TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes aufgebaut oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauer- tag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Die hier dokumentierten Denkmäler wurden mit freundlicher Unterstützung lokaler Institutionen weitgehend selbst recherchiert.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldoku-
mentation von 

Ahrensburg und
Ammersbek
öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.

 

I N H A L T
Das Denkmal
Für Deutschland gestorben
Aus der Geschichte

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Haale,
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Große baumbestandene Anlage

Eine gemauerte Treppe führt auf die Anhöhe. Das Denkmal für den 1.Weltkrieg ist ein aus Natursteinen aufgesetzter gestufter Kubus, auf der Spitze eine Kugel trägt. An allen vier Seiten sind Schrifttafeln aus hellerem Stein angebracht.

SH Haale ganz


Inschriften:

Jhren in den Weltkriegen 1914-1918, 1939-45 gefallenen Söhnen.
Die Gemeinde Haale.

Sie gaben ihr Alles ihr Leben ihr Blut. Sie gaben es hin mit heiligem Mut. Für uns!

Sie opferten Jugend und Jugend=Glück und kehren nie wieder zur Heimat zurück.

Sie waren unsern Herzen Licht im Leben und sind im Tod unser Stolz geblieben.

SH Haale Tafel1    SH Haale Tafel2

SH Haale Tafel3    SH Haale Tafel4


24 einzelne Findlinge mit den Namen der getöteten Soldaten des 1.Weltkrieges sind über die Anlage verteilt. Auf zwei schräg liegenden Steintafeln stehen die Namen der 58 Opfer des 2.Weltkrieges.

SH Haale Schatten

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Für Deutschland gestorben

... Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat. Reinhart Koselleck meint dazu: »Gestorben wird alleine, zum Töten des Anderen gehören zwei. Die Fähigkeit des Menschen, seinesgleichen umzubringen, konstituiert vielleicht mehr noch menschliche Geschichte als seine Grundbestimmung, sterben zu müssen.«

Zitat aus der Beitrag des Deutschlandfunks vom 18.11.2012 von Clemens Tangerding

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Aus der Geschichte

Die 495 Haaler hielten es für ihre Pflicht, den 24 Gefallenen ein Denkmal zu setzen. Am 23. Februar 1920 bot der ehemalige Gemeindevorsteher Jürgen Kröger Land für die Anlage eines Ehrenhains an. Als den Einwohnern die Schenkungsurkunde vorgelesen wurde, spendeten sie 7000 Mark. Aber schon setzte die Inflationszeit verstärkt ein; das Geld »lief weg«. Im Sommer 1921 fehlten schon 12000 Mark für die Vollendung des Granitehrenmals an der Schulstraße. Sie wurden aus der Gemeindekasse bewilligt. Der Ehrenhain konnte am 23. Juni 1923 feierlich eingeweiht werden. Als »Wächter« wurde Johann Brammer gewonnen, ab 1933 sein Schwiegersohn Hans Sell.

• Zitiert aus »Haale – Chronik der Gemeinde« von Karl Heinz Vollstedt, Seite 86. © 1993 by Gemeinde 24819 Haale.

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Für Volk und Vaterland
Das Eiserne Kreuz
Schwert und Stahlhelm
Die Schrift

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Haselau, Kreis Pinneberg

Auf dem Friedhof an der Heiligen Dreikönigskirche

In einer stillen Ecke steht dort das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege.

 

SH Haselau Kirche web


Auf dem Foto schemenhaft am linken Bildrand ist es links unter der Blutbuche zu erkennen.

 

SH Haselau Ketten web


Es besteht aus der mittleren Steinplatte, die den toten Soldaten des 1. Weltkriegs gewidmet ist und zwei kleineren Steinplatten an den Seiten und einer Bodenplatte für die Wehrmachtsangehörigen, die im 2. Weltkrieg zu Tode kamen.

 

SH Haselau gesamt web


Durch die Art der Aufstellung erinnert das Denkmal an ein Triptychon. Laut Wikipedia werden dreigeteilte Gemälde oder dreiteilige Relieftafeln als Triptychon bezeichnet, die sich insbesondere als Andachts- oder Altarbild finden. Triptychen bestehen aus einer Mitteltafel und zwei meist schmaleren Flügeln, manchmal ergänzt durch einen Sockel unter dem Mittelteil.

 

     SH Haselau IWK web


Auf der hellen Marmorplatte mit dem angehauenen Rand ist oben die Widmung fein herausgearbeitet, die erste Zeile ist im Bogen gesetzt:

Ihren gefallenen Söhnen
1914  (Eisernes Kreuz) 1920.
Die Gemeinde Haselau.

SH Haselau oben web


Das Eiserne Kreuz trägt die Kaiserkrone, das »W« für Kaiser Wilhelm II und »1914« für die in diesem Jahr erfolgte erneute Stiftung des Ordens durch Wilhelm II.

 

SH Haselau Reliefs web


Die Namen der 33 toten Soldaten sind im großen oberen Teil in zwei Spalten gesetzt und werden dort durch ein lorbeerbekränztes Schwert getrennt.

Die Namen, teilweise mit abgekürzten Vornamen, werden in kleinerer Schrift ergänzt durch Geburts- und Todesdatum, dazu ist der Sterbeort gesetzt.

 

SH Haselau Helm web


Unten endet die Liste mit einem Namen in der Mitte, rechts und links ergänzt durch Zierreihen aus Quadraten. Darunter folgen rechts und links noch zwei Namen, die durch einen Stahlhelm auf Lorbeerlaub getrennt werden.

Die Namen sind nach Todestagen geordnet, der erste Soldat ist am 16.9.14 in Frankreich ums Leben gekommen, der letzte am 4.9.18 in Neumünster. Ein Soldat wird als vermisst aufgeführt.

Wieso die Jahreszahlen auf dem Stein mit 1914 und 1920 angegeben sind, erschließt sich nicht.

 

     SH Haselau gesamt von oben web


In die Bodenplatte aus rötlichem Granit sind 30 Namen von vermissten Wehrmachtsangehörigen graviert. Sie sind in drei Spalten gesetzt.

 

SH Haselau Platte web


Es konnte nur das Geburtsdatum angegeben werden, danach sind die Namen geordnet. Die kleinen Ziffern sind teilweise nicht mehr zu lesen. Die Zahl der Vermissten, von 79 Haselauer Wehrmachtsangehörigen sind 30 ohne Todestag angegeben, ist erstaunlich hoch. Oder kannte man diese Daten nicht?

 

     SH Haselau links web


Auch die beiden rötlichen Granitplatten an den Seiten haben rauh gehauene Ränder, an den oberen Außenecken sind die Steine grob abgerundet. Beide Steine haben oben die Inschrift, die erste Zeile wurde wieder im Bogen gesetzt:

Für Volk u. Vaterland
1939 (Eisernes Kreuz) 1945

Es folgen die 49 Namen der getöteten Soldaten mit Geburts- und Sterbedatum, wieder geordnet nach Todestag. Der erste Soldat von den 25 Genannten auf der linken Platte ist am 17.9.39 zu Tode gekommen.

 

     SH Haselau rechts web


Auf der rechten Granitplatte werden in ebenso schwarzer Schrift weitere 24 tote Soldaten aufgeführt. Der zuletzt Gestorbene ist am 13.11.1947 ums Leben gekommen. Nach Kriegsende in Deutschland am 8. Mai 1945 sind insgesamt noch fünf Soldaten gestorben.

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Die Geschichte

Das Denkmal für die Soldaten des 1. Weltkriegs stand ursprünglich an der Dorfstraße, erhöht neben der Friedenseiche und war umgeben und gestützt von großen Findlingssteinen.

SH Haselau historisch web


Dieses Bild aus dem Jahr 1934 stammt aus der Haselauer Chronik. Einen Teil dieser Chronik »Unter dem Hakenkreuz« hat der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann dankenswerterweise auf die Gemeindewebsite gestellt.

Er schreibt: »Geschichte muss aufgearbeitet, bewältigt und den Menschen erklärt werden, die diese Zeit nicht miterleben mussten. Aus diesem Grunde habe ich die Seiten aus der Haselauer Chronik über die Zeit von 1933 bis 1945 in diese Website der Gemeinde Haselau gestellt.«


Gemeindechronik Haselau »Unter dem Hakenkreuz«

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Für Volk und Vaterland

Text folgt

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


SH Wulfsdorf Hitler EK web

• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Schwert und Stahlhelm

Text folgt.

