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Kurzfilme zu den Denkmälern
Seit über zehn Jahren Jahren existiert die Website www.denk-mal-gegen-krieg.de, auf der die Evangelische Akademie sich kritisch mit der bestehenden Erinnerungskultur auseinandersetzt. Die häufigsten Erinnerungsmale an die vergangenen Kriege sind Kriegerdenkmäler, auf denen der Soldatentod verklärt und die zivilen Opfer verschwiegen werden.
An einigen Orten produzieren wir kurze Videos und stellen sie online. Den Film über die Denkmalsanlage in Bornhöved können Sie hier sehen: YouTube> und die Einführung zur Filmreihe bei YouTube>
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Aktuell
Am 26. November 2024 bekamen wir von Stefan Romey nach seinem Besuch in Bornhöved folgende Fotos:

Das Kriegerdenkmal vor der Kirche wurde zum Volkstrauertag dekoriert.

Stefan Romeys Kommentar: »Wir waren doch sehr ›beeindruckt‹ vom imposanten Kriegerdenkmal vor der Kirche mit markigem Spruch des nationalistischen Dichters Ernst Moritz Arndt und dem Gesteck der NPD-Nachfolgeorganisation ›Heimat‹«.
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I N H A L T
• Das Denkmal
• Konfirmanden-Projekt
• Die Geschichte
• Historische Postkarten
• Das »Schwedendenkmal«
• E. M. Arndt: »Der Gott der Eisen wachsen ließ...«
• Das Eiserne Kreuz
• Adler
• Schlachten & Gefechte
• Der Adolfplatz
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Bornhöved, Kreis Segeberg
Vor der Vicelinkirche St. Jacobi
Das trutzige Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege des Kirchspiels ist in der Form eines Pylonen, einem turmartigen Bau mit rechteckigem Grundriss und abgeschrägten Seitenwänden, errichtet worden.

Am 27. November 1922 ist es eingeweiht worden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Widmungsplatte auf der Frontseite ausgewechselt.

Das imposante Denkmal steht am Ende des Hügels, auf gleicher Höhe mit der Kirche, auf dem alten Friedhof.

Massive, grob behauene Steine sind das Baumaterial. Eine Zwei-Stein-hohe, sechseckige Umrandung läßt Platz für Bepflanzung.

Gekrönt wird das Denkmal von einem dreidimensionalen Eisernen Kreuz aus Granit. Darunter wurde eine große Bronzeplatte im erhabenem Rahmen, an der oberen Kante als Dach gestaltet, mit dem Relief eines Soldatenprofils im Lorbeerkranz und der Widmung angebracht. Flankiert wird die Platte von zwei stilisierten Adlern im Profil.
Mehr dazu im Kapitel »Adler«.

Graviert sind von oben nach unten: die preußische Königskrone, das »W« für Wilhelm II., der das militärische Ehrenzeichen 1914 in 3. Stiftung erneuerte und es durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu dem deutschen Orden machte. Das Eiserne Kreuz auf Kriegerdenkmälern wird den Soldaten posthum und kollektiv verliehen für die, nach Meinung der Denkmalsstifter, durch ihren Kriegstod erwiesene Treue und Tapferkeit, egal wie sich der Einzelne tatsächlich verhalten hat.
Mehr dazu im Kapitel »Das Eiserne Kreuz«.

Der Soldat mit Stahlhelm und Kinnriemen ist mit entschlossenem Blick dargestellt, eher tatbereit und nicht als Kriegsverlierer. Das passt zu der damaligen Auffassung, die Soldaten seien »im Felde unbesiegt«, Feinde an der »Heimatfront« seien dem an sich siegreichen Heer in den Rücken gefallen und hätten die Niederlage herbeigeführt (»Dolchstoßlegende«). Dazu passt der runde Rahmen des Profilreliefs: ein Lorbeerkranz mit Assessoires. Oben Lorbeerfrüchte und unten ein Eisernes Kreuz.
»Der Lorbeerkranz und das Lorbeerlaub [...] war in Rom als kaiserliches Vorrecht zur Ehrung für siegreiche Feldzüge bekannt. Seit der Antike ist das Immergrün Sinnbild des Sieges und Ruhmes und der Unsterblichkeit ...«
• Reinhard Alings, Monument und Nation, Berlin 1996, S. 526

Darunter ist mittig in Frakturschrift die Widmung gesetzt:
Den Opfern
beider
Weltkriege
Bevor die Platte nach dem 2. Weltkrieg ausgewechselt wurde, hieß die Widmung:
160
tapfere Männer
der Kirchengemeinde
Bornhöved
erlitten im Weltkriege
den Heldentod
Ihnen sei Ehre
und inniger Dank
Zum entschlossenen Blick des Soldaten passt der grimmige Wächterblick der Adler.

Die sechseckige Umrandung an der Rückseite des Denkmals.

