NEUE SICHT AUF ALTE HELDEN?

Kriegerdenkmäler in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach dem 2. Weltkrieg viele Denkmäler, mit zum Teil kriegsverherrlichenden Symbolen und Inschriften zerstört wurden. Aber immer noch sind heute viele hundert Kriegerdenkmäler dokumentiert. Etliche von diesen waren durch die Entfernung besonders militaristischer Darstellungen verändert worden. Gleichzeitig wurden vielerorts Tafeln zur Erinnerung an den 2.Weltkrieg mit deutlichen Friedensaufrufen angebracht. Vereinzelt wurden nach dem Ende der DDR alte Kriegerdenkmäler wieder aufgestellt, siehe zum Beispiel den »Soldaten« in Stolpe auf Usedom.

Noch bestehende Denkmäler zum 1.Weltkrieg sind oft mit den bekannten Widmungen versehen: Unseren gefallenen Helden… Heldentod… Vaterland… auf dem Feld der Ehre... habt Dank ihr Krieger.

Wenn nicht anders angegeben stammen die Fotos von Matthias Hübner (www.dorfkirchen-in-mv.de) oder Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

 


I N H A L T
Das Denkmal
Die Wallfahrtskapelle
Ein Foto aus dem Jahr 1995
Die Kirche St. Maria und Johannes

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Levenhagen

Landkreis Vorpommern-Greifswald

Neben der Kirche befindet sich die Marienkapelle, eine ehemalige Wallfahrtskapelle. Sie gilt als die kleinste in Nordeuropa über die Reformation hinaus erhaltene freistehende Kapelle aus dem Mittelalter. In der Marienkapelle erinnern seit 1922 Gedenktafeln an die örtlichen Opfer des 1. Weltkriegs. In den Jahren nach 1922 war die Marienkapelle auch von aussen zu einem Kriegerdenkmal geworden:

MP Levenhagen 1.WK web

Im vermauerten Spitzbogenfenster war zur Straße hin das Relief eines halb knienden Soldaten in Uniform, Koppel und Stahlhelm eingesetzt. Über einem Bein hielt er ein Tuch, möglicherweise eine abgenommene Fahne. Darunter auf einer separaten Steinplatte ein Lorbeerkranz, darüber auf weißem Grund die Widmung, an beiden Seiten verziert mit einem zarten dreiblättrigen Kleeblatt:

Unseren Gefallenen

Bis heute ist die Wallfahrtskapelle als Denkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs eingerichtet.

              MP Levenhagen Ruckseite Assenmacher web

              Foto: Assenmacher / Wikimedia Commons


Innen im Spitzbogenfenster, also auf der Rückseite des früheren Soldatenreliefs, hängt ein Spruchbild mit dem Psalm 50:15:
Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen

Die schwarze Ablage mit der Aufschrift:
Ich will euch trösten

trägt einen Topf mit Stoffmargeriten und ein Bild von einem Weinenden. Auf beiden Seiten stehen auf dem Boden Holztafeln mit den Namen der toten Soldaten, geordnet nach ihren Heimatgemeinden. Die Fotos sind 2012 gemacht worden.

MP Levenhagen Innen Assenmacher web

Foto: Assenmacher / Wikimedia Commons

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Die Wallfahrtskapelle


MP Levenhagen 2012 C.Loser web

Foto: C. Löser / Wikimedia Commons


Die 3 m² große Marienkapelle im Eingangsbereich des Friedhofs stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Früher war die Kapelle im Inneren mit einem Marienbild geschmückt. Levenhagen zählte spätestens seit dem 14. Jahrhundert bis zur Reformation zu den pommerschen Wallfahrtsorten mit Marientradition. Besondere Heilkraft soll Blinden und Lahmen zuteilgeworden sein. Darüber sind Sagen in Erinnerung geblieben, deren früheste Aufzeichnungen ins 18. Jahrhundert reichen. Die Volksfrömmigkeit setzte die Tradition der Levenhäger Marienkapelle als eines Heilungsortes bis ins 17. Jahrhundert fort. Unter der kirchlichen Obrigkeit erregte das seit dem frühen 17. Jahrhundert Anstoß. 1633 wurde der evangelische Pastor angehalten, »das Götzenbild in der Capelle, dazu sich aus der frembde und nehe Leute finden und abergleubische opfer brengen sollen« in aller Stille wegzuräumen. Doch die Tradition der Kapellenwallfahrt blieb offenbar im Volk lebendig und lässt sich bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Form regelmäßiger Votiv- und Münzgaben nachweisen.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 24.9.2015

