TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes aufgebaut oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauertag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldokumentation von 

Ahrensburg und Ammersbek

öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«.

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.

 


I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Die Urkunde
Der Vorläufer
Der Bildhauer Missfeldt
Das Denkmal zum 2. Weltkrieg
»Schlussstein gelegt«
Die zweite Urkunde

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Bad Bramstedt, Kreis Segeberg

Am Wäldchen Herrenholz direkt an der B 206

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs hat der Berliner Bildhauer Heinrich Missfeldt geschaffen. Über fünf Stufen erreicht man eine Backsteinmauer, die als Fundament eine bunte Natursteinmauer hat. Vor dem Bogen in der Mitte kniet in einer flachen Nische auf einem herausragenden Sockel eine Trauernde. Missfeldt hat sie dem Erscheinungsbild der Gottesmutter Maria nachempfunden. 1924 ist das Denkmal eingeweiht worden. 

 

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Links und rechts von der Figur sind die Backsteine palmblattartig vermauert worden, darunter sind Kranzhalterungen angebracht. Auf jeder Seite schließt sich eine niedrigere Steinmauer an mit je drei eingelassenen Tafeln. Auf jeder Tafel stehen 15 Namen mit Geburts- und Sterbedatum. Das Denkmal schließt an den Seiten mit je einem Pfeiler ab, der mit einem Zierelement aus Sandstein bedacht wurde.

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In den Sockel der Trauernden ist die Widmungsplatte aus Sandstein eingelassen. Links und rechts ein Eisernes Kreuz mit den Jahreszahlen des 1. Weltkriegs. Unten ein geschwungener Eichenzweig, darüber die Inschrift:

Zum Gedächtnis unserer Gefallenen

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Die Trauernde blickt auf einen lorbeerumkränzten Stahlhelm mit Kinnriemen, der auf einem kurzen oder auch vielleicht abgebrochenem Schwert liegt.

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Die ursprünglich helle Figur aus Sandstein und die Tafeln haben durch pflanzlichen Belag eine grünliche Färbung angenommen.

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Hinter der Trauernden sieht man ein gemauertes christliches Kreuz, was die Assoziation zur Marienfigur verstärkt.

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An der rechten schmalen Seite der Sockelplatte ist der Name des Bildhauers H.Missfeldt eingraviert.
 

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Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Missfeldts Kriegerdenkmäler in:

Schleswig-Holstein Kappeln
Schleswig-Holstein Bad Segeberg

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Die Geschichte

Im Sockel des Denkmals ist 1924 eine Urkunde eingemauert worden. Jan-Uwe Schadendorf, der heutige Chronist von Bad Bramstedt, schreibt:

»Der Text zeigt deutlich, wie sehr der seinerzeitige Ruhrkampf die Stimmung im Lande beeinflußte und wie sehr deutsch-nationale Stimmungen auch hier am Orte festzustellen sind. Nun ist deutsch-national nicht gleich nationalsozialistisch, aber den ein oder anderen Namen finden wir Jahre später an vorderer Stelle am Orte wieder als die  Nationalsozialisten die Macht ergriffen.«

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Die URKUNDE

zum Ehrenmal für die im Weltkriege 1914 – 1918 gefallenen Söhne der Stadt Bad Bramstedt.

Auf Veranlassung des Kriegervereins für Bad Bramstedt und Umgegend wählten im Jahre 1921 die Vereine und Körperschaften Bad Bramstedts einen Ausschuß für die Errichtung eines Ehrenmals für die im Weltkriege 1914 – 1918 gefallenen Söhne der Stadt. Dieser Ausschuß bestand aus folgenden 11 Personen: Lehrer Otto Schnepel als Vorsitzendem, Buchhändler Alfred Warnemünde als Kassierer, Bürgermeister Reimer Jensen, Bürgermeister a.D. Gottlieb Freudenthal, Photograph Julius Struve, Holz- und Kohlenhändler Claus Hein, Maurermeister Johannes Wrage, Photograph Friedrich Hamann, Organist August Kühl, Viehhändler Hermann Langhinrichs und dem während der Ausführung des Denkmals verstorbenen Leutnant zur See a.D. Curt Lorenz. Der erste Entwurf zum Denkmal und die dafür gesammelten Geldmittel wurden ein Opfer der GeIdentwertung.

Erst nach Einführung der Rentenmark konnte der Ausschuß den Bau des Denkmals beginnen. Der Entwurf zum Denkmal ist vom Bildhauer Heinrich Mißfeldt, Berlin, einem geborenem Holsteiner, der auch die 6 Namenstafeln, die Sandsteinfigur, die Pfeilerbedachung und die Widmungstafel in seiner Werkstatt in Berlin anfertigte, während die Maurerarbeiten vom Steinhauer Johannes Wrage und das Bruchsteinmauerwerk vom Steinhauer Wilhelm Kreutz, beide aus Bad Bramstedt, ausgeführt wurden.

Die Grundsteinlegung zum Denkmal erfolgte am 16. September 1924 durch den Ausschuß. Im Sockel des Denkmals sind eingemauert:
1 ) diese Urkunde,
2) deutsches Papier- und Hartgeld sowie Notgeldscheine der Stadt Bad Bramstedt,
3) einige Zeitungen.

Zur Zeit der Grundsteinlegung des Ehrenmals war
Präsident des Deutschen Reiches Ebert,
preußischer Ministerpräsident Braun,
Oberpräsident in Schleswig – Holstein Kürbis,
Landrat des Kreises Segeberg Dr. Ilsemann,
Bürgermeister von Bad Bramstedt Jensen.

Zur Zeit der tiefen Erniedrigung Deutschlands, als Franzosen und Belgier an Rhein, Ruhr und Saar über das Versailler Friedensdiktat hinaus das Recht beugten und Gewalttat auf Gewalttat häuften, als viele Tausende deutscher Männer, Frauen, Greise und Kinder um ihrer Treue zum deutschen Vaterlande willen aus diesen Gebieten von Haus und Hof vertrieben wurden, als Männer wie Leo Schlageter und Willy Dreyer als Märtyrer der Deutschen Sache starben, als das deutsche Vaterland infolge der fortwährenden Bedrückungen der Feinde, vor allem der seine Kräfte übersteigenden Reparationslasten unter vielen inneren Unruhen, ja Bürgerkämpfen litt, ist die Arbeit für dieses Denkmal begonnen und ausgeführt worden, das da sein soll ein Zeichen des Dankes an die Gefallenen und eine Mahnung an das lebende Geschlecht und die Nachkommen, den herrlichen Geist unsrer Gefallenen lebendig zu erhalten und zu beherzigen, daß der Weg zu Deutschlands Freiheit nur durch Deutschlands Einigkeit geht.

»Und stehst du dann, mein Volk, bekränzt vom Glücke
in deiner Vorzeit heilgem Siegerkranz,
vergiß die treuen Toten nicht und schmücke
auch unsre Urne mit dem Eichenkranz!“                 
(Theodor Körner)

Bad Bramstedt , den 6. September 1924.

Der Ausschuß für die Errichtung des Ehrenmals

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Der Vorläufer

Die gleiche Skulptur hatte Heinrich Missfeldt schon für die Kirche »Zum guten Hirten« in Berlin Friedenau gefertigt.

»Nach dem Ersten Weltkrieg errichtete die Gemeinde ein von Heinrich Mißfeldt geschaffenes Denkmal für ihre gefallenen Mitglieder. Wegen der großen Zahl der Gefallenen ließ man den Plan fallen, Namenstafeln an den Wänden der Kirche anzubringen. Das Denkmal besteht aus einer überlebensgroßen trauernden Frauenfigur, die – mit gefalteten Händen kniend – auf einen vor ihr liegenden, lorbeergeschmückten Stahlhelm blickt. In der Mitte des Sockels befindet sich ein Schränkchen zum Aufbewahren des Ehrenbuchs mit den Namen der Gefallenen. Das Ehrenmal sollte ursprünglich in der Eingangshalle aufgestellt werden. Wegen einer Heizungsinstallation wurde dann die der Kanzel gegenüberliegende Nische hergerichtet. Das Denkmal wurde am 16. April 1921 enthüllt. Weil bei den Umbauarbeiten zur Vergrößerung des Altarraums die Nischen später zugemauert wurden, steht das Ehrenmal jetzt im Kirchenschiff direkt beim Eingang links an der Wand.«

• Nach Wikipedia, abgerufen am 9. November 2016

 

Kirche Zum Guten Hirten Berlin friedenau Bodo Kubrak Wikimedia Commons web

Foto: Bodo Kubrak / Wikimedia Commons


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Der Bildhauer Missfeldt

Heinrich Missfeldt wurde am 20. Dezember 1872 in Suchsdorf bei Kiel geboren und starb am 27. Oktober 1945 in Torgau.

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Seine Eltern waren der Ziegeleibesitzer Detlef Missfeldt und Elsabe Sinn. Nach einer Lehre als Holzbildhauer in Kiel ging er zum Studium nach Berlin. Viele Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein wurden in seinem Berliner Atelier entworfen. Zum Beispiel das in Bad Segeberg, Glückstadt, Bokel (zum Teil abgetragen), Garding, Husum, Kappeln und Kiel.

1936 entwarf er Reliefbilder vom Kopf Hermann Görings und Adolf Hitlers, 1937 wurden sie in der Lehrgießerei des Lautawerks der Vereinigte Aluminium-Werke AG hergestellt – Sandguss, Aluminium, poliert.

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Das Denkmal zum 2. Weltkrieg

Links hinter dem Missfeldt-Denkmal erreicht man über eine sieben- und eine vierstufige Treppe die Denkmalsanlage für die Toten des 2. Weltkriegs. Über einem Sockel aus gelben Backsteinen erheben sich sieben gemauerte Stelen, die am oberen Rand die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs mit aufgesetzten Metallziffern tragen. Der Gartenbauarchitekt Gustav Lüttge (1909 - 1968) aus Hamburg hat das Denkmal entworfen, er übernahm auch die Bauleitung. Am Volkstrauertag 1957 wurde es eingeweiht.

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Jan-Uwe Schadendorf schreibt:

»In den Bramstedter Nachrichten vom 15. und 18.11.1957 erschienen folgende Beiträge zur Einweihung des Denkmals der im Kriege 1939-45 Gefallenen. Es fällt auf, dass von 12 Millionen Kriegstoten die Rede ist, was wohl die deutschen meint und nicht die anderer Staaten.«

15.11.1957:
Die Arbeiten beim neuen Ehrenmal im Herrenholz sind soweit vorgeschritten, daß das Mauerwerk – der Säulengang – fertiggestellt ist. Im Augenblick wird der Weg gepflastert. Der Gestalter des Ehrenmals, Gartenarchitekt Lüttge, Hamburg, konnte sich kürzlich von den guten Fortschritten beim Bau des Ehrenmals überzeugen. Herr Lüttge, der auch die Gesamtleitung des Baues inne hat, bedankt sich sehr herzlich bei dem Ehrenmalausschuß für die bisher geleistete Arbeit.

Am kommenden Sonntag, dem 17. November 1957 – am Volkstrauertag – wird mit dem Schlußstein eine Kassette eingemauert, die eine Urkunde, die Protokolle des Ausschusses für Errichtung eines Ehrenmals 1939/45 sowie verschiedene Schriftstücke, Bilder und Zeitungen‚ enthält. Die Einmauerung findet im Anschluß an die Feierstunde anläßlich des Volkstrauertages statt.

Im kommenden Frühjahr werden die gärtnerischen Arbeiten in Angriff genommen. Wenn dann das neue Ehrenmal endgültig seiner Bestimmung übergeben werden kann, dann wird es eine Gedenkstätte sein, die mustergültig und beispielhaft dasteht! Der Beauftragte der Landesregierung Schleswig-Holstein, Regierungsbaurat Rose, hat bereits das Bramstedter Ehrenmal als vorbildlich hingestellt! Darüber hinaus aber wird es eine würdige Gedenkstätte sein, die unserer heutigen Einstellung zum Tode entspricht.