Auf der Rückseite des Denkmals ist eine helle Steinplatte eingelassen. Für die Botschaft wurden in der tiefergelegten Innenfläche die Buchstaben herausgearbeitet und mit schwarzer Farbe hervorgehoben:
Der Gott der Eisen
wachsen ließ, der
wollte keine Knechte

Das ist die erste Zeile eines Liedes von Ernst Moritz Arndt aus dem Jahr 1812 mit dem Titel »Freiheit«. Die Bornhöveder haben die von ihnen empfundene Wichtigkeit der Zeile noch mit einem Ausrufezeichen versehen.
Mehr im Kapitel »E. M. Arndt: ›Der Gott der Eisen wachsen ließ ...‹«
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Das Konfirmanden-Projekt
Heft 63/2018 von »KU Praxis« für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden behandelt das Thema »Hass ud Nächstenliebe«. Ein Projekttag fand in Bornhöved statt, als Schlussaktion wurde das »Kriegerehrenmal« temporär in ein »Denk-mal!« verwandelt.
»In letzter Konsequenz ist Hass ein Motor für Kriege und produziert Opfer. In Bornhöved sind wir in der Vorbereitung auf ein Kriegerehrenmal vor der Kirche gestoßen. Darauf steht vorn ›Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte‹ und in logischer Konsequenz auf der Rückseite ›den Opfern beider Weltkriege‹. Wir haben dagegengesetzt ›Der Gott, der Leben schuf, der wollte keine Opfer‹ und die Konfis angeregt, ›Friedensfahnen‹ zu gestalten, auf denen es um die Verwandlung von Hass geht. Mit diesen Fahnen wurde das Kriegerehrenmal (vorübergehend) in ein ›Denk-Mal!‹ verwandelt. Bei mehr Zeit kann an dieser Stelle – z.B. für den Volkstrauertag – vertiefend der historische Hintergrund des Liedes von Ernst Moritz Arndt und seine Wirkungsgeschichte aufgearbeitet werden. [...]
»Auch wenn dieses Ehrenmal nach dem Ersten Weltkrieg errichtet wurde und mit dem Zitat aus dem Vaterlandslied von Ernst Moritz Arndt (1812/13) an die Befreiung von Napoleon anknüpft, muss man heute die Theo-Logik dieses Spruches hinterfragen.«
• Rainer Franke, Julika Koch, Projekt: Hassen und den Nächsten lieben

Foto: Rainer Franke
Darstellung des Projekts
Schon 1978 hatte es eine Aktion am Kriegerdenkmal gegeben: Der Direktor der Schule in Bornhöved, Charly Timmermann, war damals auch Leiter der Foto-AG. Er hatte seine Schüler ausgeschickt, ein markantes Motiv im Dorf zu fotografieren. Carsten Hahne hatte sich das Kriegerdenkmal vor der Kirche ausgesucht und um dem Motiv etwas Leben einzuhauchen, kletterte er per »Räuberleiter« seiner Schulkumpels hoch und nahm auf dem »Eisernen Kreuz« Platz. Ergebnis: eine Verwarnung wegen »Entehrung des Ehrenmals«.

Wir danken Carsten Hahne, MB-Trac-Schmiede Kiekbusch, für die Geschichte und das Foto.
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Die Geschichte
Im September 1919 beschlossen die Mitglieder der Kirchengemeinde bei der Kirche ein großes Denkmal für die 160 toten Soldaten des Weltkriegs im Kirchspiel Bornhöved zu errichten. Am 2. Januar 1921 beschloss der Krieger- und Militärverein »nunmehr mit Energie an die Errichtung des längst geplanten Ehrenmals für die gefallenen Krieger heranzugehen.« Auf der öffentlichen Volksversammlung, zwei Wochen später, wurde der Denkmalsausschuss gewählt: Pastor Schlüter als Vorsitzender und Frau Pastor Schlüter als Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins, des Weiteren u.a.: der Amtsvorsteher, der Vorsitzende des Krieger- und Militärvereins, der Vorsitzende der Vaterlandspartei und der Vorsitzende des Flottenvereins.
Im Mai 1922 wurde das Angebot von Steinhauermeister Johannes Suhr für 56.000 Mark angenommen. In der Zwischenzeit waren schon 44.000 Mark an Spenden (1.000 Mark vom Zigarrenfabrikanten Blunk und eine größere Summe über Oberst von Cederström von den »Schwedischen Deutsch-Freunden«) eingesammelt worden. 1913 hatten die schwedischen Husaren an der Feier zur 100. Wiederkehr des Gefechts bei Bornhöved teilgenommen, im November 2014 schrieben sie nach Bornhöved: »Andere schwere Zeiten sind gekommen. Was wir in Schweden für das zielbewusste Deutschland fühlen, kann und darf jetzt nicht geschrieben werden; dass unsere Gedanken aber mit Teilnahme oft über das Baltische Meer zu Ihnen gehen, davon können Sie [...] überzeugt sein.«
Das Segeberger Kreis- und Tageblatt druckte am 28. einen Bericht über die Einweihung am 27. November 1922:
»Als sich nun alle Teilnehmer beim Denkmal aufgestellt hatten – die Fahnen der Kriegervereine unmittelbar am Denkmal – wurde gemeinsam das Lied gesungen: Wir treten zum Beten. Darauf hielt Amtsvorsteher Saggau die Begrüßungsrede, die Gemeinde sang dann: Ich hatt’ einen Kameraden und der gemischte Chor: Es zogen drei Krieger aus blutgem Gefecht. Nun hielt Pastor Schlüter die Weiherede, worauf der Chor sang: Wie sie so sanft ruh’n. [...] Drei Gewehrsalven ertönten [...] und mit dem gemeinsam gesungenen Liede: ›Deutschland, Deutschland über alles‹, endete die eindrucksvolle Feier.«
Die 700 Jahrfeier der Schlacht von Bornhöved wurde am 23. und 24. Juli 1927 gefeiert:

Die Schlacht bei Bornhöved am 22. Juli 1227 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen dem Königreich Dänemark unter Waldemar II. und dem Grafen Adolf IV. (Schauenburg und Holstein) mit einer Koalition aus norddeutschen Landesherren und Städten.Die schwere Niederlage Waldemars II. bedeutete das Ende der dänischen Vormachtsstellung im Norden und ein Scheitern der großdänischen Kolonialpläne.

Der Bischof von Holstein D. Mordhorst und Pastor Schlüter von Bornhöved predigten beim Festgottesdienst.
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Historische Postkarten
Die Fotos aus den verschiedenen Zeiten zeigen: Nie war der Blick auf die Kirche so frei wie heute. Früher umgaben sie viele Bäume und Sträucher. Das Kriegerdenkmal hatte einen grünen Hintergrund, vor sich eine mal mehr, mal weniger gepflegte Parkanlage mit Sandweg.





Auf dem Foto oben sehen wir das Weltkriegsdenkmal und im Vordergrund das »Schwedendenkmal«. Hier wird der letzten aktiven kriegerischen Auseinandersetzung der Schweden bei Bornhöved gedacht.
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Das »Schwedendenkmal«
14 Schwadronen schwedischer Husaren aus Malmö und zwei der preußischen Schillhusaren haben sich am 7. Dezember 1813 in Bornhöved ein Gefecht mit einer auf Seiten Napoleons kämpfenden dänischen Einheit geliefert. Sie gilt als die letzte Schlacht mit schwedischer Beteiligung. Seither herrscht »Schwedischer Friede«.
Am 7. Dezember 1913 wurde das »Schwedendenkmal« am Rand des alten Friedhofs eingeweiht. Der Entwurf stammt vom Kieler Architekten Ernst Prinz, Vorstandsmitglied im Verein für Heimatschutz. Steinhauermeister Johannes Suhr realisierte den Entwurf, er hat dann später auch das Weltkriegsdenkmal an der Kirche gebaut.

Das Denkmal kann man über zwei gegenüberliegende Treppen von der Kirchstraße aus betreten. Die kleine Anlage ist aus Bruchsteinen gemauert, eine gepflasterte Zwischenebene wird hinten von einer Mauer begrenzt, an den Seiten stehen Pfeiler mit einer je 900 Pfund schweren aufgesetzten Steinkugel.

Ein hoher 3.500 kg schwerer Granitfindling steht auf einem zweistufigen Sockel in der Mitte des kleinen Denkmalsplatzes. Im August 1912 war Rittmeister C. R. Graf von Essen aus Schweden nach Bornhöved gekommen und hatte den Findling zusammen mit Gemeindevorsteher Hauschildt auf dem früheren Gefechtsfeld ausgesucht. Neben einer Geldspende haben sich die Schweden auch mit der Erstellung der Kupferplatte mit Inschrift am Findling beteiligt.
Am 25. Mai 1913 schrieb Baron Bror von Cederström, Oberst und Kommandeur des Königl. Schwedischen Husaren-Regiments »Kronprinz« (Nr.7), einen Brief »in gemeinsamer historischer Erinnerung« mit einer Geldsendung von 701 Mark, auch der schwedische Kronprinz hatte dazu beigetragen.

Das ist die schwedische Platte: umgeben von einem kunstvollen, offenen Eichenlaubkranz mit verschränktem Schlussband steht dort in erhabenen Buchstaben:
DEN
AM BORNHÖVED
7. DEC. 1213 [die »2« ist spiegelverkehrt gesetzt]
GEFALLENEN
KAMERADEN
ZUM
GEDÄCHTNISS
7.DEC.1913

An der Straßenseite ist vor dem Findling ein zweiteiliges Monument halb in die Wand eingelassen. Auf der überstehenden Decke liegen drei Metallkugeln – eine größere in der Mitte. Vielleicht echte Kanonenkugeln? Wir wissen es nicht.

Darunter das Profil von Oberst von Cederström in Husarenuniform auf einer kreisrunden Kupferplakette.

Es folgt eine viereckige Gussplatte mit der Darstellung einer Schlachtszene – die Soldaten zu Pferde.