MP Levenhagen von der Strasse Assenmacher web

Foto: Assenmacher / Wikimedia Commons

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Ein Foto aus dem Jahr 1995

MP Levenhagen 1995 web


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Die Kirche St. Maria und Johannes

Sie ist ein aus dem 14. Jahrhundert stammendes spätgotisches Kirchengebäude. Im Innenraum findet sich ein Kreuzrippengewölbe und ornamentale Gewölbemalerei aus der Zeit um 1500. Spätgotische Gewölbemalereien wurden 1965 bei Renovierungsarbeiten freigelegt. Das nach der Reformation vermauerte riesige Westportal sowie die eigentümlichen Seitenkapellen am Hauptschiff deuten auf die Bedeutung als Wallfahrtskirche hin. Einige der protestantischen Holzeinbauten wurden in den 1960er Jahren beseitigt. Das betrifft die Kanzel aus dem 19. Jahrhundert, die Westempore einschließlich der 1874 vom Berliner Orgelbaumeister F. Dinse errichteten Orgel, und das barocke Kastengestühl. Seltenheitswert hat die zwölfeckige Tauffünte aus gotländischem Kalkstein, die mit Ritzzeichnungen der Zwölf Apostel aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts verziert ist. Das heutige Gestühl stammt aus der 1980 verkauften Kapelle in Alt Ungnade.

 

MP Levenhagen Kirche Schiwago web

Foto: Schiwago / Wikimedia Commons

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I N H A L T
Das Denkmal
Früher war der Vogel golden

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Liepe, Gemeinde Rankwitz

Landkreis Ostvorpommern

Das Kriegerdenkmal ist in einer Fensternische der Kirche angebracht. Die St.-Johannes-Kirche in Liepe ist die älteste urkundlich bezeugte Kirche auf Usedom.

MP Liepe Kirche web

© Matthias Hübner/www.dorfkirchen-in-mv.de


Das Denkmal besteht aus drei Tafeln aus Gußeisen. Oben sitzt ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen – sie haben eine Spanne von 80 cm – und grimmigem Blick als Relief.

Inschrift: 1914   1918

 

MP Liepe Adler

 

Beide Namenstafeln zeigen unten ein Eisernes Kreuz.

Inschriften über den Namen
Links: Unseren Gefallenen Helden zur Ehre
Rechts: Die für Deutschlands Auferstehung starben

MP Liepe

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Früher war der Vogel golden

MP Liepe 1995 Schimanke web

• Bild von 1995, als die damalige Kunstgeschichtsstudentin Margrit Schimanke durch Mecklenburg-Vorpommern fuhr und Denkmäler für ihre Promotion fotografierte. Herzlichen Dank dafür!

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I N H A L T
Das Denkmal
Vor mehr als 20 Jahren
Postkarte aus dem Jahr 1930

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Liepgarten

Landkreis Vorpommern-Greifswald

Ein Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs, das in Form und Farbe auffällt. 1925 wurde es errichtet, zeitlich zwar nach den Gründerzeithäusern, von denen es noch mehr als zwanzig im Dorf gibt, aber doch im Stil angepasst. Auf einem leicht erhöhten Platz, der von einer runden Natursteinmauer eingefasst wird, erhebt es sich in vielen Stufen. Die Zementblöcke sind geschmückt: der unterste mit vertieften weißen Schriftflächen für die Widmung auf der Frontseite:

Unseren Heimatsöhnen zum Gedächtnis

und für die Namen der toten Soldaten ringsherum. Der mittlere Block trägt die Reliefs von  Symbolen des Kriegs und des Kriegstods: das Schwert ist durch den Helm gestossen, die Jahreszahlen des 1. Weltkriegs, Lorbeerkranz und Eichenlaub. Darüber liegen an den Ecken Kanonenkugeln, dazwischen schmückende Girlanden. Oben schließlich wird an vier Seiten das Eiserne Kreuz am Bande gezeigt, gekrönt von einem »drohenden« Adler.

 

            MP Liepgarten gesamt web


Seitlich kann man über vierstufige Treppen den Denkmalsplatz betreten.

MP Liepgarten Detail web

Fotos: Matthias Hübner, www.dorfkirchen-in-mv.de

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Vor mehr als 20 Jahren

1995 ist Margrit Schimanke kreuz und quer durch Mecklenburg gefahren, um Informationen und Fotos für ihr Promotionsvorhaben über Kriegerdenkmäler in Mecklenburg-Vorpommern zu sammeln. Sie sah das Denkmal noch ganz ohne seine kriegerischen Utensilien, die waren sicher nach 1945 entfernt worden.