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Die Schrift

     MP Alt Rehse Schrift web       

Aus der Werbeschrift einer Satzanstalt im »Dritten Reich«

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Inschrift

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Haseldorf, Kreis Pinneberg

Auf dem Schlossgelände rechts neben der Kirche St. Gabriel

Text folgt

     SH Haseldorf IWK web

SH Haseldorf oben web

 

SH Haseldorf Schwert web

 

     SH Haseldorf IWK Seite web

 

SH Haseldorf IWK Hinten web

 

SH Haseldorf beide web

 

SH Haseldorf IIWK web

 

SH Haseldorf IIWK Seite web

 

     SH Haseldorf Luthereiche web

 

SH Haseldorf St Gabriel web

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I N H A L T
Das Denkmal
Vor der Umgestaltung in den 50er Jahren
Die Errichtung

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Hattstedt, Kreis Nord-
friesland

Auf dem Kirchhof von St. Marien

Eine Denkmalsanlage am Rande des Friedhofs. Eine erhöhten Fläche wird hinten von einer halbrunden einsteinigen Feldsteinmauer begrenzt, darauf steht in der Mitte ein großer, kantiger graumarmorierter Findling mit einem Eisernen Kreuz als Relief im Kreis und darunter die Inschrift:

Der Tod ist verschlungen in den Sieg
1. Kor. 15, 55

Der Vers aus dem 1. Korintherbrief postuliert den Sieg des Lebens über den Tod durch die Auferstehung der Toten. Dieses biblische Zitat soll wohl den Angehörigen der getöteten Soldaten Trost spenden, soll dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben. Man hat die Luther-Übersetzung des 1. Korintherbriefs benutzt, um am Soldatentod die christliche Überzeugung von der Überwindung des Todes durch Jesus Christus zu bezeugen.

Man könnte auch meinen, dass durch den Gebrauch des Wortes »Sieg« in diesem Zusammenhang eher die Niederlagen der deutschen Armeen verdrängt werden sollen.
 

SH Hattstedt gesamt web

 

SH Hattstedt Hauptstein web

Rechts und links stehen auf gemauerten Feldsteinsockeln kleinere Findlinge, jeder mit einem christlichen Kreuz und darüber die Jahreszahlen der beiden Weltkriege.

1914/18
1939/45

Vor jedem Findling steht eine Blumenschale. Neben den schmalen Gehwegen zu den Steinen sind niedrige Bodendecker gepflanzt.
Wie man weiter unten an den Schaubildern des Denkmalentwurfs sehen kann, sind die zwei Findlinge später dazu gesetzt worden.

 

             SH Hattstedt 14 18 web

 

             SH Hattstedt 39 45 web


Auf der Vorderseite der Anlage ist in die Mitte der umfassenden Mauer eine Tafel eingefügt mit der Widmung:

Ihren gefallenen Söhnen zum Dank
Hattstedt · Hattstedtermarsch · Horstedt · Wobbenbüll
1914 -18  1939-45

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Opfer, als Helden, als Brüder, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

SH Hattstedt Inschrift web

Weiter eingefügt sind 15 Tafeln mit den 61 Namen der getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs und den 170 Namen des 2. Weltkriegs. Es ist ungewöhnlich, dass die toten Soldaten nach ihrem Sterbeort und Zusatzinformationen geordnet sind: im Westen, im Osten, auf See, i. d. Heimat verst., Italien, vermisst Balkan, Afrika / Italien, i. d. Gefsch. verst., in Polen usw. Innerhalb des gleichen Sterbeorts sind die Toten nach ihren Heimatgemeinden aufgezählt. Manchmal sind Geburts- und Sterbedatum aufgeführt, manchmal nur eins von beiden, manchmal erhalten die an der Kriegsfront Getöteten ein Eisernes Kreuz vor ihrem Sterbetag.

SH Hattstedt Namen2 web

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Vor der Umgestaltung in den 50er Jahren

SH Hattstedt 1925 web

Aus dem Jahr 1925


SH Hattstedt 1954 web

Im Jahr 1954 wurden die Findlinge an den Seiten ergänzt.

Als später auch die Namen der toten Soldaten des 2. Weltkriegs aufgezählt werden sollten, wurde die Denkmalsanlage durch einen erhöhten halbrunden Platz erweitert. Nicht nur die Hattstedter, auch die toten Soldaten der Heimatvertriebenen werden jetzt auf den Frontplatten aus Granit genannt.

Die Fotos haben wir von Johann Carstensen vom Dorfarchiv Hattstedt erhalten. Herzlichen Dank.

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Die Errichtung

Zuerst wurden die »Ehrentafeln« in der Kirche St. Marien zu Hattstedt aufgehängt. Im Herbst 1919 gab Pastor Martensen die Gedenktafeln aus Holz bei der Kunstgewerblichen Fachschule in Flensburg in Auftrag. Ab dem 22. Dezember 1919 ist der Schriftverkehr von Pastor Martensen mit der Fachschule und der Provinzialberatungsstelle für Kriegerehrung in Schleswig-Holstein, Geschäftsstelle Flensburg dokumentiert. Wie aus einem Brief hervorgeht, war die Fachschule mit der Provinzialberatungsstelle verbandelt, Schuldirektor Huber war auch Vorstandsmitglied bei der Beratungsstelle. Die Ausführung des Auftrags verzögerte sich, es wurde um Schriftgrößen und -farben verhandelt, die Schule wurde mit Aufträgen dieser Art überhäuft und Direktor Huber wanderte zu allem Überfluss nach Dortmund ab und der 1. Lehrer Herr Weddig musste sich neu einarbeiten. Am 28. September 1920 kamen die Tafeln dann endlich »bahnamtlich angerollt«. 

SH Hattstedt RechnungTafeln web


Auf der Rechnung notierte Pastor Martensen die Überweisung am 18. Oktober und die Zusammensetzung der Einnahmen:
Von der Sammlung  3980 M
Von der Sparkasse   1500 M

Dem voraus ging ein Disput über die Höhe der Rechnung. Herr Weddig führte u.a. aus, dass die Arbeitslöhne seit Auftragsvergabe um 100% gestiegen seien, jeder Buchstabe müsse jetzt M 2,- kosten, M 1,- sei der reine Selbstkostenpreis: »Aus vorstehenden Gründen bitte ich Sie auch unsere Rechnung gütigst anerkennen zu wollen.«

Das Kriegerdenkmal

In einem Brief vom 11. Juli 1919 riet die Provinzialberatungsstelle noch von der Errichtung eines Kriegerdenkmals auf dem Kirchhof von St. Marien ab:

» ... ist der Ansicht, dass von einem Denkmal auf einem neben dem Kirchhof gelegenen und jetzt für die Kirchhoferweiterung gekauften Stück Land besser Abstand genommen wird. Da der Grund und Boden der Kirche gehört, so erscheint es fraglich, ob die kirchliche Aufsichtsbehörde ihre Zustimmung geben wird, sofern die Planung zu irgendwelchen Bedenken Anlass gibt. Die Provinzialberatungsstelle rät im allgemeinen von der Anlage besonderer Denkmäler ab, da diese nur in den seltensten Fällen künstlerisch gelingen. Falls die Gemeinde unbedingt an dem Plane, ein Denkmal aufstellen zu wollen, festhält, so empfielt die Provinzialberatungsstelle als Architekt Herrn Carl Andresen, Flensburg, Südergraben 62 für die Aufstellung einer würdigen Planung.«

Mit Architekt Andresen trat Pastor Martensen daraufhin tatsächlich in Kontakt und vereinbarte ein Treffen, nachdem Architekt Andresen schrieb, dass er keinesfalls Vorschläge machen könne, ohne den Platz und die Steine gesehen zu haben. Er bat darum die Steine, die anscheinen schon vorhanden waren, freizulegen, damit er sie vermessen könne. Am 15. September 1919 wurde der Entwurf abgeschickt, der Preis für die Errichtung des Kriegerdenkmals wurde mit 8057,- M angegeben.

Bildhauer Andreas Treede aus Flensburg in seinem Kostenvoranschlag:

SH Hattstedt Bildhauer web

 

Viele Einzelheiten wurden schriftlich und mündlich geklärt und Möglichkeiten, den Preis durch Beauftragung von einheimischen Gewerken oder Eigenarbeit der Gemeindemitglieder niedriger zu halten, erwogen. Geld war wohl knapp und auch wenn ein »Ehrenmal« erbaut werden sollte: es musste gefeilscht werden!