Im unteren Teil steht die Inschrift in fünf ausgeblockten Zeilen:
Zur Erinnerung an den Sieg des
schwedischen Husarenregiments
Kronprinz über dänische Truppen
am 7.Dezember 1813 im Gefecht bei
Bornhöved Errichtet am 7.Dez.1913

Hier sieht man den gestalteten Sockel des Findlings: unten viereckige behauende Steine, darüber eine Reihe aufrechter Feldsteine.
Seit 200 Jahren herrscht »Schwedischer Friede«. In Malmö wird an jedem 7. Dezember der »Bornhöft-Tag« gefeiert. Zum 200. Jahrestag aber wird am namensgebenden Ort [Bornhöved] gefeiert. Dafür reisen die Schweden sogar mit Pferden an.
Bericht in Lübecker Nachrichten online (Bezahlschranke)
Die Einweihung wird am 7. Dezember 1913 mit großem Aufwand begangen: die Straßen sind festlich geschmückt, am Denkmal ist eine Holztribüne aufgebaut für die geladenen Gäste, die Kadetten aus Plön, der Jungdeutschlandbund etc. Um 13 Uhr trifft der Sonderzug mit den nicht berittenen schwedischen Offizieren und Mannschaften ein. Die berittenen schwedischen Husarenoffiziere, begleitet von den Wandsbeker Husaren (siehe Link am Ende dieses Kapitels), kommen um 14.45 Uhr an. Sie waren am 30. November mit dem Schiff in Lübeck angekommen und folgten dann dem Weg von 1813 bis Bornhöved. Dort reiten sie über eine Koppel Attacke und reihen sich danach in den Festzug ein, Oberst Baron von Cederström auf einem Apfelschimmel an der Spitze.
Nach dessen Rede, spricht Pastor Voß, der kurz vorher noch als Kriegsteilnehmer von 1870/71 nach Leipzig zur 100-Jahrfeier der Völkerschlacht gereist war. Es folgen der schwedische Regimentspfarrer und noch viele andere.

Ein frühes Foto: vom Monument zum 1. Weltkrieg ist noch nichts zu sehen. Die Girlande über dem »Schwedendenkmal« und die blendend weißen Steine könnten auf eine zeitliche Nähe zur Einweihung hinweisen.

1916 gab der Architekt Ernst Prinz zusammen mit Pastor R. Harder eine Broschüre heraus, in der sie die Aspekte der nun anstehenden Kriegerehrungen beleuchten. Das von ihm drei Jahre zuvor entworfene »Schwedendenkmal« wird auf Seite 29 gezeigt und beschrieben. Zur Erinnerung ...
Download Seite 29
Download der gesamten Broschüre, 6,4 MB

Postkarte aus späteren Jahren: Buschwerk ist gewachsen, der Fußweg ist gepflastert.
Unsere Dokumentation zu den Wandsbeker Husaren
Viele Informationen haben wir Norbert von der Steins Buch: »Kleiner Streifzug durch das alte Bornhöved« entnommen. Vielen Dank!
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E. M. Arndt: »Der Gott der Eisen wachsen ließ...«
»So lautet die erste Zeile eines Liedes, das im Verlaufe des 19. Jahrhunderts und bis ins 20. hinein ganze Generationen von Schulkindern auswendig gelernt und auch gesungen haben. In seinen ›Liedern für Teutsche‹ (1813) veröffentlichte Ernst Moritz Arndt (1769–1860) dieses ›Vaterlandslied‹ neben anderen patriotischen und kämpferischen Gesängen. Es war die Zeit der Erhebung progressiver und vaterländischer Kräfte gegen die napoleonische Fremdherrschaft.
Dieses Lied des umtriebigen Publizisten, Historikers und Lyrikers mit einem Hang zum Romantisieren ist aus der Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit zu verstehen, da sich durch die vernichtende Niederlage des korsischen Diktators vor Moskau 1812 auch völlig neue Perspektiven für die anderen geknechteten Völker abzeichneten. Es verbindet plebejischen Zorn und Erbitterung gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung mit einem todesverachtenden Glauben und geradezu religiös-verzückten Vertrauen in den Erfolg von Waffengewalt, die sich gegen die Tyrannei der französischen Besatzungsmacht richtet.
So verständlich die Attitüde des Aufbegehrens gegen eine ungerechte Fremdherrschaft in dieser Situation war, so gefährlich waren bestimmte Konsequenzen, die sich in Arndts Lebensgang, vor allem aber in der weiteren Wirkungsgeschichte dieses Liedes ablesen ließen. Auch er selber ist der Gefahr nicht entgangen, die darin lag, den Hass auf den Diktator gleitend in eine Verachtung ›des Franzosen‹ an sich übergehen zu lassen. Daraus konnte ein sich später weiter verfestigender anti-französischer Chauvinismus seinen Honig saugen und die westliche Nachbarnation schließlich zum ›Erbfeind‹ erklären. [...]
Nun konnte der Gott, der Eisen wachsen ließ, eine neue Todessaat in den Fabriken an Rhein und Ruhr heranwachsen sehen, die unvergleichlich größer war als das relativ bescheidene Waffenarsenal einhundert Jahre zuvor. [...]
... das Entstehen unzähliger Kriegerdenkmäler an die umgekommenen Soldaten des ›großen Krieges‹, auf denen das falsche Etikett vom ›Heldentod‹ angebracht wurde. Einer der Sprüche, die sich dafür eigneten, war – wie könnte es anders sein – Ernst Moritz Arndts erste Zeile seines Vaterlandsliedes.
Dass die Arndtsche Tradition auch später in der Nazizeit dankbar aufgegriffen wurde, zeigt eine Kriegerehrung, die sich der Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation AG im Jahre 1934 hat einfallen lassen: ein zwölf Meter hohes Schwert aus Stahl trägt eben diese stolze Inschrift, mit der Ernst Moritz Arndt sein berühmtes Lied beginnen ließ.«
• Peter Franz auf www.rotfuchs.net
Den ganzen Beitrag können Sie hier lesen
Auch das Banner des »Thüringer Heimatschutz« zitiert Arndt
»Einflussreiche Führungspersonen, heute zumeist mit NPD-Zugehörigkeit, entstammen in Thüringen der freien Kameradschaftsszene und somit zumindest mittelbar dem ›Thüringer Heimatschutz‹. Das NSU-Mörder-Trio und die öffentlich und legal agierenden Personen der thüringischen extrem rechten Szene haben dieselbe neonazistische Sozialisation der 1990er Jahre, gehörten denselben Strukturen an.
Die extrem rechte Szene drückt bis heute gelegentlich ihre Verbundenheit zum ›Thüringer Heimatschutz‹ aus. So wurde das bekannte Banner des THS beispielsweise 2006 anlässlich einer Rudolf-Heß-Gedenkdemonstration mitgeführt. Im Jahr 2012, beim 10. sogenannten ›Rock für Deutschland‹ (RfD), einem seit 2003 in Gera stattfindenden RechtsRock-Open-Air wurde sogar ein neu hergestelltes Transparent als Bühnenhintergrund verwendet.«
Mehr Informationen von studlib