MP Liepgarten 1995 Schimanke web

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PostKarte aus dem Jahr 1930

            MP Liepgarten Karte1 web

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Das Denkmal
»Herr mach uns frei«

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Milow

Landkreis Uckermark

Das Kriegerdenkmal steht dicht bei der Dorfkirche von Milow. Der zweistufige Sockel aus behauenen Feldsteinen verschwindet fast vor der Kirchenmauer gleichen Aussehens. Die Sockelmitte trägt eine Steinplatte mit der Inschrift:

Herr mach uns frei

Auf dem Sockel liegt ein Stein in der Form eines Sarges.

MP Milow gesamt web


Im zugemauerten Nordportal der Kirche kann man die Namenstafel der 15 getöteten Soldaten des 1. Weltkrieges lesen mit Dienstgrad und Sterbedatum. Unter einem Relief von Stahlhelm, Messer und Eichenlaub steht:

1914   1918
Unsern gefallenen Kameraden

             MP Milow Tafel web


Zum Denkmal gibt es einen kurzen Abschnitt in der 1948 von Hermann Fürst verfassten Milower Dorfchronik: »Das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914-1918 an der Hauptpforte zum Kirchvorplatz ist am 30.05.1926 eingeweiht worden«.

Vor dem Kriegerdenkmal steht, im Aussehen wie ein ganz normaler Grabstein, das Denkmal für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs.

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»Herr mach uns frei«

     MP Milow Herr mach uns frei web

Text folgt demnächst

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Das Denkmal
Die Geschichte
Die Inschriften

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Morgenitz

Auf Usedom, Landkreis Ostvorpommern

Der Gedenkstein für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs steht vor dem Glockenstuhl der Kirche in Morgenitz. Der große Findling trägt eine rechteckige Bronzeplatte mit runder Auswölbung am oberen Rand.

MP Morgenitz Kriegerdenkmal web


In der Mitte der Platte ist ein Soldat in voller Kampfausrüstung abgebildet: geschultertes Gewehr, Patronengürtel, Tornister, Stock, Stahlhelm, feste Stiefel; aber auch eine Rose im Knopfloch und das Gewehr mit Eichenlaub geschmückt. Vielleicht soll es die realistische Darstellung eines mit Begeisterung losmarschierenden Soldaten am Beginn des Krieges sein? An den Seiten kann man dann die 15 Namen der toten Soldaten lesen.

Inschrift oberhalb:
1914 – 1918
Starben für’s Vaterland:

Inschrift unterhalb:
Lebt dem Vaterlande, für das wir starben!

MP Morgenitz Platte web

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Die Geschichte

Vor dem 2. Weltkrieg hat Pastor Wilhelm Hörstel mit vielen Helfern, sechzehn Pferden und diversen Flaschenzügen den Stein aus dem Gothensee nach Morgenitz geschafft. Damals war der See an seinen flachen Stellen ohne Wasser, weil er zur Landgewinnung teilweise trockengelegt worden war.

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Die Inschriften

Wenn in den Inschriften explizit erwähnt wird, für was die Soldaten gestorben sind, ist es in den häufigsten Fällen das »Vaterland«. Die Verwendung dieses Begriffes war nach dem Ersten Weltkrieg meist mit einer nationalistischen Haltung verbunden: das deutsche Vaterland, mit dem die eigene Identität untrennbar verknüpft ist, und nur das deutsche Vaterland stellt höchsten Wert dar. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung mit im wahrsten Sinne Feuereifer in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der mittels ihrer Hilfe und ohne Rücksicht die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet. Nach der Niederlage, die im Nachhinein durch die so genannte »Dolchstoßlegende« von vielen Deutschen bereitwillig uminterpretiert wurde, und dem Versailler Vertrag entwickelte sich zu Beginn der 1920er Jahre in vielen Köpfen eine Trotz-Haltung, ein »Jetzt erst recht«-Gedanke, der Kritik an der deutschen Kriegspolitik nicht zuließ.