Am 2. Oktober schrieb Pastor Martensen an Architekt Andresen, dass an eine Ausführung seines Entwurfes nicht zu denken sei. Architekt Andresen schickte daraufhin die Kostenrechnung für seinen Entwurf und argumentierte mit verschiedenen Vorschlägen für eine weitere Kostenreduzierung. Pastor Martensen möge sich doch noch einmal bei der Gemeinde für die Ausführung seines Entwurfs verwenden. Nach langem Hin und Her schaltete Architekt Andresen die Provinzialberatungsstelle ein und Pastor Martensen erhielt folgenden Brief vom 28. November 1919:

»Durch Herrn Architekt Andresen Flensburg erfährt die Provinzialberatungsstelle in Flensburg soeben, dass der Kirchenvorstand von der Aufstellung des Denkmals, für welches Herr Andresen eine Zeichnung entworfen hat, vorläufig Abstand nehmen will und dass später vielleicht ein kleiner Stein gesetzt werden soll. Da Herr Andresen darauf hinweist, dass die zur Verfügung stehenden Mittel mit seinem vorgesehenen Denkmal nicht überschritten werden und da es in Hattstedt Schwierigkeiten macht, eine wirklich gute Lösung der Kriegerehrungen zu finden, so möchte ich dem Kirchenvorstand dringend empfehlen, dass er die sehr gute Planung, welche Herr Andresen entworfen hat, doch zur Ausführung bringt.«

Was für ein Sinneswandel! Auch in einem zweiten Brief wurde beteuert, dass die Provinzialberatungsstelle unternehmen wird was sie kann, um die »Angelegenheit so sehr wie möglich« zu fördern. Es gab neue Ideen: mit Mauer, ohne Mauer, Treppe, Pfeiler usw.

SH Hattstedt Zeichnung sw web

SH Hattstedt Zeichnung farbig web


Zwei »Schaubilder« der unterschiedlichen Entwürfe von Zeichner Max Böttcher aus dem Jahr 1920. 915 M hat er für alle seine Zeichnungen schließlich bekommen.

Schließlich wurde das Kriegerdenkmal doch noch errichtet. Am 13. November 1920 musste dann schon die Spedition Nicolaysen aus Husum die Rechnungslegung für den Transport der Steine und Platten rechtfertigen.

An den Summen in der Schlußabrechnung sieht man: Pastor Martensen hat überall gekürzt! Und das zähe Verhandeln hat sich gelohnt: die Bilanz für die Tafeln in St. Marien und dem Denkmal auf dem Kirchplatz lautete:

 

SH Hattstedt Bilanz web

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Wir bedanken uns herzlich bei Albert Panten vom Kirchenkreisarchiv Nordfriesland in Breklum und Johann Carstensen vom Dorfarchiv Hattstedt für die Informationen und die Dokumente.

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Inschrift
Die Geschichte
Die Stadtkirche
Der Erzengel Michael
Historische Postkarten

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Heiligenhafen, Kreis Ostholstein

Denkmal im Park

Eine hohe Stele, gemauert aus bunten Feldsteinen steht auf einem erhöhten Platz, den man ringsherum über fünf Stufen erreicht. Sie hat zwei gestaltete Seiten, oben hat sie einen halbrunden gefächerten Abschluss.

SH Heiligenhafen gesamthinten web

Auf der stadtzugewandten Seite ist das Reliefbild unter dem Fächer an der Spitze nicht mehr zu erkennen. Darunter stehen die Jahreszahlen 1939 – 1945 (nachträglich angebracht) und darunter 1914 – 1918. Es folgt ein Eisernes Kreuz im Strahlenkranz und direkt anschließend die eingelassene Namens- und Widmungstafel. Die Inschrift lautet:

Sie alle starben für’s Vaterland
O Volk sei deiner Helden wert

Darüber werden 95 Namen von getöteten Soldaten und ihre Herkunftsorte genannt.


          SH Heiligenhafen gesamt web

SH Heiligenhafen Inschrift web

Auf der anderen Seite kann man oben im Reliefbild ein erhobenes (!) Schwert umrahmt von Eichenlaub sehen.

SH Heiligenhafen Schwert web


Dazu ein Zitat aus der Urkunde, die im Grundstein des Kriegerdenkmals am Pinneberger Bahnhof eingelassen worden ist: »Das Ehrenmal wird an der Vorderseite ein aufrechtes Schwert tragen. Hiermit soll die Mannhaftigkeit und der Wehrwille des deutschen Mannes vor aller Welt bekundet werden.«

          SH Heiligenhafen hinten web

Darunter parallel zum Eisernen Kreuz auf der anderen Seite ist das Relief eines kleines Kreuzes im großen Strahlenkranz eingelassen. Wiederum direkt anschließend folgen Bild- und Inschriftentafel. Das Bild zeigt einen durch einen schwungvollen tischartigen Aufbau erhöhten Drachentöter.

          SH Heiligenhafen Soldat web

Hier wird jedoch nicht der Erzengel Michael abgebildet, wie im Kirchenfenster der Stadtkirche (siehe weiter unten), sondern der Drachentöter trägt Stahlhelm, Uniform und Schaftstiefel. Dazu passend die Inschrift:

Und wenn die Welt voll Teufel wär.
Es muss uns doch gelingen

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Die Inschrift

Diese Zeilen stammen aus dem Kirchenlied »Ein feste Burg ist unser Gott«, dessen Text von Martin Luther wohl vor 1529 geschrieben wurde. Das Lied ist für den Protestantismus von großer Symbolkraft. Der Text ist angelehnt an den Psalm 46, »Gott ist unsre Zuversicht und Stärke«.

»Ein feste Burg ist unser Gott« erfuhr beginnend mit den Befreiungskriegen Anfang des 19. Jahrhunderts eine nationale Aufladung als Kampflied über den engeren religiösen Sinn hinaus. Davon zeugen die Einbindung in national-deutsch ausgerichtete Feiern wie das Wartburgfest 1817 oder die Einweihung des Lutherdenkmals in Worms 1868. Einen Höhepunkt erreichte die national-militaristische Instrumentalisierung während des Ersten Weltkriegs, als insbesondere die Zeilen »Ein feste Burg ist unser Gott« sowie »Und wenn die Welt voll Teufel wär« weite Verbreitung fanden (beispielsweise auf Kriegsansichtskarten). In diesem Kontext stand das Lied für das Selbstbild des von allen Seiten bedrohten Deutschland, das im Vertrauen auf Gott jedoch über alle Gegner dieser Welt triumphieren würde.

3. Strophe: Und wenn die Welt voll Teufel wär / und wollt uns gar verschlingen, / so fürchten wir uns nicht so sehr, / es soll uns doch gelingen.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 20. Februar 2017

SH Heiligenhafen Teufel web

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Die Geschichte

Schon seit den 1920er Jahren wollten ein Militärverein und eine Kampfgenossenschaft die Erinnerung an die getöteten Soldaten aus Heiligenhafen und den Nachbargemeinden wachhalten. Ab 1924 nimmt die Planung Fahrt auf, es gibt Aufrufe zur Mitarbeit und Veranstaltungen, um Geld einzuwerben. Die Baufirma Prüß und der Architekt Johann Boller übernehmen die Bauausführung, der Bildhauer Langfeldt aus Heiligenhafen ist für die künstlerische Gestaltung zuständig. Ende 1924 gehört dann auch die Vereinigung Stahlhelm zum Denkmalsausschuss. Am 17. Mai 1925 wird das Kriegerdenkmal eingeweiht.


• Hier können Sie einen Beitrag im Jahrbuch für Heimatkunde – Oldenburg / Ostholstein, 58. Jahrgang 2015 lesen. Geschrieben hat ihn der fast 90-jährige Senior der Rats-Apotheke am Markt Bendix Grasshoff. Wir danken Herrn Grasshoff, Herrn Hinrich Scheef, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Oldenburg / Ostholstein e.V. und Frau Anja Pohle, Leiterin der Stadtbücherei für die Recherche.