Foto: Mobit e.V.
• Hier beim 12. »Thüringentag der nationalen Jugend« 2013 in Kahla
»Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte« oder wer liest heute Arndt?
Die Universität Greifswald, die von 1933 - 2018 Ernst Moritz Arndt-Universität hieß, hat nach langem Streit ihren Namen abgelegt. Auf ihrer Website können Sie einen Beitrag des Literaturwissenschaftlers Michael Gratz lesen. Seine These: Wo »Arndt« draufsteht, ist heute in den allermeisten Fällen schlimmstes neonazistisches »Gedankengut« drin.
Der komplette Beitrag und andere Fakten zum Namenstreit
Hier die Fakten zum Namensstreit als Broschüre
... und das Original: »Freiheit«
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede,
daß er bestände bis aufs Blut, bis in den Tod die Fehde.
So wollen wir, was Gott gewollt, mit rechten Treuen halten
und nimmer im Tyrannensold die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir zu Scherben.
der soll im deutschen Lande nicht mit deutschen Männern erben.
O Deutschland, heilges Vaterland. O deutsche Lieb und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land; dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht! Der speise Krähn und Raben!
So ziehn wir aus zur Hermannsschlacht und wollen Rache haben.
Laßt brausen, was nur brausen kann, in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutsche alle, Mann für Mann, zum heil’gen Krieg zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan, und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann: »Die Knechtschaft hat ein Ende!«
Laßt wehen, was nur wehen kann, Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns, Mann für Mann, zum Heldentode mahnen.
Auf, fliege, stolzes Siegspanier, voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier den süßen Tod der Freien.
• Ernst Moritz Arndt, 1812

Massenhaft Propagandamaterial: Postkarte zum 1.Weltkrieg
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Das Eiserne Kreuz
Auf Kriegerdenkmälern wird der militärische Orden den toten Soldaten posthum und kollektiv verliehen. Der Tod im Krieg wird als Beweis für die »Vaterlandstreue« und die Tapferkeit der Soldaten gewertet.
Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt. Grundlage des Entwurfs sollte das Emblem des Deutschen Ordens sein, aus dem das Herzogtum Preußen hervorgegangen ist. Die Symbolik des Kreuzrittertums des Deutschen Ordens beinhaltete damit auch die Bezugnahme auf den Kreuzzugsgedanken, der auf die Befreiung von der napoleonischen Zwangsherrschaft übertragen wurde.
»Das Eiserne Kreuz wurde erstmalig 1813 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. gestiftet. Es war der erste militärische Orden, der nicht nur an Offiziere, sondern auch an einfache Soldaten für ihre militärischen Verdienste verliehen werden konnte. Kurz darauf führte der König die allgemeine Wehrpflicht ein. Das bisherige Söldnerheer wandelte sich zum Bürgerheer und für die Bürger mussten Anreize geschaffen werden, das eigene Leben im Krieg aufs Spiel zu setzen. Damit begann eine neue Zeit beim preußischen Militär: Soldaten waren nicht mehr nur Befehlsempfänger ohne Stimme und ohne Namen, sondern seit dieser Zeit wurden sie zu Vorbildern gemacht, denen nachgeeifert werden sollte. Der König versprach in der Stiftungsurkunde jedem Soldaten für den eventuellen Kriegstod ein Denkmal, das heißt, die Erwähnung auf einem Denkmal. Zumeist wurde das damals als Tafel in einer Kirche realisiert: Zeugnis der engen Verbindung von Monarchie und Kirche.«
• Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone 2006, S. 44f

