Fielmann-Platz umbenannt. »Wir hier in Stafstedt sind stolz auf Professor Dr. Günther Fielmann. Sie, Herr Fielmann, bekennen sich zu ihrem Dorf, ihrer Heimat«, sagte Bürgermeister und Abgeordneter der CDU im Landtag von Schleswig-Holstein Hans Hinrich Neve.

2014 machten wir Herrn Fielmann auf das Kriegerdenkmal mit seiner fatalen Inschrift in seiner Heimatgemeinde aufmerksam. Wir erhielten keine Antwort.

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I N H A L T
Die Denkmalsanlage
Die Inschrift in Fering
Für Deutschland gestorben
Das »Hohelied der Liebe«
Die Schlacht bei St. Jakob an der Birs

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Süderende auf Föhr, Kreis Nordfriesland

In einem Wäldchen hinter dem Kirchhof St. Laurentii

Durch diese weiße »Friesenpforte«, über einen Waldweg, kommt man zu der Denkmalsanlage für die toten Soldaten beider Weltkriege.

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Auf der Pforte steht was den Besucher erwartet:

1914     Ehrenmal     1939
1918                          1945

 

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Vom dunklen Waldweg sieht man den mittig stehenden dunklen Obelisken auf der Lichtung des runden Denkmalsplatzes.

 

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Um den mit Bodendeckern bepflanzten Mittelteil führt ein gepflegter Sandweg. In Verlängerung des Waldwegs führt ein Plattenpfad direkt zum Obelisken, so dass man ihn umrunden kann, um die Texte auf allen Seiten lesen zu können. Alle gravierten Texte und Symbole sind golden ausgemalt.

 

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Der mehrstufige Obelisk mit quadratischer Grundfläche besteht im Hauptteil aus fast schwarzem Granit.

 

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Gekrönt wird er von der Skulptur eines naturalistisch dargestellten sitzenden Adlers aus rötlichem Stein. Die riesigen Schwingen hat er aufgestellt.

 

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Unter der Kontur eines Eisernen Kreuzes im Strahlenkranz lesen wir die Inschrift:

Im Völkerringen 1914 = 1918
starben den Heldentod
fürs Vaterland
in treuer Pflichterfüllung:

Es folgen 27 Namen von toten Soldaten des 1. Weltkriegs.

Die häufigste Bezeichnung für die toten Soldaten auf Kriegerdenkmälern ist das Wort »Helden«. Dieser Begriff macht die toten Soldaten zu Vorbildern. Er passt zur Symbolik vom Eisernem Kreuz. Obwohl der 1. Weltkrieg so viele Menschenleben forderte und der Krieg verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäler den Kriegstod als sinnvoll. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die toten Soldaten und stilisierte ihr Schicksal. Soldaten die lebend aus dem Krieg zurückkehren, werden nicht als »Helden« bezeichnet, sie werden gar nicht erwähnt. So wird mit der Bezeichnung »Held« die besondere militärische Leistung des Soldaten geehrt, die vor allem in seinem Tod besteht.

Gefühle von Trauer werden hier nicht artikuliert, das würde auch nicht zu der Absicht vieler Stifter passen, durch die Kriegerdenkmäler nachfolgende Generationen für den Kriegsdienst zu begeistern.

Wenn in den Inschriften explizit erwähnt wird, für was die Soldaten gestorben sind, ist es in den häufigsten Fällen das »Vaterland«. Die Verwendung dieses Begriffes war nach dem 1. Weltkrieg meist mit einer nationalistischen Haltung verbunden: das deutsche Vaterland, mit dem die eigene Identität untrennbar verknüpft ist, und nur das deutsche Vaterland stellt den höchsten Wert dar. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung mit im wahrsten Sinne Feuereifer in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der mittels ihrer Hilfe und ohne Rücksicht die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Auf der Sockelstufe darunter sind umlaufend weitere Inschriften zu lesen. Auf der Frontseite die Widmung:

Den Gefallenen zur Ehre
Den Lebenden zur Mahnung
Kommenden Geschlechtern zur bleibenden Erinnerung
gewidmet von der Gemeinde St. Laurentii

Widmungen in diesem Duktus: »Gefallene – Lebende – Kommende/künftige Geschlechter« gibt es in vielen Abwandlungen. Sie beziehen sich auf die Inschrift des 18,83 Meter hohen Nationaldenkmals für die Befreiungskriege auf dem Kreuzberg bei Berlin.

König Friedrich Wilhelm III. ließ es zum Andenken an die Soldaten der preußischen Armee, die in den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 getötet worden waren, errichten. Der Altphilologe August Boeckh verfasste in seinem Auftrag die Widmungsinschrift:

Der König dem Volke,
das auf seinen Ruf hochherzig
Gut und Blut dem Vaterlande darbrachte.
Den Gefallenen zum Gedächtniß,
den Lebenden zur Anerkennung,
den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung

Auf der rechten Seite:
Die Liebe höret nimmer auf

Dies ist der Bibelvers 1. Korinther 13:8 aus dem »Hohelied der Liebe«. So wird der 1. Korintherbrief vom Apostel Paulus, 13. Kapitel, die Verse 1-13 genannt. Text siehe weiter unten.

Auf der Rückseite:
Unsere Seelen Gott
Unsere Leiber den Feinden

Dieser Spruch ist angelehnt an den Ausruf eines Soldatenanführers vor der Schlacht. In einer grausigen Schweizer Sage ist er zu lesen, siehe weiter unten.

Auf der linken Seite:
Niemand hat grössere Liebe denn die,
dass er sein Leben lässt für seine Freunde

So spricht Jesus am Ende des Johannes-Evangeliums (15,13). »Kriege, in denen planvoll getötet und grausam gestorben wird, fordern die Sinnstiftungsleistung des Kollektivs der Überlebenden auf ganz besondere Weise heraus.« (Kaiser 2010, Seite 12). Darum sollen oft christliche Analogien dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben.

     SH Suederende seitlich web


Ringsum sind im oberen Teil des Obelisken auf die vier Seiten verteilt 27 Vor- und Nachnamen von toten Soldaten des 1. Weltkriegs jeweils mit Geburtsort, Geburts- und Sterbedatum und Sterbeort genannt. An allen vier Seiten steht über den Namen ein gleich großen Eisernes Kreuz im Strahlenkranz.

 

     SH Suederende hinten web

 

SH Suederende Rund web

Am äußeren Rand des Denkmalplatzes sind im dreiviertel Kreis 55 gleichartige Gedenksteine für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs aufgestellt.

 

SH Suederende Namenstein web

Graviert sind jeweils Vor- und Nachname, Geburtsdatum und -ort, Sterbedatum und -ort.

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Die Inschrift in Fering

Fering, im Deutschen auch Ferring, Föhring oder Föhrer Friesisch, ist ein nordfriesischer Dialekt, der auf Föhr (friesisch: Feer) im Kreis Nordfriesland gesprochen wird. Zusammen mit dem Dialekt Öömrang auf der benachbarten Insel Amrum bildet das Fering einen der zehn Hauptdialekte der nordfriesischen Sprache.

Etwa 3 000 Personen beherrschen diese Sprache noch. Eines der ersten schriftlichen Dokumente ist die Übersetzung von Martin Luthers Kleinem Katechismus ins Föhrer Friesisch um 1600. Auch das älteste überlieferte Sprachzeugnis in nordfriesischer Sprache stammt von Föhr, die zwar erst im 19. Jahrhundert aufgezeichnete, aber wahrscheinlich aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammende Ballade »A bai a reder«.

nach Wikipedia, abgerufen am 5. Januar 2018

SH Suederende Fering web

Hinter dem Denkmal steht eine größere Steinplatte mit einer gravierten und schwarz ausgemalten Widmung für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs im nordfriesischen Dialekt Fering.

Die Inschrift:

Jamens Greew uun a Freem, huar jam son blewen
hear ständ jamens Nööm uun Stian iinskreven
an Ruusen bleu jam to Iar
Hergods Frees as hear an diar.

1939 (Eisernes Kreuz) 1945

Hochdeutsche Übersetzung:

Euer Grab in der Fremde, wo ihr seid geblieben,
hier stehen Eure Namen in Stein eingeschrieben
und Rosen blühen Euch zur Ehre
Herrgotts Friede ist hier und da.

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Für Deutschland gestorben

... Die Gedenkstätten sind ausnahmslos Ausdruck des Bedürfnisses, das Gedenken an den Tod der Soldaten zu sakralisieren, also zu etwas Heiligem zu stilisieren. In Form von Kreuzen, Säulen, Räumen der Stille oder Plastiken wird nicht der Tod, sondern der vorgebliche Sinn dieses Todes dargestellt ...

Die Sakralisierung schirmt die Gedenkorte auch gegen Widerspruch ab, denn wer würde in einem Raum der Stille oder vor einem Kreuz laut protestieren? Die Ent-Profanisierung beschützt den Tod der Soldaten besonders vor Ansprüchen der Überlebenden. Obwohl diese im Einsatz eine Gruppe bildeten, grenzen die Denkmäler die Toten von den Versehrten ab.

Nur wer starb, wird in Inschriften und auf Tafeln geehrt, wer überlebte nicht. ... Psychische Krankheiten, lebenslange körperliche Schäden, Schwierigkeiten bei der beruflichen Widereingliederung ließen sich mit der Sakralisierung des Gedenkens nicht in Einklang bringen. Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat. Reinhart Koselleck meint dazu: »Gestorben wird alleine, zum Töten des Anderen gehören zwei. Die Fähigkeit des Menschen, seinesgleichen umzubringen, konstituiert vielleicht mehr noch menschliche Geschichte als seine Grundbestimmung, sterben zu müssen.«

Zitate aus der Beitrag des Deutschlandfunks vom 18.11.2012 von Clemens Tangerding

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Das »Hohelied der Liebe«

Es  ist bis heute eine der schönsten Beschreibungen der Liebe. Bis heute ist das »Hohelied der Liebe« der meistgewählte Text, den Hochzeitspaare wählen, wenn sie kirchlich heiraten. Einzelne Verse werden als Spruch über Todesanzeigen gewählt. Hier das »Hohelied der Liebe« in der Lutherübersetzung – wie es Generationen von evangelischen Konfirmanden auswendig lernen mussten.

Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 13:

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleibt Glaube Hoffnung Liebe, diese drei; doch die Liebe ist die größte unter ihnen.