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»Schlußstein gelegt«

18.11.1957:
Gestern vormittag wurde im Anschluß einer Feierstunde zum Volkstrauertag der Schlußstein in das Mauerwerk des Ehrenmals 1939—1945 gesetzt. Die Abordnungen der Bramstedter Verbände, unter ihnen Bürgermeister Gebhardt und Gartenarchitekt Gustav Lüttge, der Gestalter des neuen Ehrenmals, nahmen daran teil. Der Vorsitzende des »Ausschusses für Errichtung eines Ehrenmals 1939—1945«, Otto Kruse, wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung dieses Augenblicks hin. Zur Erinnerung an diesen Tag wurde mit dem Schlußstein eine kupferne Kassette für die Nachwelt eingemauert. Die Kassette hat dankenswerter Weise Klempnermeister Heinrich Kiel, Bad Bramstedt, dem Ausschuß zur Verfügung gestellt. In der Kassette befanden sich eine Ausgabe der »Bramstedter Nachrichten« vom 15. 11. 1957 (Nr. 267), die Protokollhefte des Ehrenmalausschusses, 5 Anteilscheine und 30 Sammlerausweise von der Sammlung für das Ehrenmal, eine Zeitschrift »Garten und Landschaft«, in der Regierungsbaurat Rose, Kiel, das Ehrenmal als mustergültig hinstellt, zwei Fotografien vom Arbeitseinsatz beim Ehrenmal sowie eine Urkunde des Ehrenmalausschusses.

Die Urkunde, die Otto Kruse verlas, hatte folgenden Wortlaut.

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Die zweite Urkunde

Am 13. Januar 1954 wurde in Bad Bramstedt von den Vertretern der Vereine, Verbände, Schulen und andere Körperschaften ein Ausschuß gewählt, der den Auftrag erhielt, für die Opfer des 2. Weltkrieges ein Ehrenmal vorzubereiten und zu errichten.

Dieser Ausschuß bestand aus folgenden Personen:
Vorsitzender: Otto Kruse – als Vertreter des »Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge«
Schriftführer: Otto Schnepel – als Vertreter der Bramstedter Gesangvereine
Kassenführer: Fritz Rettke – als Vertreter des »Verbandes deutscher Soldaten«
Beisitzer: Heinrich Papke – als Vertreter des »Bundes vertriebener Deutscher«
Herbert Brauer – als Vertreter des »Reichsbundes der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner u. Hinterbliebenen«
Werner Sandow – als Vertreter des Heimkehrerverbandes

Der Entwurf zum Ehrenmal stammt von dem Gartenarchitekten Gustav Lüttge, Hamburg 36, Warburgstraße 33, der auch die Gesamtleitung der Bauarbeiten inne hatte. Die Mittel zur Erstellung dieses Ehrenmals wurden durch freiwillige Spenden aus allen Bevölkerungskreisen der Stadt Bad Bramstedt aufgebracht. Die Erdarbeiten und der größte Teil der notwendigen anderen Arbeiten sind im freiwilligen Arbeitseinsatz von den Bramstedter Vereinen, Verbänden, Schulen und Handwerkern unter Leitung von Otto Kruse getätigt worden.

Die Einmauerung dieser Urkunde erfolgte am Sonntag, dem 17. November 1957 – am Volkstrauertag. Mit dieser Urkunde wurden die Protokolle des Ausschusses, verschiedene Schriftstücke, Bilder u. Zeitungen eingemauert.

Zur Zeit der Erbauung dieses Ehrenmals war
Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland: Theodor Heuß,
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland: Konrad Adenauer,
Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein: Kay Uwe von Hassel,
Landrat des Kreises Segeberg: Dr. Alnor,
Bürgervorsteher der Stadt Bad Bramstedt: Otto Kruse,
Bürgermeister der Stadt Bad Bramstedt: Heinrich Gebhardt.

Unerbittlich hat das Schicksal im zweiten Weltkrieg 1939 – 1945 zugeschlagen, ohne Ansehen der Person, ob arm oder reich, Nord- oder Süddeutscher, Bürgerlicher oder Sozialist, ob evangelisch oder katholisch – alle sind sie unter der Sense gefallen. Es traf nicht nur die wehrhafte Mannschaft, sondern auch Mütter und Mädchen, Greise und Kinder. Zwölf Millionen fielen in beiden Weltkriegen an den Fronten, im Bombenhagel der Städte, auf der Flucht oder hinter dem Stacheldraht der Gefangenenlager.

Trotz Kriegs- und bitterster Nachkriegsjahre hat das deutsche Volk nicht verlernt, seine Gefallenen zu achten und zu ehren. Ein Volk, das seine Toten nicht mehr ehrt, hat seine Kraft und damit seine Daseinsberechtigung verloren!

Das hier erbaute Ehrenmal soll sein eine Mahnung an das lebende Geschlecht und deren Nachkommen, die Opfer des Krieges nicht zu vergessen! Die Toten mahnen! Sie mahnen zum Frieden! So soll das Ehrenmal auch sein ein Mahnmal für den Frieden!

»Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht,
daß Frieden bleibe,
Frieden zwischen den Menschen,
Frieden zwischen den Völkern!«
(Bundespräsident Prof. Theodor Heuß)

Bad Bramstedt, den 17. November 1957

Der Ausschuß für Errichtung des Ehrenmals 1939—1945

Nach Verlesung dieser Urkunde wurde die Kassette von Herrn Heinrich Kiel zugelötet und dann mit dem Schlußstein eingemauert. Abschließend rief Otto Kruse die Versammelten auf, auch weiterhin dem Ehrenmalausschuß in seiner Arbeit zu unterstützen.

 

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Einer der Anteilsscheine, über die Spenden für das Denkmal eingeworben wurden.

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Wir danken sehr herzlich Jan-Uwe Schadendorf, der uns erlaubte, Zeitungsartikel, Texte der Urkunden und zwei der historischen Fotos zu zeigen, die auf seiner Website verwendet werden. Lesen Sie mehr auf:

www.alt-bramstedt.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Der frühere Standort
Eine historische Postkarte
Die Geschichte
Die Einweihung
Der Bildhauer Missfeldt

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Bad Segeberg

Neben dem Turmeingang zur Marienkirche und dem Friedhof

Das Kriegerdenkmal aus Muschelkalk steht heute zwischen der Treppe für Fußgänger und Auf- und Abfahrt für Fahrräder und Rollstühle. Der Berliner Bildhauer Heinrich Missfeldt (1872 - 1945) hat es entworfen. Am 26. November 1922 wurde es eingeweiht.


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Auf dem vielstufigen Sockel in der Form eines Sarkophags liegt hingesunken ein nackter Soldat mit einem Stahlhelm auf dem Kopf und einem abgebrochenen Schwert in der rechten Hand, den muskulösen Körper notdürftig mit einem Umhang bedeckt. Die ehemals weiße Skulptur ist jetzt grün bemoost. Man sieht keine Verletzung, trotzdem hat die Statue den Namen »Sterbender Krieger« erhalten.

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An der Seite des Sarkophags ist heute über einem großen christlichen Kreuz eingraviert:
Den Toten der Kriege

Darunter:
Die Kirchengemeinde Segeberg

Auf einer Stufe unter dem nackten »Helden« läuft als Spruchband rundherum der Bibelvers Johannes 15.13 in der Fassung der Lutherbibel von 1912:
Niemand hat grössere Liebe
denn die
dass er sein Leben lässt
für seine Freunde

Zwischen die Wörter ist jeweils ein achtstrahliger Stern gesetzt, um die kurze Seite mit »denn die« aufzufüllen, sind rechts und links waagerechte Ankersymbole angefügt.

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An der gegenüber liegenden kurzen Seite ist über dem Wort »Freunde« die Signatur des Bildhauers Missfeldt eingraviert.

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Vor einigen Jahren war der »Sterbende Krieger« noch nicht von Verkehrswegen umschlossen ...

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Foto: Sönke Rahn / Wikimedia Commons

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Der frühere Standort

... und errichtet wurde das Denkmal 1922 an der Längsseite der Kirche in einer kleinen Parkanlage, die den 1909 geschlossenen Friedhof vor der Kirche ersetzt hatte und die heute nur Rasenfläche ist. Am 4. Oktober 1916 war dort die Parkanlage als »Ehrenfriedhof« eingeweiht worden: »Geplant ist hier an dieser Stätte für all die Gefallenen unserer Gemeinde ein größeres Denkmal nach Beendigung des Krieges (aus dem Segeberger Kreis- und Tageblatt, 6. Oktober 1916). Die Parkanlage wurde von Carl Ernst Friedrich Stämmler (1839 - 1926), Kunst- und Handelsgärtner und Stadtrat angelegt. Von 1906 bis 1920 gehörte er der Kirchengemeinde Segeberg an.

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Auf diesem Luftbild von 1935 ist das Denkmal rechts unten zu sehen.


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Dieses Bild hat der Segeberger Fotograf Antonius Dellgrün (1888 - 1973) im Jahr 1932 gemacht. Dellgrün wurde am 12. März 1933 bei den Wahlen zum Segeberger Stadtparlament als NSDAP-Mitglied zum Stadtvertreter gewählt und blieb es bis Kriegsende

 

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Foto: Jörgen Sontag

Ein Foto aus den 50er-Jahren. Das Kriegerdenkmal steht noch auf der großen Rasenfläche vor der Kirche. Im Hintergrund sieht man das damalige Pastorat am Kirchplatz 7.

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Eine historische Postkarte

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Auf diesem Foto von 1927 kann man erkennen, dass die Frontseite des Denkmals ursprünglich anders gestaltet war. In der Schrifttype Leipzig Fraktur stand dort:

Unseren teuren Gefallenen
die Kirchengemeinde Segeberg

Darunter als Schmuckelement zwei gekreuzte Eichenzweige. Auch der Bibelvers Johannes 15.13 auf dem umlaufenden Spruchband war früher in der alten Schrift graviert und hatte vermutlich zwischen den Wörtern ein anderes Schmuckelement.

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Die Geschichte

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs wollten die Segeberger den toten Soldaten ein Denkmal setzen. Von den 14 eingegangenen Entwürfen waren alleine drei von Heinrich Missfeldt: »Sterbender Krieger«, eine trauernde Frauengestalt (siehe Kriegerdenkmal in Bad Bramstedt) und eine Säule gekrönt wahlweise von einem Adler oder einem Eisernen Kreuz (siehe das ehemalige Kriegerdenkmal in Bokel, Kreis Pinneberg). Vom 2. bis 4. Mai 1922 waren die Entwürfe im Gewerbevereinshaus ausgestellt. Ende April 1922 traf sich der Denkmalsausschuss: »Zunächst war die Frage zu prüfen, ob die schlanke Säule, Obelisk oder Pyramide oder ob ein breites wuchtiges Denkmal vorzuziehen sei« (Segeberger Kreis- und Tageblatt). Wichtig war den Ausschussmitgliedern die Wirkung des zukünftigen Denkmals, die es nach allen Seiten entfalten sollte. Das Denkmal des schließlich an Hand eines Tonmodells des Bildhauers Heinrich Missfeldt erwählten »Sterbender Krieger« kostete 80 000 Mark. Um diese Summe aufbringen zu können wurde eifrig die Spendentrommel gerührt. Größere Summen kamen von ehemaligen Segebergern, die mittlerweile in den USA oder Dänemark lebten. Eugen Bornhöft aus Chicago zum Beispiel spendete 15 000 Mark. Auch der Segeberger Bankdirektor Heinrich Harck, Mitglied im Denkmalsausschuss, gab eine größere Summe. Am 14. November 1923 löste sich der Denkmalsausschuss auf.

Am 25. Oktober 1964 wurde das Denkmal dann an einen Platz nahe dem Turmeingang der Marienkirche umgesetzt, wo es auch heute noch steht. Die erste Gedenkfeier am neuen Platz fand anlässlich eines Treffens des Traditionsverbandes der ehemaligen 110 I.D. statt. Der Kommandeur des Panzergrenadierbatallions 182 Oberstleutnant Fahrenkamp übernahm durch Tagesbefehl die Patenschaft für das »Ehrenmal«.

