VIELFALT IN DER STADT

Kriegerdenkmäler in Hamburg

So unterschiedlich die ästhetisch-künstlerische Gestaltung, die Texte und Inschriften der Kriegerdenkmäler in Hamburg auch erscheinen mögen, gemeinsam sind den meisten die nachträgliche Stilisierung der getöteten Soldaten zu Helden und die Legitimation des Krieges als Kampf für Volk, Kaiser und Vaterland. Eine Absage an Krieg und Militär und ein Bewusstsein von Verantwortung und Schuld findet sich nicht.

Die meisten davon sind nach dem 1.Weltkrieg errichtet worden: auf öffentlichen Plätzen, neben Kirchen, auf Friedhöfen. Alle diese Denkmäler sind über viele Jahrzehnte Orte der Kriegsverherrlichung gewesen und in der Regel bis heute gut erhalten. Nur sehr wenige sind neu oder umgestaltet worden.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldokumentation von

Bramfeld   Dammtor    Ottensen

öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«.

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.


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Das Denkmal
Der Soldat
Die Glocken
Die Dreieinigkeitskirche

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Allermöhe

Auf dem Friedhof am Allermöher Deich

Das Kriegerdenkmal aus grauem Sandstein wurde nach einem Entwurf von Dr.-Ing. Eugen Fink, geboren am 3. August 1878 in Vaihingen/Enz, gestorben am 5. Januar 1959 in Ahrensburg, von der Bergedorfer Firma Nierlich errichtet. Es wurde von den Gemeinden Allermöhe und Reitbrook gestiftet und am 24. November 1922 eingeweiht. Mit dem Dach und dem senkrechten Schmuckelementen an den seiten ähnelt das Denkmal einem griechischen Tempel.

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Vor dem Denkmal sind zwei große Kirchenglocken aufgestellt, die bis 1994 im Glockenturm der Dreieinigkeitskirche hingen. Ihr Standort wurde in den letzten Jahren verändert.

Die Inschriften von oben nach unten:
Treu bis in den Tod
Es starben für ihr Vaterland

Aus Allermöhe
51 Namen

Aus Reitbrook
15 Namen

Dem Gedächtnis der im Weltkriege 1914 - 1918 Gefallenen
Die dankbaren Gemeinden Allermöhe und Reitbrook

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Die gestaltete Sandsteinplatte steht auf einem zweiteiligen tiefen Sockel. Die Skulptur des knieenden Soldaten links hinter dem Denkmal hat einen hohen Sockel mit quadratischem Grundriss, sodass der Soldat auf Höhe der Namenstafel zu sehen ist.

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Im Dach ein Eisernes Kreuz im Doppelrelief. Zusammen mit dem Spruch »Treu bis in den Tod« ist es eine posthume Ehrung für die Soldaten des 1. Weltkriegs. Ihr Tod im Krieg wird als Beweis für ihre Tapferkeit und »Vaterlandstreue« gewertet.

 

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Links und rechts von der Namentafel der toten Soldaten laufen senkrecht gespiegelte Reliefs mit ineinander verwobenen Kriegssymbolen: hier Stahlhelm, Lorbeerblätter, ein Kranz aus gleichgroßen Kugeln mit Schneckenliniendekor, darauf ein Eisernes Kreuz, unter dem Kranz liegen gekreuzte Schwerter, darunter kreuzen sich eine Handgranate und ein Morgenstern. Alle Gegenstände sind von oben bis unten einem Band umschlungen und so miteinander verbunden. Seitlich ist jeweils eine Volute als Dekor angesetzt (lat. volutum »das Gerollte«). Volute ist ein aus dem Französischen abgeleiteter Ausdruck für eine Schneckenform (Spirale) in der künstlerischen Ornamentik, besonders in der Architektur. Die Form ist in der antiken Baukunst für das ionische und äolische Säulenkapitell charakteristisch. Also auch in diesem Detail wird die griechische Antike zitiert. Dem Kriegstod wird so eine Überzeitlichkeit zugesprochen, der sich naturgemäß immer wiederholen wird. Er wird überhöht mit dem Verweis auf das Heldentum von Kriegern seit der Antike.

 

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Auf der rechten Seite das Relief gespiegelt. Einziger Unterschied: unten kreuzen sich zwei Fackeln. Sie sind umgedreht, aber die Flammen lodern. Insgesamt viel Kriegsgerät, das zeigen soll, dass die Kampfbereitschaft der deutschen Soldaten noch nicht gebrochen ist. Die Rachegedanken lodern.

 

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Als unteren Abschluss des Denkmals lesen wir die alles tragende Widmung:

Dem Gedächtnis der im Weltkriege 1914 - 1918 Gefallenen
Die dankbaren Gemeinden Allermöhe und Reitbrook

Auf dem Podest inks dahinter steht die Skulptur eines Soldaten.

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Der Soldat

Der junge Soldat in Uniform kniet dort mit hängendem Kopf in Trauer oder in Gedanken versunken.

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Die Uniform und das dazugehörige Kriegsgerät ist detailreich ausgearbeitet. Vom Uniformknopf, den Schulterklappen bis zu den Stiefeln.

Die deutschen Soldaten waren im 1. Weltkrieg mit den preußischen Marschstiefeln (Knobelbecher) mit Seitennaht ausgestattet. Sie hatten eine Schafthöhe von 31 bis 35 Zentimetern und waren auf der Sohle mit 35 bis 42 verzinkten Nägeln beschlagen. Am Absatz befand sich ein versenktes U-förmiges Eisen. Mit den zunehmenden Nachschubproblemen infolge der britischen Blockade sowie dem ständig wachsenden Ledermangel wurden spätestens ab 1917 vermehrt die billiger herzustellenden genagelten Schnürstiefel bei der Fronttruppe getragen. Zu diesem knöchelhohen Schuhwerk wurden kniehohe Wickelgamaschen getragen, die aus allen verfügbaren Stoffen hergestellt waren und eine breite Palette gedeckter Farben zeigten. Da diese Gamaschen sich nach dem Nasswerden beim Trocknen jedoch zusammenzogen und so das Blut in den Beinen abschnüren konnten, wurde die allgemeine Einführung von Wickelgamaschen von der Heeresführung abgelehnt. Der Trend ließ sich jedoch nicht aufhalten, da sich vor allem die Offiziere zunehmend damit ausstatteten.

nach Wikipedia, abgerufen am 8. Mai 2018

 

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In der rechten Faust trägt der Soldat ein Kurzschwert. Wie beim Denkmal nebenan wird hier gezeigt, dass der Wehrwille der deutschen Soldaten noch nicht gebrochen ist.

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An der linken Seite hängt am Koppel das Messer. An der ledernen Scheide befinden sich die Troddel, deren Farbigkeit in der Realität nach einer komplexen Reihenfolge (weiß – rot – gelb – blau = Eselsbrücke »Wir rauchen gerne Brasil«) für die einzelnen Kompanien eines Bataillons stand.

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Hier sieht man auch eine Sohle der Stiefel, die mit 35 bis 42 verzinkten Nägeln beschlagen waren.

 

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Der Soldat hat erstaunlicherweise keine Kopfbedeckung bei sich und man fragt sich auch, was die Markierung an der rechten Brust zu bedeuten hat. War dort vielleicht ein Orden angesteckt?

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Die Glocken

Die größte Glocke, die jetzt im Glockenturm der Dreieinigkeitskirche hängt, ist eine Bronzeglocke, die 1735 die Hamburger Gießerei Johann Andreas Bieber aus einer älteren, gesprungenen Vorgängerglocke hergestellt hat. Diese Glocke sollte noch kurz vor Ende des 1. Weltkriegs für Rüstungszwecke eingeschmolzen werden, kehrte jedoch 1919 nach Allermöhe zurück. Allerdings war sie wohl während des Transports gesprungen, so dass sie für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr verwendbar war und bis in die 1990er-Jahre als Objekt im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt wurde. Erst als bei der Glockenschweißerei Lachenmeyer in Nördlingen die technischen Voraussetzungen zur Verfügung standen, den Sprung wieder reparieren zu können, kam die reparierte Glocke am 3. September 1994 in den vollständig sanierten Glockenstuhl zurück.

Die neueste Glocke der Kirche kam ebenfalls 1994 in den Turm. Sie ist ein Neuguss aus Bronze der Glockengießerei Bachert und eine Stiftung zum 175-jährigen Jubiläum der Firma Iversen, Dimier & Cie.

Die zwei großen, heute vor dem Kriegerdenkmal stehenden Eisenglocken waren bis 1994 die Vorgänger dieser beiden Glocken.

nach Wikipedia, abgerufen am 8. Mai 2018

 
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Die Dreieinigkeitskirche

Das Denkmal und der Soldat stehen direkt neben dem Parkplatz an der Rückseite der Kirche.

 

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Die evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche in Hamburg-Allermöhe unmittelbar an der Dove Elbe. Der einschiffige Backsteinbau des Architekten Simon Lange stammt aus den Jahren 1611 bis 1614. Er wurde am 2. Februar 1614 geweiht.


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Foto: Wikimedia Commons / Dirtsc


Die Dreieinigkeitskirche mit dem Pfarrbezirk Allermöhe-Reitbrook gehört seit dem 1. Januar 2002 zu der fusionierten Großgemeinde Moorfleet-Allermöhe-Reitbrook. Die Dörfer Allermöhe und Reitbrook in den Hamburgischen Marschlanden ziehen sich etwa 8 Kilometer an den Deichen der Doven Elbe und der Gosen Elbe entlang. Hier wohnen etwa 1 800 Menschen.

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Das Denkmal
Das Eiserne Kreuz

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Alsterdorf

Kreuzung Alsterdorfer- und Hindenburgstraße

Das Kriegerdenkmal für die im 1.Weltkrieg getöteten Soldaten aus Alsterdorf ist ein rechteckiger Stein aus Muschelkalk unter Bäumen, von Büschen und Efeu umwachsen, auf dem breiten Mittelstreifen der Hindenburgstraße. Es wurde 1920 eingeweiht.

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Inschrift auf der Vorderseite in aufgesetzten Lettern aus Bronze:

Unseren im Weltkrieg 1914 – 18
gefallenen Helden zum treuen Andenken

Die Alsterdorfer

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Auf der Rückseite sind, unter einem Stahlhelmrelief, eine große und darunter eine kleinere Ergänzungstafel aus Bronze angebracht. Unter der Überschrift:

EHREN    (Eisernes Kreuz)   TAFEL

kann man auf den beiden Tafeln 63 Namen in zwei Spalten lesen.

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


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• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Das Denkmal
Volkstrauertag 2016
Ein Dorf verschwindet
Das Denkmal 2006
Die Geschichte Altenwerders

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Altenwerder

Altenwerder Querweg vor der Kirche St. Getrud

Sandsteinmonument mit aufgesetztem überdimensionierten Stahlhelm auf einem Lorbeerkranz für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs aus Altenwerder. Unterhalb des Stahlhelms umlaufend im Relief Eiserne Kreuze, Eichenlaub und Lorbeer über den Jahreszahlen des 1. Weltkriegs.

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Die kräftigen Reliefs eines Lorbeer- und eines Eichenzweiges über den Jahreszahlen:

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Das Relief eines Eichenzweigleins ist in das Eiserne Kreuz eingearbeitet. Drumherum ist ein Kammmuster gekratzt.

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Am Fuß ein Sandsteinschild mit der Inschrift:

Neige in Erfurcht
Dein Haupt vor dem Tode
und der Tapferkeit.
Die dankbare Gemeinde Altenwerder

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Das Denkmal ist von Moos und Flechten bewachsen, das verstärkt den traurigen Eindruck den die Reste vom Dorf Altenwerder auf den Besucher machen.


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Volkstrauertag 2016

 

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Ein Dorf verschwindet

1978 wurden 180 Gebäude aberissen – die Hälfte der Altenwerder Häuser – für ein neues Containerterminal, das 1985 eröffnet werden sollte. 1989 gab es noch 11 genutzte Gebäude. 1997 beginnen die Elbschlickaufspülungen und Altenwerder wird endgültig zerstört. 1998 verlassen die letzten Bewohner das Dorf. Nur die Kirche und der Friedhof bleiben unversehrt, aber der Hafen und hafenbezogene Lagerhallen und andere Gebäude sind immer näher gerückt. Man kommt nur über sehr verschlungene Wege zur Kirche. Die verstreute Gemeinde versucht mit Konzerten, einer Obstwiese, auf der Hochzeitspaare, die in der Altenwerder Kirche getraut werden, einen Baum pflanzen können (siehe Foto unten) und anderen Aktionen das Leben um die St. Gertrud-Kirche herum aufrecht zu erhalten.  

 

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Einige Jahre konnten die Autofahrer auf der Autobahn A7 noch den Kirchturm als Mahnmal inmitten des Spülfelds erkennen. Ab 2015 dominieren die Hafengebäude die Szene, riesige Asphaltflächen haben die Landschaft Altenwerders zerstört.

 

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Eine romantische Adresse erinnert an vergangene Zeiten.

 

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Das Denkmal 2006

 

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   Foto: GeorgHH/Wikimedia Commons

Zehn Jahre liegen zwischen diesem Foto und den oben dokumentierten.


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Die Geschichte Altenwerders

Das Dorf Altenwerder, an der Süderelbe gelegen, wurde bereits Ende des 14. Jahrhunderts erwähnt. Die meisten Bewohner lebten über die Jahrhunderte vom Fischfang und der Landwirtschaft. Später kamen Gewerke dazu, die mit Schiffbau und Hafenwirtschaft zu tun hatten.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts hatte der Hamburger Senat Pläne, den Hafen im Süderelberaum zu erweitern. Allerdings war dieses Gebiet um die alte Hamburger Exklave Moorburg herum preußisch.

Nach dem 1. Weltkrieg erfolgte der Hafenausbau zunächst nur auf Waltershof, nördlich von Altenwerder. 1929 wurden das Marschland und Neuenfelde zum Hafenerweiterungsgebiet erklärt. Die Nationalsozialisten sorgten dann mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 für die Einverleibung der Nachbarstädte Altona, Harburg-Wilhelmsburg und zahlreicher umliegender Dörfer, darunter auch Altenwerder.

In den 50er-Jahren hatte Altenwerder ca. 2500 Einwohner. Als 1961 das Hafenerweiterungsgesetz beschlossen wurde, nahm in Altenwerder kaum jemand die Bedrohung, Haus und Hof zu verlieren, ernst.

Die Stadt Hamburg hat sich jedoch bereits im Vorwege den Zugriff auf die privaten Grundstücke gesichert. Grundstücke durften jetzt nicht wesentlich verändert und nicht mehr bebaut werden. Häuser durften nur an die Stadt Hamburg verkauft werden.

1973 beschlossen der Hamburger Senat und die Bürgerschaft einstimmig die Räumung des Dorfes, um 1985 ein neues Containerterminal zu eröffnen. Bis zum Ende der 70er-Jahre hatten schon mehr als 200 Bewohner das Dorf verlassen. Die Häuser wurde von der Stadt nach ihrem Auszug sofort abgerissen. Bis 1989 waren nur noch 11 genutzte Gebäude übriggeblieben. 1982 wurde das Ende von Altenwerder durch das 2. Hafenerweiterungsgesetz endgültig beschlossen. 1998 verliessen die letzten Bewohner Altenwerder.

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Altenwerder von der alten Süderelbe gesehen, ca. 1960.

  HH Altenwerder Hafenentwicklungsplan web


Nach den Plänen der Wirtschaftsbehörde soll auch das Nachbardorf Moorburg verschwinden.


Das Foto, die Grafik und Teile des Textes haben wir der Seite »Rettet die Elbe« entnommen. Vielen Dank dafür.

Lesen Sie mehr auf:

www.rettet-die-elbe.de


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Das Denkmal
Volkstrauertag 2017
Ernst Moritz Arndt
Biblische Zitate
Der Obelisk
Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71
Vierlande

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Altengamme

Auf dem Friedhof der Kirche St. Nicolai

Hinter dem Glockenturm befindet sich die die Denkmalsanlage für die toten Soldaten beider Weltkriege. 12 Sandsteinstelen stehen im Kreis um eine Eiche, sechs Stelen mit insgesamt 72 Namen zum 1. Weltkrieg sind am 10. Oktober 1920 eingeweiht worden. Nach dem 2. Weltkrieg sind weitere sechs Stelen mit insgesamt 125 Namen zum 2. Weltkrieg dazu gekommen. Die Stelen sind abwechselnd aufgestellt worden: 1. Weltkrieg – 2. Weltkrieg usw.

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Man betritt den leicht erhöhten Sandplatz über eine Steinstufe. Er ist von dichten Rhododendronbüschen umfasst, sodass man die Stelen von aussen nur durch den schmalen Eingang sehen kann.

 

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Die Stelen sind gleich hoch, haben aber unterschiedliche Formen.

 

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Auf zwei Stelen am Eingang zum Denkmalsplatz sind auf den Rückseiten – fast zugewachsen von den Rhododendronbüschen – die Inschriften zu lesen.

