TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes aufgebaut oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauertag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldokumentation von 

Ahrensburg und Ammersbek

öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«.

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.

 


I N H A L T
Die Denkmalsanlage
Die Inschriften
Historische Fotos
Der Militär-Verein Damp-Grünholz
Der Stein für die »Vertriebenen«
Die Richtung
Das Gedicht »Für uns!«
Der »Gefallenenkult«

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Damp, Kreis Rendsburg-Eckernförde

Am Rande eines Wäldchens

Umstanden von hohen Bäumen, im Waldgebiet Sör, liegt die Denkmalsanlage für die getöteten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs aus Damp und Grünholz, wie auf einer Waldlichtung. Der Militär-Verein Damp-Grünholz hat die Denkmalsanlage nach dem 1. Weltkrieg errichtet. Die damals gepflanzten Eichen sind mittlerweile große Bäume geworden.

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Durch eine weiße Pforte betritt man die sehr gepflegte Anlage.

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Ein hölzernes Eisernes Kreuz schmückt sie.

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Der hinten abgerundete Kiesplatz wird aussen von vielen mittelgroßen Findlingen mit den Namen der toten und vermissten Soldaten des 2. Weltkriegs umstanden. In ihrer Mitte am Ende der Anlage der große Findling zum 1. Weltkrieg. Davor ein ovaler, abgegrenzter Rasenplatz mit dem Widmungsstein für den 2. Weltkrieg.

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Getrennt von dem dort schmalen Kiesplatz stehen hintereinander die beiden Steine. Optisch getrennt durch eine beschnittene Rhododendron-Hecke.

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Vorne das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten des 2. Weltkrieg:

1939  (Relief)  1945

Sie gaben ihr alles • ihr Leben • ihr Blut
Sie gaben es hin mit heiligem Mut
+  Für Uns  +

Der breite Findling hat eine abgeflachte Frontseite, aus der die Inschrift und ein Schmuckrelief, bestehend aus einem Eisernen Kreuz, Eichenblättern und Eicheln, herausgearbeitet worden sind. Hier steht nicht die Trauer im Vordergrund vielmehr wird der Tod im Krieg in einen Zusammenhang gestellt, der ihn zu einem nicht zu hinterfragenden Opfer macht.

Das Gedicht, aus dem die Zeilen der Inschrift stammen: siehe weiter unten.

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Dahinter der hohe Findling zum 1. Weltkrieg. Die Namen der getöteten Soldaten mit abgekürzten Vornamen sind geordnet nach Heimatgemeinde: Damp und Grünholz. Insgesamt werden in zwei Spalten 38 Namen genannt.

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Zu den Metallreliefs eines Eisernen Kreuzes mit Krone, »W« und Jahresangabe 1914 und von zwei gekreutzten Eichenlaubzweigen, die mit einer verspielten Schleife verbunden werden, die Inschrift:

1914    1918
Es fielen fürs Vaterland

Im Halbrund rechts und links vom großen Findling sind mittelgroße Steine aufgestellt, die jeweils unter einem schwarzen Eisernen Kreurz die Namen, Geburts- und Sterbedatum von Soldaten des 2. Weltkriegs nennen, geordnet nach Einsatzländern. Es sind 62 Männer, die getötet oder vermisst wurden.

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Die Inschriften

Obwohl der Erste Weltkrieg so ungleich viel mehr Menschenleben forderte und der Krieg verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäer den Kriegstod als sinnvoll. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die Soldaten und stilisierte ihr Schicksal ...

Wenn in den Inschriften explizit erwähnt wird, für was die Soldaten gestorben sind, ist es in den häufigsten Fällen das »Vaterland«. Die Verwendung dieses Begriffes war nach dem Ersten Weltkrieg meist mit einer nationalistischen Haltung verbunden: das deutsche Vaterland, mit dem die eigene Identität untrennbar verknüpft ist, und nur das deutsche Vaterland stellt höchsten Wert dar. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung mit im wahrsten Sinne Feuereifer in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der mittels ihrer Hilfe und ohne Rücksicht die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet. Nach der Niederlage, die im Nachhinein durch die so genannte »Dolchstoßlegende« von vielen Deutschen bereitwillig uminterpretiert wurde, und dem Versailler Vertrag entwickelte sich zu Beginn der 1920er Jahre in vielen Köpfen eine Trotz-Haltung, ein »Jetzt erst recht«-Gedanke, der Kritik an der deutschen Kriegspolitik nicht zuließ.

Die »Dolchstoßlegende« ist eine Verschwörungstheorie der damaligen politisch Rechten, die 1919 von Feldmarschall Paul von Hindenburg, der unfähig war, sich das eigene Versagen bei der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg einzugestehen, zusätzlich genährt wurde. Sie besagt, dass das deutsche Heer »im Felde unbesiegt« war, aber die Heimat ihm durch die Agitationen der politischen Linken und die Revolution 1918 in den Rücken gefallen sei. Diese Theorie entbehrt jeder berechtigten historischen Grundlage, sie stieß jedoch bei vielen Deutschen auf offene Ohren und trug, von den Nationalsozialisten bereitwillig aufgegriffen, schließlich auch zum Scheitern der Weimarer Republik bei. (Vgl. Helmut M. Müller, Schlaglichter der deutschen Geschichte. Bonn 2002.)

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Historische Fotos

SH Damp 1963 web

Die Anlage im Jahr 1963. Die Bäume sind seitdem gewachsen, aber sonst hat sich nicht viel verändert.

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Ein Foto aus der Chronik Damp von Kurt Voigt und Karl Seemann, 1994

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Der Militär-Verein Damp-Grünholz

Zitiert aus der Chronik Damp von Kurt Voigt und Karl Seemann, herausgegeben im Jahr 1994:

»In einer sehr national gesinnten Zeit fand die Gründung dieses Vereins statt. Es war der 22.01.1895, an dem Kriegsteilnehmer und Gediente sich zusammenfanden. Pflege der Kameradschaft und der soldatischen Traditionen waren Ziel und Verpflichtung.

Die Genehmigung zum Führen einer Traditionsfahne wurde von der Regierung am 22.02.1899 erteilt. Diese Fahne, die alten Kameraden auf ihrem letzten Weg vorangetragen oder bei fröhlichen Festen gezeigt wurde, hat die Wirren der Kapitulation nach dem 2. Weltkrieg nicht überstanden. Man vermutet, daß sie einem Kameraden mit ins Grab gegeben worden ist.

Bei der Gründung des obigen Vereins bestand ebenfalls ein Kampfgenossenverein, der am 01. März 1870 gegründet, noch aktiv war. Dessen Ursprung ist in der Zeit 1848/49 – 1850 zu suchen. Er hatte Bestand bis nach dem 1. Weltkrieg, wie ein Nachruf und eine Danksagung beweisen.

Die [in] Abständen abgehaltene[n] Versammlungen hatten die Absicht, die patriotische Grundhaltung der Mitglieder zu festigen. Sie fand auch ihren Ausdruck in großer Teilnahme beim letzten Erdenweg der Kriegsveteranen mit den damals üblichen Schüssen übers Grab. Die dafür erforderlichen Waffen waren vom Kriegsministerium per Erlaß vom 16. April 1909 zur käuflichen Ablassung von Gewehren Modell 71/84 an den Militärverein Damp-Grünholz erwirkt worden.

Ein zünftiger Abschiedstrunk für den alten Kameraden, der meist selbst eine Summe für diesen Zweck bereitgestellt hatte, war dem letzten Gedenken gewidmet.

Der Militärverein war es, der das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in der Dorfmitte von Vogelsang-Grünholz errichtet hat. Die damals gepflanzten Eichen sind inzwischen stattliche Bäume geworden.

Die soziale Seite dieser Kriegervereine zeigte sich in Sammlungen für in Not geratene Frauen und Kinder. Der Kyffhäuserbund, gegründet 1900, verstand sich als Dachorganisation dieser Traditionsvereine. Er wurde im 3. Reich durch den N.S.-Reichskriegerbund ersetzt.

Nach begrenztem Verbot durch die britische Militärregierung ist dieser Bund unter anderer Zielsetzung in Nachbargemeinden wieder erstanden. In unserer Gemeinde ist er nicht wieder aufgelebt.«

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Der Stein für die »Vertriebenen«

Im Halbrund der kleineren Findlinge liegt auch der Stein für die Vertriebenen. Unter einem gravierten Eisernen Kreuz steht die Widmung:

Allen denen
die vertrieben von Heimat u.
Hof erleiden mussten den Tod
in Deutschlands grösster Not!

SH Damp Vertriebene web

Auf der Website des Bundes der Vertriebenen gibt es Zusammenstellungen der Gedenksteine für die einzelnen Bundesländer.

Gedenksteine Schleswig-Holstein


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Die Richtung

SH Damp Schild web

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Das Gedicht »Für uns!« 

Bei einer Schulfeier für den als Soldat im Osten getöteten Lehrer eines Charlottenburger Gymnasiums wurde dieses Gedicht des Obertertianer Reinhold Samuelsohn vorgetragen. Die Zeilen der Inschrift auf dem Stein zum 2. Weltkrieg stammen aus diesem Gedicht. Es wurde damals z. B. abgedruckt in: Alte und neue Kriegslieder für den Schulgebrauch (1917)

SH Damp Gedicht web

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Der »Gefallenenkult«

In Deutschland war die Trauer um die getöteten Soldaten gleichzeitig verbunden mit der Erinnerung an eine Niederlage.

Das Kriegserlebnis wurde zu einem Mythos geformt, der das Sinnhafte des Kampfes und der Opfer hervorheben sollte:

»Die Erinnerung an den Krieg wurde zu einem heiligen Erlebnis umgedeutet, das der Nation eine neue Tiefe der religiösen Empfindung gab und überall präsente Heilige und Märtyrer, Stätten nationaler Andacht und ein zum Nacheifern aufforderndes Erbe lieferte.« (Mosse, 13) Der Gefallenenkult wurde zu einem zentralen Bestandteil nationaler Selbstdarstellung und entwickelte besonders in Deutschland eine gewaltige politische Wirkung.

Das Ideal der Kameradschaft wurde auf die ganze Nation ausgedehnt. Die Gedächtnisfeiern an den Ehrenmälern auf öffentlichen Plätzen betonten den Vorbildcharakter der Gemeinschaft der Frontsoldaten. Im besiegten Deutschland wurde die »Volksgemeinschaft«, aus der heraus die Nation zu neuer Stärke erwachen sollte, zum Vermächtnis, das die Gefallenen den Überlebenden hinterlassen hatten.

Die allerorts errichteten Denkmäler trugen dazu bei, diesen Sinn, der dem Soldatentod beigelegt wurde, in die Öffentlichkeit zu tragen und im Bewusstsein zu erhalten.

Die von den Nationalsozialisten angestrebte Volksgemeinschaft ist ohne das idealisierte Vorbild der Frontkameradschaft des Ersten Weltkriegs nicht vorstellbar. Der Gefallenenkult erlebte im nationalsozialistischen Deutschland dann auch seine äußerste Steigerung.

Christian Lopau, 2017, Vortrag im Ratzeburger Dom im Begleitprogramm der Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945?«

www.nordkirche-nach45.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Inschrift
Die Predigt zur Denkmalsweihe
Die Geschichte
Eine historische Postkarte
Antikisierte Kämpfer

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Eckernförde

Der Riese auf dem Friedhof am Mühlenberg


SH Eckernfoerde vorne


SH Eckernfoerde hinten

Ein großer nackter Held mit gesenktem Kopf und nur mit einem Gürtel bekleidet, stützt sich auf sein Schwert.


               SH Eckernfoerde Adler

Ihm zu Füßen sitzt ein Adler mit einer Kralle auf dem am Boden liegenden Helm des Soldaten.


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Die Inschrift

Unseren gefallenen Helden / 1914 - 1918

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne oder in einer Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

Für die Mehrheit der Christinnen und Christen, der Gemeinden und der Kirchen kann davon ausgegangen werden, dass sie mit dieser Botschaft der Kriegerdenkmäler nicht einverstanden sind. Dennoch gibt es bei den allermeisten dieser Denkmäler keine kommentierende Veränderung.