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm König Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.
»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«
Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl
DIE ZEIT, 5.6.2008
Soldaten der Wehrmacht kämpfen nicht nur pflichtschuldig und gehorsam. Ohne die Gefühlswelt aus Stolz, Ehre und Männlichkeit ist nicht zu erklären, warum so viele an die Front streben – und dem Krieg bis zum Untergang verhaftet bleiben. (Frank Werner in ZEITGeschichte 4/2018)

• Begehrenswerte Ordensbrust in »Die Woche«, Januar 1940.
Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.
• Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017
Das Eiserne Kreuz ist das am häufigsten gezeigte Symbol in der rechten Szene. Es wird in allen erdenklichen Formen angeboten, z. B. als Ohrstecker, Anhänger oder Gürtelschnalle
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Adler
»Als Hoheitszeichen des Deutschen Reiches und als Symbol für deutsche Macht und Stärke galt der Seeadler. Der Raubvogel konnte nach 1871 wachsam nach Westen spähen, oft aufreizend mit den Flügeln schlagen und/oder den geöffneten Schnabel drohend dem französischen Feind entgegenstrecken. [...]
Unmittelbar vor der Unterzeichnung des Versailler Vertrages stieß die ›Deutsche Tageszeitung‹ vom 26. Juni 1919 den Stoßseufzer aus, es möge ›vielleicht doch in nicht so ferner Zeit [...] – der Tag komm[en], an welchem das Deutsche Volk sich aus seinem tiefen Fall wieder erheben kann und der deutsche Adler von neuem den Flug zur Sonne unternimmt.‹ Dieser sehnsüchtige Wunsch wurde in die Gedenkwelt hineingetragen [Hamburg-Gross Borstel, Oktober 1922: ›Mit kräftigen Krallen steht er trotzig und lauernd auf seinem eisernen Grund, den scharfen Blick nach Westen gerichtet‹. Wasserkuppe/Rhön, 1923, Weiherede des Oberstleutnants a.D. Walter von Eberhardt: ›Und eigene Kraft wird es sein, die alle Fesseln, die Schmach und Schande, die Not und Elend uns angelegt haben, wieder sprengen wird. Nach Westen blickt der Adler. Er weist uns den Weg, den wir gehen müssen.‹ Auch dort die Kranzschleife des ›Bundes der Jagdflieger‹ am Tag der Einweihung: ›Adler, Du, halte die Wacht! Um uns ist Schande und Nacht. / Siehe, dort hinter dem Rhein / Schlummert der Brüder Gebein / Bis einst der Morgen erwacht. Adler, Du, halte die Wacht!‹]«
• Loretana de Libero, Rache und Triumph, Krieg Gefühle und Gedenken in der Moderne, De Gruyter Oldenbourg, S.95f

