TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes aufgebaut oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauertag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldokumentation von 

Ahrensburg und Ammersbek

öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«.

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.

 


I N H A L T
Das Denkmal
Aus dem Stadtarchiv
Die Einweihung
Die Geschichte
Die Geschichte in Bildern
Historische Postkarten
Am 27. November 2017

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Pinneberg

Zwischen Christuskirche und Bahnhof

Am Rande eines kleinen Gehölzes führt eine breite, 4-stufige Treppe zu einer übergroßen, aus hellen Sandsteinen errichteten Stele mit einem nach oben gerichteten bronzenen Schwert und einem Reichsadler auf einen Ehrenkranz mit Eisernem Kreuz. Die Inschriften an der Stele sind in den Stein graviert, an der Mauer als Relief herausgearbeitet worden.

SH Pinneberg ganz


Am Fuß der Stele:
 1914-1918

Inschrift an der Seite:

In unwandelbarer / Treue zum Vaterland / in der Hoffnung / auf den Sieg liessen / =312= Helden dieser / Stadt ihr teures Leben / auf dem Felde der Ehre

SH Pinneberg Inschrift


● Links an der Mauer:

Die Heimat / ruft ihre Kriegsgefangenen / und Vermissten

SH Pinneberg Tafel


Eine kleine Signatur weist auf das Entstehungsjahr 1934 hin.

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Aus dem Stadtarchiv

Ursprünglich handelt es sich hier um ein Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Mit der Errichtung hat sich der Magistrat bereits seit 1926 beschäftigt. »Der Stadt Pinneberg mangelt es noch an einer Kriegerehrung für die im Weltkriege Gefallenen.«

In dem von Bürgermeister Backhaus 1933 einberufenen Denkmals- ausschuss saßen Vertreter verschiedener Nazi-Organisationen, darunter z.B. Architekt Klaus Groth. Von der Stadt (neben dem Bürgermeister) der Stadtbaumeister Hansen und als Protokollführer der spätere Bürgermeister, Verwaltungs-Oberinspektor Glissmann.

Die Kosten für die Errichtung des Ehrenmals in Höhe von RM 12.000 wurden in voller Höhe aus Spenden (von Parteiorganisationen, von Firmen sowie Kleinstbeträge von Privatpersonen) bestritten. Die Spendenlisten sind hier leider nicht vorhanden. Da aber 1000 Ehrenurkunden gedruckt wurden um den einzelnen Spendern zu danken, werden es nicht wenige gewesen sein.

Der Anordnung des Reichsinnenministeriums von 1942, die Metallteile (Adler und Schwert) des Denkmals »zur Verstärkung der Metallreserve« abzuliefern, ist die Stadt bis Kriegsende nicht nachgekommen. Es wurde Zeit geschunden mit der Begründung des Arbeitskräftemangels und mit der Schwierigkeit ein so großes Gerüst zu errichten.

Im Rahmen der Entnazifizierung wurde 1945 das Hakenkreuz unter dem Adler durch ein eisernes Kreuz ersetzt. Genehmigung der britischen Militärregierung (Major W. Brook).

Der Hauptausschuss beschließt am 03.10.1949: »Das Denkmal soll vor Verfall geschützt werden.«

1952 beschloss der Magistrat eine Gedenktafel für Kriegsgefangene anzubringen und dauerhaft mit Grün zu schmücken und zu beleuchten.

Alljährliche Kranzniederlegungen am Volkstrauertag bis heute.

Wie auch andere noch heute vorhandene und genutzte Anlagen, wie
z. B. Bahnhofsplatz, Rosengarten, Sportanlagen, und Freibad, haben die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren auch das Kriegerehrenmal am Bahnhof im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen errichten lassen.

Die Planungen der meisten Projekte reichen jedoch zurück in die Zeit der Weimarer Republik und wurden dann von den Nazis vereinnahmt.

Wir danken Martin Ramcke vom Stadtarchiv Pinneberg für diese Zusammenfassung.

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Die Einweihung

Am 1. Juli 1934 wurde das Ehrenmal mit großem Pomp eingeweiht. Zunächst hielt Pastor Fölster in der Christuskirche die Festpredigt. Daran nahmen die Wehrverbände geschlossen teil. Dann folgte der Abmarsch zum Adolf-Hitler-Platz, dem heutigen Bahnhofsplatz, wo Oberkonsistorialrat Pg. Peperkorn aus Kiel die Weiherede hielt, es folgte eine Ansprache von Bürgermeister Backhaus.