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Die Predigt zur denkmalsweihe

»Was sehen wir hier? Wir sehen eine markige Männergestalt, die Hand auf das Schwert gestützt. Der Krieger schaut ernst und schwer aus. Er hat eine harte Arbeit vor sich. Es ist, als trüge er die ganze Last und das ganze Weh seines Volkes. Es ist der deutsche Soldat, der im Weltkrieg gegen eine Welt voller Feinde gefochten hat. Aber wir sehen noch mehr. Wir sehen zu des Kriegers Füßen den Adler. Dieser Adler symbolisiert das deutsche Volk. Er wendet sein stolzes Haupt nach oben dem Krieger zu. Es ist, als wolle er ihm etwas sagen. Was er ihm sagen will, liegt in dem kleinen Wort ›Hoffe‹: Hoffe du Sohn des deutschen Volkes; ich bin noch da, dein Genius; es ist noch Kraft in meinen Schwingen; ich werde sie recken und zu neuem stolzen Fluge mich erheben, wenn die Stunde geschlagen hat!«

Zitiert aus der Predigt von Pastor Burmeister zur Denkmalsweihe am 7. September 1924.

Die Predigt

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Die Geschichte

In der Festschrift zur Denkmalsweihe am 7. September 1924 heißt es:

»Das Eckernförder Ehrenmal ist errichtet auf dem Platze, auf dem ehemals das sogenannte von der Weddering'sche (eigentl.: von der Wettering) Gewölbe stand. Nachdem die nahezu ausgestorbene Familie auf den Wiederkauf verzichtet hatte, wurde der Platz von dem Kirchenvorstand dem Denkmalsausschuß zur Verfügung gestellt.«

Dem Bau des Denkmals ging ein Preisausschreiben voraus, das vom eigens gegründeten Denkmalsausschuß 1922 veranstaltet wurde. Am 28. August 1922 berichtete die EZ darüber, dass 13 Entwürfe eingereicht worden seien. Im Preisgericht saßen der Baurat und Architekt Jürgen Kröger (Haale/Kr. Rendsburg 1856 - 1928 Innien/Holstein, Besuch der Bauschule in Eckernförde) und der Architekt Richard Bielenberg (Eckernförde 1871 - 1929 Berlin, auch er war Schüler der Eckernförder Bauschule). Bielenberg war es auch, der das Denkmal entsprechend den Entwürfen aus dem Wettbewerb in die endgültige Form brachte, der Bildhauer Hermann Feuerhahn (Hildesheim 1873 - nach 1955) aus Berlin schuf das Modell der Figur, der Bildhauer Valentin Bartsch (1889 - ?) führte das Werk aus.

Zur Durchführung und Errichtung des Ehrenmals wurde zu Spenden aufgerufen, die zu Beginn der Vorarbeiten am Denkmal auf dem Friedhof noch nicht ausreichten, wie ein Zeitungsbericht vom 31. Mai 1923 in der Eckernförder Zeitung meldet.

Die Weiherede am 7. September 1924 hielt Pastor Burmeister, es sprachen ferner Rechtsanwalt Aeissen für den Denkmalsausschuss, Propst Langlo nahm das Denkmal in die Obhut der Kirchengemeinde, es folgte eine Kranzniederlegung durch die verschiedenen anwesenden Vereine, Verbände und die Stadt. Hierüber berichtete die Eckernförder Zeitung am 8. September 1924.

Hier die Beschreibung aus »Zur Erinnerung an die Denkmalsweihe in Eckernförde« Buchdruckerei J. E. Schwensen, Eckernförde.

Die Denkmalsweihe



SH Eckernfoerde Einweihung

Bereits 1922 fand ein Wettbewerb zur Erlangung eines Denkmalentwurfs statt. Doch erst am 7. September 1924 konnte das Denkmal geweiht werden.

● Wir danken Dr. Uwe Beitz, Museumsleiter und Stadtarchivar von Eckernförde für seine freundlichen Auskünfte, den Text und die historischen Fotos.

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Eine historische Postkarte

SH Eckernfoerde Postkarte


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Antikisierte Kämpfer

Wenn Bildhauer sich für figürliche Motive entschieden, waren das meist Krieger bzw. Kämpfer. Das heißt, es wurde entweder der zeitgenössische Soldat in Uniform oder ein nackter antikisierter Kämpfer dargestellt.

Mit dem Motiv des nackten Kämpfers demonstrierten die Denkmalsstifter ihre revanchistischen und kriegsverherrlichenden Ansichten. Völlig ungeachtet, nachgerade in bewusster Ignoranz der Realität der Schlachten des Ersten Weltkriegs mit Panzern, Maschinengewehren und Giftgas wurde mit dem antiken Kämpfer eine zeitlose Form von Heldentum propagiert, bei der der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann höchste Mannestugend verwirklichen kann. Dieses Bild des starken jungen Mannes sollte zum neuen Kampf anspornen und war, gerade wenn die nackten Krieger mit Waffen dargestellt wurden, ebenso gegen den Versailler Vertrag gerichtet.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Das Turnerkreuz
Das Gedicht »Dankesschuld«
Der Dichter Walter Flex

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Ellerhoop, Kreis Pinneberg

Denkmal auf dem Gelände des M.T.V. Ellerhoop

Ein Findling aus rötlichem Granit auf einem gemauerten Feldsteinsockel.

SH Ellerhoop gesamt


SH Ellerhoop Inschrift

Oben, in ein ovales Steinfeld, ist ein Kreuz bestehend aus vier »F« graviert, ein sogenanntes Turnerkreuz. Es zitiert den Wahlspruch von »Turnvater« Jahn: »Frisch, fromm, fröhlich, frei«.

Die Inschrift darunter lautet:

Deutsche Jugend / gedenke deiner Helden! /
1914-1918 /

Blüh Deutschland überm Grabe mein /
jung stark und schön am Heldenhain /
W.Flex / 1939-1945
[später hinzugefügt] /
M.T.V. Ellerhoop 1907-32


Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

Für die Mehrheit der Mitglieder von Gemeinden, Kirchen und Vereinen kann davon ausgegangen werden, dass sie mit dieser Botschaft der Kriegerdenkmäler nicht einverstanden sind. Dennoch gibt es bei den allermeisten dieser Denkmäler keine kommentierende Veränderung.

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Die Geschichte

Das MTV Ehrenmal wurde 1932 errichtet und zwar als »Kopf« des damaligen neu errichteten Sportplatzes. Rechtzeitig zum 25. jährigen Vereinsjubiläum.

Die MTV Protokollbücher berichten dazu: Das MTV Ehrenmal zum Gedenken der gefallenen Turnbrüder des I. Weltkrieges wird in Gemeinschaftsarbeit auf dem neuen Sportplatz erstellt. Die erforderlichen Steine wurden in der Ellerhooper Feldmark gesammelt. Der Transport des gewaltigen Findlings für den Denkmalkopf, der im Ellerhooper Gehege gefunden wird, bereitet besondere Schwierigkeiten. Er wird unter großen Mühen verladen und per Pferdefuhrwerk zum Sportplatz transportiert.


SH Ellerhoop Bau1932

Mit einem Flaschenzug der Ellerhooper Stellmacherei Eggert wird der Stein hochgehievt.

SH Ellerhoop Einweihung1932

Aktive und Funktionäre im MTV Ellerhoop beim 25-jährigen Vereinsjubiläum 1932


SH Ellerhoop alt

Auch in späteren Jahren reich geschmückt

 

Wir danken dem M.T.V. Ellerhoop für die Auskünfte und die Fotos.

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Das Turnerkreuz

Das Turnerkreuz ist eine graphisch gestaltete Bildmarke, die im Jahr 1844 von dem Kupferstecher und Drucker Johann Heinrich Felsing (1800–1875) aus Darmstadt entwickelt wurde.

Es steht noch heute als Symbol für das Turnen. Das Original-Logo gemäß Deutschem Turner-Bund ist heute immer quadratisch und formt ein achsengleiches griechisches Kreuz. Es besteht aus vier Exemplaren des horizontal und vertikal gespiegelten Buchstabens F in Versalien, die den Turner-Wahlspruch »Frisch, fromm, fröhlich, frei« aufgreifen.


                 SH Ellerhoop Turnerkreuz 1968 Turnfest web

»Den Spruch in seinen vier Anfangsbuchstaben habe ich zusammengestellt in 4 F. Ich habe sie zum Zeichen vereint, […] sie bilden wie die Turnerschaft – gleiche Kraft, gleiche Form, gleiche Stärke nach allen Seiten, es ist das Viereck überall gleich stark, fest in den vier Ecken stehend, nehmt’s, wie ihr wollt: es ist das F aus dem FF. Vergeßt mir nicht, daß es auch das Christenzeichen ist« schrieb Johann Heinrich Felsing 1846.

Der Spruch steht in seiner Urfassung »Frisch, frei, fröhlich, fromm« an der Giebelseite des letzten Wohnhauses von »Turnvater« Friedrich Ludwig Jahn in Freyburg an der Unstrut, das heute das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum beherbergt.

Jahn hat den Turner-Wahlspruch nicht erfunden, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit einen studentischen Spruch aus dem 16. Jahrhundert übernommen. In seinem Buch »Die deutsche Turnkunst« hat Jahn den Wahlspruch »Frisch, frei, fröhlich, fromm« im Kapitel »Turngesetze« dann gleichsam manifestiert.

Jahn hat sich stets gegen eine Umstellung der vier F-Begriffe gewandt, so zum Beispiel 1846: »In den vier Worten ist die Steigerung unverkennbar, jede Umstellung verändert den Sinn und verschwächt ihn. Der Spruch ist Inschrift eines Ringes um das turnerische Leben. Das Weglassen nur eines Wortes macht den Reifen brüchig. Selbst die Verwandlung des ›fröhlich‹ in ›froh‹ entstellt die Sinnschrift, weil, so nahe verwandt, sich auch beide Worte fügen, froh mehr die innere Stimmung bezeichnet und das Wirkende, fröhlich hingegen das Offenbarwerden in äußerer Erscheinung […], fröhlich muß mitteilen, gemeinsam empfinden […], bedarf der Gesellschaft«.

Dennoch wurde die Aneinanderreihung der vier Begriffe über Frisch, fromm, froh, frei zum heute gebräuchlichen »Frisch, fromm, fröhlich, frei« verändert. 1933 entstand im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1936 von Berlin eine Diskussion darüber, ob das Turnerkreuz oder die olympischen Ringe für die Olympiade in Berlin Verwendung finden sollten. Die Entscheidung fiel zugunsten der fünf Ringe.

Nach Einführung des Reichsflaggengesetzes vom 15. September 1935 übernahmen alle deutschen Turnvereine das von den Nationalsozialisten gebrauchte Hakenkreuz als einziges Symbol.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man auf Vereinsebene sehr rasch wieder zum Turnerkreuz zurück, zumal die historischen Vereinswappen und -fahnen dieses zumeist beinhalteten. Demgegenüber benötigten die Verbände dazu längere Zeit. Beim Deutschen Turnfest in München 1958 fand es in der offiziellen Festzeitung noch keinerlei Verwendung, eine aus diesem Anlass herausgegebene Briefmarke der Deutschen Bundespost griff es hingegen wieder auf.

nach Wikipedia, abgerufen am 25. Mai 2018

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Das Gedicht »dankesschuld«

Ich trat vor ein Soldatengrab

Und sprach zur Erde tief hinab

Mein stiller grauer Bruder du

Das Danken läßt uns keine Ruh'.

Ein Volk in toter Helden Schuld

Brennt tief in Dankes Ungeduld.

Daß ich die Hand noch rühren kann

Das dank' ich dir, du stiller Mann.

Wie rühr' ich sie dir recht zum Preis?

Gib Antwort, Bruder, daß ich's weiß!

Willst du ein Bild von Erz und Stein?

Willst einen grünen Heldenhain?



Und alsobald aus Grabes Grund

Ward mir des Bruders Antwort kund

Wir sanken hin für Deutschlands Glanz.

Blüh, Deutschland, uns als Totenkranz!

Der Bruder, der den Acker pflügt

Ist mir ein Denkmal, wohlgefügt.

Die Mutter, die ihr Kindlein hegt

Ein Blümlein überm Grab mir pflegt.

Die Büblein schlank, die Dirnlein rank

Blühn mir als Totengärtlein Dank.

Blüh, Deutschland, überm Grabe mein

Jung, stark und schön als Heldenhain!