Bendix Grasshoff, 2015

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Die Stadtkirche

Man betritt die Stadtkirche über einen Nebenraum, der als Erinnerungsort für die zwei Weltkriege fungiert. An der Aussenwand fiel das bunte Glasfenster ins Auge. Bei der Renovierung 2015 wurde das Fenster entfernt und der Raum ist umgestaltet worden.


         SH Heiligenhafen Kirche4 web


Hier war der zweite Drachentöter in Heiligenhafen abgebildet, diesmal mit Heiligenschein, Flügeln und Lanze – der Erzengel Michael.

 

         SH Heiligenhafen Kirche1 web

Unter einem Eisernen Kreuz und über den Namen der getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs kann man im Querbalken des Kreuzes lesen:

Unseren teuren, tapferen Helden
in Liebe, Dankbarkeit und treuem Gedenken
gewidmet von der Kirchengemeinde.
für unser Vaterland starben im Weltkriege
1914–1918

An der Längsseite des Raumes sind einzeilig in Überkopfhöhe bronzene Lettern angebracht:

* Wo sie auch ruhen in Meer und Land
sie sind gefallen in Gottes Hand
*

SH Heiligenhafen Kirche2 web

SH Heiligenhafen Kirche3 web

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Der Erzengel Michael

»Während des 1. Weltkriegs galt der Erzengel Michael als Führer und Schirmherr der Deutschen. Dabei vereinte seine Wiedergabe Relikte verschiedenster Herkunft ... Im Resultat ergab die Mixtur einen jugendlich-strahlenden Kämpfer, einen Siegfried als Schutzheiligen des deutschen Heeres. ... Das in diesen Darstellungen liegende Siegesbewußtsein, bei gleichzeitigem Gottvertrauen und der Gewißheit des gerechten Kampfs, kam auch in gleichzeitigen Gedichten zum Ausdruck:

Jetzt, Michel, zeig’ dich treu und groß,
Gürt’ nur dein altes gutes Schwert! ...
und zeig’ dem Feind in Ost und West,
wie deine Klinge zischt und loht ...

In einem 1915 zum Jahrestag des Kriegsausbruchs verfassten ›Lied vom deutschen Michel‹ von Cäsar Flaischlen heißt es über den Zustand nach dem erhofften Sieg:

Unserem Herrgott / Preis und Ehr! / Im übrigen aber / wie vorher: / Deutsche Kanonen, / zu Hütern bestellt, / bleiben der sicherste / Frieden der Welt!

Für die Situation am Kriegsende, die in der Weimarer Republik nachwirkte, ist ein Büchlein von 1918 symptomatisch. Der Verfasser Adolf Hauffen, Professor an der deutschen Universität in Prag, rekonstruierte darin die germanische Vergangenheit der Michaelsfigur, die auch das Ende der Siegesgewißheit noch unbeschadet überlebte.«


• Zitiert aus Meinhold Lurz, Kriegerdenkmäler in Deutschland, Band 3, Esprint-Verlag, 1985, S.96-97

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Historische Postkarten

SH Heiligenhafen ca 1920 web

• aus dem Jahr 1920

SH Heiligenhafen 1939 web

• aus dem Jahr 1939

SH Heiligenhafen 1943 web

• aus dem Jahr 1943

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Inschrift

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Hetlingen, Kreis Pinneberg

Am Rand eines großen Platzes vor der Kirche

Text folgt

SH Hetlingen gesamt web

 

SH Hetlingen beide web

 

SH Hetlingen Tafel web

 

SH Hetlingen Tafel oben web

 

SH Hetlingen Tafel unten web

 

SH Hetlingen IIWK web

 

SH Hetlingen Kirche web

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I N H A L T
Das Denkmal
Der frühere Standort
Die Geschichte
Der Bildhauer Heinrich Missfeldt
Notgeld aus dem Jahr 1922
Eine historische Postkarte

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Hörnerkirchen, Kreis Pinneberg

In der Ecke des Kirchhofs

Es [Das Kriegerdenkmal] besteht aus drei Schrifttafeln und einem Relief aus hellem Stein, das in der linken Ecke einen toten Soldaten zeigt, dessen Helm auf einem Podest liegt. Neben ihm stehen fünf Frauen in langen Umhängen und Lorbeerkränzen in den Händen. Ein Mann weist mit erhobener Hand eine von ihnen an, den Helm mit ihrem Kranz zu schmücken. Oben aufgesetzt ist ein Kreuz. Das Denkmal wird flankiert von zwei Tafeln mit den Namen der Toten.

Nachdem ein Feuer die Kirche am 20. September 1934 bis auf die Außenmauern zerstört hatte, wurde nordöstlich der Kirche am Rande des ehemaligen »Kirchhofes« eine neue Kriegerdenkmalsanlage errichtet, in die das alte Denkmal integriert ist.

Informationen von Helmut Trede, Autor des Buches: »Die Hörner Dörfer« Husum, 1989.


1921 wurde dem Entwurf des Berliner Bildhauers Heinrich Mißfeldt, geboren 1872, vom Denkmalsausschuß des Kirchspiels zugestimmt. In den Elmshorner Nachrichten vom 1.8.1921 wird erläutert: »Das Denkmal, das sich unmittelbar an die Südseite der Kirche lehnt, so daß es von der Straße aus in voller Front gesehen wird, stellt in seinem Mittelbilde in Reliefform 5 trauernde Frauengestalten dar, die ihren Kranz auf den »Altar des Vaterlandes« legen. Diese Frauengestalten verkörpern die fünf Gemeinden des Kirchspiels. Neben dem Altar steht die Gestalt der Hoffnung, deren erhobene Hand auf ein Kreuz weist, das nach oben hin das Mittelbild abschließt.« (Zitiert nach Claudia Eisert-Hilbert, 1987. Lesen Sie weiter im PDF weiter unten)

Am 25. Juli 1922 hielt der ehemalige Gemeindevorsteher aus Westerhorn Sandkamp die Weiherede. Zuvor hatte Pastor Fehrs einen Gottesdienst zur Denkmalseinweihung abgehalten.

SH Brande H Mitte

SH Brande H gesamt


Für den 1. Weltkrieg: 
Seinen im Weltkriege gefallenen Söhnen zum Gedächtnis! Das Kirchspiel Hörnerkirchen 

Linke Tafel:
 1914 - 1918

(im Eisernen Kreuz mit Eichenlaub und Lorbeerzweig)

Wir sind die Saat, von Deutschland ausgesät mit bebender Hand
und die Namen von toten Soldaten aus dem Kirchspiel

SH Brande H Tafel42

Rechte Tafel:
 1914 - 1918
(im Eisernen Kreuz mit Eichenlaub und Lorbeerzweig)

Wollt ernten ihr, so gebt euch hin wie wir dem Vaterland
und die Namen von toten Soldaten aus dem Kirchspiel

SH Brande H Tafel1

Für den 2. Weltkrieg
Auf beiden Außentafeln:
 1939 (Eisernes Kreuz) 1945
und jeweils die Namen von toten Soldaten aus dem Kirchspiel

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Der frühere standort

SH Brande Hoernerkirchen alt

Vor dem Brand am 19. September 1934 stand der mittlere Teil des jetzigen Kriegerdenkmals in einer Fensternische der Kirche, die beiden Steintafeln mit den Namen der getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs hingen rechts und links daneben an der Kirchenmauer. Dieser Ort verstärkte die Symbolik im Mißfeldschen Relief vom »Altar des Vaterlandes«. Das Foto ist von Osten her aufgenommen. Die Kirche brannte damals bis auf die Umfassungsmauern nieder, beim Wiederaufbau wurde das Denkmal von der Außenwand gelöst und an den Kirchhofsrand versetzt, wo man nach 1945 das Gedenken an die toten Soldaten des 2. Weltkriegs hinzufügte. In der Kirche erinnert heute nur noch ein Messing-Lorbeerblatt-Kranz am Leuchter über der sogenannten Bläserecke links vom Altar daran, dass dort eine »Heldennische« eingerichtet werden sollte. Dazu kam es nicht und es sind auch keine Pläne erhalten.

• Wir danken Pastor Dr. Palmer für die Ablichtung und die Informationen.


SH Hoernerkirchen Karte


Das »Ehrenmal« war in dieser Zeit auch ein Postkartenmotiv. Die vier Bäumchen sind hineinretuschiert worden, dem Postkartengrafiker kam die Kirchenwand wohl nicht feierlich genug vor.