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Die Einweihung

Am frühen Nachmittag des 26. November 1922, am Totensonntag, wurde das Denkmal eingeweiht. Zahlreiche Militärvereine, der Segeberger Kampfgenossenverein von 1870/71, Abordnungen von Sportvereinen und Schulen und die Mitglieder der Segeberger Liedertafel waren auf dem Marktplatz angetreten und marschierten in Reih und Glied unter Trommelwirbel und Glockengeläut von der Marienkirche zum geschmückten Denkmal.

»Nachdem der Sängerclub 1870/71 und die Liedertafel Segeberg das Lied ›Dem Andenken der Gefallenen‹ gesungen hatten, übergab der Vorsitzende des Segeberger Militärvereins und Schriftleiter Rudolph Jacoby das Denkmal der Stadt Segeberg, im Namen des Denkmalsausschußes, allen die zum Bau des Denkmals beigetragen, dem Künstler, Bildhauer Mißfeldt, Berlin, der zur Feier erschienen war, für das Werk den Dank des Ausschußes aussprach und die Jugend ermahnte sich die Gefallenen zum Vorbild zu nehmen, in ihrer Treue und Pflichterfüllung dem Vaterland gegenüber« (Segeberger Kreis- und Tageblatt vom 28. November 1922).

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Wir danken sehr herzlich Peter Sauer aus Bad Segeberg für die historischen Fotos und seine Recherchearbeit, aus der wir zitieren durften.

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Der Bildhauer Missfeldt

Heinrich Missfeldt wurde am 20. Dezember 1872 in Suchsdorf bei Kiel geboren und starb am 27. Oktober 1945 in Torgau.

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Seine Eltern waren der Ziegeleibesitzer Detlef Missfeldt und Elsabe Sinn. Nach einer Lehre als Holzbildhauer in Kiel ging er zum Studium nach Berlin. Viele Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein wurden in seinem Berliner Atelier entworfen. Zum Beispiel das in Hörnerkirchen, Glückstadt, Bad Bramstedt, Bokel (zum Teil abgetragen), Garding, Husum, Kappeln und Kiel.

1936 entwarf er Reliefbilder vom Kopf Hermann Görings und Adolf Hitlers, 1937 wurden sie in der Lehrgießerei des Lautawerks der Vereinigte Aluminium-Werke AG hergestellt – Sandguss, Aluminium, poliert.


Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Missfeldts Kriegerdenkmäler in:

Schleswig-Holstein Kappeln
Schleswig-Holstein Bad Bramstedt

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I N H A L T
Das Denkmal
Aus der Geschichte

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Bebensee, Kreis Segeberg

Eine gepflegte Anlage in der Dorfmitte

Das Kriegerdenkmal wurde kunstvoll aus Natursteinen gemauert und mit einer Metalltafel versehen. Es liegt an der Hauptstraße in der Nähe des Feuerwehr- und Gemeindehauses.


SH Bebensee gesamt


Inschrift:
Eisernes Kreuz mit Eichenlaub und Lorbeerzweig
1914-18 . 1939-45
Uns rief das Va / terland in seiner / Not. Wir zogen / aus zum frühen / Tod. Wir taten / unsere Pflicht. / Vergesst uns nicht!

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1955 wurde das Denkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege von Propst Jäger aus Bad Segeberg geweiht. Es werden keine Namen genannt.

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Aus der Geschichte

... Traurig war die Rückkehr der Armee aus dem Feld. Um den am Weltkrieg teilgenommenen Soldaten den Dank des Dorfes darzubringen, veranstaltete der Lehrer am 11. Oktober 1919 ein »Kriegerfest«. Das ganze Dorf beteiligte sich an dem Fest, an dem Ansprachen gehalten, Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen wurden. ... (Seite 116)

... 1933. Es wurde ein Antrag gestellt, zu Ehren der gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges ein Ehrenmal zu errichten, dazu einen Platz herzurichten, auf dem eine Eiche gesetzt werden konnte. Beiden Anträgen wurde entsprochen. Das Ehrenmal und die Eiche wurden auf dem Dreieck vor dem Hause Hugo Möller sen. gesetzt. Doch nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gedenkstätte aufgehoben. ... (Seite 124)

... 1955 wurde im Rahmen einer besonderen Feierstunde das Ehrenmal der Gemeinde für die Toten beider Weltkriege von Propst Jäger, Bad Segeberg geweiht. ... (Seite 159)

• Zitiert aus: »Bebensee vor und während der Jahrtausendwende«. Eine Chronik von Horst Schumacher, 2005

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I N H A L T
Die Denkmalsanlage
Historische Fotos
Das Danewerk

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Busdorf bei Schleswig

Am Ortseingang neben der Bundesstraße 77

Direkt an einem Kreisverkehr, zwischen Schulstraße und Bundesstraße 77, zwischen Grundschule und Gewerbe liegt das Gelände für unterschiedlichste Kriegerdenkmäler der Gemeinde.

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Auf einer großen Rasenfläche mit Fahnenmasten und verschiedenen gerade angelegten Fußwegen sind an der Spitze fünf Findlingssteine und Namenstafeln aus polierten Stein aufgestellt. Dazwischen ist mittig ein Pflanzenbeet angelegt worden.

 

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Der alte Hauptstein (siehe die historischen Fotos weiter unten) und seine religiös angehauchte Aussage wird heute flankiert von rotbraunen Namenstafeln mit geschwungenem Rand. In der Mitte herausragend ein eingesetzter anthrazitfarbener Steinstreifen mit den Jahreszahlen der Weltkriege des 20. Jahrhunderts. Dieses Ensemble steht auf mit kleinen Granitsteinen gepflastertem Untergrund.

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Für den 1. Weltkrieg werden 30 Namen von getöteten Soldaten aufgeführt, geordnet erst nach Jahren, dann noch nach Monaten. Im Tabellensatz an dritter Stelle wird angegeben, ob die Soldaten »GEFALLEN« oder »VERMIßT« sind. Es gibt fünf vermisste Soldaten mit unbekanntem Sterbemonat.

 

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Die Namenstafeln für den 2. Weltkrieg sind genauso gestaltet, hier werden 59 Namen aufgeführt. Elf Soldaten werden vermisst, allerdings ist bei sechsen der Sterbemonat bekannt. Wohingegen bei zwei »Gefallenen« der Sterbemonat unbekannt ist. Hier werden auch Soldaten genannt, die »GESTORB.« sind: Einer 1940, Einer 1944 und drei 1945.

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Der teilweise im gepflasterten Boden versenkte Findling trägt die gravierte, schwarz ausgemalte Inschrift:

Ein einig Volk
ein heilig Band
Gott, Freiheit,
Vaterland

Darüber im Relief Eichenlaub, flächig konturiert mit schwarzer Farbe bemalt.

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An beiden Seiten des Hauptensembles sind verschieden große und geformte Findlinge aufgestellt. Rechts davon dieser stark geäderte Findling mit der schwarz ausgemalten Inschrift:

Du Deutschland wirst bleiben
wenn wir auch vergehn
du wirst dich entfalten
wir werden verweb’n
doch was wir geschaffen
wir schufen’s für dich
was wir geopfert
war Opfer für dich

Deutschland!

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Hier unter einem Kreuz die gravierte, schwarz ausgemalte Inschrift:

den Toten der Heimat im Osten
1939 – 1945

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Ein Stahlhelm, herausgearbeitet im Relief.

 

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Auf einem groben rötlichen Granitstein ein Eisernes Kreuz mit Krone, großem »W« für Kaiser Wilhelm II und der Jahreszahl 1914. Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung.

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Historische Fotos

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Hier steht der Hauptstein in seiner vollen Höhe, angelehnt an ein rundes Erdplateau. Viele kleinere Steine – womöglich einzelne Namenssteine – sind ringsherum aufgestellt. Rechts davor kann man noch den Stein mit dem damals weiß umrandeten Eisernen Kreuz erkennen. Links könnte der Stein mit dem Stahlhelm liegen. Ein breiter Sandweg führt auf die Anlage zu und umrundet sie. Am äußeren Wegrand sind Bäume angepflanzt worden.

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Auf diesem späteren Foto aus den 50er Jahren hat man ein großes Holzkreuz auf das Plateau gesetzt. Wo diese frühere Anlage stand, ist uns leider nicht bekannt.

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Das Danewerk

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An der Seite der Denkmalsanlage zur tiefer liegenden Bundesstraße hin, ist eine Informationstafel zum Danewerk aufgestellt, das hier verläuft:

»Vor über 1 000 Jahren, in der Wikingerzeit, trafen hier in der Grenzregion zwischen Skandinavien und Mitteleuropa Dänen, Friesen, Sachsen und Slawen aufeinander. Dänische Könige begannen das Danewerk als Grenzbefestigung auszubauen.

So sicherten sie die Südgrenze ihres Reiches und den Handelsweg zwischen Nord- und Ostsee. Das Danewerk bestand aus Erdwällen, Mauern, Gräben und einem Sperrwerk an der Schlei. Wichtigster Handelsort und Verkehrsknotenpunkt war Haithabu.

Sie stehen hier auf dem Verbindungswall. ... Der Verbindungswall füllte die Lücke zwischen Haithabus Halbkreiswall und dem Hauptwall. Er verläuft von der Wikingersiedlung bis an die feuchte Niederung des Dannewerker Sees. Dabei quert er auch ein sumpfiges Tal. So bezogen die Erbauer die natürlichen Hindernisse geschickt in ihren ›Bauplan‹ ein.

Die Bundesstraße schneidet heute eine Kerbe in den Verbindungswall.«

• Die Wikingersiedlung Haithabu und das heutige Museum sind ca. 600 Meter von der Denkmalsanlage entfernt.

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I N H A L T

Das Denkmal
Die Inschriften

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Böklund,
Kreis Schleswig-Flensburg

Auf dem Friedhof der Böklunder Kirche

Vier Steinstufen führen vom Friedhof hinter der Kirche hinunter zum heutigen Denkmalsplatz. Der Findlingsstein für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs stand ursprünglich am Friedhofseingang. Nach 1945 wurde der Stein in den hinteren Friedhofsbereich verlegt und Anfang der 50er Jahre erweiterten die Gemeinden Böklund, Stolk und Süderfahrenstedt den neuen Platz um zwei Denkmäler für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs.

SH Boklund Treppe web

Auf dem vorne und hinten durch ein Steinmäuerchen bzw. eine Steinreihe abgerundeten Platz steht in der Mitte ein hohes Holzkreuz auf einem Natursteinfundament. Rechts davon wurde ein Findling für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs ebenfalls auf ein gemauertes Natursteinfundament gesetzt. Er erhielt unter einem eingravierten Eisernen Kreuz die Inschrift:
Ihren im Weltkriege 1939-1945 gebliebenen Söhnen
Die dankbare Heimat

Alle, die gefallen in Meer und Land, sind, Herr, gefallen in deine Hand.

SH Boklund Detlef Tauscher web

Der umgesetzte Findling trägt, ebenfalls unter einem Eisernen Kreuz, die Inschrift:
Ihren im Weltkriege 1914-1918 gebliebenen Söhnen
die dankbare Heimat

Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.

SH Boklund 1WK web

Auch in diesen gemauerten Sockel sind, wie in die beiden anderen, Metallplatten mit den Namen der toten Soldaten eingelassen, geordnet nach den Gemeindeteilen, in denen sie gewohnt hatten. 46 Namen für die Toten des 1., 154 Namen für die Toten des 2. Weltkriegs.

SH Boklund Kreuz web

SH Boklund Fuss web

Wir danken herzlich Herrn Pastor Detlef Tauscher, der diese Fotos nach dem Volkstrauertag 2014 aufgenommen hat.

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Die Inschriften

Die ersten beiden Zeilen dieses Gedichtes von Siegfried Goes sind in Böklund leicht variiert übernommen worden.

All, die gefallen in Meer und Land
sind gefallen in Deine Hand 

alle die kämpften auf weitem Feld
sind auf Deine Gnade gestellt

alle die weinen in dunkler Nacht
sind von Deiner Güte bewacht.

Gib uns Augen dass wir es sehn
wie Deine Hände mit uns gehn

Gib uns Herzen die Deine Gnad
gläubig ergreifen früh und spat

Gib uns das Leben durch Deinen Sohn
uns und den Toten vor Deinem Thron.

