TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes aufgebaut oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauer- tag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Die hier dokumentierten Denkmäler wurden mit freundlicher Unterstützung lokaler Institutionen weitgehend selbst recherchiert.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldoku-
mentation von 

Ahrensburg und
Ammersbek
öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.


I N H A L T
Das Denkmal
Die Inschriften
Ein historisches Foto
Der Reichsarbeitsdienst

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Lütjenholm, Kreis Nordfriesland

Direkt am Dorfeingang

Die kleine gepflegte Anlage befindet sich neben dem Ortsausgangsschild, auf das die Dorfgemeinschaft freundlich »Tschüß« geschrieben hat. Sie ist den getöteten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs gewidmet. 1931 ist sie eingeweiht worden, 1953 wurde sie um die getöteten und vermißten Soldaten des 2. Weltkriegs erweitert.

SH Luetjenholm Strasse web

Eine bunte Feldsteinmauer schließt die Anlage zur Durchgangsstraße. Man betritt die Anlage durch eine schmiedeeiserne Pforte, die an zwei Pfosten aufgehängt ist.

 

SH Luetjenholm Platz web

Der Platz ist mit Kies ausgelegt. Zwischen einer Steinkante und der Rhododendronbepflanzung rundherum, sind am Ende des Platzes im Halbrund die Gedenksteine aufgestellt.

 

SH Luetjenholm Denkmal web

Das Hauptdenkmal ist ein vorne gerader Findlingstein auf einem bunten Feldsteinsockel mit eckigem Grundriß und wulstigen Fugen.

 

SH Luetjenholm Inschrift web

Oben ist ein Eisernes Kreuz in Kontur graviert. Kontur und Innenfläche mit ausgesparter Kaiserkrone sind schwarz ausgemalt, ebeso wie die Inschrift:

Wanderer der Du hier verweilst
falte still die Hände
denke eh du weiter gehst
einmal an dein Ende.
Suchst du irdischen Gewinn,
wirst du rastlos wandern,
diese gaben alles hin,
für das Wohl der anderen.

Darunter:

Zum Gedächtnis der im Weltkriegen
1914 - 18 u. 1939 - 45
gefallenen Söhne unseres Dorfes errichtet
1931 / 1953

 

SH Luetjenholm beide web

Davor ein dunklerer kleiner Findling auf einem Bruchsteinsockel in einem abgegrenzten Viereck mit Blumenbepflanzung.

 

SH Luetjenholm Osten web

Die Widmungsinschrift lautet:

Den ungezählten Gefallenen
und Vermißten des deutschen Ostens

 

SH Luetjenholm Afrika web

Rechts und links der Hauptsteine liegen kleine Findlinge mit den Namen der getöteten Soldaten mit Einsatzort und Todesjahr.

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Die Inschriften

Obwohl der 1. Weltkrieg so viele Menschenleben forderte und der Krieg verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäler den Kriegstod als sinnvoll. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die Soldaten und stilisierte ihr Schicksal. In der Inschrift des Denkmals von Lütjenholm wird das Schicksal der getöteten Soldaten sogar als das sinnvollere beschrieben, denn wir, die Lebenden, sind in Gefahr nach irdischen Gewinnen zu streben und rastlos zu wandern, während die toten Soldaten ihr Leben für das Wohl der anderen hingaben und »ehrenvoll« gestorben sind. Es steht hier nicht die Trauer im Vordergrund vielmehr wird der Tod im Krieg in einen Zusammenhang gestellt, der ihn zu einem nicht zu hinterfragenden Opfer macht. Dass Soldaten auch Täter waren, wird auf allen Kriegerdenkmälern in Deutschland ausgeblendet.

Wenn getötete Soldaten als »gefallen« bezeichnet werden, suggeriert man, dass der Soldat im Kampf stehend oder vorwärts stürmend von einer Kugel getroffen wurde und dann tot zu Boden fiel. Dass der Kriegstod tatsächlich meistens brutaler ist, wird verschleiert, über die Realität des Sterbens in den Materialschlachten wird so hinweg getäuscht.

Die häufig verwendete Bezeichnung »Söhne« stellt eine Vertrautheit her, die getöteten Soldaten werden familiär vereinnahmt, denn familiäre Bindung verpflichtet.

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Ein historisches Foto

Dieses Foto ist wohl vor dem 2. Weltkrieg aufgenommen worden: der Findling für die »Gefallenen und Vermißten des deutschen Ostens« ist noch nicht gesetzt.

       SH Luetjenholm alt web

Statt der heutigen Rhododendron-Büsche am Rand, wuchs damals Efeu am Denkmal hoch.

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Der Reichsarbeitsdienst

Wie überall in Deutschland wurden auch in Lütjenholm nach 1935 junge Menschen zum Arbeitsdienst verpflichtet.

SH Luetjenholm Arbeitsdienst web 

Die Funktion des Reichsarbeitsdienstes (RAD):

Seit 1935 war im NS-Regime der halbjährige Arbeitsdienst für männliche Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren obligatorisch, für weibliche freiwillig. Unter dem Motto »Mit Spaten und Ähre« zogen diese Arbeitskolonnen durch Deutschland, die – meist tatsächlich nur mit Spaten ausgerüstet – Moore trockenlegten, neues Ackerland kultivierten oder beim Bau der Reichsautobahnen und des Westwalls mitwirkten. [...] Wenige Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 wurde die Arbeitsdienstpflicht auch für weibliche Jugendliche eingeführt, die als »Arbeitsmaiden« karitative Aufgaben übernahmen, Mütter im Haushalt entlasteten oder zu Einsätzen in der Landwirtschaft herangezogen wurden. Männliche Arbeitsgruppen unterstützten im Krieg zumeist als Bau- und Instandsetzungstrupps die Wehrmacht und standen an Flugabwehrgeschützen. 1943 wurde der RAD Oberste Reichsbehörde, die Adolf Hitler direkt unterstand.

Zitiert aus: Arnulf Scriba, Deutsches Historisches Museum, Berlin, 7. August 2014

SH Luetjenholm RAD web

• Die Hausflagge des Reichsarbeitsdienstes

 

Innerhalb des nationalsozialistischen Systems erfüllte der Reichsarbeitsdienst mehrere Aufgaben. Den offiziellen Zweck nannte § 1 des Gesetzes über den Reichsarbeitsdienst:

»Der Reichsarbeitsdienst ist Ehrendienst am deutschen Volke. Alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts sind verpflichtet, ihrem Volke im Reichsarbeitsdienst zu dienen. Der Reichsarbeitsdienst soll die deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor allem zur gebührenden Achtung der Handarbeit erziehen. Der Reichsarbeitsdienst ist zur Durchführung gemeinnütziger Arbeiten bestimmt.« Reichsarbeitsdienstgesetz vom 26. Juni 1935.

Der RAD verfolgte mehrere Ziele:

1. Ein Hauptziel war die Disziplinierung der jungen Generation, deren Angehörige während der Weltwirtschaftskrise oft jahrelang arbeitslos gewesen waren. Dem entsprach die paramilitärische Struktur des RAD. Konstantin Hierl prägte schon 1934 den sehr bezeichnenden Begriff »Soldat der Arbeit« für die Arbeitsdienstleistenden.

2. Der RAD war ein Versuch, die nationalsozialistische Ideologie der Volksgemeinschaft in die Praxis umzusetzen. Konstantin Hierl hob diesen Aspekt in seinen Reden besonders hervor: »Es gibt kein besseres Mittel, die soziale Zerklüftung, den Klassenhass und den Klassenhochmut zu überwinden, als wenn der Sohn des Fabrikdirektors und der junge Fabrikarbeiter, der junge Akademiker und der Bauernknecht im gleichen Rock, bei gleicher Kost den gleichen Dienst tun als Ehrendienst für das ihnen allen gemeinsame Volk und Vaterland.«

3. Die wirtschaftliche Bedeutung des Arbeitsdienstes war demgegenüber wegen mangelnder Arbeitsproduktivität gering.

4. Der Rad übernahm schließlich seit 1938 zunehmend Hilfsdienste für die Wehrmacht.

Danach war der RAD in seinen Anfängen ein Teil des nationalsozialistischen Erziehungssystems. Die Ableistung der Arbeitsdienstpflicht war Voraussetzung für die Zulassung zum Hochschulstudium.

Der RAD überhöhte Arbeit zum »Ehrendienst« an der »Volksgemeinschaft«. Besonders brisant und ideologisch paradox wurde dieser Anspruch dann, wenn an Projekten und Baustellen, an denen der RAD arbeitete, auch Zwangsarbeiter, Strafgefangene oder Häftlinge aus Arbeitserziehungslagern, mithin »Gemeinschaftsfremde«, eingesetzt wurden.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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I N H A L T
Das Denkmal
»Treue um Treue«

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Nettelsee, Kreis Plön

Umfasst von Eisenketten

 

SH Nettelsee gesamt

Kriegerdenkmal aus Natursteinen. In der Mitte eine angedeutete antike Halle mit zwei Säulen, darüber ein Stahlhelm im Relief. Darin eine Tafel mit den 11 Namen der getöteten Soldaten im 1.Weltkrieg, darüber Eisernes Kreuz und die Inschrift: Jungs hier to Hus – Helden in der Frömm (Hochdeutsch: Jungs hier zu Hause – Helden in der Fremde).

SH Nettelsee Mitte

 

Auf jeder Seite eine Tafel zum Gedenken der Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges, ohne Namen.

Inschrift auf der linken Tafel:
1939 (Stahlhelm) 1945
Euch, die Ihr in hartem Kampf fürs Vaterland Euer Leben gabet, gilt unser Gruß und unser inniger Dank. Treue um Treue


SH Nettelsee Tafel2

 

Inschrift auf der rechten Tafel:
1939 (Stahlhelm) 1945
Auch Eurer gedenken wir, die Ihr wehrlos dem Kriege zum Opfer fielet nach Gottes unerforschlichem Ratschluß. Sein Wille geschehe


SH Nettelsee Tafel1


Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung. In Nettelsee werden die Soldaten nicht nur zu wehrlosen Opfern erklärt, es wird auch noch der von Menschen verantwortete Krieg als Gottes Wille geheiligt. Das ist Häresie.

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»Treue um Treue«

Traditionelle Tugendbegriffe wie »Ehre« und »Treue« oder auch »Kameradschaft«, »Gehorsam« usw. waren in der Sprache der SS-Ideologie reichlich enthalten. Jedoch hat die SS durch einen spezifisch nationalsozialistischen Gebrauch diesen Wörtern ihren eigenen Sinn verliehen. So war der Begriff »Treue« allein auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtet. Dies drückte sich unter anderem im Eid der SS-Männer aus:

»Wir schwören Dir, Adolf Hitler (…) Treue und Tapferkeit. Wir geloben Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod« […]

»Treue« war innerhalb der SS-Ideologie ein widerspruchsloser Gehorsam. Durch die Gleichsetzung der Begriffe »Treue« und »Ehre« wurde ein Treuebruch zu einem Ehrverlust. Der Begriff »Ehre« verlor dadurch seinen traditionellen moralischen Inhalt. Denn die Ehre eines Soldaten etwa, der sich aus Ehrgefühl weigern könnte, an einem Kriegsverbrechen teilzunehmen, spielte im Ehrbegriff der SS keine Rolle mehr. Es zählte allein der blinde Gehorsam.
Die Projektion der Tugendbegriffe auf den Führer hin war notwendig, um den bedingungslosen Gehorsam auch bei verbrecherischen Befehlen zu erreichen. Dies konnte man nicht durch ein Gesetz erzwingen. Es bedurfte der Freiwilligkeit des Soldaten, die durch Umdeutung traditioneller Tugendideale erreicht wurde.

nach Wikipedia, abgerufen am 16.2.2014

 

Erlass von Heeresinspekteur Bruno Kasdorf vom 6. Mai 2014, in Kraft gesetzt am 20. Mai:

»Im Verantwortungsbereich der DSK [Division Schnelle Kräfte] wird der Wahlspruch ›Treue um Treue‹ zur Ehrung für die gefallenen Bundeswehrsoldaten vom ›Karfreitagsgefecht‹ des 02. April 2010 innerhalb von Liegenschaften der Bundeswehr genutzt. Darüber hinaus findet der Wahlspruch u.a. in Dienstgebäuden oder auch auf diversen Trinkbechern in Form einer Gravur Verwendung.

In Anlehnung an die Weisung FüSK II 4 [Abteilung Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium] und als Ergebnis der durch den InspH [Inspekteur des Heeres] beauftragten Untersuchung des Wahlspruches durch bundeswehreigene und externe Institutionen wird festgestellt, dass der Ausdruck nicht geeignet ist, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen und in diesem Zusammenhang Treuepflicht zu symbolisieren.

In heutiger Wahrnehmung und in der Geschichte deutscher Streitkräfte ist der Wahlspruch im Wesentlichen durch die Verwendung als Motto der Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht geprägt worden und mit dieser verbunden.
Es ist davon auszugehen, dass seine Verwendung in der Bundeswehr und insbesondere bei den Fallschirmjägern in der öffentlichen Wahrnehmung auch als Bekenntnis zu einer Traditionslinie Wehrmacht – Bundeswehr aufgefasst wird.
Mit Entscheidung InspH vom 06. Mai 2014 wird die Nutzung des Wahlspruches ›Treue um Treue‹ für das Deutsche Heer im dienstlichen Umfeld in jeglicher Form verboten.«

Die im Erlass genannte Weisung aus dem Ministerium, datiert vom 26. Februar 2013, verbietet ausdrücklich diesen Spruch für die Gedenktafeln für gefallene Bundeswehrsoldaten:
»Im Einsatzgebiet AFG enthalten zwei Gedenktafeln für Gefallene der Bundeswehr die Inschrift ›Treue um Treue‹. (…) Hierzu ist festzustellen: Die Inschriften sind nicht geeignet, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen oder die den Soldaten der Bundeswehr abverlangte Tapferkeit und Treuepflicht zu symbolisieren. Vielmehr ist absehbar, dass die Inschriften zu Missverständnissen führen können, die einem würdigen Gedenken an die Gefallenen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit abträglich sind. Der Wahlspruch ›Treue um Treue‹ ist daher auf Gedenktafeln für die Gefallenen der Bundeswehr nicht zu verwenden.«

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I N H A L T
Das Denkmal
Das Flügelrad
»Der ideale Soldat«

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Neumünster

Nahe dem Hauptbahnhof

Es ist das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs, die im zivilen Leben bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt waren. Errichtet wurde es 1926 vom Eisenbahnverein und dem Reichsbund Deutscher Eisenbahn-Kriegsteilnehmer nach dem Entwurf von Reichsbahnoberrat Wilhelm Eitner (1878 - 1966) von der Eisenbahndirektion Altona. Die 8,5 Meter hohe, mehrstufige Säule mit quadratischem Grundriss wurde im expressionistischen Stil aus roten Klinkersteinen gemauert. Die Terrakottatafeln an allen vier Seiten sind nach Modellen von Richard Kuöhl aus Hamburg gefertigt worden. Ursprünglich waren sie leicht vergoldet. Stufen und Tafeln haben Kupferabdeckungen. Die Pfeilerform wurde gewählt, weil sich zur Zeit der Errichtung in der unmittelbaren Nachbarschaft die Tore zum Güterbahnhof befanden.