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Die geschichte

Das Kapitel Hörnerkirchen aus Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit (1987): »Denkmäler für Soldaten und andere Kriegsopfer seit dem Ersten Weltkrieg im Kreis Pinneberg« können Sie hier lesen. Unser Dank gilt der Verfasserin.

Eisert-Hilbert: Hörnerkirchen

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Der Bildhauer Heinrich Missfeldt

Er wurde am 20. Dezember 1872 in Suchsdorf bei Kiel geboren und starb am 27. Oktober 1945 in Torgau.

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Seine Eltern waren der Ziegeleibesitzer Detlef Missfeldt und Elsabe Sinn. Nach einer Lehre als Holzbildhauer in Kiel ging er zum Studium nach Berlin. Viele Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein wurden in seinem Berliner Atelier entworfen. Zum Beispiel das in Bad Segeberg, Glückstadt, Bad Bramstedt, Bokel (zum Teil abgetragen), Garding, Husum, Kappeln und Kiel.

1936 entwarf er Reliefbilder vom Kopf Hermann Görings und Adolf Hitlers, 1937 wurden sie in der Lehrgießerei des Lautawerks der Vereinigte Aluminium-Werke AG hergestellt – Sandguss, Aluminium, poliert.

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Notgeld aus dem Jahr 1922

Auf dem 60-Pfg-Schein der Gemeinde Brande-Hörnerkirchen werden schon die Inschriften des Kriegerdenkmals von 1922 zitiert. Auf dem 40-Pfg-Schein steht: Uns Markplatz, grot und schön den ziert en witten Steen. Dor kannst Bescheid di hahlen wat uns de Weltkrieg stahlen. Frei übersetzt ins hochdeutsche: Unsern Marktplatz, groß und schön, den ziert ein weißer Stein. Dort kannst Bescheid Dir holen, was der Weltkrieg uns gestohlen.

Auf dem Notgeld ist das frühere Denkmal, erbaut 1874, für die toten Soldaten der Kriege im 19. Jahrhundert abgebildet. Es stand in den 1920er Jahren auf dem Marktplatz. Seit es 1936 abgebaut wurde, ist das Denkmal bei der Kirche das einzige in Hörnerkirchen.

SH Hoernerkirchen Notgeld web


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Eine Historische Postkarte

SH Hoernerkirchen Alte Karte1916 web


Ganz links oben das Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz, in der Mitte ein Bild der Kirche – noch ohne das neue Kriegerdenkmal in der Fensternische. Die Karte ist ca. 1915 verkauft worden.

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I N H A L T
Das Denkmal
Ein Kommentar zur Inschrift
Die Geschichte
Der Findling
Die Bergung
Die Anlage
Die Einweihung

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Hörnum, Kreis Nordfriesland

Auf der südlichen Spitze der Insel Sylt

In Hörnum weist ein Schild »Kriegsgräberstätte« den Weg: Das Kriegerdenkmal für die Toten beider Weltkriege steht in einer kleinen Anlage im »Grünen Tal«. Architekt Tadsen, selbst Kriegsteilnehmer an der Ostfront, hat sie gestaltet, am 13. November 1966 ist sie eingeweiht worden.

 

SH Hoernum weit web


Ein tiefergelegtes rechteckiges Areal mit Bänken ist seitlich umschlossen von einer Feldsteinmauer. An der Stirnseite erreicht man über zwei abgerundete breite Stufen eine entgegengesetzt abgerundete Ziegelmauer. Der ovale Platz ist mit unterschiedlich geformten Steinplatten gepflastert. An der Mauer sind vier Steintafeln mit den Namen der Toten angebracht.

SH Hoernum gross web


Hinter der Mauer, auf Bodenhöhe, steht ein 12 Tonnen schwerer heller Findling mit der Inschrift in schwarz:

Den Tagesbefehlen nicht,
Dem unbekannten Appell
Gehorchend, löstet das
Leben Ihr ein

1914 – 1918 (Eisernes Kreuz) 1939 – 1945

Gott allein kennt euch alle


Darüber ist ein christliches Kreuz graviert, der Spitze des Steins angepasst. Der Findling wurde 1966 am Wenningstedter Strand geborgen und unter größten Anstrengungen von vielen freiwilligen Helfern und der Bundeswehr in den Süden der Insel transportiert.

 

SH Hoernum mit Tafeln web


Auf den vier Tafeln werden 36 Namen genannt, mit Geburts- und Sterbedatum. Auch der Sterbeort und die Todesumstände werden aufgeführt. Die in Kriegshandlungen getöteten Soldaten erhielten als Ehrenzeichen ein Eisernes Kreuz vor ihr Sterbedatum, auf der Flucht Gestorbene ein einfaches christliches Kreuz. Die Vermerke »verm.« (= vermisst, fünf Namen) und »verschleppt« (zwei Namen) ersetzen ein wie immer geartetes Kreuz.

 

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Zwei Soldaten sind im 1. Weltkrieg, einer in Verdun, der andere in Rußland getötet worden. Damals bestand Hörnum nur aus wenigen Häusern. Vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 hatte Hörnum dann etwa 30 Einwohner. Die anderen Soldaten, die auf dem Stein genannt werden, waren vor ihrem Kriegseinsatz auf Hörnum stationiert. Willi Lund, am 14. August 1945 im Feldlazarett Auschwitz gestorben, betrieb vor dem Krieg eine Bäckerei. Er ist der einzige »echte Hörnumer« auf den Tafeln. 

In Hörnum und List waren vor und im 2. Weltkrieg viele hundert Soldaten stationiert, etwa 1000 alleine in List. Die Soldaten sollten den »Westwall« verteidigen, den die Organisation Todt (OT), ein paramilitärischer Bautrupp, mit Bunkern und Verteidigungsanlagen von der gesamten deutsch-französischen Grenze bis Jütland errichtet hatte. Sylt war zur Festung gegen England ausgebaut worden.

Wikipedia, Organisation Todt


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Alle Fotos von Joachim Weiß

Wir zeigen hier zwei von den insgesamt vier Namenstafeln.

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Ein Kommentar zur Inschrift

Wir baten Prof. Dr. Loretana de Libero, Historisches Institut an der Universität Potsdam und tätig an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften um eine Interpretation der für uns rätselhaften Inschrift. Ihre Antwort:

»Zwar hatte die Bundeswehr sich vor allem in ihren Anfangsjahren sehr um das Gefallenengedenken mit Bezug auf die Weltkriege bemüht, das lag an den vielen ehemaligen Wehrmachtssoldaten in der jungen Armee, doch ist die Inschrift sicher nicht auf die Bundeswehr oder das damals auf Sylt stationierte Bataillon zurückzuführen.
Der Wortlaut klingt m.E. eher nach dem Hörnumer Gemeindepfarrer (vgl. auch die selbstbewuste Versicherung: ›Gott allein kennt euch alle‹, so etwa auch von der brandenburgischen Kirchengemeinde Liebenwalde, Gedenkbuch für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, Nachwendezeit, dort Volltext; auch in El Alamein; und zudem noch auf dem Hörnumer Gedenkstein das hohe Kreuz über der Inschrift).
Der ›unbekannte Appell‹ bezieht sich hier doch wohl auf Gott, wobei sehr eigenwillig verneint wird, dass die toten Soldaten keinen Tagesbefehlen (eben von Menschen) gehorcht hätten. Natürlich haben sie dieses getan. Ausgedrückt werden soll wohl, dass die Soldaten sich freiwillig für das Vaterland – aus eigenem, inneren Antrieb heraus (Patriotismus, Gewissen, Moral, Glaube etc.) –  geopfert hätten, und ihnen dies nicht befohlen zu werden brauchte.«

Loretana de Libero ist Verfasserin des Buches: »Rache und Triumph, Krieg Gefühle und Gedenken in der Moderne«, De Gruyter Oldenbourg. Beiträge zur Militärgeschichte. Band 73.