Siegfried Goes, der diese Anrufung Gottes erdacht hat, war ebenfalls Soldat im 2. Weltkrieg und ist getötet worden. Das Original ist auf dem Kriegerdenkmal in Grundhof zu lesen.

Denkmal Grundhof

 
Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.

So spricht Jesus am Ende des Johannes-Evangeliums (15,13). Es ist ein Beispiel für die pseudo-biblische Legitimation des Soldatentods. Christliche Analogien sollen dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben und ihn als »Opfertod« verklären. 


Ihren im Weltkriege 1914-1918 (1939-1945) gebliebenen Söhnen die dankbare Heimat

Obwohl der Erste Weltkrieg so ungleich viel mehr Menschenleben forderte und der Krieg verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäler den Kriegstod als verdienstvoll. Kriege, in denen planvoll getötet und grausam gestorben wird, forderten die Sinnstiftungsleistung des Kollektivs der Überlebenden auf ganz besondere Weise heraus. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die Soldaten und stilisierte ihr Schicksal.

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland oder für die dankbare Heimat. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern gerechtfertigt werden.

Bis 1945 benutzen die Nationalsozialisten die toten Soldaten für eine Verpflichtung an die nachfolgende Generation, ihnen an Kampfesmut und Opferbereitschaft nicht nachzustehen.

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Das Denkmal
Der Stein für die Vertriebenen
Die Mauer
Der Bosauer Kriegerverein
Historische Fotos

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Bosau, Kreis Ostholstein

Am Rand des Pastoratsgarten der St.-Petri-Kirche

In einem wunderschönen Staudenbeet stehen drei Gedenksteine. Links daneben sind in eine Natursteinmauer fünf Platten eingelassen: zwei helle Namensplatten und drei dunklere mit Inschriften.

SH Bosau gesamt web

SH Bosau Stein Wir web

Der älteste Stein trägt, umgeben von linearen Girlanden und Mustern, die Inschrift:

1914 1918 (Eisernes Kreuz) Wir für Euch

 

        SH Bosau rechts web

Die Inschrift des Steins für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs lautet:

1939 - 1945 (Eisernes Kreuz) Jesus für uns

Die Inschriften auf den beiden Steinen sind im Aufbau gleich gestaltet, die Formulierungen entsprechen sich. Das ist kein Zufall. Der Kriegstod der Soldaten (Wir für Euch) wird gleichgesetzt mit dem Kreuzestod Christi (Jesus für uns), als Opfertod für die Menschheit. Die Soldaten haben sich ebenfalls »für uns« geopfert, ihr Tod wird mit dieser Analogie gerechtfertigt.

Diesen Gedanken findet man oft auf Kriegerdenkmälern, meistens sind sie von Kirchengemeinden auf Kirchenland oder auf Friedhöfen aufgestellt worden. Dem Kriegstod soll ein Sinn gegeben werden.
Die Gleichsetzung ist als Trost für die Angehörigen der getöteten Soldaten gedacht, ist aber nie mit einer kriegskritischen Haltung verbunden.

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Der Stein für die Vertriebenen

        SH Bosau Heimat web

Dazwischen steht der große, hohe Stein der Heimatvertriebenen:

Heimat
Niemals vergessen
Niemals verzichten
du bleibst deutsch
Die Heimatvertriebenen der Gem. Bosau
1952

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Die Mauer

SH Bosau St Mauer web

Die dunklen Tafeln haben von links nach rechts die Inschriften:

1914 - 1918
Unseren lieben Gefallenen
1939 - 1945

Die hellen Tafeln tragen Name und Sterbetag von 19 toten Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.

Im Hintergrund rechts sieht man die eingerüstete St.-Petri-Kirche

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Der Kriegerverein Bosau

(Kampfgenossenverein von 1870/71)

Das sogenannte »Sedanfest« wurde am 7. September 1879 gefeiert. Auf dem Programm standen auch die Übergabe und die Weihe der Fahne. Die von den Damen der Gemeinde Bosau gestiftete Fahne wurde dem am 11 August 1878 gegründeten Kampfgenossenverein übergeben. Leider verbrannte diese Fahne am 22. Mai 1890 bei einem Großfeuer in Hassendorf. Im September 1900 erhielt der Kriegerverein eine völlig gleiche Fahne mit der Aufschrift: »Gehorsam, Treue, Tapferkeit des deutschen Kriegers Ehrenkleid«. Sie wurde in der Bosauer Kirche durch Pastor Piening geweiht.

• Aus der Hutzfelder Chronik von Helmut Schröder

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Historische Fotos

Der Gedenkstein für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs war ursprünglich am Fuß des Turms der St.-Petri-Kirche aufgestellt worden.

SH Bosau Ehrenmal Kirche SW web


Anfang der 50er Jahre wurde der Stein für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs ergänzt. Zusammen mit dem älteren Stein und einem hohen Kreuz in der Mitte erhielt er einen neuen Platz an einer Hecke, vermutlich auf dem Friedhof gegenüber von Turm und Eingang der St.-Petri-Kirche. Die halbrunde, höher gelegte Denkmalsanlage konnte über zwei Stufen erreicht werden. Mit Plattenweg und Mäuerchen aus Feldsteinen sah die Anlage dann so aus:

SH Bosau 50er Jahre web


Später zogen die Steine um an den den Rand des Pastoratgartens. Das Kreuz zwischen den Steinen:

»1914 1918 / Wir für Euch« 
»1939 - 1945 / Jesus für uns«

wurde durch den Stein der Heimatvertriebenen

»Heimat / Niemals vergessen / Niemals verzichten / du bleibst deutsch«

ersetzt. Die Anlage wurde insgesamt umgestaltet, die Mauer an der Seite kam dazu.

Wir danken Helmut Schröder aus Hutzfeld für die Fotos.

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Das Denkmal
Das Eiserne Kreuz
Hinterm Schilderwald ...

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Brackrade, Kreis Ostholstein

An der T-Kreuzung des Dorfes

Durch ein mit Eisernen Kreuzen verziertes Tor betritt man eine Anlage, die mit behauenden Feldsteinen erbaut wurde. Von vorne und den Seiten führen vier Stufen auf den Denkmalsplatz.

SH Brackrade seitlich web

In eine vierstufige Pyramide mit oben aufgesetztem Eisernen Kreuz sind in der Mitte zwei Steinplatten eingefügt. Die größere trägt über den 18 Namen der im 1. Weltkrieg getöteten Soldaten die Inschrift:
1914   starben   1918
für ihr Vaterland

SH Brackrade gesamt web

Auf der nächsten Stufe darunter steht:
Ehrenvoll für eine gute Sache ist der Tod

 

             SH Brackrade Inschrift web

Vor der Pyramide liegt ein Feldstein mit der sehr verwitterten Aufschrift:
Unseren Toten 1939 – 1945

Sehen Sie hierzu auch den Film »Nordkirche fordert Diskussion um Ehrenmale« im Schleswig-Holstein Magazin von Stella Peters

www.ndr.de/mediathek

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


SH Wulfsdorf Hitler EK web

• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Hinterm Schilderwald ...

... liegt das Kriegerdenkmal.

SH Brackrade Schilder web

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I N H A L T
Das Denkmal
Ehrung der SS
Die Inschrift
Die Geschichte in Bildern
Erhebung Schleswig-Holsteins
Deutsch-Französischer Krieg
Der Soldat im Wald

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Breiholz, Kreis Rendsburg- Eckernförde

An der Hauptstraße

Die große gepflegte Denkmalsanlage ist hauptsächlich den getöteten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs gewidmet.

SH Breiholz weiter web

Eine kunstvolle Mauer aus bunten Feldsteinen mit schmiedeeisernem Schmuck grenzt die Anlage von der Durchgangsstraße ab. Durch eine verzierte Pforte gelangt man auf das großzügige Gelände.

SH Breiholz Anlage web

Auf einem Sandweg geht man auf das Hauptdenkmal zu, vorbei an zwei gemauerten Feldsteinbottichen für Blumen. Der mittlere Teil des Denkmals besteht aus einem zweistufigen Feldsteinsockel mit aufgestelltem Findling. Die Seitenflügel tragen die Namenstafeln, wie wir später sehen werden, sind die Flügel nachträglich angesetzt worden.

SH Breiholz Denkmal web

Die Inschrift auf dem Findling unter einem Eisernen Kreuz in Kontur:

1914 - 18
1939 - 45

SH Breiholz Inschrift web

Auf der eingelassenen schwarzen Steintafel darunter die Inschrift:

Sie kämpften
Sie starben
Sie leben

 

SH Breiholz links 1WK web

Auf dem linken Flügel sind die drei Namenstafeln der 44 getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs eingelassen. Sie werden mit Dienstgrad (abgekürzt), Vor- und Nachnamen und Sterbedatum genannt. Dafür wurden die alten Tafeln des ursprünglichen (siehe weiter unten) Denkmals verwendet. Weil im 2. Weltkrieg doppelt so viele Soldaten getötet oder vermißt wurden und die Tafeln auf beiden Flügeln gleich hoch sein sollten, fügte man kurzerhand je eine Ergänzungstafel mit zwei Namen von Soldaten aus dem 2. Weltkrieg unten an.

SH Breiholz rechts web

Auf den drei Tafeln des rechten Flügels nun also die restlichen 82 getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs wieder mit Dienstgrad (abgekürzt), Vor- und Nachnamen und Sterbedatum. Von den 88 Soldaten gelten 31 als vermißt.

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Ehrung der SS

Für die Dienstgradbezeichnung der Mitglieder der SS aus Breiholz wird auf den Tafeln des Denkmals die Siegrune benutzt.

SH Breiholz rechts SS1

SH Breiholz rechts SS2

SH Breiholz links 1WK SS

Ursprünglich ist die Siegrune die Bezeichnung für ein Zeichen der völkischen Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts.

In der Zeit des Nationalsozialismus war die einfache Siegrune das Emblem des Deutschen Jungvolks in der Hitler-Jugend. Die aus der Sturmabteilung ausgegliederte Schutzstaffel (SS) der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei wurde zunächst mit den Anfangsbuchstaben SS bezeichnet, später schrieb und druckte man diese zwei Buchstaben stets in Runenform. Manche Schreibmaschinen jener Zeit hatten eine Sondertype für das gezackte SS. Durch ihre geschickte Proportionierung sollten sie offenbar einen Ausdruck von Dynamik sowie Bedrohlichkeit erwecken. Von der SS wurde die doppelte Siegrune als Symbol auf ihrer so genannten »Hausfahne« sowie auf Kraftwagen-Standern verwendet. Ferner fand man sie auf Kragenspiegeln und Stahlhelmen der Waffen-SS.

Neben dem Hakenkreuz ist die Siegrune das Symbol, das am deutlichsten auf nationalsozialistische Vorstellungen oder Absichten hinweist. Nach § 86a StGB ist die Verwendung dieses Zeichens strafbar. Mit geringfügigen Änderungen der graphischen Ausformung versuchen Gestalter einschlägiger rechtsextremer CD-Cover und Aufnäher das Verbot zu unterlaufen. Außerhalb der Bundesrepublik Deutschland benutzen aktive Neonazis das Zeichen weiterhin sehr offen.

Nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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Die Inschrift

So wird sie 1921 in ein Bild übersetzt, das den Kriegswitwen und -waisen Spendengeld einbringen soll:

Hambuger Warte 1a web

Rückseite:

Hambuger Warte 1b web

Diese Gutscheine wurden vom Verlag der Wochenzeitung »Hamburger Warte« verkauft. Am 14. Dezember 1918 erschien die erste Ausgabe der »Hamburger Warte«, eine »politische Kampfschrift« gegen Marxismus und Judentum. Herausgeber war Friedrich Carl Holtz (1882 - 1939), ein deutscher, nationalistischer und antisemitischer politischer Schriftsteller und Verleger.