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Die Schlacht bei St. Jakob

Im bösen Jahre 1444, als die Eidgenossen im Bürgerkriege mit den Zürchern und den ihnen verbündeten Österreichern waren und daher um diese Stadt und ihre Festinen zu Felde lagen, zog mit einem Male ein großes französisches Heer durch das Elsaß hinauf gegen die Schweiz heran, um sie zu bekriegen. Es waren ihrer wohl an die fünfzigtausend Mann. Ihr Anführer war der französische Kronprinz, der Dauphin Ludwig. Sein gewaltiges Söldnerheer, die Armagnaken, welche die Schweizer die »armen Gecken« nannten, verbreitete, besonders ihrer wilden Reiterei wegen, überall Furcht und Schrecken.

Da ward es der guten Stadt Basel am Oberrhein heiß. Sie schloß die Tore voll Schrecken und schickte Eilboten zu den Eidgenossen, die eben um Zürich lagen, und bot um schnelle Hilfe. Unterdessen war der Dauphin, wie ihn die Leute hießen, zu Landskron mit seinem Heere angekommen. Von da aus gedachte er die reiche Stadt Basel zuerst zu nehmen und danach in die Lande der Eidgenossen einzubrechen. So schickte er vorerst unter General Sancerre achttausend Mann, denen er unter General Dammartin noch zehntausend folgen ließ, über einen kleinen Fluß, die Birs. Diese Truppen sollten ihm den Weg bereiten. Er selbst hielt sich mit dem Hauptheere hinter dem Fluß.

Jetzt schickten die bedrohten Städte Basel und Liestal wieder Eilboten an die Eidgenossen mit der Meldung, der Feind sei schon ins Land eingebrochen. Im freien Felde berieten nun die Eidgenossen, was zu tun sei. Endlich beschloß der Kriegsrat, eine starke Vorhut von dreizehnhundert Mann vorauszuschicken. Die sollten die Stellung des Feindes auskundschaften, jedoch unter keinen Umständen über den Birsfluß gehen. Hurtig brach nun diese Vorhut auf. Sie bestand vorab aus den Hirten der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden, aus Bernern, Solothurnern, Luzernern und Baslern. Bald begegneten sie einem französischen Reiterhaufen, der aber bei ihrem Angriff zerstob. Auch die Haufen Sancerres, auf die sich die Schweizer gleich mit wildem Ungestüm stürzten, jagten sie in eilige Flucht. Jetzt stießen sie auf die zehntausend Mann des Generals Dammartin, die eine Weile tapfer standhielten, sich aber dann über die Birs aufs Hauptheer zurückziehen mußten unter Zurücklassung vieler Wagen, Pferde, Waffen und Panner.

Als der französische Kronprinz Ludwig die Vorhut der Schweizer jenseits des Flusses erscheinen sah, zog er sein ganzes Heer zusammen. Aus der Stadt Basel aber eilten Boten zu den Eidgenossen, vor dem Übergang über die Birs warnend. Auch ihre eigenen Hauptleute erinnerten laut an das strenge Verbot, das sie beim Auszug erhielten, ja nicht über den Fluß zu gehen. Doch alle Warnungen, alle Befehle und alle Hinweise auf den dreißigmal stärkeren Feind waren umsonst. Die Eidgenossen knirschten mit den Zähnen vor Kampfwut, stampften den Boden und drohten gar, ihre Hauptleute in den Fluß zu werfen, wie sie die warnenden Boten von Basel erstochen hatten. Da gaben die Anführer nach, und einer rief laut aus: »So befehlen wir unsere Seelen Gott und die Leiber den Armagnaken!« Alle knieten nieder und verrichteten mit ausgebreiteten Armen das Schlachtgebet.

Danach erhob sich die kleine Vorhut von kaum über zweitausend Schweizern, und alle stürzten sich mit wildem Kriegsgeschrei in den Fluß.

Jetzt donnerten die französischen Stücke auf die Eidgenossen los. Aber sie wateten und schwammen vorwärts, auf das feindliche Ufer zu. Als sie dieses erreicht hatten, stürzte sich das ganze französische Heer über sie her, und obwohl sie dreinschlugen wie Rasende, wurden sie doch auseinandergerissen und mußten in getrennten Haufen den ungeheuren Feind bekämpfen. Ein größerer Haufen wurde rings von der welschen Reiterei umschlossen. Immer und immer wieder schlug er sie auf allen Seiten zurück, und die zu Tode verwundeten Eidgenossen hingen sich noch an die Beine der Pferde, um sie zu Fall zu bringen. Aber nach und nach wurden sie doch zusammengehauen, und nicht ein einziger blieb übrig. Einem Haufen Schweizer von etwa fünfhundert Mann jedoch gelang es, sich bis zum Siechenhaus in St. Jakob durch die lebendige Mauer von Reitern und Fußvolk durchzuhauen. Aber beim Siechenhaus erhob sich nun ein fürchterlicher Kampf. Die Eidgenossen waren im Friedhof des Siechenhauses völlig eingeschlossen. Für sie gab es keinen Ausweg mehr. Doch einmal über das andere schlugen sie die von allen Seiten auf sie einstürmenden Armagnaken zurück. Und als sie nun sahen, daß sie nimmer lebendig davonkamen, machten sie einen Ausfall um den andern und mähten sich fürchterlich mit ihren breiten Schwertern und Hellebarden in die dichtgedrängten Feinde hinein, bis sie von der nachdrückenden Übermacht wieder in den Garten des Siechenhauses zurückgedrängt wurden.

Jetzt gelang es den Armagnaken gar, das Siechenhaus und die Kapelle, die den Eidgenossen den Rücken deckten, in Brand zu stecken. Nun hatten die Schweizer nur noch den von einer niedrigen Mauer umzogenen Friedhofgarten im Besitz. Aber das schwere französische Geschütz donnerte die niedrige Mauer zusammen, und von allen Seiten brach nun der Feind herein wie ein Wildstrom. Jetzt verrichtete das zusammengeschmolzene Häuflein der Eidgenossen erst die große Blutarbeit. Wie wilde Tiere im brennenden Käfig wüteten sie, ums blutrote Schweizer Panner geschart. Ein immerwährendes Aufblitzen der Schwerter und das Krachen der Knüttel kam aus ihrem Haufen, als wären sie ein eingeschlossenes Donnerwetter. Schwerverwundete rissen sich die Pfeile aus dem Leib und schossen sie den Feinden ins Gesicht. Blutüberströmte schlugen mit den Armstummeln noch um sich. Andere rissen ihre Feinde an den Haaren mit sich zu Boden, um sie zu erwürgen. Noch im Sterben verbissen sie sich in den Gegner. Niemand bettelte ums Leben, alle wehrten sich stumm und verzweifelt bis zum letzten Atemzuge, bis endlich alles nur noch ein blutiger Haufen toter und sterbender Helden war.

Aber um die tapfere Schar herum, die das brennende Siechenhaus gräßlich beleuchtete, lagen mehr als achttausend Franzosen, darunter viele hohe Herren und Ritter. Zehn Stunden hatte die grause Schlacht gedauert. Sechzehn Eidgenossen, die am Morgen unter dem Donner der französischen Kanonen im Flug kehrtgemacht und ihr elendes Leben also feige davongebracht hatten, wurden zeitlebens verachtet und durften sich bei keinem öffentlichen Anlaß mehr blicken lassen.

Als nun nach der Schlacht ein gar stolzer Ritter des französischen Heeres, Burkhard Münch geheißen, über das Schlachtfeld ritt, rief er beim Anblick der toten und sterbenden Eidgenossen höhnisch: »Heute baden wir in Rosen!« - Da griff der zum Tod verwundete Hauptmann der Urner, Arnold Schick, mit blutender Hand und blutendem Herzen nach einem schweren Stein, richtete sich mit der letzten Kraft auf und rief, den Stein nach dem Ritter schleudernd: »Da friß eine der Rosen!« Jetzt sank der übermütige Ritter vom Pferd, und es schleifte ihn in wildem Galopp zu Tode.

»Wie hängt der Ritter auf dem Roß?
Sein Panzer ist ja rosenrot.
Legt ihn nur auf den Kirchhof fein,
dort wachsen viele Röselein!«

heißt es in einem alten Liede über die Schlacht. Der französische Kronprinz Ludwig aber, der mit Grauen den Heldentod der Schweizer gesehen hatte, sagte, mit diesen Schweizern wolle er nicht mehr Krieg führen, denn wenn schon die Vorhut solche Wunder der Tapferkeit verrichte und seinem großen Heere also zu schaffen gegeben habe, wie müßte er da mit dem eidgenössischen Gewalthaufen erst böse Erfahrungen machen. Und also zog er mit dem Heer der »armen Gecken« wieder von der Schweizer Grenze ab.

In der ganzen Eidgenossenschaft war große Trauer. Den Baslern aber erschien diese Niederlage als ein großer Sieg, und sie dankten Gott, daß er das schreckliche französische Heer dadurch so gnädig von ihren Mauern abgehalten hatte.

Quelle: Meinrad Lienert, Schweizer Sagen und Heldengeschichten, Stuttgart 1915.

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Das Denkmal
Historische Postkarten
Noch drei »Ehrenfindlinge«

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Süsel, Kreis Ostholstein

Umgesetzt vor die St. Laurentius Kirche

Heute steht das Kriegerdenkmal als eher schlichtes Steinkreuz in der angedeuteten Form eines Eisernen Kreuzes auf dem Kirchhof. Die Inschrift für die getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs lautet:

Unseren Toten 1939 - 1945

SH Susel gesamt web

Ein Lorbeer- und ein Eichenzweig wachsen ineinander verschlungen aus einem Eisernen Kreuz.

            SH Susel 2WK gesamt web


Zur Kirche gewandt stehen die Inschriften zum 1. Weltkrieg:

Den im Weltkriege 1914 - 18
fürs Vaterland gefallenen Söhnen der Kirchengemeinde Süsel

Darüber im Relief ein Soldatenkopf mit Stahlhelm. Darunter ein Kurzschwert mit der Klinge nach unten, als Zeichen für den verlorenen Krieg, aber auch rechts und links vom Schwert je ein Lorbeerzweig.

            SH Susel 1WK gesamt web

 

SH Susel Kopf web


Unter dem Schwert steht:

Sie warten des ewigen Lebens nach der Verheißung Gottes
2. Makkabäer 7 · 36

            SH Susel Messer web

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Historische Postkarten

Sie zeigen das Kriegerdenkmal an seinem früheren Standort in einer wuchtigen Anlage aus rundgemauerten, behauenen Feldsteinen. Vier Stufen führten zum Steinkreuz, das bis dahin nur die Inschriften und Reliefdarstellungen zum 1. Weltkrieg trägt.

SH Susel Postkarte2 web

Auf freiem Feld: Geschmückt mit drei Kränzen, umgeben von Tannen.