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Die Geschichte

»Das Ehrenmal wurde am Volkstrauertag, dem 13. November 1966, im ›Grünen Tal‹ unter Beisein eines Ehrenzuges des Marine-Sanitäts-Bataillons 901 in Hörnum sowie des Hörnumer Gemeindepfarrers und Standortgeistlichen eingeweiht. Es ist in freiwilliger Arbeit von Hörnumer Bürgern, Soldaten des Mar.-San. Bataillons 901 und mit einem Hilfseinsatz der Freiwilligen Ortsfeuerwehr errichtet worden.
Eine Haus- und Spendensammlung trug zur Deckung unumgänglicher Unkosten bei. Der Westerländer Architekt – selbst ehemaliger Soldat in Rußland – gab seine Dienste ohne Entgelt.«

Berichte und Mitteilungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Kassel, Nr. 7/1971, S. 164/5


Im Archiv der Gemeinde Hörnum gibt es eine Notiz, dass die Gestaltung des »Ehrenhains« 1967 jetzt abgeschlossen werden konnte. Weiter gibt es einen Rechnungsbeleg von 1969, dass die »Buchstaben« für zwei weitere Namen bezahlt wurden.

Diese Informationen bekamen wir von Silke von Bremen, Autorin, Heimatforscherin und Gästeführerin auf Sylt. Herzlichen Dank!

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Der Findling

Schulleiter Kuno Ehlfeldt war der Initiator für die Errichtung des Denkmals. Er war Vorsitzender des Arbeitsausschusses »Ehrenmal Hörnum« und der Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Zusammen mit Jürgen Ehmsen, Pastor der Hörnumer Kirche St. Thomas und Standortgeistlicher der Bundeswehr auf Sylt nahm er die Aufgabe in Angriff.

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Hier erkundet Kuno Ehlfeldt den riesigen Findling, der 1966 am Wenningstedter Strand nur 25 cm herausragte.

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Im Flutbereich arbeitete sich der Findling höher. Kuno Ehlfeldt prüft mit dem »Lehmann« seine Verwendbarkeit.

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Kuno Ehlfeldt hatte im 2. Weltkrieg an der Ostfront gekämpft. Pastor Ehmsen beschreibt ihn im Jahr 2018 als Nationalisten, aber er sei kein »NS-Mann«, er sei Ernst Jünger-Anhänger mit »Vaterlandsdenken« gewesen. Ehlfeldt wurde 1912 geboren, er starb 1977 mit 65 Jahren.

»Zäh praktizierter Idealismus«, so überschrieb Kuno Ehlfeldt die erste Geschichte über die Entstehung des Kriegerdenkmals für Hörnum 21 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs. Die Ehrung der toten Soldaten lag ihm am Herzen, das kann man aus jeder Zeile lesen, die er in enthusiastischen Berichten über das Kriegerdenkmal im Sylter Tageblatt veröffentlicht hat.

Sylter Tageblatt, 19. Mai 1966

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Die Bergung

Im Mai 1966 begann die Bergung. Beteiligt waren Soldaten des Hörnumer Stadortbataillons, eine große Planierraupe, die Hörnumer Feuerwehr samt Motorpumpe, der 34-t-Kranwagen des Flugplatzes Westerland, der Lastzug einer Baufirma und zwei Hörnumer Bataillon-Lastkraftwagen mit je 9-t-Seilzugwinden.

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Schulleiter Kuno Ehlfeldt schreibt: »Es gab kritische Momente, Augenblicke, in denen man drauf und dran war, aufzugeben. Stimmen begannen sich zu mehren, die die Arbeit sinnlos schalten. Die gefährlichen Untiefen der Verzagtheit konnten überwunden werden. Der Glaube hat einen Steinberg versetzt. Aber nicht der Glaube allein. Begeistert draufgängerisches Zupacken, das sich an der Naturkraft zu messen suchte, [...] allem voran aber der Einsatz der Soldaten bei der Arbeit am Stein unter dem kameradschaftlichen Vorbild seines unermüdlichen Führers kamen dem Glauben zu Hilfe.«


SH Hoernum Bergung Laster web


Die Kette der Winde wird heruntergelassen.


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Der Stein wird die 30 Meter hohe Steilküste am Wenningstedter Kliff hinaufgezogen ...


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... und zum Transport nach Hörnum zu einem Kranwagen geschleppt.

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Die Anlage

Kuno Ehlfeldt beschreibt im Sylter Tageblatt am 25. Mai 1966 die Ankunft des Findlings in Hörnum: »Das friedliche Bild [...] wurde jäh unterbrochen durch das feldgraue Ungetüm eines 35 Tonnen schweren Kranwagens, der vom Hafen her den Straßenverkehr warnungblitzend durchschnitt und sich – angeführt von dem Kommandowagen des Chefs der 1. Kompanie des Standortbataillons – vorsichtig über den Heideboden ins Tal hinabrollte. Feldmarschmäßig ausgerüstete LKW waren gefolgt. Zwei zivile Hörnumer »Kadetten« umflitzten den Konvoi bald hier, bald da – und ein grauer, inselhauptstädtischer Mercedes mit einem Architekten und seinem »Leibadjutanten« tastete sich hinzu. [...] Endstation Ehrenmal, ein Zeichen, aufgerichtet für Kämpfen und Sterben in zwei Kriegen, die Weltkriege heißen.«

Sylter Tageblatt, 25. Mai 1966

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Der Findling wird auf ein vorbereitetes Fundament herabgelassen. Danach begann die Gestaltung der Anlage.

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Schulleiter Ehlfeldt, rechts, wie immer aktiv dabei das »Grüne Tälchen« umzugestalten.


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Auch der Hörnumer Bürgermeister Sepp Springer, im Foto mit Krawatte, läßt sich vor Ort die Aktion beschreiben.


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Freude nach getaner Arbeit: Schulleiter Ehlfeldt mit seinem »Lehmann« in der Mitte.

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Die Einweihung

Vor der Einweihung, die am Volkstrauertag stattfinden sollte, startete Kuno Ehlfeldt noch eine Spendenaktion unter dem Motto: »Wir waren eins in der Liebe zur Heimat und haben ihr alles gegeben, Bruder – wie klein ist Dein Streit«.

Die Einwände einiger Bürger, wieso man nach so langer Zeit noch ein »Ehrenmal« errichten wolle, beantwortete er dabei mit: »21 Jahre sind – gemessen an der Selbstverleugnung und dem Opfermut, dem Blut und den Tränen jener Jahre – eine kurze Zeit.«

Der Stein sei Mahnung: »Er ist aber auch Anruf. Ist stummer Händedruck mit dem Kameraden, der damals neben Dir fiel, – gleich ob an der Front des Glaubens an Deutschland oder an der bitteren Front des inneren Widerstandes.«

Das Mal, das »für unsere Zeit ein Bekenntnis zum gemeinsamen geschichtlichen Schicksal unseres Volkes und unserer Nation ist in Glück und Unglück, – in Glanz und Erniedrigung.«


Spendenaufruf am 25. August 1966 im Sylter Tageblatt



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Einweihung am Volkstrauertag, 13. November 1966. Im Oval vor den Namenstafeln stehen von rechts nach links: der Standortälteste des Sanitätsbataillons 901 Oberstabsapotheker Danker (mit Redemanuskript), ein Matrose, in zivil: Pastor Jürgen Ehmsen und Kuno Ehlfeldt.

Am 18. November erschien dann im Sylter Tageblatt ein Bericht


»Ich hatt’ einen Kameraden« wurde intoniert als die Hülle fiel, unter leisem Trommelwirbel wurden die Namen verlesen. Die trotz aller Beteuerungen, alle Opfer des Krieges seien gemeint, die Namen toter Soldaten sind. Bürgermeister Springer nahm das »Ehrenmal« in seine Obhut und dankte der evangelischen Kirche, dass »sie bis heute der Totenehrung einen Platz gewährt habe.«

Pastor Ehmsen suchte in seiner Weihepredigt Antwort auf die Frage: »Was ist der Mensch, der in einen solchen mörderischen Strudel der Geschichte gerät und darin scheinbar sinnlos untergeht? [...] Wo ist der Sinn? Die Bibel weiß die Antwort: Gott ist in allem, auch in dem, was uns Unheil scheint, auch in menschlicher Schuld, die immer wieder Unheil zeugt.«

SH Hoernum Anlage1966 web


Die Denkmalsanlage in Hörnum im »Grünen Tälchen« kurz nach der Fertigstellung. 1974 setzte sich Kuno Ehlfeldt für ein anderes Hörnumer Projekt ein: für das erste Zentrum der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt. Später erhielt die Schutzstation, die ehemalige »Norweger-Kirche«, den Namen Kuno-Ehlfeldt-Haus.