Walter Flex

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Der Dichter Walter Flex

Er (geboren 1887 in Eisenach – 1917 im Krieg getötet auf Ösel) war ein Schriftsteller und Lyriker. Die Bekanntschaft mit der Familie des Reichsgründers Otto von Bismarck, bei der er als Hauslehrer tätig war, beeinflusste ihn. 1913 kam es zu einem Bruch mit seinen Arbeitgebern, da für Flex die international zusammengesetzte Adelsfamilie von Bismarck zu »undeutsch« war.

1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger in Posen. 1917 wurde er wegen seines literarischen Ruhms nach Berlin abkommandiert, um im Auftrag des Generalsstabs an der Publikation »Der Krieg in Einzeldarstellungen« mitzuwirken. Auf eigenen Wunsch wieder an die Ostfront versetzt wurde er kurz darauf tödlich verwundet.

SH Eutin Voss Walter Flex 1915 web

• Walter Flex 1915

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Foto: Wikswat/Wikimedia Commons

In zahlreichen deutschen Städten wurden Straßen, Plätze, Gebäude und Schulen nach ihm benannt, von denen einige nach dem Ende der NS-Diktatur umbenannt wurden, z.B. die Schule Bergedorf in Hamburg. In Flex’ Heimatstadt Eisenach gibt es ein symbolisches Grab mit der Inschrift:

Wer auf die preußische Fahne schwört hat nichts mehr was ihm selber gehört

Von der Errichtung dieser Gedenkstätte machte der ehemalige »Freundeskreis Walter Flex« die Schenkung des Nachlasses des Dichters an die Stadt Eisenach abhängig. Der Bestand wird im Stadtarchiv aufbewahrt.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 14. März 2017

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Baugeschichte
Die Einweihung
Spätere Jahre
Bischof Wilhelm Kieckbusch
Volkstrauertag 2015

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Eutin, Kreis Ostholstein

Am Ende des Schlossgartens

Eine große Anlage aus Feldsteinmauern mit Akzenten aus Ziegelsteinen. Vier Stufen führen zur zentralen Mauer mit den sieben Nischen für die Namenstafeln. Die Nischen haben oben sechseckige Durchbrüche, die durch unterschiedlich ausgestaltete Metallgitter verziert sind. Über den Nischen ist die Inschrift mit aufgesetzten Metallbuchstaben angebracht:

Sie starben für uns – sie leben in unseren Herzen
1914 – 18

Die Metalltafeln in den Nischen tragen die Namen der getöteten Soldaten der Stadt- und Landgemeinde Eutin, Bockholt, Braak, Fissau, Gothendorf, Klenzau, Majenfelde, Meinsdorf, Neudorf, Quisdorf, Sagau, Stendorf, Sibbersdorf, Griebel-Vinzier und Zarnekau.

SH Eutin 2005 web

        SH Eutin Tafel Mitte web

• Diese Tafel, verziert mit Eisernem Kreuz, Eichen- und Lorbeerlaub, ist »Den Gefallenen des Eutiner (III.) Bataillons Inf. Regts. Lübeck (3. Hanseat.) Nr. 162« gewidmet. Es folgen die Orte der Schlachten.


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• Auf dieser Namenstafel stehen auch die toten Soldaten aus Neudorf, zwei davon hießen Drückhammer. Dieser Name taucht weiter unten in der Baugeschichte wieder auf.

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• 1953 wird vor der Wand ein Gedenkstein, einem Sarkophag ähnlich, aufgestellt mit der Inschrift:

Den Opfern des Zweiten Welt Krieges

SH Eutin Seiten web

• Auch die Seitenwände haben über Sitzbänken verzierte Nischen.

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Die Baugeschichte

SH Eutin 1928 web

Am 12. Juni 1916 beschloß das Innenministerium Oldenburg einen Erlass zur Anlage von »Ehrenhainen«. Der Eutiner Gemeinderat setzte daraufhin eine städtische Kommission ein. Mitglieder waren: Krützfeld, Niesen, Kohler und Heger. Der Vorstand der Landgemeinde erklärte sich am 30. November 1916 mit einer gemeinsamen Kommission einverstanden.

1922 wurde entschieden, dass das ursprünglich vorgesehene Gelände am kleinen Eutiner See für das Krankenhaus gebraucht wird. Der neue Vorschlag lautete Dreiecksplatz Weberstraße/Oldenburger Landstraße.

Ein Wettbewerb wurde ausgeschrieben und ein Preisgericht, bestehend aus: Oberbaurat Virck, Baurat Meyer, Architekt Klücher, Geheimrat Springer, Rose oder auch Raue, Bürgermeister Mahlstedt, bestimmt.

20 Entwürfe wurden eingereicht, davon kamen sechs in die engere Wahl. Der erste Preis ging schließlich im August 1923 an die »Trauernden mit Sturmhelm und Brustpanzer« des Berliner Bildhauers Ernst Gorsemann*. Er hatte im August 1922 Lisbeth Drückhammer geheiratet, war nun Schwiegersohn des Neudorfer Hofbesitzers F. Drückhammer und hatte darum einen Verbindung zu Eutin.

Die vereinten Eutiner Kriegerverbände baten die Stadt nun dringend, endlich eine Ehrenstätte zu errichten. Vom 28. Juni 1923 bis 1. Juli 1924 fanden darum Haussammlungen zur Finanzierung des Bauwerkes statt.

Es begann ein umfangreicher Schriftwechsel mit Ernst Gorsemann. Er bedankte sich und wollte mit einem Tonmodell und Kostenvoranschlägen nach Eutin kommen. Im September 1923 ging der Kostenvoranschlag eines Steinmetzes aus Berlin über 6.750 Friedensmark, ohne Transport und Aufbau, in Eutin ein. Bürgermeister Mahlstedt fragte Gorsemann, ob er damit einverstanden sei, dass die Steinmetzarbeiten in Eutin ausgeführt würden. Gorsemann forderte einen Abschlag für die weitere Arbeit, er könne sich für das Preisgeld gerade »ein Brot« kaufen. Das Modell in 1:1 Größe ließ jedoch auf sich warten ...

Am 12. Februar 1924 bat der Bürgerbund die Kommission, den Beschluss zugunsten der Gorsemannschen Frauengestalt zu überprüfen. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht ein anderer Entwurf und ein anderer Aufstellungsort gewählt werden sollte, da die jetzige Planung dem Wunsch der Bevölkerung nicht mehr entspräche.

Im Sommer 1927 wurden Findlinge aus dem Kuhlbusch von der Regierung zur Verfügung gestellt.

Der Entwurf von Gorsemann war zwischenzeitlich verworfen worden, und bereits im Herbst verhandelte der Denkmalausschuss mit dem Malenter Architekten Alfred Schulze. Am 24. November 1927 wurden seine Pläne veröffentlicht.

Am 27. Dezember 1927 beschloß der Stadtrat einstimmig, das Ehrenmal am Schlossgarten zu errichten und aus städtischen Mitteln 3000 Mark zur Verfügung zu stellen. 

Das Ehrenmal wurde am 30. Juni 1928 eingeweiht.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde wieder Kontakt zu Alfred Schulze aufgenommen, um »ein Ehrenmal für die Opfer des Krieges und zwar für die Kriegsopfer in ihrer Gesamtheit« zu schaffen. Am 29. September 1953 billigte der Magistrat den Entwurf von Schulze und an Stelle des Springbrunnens wurde ein Stein, einem Sarkophag ähnlich, aufgestellt.

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* Gorsemann (15. Februar 1886 - 19. Juli 1960) war Professor der Nordischen Kunstschule in Bremen, der einzigen Kunsthochschulgründung während des »Dritten Reichs«. Besonders seine Werke aus dieser Zeit stehen immer wieder in der öffentlichen Kritik. Bekannt ist das Kriegerdenkmal auf der Altmannshöhe in Bremen (1934/35).

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Die Einweihung

SH Eutin Einweihung1 1928 web

• Am 30. Juni 1928 mit Pastor Harms

 

Wir danken Regine Jepp von der Bürgergemeinschaft Eutin e.V., dass wir einige Fotos und Texte von der Website des Vereins übernehmen durften.

www.bg-eutin.de

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Spätere Jahre

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• 1942: Aufmarsch an der Gedenkstätte


SH Eutin vor 1953 web

 

SH Eutin vor2 WK web

• Die Gedenkstätte war mit einem Springbrunnen vor der zentralen Wand erbaut worden. 1953 wurde er entfernt und der Stein für die Toten des 2. Weltkriegs wurde aufgestellt.

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Foto: LKAK 91.0 Nr. 5629

• Bischof Wilhelm Kieckbusch bei einer Ansprache am Kriegerdenkmal nach 1953. Jetzt steht schon der sarkophagähnliche Gedenkstein vor der Feldsteinmauer.

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Bischof Wilhelm Kieckbusch

Der als »vaterländisch geprägte Persönlichkeit« und »soldatische Natur« charakterisierte Wilhelm Kieckbusch amtierte von 1930 bis 1976 ohne Unterbrechung als leitender Geistlicher der Eutinischen Landeskirche. In aller Öffentlichkeit setzte er sich nach 1945 für ehemals führende Theologen der nationalsozialistischen »Deutschen Christen« ein. Anderswo galten sie als untragbar. Kieckbusch nahm unter anderem die »Deutschen Christen« Hugo Rönck und Joachim Hossenfelder als Pastoren in seine Landeskirche auf. Hossenfelders Einstellung wurde vom damaligen Ratsvorsitzenden der EKD Otto Dibelius befürwortet. Weder Rönck noch Hossenfelder ließen nach 1945 jemals Reue über ihre Rolle im Nationalsozialismus erkennen.

Hugo Rönck war einer der radikalsten Vertreter der aggressiv antijüdischen Nationalkirchlichen Thüringer »Deutschen Christen«, frühes NSDAP-Mitglied und ab 1943 Präsident beziehungsweise Landesbischof der Thüringer Evangelischen Kirche. Und als glühender Antisemit einer der Initiatoren des Eisenacher »Entjudungsinstituts«. Noch 1944 bezeichnete er in seinen Predigten Hitler als »Führer von Gottes Gnaden«. Nach dem Krieg sah Rönck keine Notwendigkeit, sich von seiner Vergangenheit zu distanzieren, auch dann nicht, als »Der Spiegel« 1963 Einzelheiten aus seiner Thüringer Zeit aufdeckte. Er schmückte sich auch weiterhin mit dem Bischofstitel, den er sich kurz vor Kriegsende selbst verliehen hatte. Der Berliner Pfarrer Hossenfelder war treibendes Gründungsmitglied und erster Reichsleiter der »Deutschen Christen«. Er bekannte sich nach 1945 ebenfalls stolz zu dem Bischofsamt, das er als »Deutscher Christ« 1933 kurzzeitig inne gehabt hatte. Ansonsten bewahrte er über seine frühere Karriere strengstes Stillschweigen.

Text: Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945? Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen«, Kapitel 4

Neue Anfänge nach 1945?


SH Eutin Kieckbusch web

Foto: Bitterling, Eutin

Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Eutin an Wilhelm Kieckbusch anlässlich seines 70. Geburtstags, Eutin, 28. Mai 1961

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Volkstrauertag 2015

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• Die Bundesministerin der Verteidigung, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., die Marine Kameradschaft Eutin, die Stadt Eutin, die Freiwillige Feuerwehr, der Sozialverband Deutschland – alle sind mit ehrenden Kränzen dabei.

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Einweihung
Der Bildhauer Hermann Hosaeus
Das Gedicht »Dankesschuld«
Der Dichter Walter Flex

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Eutin, Kreis Ostholstein

An der Aussenmauer der Johann-Heinrich-Voß-Schule

In ca. 3 bis 4 Meter Höhe ist links neben dem Eingang zur Schule das Kriegerdenkmal vom Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus (1875 – 1958) angebracht, das am 17. März 1928 eingeweiht wurde.

SH Eutin Voss Schule web

Die Skulptur des detailreich gearbeiteten jungen Soldaten aus Bronze steht auf einem schmalen Podest vor zwei hellgrauen Sandsteinplatten, die in die rote Backsteinwand eingelassen sind. Eine Zackenlitze aus Metall schließt die Denkmalswand unten ab. Der Soldat hat sein Gewehr geschultert. Er trägt zwar eine Uniformjacke mit Koppel, kaiserlichem Koppelschloss, Patronentaschen, ein Kurzschwert im Halfter und Stiefel, die Hosen ebenso wie der Kopf und die elegante Haltung scheinen aber eher zu einem antikisierten nackten Helden zu gehören – ein seltsamer Gegensatz. In der Hand hält er einen Lorbeerzweig.