SH Neumuenster ganz Seite web

An allen vier Seiten gibt es oben ein Eisernes Kreuz im Relief, ein hohes gemauertes Zierelement mit streng diagonal gesetzten Steinen, auf den Tafeln eine gezackte Kupferabdeckung und auf der im geometrischen Muster gemauerten Sockelstufe einen Kranzhalter.

SH Neumuenster Tafelvorne web


Auf der Seite zur Straße ist die Haupttafel aufgesetzt. Im Medaillon das Relief eines Soldatenkopfs mit Stahlhelm und einem Lorbeerkranz. Darunter die Inschrift:

Für Euch!

Alle Tafeln haben an den Seiten schmale Zierranken.


SH Neumuenster Seite3 web


Rechts und links werden die Namen von insgesamt 109 toten Soldaten aufgeführt. Über den zweispaltigen Listen ist ein Stein mit dem Halbrelief eines Flügelrads, dem Symbol der Reichsbahn, eingefügt.


SH Neumuenster Seite4 web


Auf der Rückseite befindet sich die Widmungstafel. Unter einem Lorbeerkranz mit Schleife befindet sich die Inschrift:

Unseren 1914=1918 auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden zum ehrenden Gedenken
gewidmet vom Eisenbahnverein und Reichsbund Deutscher Eisenbahnkriegsteilnehmer
Neumünster 1926

Neben der Jahreszahl noch zwei Lorbeerzweige.


SH Neumuenster 2 web

Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Kuöhls Denkmäler in:

Hamburg Dammtor
Hamburg Langenhorn
Schleswig-Holstein Lübeck

Schleswig-Holstein Rendsburg
Schleswig-Holstein Wilster
Hamburg Neuenfelde
Hamburg Finkenwerder
Schleswig-Holstein Großhansdorf
und besonders kurios Hamburg Moorburg

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Das Flügelrad

Das Flügelrad ist ein Symbol der Eisenbahn und des Schienenverkehrs, es ist weltweit verbreitet. Es steht für die Geschwindigkeit, die in den Anfangsjahren der Eisenbahn für die Menschen sehr – manchmal fast beängstigend – groß war. Es hat seinen Ursprung in den Darstellungen des geflügelten Götterboten Hermes.

Nahezu 150 Jahre wurde dieses Symbol von jedem Eisenbahner in unterschiedlicher Ausführung auf der Uniform, Mütze und zugehörigen Gegenständen getragen. Es war der bildliche Begriff für die Eisenbahn schlechthin, lange bevor man »Logos« kreierte.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 17. 11. 2016

 

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Foto: SchiDD / Wikimedia Commons


Das geflügelte Rad der Deutschen Reichsbahn: eine Skulptur am Gebäude der Deutschen Bundesbahn in Dresden, Ammonstraße 8

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»Der ideale Soldat«

1930 beschreibt der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg im »Mythus des 20. Jahrhunderts – Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit« das typische Gesicht des idealen Soldaten so:

»In allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands sehen wir hier bereits die Ansätze dazu. Die Gesichter, die unterm Stahlhelm auf den Kriegerdenkmälern hervorschauen, sie haben fast überall eine mystisch zu nennende Ähnlichkeit. Eine steile durchfurchte Stirn, eine starke gerade Nase mit kantigem Gerüst, ein festgeschlossener schmaler Mund mit der tiefen Spalte eines angespannten Willens. Die weitgeöffneten Augen blicken geradeaus vor sich hin. Bewußt in die Ferne, in die Ewigkeit. Diese willenhafte Männlichkeit des Frontsoldaten unterscheidet sich merklich vom Schönheitsideal früherer Zeiten: die innere Kraft ist noch deutlicher geworden als zur Zeit der Renaissance und des Barock. Diese neue Schönheit ist aber auch ein arteigenes Schönheitsbild des deutschen Arbeiters, des heutigen ringenden Deutschen schlechtweg.«

SH Uetersen Kopf web


Detail des Denkmals auf dem Friedhof von Uetersen

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I N H A L T
Das Denkmal
Der Findling
Die Nachbarschaft
Kommentierung
Das Lied »Flamme empor«
Volkstrauertag 2014
Cap Arcona-Gedenken

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Neustadt in Holstein

Am Heisterbusch gegenüber dem Marinehafen

Die großzügige Denkmalsanlage am Hang zum Hafenbecken besteht aus zwei Teilen: einem gemauerten Obelisken mit Widmung nah am Wasser und einer Mauer mit Inschrift am Rand zum Wäldchen. Der Entwurf stammt vom Kieler Architekten Hans Schnittger, geboren am 17. März 1873 bei Rendsburg, gestorben am 20. august 1934 in Kiel. Nach dreijähriger freiwilliger Arbeit von Neustädter Bürgern wurde sie 1924 eingeweiht.

SH Neustadt Hafen web


Die ganze Anlage ist einheitlich aus bunten behauenen Felssteinen gemauert. Am langen Abgang ist sie von einer Mauer begrenzt.

SH Neustadt beide web


Der Obelisk mit quadratischer Grundfläche am unteren Eingang zur Anlage wurde mit vier überkragenden Ringen versehen. 

SH Neustadt Detail web


Im untersten Abschnitt steht in schlichten Versalien die Widmung für die 162 getöteten Neustädter Soldaten des 1. Weltkriegs:

Unseren Helden

Vor den Abschnitt darüber ist eine Platte mit einem Halbrelief gesetzt:
In der Mitte ein Stahlhelm; darunter zwei gekreuzte Kurzschwerter, umwickelt mit einem Koppel; rechts und links kunstvoll geschwungene Fahnen.

 

SH Neustadt Flamme Empor web


Die Mauer trägt am oberen Rand die Inschrift:

1914 - 1918  Flamme empor  1939 - 1945

Die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs wurden 1952 hinzugefügt. Die Mauer wird rechts und links mit mächtigen Pfeilern abgeschlossen.

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Der Findling

SH Neustadt 1870 71 web


Am oberen Rand steht noch ein kleiner schlichter Findling mit den Jahreszahlen des Deutsch-Französischen Kriegs:

1870 / 71

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.

Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.

Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Trotzdem fand sich die französische Regierung erst im Februar 1871, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, der hohe Reparationen sowie die Abtretung Elsaß-Lothringens durch Frankreich vorsah.

Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 gilt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei, der sich mit Wirkung vom 1. Januar 1871 Deutsches Reich nannte. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel „Deutscher Kaiser“ an, Otto von Bismarck wurde erster Reichskanzler. In Frankreich hatte der Krieg nicht nur die endgültige Abschaffung der Monarchie zur Folge. Vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich. Beides belastete die deutsch-französischen Beziehungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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Die Nachbarschaft

SH Neustadt Schiffe web


In Sichtweite die Kriegsschiffe der Deutschen Marine der Bundeswehr.

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Historische Fotos



Aus den 20er-Jahren – die komplette Denkmalsanlage steht schon da. Nur die Mauerinschrift lautet zu der Zeit noch:

1914  Flamme empor  1918


SH Neustadt 1939 web


Aus dem Jahr 1939

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Kommentierung

»Während unseres Neujahr-Urlaubs besuchten wir Neustadt in Holstein und schauten uns um, die Winterlandschaft genießend – und stießen auf diese Gedenkstätte gegenüber dem Marinehafen, nahe der Innenstadt.

Als geschichtlich Interessierter war ich sehr erschrocken; sowohl über den Zustand als auch den Inhalt.

Ungepflegt, ja sogar als Strauchschnittablage dienend ist es nicht das was man sich eigentlich unter einem Ehrenmal vorstellt.

Noch befremdlicher jedoch ist für mich der Inhalt. Gehalten im Backsteinstil der Marinesiedlungsbauten ist schon die Aufschrift »Unseren Helden« und den militärischen Insignien die Intention dieser Anlage m. E. eindeutig zu erkennen.

In der Gedenkmauer prangen nicht nur die Jahreszahlen des 1. und 2. Weltkriegs, sondern dazwischen das Motto »Flamme empor«, das mir einen Schauer über den Rücken jagt – hier ist in diesem Zusammenhang ganz sicher nicht das Studentenlied der Befreiungskriege 1814 gemeint – Alt- und Neonazis haben es für ihre Sonnenwendfeier eingenommen.

Ist dieses Ehrenmal wirklich mit unserer Kultur vereinbar?

Nur wenige hundert Meter nordöstlich Richtung Pelzerhaken fand ich dann im Ehrenfriedhof Cap Arcona die Beschreibung von Verbrechen die mit diesem »Heldentum« verbunden sind und ich frage mich – ist das vereinbar?

Nach einiger Überlegung möchte ich den Stadtverordneten in Neustadt einen Vorschlag unterbreiten:

Das bisherige Ehrenmal sollte stilistisch wie inhaltlich so umgestaltet werden, dass es den Bruch mit Nationalismus, Militarismus, Rassismus und die daraus resultierende Zeit der Gewaltherrschaft und ein klares Zeichen für die grundlegenden Werte unserer Kultur versinnbildlicht.

Als Motto schlage ich den Art 1 GG vor: »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlicher Gewalt.«

»Zum Gedenken an alle Opfer von Nationalismus, Militarismus und Rassismus die zu schützen wir nicht vermochten.«

Dies schließt sowohl das Gedenken an die Opfer als auch unsere Abkehr von den Ursachen und die Verpflichtung von Staat und Gesellschaft ein einer möglichen Wiederholung schon im Ansatz aktiv entgegenzutreten.

Gerade in der heutigen Zeit finde ich es wichtig hierfür einzutreten denn um ein Zitat aufzugreifen:

»Die deutsche Republik ist nicht an zu viel Nationalsozialisten oder Kommunisten zugrunde gegangen sondern durch einen Mangel an aufrechten Demokraten.«

Ob mein Anliegen wohl Gehör finden wird?«

• Auf der Website www.myheimat.de, 6.3.2011, nicht mehr abrufbar

Als die Fotos für die Dokumentation dieses Denkmals im Dezember 2016 gemacht wurden, fanden wir diese Informationstafel:

SH Neustadt Info web


SH Neustadt Text web

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Das Lied »Flamme Empor«

Den ursprünglichen Text des Liedes schrieb der evangelische Pastor Johann F. Christian Nonne. Das Lied selbst entstand im Oktober 1814 am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. An diesen Kämpfen hatten viele Studenten teilgenommen, die hier erstmals das Gefühl hatten, für ihre Bürgerrechte und nicht für irgendeine Fürstendynastie oder einen Teilstaat des Reiches zu kämpfen. Das Lied brachte den Drang nach Freiheit zum Ausdruck.

Seitdem existieren zahlreiche Versionen des Liedes – eine davon wurde von den Nationalsozialisten beim rituellen Entzünden der Sonnwendfeuer gesungen.

Sonnenwende Hitlerjugend Creative Commons web

Beide Fotos: Creative Commons


       Flamme empor Creative Commons web


Pfadfinder sangen das Lied ebenfalls, verbannten es aber später wegen der Nähe zum Nationalsozialismus aus ihrem Repertoire.

Die Inschrift »Flamme empor« ist heute durch die Instrumentalisierung des Liedes in der NS-Zeit belastet, es ist gut, dass die Menschen in Neustadt darüber informiert werden.

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Volkstrauertag 2014

SH Neustadt VTT 2014 web

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Cap Arcona

Die Cap Arcona war ein Luxusdampfer. Er wurde nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt.

Ab 1940 wurde die Cap Arcona von der deutschen Kriegsmarine verwendet und verblieb in der Ostsee. Ab Ende 1944 wurde das Schiff zum Transport von Flüchtlingen aus Ostpreußen nach Westen eingesetzt, danach von der Kriegsmarine. Ab dem 14. April lag die Cap Arcona wegen des Maschinenschadens manövrierunfähig vor Neustadt. Sie wurde daher von der Kriegsmarine ausgemustert und dem Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann unterstellt, der zugleich »Reichskommissar für die Seeschiffahrt« war.

Vor den anrückenden britischen Truppen wurden die verbliebenen KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme Ende April nach Lübeck transportiert. Mehr als 9.000 Häftlinge wurden dort auf Schiffe gebracht. Am 20. April 1945 trafen vorerst über 4.000 Gefangene aus dem KZ Neuengamme im Lübecker Industriehafen ein und wurden mit ihrer Bewachung auf drei kleinere beschädigte Schiffe gebracht. Am 26. April kamen weitere 2.500 Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme sowie Überlebende des Todesmarsches vom KZ-Fürstengrube und anderen schlesischen Lagern an und wurden auf der Cap Arcona eingeschifft. Zeitweilig war die Cap Arcona mit 7.500 Häftlingen an Bord völlig überfüllt. Mangelhafte Ernährung und unzureichende hygienische Zustände führten zu einem Massensterben.

Anfang Mai befanden sich noch etwa 4.600 Häftlinge und 500 Seeleute, Flakmatrosen und Bewacher auf der Cap Arcona.

Am 3. Mai 1945 lag die Cap Arcona mit anderen Schiffen in der Lübecker Bucht. Da die Schiffe nicht besonders gekennzeichnet und mit Bordwaffen ausgestattet waren, wurden sie von alliierten Fliegern für Truppentransporter gehalten. Die Cap Arcona wurde von Jagdbombern der britischen Luftwaffe angegriffen und in Brand geschossen.