• Text und Foto stammen aus »Pinneberg zur Zeit des National- sozialismus« von Johannes Seifert, herausgegeben von der VHS-Geschichtswerkstatt Pinneberg. Wir danken Rudi Ahrendt für's Einscannen.

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● 1934: Bürgermeister Backhaus weiht das Ehrenmal am Bahnhof ein.

»Pinneberg zur Zeit des Nationalsozialismus« S.154 - 157


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Die geschichte

Das Kapitel Pinneberg aus Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit (1987): »Denkmäler für Soldaten und andere Kriegsopfer seit dem Ersten Weltkrieg im Kreis Pinneberg« können Sie hier lesen. Unser Dank gilt der Verfasserin.

Examensarbeit Eisert-Hilbert


Siehe auch folgende Website:

www.spurensuche-kreis-pinneberg.de


Anfang 2017 gründete sich in Pinneberg eine Initiative, die das Kriegerdenkmal in eine kritische Erinnerungsstätte umwandeln möchte. Mehr Informationen dazu auf dieser Website unter Initiativen.

Das Nazi-Denkmal in Pinneberg

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Die geschichte In Bildern

Ein Foto vom 31. August 1941 zeigt, wie das Denkmal in der Zeit des Nationalsozialismus genutzt wurde.

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Das Foto gehört Frau Lily Westphal, 91 Jahre, aus Rellingen.
Vielen Dank an Achim Diekmann für’s Einscannen.


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Ein Spendenquittungsblatt mit einer Skizze des gewünschten Denkmals, unterschrieben von Bürgermeister Backhaus, der den Denkmalsausschuss einberufen und später das Denkmal auch eingeweiht hat.

 

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Das Modell für das Bauwerk mit Eichenzweigen. Stadtbaumeister Hansen hatte sich wohl »Deutsche Eichen« als Hintergrund gewünscht.

 

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1934: Das offizielle Foto nach der Fertigstellung. Der Adler sitzt auf einem Kranz mit Hakenkreuz.

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1952 beschloß der Magistrat die Gedenktafel Kriegsgefangene anzubringen. Die Inschrift lautet:

Die Heimat ruft ihre Kriegsgefangenen und Vermissten

Ausserdem sollte das Denkmal beleuchtet und dauerhaft mit Grün geschmückt werden.

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Ein Foto, vermutlich 1956, ohne die gewünschten hohen Bäume, aber jetzt mit Eisernem Kreuz im Kranz.

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Volkstrauertag im Jahr 1958

Alle Fotos stammen aus dem Stadtarchiv Pinneberg. Vielen Dank an Jochen Hilbert für den Besuch dort.

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Historische Postkarten

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... und da ist der Adler ab! Wird das Hakenkreuz gerade durch das Eiserne Kreuz ersetzt?

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Am 27. November 2017

Das Kriegerdenkmal wird neuerdings angestrahlt. Die im Dunkeln sonst unsichtbare Schrift mit der Heldenverehrung, das Schwert, der Adler sind jetzt schon von weitem sichtbar.

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Der Stadtverwaltung ist seit einem Jahr bekannt, dass es eine Initiative gibt, die das Kriegerkultmal zum Mahnmal machen möchte. Seit Juli gibt es einen mehrheitlichen Beschluss der Ratsversammlung in diese Richtung. Und nun dies!

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I N H A L T
Der Soldat
Die Rachefaust
»Der ideale Soldat«
Die Denkmalstätte
Das Kreuz auf der Bieberhöhe
Der frühere Standort des Soldaten
Der Bildhauer Bernhard Butzke
Die Geschichte der Denkmalstätte
Die Opfer mahnen
Die Initiative 
Der Gedenkstein auf dem Schulhof des Gymnasiums Schloß Plön

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Kreisstadt Plön

In der Prinzenstraße, schräg gegenüber
vom Gymnasium Schloß Plön

Auf einem hohen Sockel steht die Skulptur eines Soldaten. Dieses Denkmal ist den getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs gewidmet. Der Berliner Kunstschmied und Bildhauer Bernhard Butzke (1876 - 1952) hat es 1925 geschaffen.

 

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In einer gepflegten Anlage mit Kiesflächen, Bank und geschnittenen Hecken führen drei Stufen zum Monument.