Die »Dolchstoßlegende« ist eine Verschwörungstheorie der damaligen politisch Rechten, die 1919 von Feldmarschall Paul von Hindenburg, der unfähig war, sich das eigene Versagen bei der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg einzugestehen, zusätzlich genährt wurde. Sie besagt, dass das deutsche Heer »im Felde unbesiegt« war, aber die Heimat ihm durch die Agitationen der politischen Linken und die Revolution 1918 in den Rücken gefallen sei. Diese Theorie entbehrt jeder berechtigten historischen Grundlage, sie stieß jedoch bei vielen Deutschen auf offene Ohren und trug, von den Nationalsozialisten bereitwillig aufgegriffen, schließlich auch zum Scheitern der Weimarer Republik bei. (Vgl. Helmut M. Müller, Schlaglichter der deutschen Geschichte. Bonn 2002.)

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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I N H A L T
Das Denkmal
Bericht eines Besuchers
Die Einweihung
Aus der Chronik von Lubmin
Das Eiserne Kreuz

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Lubmin

Landkreis Vorpommern-Greifswald

Ein großer kantiger Stein steht auf einem Berg aus Feldsteinen auf der Wiese neben der Dorfkirche an der Freester Straße. Oben ein Eisernes Kreuz, in der Mitte ein Helm mit Eichenlaub, Lorbeerzweig und Dolch. Das Denkmal ist 240 cm hoch und an der Basis 117 cm breit. An den vier Ecken des Feldsteinberges stehen zusätzliche Steine, zwei davon mit Inschrift. Für den 2. Weltkrieg wurde eine Zusatztafel, ohne Namen, davor gelegt.

Inschrift:
Die dankbare Gemeinde Lubmin ihren im Weltkrieg 1914 - 1918 gefallenden Helden

Linker Eckstein:
Für uns
Habt Ihr gestritten

Rechter Eckstein:
Schmerz,
Leiden, Wunden, Tod erlitten

2. Weltkrieg:
Zum Gedenken der Toten des 2. Weltkrieges 1939 – 1945 und seiner Folgen als Mahnung für Frieden und gegen Gewalt

MP Lubmin gesamt

 

MP Lubmin nah

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Bericht eines Besuchers

Direkt neben der kleinen Petri-Kirche steht ein Denkmal, dass an die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg erinnert. Auf eine Steintafel sind diejenigen aufgelistet, die im Krieg gestorben sind. Darunter hat man in Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges eine weitere Tafel angefertigt.

Doch wie soll man einen solchen Ort bewerten? Das Denkmal ist ein wenig ungepflegt und Blumen hat hier offenbar auch schon lange niemand mehr abgelegt. Selbst ein Hinweisschild sucht man vergebens und wenn man nicht durch den kleinen Kiefernwald geht, findet man es vermutlich gar nicht.

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Die Einweihung

MP Lubmin Einweihung web

• Die Weihefeier fand am 28. September 1924 statt

MP Lubmin alt1 web

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Aus der Chronik von Lubmin

Aufgeschrieben 1995: »Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde in Lubmin der »Vaterländische Kriegerverein« gegründet. Mitglied durfte nur werden, wer persönlich an diesem unseligen Krieg teilgenommen hatte. Der Vorsitzende war Paul Radike. Seine vorrangige Aufgabe war es, sich für die Kriegsopferversorgung einzusetzen, das heißt, dafür Sorge zu tragen, daß die Kriegerwitwen ihre Hinterbliebenenrente und die Kriegsversehrten ihre Invalidenrente erhielten. Die Renten sollen sehr gering gewesen sein.

Die Ehrung der Gefallenen wurde durch die Errichtung des Kriegerdenkmals, an der heutigen Kirche, vorgenommen. Die Weihefeier fand am 28. September 1924 statt.

1. Redner war Dr. von Hansen aus Lubmin
2. Redner war der Gemeindevorsteher Lubmins, August Bendt
3. Redner war Pastor Obenaus aus Wusterhusen.

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Die Inschriften sind schon sehr verwittert und nur noch schwer lesbar.

Am 5. November 1933 fand die »Weihe der Gedächtnistafeln für die im Weltkrieg gefallenen der Kirchengemeinde Wusterhusen« statt. Mitwirkende des feierlichen Programms waren:
Sopran: E. Badekow aus Lubmin, Alt: Frau Lindow aus Lubmin, Violine u. Orgel: Pastor Häußler u. Frau, Orgel u. Chorleitung: Kantor Kölzow, der Kirchenchor der Kirchengemeinde Wusterhusen.