Rund 6.400 der etwa 7.000 KZ-Insassen auf der Cap Arcona und der Thielbek verbrannten, ertranken oder wurden erschossen. Da die Wassertemperatur an dem Tag nur 8 °C betrug, konnten die meisten Häftlinge sich nicht schwimmend ans Ufer retten.

Auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt im Kreis Ostholstein sind 621 Opfer des Untergangs der Cap Arcona und der Thielbek bestattet worden, er ist zudem die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer.

Er liegt östlich der Innenstadt von Neustadt direkt an der Lübecker Bucht. Die nach dem Untergang der Schiffe bei Neustadt angespülten Toten wurden zunächst in Einzel- oder Massengräbern – meist in Strandnähe – bestattet. 1948 wurde der Ehrenfriedhof angelegt.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 20. Dezember 2016

SH Neustadt Cap Arcona Waterproof947 Wikimedia Commons

Foto: Waterproof947/Wikimedia Commons

Die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt.

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I N H A L T
Das Denkmal
Ein Stein im Busch
Noch ein Gedenken
Von oben besehen
Eine historische Postkarte

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Nieblum / Föhr

Auf dem Kirchhof des »Friesendoms«

Die Kriegerdenkmalsanlage für die toten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs liegt genau zwischen der St. Johanniskirche, die »Friesendom« genannt wird und dem Pastorat. Der Obelisk mit stumpfer Spitze ist mit bunten behauenen Feldsteinen ca. 4,5 Meter hoch aufgemauert. Er steht der Anlage vor und trägt die Widmungsplatten.

SH Nieblum F Dom web

SH Nieblum DenkuDom2 web


In die Frontseite des Obelisken sind vom Boden aus drei Steinplatten übereinander eingelassen. Die oberste – unter einem Schmuckbalken mit gebogenen Enden – trägt den Bibelspruch 11,25 aus dem Johannesevangelium:

Wer an mich glaubt
der wird leben
ob er gleich stürbe

SH Nieblum Johannes 11 25 web

Darunter ein Medaillon, das einen Soldatenkopf mit Stahlhelm im Halbrelief zeigt.


SH Nieblum Soldat web


Auf der mittleren Tafel steht die Widmung:

Die dankbare St. Johannisgemeinde widmet diesen Ehrenfriedhof ihren in den Kriegen 1914 - 1918 und 1939 - 1945 gefallenen tapferen Söhnen

Da das Denkmal in den 20er-Jahren errichtet worden ist, sie historisches Foto weiter unten, muss diese mittlere Platte nach dem 2. Weltkrieg ausgetauscht worden sein.

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen. »Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat«, Clemens Tangerding im Deutschlandfunk am 18. November 2012.

       SH Nieblum Widmung web


Die unterste Tafel zitiert unter einer Reihe aus drei Kreisen wieder einen Spruch aus dem Johannesevangelium, nämlich 15,13, darunter ein Kreuz mit je einem Kreis an den Seiten:

Niemand hat grössere Liebe denn die dass er sein Leben lässt für seine Freunde

Diese Bibelspruch ist häufig auf Kriegerdenkmälern zu lesen. Er ist ein Beispiel für eine pseudo-biblische Legitimation des Soldatentods. Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung – von »christlich« zu sprechen verbietet der Respekt vor dem biblisch christlichen Glauben.

       SH Nieblum Johannes 15 13 gr web

Die Buchstaben, die oberen drei Zeilen in Textbändern, das  Medaillon mit dem Soldatenkopf, das Kreuz und die Kreise sind erhaben aus dem Stein herausgearbeitet worden.

SH Nieblum 2Reihen web


Vor dem Denkmal liegen in langen Reihen, angelehnt an Erdwälle die Namenstafeln der toten Soldaten. Außen die der Soldaten des 1. Weltkriegs. Nach dem 2. Weltkrieg kamen die zwei inneren Reihen dazu.

SH Nieblum Stein web

Geordnet nach Herkunftsort werden Name, Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort genannt.

SH Nieblum gesamt web

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Der Stein im Busch

Dem großen Obelisken gegenüber steht – von einem hohen Busch umwachsen – ein Stein mit der Aufschrift:

Zum Andenken an die durch Kriegseinwirkung verstorbenen Männer Frauen und Kinder

SH Nieblum Pastorat web

SH Nieblum Stele web

 

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Noch ein Gedenken

Da ist der Grabstein auf der anderen Seite des Denkmals schon auffälliger.

SH Nieblum Grab web

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Von oben besehen

Der »Friesendom« mit Friedhof und der Denkmalsanlage auf der rechten Bildseite. Wir danken Christof Munzlinger, dass wir seine Fotos verwenden dürfen.

SH Foehr Nieblum Luft

 

Luftaufnahmen

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Eine historische Postkarte

Auf diesem Foto von 1926 lehnen die Namenssteine noch an beiden Seiten an einer Feldsteinmauer. Dazwischen eine Sandfläche mit flachen Beeten.

SH Nieblum 1926 web

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I N H A L T
Das Denkmal
Opfer

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Nienborstel
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Große Anlage an der Hauptstraße


SH Nienborstel Total

Mehrere Gedenksteine sind auf dem Platz verteilt, in der Mitte das Kriegerdenkmal mit den Namen der getöteten Soldaten aus dem 1.Weltkrieg.

               SH Nienborstel 1WK

Inschriften: Up ewig ungedeelt / 1848 / 1864 - 1866

Durch Kampf zur Einheit und / Macht zum Sieg u. Frieden /
1870 - 1871

1914 (Eisernes Kreuz) 1918 / Den Gefallenen zu Ehren!

Zum ehrenden Gedenken / an die Opfer des 2. Weltkrieges /
1939 - 1945

Mögen wir sterben unseren Erben
gilt dann die Pflicht,
es zu erhalten und zu gestalten
Deutschland stirbt nicht!

SH Nienborstel Stein

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Opfer

»Es ist nicht wahr, dass die Opfer mahnen, bezeugen, Zeugenschaft für etwas ablegen, das ist eine der furchtbarsten und gedankenlosesten, schwächsten Poetisierungen (...) Auf das Opfer darf sich keiner berufen. Es ist Missbrauch.
Kein Land und keine Gruppe, keine Idee, darf sich auf ihre Toten berufen.«

Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.
Dieses Zitat steht auf einer Tafel zum Kriegerdenkmal in Neustadt in Holstein.

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I N H A L T
Die Findlinge
Der Obelisk
Die Schlacht von Oeversee
Pastor Wolfgang Grell

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Oeversee, Kreis Schleswig-Flensburg

Auf dem Friedhof der Kirche St. Georg

Die Denkmalsanlage besteht aus zwei Teilen: im hinteren Teil des Friedhofs liegen unter hochgewachsenen Lebensbäumen ein großer Findling als Widmungsstein in der Mitte und an den Seiten acht kleinere für die getöteten Soldaten beider Weltkriege der Gemeinden Barderup, Frörup, Jarplund, Juhlschau, Munkwolstrup, Oeversee und Tarp, der achte ist den getöteten Soldaten der Flüchtlingen und Heimatvertriebenen gewidmet.

Die Findlinge

SH Oeversee alle web

 

SH Oeversee Findling web

Beim Hauptfindling wurde ein Grabkreuz mit angehängtem Eichenlaubkranz, rechts und links davon die Jahresangaben zu den zwei Weltkriegen und darunter die Inschrift herausgearbeitet. Sie lautet:

Unseren Toten
zur Ehre
Kirchengemeinde
Oeversee

 

SH Oeversee Barderup web

Als Beispiele für die kleineren Gemeindefindlinge: Barderup mit Schmuckrelief Eisernes Kreuz auf Eichenlaub.

SH Oeversee Juhlschau web

Gemeinde Juhlschau mit übergroßen Eichenblättern.


SH Oeversee Munkwolstrup web    SH Oeversee Heimatvertriebene webN

SH Oeversee Oeversee web    SH Oeversee Tarp web

SH Oeversee Jarplund web    SH Oeversee Froerup webN

Wir danken Ines Matho von der Kirchengemeinde Oeversee-Jarplund für die Fotos der Findlinge!

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Der Obelisk

SH Oeversee mit Kirche web

Nördlich neben der Kirche, fast an der Straße, steht ein roter polierter Steinobelisk mit den Namen der 96 getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs, sortiert nach Heimatgemeinden. Angegeben sind Initial des Vornamens, Nachname und Sterbedatum.

 

     SH Oeversee Obelisk web

Der vielstufige Obelisk ist aus verschiedenen Materialien, unterschiedlich geformt, zusammengesetzt, er trägt ein klobiges dreidimensionales Eisernes Kreuz, auf dem schlanken oberen Teil ist auf der Frontseite ein Stahlhelm zart eingraviert – er ist kaum zu erkennen. Im Hintergrund kann man die oben beschriebene Findlingsgruppe zum 1. und 2. Weltkrieg sehen.

Umlaufend kann man an den vier Seiten Sprüche lesen:

 

SH Oeversee Seite vorne web


Vorne die Widmung:

Den für das deutsche Vaterland gestorbenen Söhnen
der Kirchengemeinde Oeversee
1914 – 1919 [!]

 

SH Oeversee Seite4 web

Gott sei Dank der uns den Sieg gegeben hat
durch unseren Herrn Jesum Christum.
1. Kor. 15, 57.

SH Oeversee Seite1 web


Wer den Tod im Heilgen Kampfe fand,
ruht auch in fremder Erde im Vaterland.

 

SH Oeversee Seite2 web


Niemand hat grössere Liebe denn die
dass er sein Leben lässet für seine Freunde
Joh. 15, 13.

So spricht Jesus am Ende des Johannes-Evangeliums. Es heißt natürlich nicht: »... dass er in den Krieg zieht und tötet für seine Freunde.«

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

Es steht nicht die Trauer im Vordergrund vielmehr wird der Tod im Krieg in einen Zusammenhang gestellt, der ihn zu einem nicht zu hinterfragenden Opfer macht.

Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung – von »christlich« zu sprechen verbietet der Respekt vor dem biblisch christlichen Glauben.

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Die Schlacht von Oeversee

Bei Oeversee fand im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 ein großes Gefecht statt. Darum kann man auf dem Friedhof neben verschiedenen Einzelgräbern von daran beteiligten Soldaten auch einen großen grauen Obelisken, das sogenannte Belgier-Denkmal, betrachten.

Die dänische Armee hatte am Abend des 5. Februar 1864 während eines Schneesturmes mit einem Rückzug aus der Danewerk-Befestigungsanlage begonnen, was von der preußisch-österreichischen Armeeführung als Truppenbewegung wahrgenommen wurde. Am nächsten Morgen gelang den preußischen Truppen dann der Übergang über die Schlei. Der dänische Oberbefehlshaber befahl daraufhin den weiteren Rückzug, um eine Einkesselung seiner Truppen zu vermeiden.

Stunden später trafen zwischen den Dörfern Sankelmark und Oeversee die mit den Preußen verbündeten Österreicher, unter anderem das steirische Infanterie-Regiment Nr. 27 »König der Belgier«, auf die Dänen. Nach mehreren Angriffen wurden die Dänen zum Rückzug gezwungen.

Während des nur wenige Stunden dauernden Kampfes verloren die Österreicher 28 Offiziere und 403 einfache Soldaten, die Dänen, die auf der Flucht in schweres Artilleriefeuer gerieten, 18 Offiziere und 944 Soldaten. Die verwundeten Soldaten wurden im Historischen Krug in Oeversee, dem weltweit ersten Feldlazarett unter der Flagge des kurz zuvor gegründeten Roten Kreuzes, versorgt.

Weil die hauptsächlich im Gefecht beteiligten Soldaten ihre Heimatgarnison in Graz hatten, gibt es in der Stadt eine Oeverseegasse und ein in dieser Gasse befindliches Oeversee-Gymnasium. Umgekehrt gibt es in Oeversee einen Grazer Platz.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 20. November 2017

SH Oeversee 1848 web

Der mehrstufige Obelisk aus grauem Sandstein trägt vier schwarze Kanonenkugeln als Spitze. Am Volkstrauertag 2016 wurde dort auch ein Kranz der Republik Österreich niedergelegt.

 

Seit dem Deutsch-Dänischen Krieg ist der jährliche Gedenkmarsch von Flensburg nach Oeversee erhalten geblieben. Die Evangelische Zeitung beschreibt im Februar 2018 den 154. Oeverseemarsch.

154. Oeverseemarsch 2018

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Pastor Wolfgang Grell

Er war von 1959 bis 1972 Pastor in Oeversee. 1966 verweigert er der Fahnendelegation eines Kriegervereins den Zutritt zur Oeverseer Kirche St. Georg. 1967 drängten dann die Pastoren von St. Marien im nahegelegenen Flensburg darauf, ein Denkmal, das die gefallenen Soldaten der Weltkriege unkritisch ehrte, zu entfernen. Das führte bundesweit zu einer scharf geführten Kontroverse um militaristische Traditionen und antidemokratisches Denken in der Bundeswehr und das Verhältnis der Kirche hierzu.

Lesen Sie hier die Erklärung von 18 Pastoren des Kirchenkreises aus dem Buch »Als im Kirchenamt ›die Hölle los‹ war«:

Erklärung 1967

 

                           SH Oeversee grell cover web

Das Buch von Stephan Linck über das Leben von Wolfgang Grell können Sie zum Preis von 7 Euro zuzüglich Porto online bestellen.

Buchbestellung Wolfgang Grell

 

In der Ausgabe Nr. 5 vom 4. Februar 2018 erinnert die Evangelische Zeitung an Pastor Wolfgang Grell.

Historisch gesehen, EZ 4.2.2018

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I N H A L T
Das Denkmal
Eine Chronik
Eine historische Postkarte
Der Maler Bendix Passig
Die Heimatgemeinde

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Osterstedt,
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eine sehr auffällige Anlage mitten im Dorf

SH Osterstedt total

Das Denkmal für die getöteten Soldaten beider Weltkriege in einer großzügigen und gepflegten Anlage ist ein Gesamtkunstwerk des Kunstmalers und Bildhauers  Bendix Passig, der in Osterstedt geboren wurde (5. Februar 1864 - 19. Oktober 1957).