SH Susel Postkarte1 web

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Noch drei »Ehrenfindlinge«

Bis heute erfahren die Herren Wilhelm I, Moltke und Bismarck eine besondere Ehrung auf dem Kirchhof der St. Laurentius Kirche:

SH Susel Steine web

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Thaden,
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Gepflegte große Anlage mitten in einem kleinen Ort

Aus Natursteinen gemauertes dreiteiliges Denkmal gekrönt von einem plastischen Eisernen Kreuz.

SH Thaden Denkmal

 

Inschrift:
Sie gaben Ihr alles, / Ihr Leben, Ihr Blut, / sie gaben es hin / mit heiligem Mut / Für uns! / 1914 (Eisernes Kreuz) 1918


              SH Thaden Tafel


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Das Denkmal
Die Erweiterung
Historische Fotos
Der Bildhauer

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Thürk, Kreis Ostholstein

Am Wegedreieck der Straße »Zum Diekkamp«

1928 wurde hier das Kriegerdenkmal für die 15 toten Soldaten des Dorfes Thürk errichtet und eingeweiht. Der Berliner Bildhauer Prof. Hermann Hosaeus (1875 - 1958) hat es entworfen. Lesen Sie über ihn in unseren Dokumentationen über das Denkmal des Soldaten in Harburg und das in Wilhelmsburg.


SH Thuerk Anlage web


Das Denkmal in Thürk aus einer in Bogen geformten Sandsteinplatte trägt den Umriss eines Eisernen Kreuzes aus Metall. »Es sieht aus wie ein Eichenlaubblatt«, das sagte schon der Lehrer von Udo Harder, dem Heimatforscher von Thürk. Die Inschrift lautet:

Für Deutschland
1914         1918
zogen in Kampf und Tod

Zwischen den Jahreszahlen endet das Halbrelief eines nach unten geneigten zergebrochenen Schwerts mit verziertem Knauf, umrankt von einem Eichenzweig. Unter der Inschrift sind die 15 Namen der toten Soldaten des 1. Weltkriegs eingraviert.
 

   SH Thuerk ganz web


Die Sandsteinplatte steht auf einem runden Sockel aus vermauerten bunten Felssteinen.

 

   SH Thuerk Front web

 

SH Thuerk Sign gross web


Die eingravierte Signatur von Hermann Hosaeus an der rechten Seite des Denkmals.

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Die Erweiterung

SH Thuerk 2 WK web


1966 setzten Pioniere der Bundeswehr einen großen Findling neben das erste Denkmal. Die Namen der neun toten Soldaten des 2. Weltkriegs sind mit metallenen Lettern darauf angebracht. Mittlerweile ist er mit Efeu bewachsen.

 

SH Thuerk Pforte web


2005 wurde die baufällige Mauer der Denkmalsanlage abgerissen, die Dorfbewohner errichteten eine neue Einfassung mit Granitstehlen, die durch Ketten verbunden sind. Die Pforten an beiden Seiten tragen ein Eisernes Kreuz. Die Anlage ist großzügig und sehr gepflegt.

Wir danken Herrn Udo Harder für die Informationen, die wir der von ihm verfassten Thürker Chronik entnehmen durften.

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Historische Fotos

 SH Thuerk 1928 2 Historischweb


1928: Die neue Denkmalsanlage am Wegedreieck ist eingeweiht, die Eiche hinter dem Denkmal ist gepflanzt – noch ist sie kleiner als das Denkmal selbst.

   SH Thuerk 1928 webNEU


1928: Die Buchstaben sind deutlich schwarz ausgemalt, das Eiserne Kreuz steht noch auf einer symbolischen Weltkugel.

SH Thuerk alt web


In den letzten Kriegstagen 1946 fiel eine englische Fliegerbombe auf die Anlage und zerstörte einen Teil der Mauer und die rechte Pforte.

SH Thuerk baufaelligeMauer web


Die reparierte Mauer um die jetzt erweiterte Denkmalsanlage: der Findling mit den Namen der toten Soldaten des 2. Weltkriegs ist dazu gekommen.


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2005: die neue Umrandung – eine Gemeinschaftsarbeit der Dorfbewohner – ist fertiggestellt.


Wir danken Herrn Udo Harder für die Fotos. Er musste als 14-jähriger Junge mitansehen, wie neben der gerade aufgegebenen Dorfschule von Thürk das gesammelte Archiv des Lehrers verbrannt wurde. Schon damals war ihm klar, dass dort Schätze unwiederbringlich verloren gegangen sind. So werden wir wohl nie erfahren, wie das kleine Dorf Thürk in Ostholstein zu einem Denkmal von Prof. Hermann Hosaeus aus Berlin kam. Auch im Archiv der Technischen Universität Berlin, an der er gelehrt hat und die seinen Nachlass verwaltet, gibt es keinen Hinweis.

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Der Bildhauer

»Hermann Hosaeus wurde 1875 in Eisenach geboren. Aufgewachsen ist er in Buxtehude, und von hier aus lernte er Hamburg kennen. Er besuchte die Kunstgewerbeschulen in Dresden, Nürnberg, München und zuletzt die Berliner Akademie, wo er von 1898 bis 1900 Meisterschüler bei Reinhold Begas war. Sein Lebensmittelpunkt wurde Berlin, wo er 1922 Professor an der Technischen Universität Berlin-Charlottenburg wurde. Dass Hosaeus ein anerkannter Künstler war, unterstreicht auch seine Berufung an die Preußische Akademie der Künste. (...)

Sein eigentliches Betätigungsfeld wurde die Gestaltung von Kriegerdenkmälern. Im Kyffhäuserbund übernahm er den Vorstand und die Aufgabe des künstlerischen Beauftragten. Dieser Bund existierte seit 1900, er war der Dachverband der Deutschen Landeskriegerverbände. Ursprünglich oblag ihm die Pflege des Kyffhäuserdenkmals, das von 1891 bis 1897 zu Ehren des 1888 verstorbenen Kaisers Wilhelm I. errichtet wurde. Es gehört noch heute zu den imposantesten monumentalen Gedenkbauwerken Deutschlands. In diesem Bauwerk kam vor allem zum Ausdruck, sich vor inneren (gemeint ist die Sozialdemokratie) und äußeren Feinden zu schützen. Das war ganz im Sinne der Kriegervereine, die die Reichseinheit propagierten. 1922 wurde aus dem Kyffhäuserbund der Dachverband des Reichskriegerverbandes, der bald Wegbereiter der nationalsozialistischen Ideologie wurde. 1934 wurde er ›gleichgeschaltet‹ und 1943 auf Reichsebene aufgelöst.

Es verwundert nicht, dass Hosaeus sich in diesem Verein gut aufgehoben verstand, wo er während des Aufstiegs der Nationalsozialisten zahlreiche Aufträge erhielt, häufig wohl ohne Ausschreibung.«

Zitiert aus: Der »Harburger Soldat« und sein Erbauer Hermann Hosaeus, Ralf Busch im Harburger Jahrbuch 23, 2012

 

     SH Thuerk Hosaeus web

       Foto: Helmsmuseum

● Hermann Hosaeus mit dem Kopf des »Soldaten« in seiner Werkstatt. Das Denkmal steht in Harburg vor der Johanniskirche.

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Das Denkmal
• »Der ideale Soldat«
Die Erweiterung
Volkstrauertag
Die Geschichte

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Uetersen,
Kreis Pinneberg

Auf dem Friedhof in zentraler Lage

Im Oktober 1921 ist das Kriegerdenkmal fertiggestellt worden. Der Entwurf stammte von den Architekten »Koch und Prien« aus Hamburg, die Firma »Möller & Sternberg« aus Elmshorn hatte die Pläne ausgeführt. Der Bau wurde über Spenden finanziert, außer Sachleistungen waren gut 42.000 Mark zusammengekommen. Am 20. 11. 1921, am Totensonntag, wurde das Denkmal eingeweiht. Pastor Klappstein, der auch der Vorsitzende des Denkmalausschusses gewesen war, hielt die Predigt beim Gottesdienst in der Kirche sowie die Weiherede auf dem Friedhof, siehe Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit weiter unten.

SH Uetersen gesamt

Im Halbrund das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs: fünf eckige Säulen mit acht Namenstafeln an den Seiten. Die 375 genannten Soldaten stammen zum größen Teil aus Uetersen, zum kleineren aus den Nachbargemeinden Moorrege, Neuendeich und Groß-Nordende. In der Mitte steht die Widmungstafel mit der Inschrift:
Den Helden / des Welt= / krieges 1914-1920 (!) / zum ewigen / Gedächtnis

Die Säulen sind verbunden durch Mauerwerk und einem Architrav, oben aufliegende behauene Sandsteine. Die Mitte wird gekrönt von einer Steinkugel und einem Metallkreuz.


SH Uetersen Kreuze


Das einzige figürliche Element ist eine Soldatenbüste im Halbrelief mit Stahlhelm im expressionistischen Stil. Die tiefen Falten im Gesicht wirken martialisch.

Darunter:
Niemand / hat grössere / Liebe denn die, dass / er sein Leben lässt / für seine / Freunde / Joh. 15, 13.

SH Uetersen Joh

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»Der ideale Soldat«

1930 beschreibt der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg im »Mythus des 20. Jahrhunderts – Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit« das typische Gesicht des idealen Soldaten so:

»In allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands sehen wir hier bereits die Ansätze dazu. Die Gesichter, die unterm Stahlhelm auf den Kriegerdenkmälern hervorschauen, sie haben fast überall eine mystisch zu nennende Ähnlichkeit. Eine steile durchfurchte Stirn, eine starke gerade Nase mit kantigem Gerüst, ein festgeschlossener schmaler Mund mit der tiefen Spalte eines angespannten Willens. Die weitgeöffneten Augen blicken geradeaus vor sich hin. Bewußt in die Ferne, in die Ewigkeit. Diese willenhafte Männlichkeit des Frontsoldaten unterscheidet sich merklich vom Schönheitsideal früherer Zeiten: die innere Kraft ist noch deutlicher geworden als zur Zeit der Renaissance und des Barock. Diese neue Schönheit ist aber auch ein arteigenes Schönheitsbild des deutschen Arbeiters, des heutigen ringenden Deutschen schlechtweg.«

SH Uetersen Kopf web

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Die Erweiterung

Für die Toten des 2.Weltkriegs ist eine liegende Platte hinzugefügt worden mit der Inschrift:
Den Opfern des Krieges 1939 - 1945

Auf der Rückseite befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer des 2.Weltkriegs. Nur wenige Meter entfernt eine Gedenkstätte für die antifaschistischen Widerstandskämpfer der Stadt und für die Kriegsgefangenen, Verschleppten und Zwangsarbeiter, die in Uetersen ihr Leben ließen. 