SH Eutin ganz web


Unter dem Soldaten stehen die Jahreszahlen des 1. Weltkriegs und zwei Zeilen aus dem Gedicht »Dankesschuld« von Walter Flex (siehe auch weiter unten):

Wir sanken hin für Deutschlands Glanz
blüh Deutschland uns als Totenkranz

SH Eutin Voss Inschrift web

Durch die unterschiedlich starke Oxidation der Bronze und wohl auch durch einige Farbbeutelwürfe sieht die Uniform fast wie ein moderner Camouflage-Kampfanzug aus.

SH Eutin Voss Detail web


Rechts neben dem Podest sieht man die Signatur des Bildhauers Hermann Hosaeus (1875 – 1958).

SH Eutin Hosaeus web


Wie verhält sich die Schule – Schüler und Lehrer – dazu, dass wir heute wissen, dass sich die Soldaten damals für falsche Ziele und Ideale eingesetzt haben?

In der Eingangshalle der Schule gibt es noch fünf weitere »Ehren«-Tafeln. Eine zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, zwei zum 1. Weltkrieg – es werden 101 Namen von toten Schülern der Johann-Heinrich-Voß-Schule aufgezählt, eine zum 2. Weltkrieg und eine für die Toten des Fürstin-Hedwig-Gymnasiums, Neustettin.

Nur weinge Kilometer entfernt, in Thürk, steht ein weiteres Kriegerdenkmal von Hermann Hosaeus:

Schleswig-Holstein Thürk


Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Denkmäler von Hosaeus in:

Hamburg Harburg
Hamburg Wilhelmsburg


Sehen Sie hierzu auch den Film »Nordkirche fordert Diskussion um Ehrenmale« im Schleswig-Holstein Magazin von Stella Peters

www.ndr.de/mediathek

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Die Einweihung

Im Jahrbuch des Heimatverbandes Eutin 1990 hat Horst Schinzel die Denkmalseinweihung am 17. März 1928 beschrieben. Wir danken Udo Harder für den Hinweis und zitieren im Folgenden aus der Weiherede des damaligen Landespropsten Geheimer Kirchenrat Paul Rahtgens, zehn Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs und fünf Jahre vor der Machtergreifung Hitlers:

Nicht nur in vaterländischer Begeisterung, nein, erfüllt vom Pfingstwehen heiligen Geistes, zogen auch die Schüler dieser Anstalt in den Krieg, über dem das Wort geschrieben stand: »Gott will es«. Es war ein heiliger Krieg, nicht zur Rache und Eroberung, sondern zur Wahrung des deutschen Herdes und der deutschen Aufgabe in der Welt ... In heiliger Begeisterung sanken unsere gefallenen Jungen, »Deutschland, Deutschland über alles« singend, auf Flanderns Gefilden in den Tod ... Wir trauern um sie auch deswegen, weil gerade Gegenwart und Zukunft Deutschlands sie als tatkräftige Führer besonders nötig brauchte! ... Es ist ein feinsinniger Gedanke des Künstlers, ihm das Gewehr so über die Schulter zu legen, daß es mit der Gestalt des Jünglings ein Kreuz bildet. Wir sind jetzt ein Volk unter dem Kreuz ... Als deutsche Christen vertrauen wir, daß auch der Tod derer, um die wir trauern, nicht vergeblich gewesen ist, sondern eine Aussaat des Segens für künftige Geschlechter.

Einweihung 1928

 

Dr. Jan Ole Wiechmann, Studienrat an der Voß-Schule, schreibt 2018 im Projektbericht über die Auseinandersetzung einer 10. Jahrgangsstufe mit dem Denkmal am Schuleingang:

Auch der damalige Oberstudiendirektor der Voß-Schule, Wilhelm Lohse, brachte in seiner Rede nationalistische Ideen zum Ausdruck und stilisierte die im Krieg gestorbenen Soldaten zu Vorbildern. Bezeichnend ist darüber hinaus die negative Gegenwartsdiagnose: Lohse bedauert pathetisch die Gebietsverluste nach 1918, beschwört mahnend die »Volksgemeinschaft« und skizziert die »tiefsten Tiefen unseres nationalen Leidensweges«:

»Haben wir heute ein Vaterland? Sind wir ein Volk? Die Ehre des deutschen Namens ist geschändet, wir sind Sklaven unserer Feinde (...). Deutsche Zucht und deutsche Gesittung ist im Schwinden, Unsittlichkeit, und was schlimmer ist, eine Unreinheit des sittlichen Empfindens (...) macht sich in unserem Volke breit. (...) Alle unsere Handlungen und Unterlassungen müssen wir unter dem Gesichtswinkel der vaterländischen Notwendigkeit betrachten.« (Zitiert aus: Eutiner Blätter. Mitteilungsblatt für die Angehörigen des ehemaligen Gymnasiums, des Reformgymnasiums und der Oberrealschule Eutin 1, 1928)

Solche Denkmuster waren in den 1920er und frühen 1930er Jahren keine Seltenheit. Deutsche Nationalisten und Militaristen wie Rahtgens und Lohse wurden zur schweren Hypothek für die Weimarer Demokratie, da sie darauf hinarbeiteten, »dass die von ihnen als schwächlich verhöhnte Republik baldmöglich durch einen neuen nationalen Machtstaat mit einem Diktator an der Spitze abgelöst« würde (Wette, Wolfram: Abschied von der Kriegskultur. Friedenspolitische Lernprozesse in Deutschland nach 1945, in: Kössler, Till / Schwitanski, Alexander J.: Frieden lernen. Friedenspädagogik und Erziehung im 20. Jahrhundert, Essen 2014, S. 201-219, hier S. 201). Als die Nationalsozialisten schließlich 1933 die Herrschaft übernahmen, sollten sich diese Wünsche auf verhängnisvolle Weise erfüllen. In Eutin fanden diese Entwicklungen besonderen Anklang, wurde die ostholsteinische Kleinstadt doch zwischen 1930 und 1934 zu einer »Hochburg der Hitler-Bewegung« und zur »Probebühne des Dritten Reiches« (Stokes, Lawrence D.: Meine kleine Stadt steht für tausend andere ..., Studien zur Geschichte von Eutin in Holstein, 1918-1945, Eutin 2004, S. 229ff)

Projektbericht


SH Eutin Voss Einweihung 1928 03 17 web

Foto: Schularchiv der Johann-Heinrich-Voß-Schule

• Einweihung des Denkmals am 17. März 1928


Das Jahr 1928 im »Anzeiger für das Fürstentum Lübeck«

28. Februar: Vorbildlich denken die Abiturienten unseres Gymnasiums. Sie haben nämlich beschlossen, nach bestandenem Abiturium, das am Ende der Woche stattfindet, keinen Kommers zu feiern. Sie wollen vielmehr das Geld, das ihre Eltern für den Kommers aufzuwenden hätten, als »Abiturientenspende« dem Fonds für das Schülerehrenmal zuwenden. Das Schöne an diesem Beschlusse ist, daß die jungen Leute ihn aus sich heraus und nicht etwa auf irgend einen gelinden Druck hin gefaßt haben. Ueberhaupt haben sich alle Kreise der Bevölkerung an den Spenden in zum Teil rührender Weise beteiligt. Manches Scherflein ist darunter von Witwen und verarmten Rentnern, von Hoch und Niedrig. Möchte doch immer und überall solche Großherzigkeit herrschen, dann wäre es sicherlich besser um uns und unser Vaterland bestellt! ...

    SH Eutin 1928 01 22 Anzeiger fuer das Fuerstentum Luebeck web


11. März:

               SH Eutin Voss 1928 03 11 Anzeiger fuer das Fuerstentum Luebeck web


20. März:
... nahm Herr Oberstudiendirektor Lohse das Wort ... gab dem Bedauern darüber Ausdruck, daß der Schöpfer des Ehrenmals, Prof. Hosäus, wegen schwerer Erkrankung in letzter Stunde sein Erscheinen zur Einweihung seines Werkes widerrufen mußte.

... Er wies sie hin auf den Zusammenhang ihrer feierlichen Entlassung mit der Weihe des Ehrenmals und stellte ihnen die Gefallenen als Vorbild hin. »Ans Vaterland, ans teure schließ dich an«, »Das halte fest mit ganzem Herzen« lauten die Sprüche über den Tafeln der Gefallenen. Die jungen Leute treten jetzt ins Leben hinaus und damit in den Dienst des Vaterlandes! Er erinnert sie an die herrlichen Worte auf dem Gefallenenmal der Berliner Universität: »invictis, victi, victuri«, d.h. Den Unbesiegten die Besiegten, die dennoch siegen werden. Der Redner gab diesen Worten eine tiefgründige Auslegung. ... Haben wir heute ein Vaterland? Nicht allein die ihm geschlagenen Wunden und entrissenen Glieder schmerzen, mehr noch die Zerrissenheit des Volkes, das undeutsche Gebahren, Unsittlichkeit und Unreinheit. ... Er schloß seine Rede mit Körners Worten:

Hinter uns im Grauen der Nächte
Liegt die Schande, liegt die Schmach,
Liegt der Frevel fremder Knechte,
Der die deutsche Eiche brach.
Unsere Sprache ward’ geschändet,
Unsere Ehre ist verpfändet,
Deutsche Brüder, löst sie ein!

Dann vollzog der Direktor mit der Aushändigung der Reifezeugnisse die letzte Amtshandlung des humanistischen Gymnasiums.

• Wir danken Regine Jepp von der Bürgergemeinschaft Eutin e.V. und Dr. Frank Baudach, dem Leiter der Eutiner Landesbibliothek für ihre Hilfe.

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Der Bildhauer Hermann Hosaeus

»Hermann Hosaeus wurde 1875 in Eisenach geboren. Aufgewachsen ist er in Buxtehude, und von hier aus lernte er Hamburg kennen. Er besuchte die Kunstgewerbeschulen in Dresden, Nürnberg, München und zuletzt die Berliner Akademie, wo er von 1898 bis 1900 Meisterschüler bei Reinhold Begas war. Sein Lebensmittelpunkt wurde Berlin, wo er 1922 Professor an der Technischen Universität Berlin-Charlottenburg wurde. Dass Hosaeus ein anerkannter Künstler war, unterstreicht auch seine Berufung an die Preußische Akademie der Künste. (...)
Sein eigentliches Betätigungsfeld wurde die Gestaltung von Kriegerdenkmälern. Im Kyffhäuserbund übernahm er den Vorstand und die Aufgabe des künstlerischen Beauftragten. Dieser Bund existierte seit 1900, er war der Dachverband der Deutschen Landeskriegerverbände. Ursprünglich oblag ihm die Pflege des Kyffhäuserdenkmals, das von 1891 bis 1897 zu Ehren des 1888 verstorbenen Kaisers Wilhelm I. errichtet wurde. Es gehört noch heute zu den imposantesten monumentalen Gedenkbauwerken Deutschlands. In diesem Bauwerk kam vor allem zum Ausdruck, sich vor inneren (gemeint ist die Sozialdemokratie) und äußeren Feinden zu schützen. Das war ganz im Sinne der Kriegervereine, die die Reichseinheit propagierten. 1922 wurde aus dem Kyffhäuserbund der Dachverband des Reichskriegerverbandes, der bald Wegbereiter der nationalsozialistischen Ideologie wurde. 1934 wurde er ›gleichgeschaltet‹ und 1943 auf Reichsebene aufgelöst.
Es verwundert nicht, dass Hosaeus sich in diesem Verein gut aufgehoben verstand, wo er während des Aufstiegs der Nationalsozialisten zahlreiche Aufträge erhielt, häufig wohl ohne Ausschreibung.«

Zitiert aus: Der »Harburger Soldat« und sein Erbauer Hermann Hosaeus, Ralf Busch im Harburger Jahrbuch 23, 2012

     SH Thuerk Hosaeus web
      Foto: Helmsmuseum

● Hermann Hosaeus mit dem Kopf des »Soldaten« in seiner Werkstatt. Das Denkmal steht in Harburg vor der Johanniskirche.


Der »Soldat« in Harburg wurde am 26. Juni 1932 eingeweiht, »... einen trotz der Verwundung wuchtig ausschreitenden Infanteristen« nennt ihn Hosaeus selber. So hat sich also der junge Soldat der Johann-Heinrich-Voß-Schule – in der Haltung verblüffend gleich geblieben – zur »Kampfmaschine« weiterentwickelt. 