Zum 1. Weltkrieg:

Die Treue steht zuerst zuletzt im Himmel und auf Erden
1914
Wer ganz die Seele drein gesetzt dem muss die Krone werden
1918

Diese beiden Zeilen sind ein Aphorismus von Ernst Moritz Arndt. Mehr zu ihm können Sie weiter unten lesen.


Zum 2. Weltkrieg:

Den Gefallenen und Vermissten
Die Gemeinde Altengamme 1939–1945

Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Das ist ein Zitat aus der Bibel: Johannes 16,33. Diesen Satz spricht Jesus in den sogenannten »Abschiedsreden« des Johannes-Evangeliums.

 

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Die 72 Namen der Soldaten, die im 1. Weltkrieg getötet wurden sind nach Sterbeorten sortiert:

An der Somme und Oise (17)
In der Heimat gestorben (9)
Im Osten gefallen (12)
Im Wasgenwald (1)
Im Kampf gegen Italien (1)
+ in französischen Lazaretten (3)
Von der Marne bis Verdun (1)
Von der Marne bis nach Verdun (14)
In Flandern im Artois (14)

 

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Die Namen sind mittig in einer zarten, konturierten Serifenschrift gesetzt mit einem Punkt zwischen Vor- und Nachnamen.

 

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Die 125 Namen der Soldaten, die im 2. Weltkrieg getötet wurden sind mittig gesetzt und nach Sterbejahren sortiert.

 

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Sehr frei steht das Sterbejahr mal vor mal nach dem Namen. Mal vierstellig 1944, mal zweistellig: 44, manchmal fehlt es ganz.

 

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Es werden, wenn auch wenige, zivile Opfer genannt: Frauen und Männer mit ihren Kindern.

 

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In der Mitte des Platzes, neben der Eiche, sind auf dem Boden vier Steinplatten zu einem Kreuz-Relief zusammengesetzt.

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Volkstrauertag 2017

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Auf diesem Kreuz legte die Kirchengemeinde Altengamme ihren Kranz nieder.

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Ernst Moritz Arndt

Arndt, 26. Dezember 1769 - 29. Januar, war ein deutscher Schriftsteller, Historiker, Freiheitskämpfer und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Er widmete sich hauptsächlich der Mobilisierung gegen die Besetzung Deutschlands durch Napoleon. Er gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Epoche der Befreiungskriege.

Die Nationalsozialisten betrachteten Arndt als einen ihrer Vordenker etwa wegen solcher Ausführungen: »Es wird ja hoffentlich einmal eine glückliche deutsche Stunde für die Welt kommen und auch ein gottgeborener Held, […] der mit scharfem Eisen und mit dem schweren Stock, Scepter genannt, [das Reich] zu einem großen würdigen Ganzen zusammenschlagen kann.«

Arndt argumentiert bereits in grundsätzlich rassischen Kategorien, wenn er schreibt: »Erstlich ist jede zu häufige Mischung der Völker mit fremden Stoffen durchaus ein Verderben, das widerstreitende Triebe und Anlagen hervorbringt und die Eigenthümlichkeit und Kraft des Karakters eines Volkes zerstört.«

Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten beantragte der örtliche Leiter des Stahlhelms die Benennung der Greifswalder Universität nach Arndt. Das preußische Staatsministerium erteilte die Bewilligung im Mai 1933, da Arndt stets für die Freiheit, die Ehre und die Macht des Deutschen Vaterlandes an erster Front gekämpft habe. Die 1935 in Berlin-Zehlendorf eingeweihte Kirche erhielt den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Kirche; angesichts des erstarkenden Neuheidentums galt Arndt den Verantwortlichen als Kronzeuge dafür, dass man sehr wohl ein guter Christ und ein Patriot sein konnte.

Auch die DDR nahm Arndt für sich in Anspruch, als Kämpfer gegen Feudalismus und Vorbild für die Freundschaft mit Russland. Der Nationalrat der DDR verlieh an Kulturschaffende die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille.

Im Jahr 2009 wurden an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität 1400 Unterschriften für eine Umbenennung der Universität in »Universität Greifswald« gesammelt. Als Grund wurden seine antisemitischen Äußerungen genannt. Nach einigen unterschiedlichen Abstimmungenergebnissen und Rechtsunsicherheiten beschloss der Akademische Senat der Greifswalder Universität am 17. Januar 2018 erneut, den Namen Ernst Moritz Arndt abzulegen, wobei nach einer Kompromissformel Arndts Name zu bestimmten Anlässen der offiziellen Bezeichnung Universität Greifswald vorangestellt werden kann. Die Änderung bedarf noch der Zustimmung des Bildungsministeriums.

Die Ernst-Moritz-Arndt-Plakette ist die höchste vom Bund der Vertriebenen Landesverband Nordrhein-Westfalen vergebene Auszeichnung.

nach Wikipedia, abgerufen am 20. März 2018

Ernst Moritz Arndt bei Wikipedia


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Biblische Zitate

Bei der Wahl von biblischen Zitaten bestand das Problem, dass der Kriegstod und somit auch der Krieg als Gottes Wille gedeutet werden musste. Denn grundsätzlich wurde damals, zumindest in den allermeisten Inschriften, nicht in Frage gestellt, dass der Erste Weltkrieg sinnvoll war. Wenn aber der Krieg und als Folge daraus der Kriegstod Gottes Wille war, war Gott auch Schuld am Schmerz der Hinterbliebenen. Welcher Trost konnte also geboten werden? In einigen Fällen wurde mit Hilfe von Bibelzitaten eine Analogie zwischen dem Kriegstod der Soldaten und dem Märtyrertod Christi hergestellt. Andere verwiesen auf die Auferstehung der Toten als Trost.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Der Obelisk

Vor dem Eingang zum Friedhof steht ein Obelisk aus poliertem roten Granit. Die unterste Stufe ist aus grau-weißem Granit, ringsherum sind einige kantige Findlinge gelegt.

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Der kleine Platz ist umgeben von einem verzierten Eisenzaun.

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Die Frontseite trägt die silberweiße Inschrift:

Zur Erinnerung an
Deutschlands
ruhmvolle Jahre
1870-71

Damit ist der Deutsch-Französische Krieg gemeint.

 

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An der Seite die Namen der zwei getöteten Soldaten aus der Gemeinde Altengamme:

Nicolaus Frank gef. d. 18 Aug. 1870 b. Gravelotte
Theodolf Riecken gef. d. 10 Dec. 1870 b. Villejouin.

 

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Auf der anderen Seite:

Gewidmet von der Gemeinde

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Der Deutsch-französische Krieg 1870/71

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.

Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.

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• Am 18. August 1870 kämpften in der Schlacht von Gravelotte die französischen Truppen, erkennbar an ihren roten Hosen, gegen die preußische Armee. Das Gemälde von Alphonse Neuville, das 1881 erstmals in Paris ausgestellt wurde, brachte dem Künstler den Offizierstitel der Ehrenlegion ein.

Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Trotzdem fand sich die französische Regierung erst im Februar 1871, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, der hohe Reparationen sowie die Abtretung Elsaß-Lothringens durch Frankreich vorsah.

Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 gilt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei, der sich mit Wirkung vom 1. Januar 1871 Deutsches Reich nannte. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel „Deutscher Kaiser“ an, Otto von Bismarck wurde erster Reichskanzler. In Frankreich hatte der Krieg nicht nur die endgültige Abschaffung der Monarchie zur Folge. Vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich. Beides belastete die deutsch-französischen Beziehungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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Vierlande

Vierlande nennt man ein etwa 77 Quadratkilometer großes Gebiet im Hamburger Bezirk Bergedorf mit 18 419 Einwohnern, das aus vier Stadtteilen besteht. Der Name geht auf das Jahr 1556 zurück und bezeichnet die vier Kirchspiele Curslack, Kirchwerder, Neuengamme und Altengamme, die mit den heutigen Stadtteilen identisch sind.

1936 wurde im »Bergedorfer Schlosskalender« mit den preußischen Enklaven in Vierlanden gehadert:

»Die nationalsozialistische Regierung wird wohl bald einen endgültigen Strich unter diese Absonderlichkeiten staatsrechtlicher Verhältnisse in den Vierlanden machen, denn im Zuge der Verreichlichung unseres Staatswesens paßt dieser alte Zopf wahrhaftig nicht mehr in unsere Zeit hinein!«

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I N H A L T
Das Denkmal
Das Gegendenkmal
G20 in Hamburg 2017
Die Entstehungsgeschichte
Die Einweihung
Fahnen, Kränze, Ehrungen
Die Urfassung der Inschrift – oft kopiert und variiert
Aufrüstung
Der Bildhauer Henneberger
Antikisierte Kämpfer

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Altona

Max-Brauer-Allee / Bei der Johanniskirche

Das dreiseitige säulenartige Monument aus Klinker und Keramik, das so genannte 31er-Denkmal, wurde am 4. Oktober 1925 eingeweiht. Die überlebenden Mitglieder des Infanterie-Regiments Nr. 31 hatten es nach dem 1.Weltkrieg in Auftrag gegeben. Es wurde nach einem Entwurf der Architekten Heinrich Esselmann und Max Gerntke von John Kriegeris und August Anton Henneberger (1873-1961) als Bildhauer umgesetzt. Es ist 8,50 m hoch, auf jeder der drei Seiten steht eine überlebensgroße, nackte Kriegerfiguren mit Schwert und Schild, die die drei Regimenter (Aktiv-, Reserve- und Landwehr-Regiment) versinnbildlichen. Sie sollen Heldentum in zeitloser Form darstellen, in dem sich der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann zu bewähren hat. Dieses Bild blendet die Realität des 1.Weltkriegs aus.

Noch bis in die 1970er Jahre fanden am Volkstrauertag regelmäßig Feiern der ehemaligen Regimentsmitglieder am Denkmal statt.

HH Altona


Umlaufende Inschriften:
Den Gefallenen zum dankbaren Gedächtnis
Den Lebenden zur Mahnung
Den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung

1914 – 1918

Darunter folgt eine Aufzählung der Schlachtorte.

Die Kirche St. Johannis wurde am 4. Oktober 1874 mit der Eröffnung des Militärgottesdienstes zur Garnisonskirche; sie bleibt es bis zum Ende des 1. Weltkrieges 1918.

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Das Gegendenkmal

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Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Entstehungsgeschichte des Denkmals und des Gegendenkmals von Rainer Tiedje, das am 5. Mai 1996 fertiggestellt worden ist.

Veränderung

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G20 in Hamburg 2017

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Die Wiese rund um das Kriegerdenkmal so schön wie nie zuvor. Eine Protestgruppe aus dem Wendland hat mit vielen Sympathisanten für einige Tage eine solidarische und gastfreundliche Gemeinde gefunden. Viele kleine Zelte  und große Zeltdächer in allen Regenbogenfarben geben Ruhe und Herberge. Und andere Gemeinden machen es ähnlich. Gelebte Solidarität und Liberalität.

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Die Entstehungsgeschichte

In Altona trafen sich 1922 zum ersten Mal die Überlebenden des thüringischen Infanterieregiments Nr. 31 Graf Bose an ihrem alten Garnisonsort: »Aber gerade damals – mitten heraus aus der Freude am Wiedersehen – erhob plötzlich ein Gedanke das Haupt, dem, von einzelnen zwar erwogen, bis dahin die Masse als Hauptträgerin seiner Ausführbarkeit noch ferngestanden hatte: Ehrung unserer toten Kameraden.«

Den Platz vor der Johanniskirche stellte die Stadt zur Verfügung; eine Finanzierung der umgebenden Grünanlagen mit den Stimmen der Rechtsparteien durchgesetzt, nachdem die Linksparteien die Übernahme des Heine-Denkmals aus dem Hamburger Barkhof erreicht hatten.
Der Bildhauer August Henneberger formte mit den fortschrittlichen Mitteln des Klinkerexpressionismus ein aufstrebendes dreigliedriges architektonisches Monument, vor dessen Seiten drei Skulpturen von schwertbewaffneten nackten Kriegern stehen. Die Inschrift wurde übernommen vom Kreuzberg-Denkmal Friedrich Wilhelms IV.: »Den gefallenen Helden zum dankbaren Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung.« Der gerade zum Reichskanzler gewählte Feldmarschall Hindenburg hatte diesen kaum verhohlenen Wunsch nach Wiederholung des Krieges am Tannenberg-Denkmal erneut akzeptabel gemacht.

Das mehrtägige Regimentstreffen mit Denkmaleinweihung im Oktober 1925 hatte folgendes Programm: Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof, Zapfenstreich unter den Augen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz, der jetzt Platz der Republik hieß, Feldgottesdienst auf dem Kasernenhof, Fahnenweihe und Vorbeimarsch. Die Denkmaleinweihung bestand aus einer Ansprache von General a.D. Bergmann, Enthüllung, Gesang des Liedes »Ich hat' einen Kameraden«, Übergabe des Denkmals an die Stadt und Übernahme durch Bürgermeister Max Brauer.

Die Botschaft, die das Regiment mit diesem Denkmal – auch zur Rechtfertigung eigenen Tuns – an die Öffentlichkeit richtet, ist kaum mißzuverstehen: Soldatentum und Soldatentod sollen zum Heldentum verklärt und zur unkritischen Nacheiferung empfohlen werden.

• Zitiert aus Volker Plagemann, »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986, Seite136/137.

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Die Einweihung

1925 hielt Propst Sieveking die Predigt des Feldgottesdienstes zur Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Altonaer Kasernenhof.

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Danach weihte Pastor Busch aus Lübeck, der ehemalige Divisionspfarrer der 18. Division, die Fahnen der Kameradschaftlichen Vereinigungen des Reserve-Infanterie-Regiments 31 und des Landwehr-Infanterie-Regiments 31. Nun zog die Versammlung zur Kirche St. Johannis, der Garnisonskirche der 31er. Das Programm der Einweihungsfeier am Kriegerdenkmal lag gedruckt vor:

1. Weiherede Sr. Exzellenz des Herrn General der infanterie a.D. von Bergmann; Fallen der Hülle.

2. Einzelgesang des Herrn Opernsängers Josef Degler vom Hamburger Stadttheater: »Ich hatt’ einen Kameraden«.

3. Übergabe des Denkmals an die Stadt Altona durch den Vorsitzenden des Denkmalausschusses aller 31er, Herrn Oberst a.D. von Ahlefeldt.

4. Übernahme des Denkmals durch Oberbürgermeister Brauer.

5. Niederlegen von Kränzen; Geläute der Kirchenglocken.

Bürgermeister Max Brauer sagte über das Denkmal: »Es wird eines der schönsten Kriegerdenkmäler im deutschen Vaterlande sein.«

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Fahnen, Kränze, Ehrungen

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Die Urfassung der Inschrift –
oft Kopiert und variiert

Zum Andenken an die preußischen Soldaten, die im Kampf gegen die napoleonischen Truppen in den Befreiungskriegen fielen, ließ der preußische König das 18,83 Meter hohe Nationaldenkmal für die Befreiungskriege auf dem Berliner Kreuzberg errichten. Das neugotische Bauwerk erinnert an bedeutende Schlachten; an Siege, aber auch an Niederlagen wie beispielsweise die Schlacht bei Großgörschen.

Das Denkmal wurde in Form eines gotischen Tabernakels gestaltet und ist mit einem »Eisernen Kreuz« bekrönt. An den zwölf Außenseiten des kreuzartigen Grundrisses stehen zwölf gusseiserne Genien, die jeweils eine Schlacht der Befreiungskriege symbolisieren und Porträtähnlichkeit mit preußischen Heerführern und Mitgliedern des Königshauses aufweisen. Die vier am prominentesten nach außen hervortretenden sind Groß-Görschen 2. Mai 1813, Leipzig 18. Oktober 1813, Paris 30. März 1814 und Belle-Alliance 18. Juni 1815 (Schlacht bei Waterloo). ... Die Widmungsinschrift unter der Tafel »Groß-Görschen« verfasste im Auftrag des Königs der Altphilologe August Boeckh:

»Der König dem Volke, das auf seinen Ruf hochherzig Gut und Blut dem Vaterlande darbrachte. Den Gefallenen zum Gedächtniß, den Lebenden zur Anerkennung, den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung.«

• Wikipedia, Nationaldenkmal für die Befreiungskriege

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Aufrüstung

Knapp vier Wochen vor dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 ehrt die Gemeinde der St. Johanniskirche die Krieger des 1. Weltkriegs mit einer Feierstunde und der Enthüllung einer »Ehren«-Tafel.

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Der Bildhauer Henneberger

August Anton Henneberger, geboren am 15. Januar 1873 in Kötzting, gestorben am 29. September 1961 in Hamburg, war ein deutscher Bildhauer. Etwa 1891 bis 1901 ließ er sich in München zum Bildhauer ausbilden. Ab 23. Oktober 1899 war er an der dortigen Akademie als Schüler von Syrius Eberle eingeschrieben. Um 1904 ging er nach Altona, wo er als Professor an der Kunstgewerbeschule lehrte. An der Gründung des Altonaer Künstlervereins im Jahre 1905 war er maßgebend beteiligt. Henneberger hat auch das Kriegerdenkmal auf dem Blankeneser Friedhof ausgeführt.