Holtz war zunächst als Beamter im hamburgischen Staatsdienst tätig, schied aber per 31. Dezember 1913 wegen des Vorwurfs der Unterschlagung aus. Nachdem er als Freiwilliger bereits 1900/1901 in Tientsin am Chinafeldzug teilgenommen hatte und kriegsuntauglich zurückgekehrt war, meldete er sich zu Beginn des 1. Weltkrieges erneut freiwillig an die Front. Ende 1918 kehrte er in seine Heimatstadt Hamburg zurück. In seiner Zeitung »Hamburger Warte« wandte er sich u.a. im März 1919 in einer Sonderausgabe mit einer Anklageschrift gegen den »Diktator Heinrich Laufenberg« als Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates. 1922 erfolgte auf der Grundlage des Republikschutzgesetzes wegen eines Hetzartikels zum Rathenau-Mord das Verbot der Hamburger Warte. Holtz wich daraufhin nach München aus und gab dort den »Fridericus« als neue zentrumsfeindliche, antipazifistische und antisemitische Wochenzeitung heraus. Daneben gründete er in Berlin »Die Fackel« als zweite »vaterländische Wochenschrift«. 1929 war er in Hamburg beteiligt an der Gründung der Gewerkschaft Deutsche Hilfe, »damit den Gewerkschaften der Roten die Spitze geboten werde«. Holtz blieb seiner deutschvölkischen und antisemitischen Tradition verbunden und begrüßte mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten das »neue Deutschland«.

nach Wikipedia, abgerufen am 15. 12. 2017

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Die Geschichte in Bildern

Wie so oft, kann man auch in Breiholz von historischen Bildern die Geschichte des Denkmals ablesen. Hier sieht man also das ursprüngliche Denkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs. Es besteht aus dem zweistufigen Sockel und dem Findling, wie wir es als Mittelteil des heutigen Denkmals kennen.

SH Breiholz Bild1 web

Die Inschrift unter dem Eisernen Kreuz auf dem Findling ist eine andere, leider hier nicht zu entziffern. Die drei Namenstafeln sind vorne und an den Seiten in den Sockel eingelassen. Das Denkmal stand auf einem kleinen gepflasterten Platz und hatte die damals beliebte Abgrenzung aus Pfeilern und Ketten.

 

SH Breiholz Ruckseite web

Auf dem Foto kann man auch heute erkennen, dass die Flügel nachträglich angesetzt worden sind.

 

SH Breiholz Karte web

Damals zierte die Pforte auch ein Eisernes Kreuz, das hat man später entfernt. Vor dem Denkmal standen noch weiße Bänke zum Verweilen.

SH Breiholz 1960er Jahre web

Die beiden letzten Postkarten sind aus den 60er Jahren.

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Erhebung Schleswig-Holsteins

Auf dem Denkmalsgelände sind zwei weitere Steine aufgestellt. Ein kleiner Findling zur »Erhebung Schleswig-Holsteins« am 24. März 1848 mit den Jahreszahlen:

1848 – 51
1898

SH Breiholz 1848 web

Das Emblem darüber wurde herausgebrochen, Der Form nach könnte es das damalige Wappen Schleswig-Holsteins gewesen sein:

SH Breiholz Wappen web

Unter der Krone die Hände zum »Up ewig ungedeelt« verschlungen. Darunter die Zeichen: Zwei Löwen für Schleswig-Flensburg, das Nesselblatt für Holstein, der Reiter für Dithmarschen und der Schwan für Stormarn.

Die Schleswig-Holsteinische Erhebung entstand im Zusammenhang mit den revolutionären Bewegungen 1848 als Konflikt zwischen den nationalistischen Strömungen in Dänemark und Deutschland. Die Schleswig-Holsteiner strebten die gemeinsame Loslösung der beiden Herzogtümer aus dem deutsch-dänischen Gesamtstaat und die Eingliederung beider in den Deutschen Bund an. Die dänischen Nationalisten wiederum strebten einen Nationalstaat an, zu dem nur das Herzogtum Schleswig gehören sollte. Über diesem Konflikt kam es zu einem – mit Unterbrechungen – dreijährigen Krieg (1848 – 1851), bei dem die Schleswig-Holsteiner von den Staaten des Deutschen Bundes unterstützt wurden und an dessen Ende die dänische Seite siegte.

Dem britischen Premier Lord Palmerston (1784 bis 1865) zufolge war die Schleswig-Holstein-Frage so kompliziert, dass nur drei Menschen sich darin auskennen würden: Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, Prinzgemahl von Queen Victoria, der schon tot sei, ein Professor, der verrückt geworden sei, und er selbst, doch habe er alles wieder vergessen, sonst wäre er auch verrückt geworden.

1849 errichteten die »Schleswig-Holsteinischen Kampfgenossen« einen Gedenkstein auf dem Alten Friedhof in Flensburg, er sollte die ewige Verbindung zwischen Schleswig und Holstein symbolisieren. 1851 entfernten ihn die dänischen Behörden. 1898, zur Feier des 50. Jahrestages der Eroberung der dänischen Festungsanlagen, wurde ein Abguss des alten Denkmals aufgestellt.

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Deutsch-Französischer Krieg

Ein weiterer Findling trägt eine verzierte eiserne Tafel zum Gedenken an die 13 Kriegsteilnehmer von 1870/71, die aufgesetzten Buchstaben sind allerdings weitgehend abhanden gekommen.

Über den Namen mit Dienstgrad die Inschrift:

Zum steten Gedenken
für Diejenigen
aus der Dorfschaft Breiholz,
welche den deutsch-französischen Krieg
im Jahre 1870 und 71 in Frankreich
mit gemacht haben

Der frühere Standort der Tafel war an der Hauptstraße 99.

 

     SH Breiholz 1870 71 web

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.

Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.

Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Trotzdem fand sich die französische Regierung erst im Februar 1871, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, der hohe Reparationen sowie die Abtretung Elsaß-Lothringens durch Frankreich vorsah.

Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 gilt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei, der sich mit Wirkung vom 1. Januar 1871 Deutsches Reich nannte. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel „Deutscher Kaiser“ an, Otto von Bismarck wurde erster Reichskanzler. In Frankreich hatte der Krieg nicht nur die endgültige Abschaffung der Monarchie zur Folge. Vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich. Beides belastete die deutsch-französischen Beziehungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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Der Soldat im Wald

Wenige Kilometer hinter Breiholz beginnt ein Wäldchen in dem in einem privaten Garten aufgebahrt ein steinerner Soldat liegt.

SH Breiholz Soldat3 web

Wie kann man sich das erklären?

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Er lag bis 1967 in der »Ehrenhalle« von St. Marien in Flensburg, der ehemaligen Garnisons- und ältesten Stadtkirche Flensburgs. Das 1920 geschaffene Werk ist typisch für die martialischen Kriegerdenkmäler des 1. Weltkriegs.

SH Breiholz Soldat1 web
Foto: PicturePress / Stern 1967 / Ulrich Mack

Im Frühjahr 1967 forderten die drei Pastoren von St. Marien, Gerhard Jastram, Dr. Oswald Krause und Wolfgang Friedrichs die Entfernung des Kriegerdenkmals aus der Kirche. Sie stellten damit das nationalprotestantische Verständnis der lutherischen Kirchen in Frage und die Landeskirche vor eine Zerreißprobe. Die knappe Mehrheit der Pastorenschaft und der Propst standen auf ihrer Seite. Traditionsverbände und Bundeswehr, vertreten durch den Prinzen zu Schleswig-Holstein und die Admiralität der Bundesmarine hielten dagegen.

Der damalige Bundesjustizminister Gustav Heinemann freute sich drei Jahre vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten über die drei Flensburger Pastorenen und schickte ihnen ein Glückwunschschreiben, in dem er sie ermunterte, fest zu bleiben. Er zeigte so erneut seine demonstrativ strikte Haltung gegen das Militär.

SH Breiholz Soldat2 web
Foto: Archiv Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (shz)

Nach seiner Entfernung war das Kriegerdenkmal zunächst in der Nähe der Marienkirche vergraben worden. 1972 verschenkte es die Gemeinde an die »Arbeitsgemeinschaft der Kriegsopfer- und Kriegsteilnehmerverbände« (VdK). Darum lag der Soldat jetzt im Wald bei Nord-Tackesdorf auf dem Gelände der VdK-Einrichtung »Karl Kappert«, Erholungsheim Heidkate in der Waldstraße 4. Als das Heim geschlossen wurde, kam er samt Grundstück in Privatbesitz.

Lesen Sie mehr auf dieser Website unter »Veränderung«

Der Flensburger Denkmalstreit


Oder bestellen Sie das Buch »Bruchlinien« von Stephan Linck. Es erschien zum 50. Jahrestag des Flensburger Kirchenstreits, herausgegeben von Broder Schwensen, Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte e.V., Band 83. Für 19,90 Euro.

www.stadtgeschichte-flensburg.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Der Hindenburgstein
Die Dolchstoßlegende
Reichskriegerbund »Kyffhäuser«

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Breitenfelde,
Kreis Herzogtum Lauenburg

Vor der Kirche

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege ist ein mächtiger, ca. 6 Meter hoher stumpfer Obelisk aus Natursteinen.

SH Breitenfelde web

Auf der Spitze steht ein Kreuz, einem schlichten Grabkreuz aus Baumstämmen mit übergehängtem Eichenlaub-Kranz nachempfunden.

SH Breitenfelde Kreuz web


Der eingelassene Findling mit glatter Frontseite trägt unter einem konturierten Eisernen Kreuz die Widmung:

Unseren Gefallenen und Vermissten
1914 – 1918   1939 – 1945

Darunter ein Zitat aus der Bibel:

Ich lebe und ihr sollt auch leben
Johannes 14, 19

Zitate aus der Bibel sollen auf vielen Kriegerdenkmälern dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben.

SH Breitenfelde Widmung web


An allen vier Seiten sind schwarze Namenstafeln eingelassen. Geordnet nach den Orten des Kirchspiels sind die Namen und Sterbe- bzw. Vermisstendaten der Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs hintereinander aufgeführt.

SH Breitenfelde Namenstafel web

Vom Hauptweg auf dem Kirchhof geht ein gepflasterter Weg zum Kriegerdenkmal, gegenüber führt der Weg zu einem Findling, der sich im Vergleich zum Kriegerdenkmal sehr klein ausnimmt.

SH Breitenfelde beide web


Unter einem zarten Kreuz steht dort:

Wir gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

SH Breitenfelde Stein web

Auch wenn die Intention der Ergänzung vermutlich darauf abzielte, die Botschaft des Kriegerdenkmals zu relativieren, bewirkt sie doch das Gegenteil.

Die Millionen Opfer des Nationalsozialismus werden in Zusammenhang gebracht mit den Soldaten, die am Verbrechen des Zweiten Weltkriegs beteiligt waren.

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Die Geschichte

Aus der Ortschronik von Hermann Harms (Seite 156):


32 Breitenfelder starben für Kaiser und Reich. Für die 85 Kriegsgefallenen des Kirchspiels wurde 1921 auf dem alten Kirchhof ein Denkmal errichtet. Am Volkstrauertag gedachte alljährlich im Anschluß an den Gottesdienst die Kirchengemeinde vor dem Kriegerdenkmal ihrer Gefallenen – unter Beteiligung des örtlichen Reichskriegerbundes »Kyffhäuser«. Bei der traditionellen Gedenkfeier erfuhren die stolzen Worte Hindenburgs, die er 1918 sprach, verbal oder in Gedanken eine tröstende und erhebende Neubelebung: »Aufrecht gehen wir aus dem Kampf, den wir über vier Jahre gegen eine Welt von Feinden geführt haben.«

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Der Hindenburgstein

SH Breitenfelde Hindenburgstein web

Der Stein zu Ehren von Hindenburgs 70. Geburtstag neben dem Kriegerdenkmal in Breitenfelde.

SH Breitenfelde Paul von Hindenburg 1914 web

• Foto aus dem Jahr 1914

Paul von Hindenburg (2.10.1847 - 2.8.1934) war ein deutscher Generalfeldmarschall und Politiker. Im 1. Weltkrieg übte die von ihm geführte Oberste Heeresleitung von 1916 bis 1918 quasi diktatorisch die Regierungsgewalt aus. Hindenburg wurde 1925 zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Hindenburg bekam zunächst im Zusammenhang mit seinen Verdiensten im 1. Weltkrieg Ehrenbürgerschaften verliehen. Insbesondere anlässlich seines 70. Geburtstages im Jahr 1917 sprachen mehrere Städte diese Ehrung aus, an vielen Orten wurden »Hindenburgsteine« aufgestellt.