SH Eutin Voss Harburg
Foto: Kerstin Klingel

Lesen Sie mehr – auch über die Rezeption des Denkmals bis heute:

Hamburg Harburg

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Das Gedicht »dankesschuld«

Ich trat vor ein Soldatengrab

Und sprach zur Erde tief hinab

Mein stiller grauer Bruder du

Das Danken läßt uns keine Ruh'.

Ein Volk in toter Helden Schuld

Brennt tief in Dankes Ungeduld.

Daß ich die Hand noch rühren kann

Das dank' ich dir, du stiller Mann.

Wie rühr' ich sie dir recht zum Preis?

Gib Antwort, Bruder, daß ich's weiß!

Willst du ein Bild von Erz und Stein?

Willst einen grünen Heldenhain?



Und alsobald aus Grabes Grund

Ward mir des Bruders Antwort kund

Wir sanken hin für Deutschlands Glanz.

Blüh, Deutschland, uns als Totenkranz!

Der Bruder, der den Acker pflügt

Ist mir ein Denkmal, wohlgefügt.

Die Mutter, die ihr Kindlein hegt

Ein Blümlein überm Grab mir pflegt.

Die Büblein schlank, die Dirnlein rank

Blühn mir als Totengärtlein Dank.

Blüh, Deutschland, überm Grabe mein

Jung, stark und schön als Heldenhain!

Walter Flex

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Der Dichter Walter Flex

Er (geboren 1887 in Eisenach – 1917 im Krieg getötet auf Ösel) war ein Schriftsteller und Lyriker. Die Bekanntschaft mit der Familie des Reichsgründers Otto von Bismarck, bei der er als Hauslehrer tätig war, beeinflusste ihn. 1913 kam es zu einem Bruch mit seinen Arbeitgebern, da für Flex die international zusammengesetzte Adelsfamilie von Bismarck zu »undeutsch« war.

1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger in Posen. 1917 wurde er wegen seines literarischen Ruhms nach Berlin abkommandiert, um im Auftrag des Generalsstabs an der Publikation »Der Krieg in Einzeldarstellungen« mitzuwirken. Auf eigenen Wunsch wieder an die Ostfront versetzt wurde er kurz darauf tödlich verwundet.

SH Eutin Voss Walter Flex 1915 web

• Walter Flex 1915

SH Eutin Voss Grabmal Eisenach Wikswat Wikimedia Commons web

Foto: Wikswat/Wikimedia Commons

In zahlreichen deutschen Städten wurden Straßen, Plätze, Gebäude und Schulen nach ihm benannt, von denen einige nach dem Ende der NS-Diktatur umbenannt wurden, z.B. die Schule Bergedorf in Hamburg. In Flex’ Heimatstadt Eisenach gibt es ein symbolisches Grab mit der Inschrift:

Wer auf die preußische Fahne schwört hat nichts mehr was ihm selber gehört

Von der Errichtung dieser Gedenkstätte machte der ehemalige »Freundeskreis Walter Flex« die Schenkung des Nachlasses des Dichters an die Stadt Eisenach abhängig. Der Bestand wird im Stadtarchiv aufbewahrt.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 14. März 2017

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Das Denkmal
Volkstrauertag 2018
Historische Postkarte
Begriffsklärung

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Fissau, Kreis Ostholstein

Auf einem Dreiecksplatz an der Dorfstraße vor dem Feuerwehrhaus

Text folgt

SH Fissau alles web

 

SH Fissau Seitlich web

 

SH Fissau Mitte web

 

SH Fissau links web

 

SH Fissau rechts web

 

SH Fissau Heimatvertriebene web

 

 

 

SH Fissau Detail web

 

SH Fissau hinten web

 

SH Fissau hinten Inschrift ganz web

 

SH Fissau Inschrift hinten web


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Volkstrauertag 2018

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SH Fissau Kraenze web


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Historische Postkarte

Text folgt

 

Ehrenmal Fissau Karte web


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Begriffsklärung

Text folgt

 

 

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Das Denkmal
Ein Kursprojekt am Otto-Hahn-Gymnasium
Die Ergänzung
Die Informationstafel
Ein imposanter Aufgang
Das Denkmal im Internet

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Geesthacht, Kreis Herzogtum Lauenburg

Auf einer Grünfläche im Ortsteil Grünhof-Tesperhude

Das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs ist eine sehr ungewöhnliche Steinstele. Sie steht auf einem lose aufgeschichteten Hügel aus kleinen Findlingen mitten in einem von Kantsteinen eingefassten Beet. Der umführende Sandweg wird von einer halbhohen Eibenhecke begrenzt, die allerdings erst in späteren Jahren gepflanzt wurde. Auch die umgebenden Bäume sind erst später gewachsen, bei der Errichtung des Denkmals war dies ein unbewaldetes Gebiet.

SH Geesthacht Anlage web

Es gibt keine Akten in der Gemeindeverwaltung über die Entstehungsgeschichte des Denkmals, Heimatforschern zufolge ist 1922 mit der Errichtung am jetzigen Standort begonnen worden. Initiatoren sollen ehemalige Soldaten gewesen sein, die 1920 auf einem Heimkehrerball einen Ausschuss zur Aufstellung eines Denkmals gebildet hatten. Die Anlage ist für ihre dörfliche Lage ungewöhnlich gestaltet. Der kreisförmige Hügel, auf dem die Sandsteinstele steht wurde extra aufgeschüttet. Die Stele ist aufwändig verziert und enthält eine bemerkenswerte expressionistische Symbolik. Die ca. 3m hohe Stele hat die Form einer menschlichen Silhouette, sie ist an allen vier Seiten beschriftet.

              SH Geesthacht Symbole Vorne web

Auf der Vorderseite der Stele ist im runden Kopfteil eine nach unten geneigte Hand dargestellt, die fünf Blitze schleudert. Umlaufend kann man folgende Inschrift lesen:
Verrat – 1914 – Welt ist Hass – 1918 Gewalt  – Luege   

Wobei das Wort »Hass« genau über der Hand steht, die die Blitze schleudert. Die Wörter werden durch dürre Äste getrennt.

              SH Geesthacht Schrift Vorne web

Ein großer Blitz schlägt durch bis in den unteren Teil der Stele, dem »Schulterbereich«, und zeigt schließlich auf die zweite Inschrift:

Dem Andenken der Helden, die im Weltkriege ihr Leben fuer Deutschlands Freiheit einsetzten
Die dankbare Gemeinde Guenhof-Tesperhude

              SH Geesthacht Symbole hinten web

Auf der Rückseite befindet sich im »Kopf« die Darstellung einer Sonne. Sie ist von folgender Inschrift umgeben:
Gott ist Liebe – Recht – Wahrheit – Treue

Die Wörter werden durch Eichenlaub getrennt. Im »Schulterbereich« sind zehn Sterne und eine Mondsichel abgebildet.

             SH Geesthacht hinten web

Der Text darunter ist am Ende beschädigt, mühsam kann man ein Zitat von Marc Aurel lesen:
Blicke oft zu den Sternen empor als wanderst Du mit ihnen – solche Gedanken reinigen die Seele von dem Schmutz des Erdenlebens


         SH Geesthacht linke Seite web   SH Geesthacht rechteSeite web

An den Schmalseiten der Stele ließ die Gemeinde Grünhof-Tesperhude die Namen von 33 Soldaten meißeln, die im 1. Weltkrieg getötet worden bzw. bis 1922 an ihren Kriegsverletzungen gestorben waren. Auf der linken Seite befinden sich die Namen der Toten der Jahre 1914 und 1915. Auf der rechten Seite die der nächsten Kriegsjahre und der Nachkriegsjahre. Über und unter den Namen sind waagerechte Vertiefungen eingemeißelt, deren Anzahl Raum für Interpretationen geben.

Hier noch einmal die Vorder- und Rückseite des Denkmals insgesamt:

             SH Geesthacht vorne ganz web

             SH Geesthacht hinten ganz web

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Ein Kursprojekt

Über ein Jahr lang trugen Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Andrea Lehmann Informationen über das Leben des im 1.Weltkrieg getöteten Geesthachter Soldaten Emil Haberland zusammen. Das Ergebnis wurde 2014 in einer Ausstellung im GeesthachtMuseum! präsentiert.

Kursprojekt Otto-Hahn-Gymnasium

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Die Ergänzung

1958 wurde eine schlichter flacher Granitplatte für die Opfer des 2. Weltkriegs vor die Stele gelegt. Die Inschrift lautet:
Den Opfern des II-Weltkrieges zum Gedenken


SH Geesthacht 2WK web

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Die Informationstafel

 

SH Geesthacht Tafel web

Eine hilfreiche Tafel steht an der Seite, auch mit einem Hinweis auf das Material der Stele:

»Die Stele besteht aus Weser-Sandstein. Dieses Material wurde in den 1920er Jahren vielfach verwendet, da es leicht zu beschaffen und kostengünstig war. Aber Sandstein ist ein sehr verwitterungsanfälliger Stein. Durch das Eindringen und Gefrieren von Feuchtigkeit platzen immer wieder Teile vom Stein ab. Eine Sanierung ist leider nicht möglich. Daher soll über diese Erläuterungstafel die Informationen, die der Stein sowohl über die Gefallenen als auch über die Symbolik enthält, erhalten bleiben.«

Eine Broschüre zu Denkmälern in Geesthacht erhalten Sie in der Touristinformation im GeesthachtMuseum!, Bergedorfer Straße 28.

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Ein imposanter Aufgang 

                   SH Geesthacht Aufgang web

Eine breite Treppe, daneben ein gepflastertem Fahrrad- und Rollstuhlweg führt zum Denkmal. 2008 wurde der Aufgang saniert.

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Das Denkmal im Internet

Wir zitieren aus der Website von Geesthacht:

»Die Stele hat eine ungewöhnliche, für die Region einmalige Ikonologie. Auf der Vorder- und Hinterseite der Stele ist ein hoher Gehalt an Symbolik vorhanden, welcher im Kontrast zueinander steht. Die Vorderseite symbolisiert das Böse und die Hinterseite das Gute. Die Symbolik der Front wirkt zunächst ein wenig paradox, da Blitze ausschließlich von der Natur erzeugt werden können und nicht von Menschen. Im Weiteren wird jedoch deutlich, dass die Blitze für Gewalt, Zerstörung und den Hass der Menschen stehen. Die Hinterseite der Stele steht für das Gute. Am Kopfteil befindet sich das Symbol der Sonne: »Am Anfang war das Licht«. Somit werden die Religion und die Theologie thematisiert. Die Sonne steht im Weltraum über allem, was auch hier verdeutlicht wird. Sie ist das Zentrum und oberhalb der Sterne und des Mondes positioniert, die für die Menschheit stehen. Durch die abgerundete Darstellung entsteht eine beruhigende und harmonische Wirkung. Die Symbole befinden sich im Gleichgewicht, da man eine Sonne vorfindet, einen Mond und zehn Sterne, deren Quersumme ebenfalls eins ergibt. Die Eins ist die Zahl Gottes und steht für einen neuen Anfang und jegliche Erneuerungen. Eine derart komplexe Symbolik sucht man vergeblich bei den ›üblichen‹ Denkmälern im Kreisgebiet.«

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Das Denkmal
Der Denkmalspark
Das ursprüngliche Denkmal
Der Bildhauer Hans Dammann
Die Mehrfachverwertungen

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Glücksburg, Kreis Schleswig- Flensburg

Anlage auf dem kirchlichen Friedhof

In einem großzügigen Park steht die Skulptur eines Soldaten vor einem Steinkreuz. Der Sockel wirkt wie eine Bergspitze. Das Kriegerdenkmal ist den toten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs gewidmet. In dem hockenden Soldaten kann man einen trauernden sehen, man kann aber auch einen erschöpften Soldaten sehen, der – noch bewaffnet – bald in den nächsten »Einsatz« also zum nächsten Töten ziehen wird.

SH Gluecksburg 1 web


Den gesenkten Kopf mit der linken Hand abgestützt, in der rechten einen Kranz aus Eichenlaub sitzt er dort in voller Montur: Uniformmantel, Stiefel, Kurzschwert und Stahlhelm.