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Antikisierte Kämpfer

Wenn Bildhauer sich für figürliche Motive entschieden, waren das meist Krieger bzw. Kämpfer. Das heißt, es wurde entweder der zeitgenössische Soldat in Uniform oder ein nackter antikisierter Kämpfer dargestellt.

Mit dem Motiv des nackten Kämpfers demonstrierten die Denkmalsstifter ihre revanchistischen und kriegsverherrlichenden Ansichten. Völlig ungeachtet, nachgerade in bewusster Ignoranz der Realität der Schlachten des Ersten Weltkriegs mit Panzern, Maschinengewehren und Giftgas wurde mit dem antiken Kämpfer eine zeitlose Form von Heldentum propagiert, bei der der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann höchste Mannestugend verwirklichen kann. Dieses Bild des starken jungen Mannes sollte zum neuen Kampf anspornen und war, gerade wenn die nackten Krieger mit Waffen dargestellt wurden, ebenso gegen den Versailler Vertrag gerichtet.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Erster Soldat
Ein Blumenmeer
Historisches Foto
Das Lauenburgische Regiment 45
Zweiter Soldat
Antikisierte Kämpfer
Der Bildhauer Artur Bock
»Heldentod«

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Zwei Soldaten in Bahrenfeld

Auf dem Hauptfriedhof Altona in der Stadionstraße zwischen Kapelle und Kriegsgräberanlage auf der linken Seite des Hauptweges.

Hier haben Kameradschaften für die getöteten Soldaten ihrer Regimenter zwei Denkmäler errichtet. Garnisonsort war Altona, deshalb wurde der Hauptfriedhof als Ort für die Denkmäler gewählt.

Dicht bei der Kapelle liegt die Denkmalsanlage des Lauenburgischen Feld-Artillerie Regiments 45.

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Die Bronzeplatte mit dem Relief des Soldaten im großen Ausfallschritt mit hochgestrecktem rechten Arm ist umgeben von einer Steinmauer. Links schließt sich eine weitere Mauer an, so dass ein größerer Platz entsteht.

Die Inschrift lautet:
Unseren gefallenen Kameraden 1914-1918
Lauenburgisches Feld-Art. Regt. 45 und seine Kriegsformationen

Das Denkmal wurde am 2. September 1928 eingeweiht.

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Ein Blumenmeer

Bis heute findet das Kriegerdenkmal große Beachtung. Das folgende Foto entstand am 19. April 2014, die oberen im Jahr 2015.

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© Dirtsc / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE

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Historisches Foto

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© Geschichtswerkstatt Ottensen

In den ersten Jahren wurde die Denkmalsanlage auch nach rechts durch optisch passende Mauern und Treppenstufen ergänzt.

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Das Lauenburgische Regiment 45

Am 2. August 1914 zog das Regiment mit 42 Offizieren bzw. Offiziersanwärtern, 3 Ärzten, 3 Veterinärärzten, 2 Zahlmeistern, 1.330 Unteroffizieren und Mannschaften, 1.300 Pferden (!), 36 Geschützen und 84 Munitionswagen in den 1. Weltkrieg. Mehr als die Hälfte dieses Kontingents (...) kam aus Bahrenfeld.

Zitiert aus: »Bahrenfelds militärische Vergangenheit« von Günther Schmidt, S. 10

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Der zweite Soldat

In kurzer Entfernung in waldigem Gelände steht das Denkmal für ein zweites Lauenburgisches Regiment. Der Bildhauer Arthur Bock (1875-1957) hat ihn aus Stein gehauen. Er entstand etwa 1925.

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Auf einem Sockel befindet sich die Sandsteinskulptur eines nackten Kriegers mit Stahlhelm und antikem Schwert in der rechten Hand. Er schaut in die Ferne. Im oberen Drittel des Sockels steht auf einer Stufe eine oben abgerundete Platte mit der Inschrift:

Den Gefallenen des Lauenburgischen Fussartilleriereg No 20
und seiner Kriegsformationen

1914-1918

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Antikisierte Kämpfer

Wenn Bildhauer sich für figürliche Motive entschieden, waren das meist Krieger bzw. Kämpfer. Das heißt, es wurde entweder der zeitgenössische Soldat in Uniform oder ein nackter antikisierter Kämpfer dargestellt.

Mit dem Motiv des nackten Kämpfers demonstrierten die Denkmalsstifter ihre revanchistischen und kriegsverherrlichenden Ansichten. Völlig ungeachtet, nachgerade in bewusster Ignoranz der Realität der Schlachten des Ersten Weltkriegs mit Panzern, Maschinengewehren und Giftgas wurde mit dem antiken Kämpfer eine zeitlose Form von Heldentum propagiert, bei der der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann höchste Mannestugend verwirklichen kann. Dieses Bild des starken jungen Mannes sollte zum neuen Kampf anspornen und war, gerade wenn die nackten Krieger mit Waffen dargestellt wurden, ebenso gegen den Versailler Vertrag gerichtet. ... Trägt der nackte Krieger einen Stahlhelm wurde hier bildlich die Brücke zur damaligen Gegenwart geschlagen.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Der Bildhauer Artur Bock

Arthur Bock (1875-1957) hat den nackten Krieger geschaffen. Er ist in Leibzig geboren, hat dann aber vierzig Jahre in Hamburg gelebt und in der Zeit zwischen 1903 und 1949 ca. 80 Werke fertiggestellt, die sich bis heute in Hamburg, besonders auf den Friedhöfen als Grabmale, befinden. 1990 zählte das Denkmalschutzamt allein 58 Grabmale auf dem Friedhof Ohlsdorf, sechs in Nienstedten, je zwei in Groß-Flottbek und Öjendorf und je eins in Altona, Tonndorf und eben den nackten Soldaten in Bahrenfeld. Jens Marheinecke schrieb in seinem Buch »Werke von Arthur Bock«, Hamburg, 1999: »Schon in der Zeit des Ersten Weltkrieges fand er zu einer ›heroischen‹ Arbeitsweise. Das dritte Reich war zwar noch fern, doch viele seiner Skulpturen wirkten damals schon ›germanisch‹.«

 

Arthur Bock begann seine Studien an der Königlichen Kunstakademie und Kunstgewerbeschule in Leipzig und setzte diese von 1894 bis 1897 an der Kunstgewerbeschule in Dresden fort. Anschließend studierte er bis 1900 an der Königlichen Akademie in Berlin. Seit 1903 war Bock als Professor für Kunst in Hamburg tätig. Außerdem lehrte er an der privaten Malschule der Malerin und Kunstgewerblerin Gerda Koppel (1875–1941). Arthur Bock war Mitglied der Hamburger Künstlervereinigung und gehörte zum Freundeskreis von Oscar Troplowitz, einem Hamburger Pharmaunternehmer und Kunstmäzen.

Gemeinschaftsausstellungen in Hamburg, Berlin, München und Leipzig zeigten ab 1905 Werke von Bock. In Hamburg schuf er beachtete Werke im öffentlichen Raum, so 1909 »Allegorien der Winde« an den St.Pauli-Landungsbrücken, 1911 »Diana mit Hunden« im  Hamburger Stadtpark, die 1912 entstandene »Justicia« am Oberlandesgericht sowie die allegorischen Plastiken für die Brunnenananlage (nur noch teilweise vorhanden) vor den dortigen Gerichtsgebäuden am Sievekingplatz. 

Für den Friedhof Ohlsdorf fertigte er über 50 Arbeiten und auf dem Hauptfriedhof Altona 1925 das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Auch auf anderen Friedhöfen finden sich Grabmäler und Denkmäler von Arthur Bock, so das 1926 entstandene Grabmal des Dichters Otto Ernst auf dem Friedhof in Groß-Flottbek oder 1937 das Denkmal auf dem Mennonitenfriedhof Hamburg-Altona.

Durch seinen monumentalen, heroisch wirkenden Stil bekam Bock auch während der Zeit des Nationalsozialismus Aufträge. Er fertigte eine Bronzebüste des 1936 bei einem Attentat getöteten und zum Märtyrer erklärten NSDAP-Funktionärs Wilhelm Gustloff.

Nach Wikipedia, abgerufen am 15.4.2015

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»Heldentod«

Vor dem Denkmal liegt die Tafel für den Soldaten Otto Michahelles, der »im Luftkampf den Heldentod für sein Vaterland fand«:

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In der Formulierung: »Die Feinde haben ihn auf dem Friedhof von Champenoux Franz.Lothringen bestattet« kommt fast eine erstaunte Dankbarkeit zum Ausdruck – aber Feind bleibt eben doch Feind!

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Das Denkmal
Die Geschichte
Die Lutherkirche
Das Gedenkbuch
Volkstrauertag 2017

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Bahrenfeld

Lutherhöhe, oberhalb der Lutherkirche im Lutherpark

Das drei Meter hohe Denkmal ist 1920 für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs errichtet worden. Der Hamburger Architekt Karl Schmidt hat es entworfen. Die Kosten hat die Gemeinde der Lutherkirche finanziert.

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Das Denkmal steht an der höchsten Stelle des Parks, eine lange Treppe führt hinauf.

 

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Oben angekommen, betritt man einen Sandplatz, der von einer achteckigen Feldsteinmauer umgeben ist. Das Denkmal in der Mitte des im Durchmesser 15 Meter breiten Platzes steht auf einem ebenso achteckigen flachen Steinsockel.

 

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Der Sockel ist ein Würfel aus unterschiedlich großen Feldsteinen, mit einer Seitenlänge von 1,70 Meter. An allen Seiten hat er eine senkrechte Aussparung, auf der Frontseite ist dort ein Kreuz aus weißem Marmor eingefügt, auf der Rückseite ist die Widmungstafel eingelassen.

 

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Auf dem Sockel steht eine »Opferschale« aus Gusseisen, etwa 1,30 Meter hoch. Im unteren Bereich läuft ein mit Linien abgegrenztes Schriftband ringsherum. Der Text in großen hervorgehobenen Buchstaben lautet:

Seid einig – einig – einig – für uns

Der erste Teil des Textes stammt aus dem 4. Akt des Schauspiels »Wilhelm Tell« von Friedrich Schiller (1759 - 1805), Werner II von Attinghausen sagt dort sterbend:

»Drum haltet fest zusammen –
fest und ewig.
Kein Ort der Freiheit sei dem anderen fremd.
Hochwachten stellet aus auf euren Bergen,
dass sich der Bund zum Bunde rasch versammle.
Seid einig – einig – einig!«

Das »für uns« haben die Mitglieder der Kirchengemeinde dann hinzugefügt. Der Zusatz soll Betroffenheit erzeugen, er verpflichtet die Lebenden zum Wahren eines würdigen Andenkens. In dieser Zeit des Revanchismus zwischen den Kriegen könnte man die Formulierung auch so interpretieren, dass die Lebenden den Toten etwas schuldig sind, dass sie den Tod der Soldaten durch einen neuen, dann siegreichen Krieg vergelten sollen. Eine für Frieden und gegen Krieg gerichtete Aussage ist auf keinem Hamburger Denkmal zum 1. Weltkrieg zu finden.

 

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Als Schmuckelemente sind Reliefs eines ehrenden Lorbeerzweigs und eines ebensolchen Eisernen Kreuzes eingefügt.

 

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Auf der anderen Seite ein Eisernes Kreuz und ein Eichenzweig.

 

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Die Schale steht auf vier geschwungenen Füßen, das zackige Blitzmuster an den Seiten endet in einer Schneckenform.

 

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Auf der Rückseite nun die Widmungstafel aus Gusseisen:

Unsern Brüdern, die im
Weltkrieg 1914 – 1918
für das Vaterland ihr
Leben liessen.

Die Luthergemeinde
Bahrenfeld

Wenn in den Inschriften explizit erwähnt wird, für was die Soldaten gestorben sind, ist es in den häufigsten Fällen das »Vaterland«. Die Verwendung dieses Begriffes war nach dem Ersten Weltkrieg meist mit einer nationalistischen Haltung verbunden: das deutsche Vaterland, mit dem die eigene Identität untrennbar verknüpft ist, und nur das deutsche Vaterland stellt höchsten Wert dar. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung mit im wahrsten Sinne Feuereifer in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der mittels ihrer Hilfe und ohne Rücksicht die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet.

• Aus: Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

 

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An der Innenseite der Umfassungsmauer sind 37 Sandsteintafeln eingelassen, auf denen die 295 Namen der getöteten Soldaten herausgearbeitet worden sind. Die Schriftgröße variiert je nach Länge des Namens. Die Tafeln waren einmal hell, wie man auf diesem Foto sieht. Die meisten sind ergraut, beschädigt oder ganz verschwunden (2).

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Die Geschichte

»Am Totensonntag 1921 wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung das Ehrenmal eingeweiht. Eine große Gusseisenschale nach einem Entwurf des Hamburger Architekten Karl Schmidt wurde auf einem Sockel errichtet. Daraus loderten bei der Einweihung die Flammen und ein Posaunenchor spielte im Schein vieler Fackeln. Mit diesem Ehrenmal wird der 295 Bahrenfelder namentlich gedacht, die im Weltkrieg ihr Leben lassen mussten. Auf dem Platz gegenüber der Kirche stand die ›Eulenburg‹, ein Waldwärterhaus, dass äußerlich wie eine Burgruine gestaltet war. Die Luthergemeinde erwarb das Grundstück, riss die alte Eulenburg ab, um dort die ›Krieger-Ehrung‹ zu schaffen.

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• Unterzeile: Einweihung unserer Ehrenstätte auf der Lutherhöhe am Totensonntag, 20. Nov. 1921


Die Bausumme wurde durch diverse Spenden und Stiftungen aus der Gemeinde heraus finanziert. In der Chronik heißt es: ›Sie ist also restloses Eigentum der Kirchengemeinde.‹ Eine Bedingung aber gab es für den Kauf des Grundstücks: Es durfte nirgends das Wort ›Gott‹ erscheinen, Man einigte sich auf die Worte ›Seid einig, einig, einig‹ und ›Für uns‹. Zwischen den Weltkriegen brannte jährlich am Totensonntag in der Schale ein Opferfeuer.

Seit vielen Jahren wurde zunächst alljährlich am Totensonntag, später am Volkstrauertag in besonderer Weise der Opfer von Gewalt und Terror gedacht. Der Posaunenchor spielt, und die Bahrenfelder Vereine und Verbände kommen in den Gottesdienst und bringen anschließend einen Kranz zur Opferschale.

 

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• Die Opferschale 1927, noch am ursprünglichen Standort. Eine hohe, steile Treppe führt hinauf.

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• Plan des früheren Standorts © Bezirksamt Altona.


Etwa 1950 trat die Gemeinde in einem Grundstücktausch diese Gedenkstätte an die Stadt ab. Mit dem Autobahnbau musste der Standort aufgegeben werden. Die Opferschale wurde versetzt und fand ihren jetzigen Platz auf einer Höhe im Lutherpark neben der Kirche.«

Aus der Kirchenchronik des Jahres 2010. Vielen herzlichen Dank!


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Für den Juli 1955 ließ der Bahrenfelder Bürgerverein dieses Monatsblatt drucken.


Hier eine Beschreibung der Denkmalsgeschichte von Dipl.-Ing. E. Clasen aus Bahrenfeld aus den 60er Jahren.

E. Clasen

 

• Zeitungsausschnitt von 1971


1975 wurde die Autobahn dann gebaut. Sie schneidet Bahrenfeld in zwei Teile, der Bahrenfelder Marktplatz verschwand ersatzlos für eine Autobahnbrücke, der Bahrenfelder See wurde erheblich verkleinert. Die Lutherkirche liegt jetzt im östlichen Teil direkt neben der Autobahn und hat Gemeindemitglieder auf beiden Seiten der Autobahn.

Wir danken der Geschichtswerkstatt Ottensen für diese drei Dokumente.

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Die Lutherkirche

Direkt neben dem Denkmalshügel steht die Lutherkirche Bahrenfeld, das rote Backsteingebäude sieht man auf dem Foto unten hinter den Bäumen. Es wurde errichtet nach Plänen von Architekt Faulwasser, der vorher die 1906 abgebrannte St. Michaelis-Kirche wiederaufgebaut hatte. Im Oktober fand die Grundsteinlegung statt, am 18. September 1910 konnte die Einweihung und Namensgebung der Lutherkirche stattfinden.

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Seit in Hamburg 1528 die Reformation eingeführt worden war, gehörte Bahrenfeld zum Kirchspiel Ottensen. Als der rasch wachsende Stadtteil Bahrenfeld schließlich 5 000 Einwohner hatte, beschloß 1908 der Kirchenvorstand in Ottensen den Neubau einer Kirche. Am 1. Januar 1910 wurde Bahrenfeld selbständige Kirchengemeinde und entschied sich für den Bauplatz »Schöne Aussicht«, der heutigen »Lutherhöhe«. Dieses Gelände hatte der Konsul Gayen im Austausch gegen ein anderes von der Stadt Altona erworben. Es wurde der Gemeinde kostenlos zur Vefügung gestellt. Konsul Gayen blieb auch bei seiner Schenkung, obwohl seine Bedingung, im Kellergewölbe der Kirche ein Erbbegräbnis zu bekommen, abgelehnt wurde. Er spendete sogar zu den schon von der Gemeinde gesammelten 17 000 Mark noch weitere 10 000.