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 (»Machtergreifung«) gingen erneut zahlreiche Städte des Deutschen Reichs dazu über, ihn, neben führenden Politikern der NSDAP, trotz fehlenden Ortsbezugs zu ihrem Ehrenbürger zu ernennen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden diese Ehrungen von einzelnen Städten wieder aberkannt.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 28. Februar 2017

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Die Dolchstoßlegende

Nach der Niederlage [im 1. Weltkrieg], die im Nachhinein durch die so genannte »Dolchstoßlegende« von vielen Deutschen bereitwillig uminterpretiert wurde, und dem Versailler Vertrag entwickelte sich zu Beginn der 1920er Jahre in vielen Köpfen eine Trotz-Haltung, ein »Jetzt erst recht«-Gedanke, der Kritik an der deutschen Kriegspolitik nicht zuließ.

Die »Dolchstoßlegende« ist eine Verschwörungstheorie der damaligen politisch Rechten, die 1919 von Feldmarschall Paul von Hindenburg, der unfähig war, sich das eigene Versagen bei der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg einzugestehen, zusätzlich genährt wurde. Sie besagt, dass das deutsche Heer »im Felde unbesiegt« war, aber die Heimat ihm durch die Agitationen der politischen Linken und die Revolution 1918 in den Rücken gefallen sei. Diese Theorie entbehrt jeder berechtigten historischen Grundlage, sie stieß jedoch bei vielen Deutschen auf offene Ohren und trug, von den Nationalsozialisten bereitwillig aufgegriffen, schließlich auch zum Scheitern der Weimarer Republik bei. (Vgl. Helmut M. Müller, Schlaglichter der deutschen Geschichte. Bonn 2002.)

• Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Reichskriegerbund »Kyffhäuser«

Der »Kyffhäuser-Bund der Deutschen Landes-Krieger-Verbände« führte diesen Namen seit dem 2. Mai 1900. Die Gesamtzahl der Stimmen im »Kyffhäuser-Bund« betrug 61, welche sich auf 27 deutsche Landesverbände mit 30 651 Vereinen und 2 703 772 Mitgliedern verteilten (1913).
Die Zeit des neuen Kyffhäuserbundes bis zum 1. Weltkrieg war, neben der Pflege der Kameradschaft und Wahrung alter Traditionen, geprägt von ideologischen Auseinandersetzungen mit der erstarkenden Sozialdemokratie. »Für Gott, König und Vaterland – Gegen die Sozialisten«. Nach dieser Devise handelten die deutschen Kriegervereine, der Sozialismus wurde als innerer nationaler Feind angesehen. Eine vom Vorstand des Deutschen Kriegerbundes bereits im Jahre 1888 herausgegebene Schrift bezeichnete ehemalige Soldaten, die sich zur Sozialdemokratie bekannten, als ihrem Fahneneid untreu und daher als unwürdig zu betrachten seien, den Kriegervereinen anzugehören. Dieser Kampf, besonders nach den Ergebnissen der Reichstagswahl 1903, rückte immer mehr in den Vordergrund und wurde schließlich von den Kriegervereinen selber als ihre wichtigste Pflicht betrachtet. Erst mit Beginn des 1. Weltkrieges hob der Kyffhäuserbund unter Zustimmung aller Landesverbände im Mai 1915 diese Satzungsbestimmung auf. Ein Zugeständnis auf die parteilose Kameradschaft auf den Schlachtfeldern.
Mit Ende des Krieges, der gleichzeitigen Auflösung der Monarchie und dem Chaos der Nachkriegszeit lebten die ideologischen Differenzen verstärkt wieder auf. Wenn auch viele ehemaligen Soldaten das Ende der Monarchie als Verrat ansahen und darüber enttäuscht und wütend waren, viel schlimmer wurde der »Schandvertrag« von Versailles angesehen.
Am 13./14. September 1919 fand die erste Vertreterversammlung nach dem Krieg statt. Es galt, neue Ziele und Wege zu finden, die dem verlorenen Krieg und der aufgelösten Monarchie Rechnung trugen. Der Präsident des Kyffhäuserbundes, Excellenz von Heeringen, bekräftigte nochmals in seiner Eröffnungsrede die Kyffhäuser-Idee. Es sei die Aufgabe des Kyffhäuserbundes, dem Kaiser und den Fürsten treue Erinnerung zu bewahren und nationales Pflichtbewusstsein zu leben. Deutsch leben und Deutsch denken hieß die Devise. Als äußeres Zeichen diesen Gedankens übertrug der Kyffhäuserbund dem Generalfeldmarschall von Hindenburg die Ehrenpräsidentschaft.

Ab 1922 – Deutscher Reichskriegerbund »Kyffhäuser«

1925 war ein besonderes Jahr für den Kyffhäuserbund. Erstmals fand ein gesamtdeutscher Kriegertag statt. Der Anklang bei den Veteranen war so groß, dass dieser Tag in den darauf folgenden Jahren wiederholt stattfand.
Auf der Kyffhäusertagung vom 7. Mai 1933 in Berlin bekannte sich der damalige Präsident mit dem ganzen Kyffhäuserbund zu Adolf Hitler und besiegelte damit das Ende der bis dato selbständigen Landesverbände. Die parlamentarische Vereinsführung wurde abgeschafft. An die Stelle des Mehrheitsbeschlusses trat die Führeranordnung. Eine Bundestracht mit Kyffhäusermütze und Kyffhäuserarmbinde wurde eingeführt, dazu musste die Hakenkreuz-Armbinde getragen werden.
Der Abschluss der inneren Organisation erfolgte am 1. April 1937 mit der Neugliederung des Kyffhäuserbundes, der in 13 Landesgebiete (nicht mehr Landesverbände) eingeteilt wurde. Diese entsprachen jetzt den Oberabschnitten der SS.

Ab 1938 – NS-Reichskriegerbund (»Kyffhäuserbund«) e.V.

Mit der Verordnung vom 4. März 1938 wurden alle anderen Soldatenbünde in den NS-Reichskriegerbund eingegliedert. Am 3. März 1943 löste Adolf Hitler den Kyffhäuserbund auf Reichsebene auf. Anlass war die verlorene Schlacht von Stalingrad. Das Vermögen wurde der NSDAP übertragen und die weiter bestehenden lokalen Vereine, die in der Endphase des 2. Weltkriegs den Grundstock für die Volkssturm-Einheiten bildeten, der Partei unterstellt.

Nach 1945

Durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 (Auflösung und Liquidierung der Naziorganisationen) vom 10. Oktober 1945 werden alle Organisationen und Einrichtungen, die der nationalsozialistischen Herrschaft gedient haben, »abgeschafft und für ungesetzlich erklärt«, so unter anderem auch der NS-Reichskriegerbund.
1952 begann die Wiedergründung des Verbandes mit allen Landesverbänden. Heute betont er seine Rolle als Reservisten- und Schießsportverband. Dass er sich dabei eher am rechten Rand des politischen Spektrums bewegt, macht ein Spiegel-Artikel von 1990 ansatzweise deutlich.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 28. Februar 2017

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Das Denkmal
Begriffsklärung
Das Steinfeld
Der Bau
Die Geschichte

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Brekendorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde

Auf dem kirchlichen Friedhof, Alter Bahndamm

Das monumentale Denkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege steht auf einem Sandplatz, umgeben von einer gebogenen gestutzten Hecke. Es ist eine ca. 7 Meter hoher Turm mit stumpfer Spitze, die auf einer Grundfläche von 4 Meter x 4 Meter steht. Eingeweiht wurde das Denkmal am 11. September 1932, 14 Jahre nach dem 1., 7 Jahre vor dem 2. Weltkrieg.

SH Brekendorf weit web

Es wurde von der Gemeinde in Auftrag gegeben, gemeinsam mit dem »Ehrenfriedhof« befindet es sich auf gemeindeeigenem Grund, umgeben vom kirchlichen Friedhof, der 1930 eingeweiht worden war und in Nachbarschaft zu der Friedhofskapelle von 1949.

SH Brekendorf gesamt web

Die Firma Obitz hat das Monument aufgebaut, es wurden ausschließlich einheimische, bräunliche Steine verwendet. Die Steine sind einseitig behauen, nur an den Ecken zweiseitig, sie haben völlig unterschiedliche Formen.

SH Brekendorf Stumpf web

Auf der Frontseite ist die Widmungstafel eingesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in der Mitte der Fläche eine neue graue Granittafel eingepasst. Am 29. März 1950 wurde sie eingeweiht. 

SH Brekendorf Tafel vorne web

Alte und neue Buchstaben und Zahlen sind aus dem Stein herausgearbeitet, auf Mittelachse gesetzt. Der Text lautet zum 1. Weltkrieg, über und unter der neuen Tafel:

Wanderer verweile in Andacht
und künde zu Hause
wie wir als Männer gefallen
in Treue zur Heimat

Auf der gerahmten Tafel zum 2. Weltkrieg steht unter einem Eisernen Kreuz:

Unseren Gefallenen
und Vermissten
zum ehrenden Gedenken
1914-1918    1939-1945

Das Geld für die Tafel war 1950 in der Einwohnerschaft von Brekendorf gesammelt worden.

SH Brekendorf links web

Auf der linken Seite des Monuments ist ein abgeflachter Stein eingelassen. Unter einem Eisernen Kreuz steht:

Es starben fürs Vaterland
27 Kriegsteilnehmer der Gemeinde

 

SH Brekendorf rechts web


Auf der rechten Seite steht unter einem Stahlhelm im Relief:

Wir gedenken Eurer in Dankbarkeit
Spender der Gemeinde Brekendorf

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Begriffsklärung

Treue: »Trauer, Trost, Treue – das sei die deutsche Totenfeier!« So fasste Pastor Maulhardt seine Predigt zum Volkstrauertag 1926 zusammen. Die Treue der Gefallenen wird auf Denkmälern oft beschworen. [...] Sie verspricht den Toten damit »ewiges Gedenken«, ein Gedenken, das – wie die Liebe – den Tod transzendiert. Der Mythos der Treue, der Führer und Gefolgschaft zusammenschweißt und deshalb oft mit dem Attribut »heilig« in Verbindung gebracht wird, verpflichtet nun die Mit- und Nachwelt. Die Treue sei das Maß, an dem wir gemessen werden, meinte der Präsident des Deutschen Jagdbundes anlässlich der Gedenkveranstaltung des 8. Bundestreffens auf dem Hildesheimer Ehrenfriedhof. Treue sei aber nicht denkbar ohne Disziplin und ohne den Glauben an Gott. Kaum ein Begriff ist so anfällig gegen Missbrauch wie dieser.

zitiert aus Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim, S. 53. Herausgegeben von Herbert Reyer, Stadtarchiv Hildesheim, Band 17, Gerstenberg, 2006

Gefallene: »Gefallenendenkmal« verweist auf das Wort »fallen«, dem Wörter wie »hinfallen« aber auch »fällen« zuzuordnen sind. Der Tod im Krieg versinnbildlicht sich in diesen Wörtern. Er entkleidet sich im Wort »fallen« seines Schreckens, im Wort »fällen« verkleidet er sich in einen starken Baum, der von einem Naturereignis (Blitzschlag) oder einem übermächtigen technischen Mittel (Axt, Säge) umgelegt wurde. Es ist ein aseptischer Tod, der nichts mit den apokalyptischen Bildern gemein hat, die beispielsweise Erich Maria Remarque und Wolfgang Borchert in der Literatur oder Otto Dix in der bildenden Kunst hervorrufen: zerfetzte Gedärme, verpestete Lunge [...] Für das Fallen ist niemand so recht haftbar zu machen: der Schnee fällt, die Aktienkurse fallen – das Schicksal waltet hier wie dort. Ralph Giordano rät deshalb, »gefallen« durch »umgebracht« zu ersetzen.
Neben diesem offenkundigen Euphemismus schränkt der Begriff »Gefallener« den Inhalt auf den Bedeutungsbereich ein, der im Englischen mit »killed in action« bezeichnet wird. Die deutsche Sprache bevorzugt auch dafür einen schönfärbenden Ausdruck: »im Felde gefallen« oder »auf dem Felde der Ehre gefallen«. Nicht auf ein »Gefallenendenkmal« gehörten demnach alle, die beim Beschuss der Unterkunft, im Lazarett, auf dem Transport oder in Gefangenschaft ums Leben kamen.