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An der Seite die Namen des Bildhauers Hans Dammann Berlin-Grunewald und von Heinr. Fintzen Glücksburg. Diese Inschrift, sowie die auf den beiden Namenstafeln an den Seiten des Sockels sind etwas dilettantisch mit schwarzer Farbe ausgemalt worden.

SH Gluecksburg Signet web


Auf den Namenstafeln rechts und links sind die Namen der 69 toten Soldaten des 1. Weltkriegs aus Glücksburg mit Dienstgrad, Todesdatum und Todesort aufgeführt. Beim Nachmalen sind einige unklare Wörter entweder beherzt umgesetzt (Epnendoet?) oder gleich ganz weggelassen worden.

SH Gluecksburg Namenstafel web

SH Gluecksburg Messer web


Auf der Vorderseite ist nach dem 2. Weltkrieg eine neue Steinplatte angebracht worden: Die Jahreszahlen der beiden Weltkriege verteilt über die Achsen eines Tatzenkreuzes.

SH Gluecksburg Zahlen web

SH Gluecksburg Kopf web

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Der Denkmalspark

Er hat einen eigenen Eingang von der Straße aus. Die Pforte stellt ein stilisiertes Eisernes Kreuz im Strahlenkranz dar.

SH Gluecksburg Tor web


Links sieht man die Skulptur des trauernden Soldaten, rechts vor den Büschen liegen einzelne Gedenksteine in Kreuzform.

SH Gluecksburg Gesamt web


Auf diesen Jahressteinen wird die Anzahl der toten Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg ohne Namen genannt.

SH Gluecksburg 1914 web

Ein aufrechter Gedenkstein, halb vom immergrünen Gebüsch verdeckt, trägt die Aufschrift:

Allen die auf der Flucht – durch Bomben – in Lagern – ums Leben kamen zum Gedenken, – uns zur Mahnung.
Richte unsere Füsse auf den Weg des Friedens (Luk. 1.79)

Vor das Zitat aus dem Lukas-Evangelium ist ein Kreuzanker gesetzt worden, dieses Symbol erinnert an die Passion Christi.

SH Gluecksburg Stein web

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Das ursprüngliche Denkmal

Vor der Umgestaltung nach dem 2. Weltkrieg hatte das Denkmal zwei Tafeln mit Inschriften. Oben im Querbalken des großen Kreuzes stand:

Für Euch
Joh. 15 30.

Auf der Vorderseite des Sockels:

Glücksburg’s Heldensöhnen zum Gedächtnis
1914 – 1918

Der Sockel hatte noch eine weitere Ebene aus vermauerten Feldsteinen mit weißen Fugen.

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Der Bildhauer Hans Dammann

Hans Dammann, geboren am 16. Juni 1867 in Proskau, gestorben am 15. Juni 1942 in Berlin, war ein deutscher Bildhauer. Nach seiner Schulausbildung besuchte er die Technische Hochschule Hannover und bis 1895 die Königliche Akademie der Künste in Berlin.

             MP Friedland Hans Dammann web

Da Hans Dammann Reserveoffizier war, wurde er gleich zu Beginn des 1. Weltkriegs eingezogen. Schon nach wenigen Wochen kehrte der Hauptmann der Reserve verwundet nach Hause zurück. Er erweiterte in der Folgezeit sein bisheriges Repertoire um das Sujet des Soldatengrabmals. Genau wie bei seinen zivilen Grabdenkmälern wurden viele seiner Entwürfe teilweise leicht modifiziert oder mehrfach verwendet.

Gerade die Modelle seiner Soldatengrabmäler, die er ab 1916 erstellte, fanden in der Weimarer Republik als Kriegerdenkmäler eine Wiederverwendung.

• Nach Wikipedia, 5.2.2017

Das Foto ist aus dem Jahr 1904. Von Hans Dammann stammt auch das Denkmal von Friedland / Mecklenburg-Vorpommern in unserer Dokumentation.

Friedland

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Die Mehrfachverwertungen        

HH Ohlsdorf Familiengrab web


Das Grab der Familie Brinckman auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg, sie trauert um zwei Soldatensöhne. Der steinerne Soldat hat hier noch eine »Pickelhaube« auf dem Kopf, ansonsten stimmt jedes Detail mit dem Denkmal in Glücksburg überein. Ebenso ...

SH Gluecksburg Somborn Raenmaen Wikimedia Commons web
Foto: Raenmaen/Wikimedia Commons


... die Skulptur für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs in Dortmund-Somborn und ...

SH Gluecksburg Brake an der Unterweser web

... die in Brake an der Unterweser ...

SH Gluecksburg Fuerstenberg Ruchhoeft Plau Wikimedia Commons web
Foto: Ruchhöft-Plau/Wikimedia Commons


... die in Fürstenberg / Havel. Die Sockelgestaltung und Kreuz oder nicht Kreuz haben die Gemeinden frei gewählt.

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I N H A L T
Das Denkmal
Zwei Portraits
Für Deutschland gestorben
Der Maler Max Kahlke

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Glückstadt, Kreis Steinburg

In der Mitte der Stadtkirche am Marktplatz

An einem altarähnlichen Tisch an der linken Innenwand des Hauptschiffs sind zwei Inschriften angebracht. Auf schwarzen Steintafeln steht oberhalb einer hellen Marmorplatte der plattdeutsche Spruch:

Mien Hart blött vör Gramm
Awers Du giffs mi Kraff

(Mein Herz blutet vor Gram
Aber Du gibst mir Kraft)

SH Glueckstadt komplett web


Darunter:

Unseren Gefallenen
1914 – 1918
1939 – 1945 (nachträglich angebracht)

 

SH Glueckstadt Stadtkirche Orf3us web

Foto: Orf3us / Wikimedia Commons

• Am linken Bildrand ist das »Ehrenmal für die Gefallenen« zu sehen


Über dem »Altar« hängt ein Gemälde des Glückstädter Malers Max Kahlke (1892-1928) – eine Pieta mit spezieller Geschichte. Das Gemälde soll dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben.
Max Kahlke hat als Soldat im 1. Weltkrieg gekämpft, er wurde verwundet und hat nach seiner Wiederkehr versucht, das erlebte Grauen in seinen Werken zu verarbeiten. Die Pieta in der Stadtkirche hat er für das Kriegerdenkmal als »Ehrung der Gefallenen« geschaffen. Nach Aussage einer Kirchenhüterin am 9. Oktober 2016 hat er dabei sich selbst als Johannes, seine Mutter als Maria und seine Verlobte als Maria Magdalena dargestellt. Dazu kommt die durch die Schrifttafeln hergestellte Analogie des Kreuzestodes Christi, als Opfer für die Menschheit, zum Kriegstod der Soldaten, die sich ebenso opfern und deren Tod dadurch gerechtfertigt werden soll. Es gibt keinen kritischen Kommentar in der Kirche zu dieser Sakrifizierung des Kriegtodes.

 

SH Glueckstadt Bild web


Max Kahlke gehört als Maler der 20er Jahre zur Kunstepoche zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. In der Zeit des NS-Terrors galten seine Bilder als »entartet«. Auch die Pieta in der Stadtkirche sollte abgehängt werden. Die Entfernung konnte aber hinausgezögert werden, so dass sie ohne Unterbrechung seit 1928 in der Stadtkirche hängt. Das Gemälde war Max Kahlkes letztes Werk. Die Aussage, es sei unvollendet geblieben, bezieht sich wohl auf seinen Plan das Bild zu einem Triptychon zu ergänzen. Kurz nach Vollendung der Pieta starb Kahlke mit nur 36 Jahren.

 

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• Name und Sterbedatum wurden nach seinem Tod dazu gesetzt.

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Zwei Portraits

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• »Selbstbildnis mit Distel« von Max Kahlke 1924

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• »Portrait der Mutter« von Max Kahlke 1926

Nach Aussage einer Kirchenhüterin am 9. Oktober 2016 hat Max Kahlke sich selbst als Johannes und seine Mutter als Maria dargestellt.

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Für Deutschland gestorben

... Die Gedenkstätten sind ausnahmslos Ausdruck des Bedürfnisses, das Gedenken an den Tod der Soldaten zu sakralisieren, also zu etwas Heiligem zu stilisieren. In Form von Kreuzen, Säulen, Räumen der Stille oder Plastiken wird nicht der Tod, sondern der vorgebliche Sinn dieses Todes dargestellt ...
Die Sakralisierung schirmt die Gedenkorte auch gegen Widerspruch ab, denn wer würde in einem Raum der Stille oder vor einem Kreuz laut protestieren? Die Ent-Profanisierung beschützt den Tod der Soldaten besonders vor Ansprüchen der Überlebenden. Obwohl diese im Einsatz eine Gruppe bildeten, grenzen die Denkmäler die Toten von den Versehrten ab.

Nur wer starb, wird in Inschriften und auf Tafeln geehrt, wer überlebte nicht. ... Psychische Krankheiten, lebenslange körperliche Schäden, Schwierigkeiten bei der beruflichen Widereingliederung ließen sich mit der Sakralisierung des Gedenkens nicht in Einklang bringen.

Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat. Reinhart Koselleck meint dazu: »Gestorben wird alleine, zum Töten des Anderen gehören zwei. Die Fähigkeit des Menschen, seinesgleichen umzubringen, konstituiert vielleicht mehr noch menschliche Geschichte als seine Grundbestimmung, sterben zu müssen.«

• Zitate aus der Beitrag des Deutschlandfunks vom 18.11.2012 von Clemens Tangerding

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Der Maler Max Kahlke

Max Kahlke, geboren am 13. Januar 1892 in Glückstadt, gestorben am 28. Februar 1928 in Kiel war ein deutscher Maler und Grafiker.

Kahlke wurde als ältester Sohn seiner Eltern Jacob und Minna, geb. Raave, in Glückstadt geboren. Seine künstlerische Ausbildung: Akademie für bildende Künste in Stuttgart (Robert Poetzelberger) und Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar (Fritz Mackensen).

Wichtig war für ihn die Begegnung mit dem Tiroler Maler Albin Egger-Lienz, ehemals sein Lehrer in Weimar. Ein Porträt des Großvaters qualifizierte ihn schon 1912 für die Aufnahme in die Schleswig-Holsteinische Kunstgenossenschaft. Er war zudem Mitglied im »Hamburger Künstlerverein von 1832«. 

Im Ersten Weltkrieg wurde Kahlke verwundet, er lag monatelang in verschiedenen Lazaretten. Vom Kriegsende bis zu seinem frühen Tod 1928 war er in Glückstadt ansässig. 1925 wurde er als Mitglied in den Altonaer Künstlerverein aufgenommen. 1926 schloss er sich der neu gegründeten Künstlergruppe »De Warft« an.

Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Glückstadt.

Kahlkes Werk umfasst Ölgemälde, Aquarelle und Holzschnitte. Themen sind religiöse Sujets, Marschlandschaften und Portraits. Mit Gebrauchsgrafik bessert er seinen Lebensunterhalt auf. Vor allem vier religiöse Werke sichern ihm einen Platz in der Kunstepoche der 20er Jahre, zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit, »Die Kreuzigung II« in Flensburg, der »Große Marienaltar« im Schleswiger Dom, die Pieta und »Die Kreuzigung« in der Stadtkirche Glückstadt.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 10. Oktober 2016

SH Schleswig Marienaltar Max Kahlke 1927 Frank Vincentz web

Foto: Frank Vincentz / Wikimedia Commons

• Der »Große Marienaltar« im Schleswiger Dom St. Petri

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I N H A L T
Das Denkmal
»Treue um Treue«
Treue in der NS-Zeit
Das Eiserne Kreuz
Antreten zum Volkstrauertag

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Grömitz, Kreis Ostholstein

Auf dem Friedhof Fischerkamp / Voßberg

Das Kriegerdenkmal ist heute der Mittelpunkt einer Anlage mit Gräbern von getöteten Soldaten aus dem 2. Weltkrieg. Der Friedhof gehört zur Kirchengemeinde St. Nicolai. Auf quadratischer Grundfläche ist es vierstufig angelegt, die größte Stufe trägt die Schriftsteine. Die aus bunten behauenden Felssteinen gemauerten Stufen schließen oben mit überkragenden Steinplatten ab. Ganz oben ist ein dreidimensionales Eisernes Kreuz aus Stein aufgesetzt, es trägt die Jahreszahlen:

1914 - 18
1939 - 45 (nachträglich in den Sockel graviert)


SH Groemitz vorne web


Vor dem Denkmal ist an jeder Seite ein Fahnenmast aufgestellt.