SH Osterstedt Mitte


An der Frontseite vier Reliefs mit Abschieds- und Kampfszenen. 

SH Osterstedt Relief rechts

SH Osterstedt Relief links  

An den Seiten zwei Pfeiler mit den Namen der 22 bzw. 52 Kriegstoten der Weltkriege.

Inschrift:
Zum stillen
 Gedenken 
unserer 
Gefallenen 
1914 – 1918
 (rechts)
1939 – 1945 (links)

Im Park weitere Werke des Künstlers sowie eine Stele mit den Jahreszahlen 1848, 1898 und 1870/71.

               SH Osterstedt Gruppe

               ● Eins der Werke über die man staunen kann

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Eine Chronik

Aus den Aufzeichnungen des Meieristen Julius Babbe von 1937

1870-1871
Nach dem Krieg 1870 - 1871 wurden Beratungen abgehalten, wie man am besten ein bis in die fernste Zukunft hinein erhalten bleibendes Andenken an den glücklich verlaufenden Deutsch-Französischen-Krieg schaffen könnte. Man kam dahin überein, man wolle zur Erinnerung an die große Zeit auf dem Meenland Eichen pflanzen. Der Bauer Matthiesen lieferte die Eichen aus seinen Waldungen. In der Mitte des abgesteckten Platzes hinein wurde eine Doppeleiche gepflanzt. Um diese herum andere Eichen. In jedes Pflanzloch kam eine Fuhre Mergel. Daher haben sich die Bäume verhältnismäßig gut entwickelt.

1872
Im April fand die feierliche Einweihung des Platzes statt. Lehrer Reimer Sievers hielt die Weihrede. Er weihte den Ort auf den Namen »Friedenshain«. Die ganze Bevölkerung nahm Anteil an den Feierlichkeiten. Die Schulkinder mit den schulentlassenen Jugendlichen sangen unter Leitung von Lehrer Sievers Choräle und vaterländische Lieder. Die Feier nahm einen erheblichen Verlauf.

1898
Im März 1898, zur 50-jährigen Erhebung Schleswig-Holsteins wurde vor der Doppeleiche ein Gedenkstein aufgestellt und eingeweiht. Der Gedenkstein trägt die Jahreszahl 1848 - 1851, 1870 - 1871 und 1898.

1914
Im Frühjahr 1914 wurde der Friedenshain parkartig erweitert. Der Wasserturm hatte in ihm bereits einen Platz gefunden. Der Maurer Joachim Seeland baute eine doppelte Springbrunnenanlage und eine Ruhebank aus Stein. Der Kunstmaler Bendix Passig zierte die Anlage mit allerlei Figuren. Passig baute auch den großen Adler aus Zement, der auf dem großen Findling steht. Der Gärtner Hans Vollert erschuf die gärtnerische Anlage. Das Ehrenmal ist erbaut zur Ehre und zum Andenken derer, die im Völkerringen 1914 - 1918 auf dem Feld der Ehre geblieben sind. Hinter dem Denkmal steht ein Eichenwald bestehend aus 22 Eichen für die 22 Gefallenen aus Osterstedt.

1919
1919 hat der Bauer Andreas Matthiesen den Grund und Boden für diese Anlage kostenlos hergegeben. Die Osterstedter haben in gemeinsamer Arbeit die Sandkuhle, ein mit Wasser gefülltes Sandloch, zu einem schönen Teich umgearbeitet. Später hat der Arbeitsdienst das Ufer befestigt und eine Feuerlöschanlage an dem Teich geschaffen. Das Denkmal ist vom Kunstmaler Passig entworfen und künstlerisch ausgestaltet. Es versinnbildlicht Deutschlands Macht und Größe vor dem Krieg, die Kameradentreue, den Heldenmut und die Hingabe für das Vaterland in dem großen Weltkrieg. Und es zeigt uns aber auch, wie böse und schlechte Elemente im Krieg hochkommen und sich breit machen. Es erinnert auch an das tragische Ende des Krieges. An der Rückseite ist eine bronzene Tafel angebracht, auf dieser stehen die Namen der gefallenen Helden.

1920
1920 waren die Arbeiten an der ganzen Anlage beendet. Der Ort des Friedens wurde eingeweiht. Die Weihrede hielt der Lehrer Adolf Vollstedt. er hatte seiner Rede die Bibelworte zugrunde gelegt: »Ziehe deine Schuhe aus, denn das Land darauf du stehst, ist heiliges Land«. Vollstedts Worte waren ergreifend und erbauend. Die Weihe wurde von Pastor Clausen aus Todenbüttel vorgenommen. Die Anlage wurde auf den Namen Ehrenhain geweiht. In späteren Jahren hat Bendix Passig ein überlebensgroßes Germanenpaar aus Stein gefertigt. Es steht auf einem Steinsockel mitten in dem Parkteich.

Bei jeder größeren Feier im Ort gedenken die Osterstedter ihrer Toten. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: »Die Kultur eines Volkes sei zu messen an dem Grad seiner Totenehrung«. Es mag Wahrheit in diesen Worten liegen.

• Text auf einer Informationstafel an der Straße vor dem Park

2. Infotafel

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Eine Historische Postkarte

SH Osterstedt Karte

Da hat der Besiegte noch sein Gewehr vor der Brust!

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Der Maler Bendix Passig

Im Bestand des Museums in Hohenwestedt befindet sich auch dieses Gemälde von Bendix Passig. Da wird die Gesinnung endgültig klar.




Ein Ausschnitt:


SH Osterstedt Bendix Passig Ausschnitt web

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Die Heimatgemeinde

Osterstedt ist stolz auf den Künstler und Menschen Bendix Passig:

»Die menschlichen Tugenden waren stark entwickelt, von einer idealistischen Haltung geprägt, aber der Wirklichkeit eng verbunden.«

www.osterstedt.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Aus dem Stadtarchiv
Die Einweihung
Die Geschichte
Die Geschichte in Bildern
Historische Postkarten
Am 27. November 2017

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Pinneberg

Zwischen Christuskirche und Bahnhof

Am Rande eines kleinen Gehölzes führt eine breite, 4-stufige Treppe zu einer übergroßen, aus hellen Sandsteinen errichteten Stele mit einem nach oben gerichteten bronzenen Schwert und einem Reichsadler auf einen Ehrenkranz mit Eisernem Kreuz. Die Inschriften an der Stele sind in den Stein graviert, an der Mauer als Relief herausgearbeitet worden.

SH Pinneberg ganz


Am Fuß der Stele:
 1914-1918

Inschrift an der Seite:

In unwandelbarer / Treue zum Vaterland / in der Hoffnung / auf den Sieg liessen / =312= Helden dieser / Stadt ihr teures Leben / auf dem Felde der Ehre

SH Pinneberg Inschrift


● Links an der Mauer:

Die Heimat / ruft ihre Kriegsgefangenen / und Vermissten

SH Pinneberg Tafel


Eine kleine Signatur weist auf das Entstehungsjahr 1934 hin.

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Aus dem Stadtarchiv

Ursprünglich handelt es sich hier um ein Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Mit der Errichtung hat sich der Magistrat bereits seit 1926 beschäftigt. »Der Stadt Pinneberg mangelt es noch an einer Kriegerehrung für die im Weltkriege Gefallenen.«

In dem von Bürgermeister Backhaus 1933 einberufenen Denkmals- ausschuss saßen Vertreter verschiedener Nazi-Organisationen, darunter z.B. Architekt Klaus Groth. Von der Stadt (neben dem Bürgermeister) der Stadtbaumeister Hansen und als Protokollführer der spätere Bürgermeister, Verwaltungs-Oberinspektor Glissmann.

Die Kosten für die Errichtung des Ehrenmals in Höhe von RM 12.000 wurden in voller Höhe aus Spenden (von Parteiorganisationen, von Firmen sowie Kleinstbeträge von Privatpersonen) bestritten. Die Spendenlisten sind hier leider nicht vorhanden. Da aber 1000 Ehrenurkunden gedruckt wurden um den einzelnen Spendern zu danken, werden es nicht wenige gewesen sein.

Der Anordnung des Reichsinnenministeriums von 1942, die Metallteile (Adler und Schwert) des Denkmals »zur Verstärkung der Metallreserve« abzuliefern, ist die Stadt bis Kriegsende nicht nachgekommen. Es wurde Zeit geschunden mit der Begründung des Arbeitskräftemangels und mit der Schwierigkeit ein so großes Gerüst zu errichten.

Im Rahmen der Entnazifizierung wurde 1945 das Hakenkreuz unter dem Adler durch ein eisernes Kreuz ersetzt. Genehmigung der britischen Militärregierung (Major W. Brook).

Der Hauptausschuss beschließt am 03.10.1949: »Das Denkmal soll vor Verfall geschützt werden.«

1952 beschloss der Magistrat eine Gedenktafel für Kriegsgefangene anzubringen und dauerhaft mit Grün zu schmücken und zu beleuchten.

Alljährliche Kranzniederlegungen am Volkstrauertag bis heute.

Wie auch andere noch heute vorhandene und genutzte Anlagen, wie
z. B. Bahnhofsplatz, Rosengarten, Sportanlagen, und Freibad, haben die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren auch das Kriegerehrenmal am Bahnhof im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen errichten lassen.

Die Planungen der meisten Projekte reichen jedoch zurück in die Zeit der Weimarer Republik und wurden dann von den Nazis vereinnahmt.

Wir danken Martin Ramcke vom Stadtarchiv Pinneberg für diese Zusammenfassung.

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Die Einweihung

Am 1. Juli 1934 wurde das Ehrenmal mit großem Pomp eingeweiht. Zunächst hielt Pastor Fölster in der Christuskirche die Festpredigt. Daran nahmen die Wehrverbände geschlossen teil. Dann folgte der Abmarsch zum Adolf-Hitler-Platz, dem heutigen Bahnhofsplatz, wo Oberkonsistorialrat Pg. Peperkorn aus Kiel die Weiherede hielt, es folgte eine Ansprache von Bürgermeister Backhaus.

• Text und Foto stammen aus »Pinneberg zur Zeit des National- sozialismus« von Johannes Seifert, herausgegeben von der VHS-Geschichtswerkstatt Pinneberg. Wir danken Rudi Ahrendt für's Einscannen.

SH Pinneberg Einweihung web

● 1934: Bürgermeister Backhaus weiht das Ehrenmal am Bahnhof ein.

»Pinneberg zur Zeit des Nationalsozialismus« S.154 - 157


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Die geschichte

Das Kapitel Pinneberg aus Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit (1987): »Denkmäler für Soldaten und andere Kriegsopfer seit dem Ersten Weltkrieg im Kreis Pinneberg« können Sie hier lesen. Unser Dank gilt der Verfasserin.

Examensarbeit Eisert-Hilbert


Siehe auch folgende Website:

www.spurensuche-kreis-pinneberg.de


Anfang 2017 gründete sich in Pinneberg eine Initiative, die das Kriegerdenkmal in eine kritische Erinnerungsstätte umwandeln möchte. Mehr Informationen dazu auf dieser Website unter Initiativen.

Das Nazi-Denkmal in Pinneberg

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Die geschichte In Bildern

Ein Foto vom 31. August 1941 zeigt, wie das Denkmal in der Zeit des Nationalsozialismus genutzt wurde.

SH Pinneberg 1941 08 31 Lily Westphal web

Das Foto gehört Frau Lily Westphal, 91 Jahre, aus Rellingen.
Vielen Dank an Achim Diekmann für’s Einscannen.


     SH Pinneberg Spenden Stadtarchiv web

Ein Spendenquittungsblatt mit einer Skizze des gewünschten Denkmals, unterschrieben von Bürgermeister Backhaus, der den Denkmalsausschuss einberufen und später das Denkmal auch eingeweiht hat.

 

SH Pinneberg Modell Stadtarchiv web


Das Modell für das Bauwerk mit Eichenzweigen. Stadtbaumeister Hansen hatte sich wohl »Deutsche Eichen« als Hintergrund gewünscht.

 

SH Pinneberg Hakenkreuz Stadtarchiv web


1934: Das offizielle Foto nach der Fertigstellung. Der Adler sitzt auf einem Kranz mit Hakenkreuz.

SH Pinneberg 1952 Kriegsgefangene web


1952 beschloß der Magistrat die Gedenktafel Kriegsgefangene anzubringen. Die Inschrift lautet:

Die Heimat ruft ihre Kriegsgefangenen und Vermissten

Ausserdem sollte das Denkmal beleuchtet und dauerhaft mit Grün geschmückt werden.

SH Pinneberg vermutl1958 Stadtarchiv web


Ein Foto, vermutlich 1956, ohne die gewünschten hohen Bäume, aber jetzt mit Eisernem Kreuz im Kranz.

SH Pinneberg 1958 web

Volkstrauertag im Jahr 1958

Alle Fotos stammen aus dem Stadtarchiv Pinneberg. Vielen Dank an Jochen Hilbert für den Besuch dort.

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Historische Postkarten

SH Pinneberg Karte ohne Adler web

... und da ist der Adler ab! Wird das Hakenkreuz gerade durch das Eiserne Kreuz ersetzt?

SH Pinneberg alt web

SH Pinneberg alt2 web

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Am 27. November 2017

Das Kriegerdenkmal wird neuerdings angestrahlt. Die im Dunkeln sonst unsichtbare Schrift mit der Heldenverehrung, das Schwert, der Adler sind jetzt schon von weitem sichtbar.

     SH Pinneberg Beleuchtung 27 11 17 web

Der Stadtverwaltung ist seit einem Jahr bekannt, dass es eine Initiative gibt, die das Kriegerkultmal zum Mahnmal machen möchte. Seit Juli gibt es einen mehrheitlichen Beschluss der Ratsversammlung in diese Richtung. Und nun dies!

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I N H A L T
Der Soldat
Die Rachefaust
»Der ideale Soldat«
Die Denkmalstätte
Das Kreuz auf der Bieberhöhe
Der frühere Standort des Soldaten
Der Bildhauer Bernhard Butzke
Die Geschichte der Denkmalstätte
Die Opfer mahnen
Die Initiative 
Der Gedenkstein auf dem Schulhof des Gymnasiums Schloß Plön

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Kreisstadt Plön

In der Prinzenstraße, schräg gegenüber
vom Gymnasium Schloß Plön

Auf einem hohen Sockel steht die Skulptur eines Soldaten. Dieses Denkmal ist den getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs gewidmet. Der Berliner Kunstschmied und Bildhauer Bernhard Butzke (1876 - 1952) hat es 1925 geschaffen.