Eine Ehrung für die deutschen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) hat es in Ostdeutschlan niemals gegeben. Es gibt auch keine namentliche Auflistung der Gefallenen. In der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik wurden nur die gefallenen sowjetischen Soldaten geehrt, die noch in den letzten Kriegstagen in unserer Umgebung sinnlos ihr Leben lassen mußten. Jedes Jahr am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, legte eine Abordnung von deutschen Parteigenossen der Sozialistischen Einheitspartei (SED) auf dem Ehrenfriedhof in Greifswald auf dem die sowjetischen Soldaten ruhen, Kränze und Blumen nieder. Dies geschah in allen anderen Städten Ostdeutschlands am 8. Mai ebenfalls.

Die gefallenen deutschen Soldaten galten in Ostdeutschlan fast als Kriegsverbrecher, weil Deutschland diesen schrecklichen Krieg, der soviel Leid über Millionen von Menschen in Europa gebracht hatte, entfachte.

Aber die deutschen Frauen und Mütter, die ihre Männer, Söhne und Brüder in diesem Krieg verloren hatten, sagten vergrämt, daß auch ihre Männer nur auf Befehl gehandelt hatten.

Eine Rente hatten die ostdeutschen Frauen niemals erhalten. Mit einer Halbwaisenrente von anfangs fünf Mark, in späteren Jahren bis etwa zwanzig Mark je Kind, mußten sie ihre Kinder ernähren und kleiden.«

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Das Eiserne Kreuz

Auf dem Lubminer Denkmal ist es mit Krone, großem »W« für Kaiser Wilhelm II und der Jahreszahl 1914 gearbeitet worden. Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer entsprechenden Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


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• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5. Juni 2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Das Denkmal
Einweihung des »Heldenhains«
Postkarte zur Einweihung

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Lübz

Landkreis Ludwigslust-Parchim

Der große Findling auf einem Steinhügel im Buchenwald trägt die Aufschrift:

Den Gefallenen im Weltkriege 1914–18

Ein großer aufsteigender Adler, der gerade noch eine Weltkugel in den Krallen hat und mit ihr davon fliegen will, krönte bis 1945 den Stein, dann wurde er entfernt.

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Der Kriegerdenkmal wurde als Mittelpunkt eines »Heldenhains« am 19. Oktober 1924 eingeweiht. 143 Lübzer Soldaten sind im 1. Weltkrieg getötet worden, vielleicht liegt der große Findling auf 143 kleinen Feldsteinen? Aus dem Gedenkblatt zur Einweihung geht hervor, dass für jeden getöteten Soldaten ein Gedenkstein vorgesehen war, dort sind die Soldaten mit der Nummer ihres Steins aufgeführt.

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Einweihung des »Heldenhains«

Im Gedenkblatt mit dem Motto: »Vergiss mein Volk, die treuen Toten nicht«, einer Zeile aus Theodor Körners Gedicht »Aufruf«, wird zur Einweihung des »Heldenhains« geschrieben:

143 unserer Söhne und Brüder sind ein Opfer des Weltkrieges geworden und liegen in fremden Landen gebettet. Da die liebende Hand ihre letzte Ruhestätte nicht zu erreichen vermag um sie zu behüten und zu bewahren und die Hügel zu pflegen, und um der Vielen, die an unbekannten Orten starben zu gedenken, wollen wir diesen Platz der Erinnerung unseren lieben Angehörigen weihen. ...

»Ein Volk, das seine Toten ehrt«, überwindet die herben Vorurteile von Gefühllosigkeit und Barbarentum, die eine ganze Welt gegen uns geschleudert und wird daraus die Kraft schöpfen, in schwerer Zeit voll niederdrückender Sorgen den Weg zum neuen Leben, zum hellen Tage zu suchen ...

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Hier können Sie das vollständige Gedenkblatt vom 19. Oktober 1924 ansehen:

Gedenkblatt


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Postkarte zur Einweihung

            MP Lubz Karte web

Wir danken sehr herzlich Margrit Schimanke, die uns all diese Dokumente zur Verfügung gestellt hat.

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Das Denkmal
Die Geschichte

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Lübstorf

Landkreis Nordwestmecklenburg

Das Denkmal in einer Anlage hinter dem Bahnhof hat eine außergewöhnliche Form: ein in die Erde gestoßenes überdimensional großes Schwert. Es trägt keine Inschriften. Nach dem 2.Weltkrieg wurden die beiden Steinquader an den Seiten ergänzt, sie haben an den Vorderseiten weiße Tafeln mit den Aufschriften:

Rechts: Nie wieder Krieg

Links: Gedenket der Toten

 

MP Lubstorf

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• Im Herbst: Foto von Ulrike Waldraff/Amt Lützow-Lübstorf

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Die Geschichte

MP Lubstorf Text web

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