»Wir sehen zu des Kriegers Füßen den Adler. Dieser Adler symbolisiert das deutsche Volk. Er wendet sein stolzes Haupt nach oben dem Krieger zu. Es ist, als wolle er ihm etwas sagen. Was er ihm sagen will, liegt in dem kleinen Wort ›Hoffe‹: Hoffe du Sohn des deutschen Volkes; ich bin noch da, dein Genius; es ist noch Kraft in meinen Schwingen; ich werde sie recken und zu neuem stolzen Fluge mich erheben, wenn die Stunde geschlagen hat!«
• Zitiert aus der Predigt von Pastor Burmeister zur Denkmalsweihe in Eckernförde am 7. September 1924
Oberst a.D. Roethe beschrieb den steinernen Adler in der Festrede vor der Enthüllung des Denkmals in Waren an der Müritz am 26. Juni 1932 folgendermaßen:
»Der Adler des Steins, der nun sogleich vor Ihren Augen erscheinen wird, er ist das Bild des Adlers der Deutschen, das Sinnbild von Deutschlands Macht und Herrlichkeit. Noch verkrampft sich die rechte Klaue auf dem am Boden liegenden Stahlhelm, dem Zeichen der deutschen Wehrhaftigkeit. Aber schon sieht er in der Ferne das Morgenrot des kommenden Tages, schon regt er die Flügel.
So gebe der allmächtige Lenker der Geschicke der Völker, der uns diese Prüfungszeit auferlegt hat, daß gar bald der Adler des Deutschen Volkes die mächtigen Schwingen breite zum stolzen kühnen Fluge der Sonne entgegen in die ferne glückhafte Zukunft unseres Volkes. Und daß wir bald die Gelegenheit finden, das stolze Lied in die Lüfte zu jubeln, das der Dichterherold unserer Väter ihnen mitgab in die Kämpfe und Märsche nach Paris, wo sie sich die Kaiserkrone und das einige mächtige Reich holten – das Lied:
Flieg, Adler, flieg! Wir folgen nach
Ein Einig Volk in Waffen.
Wir folgen nach, ob tausendfach
Des Todes Pforten klaffen.
Und fallen wir: Flieg, Adler, flieg!
Aus unserm Blute wächst der Sieg.
V o r w ä r t s ! «
Sieben Jahre später flog er dann wieder, der Adler: der 2. Weltkrieg begann mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen.
Dr. Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim, S. 137: »Der Adler ist als ›der mächtigste König im Luftrevier‹ (Anfang des ›Seeräuberlied‹, das zum Marschliederkanon der Wehrmacht gehörte), der König der Lüfte und wehrhafter Beschützer seines Horstes.«
Der mächtigste König im Luftrevier
Ist des Sturmes gewaltiger Aar.
Die Vöglein erzittern, vernehmen sie nur
Sein rauschendes Flügelpaar.
Wenn der Löwe in der Wüste brüllt,
Dann erzittert das tierische Heer.
Ja, wir sind die Herren der Welt
Die Könige auf dem Meer.
Tirallala, tirallala
Tirallala, tirallala
hoi! hoi!
Zeigt sich ein Schiff auf dem Ozean,
So jubeln wir freudig und wild;
Unser stolzes Schiff schießt dem Pfeile gleich
Durch das brausende Wogengefild.
Der Kaufmann erzittert vor Angst und vor Weh,
Den Matrosen entsinket der Mut,
Und da steigt am schwankenden Mast
Unsre Flagge, so rot wie das Blut.
Tirallala ...
Wir stürzen uns auf das feindliche Schiff
Wie ein losgeschossener Pfeil.
Die Kanone donnert, die Muskete kracht,
Laut rasselt das Enterbeil,
Und die feindliche Flagge, schon sinkt sie herab.
Da ertönt unser Siegesgeschrei:
Hoch lebe das brausende Meer,
Hoch lebe die Seeräuberei!
Tirallala ...
SA-Version (ca. 1930)
Der mächtigste König von Groß-Berlin
das ist der Isidor Weiß
Doch Dr. Goebbels der Oberbandit
der macht ihm die Hölle schon heiß
Seine eigene Schupo die nimmt ihn sich vor
man hört es bis zum Brandenburger Tor
Er nennt sich Dr. Bernhard Weiß doch bleibt er der Isidor
Während der NS-Diktatur wurde das Lied vom Regime gefördert und umgeschrieben. So wurden aus den »Fürsten der Welt« in der NS-Version die »Herren der Welt«. Auch wurde das Lied textlich von der SA so umgedichtet dass es ein Spottlied auf den damaligen jüdischen Polizeivizepräsidenten von Berlin Bernhard Weiß wurde.
• Nach Wikipedia, abgerufen am 8.3.2021
Auch der deutsche Volksliedsänger Heino hat das Lied interpretiert und läßt sich dabei mit Tiralala von einem Mädchenchor begleiten.
Heino auf YouTube
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Schlachten & Gefechte
Bei Bornhöved fanden entscheidende Schlachten statt:
798 schlugen die mit Karl dem Großen verbündeten Abodriten die Sachsen auf einem Feld an dem Fluss Schwentine (slawisch: Sventana)
Schlacht auf dem Sventanafeld bei Wikipedia
1227 siegte eine Koalition aus Holsteinern, Lübeckern und Dithmarschern über König Waldemar von Dänemark
Schlacht bei Bornhöved (1227) bei Wikipedia

• Illustration aus Heinrich Rehbeins Handschrift »Lübecker Chronik«: Die Schlacht bei Bornhöved, 1227
1813 Gefecht bei Bornhöved: Kronprinz Bernadotte von Schweden strebte nach der Völkerschlacht danach, die dänischen Besitzungen in Schleswig-Holstein zu erobern. Die Truppen Bernadottes wurden durch russische Soldaten verstärkt. Es bildete sich eine Armee aus Alliierten, welche über Hamburg nach Oldesloe marschierte, wo es zum ersten Gefecht zwischen Alliierten und Dänen kam. Die Dänen zogen sich weiter zurück und es kam am 6. Dezember 1813 zu einem zweiten Gefecht bei Bornhöved, bei welchem beide Parteien herbe Verluste erlitten.
Vorgeschichte zur Schlacht bei Sehestedt
Zusammenfassung bei Wikipedia
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Der Adolfplatz
Von den fünf Denkmälern auf dem Adolfplatz stellen wir zwei vor.

Der Granitfindling mit der Marmorplatte trägt die Widmung:
Zur Erinnerung
an die
ERHEBUNG
SCHLESWIG-HOLSTEINS
am 24. März 1848
Errichtet
am 24. März 1898.