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Volkstrauertag

SH Uetersen Volkstrauertag Huhu Uet wikimedia commons

Foto: Huhu Uet_wikimedia commons

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Die geschichte

Das Kapitel Uetersen aus Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit (1987): »Denkmäler für Soldaten und andere Kriegsopfer seit dem Ersten Weltkrieg im Kreis Pinneberg« können Sie hier lesen. Unser Dank gilt der Verfasserin.

 

Eisert-Hilbert, 1987

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 I N H A L T
Das Denkmal zum 2. Weltkrieg
Das Denkmal zum 1. Weltkrieg
Das Christusmonogramm
Die St. Wilhadi-Kirche
Gedenken an die Zwangsarbeiter

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Ulsnis, Kreis Schleswig-Flensburg

Im Kirchhof von St. Wilhadi

Eine großzügige Anlage unter den weithin sichtbaren Eichen im Vorfeld des um die Kirche gelegenen Friedhofs. Der hölzerne Glockenturm steht auf einem Grabhügel aus der Bronzezeit. In die Stützmauer davor ist das Denkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs eingepasst. Links davon hinter der äußeren Baumreihe steht das Denkmal für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs aus dem Kirchspiel Ulsnis.

SH Ulsnis beide web


Das Denkmal an der Seite besteht aus sieben Sandsteintafeln, die in eine gleichfarbige Sandsteinmauer eingesetzt wurden. Die Mauer ist gleichzeitig die Begrenzung des Kirchhofs. Auf je drei Tafeln zu beiden Seiten werden in erhabenen Buchstaben die Namen und Herkunftsorte der toten und vermißten Soldaten genannt, geordnet nach ihren Heimatorten.

SH Ulsnis 2WK gesamt web


Die mittlere, etwas größere und oben abgerundete Tafel trägt in erhabenen vergoldeten Buchstaben die Inschrift unter dem Symbol eines verzierten Kronenkreuzes:

IHS

Die Jünglinge fallen
aber die auf den Herrn harren
kriegen neue Kraft
Jes. 40, 30

1939 - 1945

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Der separat stehende hölzerne Glockenturm steht auf ansteigendem Gelände. Die Stützmauer aus bunten behauenen Feldsteinen ist vorne von einer massiven Sandsteinplatte bedeckt. Auf der Kante ist die Widmung eingraviert:

Unseren gefallenen Brüdern

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Das Denkmal zum 1. Weltkrieg

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Darunter sind drei Sandsteintafeln mit Schmuckrahmen angebracht. Die mittlere, etwas zurückgesetzt, trägt die Inschrift:

1914 - 1918
Niemand hat groessere Liebe denn die, dass er sein Leben laesst fuer seine Freunde.
Joh. 15.13

SH Ulsnis 1WK Denkmal web


Die Buchstaben im tiefer gelegten Schriftband werden eingerahmt vom Relief zweier Stahlhelme mit Lorbeerzweig im runden Medaillon.

SH Ulsnis 1WK Tafel web


Die beiden äußeren Tafeln sind jeweils dreifach unterteilt. Sie nennen die Herkunftsorte und in chronologischer Reihenfolge die Namen, das Todesdatum und den Sterbeort der toten und vermissten Soldaten aus dem Kirchspiel Ulsnis.

SH Ulsnis 1WK links web


Die Tafeln sind sehr aufwändig und kunstvoll gearbeitet und verziert. Über jedes Namensfeld wurde ein Eisernes Kreuz im Relief gesetzt. Die Buchstaben sind wieder im tiefer gelegten Schriftband erhaben gearbeitet.

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Das Christusmonogramm

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Auf dem Hauptstein des Denkmals zum 2. Weltkrieg ist ein Christusmonogramm abgebildet. Hierzu eine Information:

Das Nomen sacrum (der heilige Name) IHS leitet sich von der Transkription der ersten beiden und des letzten Buchstaben des griechischen Namens Jesu ab. Transkription bedeutet hier »Umschrift«, d.h. die Übertragung eines sprachlichen Ausdrucks von einem Schriftsystem in ein anderes.

IHS (und ihs) als Kurzform des Namens Jesus kann man in Bibeln des Mittelalters und an anderen Stellen sehr häufig finden. Bis ca. 1450 wurden in Bibeln und Urkunden die Worte Jesus und Christus und andere Nomina sacra (heilige Namen) praktisch nie ausgeschrieben. Zunächst war dieses Kürzel mit einem darüber liegenden Kürzungsstrich versehen, aus dem später ein Kreuz wurde.

Nach Wikipedia, 5.2.2017

Dieses Symbol soll dem mörderischen Soldatentod eine religiöse Weihe geben.

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Die St. Wilhadi-Kirche

»Schon von weitem sichtbar sind die hohen Eichen, die den Friedhof von Ulsnis umgeben. Mittendrin befindet sich die weiß gestrichene St. Wilhadi-Kirche. Genau an dieser Stelle wurde um 1150 n. Chr. eine erste Steinkirche erbaut. Damit ist die St. Wilhadi-Kirche in Teilen wohl die älteste erhaltene Kirche des Landstrichs Angeln.«
Infotafel vorm Kirchhof

Im Vorhaus der Kirche befindet sich noch eine »Gefallenengedenkstätte«.

 

SH Ulsnis Kirche web

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Gedenken an die Zwangsarbeiter

Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen und aus den von Deutschen besetzten Gebieten verschleppten Bewohnern war in den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges in jedem Ort in Deutschland der Normalfall. So befanden sich auch mehr als 120 Zwangsarbeiter zum Einsatz in der Landwirtschaft im Bereich der Gemeinde Ulsnis, vorwiegend polnischer und sowjetischer Herkunft.

Diese waren zunächst in drei Lagern in den Dörfern Ulsnis, Kius und Gunneby untergebracht. Später wurde von den NS-Behörden zugelassen, dass die Zwangsarbeiter auch direkt auf den Hofstellen einquartiert werden konnten.

Nachdem Gemeinde und Kirche jede Beteiligung hinsichtlich des Gedenkens an die Zwangsarbeiter abgelehnt hatten, wurde am 2. September 2000 auf Privatinitiative der Bewohner des Hauses Schleidörferstraße 29 für das Dorf Ulsnis, im Rahmen eines Festaktes zum Gedenken an die Zwangsarbeiter, eine Tafel am Haus angebracht.

Aufgrund zahlreicher Proteste wurde vorab eine Postwurfsendung folgenden Inhalts an alle Haushalte der Gemeinde verteilt.

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An alle Haushalte der Gemeinde Ulsnis

Warum dies in Ulsnis?

SH Ulsnis Tafel Zwangsarbeiter web

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

diese Tafel, die wir am Sonnabend, dem 2. September 2000, 10 Uhr, an unserem Hause anbringen werden, soll niemanden persönlich anklagen. Sie soll erinnern an einen Abschnitt unserer Geschichte, die zugleich ein Stück Dorfgeschichte ist. Sie soll erinnern an eine Zeit voller Unrecht und millionenfachem Leid – auch vieler Deutscher –, begangen von Deutschen im Namen Deutschlands. Sie soll dazu beitragen, dass das Wissen um unsere eigene Geschichte es uns möglich macht, sich ihr zu stellen, sie zu akzeptieren und mit ihr zu leben.

Einige Landwirte fühlen sich dennoch persönlich angegriffen. Sie betonen, dass die Zwangsarbeiter auf ihren Höfen gut behandelt wurden. Niemand will dies in Abrede stellen. Im Gegenteil: Es ehrt sie, dass sie sich über die unmenschlichen Vorschriften der nationalsozialistischen Gesetzgebung hinwegsetzten.

Ältere Leute im Dorf sagen, es seien keine Zwangsarbeiter gewesen, die in unserem Hause untergebracht waren, sondern Kriegsgefangene. Dazu muss man wissen, dass ab November1941 formell alle polnischen Kriegsgefangenen aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurden und den Status von Zivilarbeitern erhielten. Fortan unterstanden sie der örtlichen Polizei und der Gestapo und unterlagen »Sondergesetzen« und »Sonderbehandlung«. Ob Freiwillige, Kriegsgefangene oder nach Deutschland verschleppte Zivilisten – sie hatten einen nahezu rechtlosen Status, verbunden mit der Drohung, bei »Vergehen« bestraft, in ein KZ eingewiesen oder erhängt zu werden. Letzteres galt auf jeden Fall, wenn es zu einem Liebesverhältnis mit einer Deutschen kam, so geschehen zwar nicht in Ulsnis, aber in anderen Dörfern Angelns. Auf das Schönste und Natürlichste, was einem Menschen passieren kann, sich zu verlieben, stand die Todesstrafe, die »Sonderbehandlung«.

Leider wird dadurch, dass Landwirte und Nachbarn das Leid durch gute Behandlung zu lindern versuchten, das begangene Unrecht selbst nicht geringer. Deshalb haben wir uns entschlossen, diese Tafel hier anzubringen. Sie soll die Erinnerung lebendig halten, das Gedenken an die Opfer wahren.

Wir laden Sie herzlich ein.
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Die anfängliche Befürchtung vieler Bürger der Gemeinde Ulsnis, die Gedenktafel könnte zur Diskreditierung des Dorfes führen, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Passanten, die auf die Tafel aufmerksam werden, loben dies als ein Stück notwendiger Aufarbeitung unserer eigenen Geschichte.

Zitiert von der Website der politischen Gemeinde Ulsnis: wp.gunneby.de


Der Initiator der Tafel und Bewohner des Hauses Richard Krohn hat auf der Website www.zwangsarbeiter-s-h.de den Bericht »Vier Stationen Vergangenheit« veröffentlicht.

Bericht Richard Krohn

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I N H A L T
Das Denkmal zum 1. Weltkrieg
Das Denkmal zum 2. Weltkrieg
Die Einweihung
Für Deutschland gestorben

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Warder, Kreis Segeberg

An der Aussenmauer der Kirche zu Warder

Das Kriegerdenkmal für die 64 toten Soldaten der Kirchengemeinde des 1. Weltkriegs ist aus Muschelkalk. Es steht auf der bunten Feldsteinmauer, die die Kirche hier umgibt.

SH Warder 1WK ganz web

Das Denkmal hat die Form eines dreiflügeligen Altarbildes. Es ist mit kunstvollen Verzierungen und Strichmustern gearbeitet und wird von einem kleinen schwarzen Eisenkreuz gekrönt. Auf den drei senkrechten Flächen stehen die Namen mit Todesdatum, geordnet nach den Heimatorten. Die meisten kamen von den Gutshöfen Wensin, Rohlstorf, Müssen und Margarethenhof. Einige aus den Gemeinden Krems und Schieren. Warder gehört zur Gemeinde Rohlstorf.