Zum Volkstrauertag 1976 schrieb Kuno Ehlfeldt für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgemeinschaft Hörnum an seine Mitstreiter:
Sehr geehrte Herren, vor nun 10 Jahren wehten im »Grünen Tal« die Fahnen unseres Landes zum ersten Mal auf halbmast, hatten wir uns aus eigener Kraft eine Gedenkstätte geschaffen, mit der wir uns – im Zeichen ungeheueren menschlichen Leids – mit unserem Volk und seinem geschichtlichen Schicksal sichtbar verbanden.
Wie hätte es auch anders sein können? [...] Major Kosin wird am Ehrenmal nach der Kranzniederlegung eine Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges im Sanitätsdienst einweihen und sie in seinen Dienstgebäuden der Traditionstafel des 1. Weltkrieges hinzufügen. [...]
Ist es verwunderlich, wenn ich Ihnen heute für die große Selbstverständlichkeit danken möchte, mit der wir uns in einer Zeit der Diskussion und Selbstbezweifelung ein Jahrzehnt am Volkstrauertag zusammenfanden?«

Brief von Kuno Ehlfeldt vom 6. November 1976

Wir danken Pastor Jürgen Ehmsen für seine ausführliche Dokumentation. Er lebt jetzt, auch nach 20 Jahren »Ruhestand« immer noch sehr aktiv, in Kiel.

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Das Denkmal
Die Inschrift

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Holm, Kreis Pinneberg

Auf dem Friedhof

Text folgt

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Das Denkmal
Die christlichen Symbole
Die Einweihung 1921
Notgeld
Die Ergänzung
Erinnerungskultur
Die Stele
Die Kirche St. Vicentius
Die Kriegsgefangenen

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Husby, Kreis schleswig-Flensburg

Auf dem Friedhof der Kirche St. Vincentius

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege ist ein mit behauenen Feldsteinen gemauerter runder Turm mit stumpfer Kegelspitze.

SH Husby ganz web

Seit er am 30. Oktober 1921 eingeweiht wurde, trägt der Turm die nach Westen gerichtete Frontplatte aus Granit mit hohem schmalen Kreuz, den über die Kreuzachsen verteilten Jahreszahlen des 1. Weltkriegs und die Widmung, unterbrochen von der Senkrechten des Kreuzes:
Den im Kampf fürs Vaterland gefallenen Heldensöhnen der Kirchengemeinde Husby

Darunter (auf dem Foto nicht zu sehen):
Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben
Bibelstelle: Offenbarung des Johannes 2, 10b

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.
Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung – von »christlich« zu sprechen verbietet der Respekt vor dem biblisch christlichen Glauben.

  SH Husby Fronttafel web

Sieben weitere Granitplatten, um den Turm herum angebracht, nennen die Namen der 67 toten Soldaten mit Geburts- und Todes- bzw. Vermißtentag, geordnet nach Ortsteilen der Kirchengemeinde. In jede Platte ist über den Namen zwischen den Jahreszahlen des 1. Weltkriegs ein Tatzenkreuz eingraviert, darunter wurde – wenn es die Länge der Namensliste zuließ – ein schmales gesenktes Schwert gesetzt. Umrahmt ist das ganze auf allen acht Platten von einer feinen Linie, alle Gravuren sind blutrot ausgemalt.

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1956 wurde das Kriegerdenkmal um die Namen der 173 toten Soldaten des 2. Weltkriegs erweitert. Acht schwere Platten wurden zu Füßen des Turm in die Lücken zwischen den senkrechten Platten ringsherum auf dem Boden verlegt. Eine kleine Steinplatte nennt im Relief eines Eisernen Kreuzes die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs.

SH Husby 1939 1945 web


Erneut sind die Namen geordnet nach den Ortsteilen der Kirchengemeinde. Die Buchstaben sind erhaben gearbeitet und wieder kunstvoll ausgeblockt. Je zwei Platten tragen das gleiche christliche Symbol über der Ortsangabe.

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Die christlichen symbole

Hier das Christusmonogramm IHS: Das Nomen sacrum (der heilige Name) IHS leitet sich von der Transkription der ersten beiden und des letzten Buchstaben des griechischen Namens Jesu ab. Transkription bedeutet hier »Umschrift«, d.h. die Übertragung eines sprachlichen Ausdrucks von einem Schriftsystem in ein anderes. IHS (und ihs) als Kurzform des Namens Jesus kann man in Bibeln des Mittelalters und an anderen Stellen sehr häufig finden. Bis ca. 1450 wurden in Bibeln und Urkunden die Worte Jesus und Christus und andere Nomina sacra (heilige Namen) praktisch nie ausgeschrieben. Zunächst war dieses Kürzel mit einem darüber liegenden Kürzungsstrich versehen, aus dem später ein Kreuz wurde.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 5. Februar 2017

SH Husby IHS web

 

Das Christusmonogramm ΧΡ, auch Konstantinisches Kreuz genannt, ist nach dem Kreuz und dem Fisch das am häufigsten verwendete Symbol für Jesus Christus. Es wird seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. von Christen verwendet.
Das früheste christliche Emblem – noch vor dem Kreuz – ist die Abkürzung des Titels »Christus«. Die Ähnlichkeit der griechischen Buchstaben Χ (Chi) und Ρ (Rho) mit den lateinischen Buchstaben X und P veranlasste in späterer Zeit die Interpretation des Symbols als Kurzform des lateinischen Pax (Frieden) oder Pax Christi.
Konstantin der Große soll, nach einer Vision, in der ihm gesagt wurde »In diesem Zeichen wirst du siegen«, seiner Armee befohlen haben, es auf die Schilde zu malen.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 15. Februar 2017

SH Husby PX web

Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe des klassischen griechischen Alphabets, sind ein Symbol für Anfang und Ende, damit für das Umfassende, für Gott. Bibelstelle: Offenbarung 1, 8: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

SH Husby A web


Der Kreis und das vierarmig-symetrische Kreuz gehören zu den elementaren graphischen Zeichen. In dieser Kombination ist das Zeichen allgemein Symbol für Kirche und steht in Legenden von Landkarten für Kirchengebäude. Hier sind dem Kreis noch Aussparungen hinzugefügt, die einem Smiley unserer Zeit ähneln.

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All diese Symbol-Varianten sollen dem Soldatentod eine religiöse Weihe geben.

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Die Einweihung 1921

»Am Sonntag, den 30. Oktober, nachmittags 2 Uhr. Glockengeläute, Anmarsch der Vereine.« Pastor Lensch aus Flensburg hielt am Denkmal die Weiherede. Umrahmt von Liedern und Ansprachen wurde die Weiheurkunde verlesen und von Bauunternehmer Asmussen eingemauert.

SH Husby 1921 10 30 Einweihung Pastor Lensch Flensburg web


SH Husby Programmseite web


Die letzte Strophe aus dem Lied »Ehrenvoll sind sie gefallen«:

Und der Nachwelt soll es künden:
Wenn ein Volk die Toten ehrt,
Wird es einst auch wieder winden
Lorbeer um des Siegers Schwert

Programmzettel

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Notgeld

Auch auf Notgeldscheinen wird die Einweihung des Kriegerdenkmals 1921 dokumentiert. Damals hieß das ganze Gelände »Ehrenfriedhof«. Der allgemeine Friedhof wurde erst 1926 von Pastor Barharn eingeweiht. Als erste zivile Amtshandlung wurde dort eine Soldatenmutter beigesetzt.

SH Husby Notgeld2 web

SH Husby Notgeld web

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die ergänzung

Am 10. Juni 1956 erfolgte die Einweihung der Ergänzung durch die Namensplatten für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs.

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Dritter von links: Peter Jensen, Ausacker

SH Husby Archivfoto 4 web


Dritter von links: Nicolaus Owesen, Gremmerup. Fünfter von links: Günther Claußen, Husby. Ganz rechts: Amtmann Hansen.

SH Husby Archivfoto 3 web

Blumenkästen stehen auf den Mauervorsprüngen, das Eiserne Kreuz mit den Jahreszahlen ist von Kränzen umgeben.

SH Husby 1956 06 10 Ehrenmal web

Das Foto von 1957 zeigt die gerade erfolgte Ergänzung, der umlaufende gepflasterte Weg, freier Raum und Bänke lassen die Anlage insgesamt größer als heute erscheinen.

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Wir danken Johann Adam vom Kirchenkreisarchiv für die vielen Informationen und die historischen Fotos.