 

SH Ploen Soldat weit web


In einer gepflegten Anlage mit Kiesflächen, Bank und geschnittenen Hecken führen drei Stufen zum Monument.

 

     SH Ploen Soldat komplett web


Der Soldat steht dort in voller Kriegsausrüstung, die linke Hand greift ans Herz, die rechte ist zur Faust geballt. Vorn auf dem Felsblock zwischen seinen Beinen ist ein Fächer aus drei Eichenblättern im Relief herausgearbeitet.

SH Ploen Soldat Zahlen web


Auf dem Sockel die Jahreszahlen des 1. Weltkriegs

1914-1918

darunter ein Eisernes Kreuz als Symbol für die Anerkennung der »Vaterlandstreue« der Soldaten. Ihr Tod im Krieg wurde als Beweis dafür gedeutet.

 

     SH Ploen Soldat schraeg web


Zu Stiefeln und Stahlhelm trägt der Krieger eine ungewöhnliche Uniform, sie läßt Muskeln und Kniescheiben durchscheinen (siehe auch die Rückenansicht). Diese Darstellung ähnelt dem Erscheinungsbild eines antiken nackten Helden.

 

     SH Ploen Soldat seitlich web


Detailgetreu werden zwei Stabhandgranaten, eine Pistole im Holster, Kurzschwert, Schlagstock und Axt als das Waffenarsenal des Kriegers wiedergegeben.

 

SH Ploen Soldat Taschen web 

Am schmalen Koppel hängen im Rücken noch Tasche und Trinkflasche. Die geballte rechte Faust ist hier gut zu sehen (siehe Text weiter unten).

 

     SH Ploen Soldat hinten web


Hier der oben angekündigte Blick auf die Rückenmuskeln des »Helden«.

 

SH Ploen Soldat Signatur web


Die Signatur des Berliner Bildhauers Bernhard Butzke und das Entstehungsjahr 1925.

 

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Die Rachefaust

Auf den Krieg einstimmen, den nächsten Krieg androhen sollte in deutschen Kriegs- wie Nachkriegszeiten bis 1945 die männliche Faust.

»Nicht Schmerz allein künden die starren Züge, da ist noch etwas anderes, da ist mehr als Leiden und Trauer, da ist finstere, aber heilig-feste Entschlossenheit, und die Faust, die sich dort auf dem Schenkel ballt, sie spricht vom stolzen Willen, durchzuhalten, bis dies Herz wieder frei, die Schultern stark geworden sind, um die Bergeslast, die ein hartes Schicksal darüber getürmt hat, in gewaltigem Schwung abzuwälzen.«
Festschrift »Die Denkmals-Einweihung«, Berlin 1924

»Das ist der 82er, der schon den Schmerz, den Groll und den Zorn der unverdienten und unerwarteten Niederlage in sich trägt – die helmbeschatteten Augen, das hagere Gesicht, sie reden deutlich davon – und dem trotz allem oder gerade darum ein unbezwingliches Dennoch auf den trotzigen Lippen liegt, tatengewillt bekräftigt durch die zur Faust geballte Linke.«
Denkmalseinweihung in Göttingen, 23. August 1925

»Die linke Hand umkrampft das bei Fuß gehaltene Gewehr, die rechte hängt geballt herab [...] Der fest geschlossene Mund gräbt zugleich Schmerz und Trauer und unbeugsamen Willen in das hagere Antlitz. Unter dem Stahlhelm hervor blicken Augen voll Sehnsucht und Erwartung auf ein fernes Ziel. Das Standbild ist Symbol des geschlagenen, aber nicht besiegten Volkes, das einer größeren Zukunft entgegenharrt.«
Bergisch-Märkische Zeitung, 1. Juni 1931

SH Ploen Soldat Faust web


Der »Held mit der geballten Faust« gehört zum Typus des damals gängigen »trotzigen Kriegers«, der durch diese Geste [...] den Über- und Nachlebenden die gemeinsam gefühlte Wut anzeigte.

Die Texte und Zitate zur »Rachefaust« sind Loretana de Liberos Buch »Rache und Triumph«, Verlag: de Gruyter Oldenbourg entnommen.

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»Der ideale Soldat«

1930 beschreibt der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg im »Mythus des 20. Jahrhunderts – Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit« das typische Gesicht des idealen Soldaten so:

»In allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands sehen wir hier bereits die Ansätze dazu. Die Gesichter, die unterm Stahlhelm auf den Kriegerdenkmälern hervorschauen, sie haben fast überall eine mystisch zu nennende Ähnlichkeit. Eine steile durchfurchte Stirn, eine starke gerade Nase mit kantigem Gerüst, ein festgeschlossener schmaler Mund mit der tiefen Spalte eines angespannten Willens. Die weitgeöffneten Augen blicken geradeaus vor sich hin. Bewußt in die Ferne, in die Ewigkeit. Diese willenhafte Männlichkeit des Frontsoldaten unterscheidet sich merklich vom Schönheitsideal früherer Zeiten: die innere Kraft ist noch deutlicher geworden als zur Zeit der Renaissance und des Barock. Diese neue Schönheit ist aber auch ein arteigenes Schönheitsbild des deutschen Arbeiters, des heutigen ringenden Deutschen schlechtweg.«

SH Ploen Soldat Kopf web

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Die Denkmalsstätte

Der Soldat ist Teil einer großen Denkmalsstätte. Oben auf dem ca. 60 Meter hohen Berg, der Bieberhöhe, steht ein weithin sichtbares acht Meter hohes Kreuz aus Eichenholz.

 

SH Ploen drei 2 web


Von der Prinzenstraße aus betritt man ein großzügig angelegtes Areal mit Kiesvorplatz, der von einer halbhohen Feldsteinmauer umgeben ist.

 

SH Ploen gesamt web


Dahinter, am Fuß des Berges, geht man über zwei breite Stufen auf eine Feldsteinmauer zu. Umgeben ist sie an drei Seiten von einer halbhohen Feldsteinmauer auf die 14 eckige Säulen gemauert wurden. Eine hölzerne Pergola verbindet die Säulen. 19 schmiedeeiserne Kranzhalter sind an Mauer und Säulen befestigt, einer fehlt.

 

SH Ploen Mauer web


An der Mauer in schmiedeeisernen Buchstaben:

Die Opfer mahnen

Welche Opfer sind damit gemeint: die deutschen und nichtdeutschen Soldaten, zivile Opfer in Deutschland und in anderen Ländern, die in den Konzentrationslagern Ermordeten, die Zwangsarbeiter, die Opfer der Euthanasiemorde? Das erfährt man nicht.

SH Ploen Gymnasium web


In der Bildmitte ist das Gebäude des Gymnasiums Schloß Plön zu sehen, neben dem großen Denkmalsplatz sind die Fahrradständer der Schule aufgebaut.

Den Gedenkstein auf dem Schulhof beschreiben wir weiter unten.

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Das Kreuz auf der Bieberhöhe

Das sogenannte »Kreuz des Ostens« ist ca. 8 Meter groß, fünf Eichen mussten dafür gefällt werden. Die Firma Kreutzfeld aus Ascheberg schnitt diese gewaltigen Bäume zu. Die Eisenbänder für das Kreuz wurden vom Schmiedemeister Kruse gefertigt.

Der Abbund durch Eisen und die Aufstellung erfolge durch Zimmermeister Holst. Für das Fundament mussten 8 Kubikmeter Beton in der Prinzenstraße gemischt, und den 22 Meter hohen Hang hinaufbefördert werden. Die obere Plattform der Bieberhöhe mit dem Kreuz wurde am 11. Mai 1954 zur Benutzung freigegeben.

 

     SH Ploen Kreuz web


www.bieberhoehe.de

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Der frühere Standort
des Soldaten

Das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs wurde 1925 an der Nikolaikirche am Markt eingeweiht. Nach 1955 wurde der Soldat an seinen jetzigen Standort an der Prinzenstraße in der Plöner Neustadt gebracht.

 

     SH Ploen Soldat frueher web

 

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Der Bildhauer Bernhard Butzke

Bernhard Johannes Karl Butzke, geboren am 20. Mai 1876 in Berlin, gestorben 1952 in Berlin, war ein Berliner Kunstschmied und Bildhauer.

Bernhard Butzke lernte bei KPM Berlin, war anschließend Schüler an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin und von 1893 bis 1900 bei KPM Berlin als Modelleur fest angestellt. 1922-23 war er für die Schwarzburger Werkstätten und als freier Bildhauer in Berlin tätig.

Butzke ist besonders für seine Darstellungen von Rehen und anderen Tieren bekannt.

Ebenfalls von ihm ist der 1922 aus Muschelkalk gefertigte Gänselieselbrunnen vor dem Rathaus. Er ist das Wahrzeichen von Plön. Gestiftet wurde er von den Brüdern Müller, die auswärts ein Vermögen gemacht hatten und ihrer Heimatstadt den Brunnen schenkten.

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Die Geschichte der
Denkmalsstätte

Nach dem 2. Weltkrieg wollte man für die vielen Opfer ein Mahnmal errichten. Auch die Verbände der Vertriebenen wünschten ein Mahnmal für die verloren gegangenen deutschen Ostgebiete. In der Plöner Stadtverordnetenversammlung lagen bereits einige Anträge vor – nur das Stadtsäckel war leer. Viele Stadtverordnete setzten sich für diesen Plan ein. Besonders seien dabei Karl Schröder Sen. (Schilderfabrik) und Herr Tepper (damals Meister im Eissegeln) beide aus den deutschen Ostgebieten stammend, erwähnt. Der Stadtarchitekt Schwindt wurde mit dem Projekt beauftragt.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in unentgeltlicher Gemeinschaftsarbeit mitzuwirken. Ein Beispiel enormer Loyalität der Bürger zu der Zeit.

Am 1. Juni 1951 wurde mit den Rodungsarbeiten begonnen, obwohl der Bauantrag der Stadt Plön erst am 10. August genehmigt wurde. Alle arbeiteten unentgeltlich. Das Material für den Bau stammte aus Spenden.

Der Bauhof sammelte Feldsteine aus den Kiesgruben. Herr Emil Maas, der beim Bauhof beschäftigt war, schlug die Steine auf Maß und führte auch alle Maurerarbeiten aus. Die Planierarbeiten bis zum Gipfel, sowie die Auffüllung der Mutterböden, wurden von freiwilligen Helfern ausgeführt. Vereine, Verbände, die Kirchengemeinde, Freiwillige Feuerwehr und Behörden stellten »Arbeitskommandos« zusammen. Jeden Tag waren auch zwanzig Schüler des Gymnasiums, der Real- oder der Volksschule zum Helfen da. Jeden Abend ab 17 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit wurde gearbeitet.

Die am Mahnmal befindliche Schrift wurde vom Schmiedemeister Kruse gefertigt. Die Zimmererarbeiten der Pergola hat der Modelltischler Alfons Kantowski ausgeführt. Die Anpflanzungsfläche des Hanges war in Dreiecken an Landesmannschaften, Verbände und Vereine aufgeteilt, die auf eigene Kosten die Stauden kauften. Die Bepflanzungen wurden vom Gärtnermeister Kantel und dem Stadtgärtner Walter Henck ausgeführt.

Nach vierjähriger Gemeinschaftsarbeit, Baubeginn war am 1.Juli 1951, konnte am 1. November 1955, es war Volkstrauertag, diese Gedenkstätte eingeweiht werden.

www.bieberhoehe.de

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Die Opfer mahnen

»Es ist nicht wahr, dass die Opfer mahnen, bezeugen, Zeugenschaft für etwas ablegen, das ist eine der furchtbarsten und gedankenlosesten, schwächsten Poetisierungen (...) Auf das Opfer darf sich keiner berufen. Es ist Missbrauch.

Kein Land und keine Gruppe, keine Idee, darf sich auf ihre Toten berufen.«

Ingeborg Bachmann, Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar

Dieses Zitat steht auf einer Tafel zum Kriegerdenkmal in Neustadt in Holstein.

Neustadt in Holstein

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Die Initiative

Auf ihrer Website berichtet die Initiative »Bieberhöhe« aus Plön von ihrem Anliegen: »Bürgerengagement ist das Gebot der Stunde, denn es sollte von allgemeinem Interesse sein, einem weiteren Verfall unserer Infrastruktur entgegen zu wirken.«

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www.bieberhoehe.de 

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Der Gedenkstein auf dem Schulhof des Gymnasiums Schloß Plön

Bei Kriegsausbruch im August 1914 kam es am Kaiserin-Auguste- Victoria-Gymnasium in Plön wie überall in Deutschland zu einer Welle von freiwilligen Meldungen von Schülern der oberen Klassen zum Kriegseinsatz.

Der Gedenkstein auf dem Schulhof des Gymnasiums Schloß Plön ist den toten Soldaten, Schülern und Lehrern der Schule gewidmet. Der Stein ist beidseitig beschriftet, es werden 92 Namen aufgezählt.

Auf der Vorderseite steht über den Namen:
Dulce et decorum est pro patria mori
(Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben, nach Horaz)
Es starben den Heldentod im grossen Krieg
1914 – 1918

Auf der Rückseite steht unter den Namen:
Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultur
(Möge einst aus unseren Gebeinen ein Rächer erstehen, ein Vers aus Virgils »Aeneis«)

Siehe auch das Denkmal in Altenkirchen auf Rügen


Auf dem blaugrauen flachen Findling am Fuß des großen Steins steht:
Unseren ehemaligen Schulkameraden
den Gefallenen und Vermißten
des 2. Weltkriegs zum Gedenken

Bereits 1919 wurde vom Direktor ein Fonds zur Finanzierung eines Gefallenendenkmals auf dem Schulhof aufgelegt. [...] Der Direktor sah sich offenbar in der Verantwortung, nun, nach der niederschmetternden Niederlage, erst recht Orientierung zu geben und Sinn zu stiften. Die Inschriften des Gedenksteins geben einen ersten Hinweis auf die inhaltliche Richtung dieser Orientierung. Die Auswahl wird Direktor Petersen zugeschrieben.