Die von der Baufirma Beyerstedt in Ottensen veranschlagte Bausumme betrug 112 385 Mark, tatsächlich kostete der Kirchbau am Ende 146 000 Mark!

Aus der Broschüre, die im Vorraum der Lutherkirche ausliegt.

1935 erfolgte eine große Renovierung der Kirche. Wir entnehmen der oben genannten Broschüre, dass dabei Veränderungen vorgenommen wurden, die der damaligen Nazi-Ideologie entsprachen: die Kron- leuchter wurden »durch zwei große nordische Wagenräder« ersetzt, die Oberlichter wurden vergestopft, der Bibelvers Joh. 12,36: »Solange ihr das Licht bei euch habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet!« auf dem Rundbogen des Altarraumes wurde entfernt. Die architektonischen Ideen dieser Zeit – von Heimatschutzstil und Neoromanik geprägt – fußten auf dem Bild einer nordischen Wehrkirche, die Geborgenheit gibt. »Einfachheit, aber Größe des Ausdrucks findet hier der andachtssuchende Christ«, heißt es in einer zeitgenössischen Beschreibung. Das Licht, das den auferstandenen Christus symbolisiert, wird ausgesperrt.

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Das Gedenkbuch

Im Vorraum der Lutherkirche weihte die Gemeinde 1955 eine »Ehrenstätte« für die getöteten Soldaten des 2. Weltkrieges. Es ist eine Nische, die mit einem schmiedeeisernen Gitter verschlossen ist, geschmückt mit dem Zeichen Pax Christi, deutsch: Friede Christi, und einem Eisernen Kreuz. Ein Widerspruch?

Dahinter das Gedenkbuch für die Toten des 2. Weltkriegs. An der Wand wird in roter Frakturschrift ein Vers aus dem 2. Brief des Apostel Paulus an die Korinther zitiert:

»Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel + 2. Kor. 5,1«

Darüber eine Krone mit Kreuz. Das christliche Symbol von Kreuz inmitten einer Krone die Belohnung im Himmel (die Krone), nachdem die Versuchungen in diesem Leben (das Kreuz) überwunden wurden (Jakobus 1,12).

Auf den ersten Seiten des Gedenkbuches steht: Den teuren Toten zum Gedächntnis / Dieses Gedenkbuch widmet in Dankbarkeit die Luther-Kirchengemeinde ihren Toten des zweiten Weltkrieges 1939 - 1945 / Bahrenfeld, am Volkstrauertag 1955 / Deine Toten werden leben Jesaja, Kap. 26, V. 19 / Es starben den Tod des Soldaten: [Es folgen die Namen].

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Volkstrauertag 2017

Wie jedes Jahr legten auch 2017 Bahrenfelder Vereine und Verbände, namentlich der Bahrenfelder Bürgerverein von 1879 e. V. Kränze an der Opferschale nieder.

 

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Das Denkmal
Die Einweihung
Das Eiserne Kreuz
Die neue Kreuzkirche
Der Umzug

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Barmbek-Süd

Im Garten der neuen Kreuzkirche

Ein freistehender Sandsteinobelisk auf einem zweistufigen Sockel trägt auf der Frontseite das Relief eines Eisernen Kreuzes, das von einem Kranz aus Eichenlaub umgeben ist.


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Darunter die Inschrift:

Im Dienste des Vaterlandes haben aus der Gemeinde der Kreuzkirche ihr Leben hingegeben


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Auf den vier Seiten des Sockels sind 196 Namen von toten Soldaten des 1. Weltkriegs eingraviert – allesamt Glieder, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter der Kreuzkirchengemeinde. Nachträglich wurden acht Namen mit Dienstgrad, Geburts- und Sterbedatum von Soldaten des 2. Weltkriegs hinzugefügt.

Der Griff Nazideutschlands zur Weltmacht endete mit der totalen Niederlage und der Bilanz von fast 40 Millionen Opfern – u.a. 30 Millionen Sowjetbürger, 6 Millionen Polen, 2 Millionen. Jugoslawen, 500 000 Tschechoslowaken. Unter ihnen waren 5 Millionen. Juden, zu denen noch 1,3 Millionen. ermordeter Juden aus West- und Südosteuropa und 500 000 Sinti und Roma gerechnet werden müssen.

Wie verhalte ich mich dazu, dass wir heute wissen, dass sich die Soldaten damals »im Dienste des Vaterlandes« für das Falsche eingesetzt haben?


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Auf der Rückseite die Inschrift:

Christus unser Leben

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Die Einweihung

1919 wurde das Kriegerdenkmal hinter der alten Kreuzkirche am Holsteinischen Kamp/Ecke Marschnerstraße errichtet. Auf dem ersten Foto ist der Sandsteinobelisk zu sehen – fast weiß, zur Einweihung ist er mit dunklen Girlanden (üblicherweise waren sie aus Eichenlaub) geschmückt worden.

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Die alte Kreuzkirche wurde am Palmsonntag, den 3. April 1887 eingeweiht.

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Die Fotos und die Informationen über die alte Kreuzkirche stammen aus der Festschrift 150 Jahre Kreuzkirche aus dem Jahr 1976. Wir danken Ronald Einfeldt, dass er sie uns zur Verfügung gestellt hat.

Festschrift Teil 1

Festschrift Teil 2

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


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• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Die Neue Kreuzkirche

Die alte Kreuzkirche ist im 2.Weltkrieg völlig zerstört worden. Als die neue Kreuzkirche am 18. März 1962 an einem anderen Standort, nämlich an der Wohldorfer Straße, eingeweiht wurde, ist das Kriegerdenkmal umgesetzt worden und steht jetzt (auf dem Foto rechts) neben der modernen Kirche hinter den Bäumen.


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Der Umzug

Die Gemeinde Alt-Barmbek war für die »Abwicklung« des Grundstücks der alten Kreuzkirche Kreuzkirche in der Marschnerstraße und den Bau der neuen Kreuzkirche verantwortlich. In den Protokollen der Kirchenvorstandssitzungen von 1954 kann man zum 23. Juni lesen, dass sich der Oberbaurat Klupp »erbietet mit Herrn Matthies über die Neuaufstellung des Gedenksteins der Kreuzkirchengemeinde zu verhandeln«, und am 13. Oktober beschließt der Kirchenvorstand dem Bauplan der Firma Matthies statt zu geben, »unter der Voraussetzung, dass sie den Gedenkstein der Kreuzkirchengemeinde erhält und würdig in ihren Bauplan einbezieht«.

Wir danken Michael Winzer für seine Recherche

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Das Denkmal
Aufwendige Details
Noch im wilden Grün
Die Einweihung
Die Absage
Aus dem Archiv des Krankenhauses
Aus der Festschrift 1938

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Barmbek

Auf dem Gelände des alten Allgemeinen Krankenhauses Barmbek, jetzt Quartier21

Sechseitiger Klinkerturm, als Brunnen gebaut, mit Keramikverzierungen. Auf der Vorderseite ein gesenktes Schwert im Eichenkranz als Relief. 46 Namen von getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs auf den anderen Seiten. Das Kriegerdenkmal, nach einem Entwurf von Oberbaudirektor Fritz Schumacher, wurde 1922 eingeweiht.

Inschrift:
Unseren im Weltkriege – 1914 - 1918
– gefallenen Helden zu Ehren


Seit einigen Jahren ist das Denkmal eingefügt in das neu entstandene Quartier 21. In einem Werbeflyer »Quartier21 – Leben beginnt hier« steht über einem Bild des Wohnquartiers (»Oase für Individualisten«) mit dem Kriegerdenkmal: »Kulisse für vitales Stadtleben: die eindrucksvollen Altbauten des AK Barmbek«.

Die Chance für eine zeitgemäße Kommentierung wurde hier leider nicht ergriffen.


HH Barmbek


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Aufwendige Details

HH Barmbek Krone


                HH Barmbek Schwert

HH Barmbek Detail


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Noch im wilden Grün


HH BarmbekKrankenhaus

Foto: Kerstin Klingel

Vor einigen Jahren stand das Denkmal im wilden Grün – da gehörte das Gelände noch zum Park des Krankenhauses.

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Die Einweihung

Aus den Hamburger Nachrichten, November 1922

... Der geräumige Platz bot einen festlichen Anblick dar. Vor dem Pavillon K 1 hatte sich der Sängerchor, gegenüber vor K 2 die Kapelle der Ordnungspolizei aufgestellt. Mit dem Choral »Die Himmel rühmen« begann die Feier. Dann betrat der Obmann des Personals die neben dem noch verhüllten Denkmal errichtete Redekanzel und begrüßte die rings im Kreise versammelte Gemeinde des Krankenhauses und die zur Feier geladenen Gäste. Der vorzüglich angelegte Platz hat eine ausgezeichnete Akustik, so daß jedes Wort wie in einem geschlossenen Raum vernehmbar blieb. Man erfuhr, daß der Aufstellung des Ehrendenkmals für die Gefallenen der Anstalt sich erhebliche Schwierigkeiten in den Weg gestellt hatten, weil die Absicht bestand, etwas Besonderes zu schaffen, was aber in Folge der Teuerung mehr als einmal unausführbar erschien. Weil aber im ganzen Personal, vom ärztlichen Direktor bis zum jüngsten Arbeiter, der Wille vorhanden war, dies Besondere zu schaffen, wurde durch allseitige Opferwilligkeit auch der Weg dazu gefunden. ... Die Sänger sangen: »Im Feld des Morgens früh« und dann, nachdem noch ein Redner in feierlich-wehmütigen Vortrag der Hoffnung auf ein Wiedererstarken der deutschen Volkskraft in Freiheit und Frieden Ausdruck gegeben, ein weiteres Volkslied, das diese Stimmung angemessen war. Dann wurden Kränze niedergelegt, während die Musik das Lied vom treuen Kameraden spielte ...

HH Barmbek HN 1922

● Links: Direktor Professor Dr. Rumpel, rechts: Direktor von Sellin und Dr. Roth

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Die Absage

  HH Barmbek Brief FS
Oberbaudirektor Dr. Fritz Schumacher konnte leider nicht zur Einweihung kommen.

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Aus dem Archiv des Krankenhauses


Denkmalsbrunnen zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen

Der Entwurf des Klinkerbrunnens stammt von Oberbaudirektor Prof. Schuhmacher. Die Bauarbeiten sind ausnahmslos von Angestellten und Arbeitern des Krankenhauses ausgeführt worden, insbesondere die Vorarbeiten u. Bildhauerarbeiten von Herrn Kurze. Die Mittel wurden durch freiwillige Sammlungen bei allgemeiner Beteiligung der im Krankenhause angestellten Personen sicher gestellt. Wertvolle Hilfe in der Fertigstellung leistete uns Herr Wünsche, Leiter der keramischen Abteilung der Kunstgewerbeschule, welcher die Klinker in den Hochöfen des Instituts brannte.
Das Denkmal hat die Gestalt einer sechseckigen Säule, bei deren Seiten Widmung, Schriftplatten und Brunnenspeier abwechseln. Die Namen der 46 Gefallenen sind auf den Schriftplatten erhaben modelliert. Des Weiteren ist die Erinnerung an sie in dem ornamentalen Schmuck festgehalten in Eiche, Lorbeer, Mohn und Diestel, »versinnbildlichend Kraft und Ruhm, Tod und Schmerz«. Das aus der Kuppel fließende Wasser aber soll an den ewigen Quell des Lebens mahnen.

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Aus der Festschrift 1938


»25 Jahre Allgemeines Krankenhaus Barmbeck in Hamburg  1913 – 1938«

Zwischen Zentralgebäude und Verwaltungsgebäude liegen zu beiden Seiten der Mittelachse zwei Krankenpavillons, ursprünglich als Privatkrankenabteilungen (sogenannte Kostgängerhäuser) gedacht, an einem zentralen, von den vier genannten Gebäuden umschlossenen Platz, der mit einem Ehrenmal in Gestalt eines Brunnens, an dem die Namen der im Weltkrieg gefallenen Gefolgschaftsangehörigen angebracht sind, und schönen, gärtnerischen Anlagen den Ehrenhof (siehe Abb. 6) bildet. Auf diesem Ehrenhof, der jederzeit mit einer vorzüglichen Lautsprecheranlage versehen werden kann, werden bei gutem Wetter die Reden des Führers und die sonstigen offiziellen Feiern der Gefolgschaft übermittelt, die Betriebsappelle abgehalten und den Kranken Konzerte geboten.

HH Barmbek Ehrenhof

HH Barmbek hist1


Herzlichen Dank an Frau Schneider von der Geschichtswerkstatt Barmbek für die Hilfe, die Dokumente und historischen Fotos.

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Tafeln in der Kirche
Das Grab auf dem Friedhof
Die Ehrentafel in der Kirche
General Gustav von Manstein
Die Kirche St. Nikolai
Vereinigung von Billwärder mit der freien und Hansestadt Hamburg

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Billwerder

Am Billwerder Billdeich vor der Kirche St. Nikolai

Das kleine vielstufige Granitdenkmal mit quadratischem Grundriss auf einem runden Sockel ist den getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs gewidmet. Es wurde 1922 eingeweiht.

HH Billwerder 01 web


Die großen rautenförmigen Hauptflächen tragen auf der Frontseite die Inschrift, ringsherum die 99 Namen.

 

HH Billwerder Widmung web


Die Inschrift:

Den im Weltkriege
1914 – 1918
für’s Vaterland Gefallenen
gewidmet

Billwärder a/d Bille und Billbrook

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.


Wenn in den Inschriften explizit erwähnt wird, für was die Soldaten gestorben sind, ist es in den häufigsten Fällen das »Vaterland«. Die Verwendung dieses Begriffes war nach dem Ersten Weltkrieg meist mit einer nationalistischen Haltung verbunden: das deutsche Vaterland, mit dem die eigene Identität untrennbar verknüpft ist, und nur das deutsche Vaterland stellt höchsten Wert dar. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung mit im wahrsten Sinne Feuereifer in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der mittels ihrer Hilfe und ohne Rücksicht die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet. Nach der Niederlage, die im Nachhinein durch die so genannte »Dolchstoßlegende« von vielen Deutschen bereitwillig uminterpretiert wurde, und dem Versailler Vertrag entwickelte sich zu Beginn der 1920er Jahre in vielen Köpfen eine Trotz-Haltung, ein »Jetzt erst recht«-Gedanke, der Kritik an der deutschen Kriegspolitik nicht zuließ.

Die »Dolchstoßlegende« ist eine Verschwörungstheorie der damaligen politisch Rechten, die 1919 von Feldmarschall Paul von Hindenburg, der unfähig war, sich das eigene Versagen bei der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg einzugestehen, zusätzlich genährt wurde. Sie besagt, dass das deutsche Heer »im Felde unbesiegt« war, aber die Heimat ihm durch die Agitationen der politischen Linken und die Revolution 1918 in den Rücken gefallen sei. Diese Theorie entbehrt jeder berechtigten historischen Grundlage, sie stieß jedoch bei vielen Deutschen auf offene Ohren und trug, von den Nationalsozialisten bereitwillig aufgegriffen, schließlich auch zum Scheitern der Weimarer Republik bei. (Vgl. Helmut M. Müller, Schlaglichter der deutschen Geschichte. Bonn 2002.)

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


HH Billwerder Rueckseite web


Die 99 Namen der getöteten Soldaten, jeweils Vor- und Nachname, sind alphabetisch geordnet über drei Seiten des Denkmals verteilt.

 

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Die kleine Anlage an der Hauptstraße mit Bank und Bushaltestelle liegt vor der Billwerder Kirche St. Nikolai und dem Friedhof.

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Die Tafeln in der Kirche

In einem abgeteilten Gedenkraum der Kirche hängen zwei Wandtafeln aus Holz, die dieselben 99 getöteten Soldaten nennen. Jeweils am oberen Abschlußbogen tragen sie das Relief eines Soldatenkopfes mit eichenlaubumkränztem Stahlhelm.

 

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Am unteren Bogen wird ein Eisernes Kreuz über einer schwarz-weiß-roten Flaggendrapierung, gezeigt.