Ganz oben im geschwungenen Schriftfeld hängt der militärische Orden dieser Zeit: ein Königlicher Kronen-Orden.

Der Stein steht vor einer Doppeleiche, sie wurde 1898 als Symbol für die Unteilbarkeit Schleswig-Holsteins gepflanzt.

Anzeige des Gärtners Beck: »Zur Verherrlichung des Nationalgesanges«
An die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848 erinnern die so genannten Doppeleichen, die in vielen Dörfern anlässlich des 50. Jahrestages am 24. März 1898 unter besonderen Feierlichkeiten gepflanzt wurden. Sie galten den schleswig-holsteinisch Gesinnten als Sinnbild für Freiheit und Unabhängigkeit von Dänemark sowie für die Einheit von Schleswig und Holstein. Deshalb findet man diese Art von Gedenkbäumen auch nur im nördlichsten Bundesland. Das Privileg von Ripen von 1460 und das Schlagwort »Up ewig ungedeelt« diente dabei den Schleswig-Holsteinern als Grundlage ihres Anspruchs. Die Idee der Doppeleiche kam erstmalig auf dem schleswig-holsteinischen Sängerfest 1844 in Schleswig auf, als das Schleswig-Holstein-Lied erstmalig gesungen wurde; hier heißt es in der 7. Strophe: »Teures Land, du Doppeleiche, unter einer Krone Dach, stehe fest und nimmer weiche, wie der Feind auch dräuen mag! Schleswig-Holstein, stammverwandt, wanke nicht, mein Vaterland!«.
Als Standort dieser Bäume wählte man besonders exponierte Plätze in der Dorfmitte oder in der Nähe von Schulen und Gaststätten. Es gab zwei Möglichkeiten, eine Doppeleiche zu schaffen: Entweder pflanzte man zwei Eichen in einem Pflanzloch so eng zusammen, dass aus einer Wurzel die Stämme wuchsen, oder man ordnete die beiden Eichen so an, dass diese aus zwei Pflanzstellen herauswuchsen und im Stammbereich zusammengeführt wurde.
• Telse Stoy, Heimatgemeinschaft Eckernförde e. V., 2014. »Doppeleichen in Schleswig-Holstein«, in: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-261830, abgerufen: 18. Februar 2019
Das zweite Denkmal ist wieder ein Gedenkstein vor einer Eiche: Diesmal ist es eine »Friedenseiche«, gepflanzt 1895, um an das Ende des Deutsch-Französischen Krieges zu erinnern. Der kleine gestaltete Granitstein auf einem gemauerten Bruchsteinsockel trägt die Inschrift:
FRIEDENS=
EICHE
Kampfgenossen
1870 = 71.
1. Sept. 1895
Nach dem Sieg forderte die Regierung im Deutschen Kaiserreich dazu auf, Friedenseichen zu pflanzen und zu pflegen, damit »dieses Sinnbild deutscher Kraft und deutscher Treue sich in aller Herrlichkeit entwickeln könne und künftigen Geschlechtern Gelegenheit geben würde, sich in seinem Schatten dankbar der Helden von 1870 und 1871 zu erinnern.«
Um noch eins draufzusetzen, stifteten die »Kampfgenossen« den Stein zum Sedantag 1895, der jedes Jahr am 2. September gefeiert wurde, um an die Kapitulation der französischen Armee nach der Schlacht bei Sedan zu erinnern. Frieden schaffen sieht anders aus.

Der deutsch-französische Krieg war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.
Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.
Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Im Februar 1871 fand sich die französische Regierung, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit.
Noch während Paris von deutschen Truppen belagert wurde, proklamierten die deutschen Fürsten und Vertreter der Freien Städte am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Versailler Schlosses den preußischen König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser, eine Demütigung für die Franzosen. Hohe Reparationszahlungen und vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich.

Die Kaiserproklamation in Versailles, Wandgemälde von Anton von Werner für die Ruhmeshalle Berlin. 1944 wurde es nach einem Bombentreffer zerstört.
»Die Deutung der Kaiserproklamation vom 18. Januar 1871 im Versailler Spiegelsaal als Demütigung Frankreichs gehörte ebenso zum erinnerungspolitischen Konzept des im Kaiserreich vereinten Deutschland wie die alljährliche Zeremonie des Sedantages, an dem der entscheidende Sieg vom 2. September 1870 gefeiert wurde. Doch jede Demütigung zieht die nächste nach sich, und so muss es kaum verwundern, dass Frankreich im Sommer 1919 nach Beendigung des Ersten Weltkrieges seinen Sieg über Deutschland ausgerechnet im Spiegelsaal von Versailles auskostete. Es gehört sicherlich zu den grössten Verdiensten Charles de Gaulles, dass er nach 1945 kein «drittes Versailles» folgen liess, sondern mit dem Elysée-Vertrag vom 22. Januar 1963 die Kette gegenseitiger Demütigungen durchbrach.«
• Der Historiker Clemens Klünemann in Neue Zürcher Zeitung, 9.1.21
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