Diese Zitate haben nach dem 2. Weltkrieg scharfe Kritik in der Schülerschaft des Gymnasiums hervorgerufen.

 

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Dies ist ein Foto von 2003 nach der Wiederherstellung der Schrift. Die Restaurierung erfolgte auf Initiative und mit dem finanziellen Engagement von Dr. Walter Kähler aus Stade. Er war in den 1940er und 1950er Jahren selber Schüler der damaligen Internatsoberschule.

Artikel Kieler Nachrichten vom 15. August 2013

 

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Foto: Der Scheinwerfer

Lorbeerkränze für die im 1. Weltkriegs getöteten Mitschüler in der Aula des Gymnasiums. Der erste Lorbeerkranz mit schwarz-weiß-roter Schleife wurde allerdings für Oberlehrer Winkler angebracht, der bereits am 15. September 1914 »an der Spitze seiner Kompanie [...] den Heldentod« gestorben sei, wie Direktor Petersen berichten musste. Die Schleifen und Inschriften hingen dort, bis sie im Mai 1945, kurz nach Kriegsende, durch ein Feuer zerstört wurden.

 

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Bild: Kreisarchiv Plön, D 32 1.1

Titelseite des Programmheftes zur Denkmalsweihe für die im 1. Weltkrieg getöteten Schüler und Lehrer am 12. August 1920. Der Text am unteren Rand lautet: »Wohl wiegt das eine vieles auf, Allvater sieht darauf: Das ist für unsres Vaterlandes Not der Heldentod.«

Direktor Petersen in seiner Rede: »Wenn die Jugend, und ich weiß, sie wird es, eine empfängliche Seele für diese geheimnisvolle aber gewiß unleugbare Macht der Toten hat, dann wird das deutsche Volk auch aus den Tiefen der Not wieder hinaufgeführt werden zu sonnigen Höhen; dann ist der Tod der Helden auch in diesem Sinne nicht umsonst gewesen, ja sie sind dann nicht gestorben, sie leben und wirken.«

In regelmäßigen Abständen bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg hinein trafen sich fortan die Ehemaligen am »Denkstein« auf dem Schulhof, um der Helden/Opfer zu gedenken. Überliefert ist die Gedenkrede vom 17. August 1924, gehalten von Pastor Heinrich Prieß: »Wenn aber neben der schmerzvollen Klage um sie [die Opfer], wir auch immer gedenken mußten der unendlichen Schmach, die unsere endlich triumphierenden Feinde unserm, durch eigene Schuld wehrlos gemachten, am Boden liegenden, geschändeten und geknechteten Vaterlande höhnend zufügten, so glüht doch zugleich in uns allen auch die unerschütterliche Hoffnung, das felsenfeste Vertrauen, daß einst ein Tag kommen werde, – so steht es vor unseren Augen ja auch tief eingegraben in diesen Stein – an dem wir in neuer Kraft die große Schmach wieder von uns abschütteln, und dann das liebe deutsche Vaterland wieder in neuer Kraft und Herrlichkeit aufblühen werde! [ ... ] Und ist dann die Schlacht siegreich geschlagen, dann werden – glückselig, wer das noch miterlebt – die Schüler, alte und junge, am wieder erstandenen Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium hier in das festliche geschmückte Plön unter Glockengeläute mit fliegenden Fahnen einziehen, hin zu diesem Stein, hier sie senken und Siegeskränze niederlegen mit dem Jubelruf: Du Lenker der Schlachten, warst mit uns, der Sieg ist dein. Dein Name sei gelobt. O Herr, mach uns frei!«

 

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Das Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium in Plön um 1925. Am rechten Bildrand vor dem Wäldchen am Ufer des Kleinen Plöner Sees ist der 1920 errichtete Gedenkstein für die getöteten Soldaten des 1. Weltkrieges erkennbar.

 

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Foto: Der Scheinwerfer

Am 8. Mai 1985 gab es in der Schülerschaft eine lebhafte Kontroverse über den Umgang mit dem Gedenkstein. Während eine Gruppe mit einer symbolhaften Verhüllung des Steins mit einem schwarzen Tuch ihre kritische Haltung den Sinnsprüchen gegenüber zum Ausdruck brachte, pflanzte eine Gegenpartei Stiefmütterchen und legte einen Kranz nieder, um der Opfer der Kriege zu gedenken.

• Karsten Dölger, früher Oberstudienrat am Gymnasium Schloß Plön, hat für das »Jahrbuch für Heimatkunde im Kreis Plön« Bd. 44 (2014), S. 7 - 36 den Beitrag »Das Kaiser-Auguste-Victoria-Gymnasium in Plön und der erste Weltkrieg« geschrieben. Er bietet Einblicke in die pädagogische Vorbereitung der Schüler auf kriegerische Auseinandersetzungen, die Wahrnehmung der Kriegsereignisse und die Verarbeitung der Niederlage an der »Heimatfront« Plön. Die Fotos und Texte zum Gedenkstein wurden dieser Publikation entnommen. Vielen Dank dafür!

Jahrbuch Bd. 44, S. 7 - 36

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Das Denkmal zum 1. Weltkrieg
Die Preetzer Schützengilde
Das Denkmal zum 2. Weltkrieg
Historische Postkarten
Der Bürgerpark »Wehrberg«

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Preetz, Kreis Plön

Auf dem zentralen Aussichtspunkt im Bürgerpark »Wehrberg«

In der Mitte der Denkmalsanlage für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs steht ein großer natürlich kantiger Stein, der an seiner abgeflachten Frontseite die Widmung trägt. Er ist in einem gemauerten Rund aufgerichtet worden, die freigebliebene Fläche darin ist mit Blumen und losen Steinen aufgefüllt worden.

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Auf der Mauer sind in Sichtrichtung auf den Lanker See (siehe weiter unten) Holzplanken als Sitzmöglichkeit montiert worden. Das Rund ist ebenso wie die acht den Denkmalstein umgebenden Säulen mit bunten grob behauenen Natursteinen aufgemauert worden. Die Säulen mit quadratischer Grundfläche haben am Fuß eine überragende Steinschicht, sie tragen Holzstaketen, die ein Achteck ergeben. An den Säulen sind Rankgewächse angepflanzt worden. Das Ganze ist von rund verlegten Katzenkopfsteinen umgeben, innerer Ring ein Stein breit, äusserer Ring drei Steine breit.

 

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Die Widmung ist erhaben herausgearbeitet worden, sie lautet:

1914 – 1918
Ihren gefallenen Helden
Die Stadt Preetz

Die häufigste Bezeichnung für die toten Soldaten auf Kriegerdenkmälern ist das Wort »Helden«. Dieser Begriff macht die toten Soldaten zu Vorbildern. Er passt zur Symbolik vom Eisernem Kreuz. Obwohl der 1. Weltkrieg so viele Menschenleben forderte und der Krieg verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäler den Kriegstod als sinnvoll. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die toten Soldaten und stilisierte ihr Schicksal. Soldaten die lebend aus dem Krieg zurückkehren, werden nicht als »Helden« bezeichnet, sie werden gar nicht erwähnt. So wird mit der Bezeichnung »Held« die besondere militärische Leistung des Soldaten geehrt, die vor allem in seinem Tod besteht.

Gefühle von Trauer werden hier nicht artikuliert, das würde auch nicht zu der Absicht vieler Stifter passen, durch die Kriegerdenkmäler nachfolgende Generationen für den Kriegsdienst zu begeistern.

 

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In die Innenseiten der Säulen sind Namenstafeln aus grauem Stein eingelassen. Die Namen der Soldaten sind nach dem Jahr ihres Todes geordnet, nachgestellt ist je ein Soldat für die Jahre 1919 und 1920. Dann folgen noch die Namen von 15 Vermissten.

 

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An der rechten Seite ist in einem quadratischen Feld im Relief ein Eisernes Kreuz umgeben von zwei Eichenlaubzweigen herausgearbeitet worden. Das Eiserne Kreuz mit Krone, großem »W« für Kaiser Wilhelm II und der Jahreszahl 1914. Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung.

 

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Auf der linken Seite ist in einem runden Feld im Relief ein Stahlhelm umgeben von zwei Eichenlaubzweigen herausgearbeitet worden.

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Die Preetzer Schützengilde

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Ein Kranz der Preetzer Schützengilde und ihr Logo:

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Das Denkmal zum 2. Weltkrieg

Vom Castöhlenweg kommend sieht man vor dem Denkmal einen großen flachen Findling liegen, umgeben von beschnittenen Hecken und Blumen, teilweise im Boden versenkt. Die Hanglage wird mit Steinreihen abgefangen. Die Inschrift lautet:
Allen Opfern des Zweiten Weltkrieges

 

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Auf der anderen Seite sind die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs graviert:
1939 – 1945

Die Säule rechts daneben sieht fast so aus als trüge sie eine Feuerschale. Wir hoffen, dass diese Vermutung falsch ist, zu unangenehm würden wir an die Fackelinszenierungen der Nationalsozialisten erinnert werden.

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Die schöne Aussicht vom Denkmalsplatz auf den Lanker See.

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Historische Postkarten

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• Aus dem Jahr 1927

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Der Bürgerpark »Wehrberg«

1885 wurde in Preetz der »Verschönerungsverein« gegründet um »in der Stadt und Umgebung für die Verschönerung und den Schutz der öffentlichen Anlagen durch Baumpflanzungen, Verbesserung von Promenaden und Plätzen etc. Sorge zu tragen.«

Mit Hilfe des Vereins konnte ab 1885 der bis dahin landwirtschaftlich genutzte Wehrberg parkähnlich bepflanzt werden, am höchsten Punkt wurde ein achteckiger Pavillon errichtet. 1918 legte der Lübecker Gartenarchitekt Harry Maasz, geboren am 5. Januar 1880 in Cloppenburg, gestorben am 24. August 1946 in Lübeck, mit seinem Entwurf die Grundlage für das heutige Erscheinungsbild. Auch die Planung des Kriegerdenkmals auf dem zentralen Aussichtspunkt des Wehrbergs geht auf ihn zurück.

Auch die Anlage des Lübecker Ehrenfriedhofs hat Harry Maasz entworfen.

Ehrenfriedhof Lübeck

 

                     SH Preetz Maazs web

• Der Lübecker Gartenarchitekt Harry Maasz (1880 - 1946)

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Das Denkmal
Pastor Hossenfelder
Eine historische Postkarte

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Ratekau, Kreis Ostholstein

Vor und um die Vicelinkirche herum

Rechts und links vom Zugang in den Kirchhof steht je ein vierstufiger Pfeiler aus bunten behauenen Feldsteinen. Oben aufgestellt sind steinerne dreidimensionale Eiserne Kreuze.

SH Ratekau Eingang web

 

In jedem Pfeiler wurde ein größerer Stein mit Inschrift eingefügt.

 

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Inschrift auf dem linken Pfeiler:
So selig ist kein Los
So heilig kein Gebot
Als sich für vieler Leben
Zu geben in den Tod
1914 – 1918

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Inschrift auf dem rechten Pfeiler:
Ihren gefallenen
Vätern und Söhnen
in dankbarer Treue
die Kirchengemeinde Ratekau
1922

 

SH Ratekau Kirchenseite web


Um die Vicelinkirche herum zieht sich eine halbhohe Mauer aus behauenen bunten Feldsteinen. Einzelne herausragende Steine tragen die eingravierten Namen der toten Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.

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Pastor Hossenfelder

Joachim Hossenfelder war von 1954 bis 1969 Pastor für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin in Ratekau.

SH Ratekau Hossenfelder web

Foto: privat

Pastor Hossenfelder ist gerade, dem Brautpaar voran, durch die »Kriegerdenkmalspforte« geschritten. Im August 1958 ist dieses Foto augenommen worden. In der Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945? Wie die Kirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen« wird Hossenfelders Werdegang im Kapitel 4 »Streit um Schuld und Mitverantwortung« beschrieben.

Mehr Informationen www.nordkirche-nach45.de

 

                  SH Ratekau Hossenfelder 1933 web

 

Der als »vaterländisch geprägte Persönlichkeit« und »soldatische Natur« charakterisierte Wilhelm Kieckbusch amtierte von 1930 bis 1976 ohne Unterbrechung als leitender Geistlicher der Eutinischen Landeskirche. In aller Öffentlichkeit setzte er sich nach 1945 für ehemals führende Theologen der nationalsozialistischen »Deutschen Christen« ein. Anderswo galten sie als untragbar. Kieckbusch nahm unter anderem die »Deutschen Christen« Hugo Rönck und Joachim Hossenfelder als Pastoren in seine Landeskirche auf. Hossenfelders Einstellung wurde vom damaligen Ratsvorsitzenden der EKD Otto Dibelius befürwortet. Weder Rönck noch Hossenfelder ließen nach 1945 jemals Reue über ihre Rolle im Nationalsozialismus erkennen.

Hugo Rönck war einer der radikalsten Vertreter der aggressiv antijüdischen Nationalkirchlichen Thüringer »Deutschen Christen«, frühes NSDAP-Mitglied und ab 1943 Präsident beziehungsweise Landesbischof der Thüringer Evangelischen Kirche. Und als glühender Antisemit einer der Initiatoren des Eisenacher »Entjudungsinstituts«. Noch 1944 bezeichnete er in seinen Predigten Hitler als »Führer von Gottes Gnaden«. Nach dem Krieg sah Rönck keine Notwendigkeit, sich von seiner Vergangenheit zu distanzieren, auch dann nicht, als »Der Spiegel« 1963 Einzelheiten aus seiner Thüringer Zeit aufdeckte. Er schmückte sich auch weiterhin mit dem Bischofstitel, den er sich kurz vor Kriegsende selbst verliehen hatte. Der Berliner Pfarrer Hossenfelder war treibendes Gründungsmitglied und erster Reichsleiter der »Deutschen Christen«. Er bekannte sich nach 1945 ebenfalls stolz zu dem Bischofsamt, das er als »Deutscher Christ« 1933 kurzzeitig inne gehabt hatte. Ansonsten bewahrte er über seine frühere Karriere strengstes Stillschweigen.


Bis heute ist die Kirchengemeinde in Ratekau verpflichtet Joachim Hossenfelders Grab zu pflegen.