SH Warder 1WK ganz 2 web


Der Widmungsstein liegt vor dem Denkmal, wie eine Bank zum Niederknien. Dort ist eingraviert:

Den gefallenen Helden
unserer Kirchengemeinde
1914 - 1918

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

SH Warder 1WK Inschrift web


Das Denkmal wurde am 9. Oktober 1921 eingeweiht. Pastor Mohr schreibt in der Kirchenchronik:
»Im Gottesdienst waren über 500 Erwachsene, bei der Weihung des Denkmals noch weit mehr. Manche Kirchengänger waren umgekehrt, da sie keinen Platz mehr in der Kirche fanden. Bei der Weihung herrschte herrlichster Herbstsonnenschein. Der See lag klar und blank wie ein Spiegel. An freiwilligen Gaben für die Gestaltung und Errichtung des Ehrenmals haben sich die Gemeindeglieder fast ausnahmslos beteiligt.«


Ungefähr in der Bildmitte sieht man das Denkmal an der Aussenwand der Kirche.

SH Warder 1WK mit Kirche web

Links von der Kirche und dem alten Friedhof liegt der neue mit dem Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs.

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Das Denkmal zum 2. Weltkrieg

Am Ende des Hauptweges steht das hohe schlichte Kreuz aus Eichenholz. Im unteren Drittel sind die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs, 1939 und 1945, und ein Eisernes Kreuz aus hellem Metall angebracht. Das große Holzkreuz steht vor einer halbrunden geschwungenen Feldsteinmauer.

SH Warder 2WK web


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Die Einweihung

Am 9. Oktober 1951, genau 30 Jahre nach der Einweihung des Denkmals an der Kirchenmauer, bat Pastor Bredner die Gemeindeglieder des Kirchspiels Warder um Spenden für das »Ehrenmal« für »alle, die ihr Leben ließen für unser Vaterland«.

 

Spendenaufruf

Am Totensonntag, den 25. November 1951 fand dann die Einweihungsfeier im Anschluß an den Gottesdienst statt. Pastor Bredner hielt die Predigt in der Kirche, Verwalter Honerkamp vom Gut Wensin die Rede am Denkmalskreuz. Umrahmt von Liedern und Posaunenklängen weihte Pastor Bredner das »Ehrenmal«. Die Segeberger Zeitung beschrieb die Feier am nächsten Tag:

 

Artikel 26.11.

SH Warder 2WK Einweihung web


Ganz im Gegensatz zu dem schlichten Holzkreuz war das Programm der Feier mit Pathos aufgeladen. Unter anderem sang der Gg. Alms-Männerchor aus Bad Segeberg ein vertontes Gedicht des glühenden Antisemiten Börries Freiherr von Münchhausen, einem Urgroßonkel von Jutta Ditfurth:

Was steht ihr am Grabe mit weinendem Blick!
Laßt Gott seine Gabe und tretet zurück.
Von ihm ist das Leben zur Erde gekommen,
Von Stürmen und Stößen umtobt,
Der Herr hat’s gegeben, Der Herr hat’s genommen,
Der Name des Herrn sei gelobt!

Schaut auf zu den Sternen, dort glänzt euer Glück.
In ewige Fernen kehrt einst ihr zurück!
Aus wanderndem Leben zur Heimat gekommen
Durch göttliches Leiden erprobt.
Der Herr hat’s gegeben usw.


Programm

Foto, Dokumente: Archiv der Kirchengemeinde Warder Nr. 306. Herzlichen Dank!


Jutta Ditfurth hat das Leben ihres Urgroßonkels, seine »Rassen«-Ideologie und die heutige Verehrung rechtsextremer, radikal-völkischer Gruppen für ihn in einem lesenswerten Buch beschrieben. »Der Baron, die Juden und die Nazis. Reise in eine Familiengeschichte«, Hoffmann und Campe.

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Für Deutschland gestorben

... Die Gedenkstätten sind ausnahmslos Ausdruck des Bedürfnisses, das Gedenken an den Tod der Soldaten zu sakralisieren, also zu etwas Heiligem zu stilisieren. In Form von Kreuzen, Säulen, Räumen der Stille oder Plastiken wird nicht der Tod, sondern der vorgebliche Sinn dieses Todes dargestellt ...

Die Sakralisierung schirmt die Gedenkorte auch gegen Widerspruch ab, denn wer würde in einem Raum der Stille oder vor einem Kreuz laut protestieren? Die Ent-Profanisierung beschützt den Tod der Soldaten besonders vor Ansprüchen der Überlebenden. Obwohl diese im Einsatz eine Gruppe bildeten, grenzen die Denkmäler die Toten von den Versehrten ab.

Nur wer starb, wird in Inschriften und auf Tafeln geehrt, wer überlebte nicht. ... Psychische Krankheiten, lebenslange körperliche Schäden, Schwierigkeiten bei der beruflichen Widereingliederung ließen sich mit der Sakralisierung des Gedenkens nicht in Einklang bringen.

Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat. Reinhart Koselleck meint dazu: »Gestorben wird alleine, zum Töten des Anderen gehören zwei. Die Fähigkeit des Menschen, seinesgleichen umzubringen, konstituiert vielleicht mehr noch menschliche Geschichte als seine Grundbestimmung, sterben zu müssen.«

Zitate aus der Beitrag des Deutschlandfunks vom 18.11.2012 Von Clemens Tangerding

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I N H A L T
Die Denkmalsanlage
Ein historisches Foto
Helgoland 28.8.1914
Die Einweihung
Heinz Reinefarth
Der Erschießungsplatz
Die Gestapo-Zelle

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Westerland auf Sylt, Kreis Nordfriesland

Auf dem Friedhof der Kirchengemeinde Westerland

Diese aufwändige Gedenkstätte für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs, finanziert durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, wurde am 11. August 1940 eingeweiht. Am 1. September 1939 hatte Deutschland den 2. Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen begonnen.

SH Westerland Eingang web


Die Anlage ist an drei Seiten von einer Friesenmauer umgeben, die auch den Eingang bildet. Rings um den quadratischen Platz führt ein mit großen und kleinen Kieseln gepflasterter Weg.

SH Westerland Platz3 web

An seinem äußeren Rand sind ringsherum helle Muschelkalkkreuze aufgestellt, in der Mitte steht ein größeres Kreuz.

SH Sylt 1WK web


Die Aufschrift aus gehämmerten Metallbuchstaben lautet:

77 Söhne Westerlands fielen im
Weltkrieg 1914-1918

Die häufig auf Kriegerdenkmälern verwendete Bezeichnung »Söhne« stellt eine Vertrautheit her, die getöteten Soldaten werden familiär vereinnahmt und familiäre Bindung verpflichtet.

     SH Westerland Bodenplatte 1WK web

Davor liegt eine Bodenplatte. Die Metalltafel darauf trägt in alphabetischer Reihenfolge die Namen der Soldaten in erhabenen Lettern mit Geburts- und Sterbedatum. Es sind die Namen der Soldaten aus Westerland, die im 1. Weltkrieg an den unterschiedlichen Kriegsschauplätzen getötet wurden.

SH Westerland Platz web


Dem kleinen Denkmal gegenüber steht die »Ehrenhalle« auf achteckiger Grundfläche mit spitzem runden Reetdach.

SH Westerland Haus web


Die »Ehrenhalle« wurde gebaut für die 93 Soldaten, die auf Sylt im 1. Weltkrieg z.B. in Lazaretten gestorben sind oder tot angeschwemmt wurden. Zusätzlich sind die 31 Toten der Nachbarinseln von Röm bis Pellworm namentlich genannt und auch 13 unbekannte Soldaten von der Insel Föhr. Auf den Inseln selbst gab es in beiden Weltkriegen keine Kampfhandlungen.

SH Westerland Saeulen web


Vier mächtige achteckige Steinsäulen tragen das Dach in der offenen vorderen Hälfte des Baues.

SH Westerland Detail web

Am oberen Ende der Säulen: Kapitele im germanischen Stil.

SH Westerland Gitter web


Ein Metallgitter, die an ein mittelalterliches Burgverlies erinnert, verschließt den hinteren Teil mit den Gedenktafeln. Diese Gittertür wurde später eingebaut, um zu verhindern, dass sich weiter Obdachlose, Jugendliche etc. in dem Raum aufgehalten.

SH Westerland Logo web


Eine Platte der Schließe trägt das Logo des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der diese Gedenkstätte 1940 angelegt hat.

SH Westerland Holztafeln web


In der »Ehrenhalle« sind die Namen der Soldaten, durch Kreuze voneinander getrennt, in die Holzwände geschnitzt. Darüber steht in großen Lettern der Satz:

Hier ruhen deutsche Soldaten

SH Westerland Kreuze web


Der Weg führt weiter an die Seite zum Gehölz. Dort sehen wir schon einen überlebensgroßen steinernen Adler auf einer Granithalbkugel sitzen.

     SH Westerland Adler web

Er scheint die Anlage zu bewachen. Sein »Federkleid« sieht eher wie eine Uniform aus.

SH Westerland Adler2 web


Auch in der anderen Ecke sitzt ein Adler. Hier sieht man auch das hohe Steinpodest, das für die beiden gebaut worden ist.


SH Westerland Findling web


Zwischen den Adlern steht hinter den Kreuzen zwischen den Sträuchern ein großer dunkler Findling mit den Jahreszahlen des 1. Weltkriegs:

1914   1918

Dieser Denkmalstein stand auf dem früheren »Ehrenfriedhof« vor den Grabkreuzen, der auf Sylt gestorbenen und angeschwemmten Soldaten. Siehe das historische Foto weiter unten.

SH Westerland Platz2 web


In der Mitte des Platzes liegen auf einer tiefer gelegten Fläche 12 steinerne Sarkophagdeckel. Viermal drei hintereinander mit der Aufschrift:

Helgoland 28.8.1914

SH Westerland Helgo 2 web    SH Westerland Helgo 1 web  
Dazwischen sind Blumen gepflanzt. Dieser Platz erinnert an das erste Seegefecht des 1. Weltkrieges, das über 1200 deutschen Marineangehörigen das Leben kostete. 18 von ihnen wurden auf Sylt angespült. Über den großen hohen Lettern ist jeweils ein seemännisches Symbol im Relief herausgearbeitet worden.

Es ist zu vermuten, dass auf diesem Platz die sterblichen Überreste der Soldaten des früheren »Ehrenfriedhofs« und die der 18 angeschwemmten Marineangehörigen des Seegefechts bei Helgoland liegen.


»Interessant bei der Anlage in Westerland ist nebenbei, dass sie dem Gedächtnis einer Institution, nämlich der Deutschen Marine diente, wobei auf den (Soldaten-)Friedhöfen eigentlich der Menschen gedacht werden sollte ... Die Anlage in Westerland stellte sich hiermit in eine Reihe anderer Ehrenmale (Hans Mallon Ehrenmal auf Rügen für die Hitlerjugend, Laboe bei Kiel, etc.), die von den Nationalsozialisten instrumentalisiert wurden.«

Dr. Simon Rietz, der für seine Dissertation über Soldatenfriedhöfe des 1. Weltkriegs und der Weimarer Republik geforscht hat.