Die Farben Schwarz-Weiß-Rot bildeten ab 1867 die Flagge des Norddeutschen Bundes und waren von 1871 bis 1919 sowie von 1933 bis 1945 die Reichsfarben des Deutschen Reiches. Im Kaiserreich wurden die Farben Schwarz-Weiß-Rot zu weithin akzeptierten Nationalfarben und bildeten ab 1892 die offizielle Nationalflagge. Nach 1919 blieben sie die dominierenden Farben in der Handelsflagge der Weimarer Republik. Während dieser Zeit wurden sie von republikfeindlichen monarchistischen, militärischen und rechtsradikalen Kreisen propagiert und wandelten sich zunehmend zum allgemeinen Kennzeichen rechtskonservativer, nationalistischer und nationalsozialistischer Republikgegner.

nach Wikipedia, abgerufen am 28.12.2017

 

HH Billwerder Kirche 1 web


Die Aufschrift:

1914  1918
Aus der Kirchengemeinde
Billwaerder an der Bille
starben im Weltkriege
fuer das Vaterland

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Das Grab auf dem friedhof

Eine auffällige Grabstelle am Weg zum Kircheneingang hat General Gustav von Manstein (1805 – 1877) erhalten. Er verbrachte die Jahre vor seinem Tod am Billbrockdeich in Höhe der Moorfleeter Straße.

HH Billwerder Kirche Grab web


Am Kopf der Grabstelle ist ein großer Findling aufgestellt worden, seitlich wird sie von kleineren Findlingen begrenzt, die durch kräftige Eisenketten verbunden sind.

 

HH Billwerder Kirche Manstein web


Das Relief seines Profils im Bronzemedaillon ziert den über zwei Meter hohen Stein.

 

HH Billwerder Kirche Profil web


Der General trägt seine Uniform mit Ehrenzeichen an den Schulterklappen und Orden an der Brust.

 

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Die Grabanlage ist vom Militärverein Manstein aus Hamburg errichtet worden – 37 Jahre nach seinem Tod. Anlaß war die Manstein-Gedächnisfeier am 5. Juli 1914 – 23 Tage vor Ausbruch des 1. Weltkriegs! Im »Hamburger Fremdenblatt« wurde eine Fotografie der Feier abgedruckt.

HH Billwerder Gedaechtnisfeier web


• Unter ihren freien Materialien zur App »Weltbrand 1914« zeigt die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ausgewählte Seiten der »Illustrierten Rundschau« des »Hamburger Fremdenblatts« – dort findet sich auch diese Fotografie der Manstein-Gedächtnisfeier am 5. Juli 1914.

Siehe auch den Blog der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky

Blog Uni HH

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Die Ehrentafel in der Kirche

Im Kirchenschiff von St. Nikolai hängt das Epitaph des Generals von Manstein. Es ist ein Werk des Bildhauers August Henneberger, der auch die Kriegerdenkmäler in Altona vor der Johanniskirche und auf dem Blankeneser Friedhof gestaltet hat (siehe unsere Dokumentationen).

Das reich verzierten Epitaph krönt ein jugendlicher Ritter mit kühnem Blick und aufgestelltem Schwert. Darunter der Wahlspruch Mansteins: »Allzeit voran«. Unter seinem Bildnis mit Orden im Relief die Aufschrift:

Gustav v. Manstein
Geboren am 24. August 1805
Gestorben am 11. Mai 1877
18 Düppel 64
Gravelotte 1870 Orleans

Hier werden seine größten militärischen Erfolge aufgeführt: Der Sturm auf die Düppeler Schanzen im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und die Siege in Gravelotte und Orleans im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

 

     HH Billwerder Manstein 6 web


Aus der Kirchenchronik von St. Nikolai 1989, die in der Kirche zum Kauf angeboten wird:

»Daß ausgerechnet seine Grabplatte [die wohl bis 1914 auf dem Friedhof gelegen hat] die westliche Kirchenwand im Altarraum ziert, wird nicht jeden Besucher begeistern. Zu groß ist der Unterschied zwischen seinem Wahlspruch »Allzeit voran« und dem Friedensgebot etwa der Bergpredigt. Doch der General ist nun mal mit der deutschen Geschichte verbunden, zu der wir uns bekennen, dennoch aber keine blinde Heldenverehrung betreiben wollen.

Bei der Würdigung dieses bedeutenden Mannes soll der Dank dafür nicht unterdrückt werden, daß unser Land gegenwärtig die längste Friedenszeit der neueren Geschichte erlebt.

P.S. Mannsteins Urenkel Erich eroberte im 2. Weltkrieg die Krim und Sewastopol, übte 1944 dann Kritik an der militärisch-politischen Führung und wurde entlassen.«

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General Gustav von Manstein

Albert Ehrenreich Gustav von Manstein, geboren am 24. August 1805 in Willnischken; gestorben am 11. Mai 1877 in Flensburg, war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie.

Manstein besuchte in seiner Jugend die Kadettenhäuser in Kulm und Berlin. Anschließend trat er in das 3. Infanterieregiment der preußischen Armee ein. Bis 1863 avancierte er zum Generalleutnant und Kommandeur der 6. Division. Er führte im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 seine Division beim Sturm auf die Düppeler Schanzen und beim Übergang nach Alsen. Für diese Leistungen wurde Manstein am 21. April 1864 der Orden Pour le Mérite sowie am 21. August 1864 das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens verliehen.

Im Deutschen Krieg 1866 führte er die Reserve der 1. Armee, mit der er am Ende der Schlacht von Königgrätz entscheidend eingreifen konnte.

Für seine Verdienste im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erhielt er eine Dotation (eine Ausstattung) in Höhe von 100 000 Talern. Die Stadt Altona verlieh ihm 1872 die Ehrenbürgerrechte. Anlässlich seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums verlieh ihm Wilhelm I. am 20. September 1872 das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe.

Seinen Lebensabend verbrachte von Manstein in Billwerder. Dort wurde er auf dem Friedhof der St.-Nikolai-Kirche begraben.

Manstein war der Adoptivgroßvater von Erich von Lewinski, genannt von Manstein, Generalfeldmarschall der Wehrmacht im 2. Weltkrieg. Er war Armee- und Heeresgruppenoberbefehlshaber. Im August 1945 wurde er von den Briten zunächst als Kriegsgefangener behandelt, dann inhaftiert und 1949 als Kriegsverbrecher verurteilt. Nach seiner Haftentlassung 1953 wurde er als einziger ehemaliger Feldmarschall bis 1960 inoffizieller Berater der Bundesregierung zur neuen Aufstellung eines Heeres, ab 1956: die Bundeswehr.

nach Wikipedia, abgerufen am 28.12.2017

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Die Kirche St. Nikolai

Die evangelisch-lutherische St.-Nikolaikirche entstand von 1737 bis 1739. Das dazugehörige Pastorat wurde 1833 errichtet, das Gemeindehaus 1905. Bei Lötarbeiten brannte die Kirche 1911 ab. Der 1913 eingeweihte Neubau entstand auf den alten Mauern der Kirche.

 

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Vereinigung von Billwärder mit Hamburg

Keine 100 Meter weiter steht das Denkmal von 1895 anlässlich des 500-jährigen Bestehens des Stadtteiles Hamburg-Billwerder.

 

HH Billwerder ganz web


Die reich verzierte Säule krönt ein Eisernes Kreuz, das nicht dem Burgkreuz des Hamburger Wappens entspricht.

 

HH Billwerder Front web

 

Billwerder (niederdeutsch: Billwarder) bezeichnet heute einen Hamburger Stadtteil im Bezirk Bergedorf, war andererseits früher ein größeres Gebiet südlich des Flusses Bille.

Der Name Billwerder rührt von Bilnawerthere bzw. Billna und Billenkercken her, was »Insel in der Bille« bedeutet. Bis 1949 hieß der Ort Billwärder an der Elbe.

HH Billwerder 1395 web

 

Im 14. Jahrhundert gehörte der westliche Teil der oberelbischen
(heute hamburgischen) Marsch den Grafen von Holstein. Die befanden sich oft in großer Geldnot und verkauften bzw. verliehen gegen Geld Teile ihres Gebietes an hamburgische Bürger. So verkaufte der Graf Adolf IX. von Holstein und Stormarn im Jahre 1385 den Billwerder (heute Billwerder, Allermöhe und Moorfleet einschließlich Rothenburgsort und Billbrook) an die Hamburger Ratsherren Albert und Johann Hoyer für 2400 Mark ...

• Lesen Sie die Geschichte bei www.bergedorf-chronik.de

 

HH Billwerder 1895 web

 

Als 1895 von den Bewohnern dieses Gebietes die 500-jährige Zugehörigkeit zu Hamburg gefeiert wurde, so bezeugte diese Feier auch die Verbundenheit der Bevölkerung mit Hamburg. Die Jubelfeier vom 25. und 26. Mai 1895 lebte noch lange in der Erinnerung der Bevölkerung; ein Chronist schrieb damals: »Welch ein Fest! Des Tages werden die Kinder später als Greis noch erinnern!«

 

HH Billwerder 1899 web


Vier Jahre später ist dann dieses Granitdenkmal errichtet worden.

 

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F. H. W. Witte sen., ein über Hamburgs Grenzen bekannter Grabsteingestalter aus Hamburg-Ohlsdorf, hat das Denkmal erbaut.

HH Billwerder Witte web

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Erhebung Schleswig-Holsteins
Das Ehrenkreuz (EK) der Bundeswehr
Das Veteranentreffen
Der Deutsch-Französische Krieg

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Blankenese

An der Elbchaussee, auf einer Verkehrsinsel am Anfang der Gätgenstraße

Auf einem kleinen Platz mit Eiche und Rhododendren, von Straßen, Verkehrsschildern und Autos umgeben, stehen die drei Denkmäler. Eine beschnittene Hecke rundet den Platz ab.

HH Blankenese3 weit web

 

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Der Platz vor den Denkmälern ist mit grauen Steinplatten gepflastert. Eine Beet ist ausgespart, aber nicht bepflanzt.

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Die Inschrift auf dem rötlichen Hauptstein in der Mitte vor der Eiche lautet:

Unseren Helden
1914 – 18
1939 – 45

Den goldenen Buchstaben und Ziffern ist ein Eisernes Kreuz in Kontur, ebenfalls in Gold, vorangestellt. Dieses Denkmal ist 1934 errichtet worden. 16 Jahre nach Ende des 1. Weltkriegs, 5 Jahre vor dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen, dem Beginn des 2. Weltkriegs, rückten »unsere Helden« wieder ins Gesichtfeld der Menschen.

»Von der Dankbarkeit, die wir unseren lieben, hochverehrten, heldenhaften, gesegneten und zum Glück stummen Gefallenen schulden, von diesem Hokuspokus bis zum nächsten Krieg ist nur ein Schritt. Was hier gemacht wird, ist Reklame.«

Kurt Tucholsky 1927 in »Über wirkungsvollen Pazifismus« 


Die häufigste Bezeichnung für die Gefallenen ist das Wort »Helden«. Dieser Begriff macht die toten Soldaten zu Vorbildern. Er passt zur Symbolik von Stahlhelm, Waffen und Eisernem Kreuz. Durch die Ergänzung des Possessivpronomens, also „unseren Helden», soll ein persönlicher Bezug zwischen den Gefallenen und den Stiftern des Denkmals hergestellt werden.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Die Erhebung Schleswig-Holsteins

Links daneben steht ein Findling in Dreiecksform zur »Erhebung Schleswig-Holsteins« am 24. März 1848 mit der Inschrift, wiederum in Gold:

1848 – 1898
24. März

Darüber das Symbol des Erinnerungskreuzes in Gold, das den Kämpfern ab 1849 verliehen wurde. Der Stein wurde 1898 hier errichtet.

HH Blankenese3 1848 web


Die Schleswig-Holsteinische Erhebung entstand im Zusammenhang mit den revolutionären Bewegungen 1848 als Konflikt zwischen den nationalistischen Strömungen in Dänemark und Deutschland. Die Schleswig-Holsteiner strebten die gemeinsame Loslösung der beiden Herzogtümer aus dem deutsch-dänischen Gesamtstaat und die Eingliederung beider in den Deutschen Bund an. Die dänischen Nationalisten wiederum strebten einen Nationalstaat an, zu dem nur das Herzogtum Schleswig gehören sollte. Über diesem Konflikt kam es zu einem – mit Unterbrechungen – dreijährigen Krieg (1848 – 1851), bei dem die Schleswig-Holsteiner von den Staaten des Deutschen Bundes unterstützt wurden und an dessen Ende die dänische Seite siegte.

Dem britischen Premier Lord Palmerston (1784 bis 1865) zufolge war die Schleswig-Holstein-Frage so kompliziert, dass nur drei Menschen sich darin auskennen würden: Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, Prinzgemahl von Queen Victoria, der schon tot sei, ein Professor, der verrückt geworden sei, und er selbst, doch habe er alles wieder vergessen, sonst wäre er auch verrückt geworden.


                 HH Blankenese3 Orden web

                            Foto: Robert Prummel/Wikimedia Commons

               • Das Erinnerungskreuz, das ab 1849 verliehen wurde.

1849 errichteten die »Schleswig-Holsteinischen Kampfgenossen« einen Gedenkstein auf dem Alten Friedhof in Flensburg, er sollte die ewige Verbindung zwischen Schleswig und Holstein symbolisieren. 1851 entfernten ihn die dänischen Behörden. 1898, zur Feier des 50. Jahrestages der Eroberung der dänischen Festungsanlagen, wurde ein Abguss des alten Denkmals aufgestellt.

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Das EhrenKreuz (EK) der Bundeswehr

Im Frühjahr 2007 wurde im Deutschen Bundestag eine Petition zur Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes als Tapferkeitsauszeichnung der Bundeswehr für die Auslandseinsätze initiiert. Diese Petition wurde innerhalb der vorgeschriebenen Zweimonatsfrist von mehr als 5 000 Personen unterzeichnet. Der Deutsche Bundestag hat die Petition beraten und am 13. Dezember 2007 beschlossen, die Petition an die Bundesregierung – hier: dem Bundesministerium der Verteidigung – zu überweisen.

Der Präsident des Reservistenverbandes, Ernst-Reinhard Beck (CDU), schlug vor, für den Orden die Form des Eisernen Kreuzes zu verwenden. Er begründete dies mit der Aussage, dass das Symbol von allen Fahr- und Flugzeugen sowie Schiffen der Bundeswehr getragen werde und in Krisenregionen mittlerweile zu einem Zeichen der Hoffnung, der Hilfe und der Solidarität avanciert sei, für das man sich nicht schämen müsse. Dies stieß aufgrund seiner Wiedereinführung durch das nationalsozialistische Regime weitgehend auf Ablehnung. Am 6. März 2008 billigte der damalige Bundespräsident Horst Köhler den Vorschlag des Verteidigungsministers Franz Josef Jung (CDU) zu einem Orden für »außergewöhnlich tapfere Taten«.

HH Suelldorf EK Tapferkeit Flophila88 Wikimedia Commons web

Foto: Flophila88_Wikimedia/Commons

Als Resultat wurde am 10. Oktober 2008 das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit gestiftet.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 28.12.2017

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Das Veteranentreffen

Zum 60. Jahrestag der Erhebung Schleswig-Holsteins am 24. März 1908 traf sich der »Eckernförder Kampfgenossen-Verein von 1848«.

HH Blankenese3 1870 Veteranen web

Die Veteranen wurden unter dem Titel »Unsere alten Achtundvierziger« mit einem Gedenkblatt der Eckernförder Zeitung geehrt. Neben Fotos und Texten wurde Ihnen auch ein Gedicht gewidmet:

Den alten Helden zum 24. März 1908

Abend ist es jetzt geworden
für Euch Alten – kühn und treu
Die Ihr einst den deutschen Norden
Wahrtet gegen Dänens Leu. –
Die Ihr einst mit heißem Mute
Kämpftet für das Vaterland,
Die Ihr schriebt mit rotem Blute:
»Schleswig-Holstein, stammverwandt!«

Ist die Sonne auch gesunken
Für Euch Ritter deutscher Art
Habt Ihr doch den goldnen Funken
Tief im Herzen treu bewahrt.
Wandert die Erinn’rung leise
In der Jugend Sonnenland
klingt die alte, traute Weise:
»Schleswig-Holstein, stammverwandt!«

Väter, Eure Doppeleiche
Ragt empor in stolzer Pracht.
Eine Perl’ im Deutschen Reiche,
Deutscher Treue hohe Wacht!
Und das Lied, das einst erklungen:
»Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
Sei gegrüßt, mein Vaterland!«

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Der Deutsch-Französische Krieg

Ganz rechts auf dem Denkmalsplatz ein kleines Monument: auf einem Sockel steht ein oben abgerundeter Findling mit einem gemauerten Rand aus bunten Feldsteinen. Auf dem Findling die Jahreszahlen des Deutsch-Französischen Krieges in Gold. Wie so oft sind die Jahre wie eine Bruchzahl geschrieben:

18 70 / 71
   

HH Blankenese3 1870 web    

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.

Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.

Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Trotzdem fand sich die französische Regierung erst im Februar 1871, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, der hohe Reparationen sowie die Abtretung Elsaß-Lothringens durch Frankreich vorsah.

Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 gilt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei, der sich mit Wirkung vom 1. Januar 1871 Deutsches Reich nannte. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel „Deutscher Kaiser“ an, Otto von Bismarck wurde erster Reichskanzler. In Frankreich hatte der Krieg nicht nur die endgültige Abschaffung der Monarchie zur Folge. Vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich. Beides belastete die deutsch-französischen Beziehungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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I N H A L T
Das Denkmal
Volkstrauertag 2017
»Deutschland muss leben ...«
Der Dichter Heinrich Lersch
Die Einweihung 1920
Der Bildhauer August Henneberger
Volkstrauertag 1958
Propst Paulsen

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Blankenese

Friedhof Blankenese am Sülldorfer Kirchenweg

Am oberen Ende einer kreuzförmigen Anlage steht das sarkophargartige Monument aus grauem Granit. Am 3. Oktober 1920 wurde das von August Anton Henneberger bildhauerisch ausgeführte Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten der Kirchengemeinde Blankenese eingeweiht.

 

HH BlankeneseFried ganz web

Das gemauerte Postament hat einen dreistufigen Sockel. Viele unterschiedliche Symbole sind als Reliefs gearbeitet: Stahlhelm, Eichenblätter, Kurzschwerter, Palmzweige, Eisernes Kreuz, umgedrehte Fackel und Lorbeerzweige. Zum Halbrelief mit Stahlhelm und Kurzschwert ist ein Kranzhalter angebracht.

HH BlankeneseFried vorne web


Inschrift auf dem unteren Teil des Postaments:

Unseren teuren im Weltkriege für uns gefallenen Brüdern zum ehrenden Gedächtnis
1914 - 1918  
1939 - 1945
(später ergänzt)

»Ein Phänomen, wie mit dem Wunsch, der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges zu gedenken, umgegangen wurde, ist die Ergänzung der Jahreszahlen ›1939 – 1945‹ auf einem Denkmal für den Ersten Weltkrieg [...]. Das geschah relativ häufig und setzt scheinbar problemlos die beiden Kriege gleich. Das eigentlich offensichtliche Problem wurde hier bewusst umgangen. In keiner Weise ist diese Vorgehensweise dann zu vertreten, wenn die Inschriften und Symbole unzweifelhaft von einem kriegsbefürwortenden Geist geprägt sind, wie zum Beispiel bei dem Denkmal auf dem Friedhof Blankenese. Hier hätte erkannt werden müssen, dass eine derartige Ergänzung absolut unangemessen ist. Der Sarkophag trägt die gleiche Inschrift, wie das so genannte 76er-Denkmal am Dammtor: ›Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen.‹«

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

 

HH BlankeneseFried Oben web


Das wuchtige Steinkreuz an der Spitze wird durch angelehnte Doppelschnecken verziert. Darunter ein mit Reliefs geschmücktes Giebelfeld, einem Tympanon ähnlich. Das ist in der Architektur eine Schmuckfläche in Giebeldreiecken. Hier sieht man zwei waagerecht gelegte Palmwedel und in der Mitte ein Eisernes Kreuz mit Kaiserkrone, einem »W« für Wilhelm II und dem Jahr des Kriegsbeginns: »1914«.

HH BlankeneseFried Helm web


Zur Inschrift liegen, auf einem kleinen Extrasockel, Stahlhelm, Kurzschwert und Eichenlaub im Halbrelief.

 

HH BlankeneseFried hinten web

 

Auf der Rückseite des Monuments:
Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen!

Dieselbe Inschrift findet sich auch am 76er-Denkmal am Dammtor. Sie »wurde im nationalsozialistischen Deutschland als Zitat am häufigsten für Kriegerdenkmäler gewählt. (Zitiert bei Walden, in: Reichel (Hrsg.), S. 32). Diese Inschrift ist ein Zitat aus dem Gedicht ›Soldatenabschied‹ des Arbeiterdichters Heinrich Lersch (1889-1936). Dieser hatte es Anfang August 1914 in begeisterter Kriegseuphorie geschrieben. In dem Gedicht nimmt ein Soldat Abschied von seinen Eltern und seiner Frau und rechnet dabei fest damit, dass er im Krieg für Deutschland sein Leben hingeben wird. Lersch stellt nicht in erster Linie den Kampf, sondern das Selbstopfer für das deutsche ›Vaterland‹ in den Vordergrund. ›Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen‹ vermittelt den Eindruck, Deutschland sei ein ›einheitlicher Organismus‹, der bedroht sei, und für den ›Fortbestand‹ müsse unter Einsatz des eigenen Lebens gekämpft werden.

Dieser Satz findet sich auch auf dem 1932 eingeweihten deutschen Soldatenfriedhof beim belgischen Langemarck. Dort fand im Herbst 1914 die Flandernschlacht statt, bei der viele junge Deutsche fielen. Die Kampfbereitschaft der jungen Männer und ihr Einsatz wurden nach dem Ersten Weltkrieg zum vorbildlichen Heldentum stilisiert. Der ›Mythos von Langemarck‹ wurde begründet, der von den Nationalsozialisten zur Kriegsmobilmachung gerne bemüht wurde. …

Bei der Verwendung dieses Zitates geht es um die direkte ›Aufforderung zum bedingungslosen Einsatz für Deutschland‹. Der Tod des Soldaten im Krieg wird als ›selbstverständliches Opfer für das Vaterland‹ erwartet.«

• Zitiert aus Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, Kriegerdenkmäler in Hamburg, Seite 101-102

 

HH BlankeneseFried Messer web


Auf der linken Seite ein Kurzschwert zwischen zwei Lorbeerzweigen.

 

HH BlankeneseFried Fackel web


Auf der rechten Seite eine umgedrehte Fackel mit trotzdem lodernder Flamme (!) zwischen zwei Palmwedeln.

 

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Insgesamt viel Kriegsgerät, das zeigen soll, dass die Kampfbereitschaft der deutschen Soldaten noch nicht gebrochen ist. Die Rachegedanken lodern.

 

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Eine Signatur zeigt, dass der Entwurf von Architekt A. Niermann stammt. Alwin Niermann ist am 16. Juli 1893 in Hamburg geboren und am 13. August 1939 in HH-Blankenese gestorben.

 

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Links neben dem Kriegerdenkmal steht inmitten von Rhododendren ein Gedenkstein für ihn.

 

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Die gesamte Anlage dehnt sich vor dem Denkmal kreuzförmig aus. An den Rändern der Rasenflächen stehen, zwischen unterschiedlich hoher Bepflanzung, die einzelnen Grabkreuze in gleicher Form für die Soldaten des 2. Weltkriegs.

 

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Name, Geburts- und Sterbedatum der toten Soldaten werden genannt. Darunter ein Eisernes Kreuz in Kontur als posthume Ehrung. Ihr Tod im Krieg wird als Beweis für ihre »Vaterlandstreue« gewertet.

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Volkstrauertag 2017

Erstmals haben am Volkstrauertag Soldaten der einst im 1. Weltkrieg verfeindeten Nationen gemeinsam der Toten gedacht. Die Idee dazu hatte die Führungsakademie der Bundeswehr.

»Wir stehen hier heute als Freunde, Verbündete und Partner – in dem Bewusstsein, dass wir die Probleme dieser Welt nur gemeinsam bewältigen werden können«, sagte Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr.

Es sei jedoch ein Irrglaube, fügte er an, dass man die Vergangenheit besser abräumen solle: »Es kann nur der aus der Vergangenheit lernen, der sich ihr stellt.«Auch deshalb ordnete der Konteradmiral die Bedeutung des Denkmals ein, vor dem er sprach: Es diente bei seiner Errichtung 1920 nämlich nicht nur dem Erinnern der gefallenen Soldaten, sondern es stand auch für den Kampf um Deutungshoheit und Sinnstiftung: »Der Erste Weltkrieg endete nicht im Denkmal, der Krieg wurde durch das Denkmal weitergeführt.« Es sei zur Mobilisierung bestimmt gewesen, ausgerichtet auf die Zukunft, auf Revanche.

Artikel 19.11.2017

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»Deutschland muss leben ...«

Unter dem Eindruck seiner Einberufung 1914 schrieb Heinrich Lersch das Gedicht in das Gebetbuch seiner Mutter.

MP Alt Rehse Lied

Heinrich Lersch (1889 - 1936) wurde zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus, im Mai 1933, in die Preußische Akademie der Künste berufen. Im Oktober 1933 gehörte er zu den 88 deutschen Schriftstellern, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichneten. Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg unterzeichnete er am 19. August 1934 einen Aufruf der Kulturschaffenden anlässlich der Volksbefragung zur Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und Reichspräsidenten in der Person von Adolf Hitler. Im August 1935 trat Lersch in die NSDAP ein,im selben Jahr erhielt er den mit 200 Mark dotierten Rheinischen Literaturpreis.

Nach Kriegsende wurden in der Sowjetischen Besatzungszone Lerschs Werke »Deutschland muss leben« (1914), »Herz! Aufglühe dein Blut!« (1916), »Klinge hinaus, schlagender Schall« (1940), »Wir Werkleute« (1936) und »Das dichterische Werk« (1944) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

Nach Wikipedia, abgerufen 20.4.2016

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Der Dichter Heinrich Lersch

Auf mehreren Kriegerdenkmäler auf dem Gebiet der Nordkirche ist diese Zeile zu lesen. 1979 veröffentlichte eine Autorengruppe um Roland Jaeger das Buch »Ein Kriegsdenkmal in Hamburg«. Lesen sie hier den Beitrag zu Heinrich Lersch. Wir danken den Autoren, dass wir die Seite zur Verfügung stellen können.

Roland Jaeger u.a., 1979

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Die Einweihung 1920

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© Geschichtswerkstatt Ottensen

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Der Bildhauer

August Anton Henneberger, geboren am 15. Januar 1873 in Kötzting, gestorben am 29. September 1961 in Hamburg, war ein deutscher Bildhauer. Etwa 1891 bis 1901 ließ er sich in München zum Bildhauer ausbilden. Ab 23. Oktober 1899 war er an der dortigen Akademie als Schüler von Syrius Eberle eingeschrieben. Um 1904 ging er nach Altona, wo er als Professor an der Kunstgewerbeschule lehrte. An der Gründung des Altonaer Künstlervereins im Jahre 1905 war er maßgebend beteiligt. Er hat auch das so genannte 31er-Kriegerdenkmal vor der Johanniskirche in Altona erstellt.

Kriegerdenkmal Johanniskirche

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Volkstrauertag 1958

Es gibt viel zu tun in Blankenese-Dockenhuden – an sieben Denkmälern Aufmärsche, Kranzniederlegungen und ein Feldgottesdienst:

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Vielen Dank an Katrin Ehlberg vom Süderelbe-Archiv!

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Propst Paulsen

Propst Theodor Paulsen (1839 - 1921) hatte den dringend benötigten Begräbnisplatz für die Blankeneser Gemeinde vom Gemeindevorsteher Ellerbrock gekauft und den neuen Friedhof am 20. April 1902 eingeweiht. Er lag an der Landstraße, die von Dockenhuden-Blankenese nach Sülldorf führte und hatte großen Waldbestand.

 

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Am 27. September 2017 fand im Gemeindehaus der Blankeneser Kirche am Markt ein Streitgespräch statt zur historischen Einordnung des Blankeneser Gründungsvater. Er hatte auch die Kirche am Markt, das Gymnasium Blankenese und weitere Einrichtungen im Hamburger Westen gegründet, er war »einer der ›Macher‹, die das Bild von Blankenese bis heute bestimmen. Eine Schülergruppe des Gymnasiums Blankenese hat sich im Rahmen eines Geschichtswettbewerbs mit dieser Frage beschäftigt und ist zu kritischen Ergebnissen gekommen.

Paulsens Verdienste sind unbestritten. Aber war er damit der charismatische Gestalter, Lehrer und Theologe, wie er traditionell gesehen wird? Oder war er ein willfähriger Helfershelfer im Machtgetriebe des Wilhelminischen Kaiserreichs?«

Zitiert aus dem Veranstaltungsprogramm der Kirche am Markt

Geschichtswettbewerb Propst Paulsen

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> Weiße Wäsche – Kunstaktion 2014


I N H A L T
Das Denkmal
Historische Fotos
So kann es nicht bleiben ...
Das Friedensfest in Bramfeld 2014
Am 3. November 2014
Volkstrauertag 2014
Ein Gedenken anderer Art
22. Oktober 2014
Hitlers Geburtstag: 20. April 2015

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Bramfeld

In der Grünanlage am Ende der Sackgasse »Am Ehrenmal«

Die Denkmalsanlage steht auf einer Anhöhe und ist über eine siebenstufige breite Treppe zugänglich. Der überlebensgroße Soldat aus Sandstein mit aufgestelltem Gewehr steht auf einem Sockel (Relief: Eisernes Kreuz) und scheint Wache zu halten. Stahlhelm, Patronengürtel und an der Seite Schwert mit Quaste gehören ebenfalls zu seiner Ausstattung. Ein aus Feldsteinen gemauerter Rundbogen auf sechs Säulen bildet den Hintergrund und verleiht der Soldatenfigur zusätzlich eine mystische Bedeutung. Zwei Tafeln nennen die 156 Namen der getöteten und die 9 der vermissten Soldaten des 1.Weltkriegs.

Den Entwurf von Bildhauer Karl Schurig, geboren am 24. Juni 1892 in Hamburg, gestorben am 6. November 1978 in Hamburg, hat der Barmbeker Johann Wendt ausgeführt. 1935 ist das Kriegerdenkmal fertiggestellt worden, es hat 20.000 Reichsmark gekostet.


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HH Bramfeld Seite


Inschriften auf dem Sockel:
Unseren gefallenen Kameraden  1914 1918

HH Bramfeld


Davor ein Gedenkstein aus Granit:
Unseren Kriegstoten 1939 - 1945
Gedenk Deiner Toten, o Volk

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Historische Fotos

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Postkarte aus den 60er Jahren

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So kann es nicht bleiben ...

... sagt der Arbeitskreis Denk-mal Hamburg-Bramfeld.

Seit über 75 Jahren steht der Soldat am Bramfelder »Ehrenmal« und ruft zum Krieg auf. 1935, als Hitlerdeutschland zum Krieg rüstete, ist er dort hingestellt worden. Mit seiner militanten, beherrschenden Haltung steht er für Heldentum und Angriffskrieg. Mit vielen Aktivitäten wirbt der Arbeitskreis für eine kritische Kommentierung der kriegsverherrlichenden Botschaft des Soldaten.

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Das Friedensfest in Bramfeld 2014

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● Ursula Suhling enthüllte eine Tafel zum Gedenken an zehn Opfer der NS-Justiz und der Strafeinheiten der Wehrmacht. Sie sprach über berührende Details aus dem Leben und von den Hinrichtungen der ihr bekannten Menschen, die auf dieser Tafel genannt werden. Einer von ihnen, der Kommunist Carl Suhling, war ihr Vater. Ende März 1945 ist er 40jährig im Strafbataillon 999 umgekommen. Direkt hinter dem Zaun neben dem Bramfelder »Krieger« liegt der Friedhof Ohlsdorf mit dem Ehrenfeld der Opfer des Nationalsozialismus, auf dem auch die Urne ihrer Mutter Lucy bestattet ist. Besonders im Herbst und Winter ist die Sicht von dort durch die kahlen Bäume auf das Kriegerdenkmal sehr schmerzhaft für Ursula Suhling. Den Platz hat sie heute für ihre Ansprache das erste Mal betreten. Die neue Gedenktafel wird jetzt wenigstens den Blick von vorne auf den »Krieger« zum Teil verstellen.

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Am 3. November 2014

Die Gedenktafel ist brutal zerstört worden! Wer macht so etwas??


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Volkstrauertag 2014

Die Tafel ist erneuert worden: Mitglieder des Arbeitskreises »Denk mal« gedenken der Getöteten, Widerstandskämpfer und Kriegsgegner.

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Ein Gedenken anderer Art

... am gleichen Tag am Fuß des Soldaten niedergelegt. Die Neonazi-Szene scheint den martialisch aussehenden Steinsoldaten in Bramfeld besonders zu verehren.

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                 Fotos: Hami

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22. Oktober 2014

Die beantragte Verlängerung für die neue Gedenktafel bis Juni 2015 ist genehmigt. Wie geht es weiter?

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Wenn Sie auf den schwarzen Balken über dem Inhaltsverzeichnis klicken, können Sie mehr über die Aktivitäten beim Bramfelder Soldaten erfahren.

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Hitlers Geburtstag: 20. April 2015

In den letzten Jahren trafen sich die ortsansässigen Neonazis zum Feiern beim Kriegerdenkmal am Bramfelder See. Dieses Jahr gab’s als Überraschung eine Kunstaktion!

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Facebook Link

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2014: Friedensfest mit weisser Wäsche ...

... und Diebstahl und Zerstörung

 

Seit über 75 Jahren steht der Soldat am Bramfelder »Ehrenmal« und ruft zum Krieg auf. 1935, als Hitlerdeutschland zum Krieg rüstete, ist er dort hingestellt worden. Mit seiner militanten, beherrschenden Haltung steht er für Heldentum und Angriffskrieg.