SH Groemitz hinten web

 

SH Groemitz Schrift web


Die Inschrift auf der Frontseite lautet:
Treue um Treue

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Die Inschrift auf der Rückseite lautet:

Unseren Helden gewidmet
Die Heimatgemeinde

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

Für die Mehrheit der Menschen kann davon ausgegangen werden, dass sie mit dieser Botschaft der Kriegerdenkmäler nicht einverstanden sind. Dennoch gibt es bei den allermeisten dieser Denkmäler keine kommentierende Veränderung.

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»Treue um Treue«

Erlass von Heeresinspekteur Bruno Kasdorf vom 6. Mai 2014, in Kraft gesetzt am 20. Mai:
»Im Verantwortungsbereich der DSK [Division Schnelle Kräfte] wird der Wahlspruch ›Treue um Treue‹ zur Ehrung für die gefallenen Bundeswehrsoldaten vom ›Karfreitagsgefecht‹ des 02. April 2010 innerhalb von Liegenschaften der Bundeswehr genutzt. Darüber hinaus findet der Wahlspruch u.a. in Dienstgebäuden oder auch auf diversen Trinkbechern in Form einer Gravur Verwendung.
In Anlehnung an die Weisung FüSK II 4 [Abteilung Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium] und als Ergebnis der durch den InspH [Inspekteur des Heeres] beauftragten Untersuchung des Wahlspruches durch bundeswehreigene und externe Institutionen wird festgestellt, dass der Ausdruck nicht geeignet ist, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen und in diesem Zusammenhang Treuepflicht zu symbolisieren.
In heutiger Wahrnehmung und in der Geschichte deutscher Streitkräfte ist der Wahlspruch im Wesentlichen durch die Verwendung als Motto der Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht geprägt worden und mit dieser verbunden.
Es ist davon auszugehen, dass seine Verwendung in der Bundeswehr und insbesondere bei den Fallschirmjägern in der öffentlichen Wahrnehmung auch als Bekenntnis zu einer Traditionslinie Wehrmacht – Bundeswehr aufgefasst wird.
Mit Entscheidung InspH vom 06. Mai 2014 wird die Nutzung des Wahlspruches ›Treue um Treue‹ für das Deutsche Heer im dienstlichen Umfeld in jeglicher Form verboten.«

Die im Erlass genannte Weisung aus dem Ministerium, datiert vom 26. Februar 2013, verbietet ausdrücklich diesen Spruch für die Gedenktafeln für gefallene Bundeswehrsoldaten:
»Im Einsatzgebiet AFG enthalten zwei Gedenktafeln für Gefallene der Bundeswehr die Inschrift ›Treue um Treue‹. (…) Hierzu ist festzustellen: Die Inschriften sind nicht geeignet, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen oder die den Soldaten der Bundeswehr abverlangte Tapferkeit und Treuepflicht zu symbolisieren. Vielmehr ist absehbar, dass die Inschriften zu Missverständnissen führen können, die einem würdigen Gedenken an die Gefallenen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit abträglich sind. Der Wahlspruch ›Treue um Treue‹ ist daher auf Gedenktafeln für die Gefallenen der Bundeswehr nicht zu verwenden.«

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Treue in der NS-Zeit

Traditionelle Tugendbegriffe wie »Ehre« und »Treue« oder auch »Kameradschaft«, »Gehorsam« usw. waren in der Sprache der SS-Ideologie reichlich enthalten. Jedoch hat die SS durch einen spezifisch nationalsozialistischen Gebrauch diesen Wörtern ihren eigenen Sinn verliehen. So war der Begriff »Treue« allein auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtet. Dies drückte sich unter anderem im Eid der SS-Männer aus:

»Wir schwören Dir, Adolf Hitler (…) Treue und Tapferkeit. Wir geloben Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod« […]

»Treue« war innerhalb der SS-Ideologie ein widerspruchsloser Gehorsam. Durch die Gleichsetzung der Begriffe »Treue« und »Ehre« wurde ein Treuebruch zu einem Ehrverlust. Der Begriff »Ehre« verlor dadurch seinen traditionellen moralischen Inhalt. Denn die Ehre eines Soldaten etwa, der sich aus Ehrgefühl weigern könnte, an einem Kriegsverbrechen teilzunehmen, spielte im Ehrbegriff der SS keine Rolle mehr. Es zählte allein der blinde Gehorsam.
Die Projektion der Tugendbegriffe auf den Führer hin war notwendig, um den bedingungslosen Gehorsam auch bei verbrecherischen Befehlen zu erreichen. Dies konnte man nicht durch ein Gesetz erzwingen. Es bedurfte der Freiwilligkeit des Soldaten, die durch Umdeutung traditioneller Tugendideale erreicht wurde.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 12. Oktober 2016

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


SH Wulfsdorf Hitler EK web

• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5. Juni 2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Antreten zum Volkstrauertag

Seit vielen Jahren lädt der Bürgermeister der Gemeinde Grömitz mit dieser Formulierung die Bürger zur Gedenkveranstaltung ein:

SH Groemitz Volkstrauertag web

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Historische Fotos
Der Waldreiter
Der Bildhauer Richard Kuöhl
Für Deutschland gestorben

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Großhansdorf,
Kreis Stormarn

Auf einer Anhöhe im Waldreiterweg

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs (später ergänzt) ist am 23. August 1928 eingeweiht worden. Es ist eine etwa 15 Meter hohe eckige Säule aus Thüringer Tuffsteinblöcken, die sich nach oben verbreitert. Auf der gekehlten Abschlussplatte und einem angeschrägten Sockel ist eine »goldene« Kugel angebracht, die ein Kreuz aus Metall trägt. Der Denkmalplatz auf der Anhöhe wird von unten durch eine Natursteinmauer abgestützt.

SH Grosshansdorf weit web


Der Entwurf stammt vom Hamburger Bildhauer Richard Kuöhl (1880 Meissen - 1961 Bad Oldeslohe), mehr Informationen finden Sie weiter unten. Ausgeführt hat ihn der Hamburger Steinmetz Tscherne. Die Maurerarbeiten hat Rudolf Offen aus Großhansdorf erledigt.
 

       SH Grosshansdorf Zahlen web


Die Frontseite trägt die Jahreszahlen der beiden Weltkriege.
1939
1945
wurde später hinzugesetzt. Darüber ein übergroßes ausgearbeitetes Schwert mit aufgerichteter Klinge.

Auf diesem Foto sieht man gut das äußere Stützkorsett aus Winkelstahl an den Kanten. 2007 wurden schwerwiegende Schäden am Denkmal festgestellt. Der Plan, das Denkmal Schicht für Schicht abzutragen und wieder neu aufzusetzen erwies sich als undurchführbar. Stattdessen wurde im Herbst 2008 diese Stahlkonstruktion bis zu 2/3 der Säulenhöhe angebracht. Kosten: rund 20 000 Euro.

       SH Grosshansdorf Widmung web


Die Widmungsinschrift auf der gegenüberliegenden Seite lautet:

Zur Ehre der Opfer des Zweiten Weltkrieges

(später hinzugesetzt)

Darunter das Halbrelief eines Eichenzweiges. Die ältere Widmung lautet:

Ihren im Weltkriege gefallenen Söhnen die dankbare Gemeinde Gr. Hansdorf u. Schmalenbeck

Das aufgerichtete Schwert und die Widmung zum 1. Weltkrieg ist deutlich kriegerischer als die später hinzugesetzte, obwohl auch dort die Opfer »geehrt« und nicht betrauert werden.

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk, Heimat und Vaterland, in der Steigerung für die dankbare Heimat. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

SH Grosshansdorf Kreuz web


Im Frühling 2015 wurde bei einem schweren Sturm das Denkmal schwer beschädigt und die gärtnerischen Anlagen zerstört. Unter anderem mußte die Steinkugel erneuert werden. Die neue Kugel ist aus Kostengründen aus Metall mit mattgoldenem Anstrich gefertigt. Archivar Eduard Phillip hatte seinerzeit notiert, dass eine Urkunde in die Kugel eingemauert worden sei. Das hat sich nicht bestätigt.

Die Kugel trägt ein Tatzenkreuz aus Metall. Kugel und Kreuz sind eindeutig christliche Symbole. Sie sollen dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben. Lesen Sie dazu den Beitrag von Clemens Tangerding im Deutschlandfunk weiter unten.

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An beiden Seiten der Säule sind in gleicher Schrift, dunkelrot ausgemalt, die 24 Namen, Geburts- und Sterbedaten der toten Soldaten des 1. Weltkriegs graviert, alphabetisch geordnet. Darüber jeweils ein Eisernes Kreuz im Halbrelief mit innerer Kontur.

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Der versetzt gepflasterte Weg zum Denkmal wird gesäumt von drei Granitplatten, die 88 Namen von Toten des 2. Weltkriegs tragen. Hartmut Bandholt hat sie zusammengetragen. Zum Volkstrauertag 2001 sind die Platten verlegt worden.

       SH Grosshansdorf Strasse web


Wenn man die Namen liest, stellt man fest, dass es ausschließlich Männernamen sind. Es liegt nahe, dass es sich um tote Soldaten handelt. Die Inschrift nach dem 2. Weltkrieg formuliert:

Zur Ehre der Opfer des Zweiten Weltkrieges

Sie bezieht sich also wohl nicht, wie man denken könnte, auch auf zivile Opfer.

SH Grosshansdorf Tafel1 web

 

SH Grosshansdorf Tafel2 web

 

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       SH Grosshansdorf Schwert web


Das aufgerichtete Schwert signalisiert Kampfbereitschaft. In der Ikonographie des Militärs gilt das aufrecht stehende Schwert – die maximal kriegerische Darstellung – als Zeichen des Wehrwillens. Zitat aus der Urkunde, die im Grundstein des Kriegerdenkmals am Pinneberger Bahnhof eingelassen worden ist: »Das Ehrenmal wird an der Vorderseite ein aufrechtes Schwert tragen. Hiermit soll die Mannhaftigkeit und der Wehrwille des deutschen Mannes vor aller Welt bekundet werden.« Es gibt auch Kriegerdenkmäler mit gesenktem Schwert als Zeichen der Aufgabe z.B. in Lübstorf/Mecklenburg-Vorpommern oder mit abgebrochenem Schwert als Zeichen der Niederlage z.B. in Thürk/Schleswig-Holstein.

Pinneberg
Buchholz
Lübsdorf
Thürk

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Die Geschichte

Der Beschluss über die Errichtung eines Kriegerdenkmals in der Gemeinde Großhansdorf wurde in der Sitzung vom 5. April 1921 gefasst. Am 30. Juni 1925 wurden 7 000 Reichsmark für die Herrichtung des Platzes am Waldreiterweg bereitgestellt. Baubeginn war dann am 10. Oktober 1926. Die Baukosten sollen 14 000 Reichsmark betragen haben.

Das Denkmal ist laut Protokoll der Gemeinderatssitzung am 23. August 1928 um 9 Uhr morgens »sang- und klanglos« enthüllt worden. Auf Anregung des Vorsitzenden wurde am nächsten Tag ein Lorbeerkranz niedergelegt, auf dessen Schleife »Den Gefallenen Söhnen die dankbare Gemeinde« stand.

Joachim Wergin vom Heimatverein schreibt dazu:
»Es hatte einen tiefgehenden Zwist über die Frage gegeben, welche Fahnen bei der Einweihung gehisst werden dürfen, der in langen mühevollen Verhandlungen nicht beseitigt werden konnte. Der Senat Hamburg hatte gefordert, nur die ›verfassungsmäßigen‹ Fahnen zu hissen. Die Gemeindevertretung bedauerte, dass sich so keine ›weihevolle Stimmung einstellen werde‹ und es zu beklagen ist, ›dass den Toten die öffentliche, schuldige Ehrbezeugung versagt bliebe‹.«

• Lesen Sie mehr im »Der Waldreiter« 12/2008 im PDF-Download weiter unten.