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Erinnerungskultur

In Deutschland war die Trauer um die getöteten Soldaten gleichzeitig verbunden mit der Erinnerung an eine Niederlage.

Das Kriegserlebnis wurde zu einem Mythos geformt, der das Sinnhafte des Kampfes und der Opfer hervorheben sollte:

»Die Erinnerung an den Krieg wurde zu einem heiligen Erlebnis umgedeutet, das der Nation eine neue Tiefe der religiösen Empfindung gab und überall präsente Heilige und Märtyrer, Stätten nationaler Andacht und ein zum Nacheifern aufforderndes Erbe lieferte.« (Mosse, 13) Der Gefallenenkult wurde zu einem zentralen Bestandteil nationaler Selbstdarstellung und entwickelte besonders in Deutschland eine gewaltige politische Wirkung.

Das Ideal der Kameradschaft wurde auf die ganze Nation ausgedehnt. Die Gedächtnisfeiern an den Ehrenmälern auf öffentlichen Plätzen betonten den Vorbildcharakter der Gemeinschaft der Frontsoldaten. Im besiegten Deutschland wurde die »Volksgemeinschaft«, aus der heraus die Nation zu neuer Stärke erwachen sollte, zum Vermächtnis, das die Gefallenen den Überlebenden hinterlassen hatten.

Die allerorts errichteten Denkmäler trugen dazu bei, diesen Sinn, der dem Soldatentod beigelegt wurde, in die Öffentlichkeit zu tragen und im Bewusstsein zu erhalten.

Die von den Nationalsozialisten angestrebte Volksgemeinschaft ist ohne das idealisierte Vorbild der Frontkameradschaft des Ersten Weltkriegs nicht vorstellbar. Der Gefallenenkult erlebte im nationalsozialistischen Deutschland dann auch seine äußerste Steigerung.

• Christian Lopau, 2017, Vortrag im Ratzeburger Dom im Begleitprogramm der Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945?«

www.nordkirche-nach45.de

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Die Stele

An der Nordseite der Anlage steht eine aufgerichtete Steinplatte mit der Inschrift:

Gedenket der gefallenen Männer, Frauen und Kinder, der Gefangenen, Verschleppten und Vertriebenen unseres Volkes und aller Völker

Darüber ein Ankerkreuz, darunter ein Zeichen, das wie ein Stern aussieht. Bei der ausgeklügelten christlichen Symbolik der Anlage kann es sich aber auch um das Zeichen »Iota Chi« handeln. »I«, der griechische Buchstabe Iota steht für Jesus, »X«; der griechische Buchstabe Chi für Christus. Der am Rand umlaufenden Text ikann man heute kaum entziffern.

  SH Husby Stein web


Als die Stele am 10. Juni 1956 errichtet wurde, konnte man den umlaufenden Text noch lesen:

In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost ich habe die Welt überwunden Joh. 16/33

Sie stand damals noch hinter dem Denkmal, am 20. Oktober 2004 wurde sie nach vorne neben den Denkmalsturm versetzt.

       SH Husby 1956 06 10 Einweihung Stele web

Bauzeichnung Stele

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Die Kirche St. Vicentius

Das Kriegerdenkmal steht in der Sichtachse zur Kirche.

SH Husby mit Kirche web


Die St. Vincentius-Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat sie einen hölzernen Vorgängerbau gehabt. Der heutige Bau ist romanisch und aus behauenen Granit-Quadern errichtet. Das spricht für die besondere Bedeutung der Kirche, denn von den 37 erhaltenen romanischen Kirchen in Angeln sind ansonsten nur die bedeutenden Bauten in Munkbrarup, Norderbrarup und Sörup aus diesem Material. Der mächtige Turm stammt aus gotischer Zeit, ist mit Schindeln gedeckt und weithin im Land sichtbar.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 17. Februar 2017

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Foto: Frank Stegemann/Wikimedia Commons

SH Husby UlrikeLehmann wikimediaCommons web

Foto: Ulrike Lehmann/Wikimedia Commons

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Die Kriegsgefangenen

Durch die Abwanderung von jungen Frauen und Männern in die Kriegsindustrie hatte es bereits vor dem 2. Weltkrieg Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft gegeben.

Mit dem Überfall auf Polen begann dann der Einsatz von Kriegsgefangenen. 1939 wurden für Erntearbeiten im ganzen Reichsgebiet rund 30 000 eingesetzt. Anfang Oktober 1939 waren es bereits 110 000 und im Februar 1940 270 000 Kriegsgefangene. Die Gefangenen wurden zunächst in großen Durchgangslagern gesammelt und dann zu den Stammlagern (Stalags) verteilt, die der Wehrmacht unterstanden. Auf den Dörfern wurden Tanzsäle der Gastwirtschaften oder andere geeignete Unterkünfte ausgewählt. Dann wurden auf den Dörfern Wachmannschaften aus älteren Soldaten gebildet. So geschah es auch in dem beliebten Tanzlokal in Husbyries. Die Polen aus dem Husbyrieser Lager, es waren ca. 100 Mann, wurden auf Höfe in Husby, Husbyholz, Hodderup, Lutzhöft und Gremmerup verteilt, wo sie die eingezogenen Knechte ersetzten, und wo sie auch verpflegt wurden. Als Bewachung dienten fünf deutsche Soldaten unter der Führung eines Unteroffiziers.

Wir danken Claus Olsen für seine Dokumentation.

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I N H A L T
Das Denkmal
Ein historisches Foto
Volkstrauertage

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Hutzfeld

Gepflegte Anlage vor dem Feuerwehrhaus

Das Kriegerdenkmal wurde 1928 für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs mit bunten Felssteinen errichtet. Seit Ende 1955 wurde dann über eine Neugestaltung nachgedacht. Eine Spendensammlung Ende Oktober 1962 machte die Erweiterung des Denkmals möglich. Nach einer Gemeinschaftsleistung der Dorfbewohner, die Pläne des Lehrers Matthiesen umsetzten, wurde der Umbau am 7. September 1963 eingeweiht (Quelle: Chronik von Hutzfeld von Helmut Schröder). Vor dem Denkmal wurde ein großzügiger Kiesplatz angelegt, den man über zwei gemauerte Stufe erreichte. Rechts und links wurden viereckige Pfosten als Begrenzung der Anlage aufgemauert. Die Widmung wurde in großen goldfarbenen Lettern angebracht:

Zu Ehren der Toten
1914 – 18   1939 – 45

Ein Beet in voller Länge vor der Mauer ermöglicht eine Bepflanzung. Die Pyramide mit aufgesetztem Eisernen Kreuz aus dem Jahr 1928 trägt die eingelassenen Granittafeln aus der Zeit der Errichtung.

SH Hutzfeld 2016 web


Die Inschriften lauten auf der großen zentralen Tafel, über den 24 Namen:

1914 – 1918
erlitten den Heldentod

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

Obwohl der 1. Weltkrieg so viele Menschenleben forderte und der Krieg vom Deutschen Reich begonnen und verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäler den Kriegstod als sinnvoll. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die Soldaten und stilisierte ihr Schicksal.


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Darunter – etwas ungelenk auf der Platte verteilt – der Bibelvers Johannes 15.13 in der Fassung der Lutherbibel von 1912:

Niemand hat größere Liebe den die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde

So spricht Jesus am Ende des Johannes-Evangeliums (15,13). Dies ist ein Beispiel für eine pseudo-biblische Legitimation des Soldatentods.


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An den Seiten der Pyramide auf eingelassenen Steinen:

Unser Dank

Wir für euch


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Der 1. Weltkrieg wurde vom Deutschen Reich im Streben nach einer Vormachtstellung in Europa begonnen. Diese beiden Inschriften suggerieren, dass die Soldaten zur Verteidigung der Menschen in Deutschland in den Krieg gezogen sind.

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Ein Historisches Foto

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Ursprünglich stand die Pyramide allein auf einer kleinen Anhöhe, ohne flankierende Mauern.

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Volkstrauertage

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1963 – der erste Volkstrauertag nach der Umgestaltung.


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2004 – mit Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr


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2008 – die Fahne mit dem Leitspruch der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland:

Gott zur Ehr’ dem Nächsten zur Wehr


Wir danken Herrn Helmut Schröder aus Hutzfeld für die Informationen und die Fotos von den Volkstrauertagen.


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