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Ein historisches Foto

SH Westerland Ehrenfriedhof historisch web


Links vor der Hecke, der Findling, der jetzt im Gebüsch hinter den weißen Muschelkalkkreuzen steht. Rechts davon, an der äußeren Ecke des Platzes kann man auch einen der steinernen Adler erkennen. Die früheren Grabkreuze und das Monument in der Mitte des Platzes sind nicht erhalten. Die Inschrift damals lautete:

Den Gefallenen zur Ehre
Den Lebenden zum Ansporn
Der Nachwelt zum Gedächtnis
Erhaben ist es und ehrenvoll, für das Vaterland zu sterben

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Helgoland 28.8.1914

Das Seegefecht bei Helgoland fand zu Beginn des Ersten Weltkrieges am 28. August 1914 zwischen Kriegsschiffen der britischen Royal Navy und deutschen Kaiserlichen Marine in den Gewässern vor der Insel Helgoland statt. Dabei gelang es den überlegenen britischen Verbänden, die drei Kleinen Kreuzer SMS Mainz, SMS Ariadne und SMS Cöln sowie das Torpedoboot V 187 zu versenken.

SH Westerland Mainz web

• Der Deutsche Kreuzer SMS Mainz steht in Flammen und wird versinken. Das Foto wurde vom Deck eines britischen Kriegsschiffes aufgenommen.

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Texte und Bilder der Beiträge: »Die Einweihung«, »Heinz Reinefarth, »Der Erschießungsplatz« und »Die Gestapo-Zelle« hat Silke von Bremen erarbeitet. Als die Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945?« in Westerland gezeigt wurde, waren sie Teil des »Lokalen Fensters«.

> Neue Anfänge nach 1945?

Silke von Bremen setzt sich unermüdlich für die Erinnerungskultur auf Sylt ein, ihr aktuelles Projekt ist eine zentrale Gedenktafel für die Opfer der Wehrmachtjustiz auf Sylt. Siehe auch weiter unten den Bericht »Der Erschießungsplatz«.

Die Einweihung

Die Gedenkstätte wurde am 11. August 1940 eingeweiht, Deutschland hatte den 2. Weltkrieg ein knappes Jahr vorher mit dem Überfall auf Polen begonnen. Der frühere »Ehrenfriedhof« an gleicher Stelle in Westerland war sehr aufwändig fast komplett umgestaltet worden. Marineoberpfarrer a.D. Koene aus Flensburg, Bezirksverbandsführer Schleswig-Holstein und Gauverbandsführer Nordmark des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hielt die Weiherede. Über die toten Soldaten sagte er darin: »Sie sahen nicht mehr des Vaterlandes nationale Verkommenheit, seine Ehr- und Wehrlosigkeit und seine Schande; sie wußten noch nicht, daß sie wertvollste Aussaat waren für die Auferstehung eines neuen Vaterlandes, nach dem Gesetz, daß vor jeder Auferstehung Gräber liegen müssen ...«. Im Bericht des Volksbundes von 1940, siehe PDF weiter unten, sind seine und weitere Reden vollständig abgedruckt.

SH Westerland Hist2 web

Alles was damals Rang und Namen hatte, vom Kreisleiter Peperkorn, über Landrat Dr. Fröbe, Staatsminister Ahlborn aus Berlin bis hin zu vier Admirälen, darunter Admiral Densch, kommandierender Admiral der Marine Station Nordsee, und viele Soldaten hatten sich eingefunden, um das »Marinemal« einzuweihen.

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Aufstellung der Abordnungen am Einweihungstag »um aus dem Opfertode der Brüder immer wieder die Pflicht zum eigenen Leben unterm Vaterlandsopfer zu lernen«, wie Marineoberpfarrer a.D. Koene in seiner Weiherede forderte.

Lesen Sie hier den Bericht aus der Mitgliederzeitschrift Nr. 9 des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. von 1940. Wir danken Dr. Simon Rietz für das PDF.

 

Bericht Volksbund von 1940, S. 132-135

 

Die Südtondersche Zeitung schrieb am 12.8.1940: »Wie oft  ist gefragt worden: sind nicht die ungeheuren Opfer des Weltkrieges umsonst gewesen? Heute wissen wir, dass der Weltkrieg nicht ein Einzelgeschehen war, sondern nur ein Glied, der Anfang einer revolutionären Katastrophe in der Weltgeschichte, und dass die Opfer des Weltkrieges ihre Erfüllung und Mission finden werden. Gott hat gewußt, weshalb er uns den einen großen, starken, deutschen Mann geschickt hat, der nun die Ehre und die Freiheit des deutschen Vaterlandes wieder erstehen lassen wird!«

 

Artikel STZ 12.8.1940

 

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»Die Absicht der mit viel Aufwand gestalteten Gedenkstätte und -feier für die Toten eines 22 Jahre zurückliegenden Krieges ist überdeutlich. 1940 erschütterten die Nachrichten über die Gefallenen des 2. Weltkrieges die ersten Familien. Die Einweihung dieses Kriegerdenkmals, die Glorifizierung des Soldaten als Kämpfer für das deutsche Vaterland, sollte den trauernden Familien vermitteln, dass das Sterben Ihrer Söhne, Brüder und Väter an der Front  für Volk und Vaterland kein verlorener Tod ist und die zukünftig zu erwartenden Toten für eine gerechte Sache gefallen sind.«

Silke von Bremen in der Sylter Rundschau, 2015

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Heinz Reinefarth

Heinz Reinefarth (1903 - 1979) war von 1951 bis 1964 Bürgermeister der Stadt Westerland. 1958 wurde er in den Schleswig-Holsteinischen Landtag gewählt. Im 2. Weltkrieg, August 1944 – Reinefarth war SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei – erhielt er den Auftrag, mit mehreren Kompanien den Warschauer Aufstand der polnischen Heimatarmee niederzuschlagen.

SH Sylt reinefahrt web

• 1944: SS-Gruppenführer Heinz Reinefarth (links)

Dabei wurden vermutlich mehr als 150 000 Menschen ermordet. Reinefarth, der bereits seit den 1920er Jahren ein Friesenhaus in Westerland besaß, zog nach dem Krieg mit seiner Familie nach Sylt. Er wurde für seine Taten nie verurteilt oder an Polen ausgeliefert, sondern aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die heutige Aktenlage zeigt deutlich, dass Reinefarth zu den großen Kriegsverbrechern des 2. Weltkriegs gehört, der seine Beteiligung an den Gräueltaten jedoch immer geleugnet hat.

SH Sylt Heinz Reinefahrt 1954 BGM web

• 1954: Heinz Reinefarth, der Sylter Bürgermeister

Im Jahre 2014, 70 Jahre nach den Morden in Warschau, wurde am Westerländer Rathaus eine Tafel angebracht, die die Verstrickung des einstigen Bürgermeisters und die späte Auseinandersetzung der Insulaner mit ihm dokumentiert.

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Auf der Insel schwieg man seine Nazi-Vergangenheit tot – bis Pastorin Anja Lochner und ihre Kirchengemeinde Westerland nachforschten.

> www.nordkirche.de


Philipp Marti hat seine Dissertation über Reinefarth geschrieben. Auf Zeitgeschichte-online ist »Der Fall Reinefarth, 1944-2014« von ihm veröffentlicht.

> www.zeitgeschichte-online.de

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Der Erschießungsplatz

Von 1939 - 1945 verurteilten die Deutschen Kriegsgerichte mindestens 20 000 Wehrmachtsangehörige wegen »Fahnenflucht«, »Wehrkraftzersetzung« oder »Feigheit« zum Tode. Auch Sylt hatte ein Kriegsgericht, es befand sich in Westerland, im (mittlerweile abgerissenen) Hotel Sanssouci in der Steinmannstraße. Mehrere Todesurteile wurden dort verhängt, einer der auf Sylt tätigen Marinekriegsrichter war ab 1942 Hans Filbinger, der spätere Ministerpräsident von Baden-Württemberg. U.a. im Morsumer Wäldchen, im Dünental bei Mövenberg und am Baakdeel wurden die Verurteilten erschossen.

Aus der Niederschrift über den Vollzug der Todesstrafe an Friedrich Rainer: »Der Verurteilte stand um 6.30 Uhr gefesselt auf dem Richtplatz. Die angetretene Einheit stand auf Kommando still. ... Das Kommando »Feuer« erfolgte um 6.38 Uhr. Der Verurteilte starb durch sieben Schüsse und einen Gnadenschuss. Der Sanitätsoffizier stellte dem Tod um 6.41 Uhr fest. Die Leiche wurde nach Einsargung sofort vom Richtplatz entfernt.«

1954 wurde auf dem Areal dieses »Richtplatzes« der Westerländer Campingplatz eingerichtet.


SH Sylt Camping web

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Die Gestapo-Zelle

Mitte der 1930er Jahre vollendete die Luftwaffe auf Sylt zahlreiche Bauvorhaben. Im Bereich der Bomhoff- und Steinmannstraße wurden Unterkünfte für Offiziersfamilien gebaut, in der Bomhoffstraße 22 richtete die Kieler Geheime Staatspolizei, auch kurz Gestapo genannt, eine Außenstelle ein. Hier befand sich das Sylter Gestapogefängnis, in dem eine unbekannte Anzahl von Personen festgehalten wurde. Unter ihnen Johanna Herold, die 1943 verhaftet und von hier aus nach Auschwitz deportiert wurde. Käthe Siegert wurde 1944 denunziert und in der Bomhoffstraße eingesperrt, wo sie sich nach wenigen Tagen, am 24. September 1944, das Leben nahm. Das Haus, im Besitz des Landes Schleswig-Holstein, wurde bis 1969 von der Polizei genutzt, bis es vor 10 Jahren vom Land verkauft wurde. Heute befinden sich in diesem Gebäude mehrere Ferienwohnungen.

Die Originaltüren der Gefängniszellen haben die Zeit überdauert und erzählen von der Geschichte des Hauses, die auf Sylt in Vergessenheit geraten ist.

            SH Sylt Kellertur web

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Erweiterung
Die Einweihung
Historische Fotos
Volkstrauertag 2010
Der Bildhauer Richard Kuöhl

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Wilster, Kreis Steinburg

Im Stadtpark, dem früheren Friedhof der Kirche St. Bartholomäus

Das Kriegerdenkmal ist den getöteten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs gewidmet. Der Bildhauer Richard Emil Kuöhl hat es geschaffen. Am 15. September 1929 wurde es für die im 1. Weltkrieg getöteten Soldaten der Kirchengemeinde Wilster eingeweiht. Die große eingezäunte Anlage beherrscht den Park.