Ebd. S.22

Vaterland: Kriegerdenkmäler für den »gemeinen Mann« stehen in einer eigenen Tradition, die begann, als im 18. Jahrhundert das stehende Heer das Söldnerheer verdrängte und das stehende Heer sich durch die allgemeine Wehrpflicht – in Preußen 1814 eingeführt – zum Volksheer wandelte. Das Söldnerheer verrichtete ein riskantes aber Profit versprechendes Handwerk. Das Freiwilligen- oder Volksheer griff nicht des Geldes wegen zu den Waffen. Die Vorstellung, das Vaterland von feindlicher Besetzung zu befreien oder vor feindlichem Zugriff zu schützen, wurde auch in den Kriegen aufrechterhalten und propagiert, wo die Führung den Angriff befahl. Denkmäler tradieren seit ihrem ersten Auftreten die Überzeugung, im Krieg für drei traditionsreiche Werte gekämpft zu haben: »für das Vaterland als höchstem Gut, dem der Einzelne unter Aufbietung aller Kräfte diente, zweitens der Monarchie, der er sich bereitwillig unterordnete und drittens seinem überzeugtem Christentum.« (zitiert nach Lurz, Kriegerdenkmäler in Deutschland, Band 1, S. 260) Ein solches Bewusstsein lässt nicht daran zweifeln, auf der richtigen Seite und für die gute Sache gekämpft zu haben.

Ebd. S.78

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Das Steinfeld

Gegenüber dem Denkmal liegt der »Ehrenfriedhof«. Dort sind unter einer Blutbuche in symetrischer Form die Gedenksteine für die toten Soldaten beider Weltkriege aufgestellt.

SH Brekendorf Blutbuche web

Jeweils die beiden äusseren Reihen und die drei in der Mitte sind die größeren, oft kantigen Findlingssteine für die Soldaten des 1. Weltkriegs.

     SH Brekendorf Steinfeld1 web


Es werden Vor- und Zunamen genannt, wenn bekannt: Dienstgrad und Truppenzugehörigkeit, Geburts- und Todesdatum und Sterbeort.

     SH Brekendorf Steinfeld2 web


Eher abgerundete, kleinere Steine sind für die Soldaten des 2. Weltkriegs aufgestellt worden, in jeweils zwei inneren Reihen und im Bogen am hinteren Ende.

     SH Brekendorf Steinfeld3 web


Auf ihnen werden Vor- und Nachnamen, Geburts- und Todesdatum und Sterbeort genannt. Den Dienstgrad hat man hier weggelassen.

      SH Brekendorf Steinfeld4 web

Der rechte äußere Rand ist wieder den Soldaten des 1. Weltkriegs gewidmet.

SH Brekendorf Kapelle Steinfeld web

Die Friedhofskapelle St. Michaelis steht direkt neben dem Steinfeld. Sie wurde am 25. September 1949 – dem Michaelis-Tag – von Bischof Wester eingeweiht.

SH Brekendorf Kapelle web


Das Mauerwerk aus ungleichmäßigen, behauenen Feldsteinen ist zwar glatter als das des Kriegerdenkmals, aber das Gebäude scheint doch dem Kriegerdenkmal angeglichen worden zu sein, schon wegen der ungewöhnlichen schrägen Seitenwände hat man diesen Eindruck.

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Der Bau

Die Arbeiter der Firma Obitz mit einfachem Gerät am Werk. Die Tafeln vorne und an den Seiten sind schon eingesetzt.

SH Brekendorf Chronik Bau web

 

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Die Geschichte

Zwei Jahre nach Gründung des kirchlichen Friedhofs wurde das Kriegerdenkmal 1932 eingeweiht.

SH Brekendorf Chronik 1933 web

1933: Das »Ehrenmal« in der neu angepflanzten Anlage. Das ca. 7 Meter hohe Monument überragt noch die kleinen Bäumchen.

SH Brekendorf Chronik Weihe 1950 web

29. März 1950: Die Einweihung der ergänzenden Tafel am Denkmal zum 2. Weltkrieg. Pastor Lucht aus Hütten und Bürgermeister Hensen hielten Ansprachen. Die neuen Namenssteine der toten Soldaten des 2. Weltkriegs auf dem Steinfeld sind frisch gesetzt und von Pflanzen umgeben, die Blutbuche ist noch nicht gepflanzt.


SH Brekendorf 1950 web


Auf der rechten Seite des Denkmals: Vertreter der Feuerwehr, des Brekendorfer Turn- und Sportvereins von 1947 e.V. und der Schulchor mit Lehrer Hinze während der Einweihungsfeier. Ausserdem nahmen der Gemeinderat, Abgeordnete weiterer Vereine und viele Dorfbewohner teil.

Auf seiner Website hat der Brekendorfer TSV die Geschichte der Vereinsgründung 1947 dokumentiert.

Chronik des Brekendorfer TSV

 

SH Brekendorf Chronik VTT web


»Ehrenwache« am Volkstrauertag in einem späteren Jahr: es gibt ein Blumenbeet vor dem Denkmal, aber noch keine hohe Hecke drumherum.


• Die historischen Fotos und Informationen haben wir dem Buch »Hüttener Chroniken«, 1996 herausgegeben von der Gemeinde Brekendorf, bearbeitet von Claus Voigt entnommen. Wir durften das Buch in der Präsenzbibliothek der Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V. einsehen. Herzlichen Dank!

Hier können Sie die »Hüttener Chroniken« bestellen: Amt Hüttener Berge, Telefon 043 56 / 99 49 0


Am 8. April 2014 wird dann auf der Sitzung der Gemeindevertretung die fällige Sanierung des gemeindlichen »Ehrenmals« behandelt:

»BGM Guthardt informiert, dass das Ehrenmal dringend saniert werden müsste. Das Regenwasser hat den oberen Teil stark angegriffen und den Mörtel teils zersetzt. Es liegt hierzu ein Kostenvoranschlag i.H.v. 3.560,48 Euro brutto vor. [...] GV Kraft schlägt vor, auf dem Ehrenmal evt. eine Haube anzubringen oder eine Dichtungsmasse aufzutragen.«

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Das Denkmal
Aus der Geschichte
Eine historische Postkarte
Antikisierte Kämpfer
Die Zwangsarbeiter
Der »Ehrenhain« in Fockbek

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Büdelsdorf,
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Vier kniende Krieger in einer Grünanlage an der Hollerstraße / Ecke Parkallee

Das Kriegerdenkmal ist 1930 errichtet worden. Auf einem runden Natursteinsockel wird eine große Opferschale von vier knienden, halbnackten Kriegern mit Stahlhelm und Schwert getragen. Auf die Unterseite der Schale sind in acht Spalten die 206 Namen der getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs graviert. Der Berliner Bildhauer Alfred Ehlers (31. Juli 1885 Wechselburg - 1956 Neweton Abbey/Devon GB) hat das Denkmal nach den Vorstellungen von Julius Ahlmann, dem Direktor der Eisengießerei Ahlmann-Carlshütte, entworfen. 

Das Denkmal ist am 10. Dezember 1930 nach der Weiherede von Prof. Baumgarten aus Kiel enthüllt worden.

SH Budelsdorf Ganz

Inschriften
Außen umlaufend:
Unseren gefallenen Brüdern aus dem Weltkrieg 1914 – 1918 zum treuen Gedenken

Zwischen den Namen:
Die Treue steht zuerst, zuletzt im Himmel und auf Erden. Wer ganz die Seele dreingesetzt, dem muss die Krone werden
(E. M. Arndt)


Ein Held ist, wer sein Leben Grossem opfert (Grillparzer)

Wir sanken hin für Deutschlands Glanz, blüh, Deutschland, uns als Totenkranz! Blüh, Deutschland überm Grabe mein, jung, stark und schön als Heldenhain (Walter Flex)

Lasst uns Vertrauen zueinander fassen und unsere Pflicht tun (Hindenburg)

Seele, vergiss sie nicht, Seele, vergiss nicht die Toten
(Fr. Hebbel)


Nur in der eigenen Kraft ruht das Schicksal jeder Nation (Moltke)

Nun seid Ihr längst versunken in Schlaf und tiefen Traum und schwingt Euch ahnungstrunken hoch über Zeit und Raum (Fr.Hebbel)

Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen
(Heinr. Lersch)


Unter der Schale ein umlaufendes Band mit eingravierten Zeichnungen.

SH Budelsdorf Bild


Eine liegende Gedenktafel mit den Namen von 72 getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs.
Inschrift: 1914 (Eisernes Kreuz) 1918 
Unseren Gefallenen zum Gedächtnis


Acht Gedenktafeln mit 309 Namen von getöteten Soldaten des 2.Weltkriegs.
Inschriften: In Trauer und Ehrfurcht gedenken die Einwohner der Gemeinde Büdelsdorf ihrer in den Kampfhandlungen und bei der Vertreibung Gefallenen und Verschollenen
Allen Ungenannten zum Gedenken

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Aus der Geschichte

... Eisenguss der Carlshütte nach Entwurf von Alfred [?] Ehlers, Berlin, für die Gefallenen der Fabrik im Ersten Weltkrieg, in einer Einweihungszeremonie am 10.12.1930 der Gemeinde Büdelsdorf übergeben. Das Werk geprägt vom Motiv der antiken Opferschale, das auf den damaligen Firmenchef Julius Ahlmann zurückgeht. Auf rundem Sockel aus Feldsteinen vier kniende nackte Soldaten, jeweils mit nach unten zeigendem Schwert vor dem Unterleib, die eine flache Schale mit Inschriften (Zitaten), Namen der Kriegstoten sowie astrologische bzw. astronomische Zeichen tragen.

Auf deren unterem Rand umlaufend flach reliefierte Figuren tanzender Mädchen, in den Krieg ziehender Soldaten und Abschied nehmender Zivilisten. Vier Gedenkplatten für Gefallene des Zweiten Weltkrieges, auf leicht geneigten Sockeln aus Granitquadern zu beiden Seiten des umlaufenden Weges nachträglich aufgestellt. ...

• Zitiert aus »Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein / Kreis Rendburg-Eckernförde, Band 4.1, Seite 348/350

Der Wunsch, ein Gefallenendenkmal in Büdelsdorf zu schaffen, wird von Julius Ahlmann nach manchen Beratungen mit dem Bildhauer Ehlers, Berlin, in die Tat umgesetzt. Die Arbeitskameraden der 72 Gefallenen der Carlshütte gießen nach der von Ahlmann gewählten antiken Opferschale, die von vier knienden Kriegern getragen wird, das Denkmal. Die Namen aller Kriegsopfer der Gemeinde Büdelsdorf sind auf der Schale von dem Künstler für die Nachfahren angebracht. Am 10.12.1930 wird das Denkmal nach der Weiherede Professor Baumgartens, Kiel, unter großer Anteilnahme der Gemeinde enthüllt und von Julius Ahlmann dem Schutz der Gemeinde übergeben.

SH Buedelsdorf Chronik 1952 web

• Aus »125 Jahre Carlshütte«, 1952, herausgegeben von der Ahlmann-Carlshütte K.G., Rendsburg

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Eine historische Postkarte

SH Buedelsdorf Hollersche Carlshutte 1930 web

• aus dem Jahr 1930

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Antikisierte Kämpfer

Wenn Bildhauer sich für figürliche Motive entschieden, waren das meist Krieger bzw. Kämpfer. Das heißt, es wurde entweder der zeitgenössische Soldat in Uniform oder ein nackter antikisierter Kämpfer dargestellt.