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Historische Fotos

SH Grosshansdorf Gedenken web


Gedenken am »Ehrenmal«. Die Kleidung der Personen im Hintergrund lässt vermuten, dass es sich um eine Veranstaltung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold handelt. Das Jahr der Zusammenkunft ist nicht bekannt. Der Verband Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatte 1928 einen Antrag für die Errichtung zweier Flaggenmasten gestellt. Beschluss des Gemeinderats: »Das Aufstellen von Flaggenmasten von privater Seite wird grundsätzlich abgelehnt.«

Das Reichsbanner war ein Veteranenverband, in dem Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges ihre Kriegserfahrungen mit ihrem Eintreten für die Republik verbanden. Seine Hauptaufgabe sah das Reichsbanner in der Verteidigung der Weimarer Republik gegen Feinde aus den nationalsozialistischen, monarchistischen und kommunistischen Lagern.

• nach Wikipedia, abgerufen am 10. Juni 2017

SH Grosshansdorf web


Die gärtnerische Anlage mit Hecke auf der Stützmauer und Sandplatz.

       SH Grosshansdorf Waldreiter 04 2005 web

 

SH Grosshansdorf VT2008 web


Volkstrauertag 16. November 2008: Die Standfestigkeit der Säulen ist mit dem Stahlkorsett wieder hergestellt.

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Der Waldreiter

Ausführlichere Informationen zum Kriegerdenkmal können Sie folgenden PDFs entnehmen.

Waldreiter 12/2008, S. 30 + 34

Waldreiter 12/2015, S. 25


Wir danken herzlich dem Heimatverein Großhansdorf-Schmalenbeck e.V. und dem Autor Joachim Wergin, dass wir Informationen und Fotos aus Artikeln der Publikation »Der Waldreiter« verwenden und sie hier auch als Download zur Verfügung stellen dürfen. »Der Waldreiter« wird seit 1949 (!) vom Verein herausgegeben. Besonders nett finden wir auf der Titelseite die Anmerkung: »Botenlohn 10 Cent«.

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Der Bildhauer Richard Kuöhl

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Seine handwerkliche Ausbildung als Kunsttöpfer erhielt er in einer der Modellfabriken dieses Zentrums keramischer Kunst. Nach dreijährigem Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule, wurde er als leitender Modelleur einer bauchemischen Versuchsanstalt mit den modernsten Techniken der Tonbearbeitung vertraut. 1912 folgte er seinem Dresdener Architekturprofessor Fritz Schumacher nach Hamburg. Dort arbeitete er in den 1920er und 1930er Jahren mit fast industriellem Ausstoß. Es entstanden Skulpturen in Stein, Keramik und Reliefs in Terrakotta. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

Kriegerdenkmäler gehörten während der Weimarer Republik zu den häufigsten und begehrtesten Auftragswerken deutscher Bildhauer. Auch Kuöhl hatte bereits zahlreiche Kriegerdenkmäler ausgeführt, dabei war es ihm stets gelungen, die von nationalistisch und militärisch gesinnten Kreisen mit einem »Ehrenmal« beabsichtigte politische Aussage künstlerisch zu formulieren. Nicht Jammer und Not, sondern Mannestat und Einsatzbereitschaft, das Heldische, Kraftvolle, das ein Mahnmal verkörpern muß, zeigen die »Ehrenmäler«, die er geschaffen hat ... immer wieder spricht ein trotziges »Dennoch!« aus diesen Denkmälern.

Zitat aus Volker Plagemanns Buch »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986

Eine Autorengruppe um Roland Jäger veröffentlichte 1979 ein Buch über den »Kriegsklotz« hinterm Dammtorbahnhof in Hamburg, das wohl umstrittenste Denkmal Kuöhls.

Jäger u.a., 1979


Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Kuöhls Denkmäler in:

Hamburg Dammtor
Hamburg Langenhorn
Schleswig-Holstein Lübeck
Schleswig-Holstein Rendsburg
Schleswig-Holstein Wilster
Hamburg Neuenfelde
Hamburg Finkenwerder
Schleswig-Holstein Neumünster
und besonders kurios Hamburg Moorburg

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Für Deutschland gestorben

... Die Gedenkstätten sind ausnahmslos Ausdruck des Bedürfnisses, das Gedenken an den Tod der Soldaten zu sakralisieren, also zu etwas Heiligem zu stilisieren. In Form von Kreuzen, Säulen, Räumen der Stille oder Plastiken wird nicht der Tod, sondern der vorgebliche Sinn dieses Todes dargestellt ...

Die Sakralisierung schirmt die Gedenkorte auch gegen Widerspruch ab, denn wer würde in einem Raum der Stille oder vor einem Kreuz laut protestieren? Die Ent-Profanisierung beschützt den Tod der Soldaten besonders vor Ansprüchen der Überlebenden. Obwohl diese im Einsatz eine Gruppe bildeten, grenzen die Denkmäler die Toten von den Versehrten ab.
Nur wer starb, wird in Inschriften und auf Tafeln geehrt, wer überlebte nicht. ... Psychische Krankheiten, lebenslange körperliche Schäden, Schwierigkeiten bei der beruflichen Widereingliederung ließen sich mit der Sakralisierung des Gedenkens nicht in Einklang bringen.

Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat. Reinhart Koselleck meint dazu: »Gestorben wird alleine, zum Töten des Anderen gehören zwei. Die Fähigkeit des Menschen, seinesgleichen umzubringen, konstituiert vielleicht mehr noch menschliche Geschichte als seine Grundbestimmung, sterben zu müssen.«

• Zitiert aus einem Beitrag des Deutschlandfunks vom 18.11.2012 von Clemens Tangerding

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Aus der Kirchenchronik
Der Holzbildhauer Anton Huber

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Grundhof, Kreis Schleswig-flensburg

Auf dem Friedhof der Marienkirche

In der Hauptsichtachse zur Kirche steht am Ende des Friedhofs der ca. fünf Meter hohe Obelisk, das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges. Er wurde mit bunten behauenen Feldsteinen auf einen zweistufigen quadratischen Sockel gemauert.

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Foto: Ulrike Lehmann/Wikimedia Commons

Die folgenden beiden Zitate stammen aus dem Buch »Das Kirchspiel Grundhof« von O. C. Nerong, neu bearbeitet von Nik. Nielsen, Flensburg 1957.

»In den Jahren 1920-1921 wurde auf dem zuletzt hinzugekommenen Teil unseres Friedhofes zu Ehren der im 1. Weltkrieg gestorbenen und vermißten Gemeindemitglieder ein größeres Kriegerehrenmal errichtet. Es ist nach dem Entwurf von Direktor Huber, Dortmund, früher Flensburg, hergestellt von der Firma Jürgensen u. Cordsen, Grundhof. Die Anlagen am Denkmal und am neuen Teil des Friedhofs schuf Gärtner Desler, Grundhof. Das Denkmal ist ein gedrungener Obelisk, mit Kugel und Kreuz gekrönt.«

SH Grundhof gesamt web


Die Anlage ist umgeben von einer Buchenhecke und direkt am Sockel von kunstvoll beschnittenem Buchsbaum.

Die Widmungstafel aus Bronzestreifen ist mit runden Zierschrauben angebracht. Sie trägt über und unter einem christlichen Kreuz die Inschrift in erhabenen Buchstaben:

Unseren Gefallenen und Vermissten
1914 – 1918   1939 – 1945

All, die gefallen in Meer und Land
sind gefallen in Deine Hand

alledie kämpften auf weitem Feld
sind auf Deine Gnade gestellt

alledie weinen in dunkler Nacht
sind von Deiner Güte bewacht.

Gib uns Augendass wir es sehn
wie Deine Hände mit uns gehn

Gib uns Herzendie Deine Gnad
gläubig ergreifen früh und spat

Gib uns das Leben durch Deinen Sohn
uns und den Toten vor Deinem Thron.

Siegfried Goes, der diese Anrufung Gottes erdacht hat, war ebenfalls Soldat im 2. Weltkrieg und ist getötet worden.

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Auf der drei anderen Seiten des Obelisken sind jeweils auf 12 einzelnen Bronzetafeln, kompakt in der Steinmauer versenkt und mit runden Zierschrauben angebracht, die Namen der toten und vermissten Soldaten des 1. Weltkriegs (eine Seite) und des 2. Weltkriegs (zwei Seiten) aufgeführt. Oben, über zwei Tafeln, die Jahreszahlen: 1914 – 1918 bzw. 1939 – 1945, dann die Namen mit Geburts- (nur der Soldaten des 2. Weltkriegs) und Sterbedatum, aufgeteilt nach den Ortschaften des Kirchspiels.

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1995 wurden auf zwei zusätzlichen Tafeln die Namen der beiden Zwangsarbeiter aus Polen und Russland angebracht, die während des 2. Weltkrieges hier ums Leben kamen.

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Die Geschichte

Am 1. Juni 1922 wurde das Denkmal unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht. Der Pastor, der auf dem Foto die Weihepredigt hält, wird wohl Pastor Heinrich Friedrich Meyer gewesen sein.

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»Er [der Obelisk] trug bis 1955 vier Granittafeln, auf denen mittels Sandgebläse Widmung und Namen verzeichnet waren. Auf der Südtafel stand folgende Widmung:

Den treuen Helden, die im Weltkriege 1914-1918 ihr Leben für uns gelassen haben, zu ehrendem Gedächtnis.

Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen.
1. Johannis 3.16

Auf den drei anderen Tafeln standen die Namen der Gefallenen, In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurden viele Entwürfe für ein Denkmal der Gefallenen geprüft. Man einigte sich dahin, die Granittafeln zu entfernen und durch größere Bronzetafeln zu ersetzen und alle Namen der Gefallenen beider Kriege auf ihnen anzubringen. In sorgfältiger Weise wurden die alten Tafeln entfernt, die Tafelnischen vergrößert und die neuen Tafeln angebracht. Die Granittafeln hatten die Eigenschaft, daß sie den Leser immer blendeten. Das Denkmal war am 1. Juni 1922 gleichzeitig mit den neuen Glocken eingeweiht worden; am 21. August 1955 fand eine Feierstunde an ihm statt, in der die neuen Tafeln enthüllt und geweiht wurden.«

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Ein weiteres historisches Foto aus dem Archiv von Pastor Arne Gerundt:

SH Grundhof historisch web

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Aus der Kirchenchronik

1922    
Das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges wird fertig gestellt. Am selben Tag werden auch drei neue Eisenglocken geweiht, die mitten in der Inflationszeit angeschafft wurden.

1924    
Der Kirchenvorstand beschließt, dass zukünftig auch Selbstmörder kirchlich beerdigt werden sollen. Es gibt Auseinandersetzungen mit einer Gruppe »ernsten Bibelforschern«, die sich regelmäßig im Grundhof-Krug versammeln.

1952    
Auf dem Friedhofsvorplatz wird an der Friedhofsmauer ein Mahnmal errichtet. Es trägt die Inschrift: »Deutsche Kriegsgefangene rufen das Gewissen der Welt« [Dieses »Mahnmal« ist damals von Privatleuten errichtet worden. Erst 2008 wurde es wieder abgebaut! Die Reste stehen noch auf dem Grundhofer Kirchboden. Dank an Pastor Arne Gerundt für das Foto und den Hinweis].

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1995
    
Am Ehrenmal auf dem Friedhof werden auf zwei zusätzlichen Tafeln die Namen der verstorbenen Zwangsarbeiter aus Polen und Russland angebracht, die während des zweiten Weltkrieges hier ums Leben kamen. In den Jahren davor wurden ihre Gräber am Volkstrauertag mit einer gesonderten Kranzniederlegung bedacht.

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Foto: Kirchengemeinde Grundhof

• Blick vom Kriegerdenkmal zurück zur Marienkirche

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Der HolzBildhauer Anton Huber

Anton Huber, geboren am 20.4.1873 in Stuttgart, entstammte einer Familie von Kunstgewerblern; bereits sein gleichnamiger Vater (1845-1923) war Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Mainz. Auf den Weltausstellungen 1902 in Turin und 1904 in St. Louis bekam A.H. goldene Medaillen für Entwürfe von Wohnungseinrichtungen. 1905 wurde er Direktor in Flensburg, 1919 an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Dortmund.
Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. v. Hans Vollmer, 18. Bd., Leipzig 1925, S. 4

Anton Huber war bis 1919 Direktor der kunstgewerblichen Fachschule in Flensburg, einer Berufsfachschule für Holzbildhauerei. Er hat sich wohl nur ausnahmsweise mit dem Entwurf von einem steinernen Kriegerdenkmal beschäftigt. Hier sein Beitrag für einen Kunstkalender im Jahr 1913.

SH Grundhof Anton Huber web

Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

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