SH Wilster Eingang NIK Wikimedia Commons web

In der Mitte des Stadtparks von Wilster, dem ehemaligen Friedhof, liegt die Denkmalsanlage, die Mitte der 50er Jahre erweitert wurde.

 

SH Wilster Kranz NIK Wikimedia Commons web

Das große Podest auf der Sandfläche in der Mitte der Anlage besteht aus vielen asymmetrisch angeordneten Elementen aus roten Backsteinen und hellen Sandsteinplatten. Auf dem höchsten Sockel liegt ein überlebensgroßer Soldat in voller Montur.

Die Inschrift auf der Platte direkt unter dem Soldaten lautet:

Unseren Gefallenen
Die Stadt Wilster

Darunter ein Eisernes Kreuz umgeben von Eichenlaub in Konturen.

Schräg darunter eine kleinere Platte mit den 1. Weltkriegsdaten:

1914 – 1918

 

SH Wilster Soldat NIK Wikimedia Commons web


Der halbliegende Soldat – will er aufstehen oder hinsinken? – trägt einen Uniformmantel, Stiefel mit groben Sohlen, Koppel mit Patronentasche und Stahlhelm. In der Hand trägt er eine Stielhandgranate. Die Steinplatte unter ihm ist als natürlicher Untergrund gearbeitet, der Soldat ragt an einigen Stellen über die Platte hinaus, das macht einen dynamischen Eindruck.

SH Wilster Kopf web


Besonders eindrucksvoll ist der Nasenschutz in dem ohnehin sehr kantigen, energischen Gesicht des Soldaten.

 

     SH Wilster hinten NIK Wikimedia Commons web


Auf den Platten ringsum das Podest sind 176 Namen von getöteten Soldaten graviert. Sie sind geordnet nach Kriegsjahr des Todes. Genannt werden Dienstgrad, Vor- und Zuname, Einheit / Regiment, Geburts- und Sterbedatum sowie der Sterbeort soweit bekannt.

 

SH Wilster Namen web


Hier links unten lesen wir den Namen vom Gefreiten Johannes von Holdt, der im Zivilberuf Kaufmann war und der am 12. Januar 1915 mit nur 25 Jahren bei Soissons in Frankreich sein Leben verlor. Er ein Verwandter von Peter von Holdt, dem wir die historischen Fotos des Denkmals verdanken.

SH Wilster Seite NIK Wikimedia Commons web

Die Umrandung aus Backsteinstelen wurde Mitte der 1950er Jahre vom Wilsteraner Maurermeister Heinrich Stammer erstellt. Heute werden sie durch ein niedriges Ziergitter verbunden.


SH Wilster mitKirche NIK Wikimedia Commons web

Aussen auf die Eckstelen wurden große metallene schwarze Kreuze montiert, die anderen zeigen nach innen gewandt die Wappen der ehemaligen deutschen Ostgebiete sowie das Wappen der Stadt Wilster aus Stein.

                  SH Wilster Stele web

Hier zum Beispiel das Wappen von Westpreußen mit dem schwertschwingenden Adler.

 

SH Wilster Signatur NIK Wikimedia Commons web

Die Signatur des Bildhauers Richard Emil Kuöhl (1880 - 1961). Auf dieser Website haben wir auch seine Denkmäler >Hamburg Dammtor, >Hamburg Langenhorn, >Hamburg Neuenfelde, >Schleswig-Holstein Grohansdorf, >Schleswig-Holstein Lübeck und >Schleswig-Holstein Rendsburg dokumentiert.

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Die Erweiterung

Mitte der 50er Jahre wurde die Anlage auch um diese Backsteinmauer hinter dem Podest mit dem Soldaten erweitert. Sie trägt drei Tafeln mit den Inschriften:

Den Opfern des zweiten Weltkrieges
Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft
Sie starben für Volk und Vaterland

SH Wilster Tafeln NIK Wikimedia Commons web


Diese Inschriften sind in eine Reihe gestellt, sprechen aber eine unterschiedliche Sprache.

Sie starben für Volk und Vaterland:
Mehrheitlich ehren die Denkmäler nach dem 1. Weltkrieg die Soldaten, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung den Krieg mit dem Überfall auf Polen begonnen hat, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der ohne Rücksicht auf ihr Leben die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet.

Nach dem 2. Weltkrieg, wie z.B. hier in den 50er Jahren, wurden Vaterlandsparolen wie diese in der Öffentlichkeit eigentlich nicht mehr verbreitet. Zu furchtbar hatte sich das »Vaterland« schuldig gemacht. Der Griff Nazideutschlands zur Weltmacht endete mit der totalen Niederlage und der Bilanz von fast 40 Millionen Opfern – u.a. 30 Millionen Russen und Ukrainer, 6 Millionen Polen, 2 Millionen Jugoslawen, 500 000 Tschechoslowaken. Unter ihnen waren 5 Millionen Juden, zu denen noch 1,3 Millionen ermordeter Juden aus West- und Südosteuropa und 500 000 Sinti und Roma gerechnet werden müssen.

Hier in Wilster wird er seit den 50er Jahren noch einmal zitiert: der Satz vom Sterben für Volk und Vaterland.

Den Opfern des zweiten Weltkrieges:
Damit sind Mitte der 50er Jahre in der Regel die getöteten Soldaten gemeint.

Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft:
Die Millionen Opfer des Nationalsozialismus werden mit diesem Satz in eine Reihe gebracht mit den Soldaten, die an den Verbrechen des 2. Weltkriegs beteiligt waren. Starben die Menschen in den Konzentrationslagern auch für Volk und Vaterland? Töteten die Soldaten für Volk und Vaterland?

Alle Fotos sind von Nightflyer / Wikimedia Commons. Herzlichen Dank!

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Die Einweihung

SH Wilster Einweihung 2 web

 

SH Wilster Einweihung 3 web
Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster

Viele Fahnen, ein mit Girlande geschmückter Soldat und eine große Menschenmenge bei der Einweihung am 15. September 1929.

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Historische Fotos

Das Kriegerdenkmal liegt in der Mitte des Stadtparks in Wilster, der 1907 auf dem Gelände des von der Kirchengemeinde erworbenen ehemaligen Friedhofs angelegt wurde.

SH Wilster Karte 1929 web
Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster

Die erste Postkarte nach der Einweihung am 15. September 1929.

 

SH Wilster Karte 1929 2 web
Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

Ebenfalls aus dem Jahr 1929, das Denkmal ist nun von einer Hecke umgeben.


SH Wilster 1933 web
Bildrechte: Werner Behning, Wilster

»50-jähriges Stiftungsfest des Militärvereins am 11. Juni 1933 vor dem Kriegerdenkmal im Stadtpark. Der Militärverein gehörte in der ›Weimarer Zeit‹ zwischen 1919 und 1933 zu den so genannten ›vaterländischen‹ Verbänden, die der ersten deutschen Demokratie skeptisch bis offen ablehnend gegenüberstanden. Der von ihnen verkörperte übersteigerte Nationalismus und Militarismus trug letztlich mit dazu bei, dass die Weimarer Republik auch in Wilster scheiterte.«

• Zitiert vom Alt-Wilster-Kalender, www.alt-wilster.de/2014_Mai

 

SH Wilster Karte 1938 web
Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

Aus dem Jahr 1938, man kann eine von mehreren Sitzbänken innerhalb der Heckenumrandung erkennen.

 

SH Wilster Karte 1955 web
Bildrechte: Verlag Schöning & Co., Lübeck

Aus dem Jahr 1955, die Denkmalsanlage war kurz vorher erweitert worden. Die Mauer hinter dem Denkmal ist gebaut und trägt drei Gedenktafeln. Auch separat in der Hecke stehende Klinkersteinstelen und eine eiserne Eingangspforte sind dazu gekommen.

 

SH Wilster Karte 1956 web
Bildrechte: Rudolf Hencke, Wilster

1956, die alte Hecke ist ersetzt worden, zur Denkmalsanlage führt jetzt ein Weg aus Bruchsteinplatten.

 

SH Wilster Karte 1962 web
Bildrechte: Rudolf Bedei, Wilster

1962, die Hecke wird größer, der Weg zur Denkmalsanlage ist zugewachsen.

 

SH Wilster Karte 1964 web
Bildrechte: Rudolf Hencke, Wilster

1964, beim Denkmal nichts Neues.


All diese historischen Fotos bekamen wir von Peter von Holdt, der auf seiner Website > www.mein-wilster.de über viele Details aus seiner Heimatstadt berichtet. Herzlichen Dank!

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Volkstrauertag 2010

SH Wilster VTT 2010 Shz Foto Schwarck web
Foto: Schwarck

Strammstehen unter der Handgranate: Foto zum Bericht aus der Wilsterschen Zeitung der Shz.

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Der Bildhauer Richard Kuöhl

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Seine handwerkliche Ausbildung als Kunsttöpfer erhielt er in einer der Modellfabriken dieses Zentrums keramischer Kunst. Nach dreijährigem Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule, wurde er als leitender Modelleur einer bauchemischen Versuchsanstalt mit den modernsten Techniken der Tonbearbeitung vertraut. 1912 folgte er seinem Dresdener Architekturprofessor Fritz Schumacher nach Hamburg. Dort arbeitete er in den 1920er und 1930er Jahren mit fast industriellem Ausstoß. Es entstanden Skulpturen in Stein, Keramik und Reliefs in Terrakotta. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

     Kuoehl im Atelier 1930 web
        Foto: Stormarnsches Dorfmuseum

• Mitte der 1930er Jahre arbeitete Richard Kuöhl in seinem Atelier an der Tonfigur »Kind auf einem Seehund sitzend«

Kriegerdenkmäler gehörten während der Weimarer Republik zu den häufigsten und begehrtesten Auftragswerken deutscher Bildhauer. Auch Kuöhl hatte bereits zahlreiche Kriegerdenkmäler ausgeführt, dabei war es ihm stets gelungen, die von nationalistisch und militärisch gesinnten Kreisen mit einem »Ehrenmal« beabsichtigte politische Aussage künstlerisch zu formulieren. »Nicht Jammer und Not, sondern Mannestat und Einsatzbereitschaft, das Heldische, Kraftvolle, das ein Mahnmal verkörpern muß, zeigen die »Ehrenmäler«, die er geschaffen hat ... immer wieder spricht ein trotziges ›Dennoch!‹ aus diesen Denkmälern.