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Eine historische Postkarte

Man kann die zwei Pfeiler mit den Eisernen Kreuzen erkennen, die Mauer mit den Namensschildern ist später errichtet worden.

 

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Das Denkmal
Die Einweihung
Im Winter ein Rodelberg
Spendenaufruf

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Ratzeburg, Kreis Herzogtum Lauenburg

Das Denkmal am Röpersberg

1921 wurde die Anlage von dem Architekten Wilhelm Heilig geschaffen. Die Namen von 142 im 1. Weltkrieg getöteten Soldaten der Stadt Ratzeburg sind darauf festgehalten. Um einen hohen Erdhügel, dessen Plattform zehn Linden krönen, gruppieren sich fünf Steinpfeiler, die fünf Kriegsjahre andeutend.

SH Ratzeburg Ropersberg gesamt web

Die Steinpfeiler tragen Jahreszahl und Inschrift, die lauten:

1914   Unseren Tapferen, die für Deutschland fielen und von der Heimat unvergessen im fremden Lande ruhen

1915   Kindern und Enkeln künden diese Steine die Namen der Väter, die einst für uns in Kampf und Tod zogen

1916   Lebe droben im Licht, o Vaterland, und zähle nicht die Toten, dir ist Liebes nicht eines zu viel gefallen

1917   Und wer den Tod im heiligen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland

1918   Die dankbare Vaterstadt dem Gedenken ihrer gefallenen Söhne, die fern im Kampf für sie fielen

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             SH Ratzeburg Ropersberg Allee web    
       
            
• Eine Allee führt zum Denkmalshügel

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Die Einweihung

Die Anlage wurde am 21. Juni 1921 eingeweiht. Die 1928 in zweiter Auflage erschienene Chronik der Stadt Ratzeburg stellt die germanisierenden Bezüge des Kriegerdenkmals deutlich heraus:

»Am Abend des 21. Juni 1921 fand beim flackernden Schein der Sonnenwendfeuer und im Beisein einer nach Tausenden zählenden Trauergemeinde die Einweihung des Kriegerehrenmals statt, das die Stadt Ratzeburg ihren gefallenen Söhnen errichtet hat. Draußen auf einem hochgelegenen Felde am Farchauer Ende, abseits vom lärmenden Verkehr, erhebt sich ein Naturdenkmal, das in seiner Anlage und schlichten Größe an alte germanische Kultstätten erinnert.«

• Wir danken herzlich dem Stadtarchivar von Ratzeburg Christian Lopau für die Erlaubnis seinen Text im Wesentlichen übernehmen zu dürfen und für die Fotos.

Am 21. Juni 1921 wurde die Anlage im Beisein des Architekten Wilhelm Heilig als Sonnwendfeier inszeniert eingeweiht. Superindendent Lange hielt die Feldpredigt, wobei wieder einmal verblüfft, wie er voller Inbrunst darlegt, dass Gott exklusiv für das deutsche Volk Partei nimmt, auch immer genommen hat und auch in Zukunft nehmen wird. Wer die Predigt und die anschließende Festrede von Dr. Tamm liest und sich das Szenario mit Fackeln, Bataillonskapelle und Gesang vorstellt, der sieht den Boden für die Parolen der Nationalsozialisten bereitet.

Predigt und Festrede, 1921 (Abschrift)

• Herzlichen Dank an die Damen des Kreisarchivs in Ratzeburg.

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Im Winter ein Rodelberg 

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Foto:Matzematik / Wikimedia Commons

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Spendenaufruf

Mit Unterstützung vieler Spender und Organisationen sind 2014 die wesentlichen Renovierungsmaßnahmen – Säuberung der fünf Schrifttafeln für die einzelnen Kriegsjahre und Neuverfugung – durchgeführt worden. Lesen Sie hier mehr dazu:

www.herzogtum-direkt.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Aus der Geschichte
Ich hatt’ einen Kameraden
Was ist deutsche Kunst
Im Turmraum der Kirche
Der Schmuck in früheren Zeiten

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Ratzeburg, Kreis Herzogtum Lauenburg

Vor der St. Georgsberger Kirche

Das Denkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs wurde vom schwäbischen Architekten Wilhelm Heilig geschaffen. Es wurde am 13. Mai 1923 unter der Teilnahme des Krieger- und Militärvereins eingeweiht und zwar an der Straße zwischen dem Bahnhof und der Kirche. Später wurde es an seinen heutigen Platz direkt gegenüber der Kirche versetzt. Wilhelm Heilig gestaltete auch die Kriegerdenkmäler in Gr. Grönau, Kasseburg, Lütau, Ratzeburg (Röpersberg) und Lauenburg/Elbe.

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Das Denkmal besteht aus einem Steinkreuz, das sich mehrere Meter hoch auf einer von hochstrebenden Buchen umgebenen Lichtung erhebt. Die Vorderseite enthält drei Reliefs. Oben den Reichsadler, in der rechten Klaue einen mit Pfeilen bespickten Schild tragend, darüber die Inschrift:
Viel Feind, viel Ehr

Im Querbalken links eine zerschossene Fahne mit der Inschrift:
Haltet aus im Sturmgebraus!

Rechts die Symbole eines Soldatengrabes, darunter die Worte:
Ich hatt’ einen Kameraden

In der Mitte sind die Jahreszahlen 1914 und 1918 eingelassen. Darunter stehen die Worte:
Kämpfend für Recht und Freiheit, für Heim und Herd, fielen 71 unserer Besten. Der, du Wanderer, diese Stätte betrittst, gedenke der Toten in Ehrfurcht und in Treue

Die Rückseite trägt über der Jahreszahl 1923 die Widmung:
In Einigkeit erbauten die 17 Gemeinden des Kirchspiels St. Georgsberg dieses Mal den Gefallenen zur Ehre, den Enkeln zur Mahnung

 

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Ursprünglich war das Denkmal im Fuchswald aufgestellt worden. Im August 1967 wurde es auf den neuen Platz vor der St. Georgsberger Kirche umgesetzt.

Zusätzlich wurden drei Steinplatten für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs hinzugefügt.

• Wir danken herzlich dem Stadtarchivar von Ratzeburg Christian Lopau für die Erlaubnis seinen Text im Wesentlichen übernehmen zu dürfen und für das Foto.

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Aus der Geschichte

»Neben der Straße vom Bahnhof Ratzeburg nach St. Georgsberg ragt im Buchenhochwald ein steinernes Kreuz, gedrungen und kräftig geformt, wie der Baustoff es erfordert. Die drei Felder, die Schaft und Balken bilden, werden ausgefüllt von sinnbildlichen Darstellungen des Erlebnisses ›Weltkrieg‹, deren Gestaltung, an sich ganz modern, dennoch unmittelbar an die handwerkliche Gebundenheit frühmittelalterlicher Steinbilder anschließt. Oben am Schaft sieht man den Reichsadler mit einem pfeilgespickten Schilde, dabei die stolzen Worte ›Viel Feind, viel Ehr‹, zur Linken eine von Kugeln zerfetzte Sturmfahne ›Haltet aus im Sturmgebraus‹, rechts Gräber im Felde mit dem erschütternd einfachen: ›Ich hatt’ einen Kameraden‹. Im Mittelfelde, das Schaft und Balken gemeinsam ist, stehen die Jahreszahlen, und in den Schaft ist in deutschen Buchstaben eine Inschrift eingehauen, deren wundervoll in den Raum gestellte Zeichen sagen: ›Kämpfend für Recht und Freiheit, für Heim und Herd fielen 71 unserer Besten. Der Du, Wanderer, diese Stätte betrittst, gedenke der Toten in Erfurcht und Treue!‹.

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In dieser eindringlichen Gestalt steht das Zeichen der Erinnerung am Rande des Alltags, den Vorübergehenden immer gegenwärtig und damit dem Vergessen sicher entrückt. Ist es in dieser Form nicht unendlich viel mehr als nur ein Bauwerk aus Findlingen mit einer Tafel etwa aus Bronze oder gar aus schwarzem Glase, das in künftigen Jahrzehnten und Jahrhunderten der Zeit seiner Erbauung immer etwas steinzeitlich Primitives anzudichten scheint? Ist ein Mal wie das St. Georgsberger nicht unendlich viel eindringlicher und wahrer, als ein Gebilde aus Kunststein oder Bronze, das in genau gleicher Ausführung auch an so und so viel anderen Orten steht?»

• zitiert aus: Wilhelm Hadeler, Wilhelm Heiligs Werke im Kreise Herzogtum Lauenburg, in: »Lauenburgische Heimat«, 3. Jahrgang, Heft 2, April 1927

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Ich hatt’ einen Kameraden

»Der gute Kamerad« wurde 1809 von Ludwig Uhland in Tübingen gedichtet, Friedrich Silcher vertonte, ebenfalls in Tübingen, das Gedicht im Jahre 1825. Als Lied ist es besser bekannt unter der Anfangszeile der ersten Strophe: »Ich hatt’ einen Kameraden«. Es wurde vor allem von der politischen Reaktion instrumentalisiert, und zwar zur Beschönigung und Verklärung des Kriegsopfers und Heldentods. Das Lied vom »guten Kameraden« spielt im Trauerzeremoniell der deutschen Bundeswehr eine große Rolle. Es ist Bestandteil eines Begräbnisses mit militärischen Ehren und jeder militärischen Trauerfeier.

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Sehen Sie hier eine Sammlung von historischen und politischen Bildpostkarten von Karl Stehle, München, die diesen Liedtext zitieren:

www.goethezeitportal.de

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Was ist deutsche Kunst?

Nicht nur in politischer, auch in künstlerischer Hinsicht war die Phase des 1. Weltkriegs eine Epoche des Umbruchs. Bei seinem Beginn erhofften sich viele vom Krieg eine Gesundung des deutschen Kunstlebens. Die Diagnose, dass in der deutschen Kunst eine Entfremdung stattgefunden hatte, bildete die allgemeine Ansicht. Der Krieg sollte das »Gemüt« zurückbringen. Die weitverbreitete Forderung, die Kunst solle einen internationalen Charakter bekommen, wurde von konservativen, national denkenden Stimmen strikt abgelehnt. Andere polemisierten gegen das »Modebewußtsein« in der Kunst, weil es einen Bruch mit der Tradition beinhalte. Die Aussage, Findlinge und andere von Menschenhand nicht bearbeitete Naturdenkmäler befänden sich auf dem kulturellen Niveau von Höhlenmenschen, wurde scharf zurückgewiesen.

Nicht ganz so vernichtend, aber dennoch eindeutig für »edle Form und wahre Kunst« – hier beim Kriegerdenkmal auf dem St. Georgsberg – spricht sich der Verfasser eines Artikels in der Lauenburgischen Zeitung vom 6. Dezember 1921 aus:

Lauenburger Zeitung, 1921 (Abschrift)

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Im Turmraum der Kirche

Auch hier wird der getöteten Soldaten gedacht. Ein Kniender in Uniform, Koppel und Stahlhelm zeigt seine Handinnenflächen. Was will er uns mit dieser Geste sagen? Unter seinen Knien steht im schwarzen Band:
1914  1918 Dem Gedächtnis der gefallenen Brüder

Rechts und links vom Soldaten befinden sich dreispaltige Namenstafeln. Die Toten sind nach Heimatgemeinden geordnet, den Namen ist das Todesjahr vorangestellt.

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            SH Ratzeburg St.Georgsberg Kirche 2015 2 web

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Der Schmuck in früheren Zeiten

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• Lange Blättergirlande und zwei Kränze von alten Kameraden

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Das Denkmal
Die Geschichte
Historische Postkarten
Die Einweihung
Der Architekt Hermann Höger
Der Bildhauer Ludwig Kunstmann
Die Erweiterung
Die Rellinger Kirche

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Rellingen, Kreis Pinneberg

Auf dem Kirchplatz in der Ortsmitte

Die Klinkersäule ist den 100 toten Soldaten des 1. Weltkriegs aus Rellingen gewidmet. Am 27. Mai 1923 wurde sie eingeweiht. Geschaffen haben sie der Architekt Hermann Höger und sein Mitarbeiter Hopp zusammen mit dem Bildhauer Ludwig Kunstmann.

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Die Säule ist mit hart gebrannten, dunklen Ziegelsteinen im expressionistischen Stil gemauert. Sie ist fast 5,50 Meter, mit den aufgesetzten Schmuckelementen sogar über 6 Meter hoch. Die achteckige Grundform hat einen Durchmesser von ca. 1,35 Metern.

 

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An vier sich gegenüberliegenden Wänden wurden mittig je neun braune matt glasierte Ton- bzw. Terrakottaplatten übereinander angebracht, oben je eine Abschlussplatte mit gebogener Kante. Terrakotta ist die Bezeichnung für unglasierte keramische Produkte. Die Seite, die der Kirche zugewandt ist, trägt die Widmung, die auf sieben Platten in erhabener dünner Schrift eingebrannt ist:

1914 – 1918
Ihren gefallenen Söhnen
die dankbare Gemeinde Rellingen

Auf den schmalen Platten können maximal vier Buchstaben Platz finden, deshalb gibt es in dem Satz insgesamt zehn Trennungsstriche (=).

 

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Im oberen Drittel ist die Säule mit Details aus Terrakotta geschmückt. Die vielfach gefächerte Krone, die den oberen Abschluss bildet, trägt über den vier Schriftplattenreihen je eine Trauer- oder Totenmaske in unterschiedlicher Ausformung. Aufgesetzt ist ein stilisierter Blattschopf, den Hochblättern einer Ananas ähnlich, in der Farbe von oxidiertem Kupfer. Darüber, gleichsam schwebend, ein vielzackiger gelber Stern.

 

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Jeweils zwischen den beiden obersten Tonplatten über den gemauerten Ziegelfalzen wacht ein extrem schmaler, stilisierter Adler mit angelegten Flügeln im Halbrelief mit herausragendem dreidimensionalen Kopf. Adler stehen symbolisch für Stolz und Macht, auch für Weitblick, Mut und Kraft.

 

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An drei Seiten sind in die senkrecht angebrachten Platten in erhabener Schrift die Namen der toten Soldaten von Rellingen in alphabetischer Reihenfolge zu lesen. Insgesamt 100, rechts und links je 34, hinten 32 Namen. Sie sind mittig gesetzt.