Mit dem Motiv des nackten Kämpfers demonstrierten die Denkmalsstifter ihre revanchistischen und kriegsverherrlichenden Ansichten. Völlig ungeachtet, nachgerade in bewusster Ignoranz der Realität der Schlachten des Ersten Weltkriegs mit Panzern, Maschinengewehren und Giftgas wurde mit dem antiken Kämpfer eine zeitlose Form von Heldentum propagiert, bei der der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann höchste Mannestugend verwirklichen kann. Dieses Bild des starken jungen Mannes sollte zum neuen Kampf anspornen und war, gerade wenn die nackten Krieger mit Waffen dargestellt wurden, ebenso gegen den Versailler Vertrag gerichtet. Trägt der nackte Krieger einen Stahlhelm, wurde hier bildlich die Brücke zur damaligen Gegenwart geschlagen.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Die Zwangsarbeiter

In Büdelsdorf waren während des 2. Weltkriegs etwa 2 200 Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten untergebracht, darunter über 1 200 sowjetische Staatsbürger. Die meisten von ihnen arbeiteten in der Ahlmann-Carlshütte, in der Munition, Teile für Panzerwagen und Kriegsschiffe sowie anderes Kriegsmaterial hergestellt wurden.
Auf dem Gemeindefriedhof sind 27 polnische, 29 sowjetische, zwei tschechische und zwei Tote unbekannter Nationalität bestattet – Opfer von Kriegsgefangenschaft bzw. Zwangsarbeit, darunter 13 Kinder und Säuglinge. Ein Gedenkstein für die sowjetischen Toten teilt in russischer Sprache mit:

Hier ruhen Sowjetbürger, umgekommen unter dem faschistischen Regime 1941-1945

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Der Ehrenhain in Fockbek

Wenige Kilometer entfernt weist in Fockbek an einem Wäldchen ein Schild an der Straße auf den »Ehrenhain der Vertriebenen« hin.

SH Fockbek Schild 3 web


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Davor noch ein hoher Stein, an dem eine Metallplatte angebracht worden ist.


SH Fockbek Schild 2 web


Darauf ist der Gedenk- und Versammlungsplatz im Wald schon mal als Miniausgabe zu sehen.

 

SH Fockbek Platz web


Mitten im Wald öffnet sich dann eine Lichtung mit folgendem Szenario: eine Erhöhung zu der fünf Stufen führen, am unteren Rand sind kleine Findlinge mit den Wappen der ehemaligen deutschen Ostgebiete aufgestellt, oben steht der große Hauptstein.

 

SH Fockbek Tafel web


Auf der großen Metallplatte ist eine Landkarte mit den Grenzen von Deutschland abgebildet, wie sie vor den beiden vom Deutschen Reich begonnenen Weltkriegen bestanden.

Darunter eine kleinere Platte mit der Aufschrift:  

Das ganze Deutschland unvergessen.
Das gesamte deutsche Volk bleibt aufgefordert,
in freier Selbstbestimmung
die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.

SH Fockbek Fahnenstangen web


Am Rand der Lichtung stehen Fahnenmasten.

SH Fockbek Baenke web


Viele Bänke weisen auf größere Versammlungen hin.

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Das Denkmal
Die Wappen
Die Einweihung
Historische Postkarten
Volkstrauertag 2017
Die St. Clemens-Kirche

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Büsum, Kreis Dithmarschen

Im Park vor dem Rathaus

Das Kriegerdenkmal aus Keramik steht im denkmalgeschützten Park zwischen Rathaus und Wasserspiel, es ist von drei Fahnenmasten umgeben. 1926 ist es errichtet worden. Den Entwurf fertigte der Architekt Johann Hebbel aus Itzehoe, bei ihm lag auch die Bauleitung. Die Bildhauerarbeiten wurden von Emil Ernst Becker (1877 - 1966) in Hamburg ausgeführt und von den keramischen Werkstätten von W. Memerstorf in Wandsbek vollendet. Sie alle sind im Wappen auf der Rückseite des Denkmals aufgeführt. Name, Fertigungsjahr und Heimatort des Bildhauers sind ausserdem in den Stahlhelm eingeritzt: E.E. Becker 1926, darunter: Bildh. Hbg.; Emil Ernst Becker hatte 1930 auch einen Entwurf für das zentrale Kriegerdenkmal in Hamburg am Rathausmarkt eingereicht, der Entwurf des Architekten Klaus Hoffmann und des Bildhauers Ernst Barlach wurde damals realisiert.

Kriegerdenkmal Hamburg Mitte

SH Buesum Rathaus Radler59 Wikimedia Commons web
Foto: Radler59 / Wikimedia Commons


Ein mit Keramikfliesen ummantelter Sarkophag steht auf einem abgeschrägten Sockel, der an der Frontseite so breit ist, dass die Skulptur eines niedergesunkenen Soldaten dort Platz hat. Unter der streng gemusterten Abschlusskante des Sarkophags sind rechts und links Fliesen mit den Jahreszahlen des 1. Weltkriegs eingefügt. Nachträglich sind leicht nach aussen versetzt die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs ergänzt worden. Die Widmung auf dem Sockel lautet:

Den im Weltkriege gefallenen Helden
Die Ortsgemeinde Büsum

Die zweite Zeile ist links mit einem Eichen-, rechts mit einem Lorbeerzweig verziert. Ziffern und Buchstaben sind erhaben gearbeitet.

SH Buesum Rathaus Assenmacher Wikimedia Commons web
Foto: Assenmacher / Wikimedia Commons

Der niedergesunkene Soldat – ebenfalls kunstvoll aus Keramikteilen zusammengesetzt – presst den rechten Arm in die Seite, sein kantiges Gesicht ist zu seinem Stahlhelm gewandt, der vor ihm am Boden liegt. Unter dem Helm guckt sein Kurzschwert hervor. Er trägt einen Uniformmantel und Stiefel. Nur seine Haltung lässt uns vermuten, dass er verletzt worden ist.

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Die Wappen

SH Buesum Rathaus Rueckseite Assenmacher Wikimedia Commons web
Foto: Assenmacher / Wikimedia Commons


Auf der Rückseite sind drei Keramikwappen mit interessanten Reliefs eingefügt.

 

SH Buesum Rathaus Rueck Detail Assenmacher Wikimedia Commons web

Das linke Relief zeigt Clemens I. Er war als Bischof von Rom zweiter oder dritter Nachfolger des Apostels Petrus. Er ist der Verfasser des ersten Clemensbriefes und die erste bedeutende Gestalt des Christentums nach Paulus von Taurus. Der Legende nach starb der heilige Clemens den Märtyrertod, indem er an einem Anker im Meer versenkt wurde. Darum wird Clemens oft als Papst mit einem Anker gekennzeichnet. Papst Clemens I. gilt unter anderem auch als Schutzpatron der Seeleute. Darum ist es nicht verwunderlich, ihn im Wappen eines Küstenortes zu finden. Die Bewohner der früheren Insel Büsum waren von jeher der Seefahrt eng verbunden. Das alte Kirchspielssiegel aus dem Jahre 1281 zeigte die Figur des heiligen Clemens mit Anker und zum Segen erhobener Linken, ganz so wie auf dieser Keramikfliese. Bis zum Jahre 1934 zierte das Bildnis die amtlichen Schreiben. Nach der Wiederbelebung der Kirchspielsgemeinde in Form eines Amtes im Jahre 1950 fand das Bildsiegel Eingang in das 1991 genehmigte Wappen. Der heilige Clemens ist Namensgeber der Kirche hinter dem Rathaus (siehe historische Postkarten weiter unten).

Das rechte Relief ist das Kreiswappen von Dithmarschen: Auf galoppierenden Pferd mit Sattel, Zaumzeug und Satteldecke der gerüstete, ein Schwert über dem Kopf schwingende Reiter mit Helmbusch. Das Wappen, der Dithmarscher Reiter, wurde nach der Eroberung des Landes durch den dänischen König Friedrich II. eingeführt, tauchte aber ursprünglich nur im Siegel des Fürsten auf. Da es einen Ritter zeigt, war es im auf seine Zeit als Bauernrepublik stolzen Dithmarschen bis nach 1945 heftig umstritten. Ob der Reiter den Heiligen Georg darstellen soll oder wie in der älteren Forschung angenommen die Kavallerie des dänischen Königs symbolisiert, ist unklar.

 SH Buesum Rathaus Rueck Signet Assenmacher Wikimedia Commons web


Auf dem Wappenrelief in der Mitte befindet sich ein Eisernes Kreuz (Kaiserkrone, »W« für Wilhelm II. und 1914) umgeben von Buchstaben und von allerlei gestrichelten Mustern. 

Text oben:
Errichtet im Jahre 1926 durch Arch Joh Hebbel Itzehoe

Text unten:
Bildh Becker HBG-Keramik Memerstorf

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Die Adresse

SH Buesum Kaiser Wihelm Platz Radler59 Wkimedia Commons web
Foto: Radler59 / Wikimedia Commons


Passend zum Eisernen Kreuz heißt die Adresse »Kaiser-Wilhelm-Platz«.

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Die Einweihung

SH Buesum Einweihung web


Am 10. August 1926 erschien in den »Büsumer Nachrichten« ein Artikel über die Einweihung des Kriegerdenkmals im dem Zeitgeist zwischen den Weltkriegen entsprechenden heroisierenden Ton:

Nun hat auch die Ortsgemeinde Büsum ihren gefallenen Söhnen ein Ehrenmal errichtet ... Die Wirkung ist stark, das Denkmal hat einstimmig volle Anerkennung gefunden. So wird es den Angehörigen in der Gemeinde eine Stätte stillen Gedenkens sein, der Mitwelt soll es ein Mahnruf sein, nicht zu vergessen, daß diese treuen Toten für uns gestorben sind und der Nachwelt ein Vorbild höchster Pflichterfüllung.

... Nach dem Trutzlied unseres Dr. Martin Luther: »Ein feste Burg ist unser Gott« bestieg Herr Konsistorialrat Propst Heesch die neben dem Denkmal errichtete Kanzel um einen Feldgottesdienst abzuhalten. In tief zu Herzen gehenden Worten legte er seiner Predigt das Bibelwort zu Grunde: »Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben!« Sie, deren Andenken wir heute ehren wollen, haben mit dem Heldentod auf dem Felde der Ehre uns, der Heimat und dem Vaterlande die Treue gehalten. Lasset uns auch die Treue halten, unserm Gott, uns selbst und dem Vaterland, ein Jeder an seiner Stelle, mag er sein Arbeiter oder Beamter, Bauer oder Handwerker. Das ist der beste Dank des deutschen Volkes und es wird der Weg zum Aufstieg des Vaterlandes sein. Dann sind die großen Opfer nicht umsonst gebracht. – Feierlich erklingt das Niederländische Dankgebet über den weiten Raum und wie ein Aufschrei braust es: »Herr, mach uns frei!« ...

Lesen Sie unten den vollständigen Artikel im PDF. Wir danken herzlich Silke Herbst vom Amtsarchiv Büsum Wesselburen für das Faksimile.

Büsumer Nachrichten 1926

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Historische Postkarten

SH Buesum Historisch 1 web

 

SH Buesum Historisch 2 web

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Volkstrauertag 2017

SH Buesum VTT 2017 web
Ehrende Kränze und eine lange Tannengirlande schmücken den »Helden«.

• Wir danken Familie Meissner für das Foto!

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Die St. Clemens-Kirche

Hinter dem Rathaus befindet sich die St. Clemens-Kirche. An der Wand neben der Kanzel ist eine Gedenktafel in Fensterform eingelassen:

1914  (Eisernes Kreuz)  1918
Für das Vaterland starben getreu bis in den Tod:

Hier werden die Namen von 114 getöteten Soldaten aufgeführt

Ehre ihrem Andenken

Buesum St. Clemens Assenmacher Wikimedia Commons web


Am Fuß des Glockenturms ist eine kleine »Ehrenhalle« eingerichtet.

Busum Glockenturm mit Ehrenhalle Assenmacher Wikimedia Commons web

Beide Fotos: Assenmacher / Wikimedia Commons

Das ist die Crux mit »Ehrenhallen«: eine Seite schön geschmückt ....

SH Buesum Ehrenhalle1 web


... aber Putzzeug und Müll müssen ja auch irgendwo hin!

SH Buesum Ehrenhalle2 web

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