»Neben idealisierten nackten Kriegern ... hatte er in kontinuierlicher Folge eine Darstellungsform des grobschlächtigen uniformierten deutschen Soldaten entwickelt, die den Vorstellungen der neuen Auftraggeber offenbar besonders entsprach: Im Mittelpunkt des Lübecker Ehrenfriedhofs, 1924, steht breitbeinig ein Infanterist, der den Helm zum Gebet abgenommen hat. Auf dem Klinkersockel des Regimentsdenkmals in Rendsburg, 1927, lagert ein sterbender Soldat, dem der Helm herabgesunken ist. Auf dem Klinkersockel des Kriegerdenkmals in Langenhorn, 1930, beugt ein Soldat mit abgenommenem Helm das Knie vor dem toten Kameraden.

Kuöhl war mit seiner Praxis als Bauplastiker und Mitarbeiter von Architekten, mit seiner praktischen Erfahrung als einsatzbereiter Gestalter von Soldatengrabmälern und Ehrenfriedhöfen an der Front, vor allen Dingen aber mit dieser Reihe von Soldatendarstellungen, die instinktsicher das trafen, was Kriegervereine und Rechtsparteien sich unter neuer deutscher Plastik vorstellen mochten, prädestiniert für weitere und größere Aufgaben dieser Art.«

Zitat aus Volker Plagemanns Buch »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986

Eine Autorengruppe um Roland Jäger veröffentlichte 1979 ein Buch über den »Kriegsklotz« hinterm Dammtorbahnhof in Hamburg (siehe auch >Hamburg Dammtor auf dieser Website), das wohl umstrittenste Denkmal Kuöhls. Hier können Sie zwei Seiten daraus lesen:

 

Kuöhl / Roland Jäger u.a.

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I N H A L T
Das Denkmal
Aus dem Gemeindeprotokoll 1919
Der »Gefallenen«-Kult
Das Eiserne Kreuz
Das Völkerringen

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Wulfsdorf, ein Stadtteil von Ahrensburg

In der Nähe von Gut Wulfsdorf

An einer Wegegabelung steht der behauene Granitstein für die getöteten Soldaten des 1. Weltkrieges. Je ein Seitenflügel wurde dem ursprüngliche Denkmal angefügt für die getöteten Soldaten des 2. Weltkrieges.

SH Wulfsdorf weit web

Das Denkmal steht auf einem zweistufigen Feldsteinsockel. Vorne wurde, in der Breite des Denkmals, ein mit länglichen Granitsteinen abgegrenztes Blumenbeet angelegt und weiter aussen eine Kante aus quadratischen Granitsteinen gesetzt.

SH Wulfsdorf ganz web

Auf dem ursprünglichen Denkmal in der Mitte ist die »Ehrentafel«, eine Gußeisenplatte, eingelassen. Darüber ein konturiertes Eisernes Kreuz im Relief mit Kaiserkrone, ein »W« in der Mitte und unten der Jahreszahl 1914. Ganz rechts unten die Signatur: J.Kolkowski & Co, Ahrensburg.

 

     SH Wulfsdorf Tafel web

Unter dem großen Titel »Ehrentafel« steht:

Im Völkerringen 1914-18 erlitten aus der Gemeinde Wulfsdorf den Heldentod

Darunter, ebenfalls in erhabenen Lettern, zweispaltig gesetzt, werden die zehn getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs aufgezählt: Dienstgrad, Vor- und Nachname, Todesdatum, Todesort, Todesart (gef., gest. oder verm.) und Einheit. Trennlinien und eine Wellenlinie schmücken die Tafel.

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

SH Wulfsdorf linke Tafel web

Auf dem linken Flügel des Denkmals steht auf einer ebenfalls eingelassenen Gußeisenplatte:

Den Beschützern der Heimat von 1939 – 1945 aus Dankbarkeit

Auf der anderen Seite werden auf einer gleichartigen Platte die 16 Namen der getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs mit Todesjahr aufgezählt. Drei von ihnen sind ohne Jahresangabe vermißt.

Nach dem Krieg, der ein Angriffskrieg Deutschlands war, konnte eigentlich jeder wissen, dass die Soldaten der deutschen Wehrmacht alles andere als die Heimat beschützt haben. Der Griff Nazideutschlands zur Weltmacht endete mit der totalen Niederlage und der Bilanz von fast 40 Millionen Opfern – u.a. 30 Mio. Russen und Ukrainer, 6 Mio. Polen, 2 Mio. Jugoslawen, 500 000 Tschechoslowaken. Unter ihnen waren 5 Mio. Juden, zu denen noch 1,3 Mio. ermordeter Juden aus West- und Südosteuropa und 500 000 Sinti und Roma gerechnet werden müssen. Wie verhalten wir uns dazu, dass wir heute wissen, dass sich die Soldaten damals für das Falsche eingesetzt haben?

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Aus dem Gemeindeprotokoll 

11. April 1919: Durch Anregung Emil Meins wurde in Erwägung gezogen, für unsere gefallenen Krieger in der Gemeinde ein Denkmal zu setzen. Es wurde einstimmig beschlossen, diesen Antrag zu unterstützen.

[Am] Ende wurde eine Kommission von drei Herren und zwar die Herren Dr. Ing. H. Vehring, E. Meins und H. Kobrock gewählt und selbige gebeten das weitere hierbei zu veranlassen.

Unterschrift: W. Thomsen, J. Oldenburg und E. Meins

• Unser Dank geht an Angela Behrens für die Transkription des Protokollauszugs.

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Der »Gefallenen«-Kult

In Deutschland war die Trauer um die getöteten Soldaten gleichzeitig verbunden mit der Erinnerung an eine Niederlage.

Das Kriegserlebnis wurde zu einem Mythos geformt, der das Sinnhafte des Kampfes und der Opfer hervorheben sollte:

»Die Erinnerung an den Krieg wurde zu einem heiligen Erlebnis umgedeutet, das der Nation eine neue Tiefe der religiösen Empfindung gab und überall präsente Heilige und Märtyrer, Stätten nationaler Andacht und ein zum Nacheifern aufforderndes Erbe lieferte.« (Mosse, 13) Der Gefallenenkult wurde zu einem zentralen Bestandteil nationaler Selbstdarstellung und entwickelte besonders in Deutschland eine gewaltige politische Wirkung.

Das Ideal der Kameradschaft wurde auf die ganze Nation ausgedehnt. Die Gedächtnisfeiern an den Ehrenmälern auf öffentlichen Plätzen betonten den Vorbildcharakter der Gemeinschaft der Frontsoldaten. Im besiegten Deutschland wurde die »Volksgemeinschaft«, aus der heraus die Nation zu neuer Stärke erwachen sollte, zum Vermächtnis, das die Gefallenen den Überlebenden hinterlassen hatten.

Die allerorts errichteten Denkmäler trugen dazu bei, diesen Sinn, der dem Soldatentod beigelegt wurde, in die Öffentlichkeit zu tragen und im Bewusstsein zu erhalten.

Die von den Nationalsozialisten angestrebte Volksgemeinschaft ist ohne das idealisierte Vorbild der Frontkameradschaft des Ersten Weltkriegs nicht vorstellbar. Der Gefallenenkult erlebte im nationalsozialistischen Deutschland dann auch seine äußerste Steigerung.

Christian Lopau, 2017, Vortrag im Ratzeburger Dom im Begleitprogramm der Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945?«, www.nordkirche-nach45.de

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Das Eiserne Kreuz

Auf dem Wulfsdorfer Denkmal ist es mit Krone, großem »W« für Kaiser Wilhelm II und der Jahreszahl 1914 gearbeitet worden. Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer entsprechenden Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


SH Wulfsdorf Hitler EK web

• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel von Dieter Pohl in der ZEIT vom 5. Juni 2008. Lesen Sie hier weiter > Artikel »Orden für Massenmord«

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Das Völkerringen

Der 1. Weltkrieg, der historische Schlüssel zum Verständnis der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, wurde in Deutschland durch die Erinnerung an den 2. Weltkrieg bisher völlig überlagert. Erst die 100. Wiederkehr des Kriegsausbruchs im August 1914 lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf dieses »große Völkerringen«, auf die »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts«.

Mit dem Ziel seine Herrschaftsgebiete auszuweiten, trat Deutschland im August 1914 in den 1. Weltkrieg ein. In den folgenden vier Jahren kam es zu Materialschlachten mit dem erstmaligen Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Aus dem Deutschen Reich kamen fast zwei Millionen Soldaten ums Leben, weltweit etwa 17 Millionen, das übertraf alles bisher Dagewesene bei weitem.

SH Wulfsdorf Massengrab Fromelles web

• Foto eines Massengrabes, 1916 als Postkarte veröffentlicht

Unter den Verwundeten befanden sich zahlreiche mitunter bis zur Unkenntlichkeit entstellte Invaliden, die mit vorher unbekannten (Gesichts-)Entstellungen und Amputationen in ein Zivilleben entlassen wurden, das noch keine moderne Prothetik, berufliche und medizinische Rehabilitation kannte. Unzählige ehemalige Weltkriegssoldaten starben nach dem Kriegsende noch an den Folgen von Kriegsverletzungen und mitgebrachten Krankheiten in relativ niedrigem Lebensalter. Zu den Verwundeten müssen auch zahlreiche Kriegsdienstverweigerer hinzugezählt werden, die psychisch unfähig zum Militärdienst waren; sie wurden – zur »Aufrechterhaltung der Moral der Truppe« – zu Gefängnisstrafen verurteilt und inhaftiert oder in Anstalten psychiatrisiert. Zu den militärischen kamen die zivilen Opfer: Die Blockade gegen die Mittelmächte führte alleine in Deutschland nach einer vom Völkerbund beauftragten Untersuchung aus dem Jahre 1928 zu 424 000 Hungertoten, andere Schätzungen vermuten bis zu 733 000. 1918 raffte die Spanische Grippe in Europa Millionen von oft bereits zuvor durch den Krieg geschwächten Zivilisten und Soldaten hinweg, weltweit starben 25 bis 40 Millionen Menschen.

Letzter Absatz nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Erweiterung
Die Geschichte
Volkstrauertag
Friedrich Christiansen
Die Familie Heymann

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Wyk auf Föhr, Kreis Nordfriesland

Auf dem Friedhof der St. Nicolai-Kirche

Am Rand mit der Rückseite zur Straße steht das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten beider Weltkriege.

SH Wyk weit web

 

 

SH Wyk von Links web

 

     SH Wyk Mittelteil web

SH Wyk oben web

 

SH Wyk Gebruder web

 

SH Wyk Sockel web

 

     SH Wyk Stele links web

 

SH Wyk Inschrift links web

 

     SH Wyk Stele rechts web

 

SH Wyk Inschrift rechts web

 

SH Wyk Namenstafeln web

 

SH Wyk hinten web

 

SH Wyk 17 11 1974

 

SH Wyk 11 1988 1

 

SH Wyk 11 1988 2

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