Am Samstag, 30. August 2014 ab 15:00 Uhr wurde ihm für begrenzte Zeit eine Kunstinstallation gegenüber gestellt. Beim Friedensfest des Arbeitskreises Denk-mal am Samstag, 6. September ab 14:00 Uhr fand direkt beim Kriegerdenkmal ein öffentliches Gespräch über die Kunstaktion statt.

Mehr über die Intention der Kunstaktion 

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Das Hamburger Abendblatt berichtet am 11. September 2014

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Das Friedensfest in Bramfeld 2014

 

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● Kunstinstallation und Informationstafel sind nur auf Fotos zu sehen.

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● Gleich steigen die Ballons mit den Friedenstauben in den Himmel

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Information für die Medien
am 1. September 2014

Kunstinstallation am Bramfelder Kriegerdenkmal zerstört

Am vergangenen Sonntag wurde eine temporäre Kunstinstallation am Bramfelder Kriegerdenkmal demontiert und damit zerstört. Nachdem am Vormittag die örtliche Polizei auf Hinweis eines Bürgers zwar die Wäschestücke entfernt, aber die Grundstruktur nicht angetastet hatte, wurden während des Nachmittags oder frühen Abends von bislang unbekannten Tätern die eigens angefertigten massiven Wäschestangen mit Erdankern gestohlen. Die Installation war erst am Vortag aufgebaut und am Nachmittag der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Absicht dieser Kunstaktion war und bleibt, die kriegsverherrlichende Symbolik und Geschichte dieses Denkmals kritisch zu hinterfragen. Initiiert wurde diese Aktion vom Arbeitsbereich Erinnerungskultur der Ev. Akademie. Das künstlerische Konzept und seine Umsetzung wurden gestaltet von Axel Richter vom KunstHaus am Schüberg und Uwe Schloen. Die Installation besteht aus weißen, alltäglichen Wäschestücken, die an einer Wäscheleine zwischen fünf fest im Boden verankerten Stangen aufgehängt waren.

Schon seit mehreren Jahren wirbt der Bramfelder AK Denk-mal mit Veranstaltungen und Friedensfesten dafür, dieses Denkmal so umzugestalten, dass seine kriegerische Botschaft nicht mehr rechten Gruppen als Kundgebungsort dienen kann. Es hatte noch im 2012 den Versuch von in Bramfeld agierenden jüngeren Nazis gegeben, eine Friedenskundgebung des AK Denk-mal zu stören.

Wir wissen, dass es – wie bei jedem Kunstwerk – auch über das von uns installierte verschiedene Auffassungen geben kann und finden die Debatte darüber wichtig. Aber wir müssen jetzt mit Zorn und Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass es mitten in Hamburg Menschen gibt, die eine zum eigenen Nachdenken herausfordernde Kunstaktion nicht zulassen wollen. Wir halten es für bemerkenswert und erschreckend, dass die Zerstörungsaktion nur einen Tag vor dem 1. September stattfand, dem 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen.

Ausführliche Informationen über die Kunstinstallation, die auch an vier anderen Denkmälern in Harburg, Altona, Ahrensburg und Ammersbek gezeigt wird, sind zu finden auf unserer neuen Website: www.denk-mal-gegen-krieg.de

Pastor Ulrich Hentschel, Evangelische Akademie der Nordkirche
Axel Richter, KunstHaus am Schüberg im Kirchenkreis Hamburg-Ost

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Die Wäscheleine hängt!

Am 30. August 2014 um 15 Uhr ist die Kunstinstallation fertig

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● Pastor Ulrich Hentschel und Axel Richter, Leiter des KunstHaus am Schüberg diskutieren mit Besuchern, von denen mancher nicht geglaubt hätte, dass es so ein kriegsverherrlichendes Denkmal in Hamburg noch gibt.

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● Auch die Teilnehmer einer Fahrradrundfahrt durch den Stadtteil, veranstaltet von der Partei »Die Linke«, informieren sich über das Konzept der Aktion.

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Am 17. August 2014 wird die Aktion der Künstler Axel Richter und Uwe Schloen von StudioNord e.V. angekündigt:

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Auch im Hamburger Wochenblatt erscheint in der 35. Ausgabe ein Artikel:

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Für den Arbeitskreis Denk-mal in Bramfeld ist das »Ehrenmal« am Kleinen Bramfelder See ein Relikt, das als kriegsverherrlichendes Denkmal nicht mehr in die heutige Zeit gehört. Seit zwei Jahren kämpfen seine Mitglieder mit Veranstaltungen und Flugblättern für eine Umgestaltung des Platzes. Sie schreiben: »Wir meinen, dass Krieg nichts mit Heldentum zu tun hat, sondern dass die Soldaten im Krieg verheizt worden und elendig verreckt sind. Der Trauer um die toten Soldaten werden wir am besten gerecht, wenn wir uns gegen Krieg und für den Frieden einsetzen.«

Immer wieder trafen sich in den vergangenen Jahren neo-nazistische Gruppen auf dem Platz vor dem Denkmal und hielten ihre Heldengedenkrituale mit Fackelaufmärschen ab. Am Volkstrauertag 2012 sollte eine Kundgebung des Arbeitskreises Denk-mal und seiner Unterstützer ein Signal für Völkerverständigung und gegen Faschismus geben. Zwölf Neonazis wurden von der Polizei während der Veranstaltung des Platzes verwiesen.

Der AK Denk-mal möchte klarstellen: Es gibt Gegner des »Ehrenmals«, die den Soldaten immer wieder mit Farbe beschmieren. Das ist keine Lösung. Der Bezirk gibt jedes Jahr viel Geld dafür aus, den Soldaten wieder reinigen zu lassen. Dem AK Denk-mal ist an einer politisch-inhaltlichen Umgestaltung gelegen.

Der Bramfelder AK Denk-mal trifft sich jeden 3. Donnerstag im Monat um 18 Uhr im Brakula, Bramfelder Chaussee 265 und freut sich über weitere UnterstützerInnen.

Kontakt: D. Hartmann c/o Brakula, Bramfelder Chaussee 265, 22177 Hamburg.

Flyer Bramfeld 1

Flyer Bramfeld 2

 Flyer Bramfeld 4

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I N H A L T
Das Denkmal
Das Eiserne Kreuz

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Cranz

Tafel an der Außenwand des alten Schulgebäudes, Estedeich 102

Helle Sandsteinplatte gewidmet den toten Soldaten des 1. Weltkriegs. Auf das geschwungene Dach aufgesetzt ist das Relief eines Stahlhelms auf Eichenlaub. Darunter im Giebel ein Eisernes Kreuz im Schmuckfenster. Ein großes Oval, in der oberen Hälfte umkränzt von einer schmalen Lorbeerranke, sitzt auf einem Lamellenmuster. Im Oval die Widmung:

Dem Gedächtnis ihrer Helden von 1914 – 18

Darunter 24 Namen mit Geburts- und Todesdatum.

Als unterer Abschluss das Schriftband:

Gewidmet von der Gemeinde Cranz a/E

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Unter der Abschlußkante noch eine glatte Sockelplatte, ebenfalls aus hellem Sandstein. 2016 ist die Denkmalstafel aufgefrischt worden, der kleine Platz hat neue Kieselsteine und eine Buchsbaumbepflanzung erhalten.

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Der neue private Besitzer hat der Stadt Hamburg das alte Schulgebäude abgekauft und unter Denkmalsschutzauflagen saniert. Neben der Denkmalstafel, die im Vorgarten zugänglich bleiben muss, wird die alte Schuluhr von einem pensionierten Uhrmachermeister gewartet, Giebelreiter ud Schultür müssen erhalten werden.

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


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• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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> Weiße Wäsche – Kunstaktion 2014


I N H A L T
Das Denkmal
Das Gegendenkmal
Das Deserteursdenkmal
Die Einweihung 1936
1977
1978
Kirchentag 1981 in Hamburg
Innen ist der »Kriegsklotz« hohl!
Die Anweisung Nr. 30
Der Bildhauer Richard Kuöhl
Das Gipsmodell wird übertragen
Konkret im Mai 1958
Immer wieder Ziel von Aktionen
Historische Postkarten
Hamburger Anzeiger am 26.10.1935
7.9.1914: Ehrentag des Regiments

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Dammtor

Zwischen Dammtordamm und Planten und Blomen

Im Zentrum ein quaderförmiger Block aus Muschelkalk mit umlaufenden Relief: 88 lebensgroße marschierende Soldaten mit Marschgepäck, die Gewehre geschultert – nur der Zugführer hat kein Gewehr und Gepäck, dafür einen Feldstecher. Ausserdem das Hamburger Wappen als Stadttor und Eichenlaub. Inschrift: Muschelkalkblock
»Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen«

 

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Der Muschelkalkblock ist 8,90 m lang, 4,30 m breit und 7 m hoch. Er ruht auf einem leicht eingezogenen Sockel. Die 50 cm tief gestaffelte Reliefdarstellung der Soldaten ist aus einer Vielzahl einzelner Muschelkalkblöcke zusammengefügt. Die Fugung verläuft in der Vertikalen zwischen den einzelnen Vierergruppen, in der Horizontalen unmittelbar unter dem Koppel und beim Knie.

An der dem Dammtorbahnhof zugewandten Seite der Anlage befindet sich eine zehn Meter lange Steintafel. Inschrift:
»Grosstaten der Vergangenheit sind Brückenpfeiler der Zukunft«

Es folgen die Namen der Schlachtorte des 76er-Regiments 1870-1871 und 1914-1918. Die Anlage ist von einer niedrigen Steinmauer umgeben. Einweihung: 15. März 1936. Entwurf und Ausführung: Richard Kuöhl.

1958 wurde vor diese Haupttafel eine 2,50 m x 2 m große »Gruftplatte« gelegt, die den 1939-45 getöteten und vermißten Soldaten des Panzergrenadier Regiments 76 gilt.
1959 wurde neben der Haupttafel eine weitere 1 m x 2 m große Steintafel angebracht. Inschrift:
»Zur Ehre der gefallenen und vermissten Kameraden 1939-1945 225. Infanterie-Division«

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Das Gegendenkmal

1982 hatte die Kulturbehörde den lange angekündigten Ideenwettbewerb zur künstlerischen Umgestaltung der Denkmalsanlage ausgelobt. Über 100 Arbeiten wurden eingereicht.

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• Entwurf der Stuttgarter Architekten Böhme und Schneider. Mit den ausserhalb des Denkmalsklotzes immer weiter im Boden versinkenden Soldatenfiguren sollte der Marsch in den Tod visualisiert werden.

Da diese Idee keine ungeteilte Zustimmung erhielt, wurde der Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka um einen Entwurf gebeten. Es wurde offenbar als unproblematisch angesehen, dass er selbst Mitglied der Jury beim vorangegangenen Ideenwettbewerb gewesen war. Das Gegendenkmal wurde als vierteilige Darstellung von Einzelschicksalen im 2. Weltkrieg von ihm konzipiert. Die Einweihung des 1. Teil »Hamburger Feuersturm« fand am 8. Mai 1985 statt, die des 2. Teils »Fluchtgruppe Cap Arcona« am 29. September 1986. Dann war der vorgesehene Etat von 900.000 Mark verbraucht. Die letzten beiden Teile »Soldatentod« und »Frauenbild und Faschismus« konnten nicht mehr fertiggestellt werden und weitere Gelder wurden nicht bewilligt.

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Foto: Staro1@de.wikipedia

Das Gegendenkmal hat viele Kritiker. Die Umsetzung der gewählten Themen sind sehr komplex, sie erschließen sich nicht im Vorbeigehen. Der Bezug des Gegendenkmals zum ursprünglichen ist durch die Distanz von mehr als 20 Metern schwer herzustellen, zumal der »Kriegsklotz« eine so dominierende Präsenz hat. Der Historiker Hans Walden kritisiert das Gegendenkmal, weil beide aufgestellten Teile sich auf britische Luftangriffe beziehen. Walden: »das 76er Denkmal ist Ausdruck des deutschen Militarismus und deshalb hätte sich das Gegendenkmal auch mit diesem befassen müssen. Eroberungskrieg, Kriegspropaganda, die Doppelrolle des deutschen Soldaten als Opfer und Täter – all dies wären Aspekte einer themengerechteren Gestaltung des Gegendenkmals gewesen. Hätte nicht auf jeden Fall das Leid der Menschen in jenen Ländern, in die deutsche Soldaten einmarschierten, angesprochen werden müssen? So setzt Hrdlickas Teilwerk das in dieser Beziehung notorische Schweigen der Denkmäler fort.«

Hans Walden, Der Streit um das Hamburger Kriegsdenkmal von 1936, S. 14-25

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Das Deserteursdenkmal

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Foto: René Senenko

Nach mehr als fünf Jahren Bemühen um einen Erinnerungsort für die Opfer der NS-Militärjustiz ist es soweit: Am 24. November 2015 wird das vom Künstler Volker Lang entworfene Deserteursdenkmal am Dammtorbahnhof der Öffentlichkeit übergeben.

Der zentral in Hamburg gelegene »Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz« würdigt diese lange Zeit nicht anerkannten Opfer des Nationalsozialismus und setzt zugleich ein wichtiges Zeichen gegen Kriegsverherrlichung und für Zivilcourage. Das Denkmal basiert auf einem einstimmigen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft vom Juni 2012. Nach Abschluss eines internationalen Wettbewerbs wurde der Bildhauer Volker Lang mit der Realisierung des Gedenkortes beauftragt.

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Der transparente und fragile Baukörper, im Grundriss ein gleichseitiges Dreieck, nimmt Bezüge zu allen Seiten auf. Wer den Raum betritt, wird selbst Teil des Gedenkortes. Lesbar wird der Beginn der Zitatcollage »Deutschland 1944« von Helmut Heißenbüttel. Die zitierten Beispiele der Willkür des Vernichtungskrieges waren Motive für die Desertion. Im Raum kann man den Text auch hören – in einer Lesung des Autors von 1971. Hörbar sind auch biografische Angaben zu allen namentlich bekannten 227 Opfern der Wehrmachtsjustiz in Hamburg.

(Text nach einer Veröffentlichung der Landeszentrale für politische Bildung)

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Ludwig Baumann, mit Mütze in der ersten Reihe, und neben ihm der Bildhauer Volker Lang hören die Rede von Bürgermeister Olaf Scholz.

1942 wurde Ludwig Baumann wegen »Fahnenflucht im Felde« zum Tode verurteilt. Davon, dass die Todesstrafe in eine 12-jährige Zuchthausstrafe umgewandelt wurde, erfuhr er erst nach Monaten, die er in Todesangst in der Zelle eines Wehrmachtsgefängnisses verbracht hatte.

Zur Einweihung der Installation »Denkzeichen« in Berlin am 8. Mai 2002 leitete Baumann seine Rede mit dem Zitat Hitlers ein: »Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben.«

1990 gründete er mit etwa 40 noch lebenden Wehrmachtsdeserteuren und einigen engagierten Wissenschaftlern die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, um eine Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure, »Wehrkraftzersetzern« und andere Opfer der NS-Militärjustiz durchzusetzen sowie deren vollständige Rehabilitation zu erreichen. Erst im Jahr 2002 wurde dieses Ziel erreicht.

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Vor dem Kriegsklotz steht jetzt eine Steintafel mit der Aufschrift:

Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffs- und Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen.

Deutscher Bundestag, Beschluss vom 15. Mai 1997

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1979 veröffentlichte eine Autorengruppe um Roland Jaeger das Buch »Ein Kriegsdenkmal in Hamburg«. Aus den Vorwort: »Dieses Denkmal ist ein Politikum. 1936 diente es der faschistischen Propaganda; heute ist es als Dokument einer unbewältigten Vergangenheit Gegenstand heftiger Diskussionen in der Hamburger Öffentlichkeit. Wir haben versucht, die Entstehungsgeschichte des Denkmals aufzuarbeiten, seine Aussage zu analysieren und seine Wirkungsgeschichte nachzuzeichnen. Mit der Vorlage dieser Publikation verbinden wir die Forderung, der unproblematisierten Wirkung des Denkmals ein Ende zu setzen.«

Wir zeigen hier einige Fotos aus dem Buch und stellen wichtige Teile der Dokumentation als PDF Download zur Verfügung. Wir danken den Autoren herzlich für die Erlaubnis.

Die Einweihung 1936

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● Vorbeimarsch der Ehrenkompanie des Infanterie-Regiments Nr. 47
mit den vier alten Fahnen der 76er. Ehrengast der Denkmalsenthüllung ist Senator Georg Ahrens, ein strammer Nazi und enger Vertrauter von Gauleiter Karl Kaufmann. Das neue Denkmal gefällt ihm viel besser als das alte 76er-Denkmal, das der Dresdner Bildhauer Johannes Schilling für die im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 getöteten Soldaten des Regiments geschaffen hatte. Die Figurengruppe stand ursprünglich an der Esplanade und wurde erst 1926 zur Fontenay in Rotherbaum verlegt. Sie zeigt keinen heroisch marschierenden Soldaten, sondern einen Engel, der die Getöteten beweint.