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Die Geschichte

So konnte der Gemeindevorsteher Schmidt, in Rellingen genannt Vogt Schmidt, dem Kirchenvorstand  und damaligen Pastor Bitterling  im März 1922 mitteilen, »dass in einer am 27. des Monats  stattgefundenen Sitzung der Gemeindevertretung einstimmig beschlossen wurde, auf dem mit dem Kirchenvorstand bezeichneten Platz neben der Kirche ein Denkmal für die gefallenen Krieger zu errichten.« Das Denkmal solle, so wörtlich, den Verhältnissen der Kirche angepasst sein. Den Entwurfs- und Gestaltungsauftrag erhielt der den Rellingern persönlich bekannte damals 40-jährige Architekt Hermann Höger. Als Honorar war wegen der Geldknappheit der Gemeinde und des sich anbahnenden inflationären Verfalls  des Geldwertes (1923 Höhepunkt der Inflation) vereinbart worden, so die Fama, eine großzügige Grabstelle auf dem Rellinger Friedhof, auf der Hermann Höger auch tatsächlich, nur 28 Jahre später, bestattet wurde. Heute ist die Grabstelle aufgegeben und Grabstätte für anonyme Bestattungen.

zitiert aus dem Vortrag von Wieland Witt zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September 2008. Vorgetragen in der Rellinger Kirche.

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Historische Postkarten

Die Denkmalssäule ist hier noch ohne die Erweiterung zum 2. Weltkrieg aus dem Jahr 1967 zu sehen. Sie stand damals auf einem dreistufigen gemauerten Sockel mit quadratischem Grundriss. Eng an der Säule ein schmales Beet, wie heute; um den Sockel herum ein Sandplatz, der von einer Hecke begrenzt wurde.

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Die Säule umgeben von Kränzen, der Vegetation nach zu urteilen am Volkstrauertag im November.

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1962 ist die Hecke schon ein Stück gewachsen, aber fünf Jahre später wird sie dann für die Erweiterung des Denkmals entfernt.

Die erste, zweite und vierte Karte durften wir der Website von Reinhold Miller entnehmen. Herzlichen Dank!

www.rellingen-allerlei.de


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Die Einweihung 1923

Das am Fuße der Kirche errichtete Denkmal zu Ehren unserer im Weltkrieg Gefallenen ist nunmehr nachdem es auch mit gärtnerischen Anlagen umgeben worden ist, fertiggestellt und soll am Sonntag nach Pfingsten, 27. Mai, eingeweiht werden. Die Feier, zu der alle Einwohner Rellingens, insbesondere die Angehörigen der Gefallenen, eingeladen werden, wird um [?] Uhr beginnen. Die Vereine versammeln sich eine Viertelstunde früher beim Hause des Gemeindevorstehers. Glockengeläut und Orgelspiel werden die Feier einleiten und schließen. Herr Pastor Kähler hält die Weiherede und der Gesangverein »Harmonie« wird durch Vortrag entsprechender Lieder mitwirken. Nach der Weiherede findet die Kranzniederlegung statt.

Pinneberger Tageblatt, Freitag, den 18. Mai 1923

Einweihung des Krieger-Denkmals. Am gestrigen Sonntag fand die Einweihung unseres zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen errichteten Denkmals statt. Das Denkmal nach dem Entwurf des Architekten Hermann Höger aus Hamburg, ist neben der Kirche aufgestellt. Es ist eine aus Ziegelsteinen erbaute Säule, die in ihrer achteckigen Gestalt sich harmonisch dem Baustil unserer Kirche anschmiegt und einen imponierenden, durchaus würdigen Eindruck macht. Mitten im Ort gelegen, hat das Denkmal doch auch wieder im Schatten der Kirchhofslinden einen ruhigen Standort gefunden. Die vier Säulenwände sind mit braunen Tonplatten belegt. Die Platten der einen Seite tragen die Inschrift: 1914 - 1918. Unseren gefallenen Söhnen die dankbare Gemeinde Rellingen. Auf den Platten der anderen drei Seiten sind die Namen der hundert Gefallenen aus unserem Ort eingebrannt.  Nachdem die Gemeindevertretung und die Vereine mit ihren Fahnen sich um zwei Uhr beim Hause des Gemeindevorstehers versammelt hatten, marschierten sie unter Glockengeläut und Orgelspiel auf den Kirchplatz zum Denkmal. Ein vom Gesangverein vorgetragenes Grablied eröffnete die Feier. Sodann hielt Herr Pastor Kähler die Weiherede, und danach wurde das Denkmal von der Denkmals-Kommission dem Gemeindevorsteher als dem Vertreter der Gemeinde Rellingen übergeben. Es folgte noch eine Ansprache des Herrn Landrats und dann wurden von der Gemeindevertretung und den Vereinen prächtige Ehrenkränze auf die Stufen des Sockels niedergelegt. Ein Lied des Gesangvereins und Orgelspiel schlossen die eindrucksvolle Feier. Auch von den Einwohnern Rellingens und den Angehörigen der Gefallenen, die zahlreich an der Feier teilnahmen, wurde das Denkmal noch mit Kränzen und Blumen geschmückt.

Pinneberger Tageblatt, Montag, den 28. Mai 1923


Zitiert von der Website Rellingen-Allerlei von Reinhold Miller

www.rellingen-allerlei.de

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Der Architekt Hermann Höger

Der Architekt Hermann Höger, geboren am 15. Januar 1882 in Bekenreihe bei Elmshorn, gestorben am 13. Juli 1950 in Hamburg, gilt als einer der Vertreter des norddeutschen Backsteinexpressionismus.

Höger war eines von sechs Kindern eines Kleinbauern, der eine Zimmerei betrieb. Zwei seiner Brüder ergriffen ebenfalls Berufe des Bauhandwerks. Sein viereinhalb Jahre älterer Bruder Fritz (1877−1949) war ebenfalls als Architekt in Hamburg tätig und wurde durch die Errichtung des Chilehauses bekannt. Fritz Höger förderte die Ausbildung seines Bruders an der Baugewerkschule und nahm ihn von 1910 bis 1912 in seinem Büro auf, wo er weiter ausgebildet wurde.

Während seines Studiums wohnte Höger bei seiner Schwester Maria in Rellingen, die mit einem Zimmermann verheiratet war. Seine Ehefrau Emmi, früh verstorben, ist auf dem Friedhof Rellingen beigesetzt. Eines seiner frühen Werke ist die Klinkerstele des Kriegerdenkmals an der Rellinger Kirche, das 1923 eingeweiht wurde, und deren baukeramischen Schmuck der Bildhauer Ludwig Kunstmann gestaltete, mit dem Höger mehrfach zusammenarbeitete.

Höger wurde in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen, der seinem Bruder Fritz die Aufnahme verweigert hatte.

Konstanty Gutschow, der offizielle »Architekt für die Neugestaltung der Hansestadt Hamburg«, der künftigen »Führerstadt« in der Zeit des Nationalsozialismus, betraute Höger nach Ausbruch des 2. Weltkriegs mit Planungsaufgaben.

nach Wikipedia, abgerufen am 11. Mai 2018

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Der Bildhauer Ludwig Kunstmann

Ludwig Kunstmann, geboren am 9. Dezember 1877 in Regensburg, gestorben am 27. März 1961 in Hamburg, war ein deutscher Bildhauer, ein Gestalter in Klinker und Keramik.

Er machte von 1890 bis 1894 eine Lehre zum Holz- und Steinbildhauer in Regensburg und studierte an der Kunstakademie Stuttgart. Nach ausführlichen Studienreisen durch Deutschland und Nordeuropa siedelte er sich 1910 in Hamburg an. Dort wurde er in den 1920er Jahren zu einem der erfolgreichsten Künstler, was eine Vielzahl von Bauplastiken zeigt. Kunstmann zählte 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession, trat aber bereits 1920 nach internen Streitigkeiten zusammen mit weiteren Kollegen wieder aus. Er war zudem Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832.

nach Wikipedia, abgerufen am 11. Mai 2018

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Die Erweiterung

Sie wurde vom Pinneberger Architekten Meier entworfen und am Volkstrauertag, den 19. November 1967 eingeweiht.

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Das Denkmal ist eine leicht gebogene Mauer, 60 cm hoch und 5 Meter lang. Die Mauer steht hinter der Denkmalssäule für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs und dient ohne weiteren Schmuck als Trägerin der Inschrift. Der Denkmalsplatz wurde gepflastert und an der abschüssigen Seite mit drei langen flachen Stufen versehen. Der gesamte Kostenaufwand betrug 50 482,94 DM, er wurde aus den Haushaltsmitteln der Gemeinde Rellingen getragen.

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Die Widmung ist mit Bronzelettern angebracht worden und lautet:

Denen die starben + 1939 - 1945 + davor und danach
Gott ist unser Friede

Architekt Meier hatte am 1. November 1963 dem fünfköpfigen »Ausschuß für die Errichtung eines Ehrenmals« seine Vorstellungen dargelegt. Er ging davon aus, dass ein Denkmal über die Jahre 1939-45 auch den Zeitraum von 1933-39 berücksichtigen müsse. Als ergänzende Beschriftung hatte er vorgeschlagen: »Es ist weiter an eine Gedenkplatte oder ähnliches mit den Worten ›Denkt daran‹ gedacht. Auch sollen die historischen Ereignisse durch Nennung der geographischen Bezeichnungen festgehalten und ein oder einige Konzentrationslager stellvertretend für die vielen genannt werden.«

In den folgenden Beratungen wurde Meiers Position von der SPD-Fraktion vertreten. In der Gemeinderatssitzung am 15. Mai 1964 konnte sich der Antrag durchsetzen.

Nun kommt es zu einem Bruch in der Planung: Auf der Sitzung der Kirchengemeinde am 1. März 1965 heißt es: »Folgende Beschriftung soll angebracht werden:

Denen, die starben
davor 1933-1945 danach
Gott ist unser Friede

Gemeinderatsmitglied Ehlers (FDP) hatte argumentiert: »Die Angehörigen der in der Gefangenschaft nach 1945 umgekommenen deutschen Soldaten würden es nicht verstehen, wenn in Rellingen dieser Opfer nicht gedacht würde. Das gleiche träfe für die vielen Menschen zu, die bei der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten und bei der Flucht aus Mitteldeutschland den Tod gefunden haben.«

Die Intention der ersten Vorschläge von Architekt Meier wurden geradezu ins Gegenteil verkehrt. Sein Inschriftenentwurf enthielt den Appell, nicht zu vergessen, sondern sich ausdrücklich an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft zu erinnern – an die unterschiedlichen Kriegsopfer in gleicher Weise. Nun wurde nicht an die überlebenden Opfer, nicht an die Täter, nicht an die Ereignisse, sondern nur an den Tod allgemein erinnert. Jedes konkrete Leid wurde aufgehoben in eine vage Erlösungsformel. Sie machte es möglich, die Botschaft des Denkmals mit wunschgemäßen Inhalten zu füllen.

Als Beispiel sei hier aus der Rede von Bürgervorsteher Otto Stummer (CDU) zitiert, sie ist in der Akte »Ehrenmal« der Kirchengemeinde dokumentiert:

»Wir denken an die Männer des Heeres, der Luftwaffe, der Marine, der Waffen-SS – der angeschlossenen Verbände und des Wehrmachtsgefolges, die in treuester Pflichterfüllung und im festen Glauben an Recht und Gesetz gefallen sind.

Eingeschlossen in das Gedenken seien die Opfer furchtbarer Bombennächte und die in Gefangenschaft leidvoll Verstorbenen. Das Denkmal soll ehren die Menschen, die vor, in und nach dem Kriege aus innerer Überzeugung gegen den Strom der Macht standen und schwerste Opfer an Leib und Leben erduldeten. Unerheblich das warum und wieso, unwichtig, ob richtig oder nicht. Tiefes Mitgefühl für die Opfer von damals verpflichtet uns.

Es soll mahnen an die Opfer der Flüchtlingsströme, Frauen, Kinder, Greise, jene wahrhaft unschuldigen Menschen, denen das letzte Inferno des Krieges nicht nur Heimat, Hab und Gut, sondern auch das Leben qualvoll abverlangte, manchmal noch zu einer Zeit, als bereits die Waffen schwiegen, als die Mächtigen der Stunde vom Frieden säuselten, aber Berge von Hass und Rache duldeten.«


All diese Informationen verdanken wir Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit aus dem Jahr 1987: »Denkmäler für Soldaten und andere Kriegsopfer seit dem Ersten Weltkrieg im Kreis Pinneberg«. Lesen Sie hier den gesamten Text zur Denkmalserweiterung in Rellingen.

 

Claudia Eisert-Hilbert, Kriegerdenkmal Rellingen


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Die Rellinger kirche

Die evangelisch-lutherische Kirche in der Ortsmitte von Rellingen ist einer der bedeutsamsten Barockbauten des Landes Schleswig-Holstein. Die Kirche wird außerhalb der Gottesdienste regelmäßig für Konzerte und ähnliche Veranstaltungen genutzt.

Rellingen wurde wahrscheinlich im 9. Jahrhundert christianisiert. Es gibt jedoch keine Quellen darüber, so dass man nur vermuten kann, dass in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts die romanische Feldsteinkirche errichtet wurde, von der noch Reste am Rundturm zu erkennen sind. Dieses Gotteshaus wurde zwar 1584 durch einen südlichen Anbau erweitert, während der Jahrhunderte jedoch zu klein und baufällig, außerdem durch das Unwetter vom 14. Februar 1648 beschädigt und anschließend nur notdürftig wiederhergestellt. Im 18. Jahrhundert ordnete Friedrich V. von Dänemark, der zu dieser Zeit Landesherr von Holstein war, einen Neubau für das Rellinger Kirchspiel an.

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1754 wurde die alte Kirche abgetragen und bis 1756 der Neubau unter Einbeziehung des Turmes errichtet. Als Architekt für die neue Kirche war der holsteinische Architekt Cay Dose verpflichtet worden. Dose war einer der führenden Baukünstler des Barock in der Region und hatte einige Jahre zuvor die Hauptkirche St. Trinitatis in Altona und die Kirche in Brande-Hörnerkirchen entworfen.

Mehr über die Geschichte der Kirche können Sie auf der Website lesen:

www.rellinger-kirche.de

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