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● Senator Ahrens bei seiner Ansprache am 15. März 1936. Das Denkmal solle »für uns alle eine ständige Aufforderung sein, so wie hier die Soldaten in Stein, auch in der Arbeit des Tages zu jeder Stunde in Reihen geschlossen hinter der Fahne zu marschieren, die der Führer uns voranhält, dem hohen Ziel zu, das für uns verkörpert ist mit allen unseren Wünschen und Hoffnungen in dem hehren Worte: Deutschland!« Es ist müßig hinzuzufügen, dass deutsche Truppen drei Jahre später in den 2.Weltkrieg marschierten.

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● Oben: Hamburger Nachrichten vom 15. März 1936; unten: Hamburger Anzeiger vom 16. März 1936. Die Wirkung, die das Denkmal gehabt hat, wäre geringer gewesen, wenn die Entstehung des Denkmals vom Wettbewerb bis zur Einweihung nicht von einer überaus erfolgreichen Propagandaarbeit der gleichgeschalteten Presse begleitet gewesen wäre.

1977

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● Volkstrauertag 1977

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● Bundeswehr vor den »Grosstaten der Vergangenheit ...«

1978

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● Kundgebung am 19. Februar 1978 der »Aktionsfront Nationaler Sozialisten« (ANS), einer offen neonazistischen Organisation. In seiner Rede vor dem Denkmal erklärte »Gauleiter« Michael Kühnen: »Wir haben bewußt diesen Ort gewählt, nämlich das Kriegerdenkmal, um zu dokumentieren, daß diese Helden, die damals für Deutschland gefallen sind, unser Vorbild sind. Sie starben für Deutschland. Unser Ziel ist es, für Deutschland zu leben und zu kämpfen. Aber auch wir sind bereit, wenn es nötig ist, für Deutschland zu sterben.«

 

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● Demonstration am 20. Mai 1978

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Foto: Hans Walden

• Volkstrauertag 1981: Ehrenposten der Bundeswehr vor der Schrifttafel mit der »Grosstaten«-Inschrift. Vorne links der Kranz der HIAG (Ehemaligenorganisation der Waffen-SS).

»Ein Kriegerdenkmal in HH« 1979

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Kirchentag 1981 in Hamburg

Viele kirchliche und nichtkirchliche Friedensaktivisten sind in der Stadt. Der »Kriegsklotz« provoziert.

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innen ist Der »Kriegsklotz« hohl!

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Die Anweisung Nr. 30

Eine Anweisung der alliierten Kontrollbehörde zur »Liquidierung deutscher militärischer und Nazi-Denkmäler« umging das Denkmalschutzamt. Auch gegen die Anbringung einer »Gruftplatte« für tote Soldaten des 2.Weltkriegs hatten die Behörden 1957 keine Bedenken. Das PDf zitiert aus Volker Plagemanns, »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986, Seite 157–158.

Anweisung Nr. 30

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Der Bildhauer Richard Kuöhl

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● Marschierende, die ihre Individualität aufgegeben haben, entsprachen der Nazi-Ideologie. Kuöhls Atelier, 1935.


Ein Künstler, dem jeder Auftrag recht ist – Kuöhl und das 76er Denkmal am Dammtordamm zitiert aus Volker Plagemann, »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986, Seite 142–147.

Plagemann, 1986


Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Kuöhls Denkmäler in:

Hamburg Langenhorn
Schleswig-Holstein Lübeck
Schleswig-Holstein Rendsburg
Schleswig-Holstein Wilster
Hamburg Neuenfelde
Hamburg Finkenwerder
Schleswig-Holstein Großhansdorf
Schleswig-Holstein Neumünster
und besonders kurios Hamburg Moorburg

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Das Gipsmodell wird übertragen



• Vom Gipsmodell wird der Entwurf von Kuöhl auf den Stein übertragen. Die schweren Blöcke werden an Ort und Stelle von vielen Handwerkern bearbeitet.

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Konkret im Mai 1958

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und das dichteten die Redakteure von Konkret dazu:

Zerstäubte Helden und geschleifte Mauern:
Erleuchtung zweier Kriege, nicht des Lichts –
Du wirst den nächsten nicht mehr überdauern,
Und Deutschland nicht, und aber nichts.

Und merkt euch Klotz und Spruch, das habt zum Zeichen:
Was war nun Deutschland und was wird es sein?
Was ist es, wenn nicht Wir und Unsresgleichen
Und NEIN von unsrem NEIN.

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Immer wieder Ziel von Aktionen

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Foto: Hans Walden

Herbst 1983: Farbaktion und Antikriegsparole


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Foto: Hans Walden

Im April 1985 wurde in der Live-Sendung »extratour« von Radio Bremen dazu aufgerufen, das Denkmal durch Decken und Laken zu verhüllen. Dies geschah während der Sendung. Die politische Rechte reagierte in diesem Fall besonders heftig, was zweifellos damit zusammenhing, dass die Auseinandersetzung um das Denkmal nun auch noch in tausende von deutschen Wohnzimmern hineingetragen worden war. Hartmut Perschau empörte sich für die Hamburger CDU über die »Verhöhnung gefallener Soldaten ... durch eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt«; die Bild-Zeitung bezeichnete die Aktion als »Geschmacklosigkeit des Jahres«.

Die beiden letzten Fotos und den Text dazu haben wir der Broschüre »Denkmäler. Ein Reader für Unterricht und Studium«, dort dem Beitrag von Hans Walden entnommen.

Hans Walden, Der Streit um das Hamburger Kriegsdenkmal von 1936, S. 14-25

 

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Am 10. April 1999 begann hier eine Demonstration gegen den von der rot-grünen Regierungskoalition mitbetriebenen NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Aus diesem Anlass hatten Unbekannte das Denkmal zeitgemäß eingefärbt.

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November 2014: Die Wäscheleinenaktion der Ev. Akademie der Nordkirche in Kooperation mit dem KunstHaus am Schüberg.

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Historische Postkarten

1936, im Jahr der Einweihung, konnte man diese Postkarte kaufen:


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Die Anlage noch ohne Gegendenkmal und mit Steinplatten ausgelegt, die dann 1985 entfernt wurden:



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Hamburger Anzeiger am 26.10.1935

»... und zu keiner würdigeren Zeit konnte man den Helden des Weltkrieges diese Huldigung bringen, als in der Gegenwart, nachdem der Führer unserem Volk die neue Wehrmacht aufbaute.«


Lesen Sie hier den kompletten Artikel im Original:

HH Anzeiger 1935

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7.9.1914: Ehrentag des Regiments


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Weisse Wäsche am »Kriegsklotz«

Am Volkstrauertag, den 16. November 2014, fand an diesem Ort eine Kundgebung gegen den Krieg statt. Bis dahin sollte die weiße Wäsche zum Nachdenken über die martialische Botschaft dieses Denkmals anregen.


Die Kunstaktion »Blickwechsel« beim Kriegerdenkmal am Dammtordamm begann am Sonntag, den 2. November 2014.

Die Intention der Kunstaktion

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Presse

Evangelische Zeitung Nr. 46 am 15. November 2014

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TAZ.de berichtete am 10. November 2014, in der Printausgabe TAZ-Hamburg erschien das Interview mit Ulrich Hentschel am 11. November auf Seite 24. Siehe PDF-Download unter dem Foto.

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Taz 10.11.2014

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Hamburger Abendblatt am 10. November 2014

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stormarnlive.de, 10.11.2014

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9. November 2014:

KUNSTINSTALLATION ZERSTÖRT

Am Samstag wurde von bislang unbekannten Tätern gezielt eine temporäre Kunstinstallation am Kriegerdenkmal am Stephansplatz mitten in Hamburg zerstört. Die Instal­lation war eine Woche zuvor am Sonntag, 2. November aufgebaut und der Öffentlichkeit präsentiert worden. Sie rief bei vielen vorbeikommenden Passanten Neugier und Interesse hervor....

Am Sonntag, 16.November werden um 14 Uhr bei einer vom Hamburger »Bündnis für ein Deserteursdenkmal« veranstalteten Kundgebung unter dem Motto »Blickwechsel – Gegen den Krieg statt Kriegerehrung« Teile der Installation zu sehen sein.

Pastor Ulrich Hentschel, Evangelische Akademie der Nordkirche
Axel Richter, KunstHaus am Schüberg im Kirchenkreis Hamburg-Ost

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● Am Sonntag: Die temporäre Kunstinstallation ist zerstört, die roten Informationstafeln sind verschwunden!

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● So sah es am 8. November um 17:30 Uhr am Kriegerdenkmal aus

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Presse

Hamburger Abendblatt am 4. November 2014

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Hamburger Wochenblatt, Ausgabe City am 5. November 2014

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Kunstaktion am Sonntag, 2.11.2014

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● Weiße Wäsche vor den marschierenden Soldaten

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● Schon am gleichen Abend sind die beiden Transparente gegen Krieg von unbekannten Tätern heruntergerissen worden

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
50 Jahre später
Der Findling
Historisches Foto
Das zweite Denkmal
Zum »Geburtstag« von Duvenstedt
Zur Besinnung

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Duvenstedt

Duvenstedter Damm, gegenüber von Haus 42

Kunstvoll gemauertes dreistufiges Klinkermonument, oben mit verziertem Eisernen Kreuz aus Keramik, an den Seiten dunkle Keramiktafeln mit 32 Namen von getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs. Der Entwurf stammt von Oberbaurat Dipl. Ing. Wilhelm Klupp (11.9.1883 - 25.11.1978), einem Beamten des Senats unter Fritz Schumacher während der Weimarer Republik. Am 30. August 1925 wurde das Denkmal eingeweiht. Auf der letzten Sitzung des Denkmalsausschusses am 12. Oktober 1925 wurde festgestellt, dass die Ausgaben ca. 7000 Mark betragen hatten.

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© Ajepbah / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE

Das Denkmal steht in einer Anlage mit Bänken auf einem bepflanzten Hügel, zu dem eine 16-stufige Klinkertreppe führt. Am Fuß des Hügels lehnt ein Findling mit der Inschrift:

Die dankbare Gemeinde Duvenstedt ihren Söhnen 1914 – 18


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Foto: Andrea Kluge

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Die Geschichte

»Die Vereinigung Duvenstedt e. V. ist verantwortlich für die Pflege des Denkmals der Duvenstedter Kriegsopfer in den beiden Weltkriegen. Diese Aufgabe ist in der Satzung festgelegt. Deshalb hier ein kurzer Abriss über die Geschichte des Mahnmals und des Parkes der Besinnung.

In Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Dorfes schenkte nach Ende des 1. Weltkrieges der Tuchfabrikant Sager der Gemeinde Duvenstedt das Grundstück am Duvenstedter Damm, um darauf ein Ehrenmal zu errichten. Der Denkmalsentwurf stammt von Ingenieur Klupp, mit der Ausführung wurde der Baumeister Carl Krohn, Duvenstedt,  beauftragt. Für den Bau wurden 8.000 beste Klinker verwendet, 33 dunkel gebrannte Klinkerplatten tragen die Namen der Gefallenen.  Die Anpflanzungen auf dem Denkmalsplatz besorgte der Landschaftsgärtner Green, Duvenstedt. Die gut gedeihende Knickeiche rechts vom Denkmal ist ein Geschenk von Bauer Franz Iden (Bullenfranz). Der ca. drei Kubikmeter große Findling an der Straßenseite des Denkmalhügels war nicht im Kluppschen Entwurf vorgesehen. Diesen Stein übergab der damalige Besitzer des Wohldorfer Hofes Sanne gegen eine Zahlung von 50 Mark an den Wohlfahrtsausschuss in Wohldorf-Ohlstedt. Unter großen Mühen wurde er aus einem Acker in der Nähe des Friedhofes auf den Feldweg geschafft und dann von dem Inspektor Mewes sechsspännig zum Denkmalsplatz gefahren. 
Am 11. Juni 1925 fand die Grundsteinlegung des Denkmals statt, dabei wurde in der nordwestlichen Ecke des Sandkerns, etwa 1,5 m über der Grundplatte des Sockels ein Behältnis aus Backsteinen vermauert, das eine Granathülse mit Entwürfen von Dipl.Ing. Klupp, den Weihgedichten der Lehrer Ludwig Frahm, Poppenbüttel, und Wilhelm Berner, Duvenstedt, sowie Tageszeitungen, Münzen und einem Bericht des Schriftführers enthält. 
Die Einweihung des Ehrenmals erfolgte am 30. August 1925 mit dem Anmarsch der Kriegervereine von Duvenstedt, Wohldorf, Bergstedt, Tangstedt, Wilstedt und Glashütte mit ihren Fahnen, es folgten eine zwölf Mann starke Musikkapelle, die Schule, der Bürgerverein, die Liedertafel, die Freiwillige Feuerwehr und der Turnverein von Duvenstedt. Propst Thomsen, Altrahlstedt, Pastor Marris, Tangstedt sowie Dipl.Ing. Klupp hielten Ansprachen. Herr E. Schilling, Sprecher des Denkmalausschusses, übergab das Denkmal in die Obhut der Gemeinde.«

Text von Uwe Berner, dem Enkel von Wilhelm Berner, dessen Weihegedicht im Sockel des Denkmals eingemauert ist.

Aufwändige Einweihungsfeiern von Kriegerdenkmälern, wie hier in Duvenstedt, waren Höhepunkte im sonst eher gleichförmigen Dorfleben.

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50 Jahre später

Hier können Sie Texte über das Kriegerdenkmal aus den Festschriften 700 Jahre Duvenstedt von 1961 und 750 Jahre von 2011 lesen. Die Fakten sind gleich, aber der Sinn des Kriegerdenkmals wird unterschiedlich bewertet. 2011: »Es lohnt sich, diese Inschriften näher anzusehen; dann bemerkt man, wie wahnsinnig so ein Krieg ist. Allein 30 der dort aufgeführten Männer waren, als sie ihr Leben ließen, erst 17, 18, 19, 20 und 21 Jahre alt! Sie hatten ihr Leben noch vor sich! Und fast unvorstellbar ist, welche Trauer dadurch bei den Hinterbliebenen im Dorf ausgelöst wurde.« Schön wäre es, wenn man eine entsprechende Kommentierung auch direkt am Denkmalsplatz lesen könnte.

Festschriften

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Der Findling

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• Ein Flaschenzug hebt den 3 Kubikmeter großen Findling, damit der Wagen von Gutsinspektor Mewes darunterfahren kann. Sechsspännig werden Stein und Wagen dann vom Acker beim Wohldorfer Friedhof zum Denkmalsplatz gezogen.


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• Mit vereinten Kräften wurde der Feldstein gehoben

Herzlichen Dank an Ulf Stechmann von der Vereinigung Duvenstedt e.V. für das Einscannen der Festschriften und die Fotos. Er bewahrt die Glasplatten, auf die diese Aufnahmen 1925 belichtet wurden.

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Historisches Foto

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Viele Kränze sind neben dem Findling niedergelegt worden. Leider ist das Datum nicht bekannt.

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Das zweite Denkmal

Hinter dem Denkmal, am Ende einer kleinen Wiese steht eine Klinkermauer. Der Entwurf stammt wiederum von Dipl.Ing. Wilhelm Klupp, mittlerweile Oberbaurat a.D. 94 Steine auf der Frontseite tragen Namen und Daten von je einem getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs. Die Hauptinschrift, erhabene weiße Buchstaben auf weißem Grund, lautet:

1939  Unseren Toten  1945

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Drei Steine auf der Rückseite sind ebenfalls beschriftet. Im oberen Drittel steht:

Unseren Toten geweiht am 18.November 1962

Unten links: Erbaut von Vereinigung »Haus der Jugend«

Rechts davon: Hervorgeg. aus Festkom. 700 Jahre Duvenstedt

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Auch die ehemaligen deutschen Länder wollte man 1962 nicht unerwähnt lassen. Sie sind an den Schmalseiten der Mauer eingraviert.

                         HH Duvenstedt 2.linkeSeite

                         HH Duvenstedt 2.rechts web

»Nach dem 2. Weltkrieg entstand der Wunsch, das Denkmal zu erweitern, und so überlegte die Vereinigung Haus der Jugend Duvenstedt unter der Leitung von Max Kramp, wie die Ergänzung aussehen könnte. In Ziegelsteine wurden die Namen aller getöteten Duvenstedter gebrannt und aus diesen Ziegeln wurde im hinteren Teil der Anlage eine Gedenktafel auf ein vorgefertigtes Fundament gemauert. So entstand mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer der Vereinigung und der Freiwilligen Feuerwehr eine preiswerte und dauerhafte Erweiterung des Kriegerdenkmals.«

© Ebenfalls Uwe Berner (www.vereinigung-duvenstedt.de). Herzlichen Dank, dass wir die Texte dokumentieren durften.

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Zum »Geburtstag« von Duvenstedt

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Foto: Andrea Kluge

• 2011, im Jahr des 750jährigen Bestehens von Duvenstedt

Die Rede 2011

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Zur Besinnung

Ein besonderes Schild an der Treppe zur Anlage weist auf den »Park zur Besinnung« hin:

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