 

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Der Soldat steht dort in voller Kriegsausrüstung, die linke Hand greift ans Herz, die rechte ist zur Faust geballt. Vorn auf dem Felsblock zwischen seinen Beinen ist ein Fächer aus drei Eichenblättern im Relief herausgearbeitet.

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Auf dem Sockel die Jahreszahlen des 1. Weltkriegs

1914-1918

darunter ein Eisernes Kreuz als Symbol für die Anerkennung der »Vaterlandstreue« der Soldaten. Ihr Tod im Krieg wurde als Beweis dafür gedeutet.

 

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Zu Stiefeln und Stahlhelm trägt der Krieger eine ungewöhnliche Uniform, sie läßt Muskeln und Kniescheiben durchscheinen (siehe auch die Rückenansicht). Diese Darstellung ähnelt dem Erscheinungsbild eines antiken nackten Helden.

 

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Detailgetreu werden zwei Stabhandgranaten, eine Pistole im Holster, Kurzschwert, Schlagstock und Axt als das Waffenarsenal des Kriegers wiedergegeben.

 

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Am schmalen Koppel hängen im Rücken noch Tasche und Trinkflasche. Die geballte rechte Faust ist hier gut zu sehen (siehe Text weiter unten).

 

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Hier der oben angekündigte Blick auf die Rückenmuskeln des »Helden«.

 

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Die Signatur des Berliner Bildhauers Bernhard Butzke und das Entstehungsjahr 1925.

 

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Die Rachefaust

Auf den Krieg einstimmen, den nächsten Krieg androhen sollte in deutschen Kriegs- wie Nachkriegszeiten bis 1945 die männliche Faust.

»Nicht Schmerz allein künden die starren Züge, da ist noch etwas anderes, da ist mehr als Leiden und Trauer, da ist finstere, aber heilig-feste Entschlossenheit, und die Faust, die sich dort auf dem Schenkel ballt, sie spricht vom stolzen Willen, durchzuhalten, bis dies Herz wieder frei, die Schultern stark geworden sind, um die Bergeslast, die ein hartes Schicksal darüber getürmt hat, in gewaltigem Schwung abzuwälzen.«
Festschrift »Die Denkmals-Einweihung«, Berlin 1924

»Das ist der 82er, der schon den Schmerz, den Groll und den Zorn der unverdienten und unerwarteten Niederlage in sich trägt – die helmbeschatteten Augen, das hagere Gesicht, sie reden deutlich davon – und dem trotz allem oder gerade darum ein unbezwingliches Dennoch auf den trotzigen Lippen liegt, tatengewillt bekräftigt durch die zur Faust geballte Linke.«
Denkmalseinweihung in Göttingen, 23. August 1925

»Die linke Hand umkrampft das bei Fuß gehaltene Gewehr, die rechte hängt geballt herab [...] Der fest geschlossene Mund gräbt zugleich Schmerz und Trauer und unbeugsamen Willen in das hagere Antlitz. Unter dem Stahlhelm hervor blicken Augen voll Sehnsucht und Erwartung auf ein fernes Ziel. Das Standbild ist Symbol des geschlagenen, aber nicht besiegten Volkes, das einer größeren Zukunft entgegenharrt.«
Bergisch-Märkische Zeitung, 1. Juni 1931

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Der »Held mit der geballten Faust« gehört zum Typus des damals gängigen »trotzigen Kriegers«, der durch diese Geste [...] den Über- und Nachlebenden die gemeinsam gefühlte Wut anzeigte.

Die Texte und Zitate zur »Rachefaust« sind Loretana de Liberos Buch »Rache und Triumph«, Verlag: de Gruyter Oldenbourg entnommen.

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»Der ideale Soldat«

1930 beschreibt der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg im »Mythus des 20. Jahrhunderts – Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit« das typische Gesicht des idealen Soldaten so:

»In allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands sehen wir hier bereits die Ansätze dazu. Die Gesichter, die unterm Stahlhelm auf den Kriegerdenkmälern hervorschauen, sie haben fast überall eine mystisch zu nennende Ähnlichkeit. Eine steile durchfurchte Stirn, eine starke gerade Nase mit kantigem Gerüst, ein festgeschlossener schmaler Mund mit der tiefen Spalte eines angespannten Willens. Die weitgeöffneten Augen blicken geradeaus vor sich hin. Bewußt in die Ferne, in die Ewigkeit. Diese willenhafte Männlichkeit des Frontsoldaten unterscheidet sich merklich vom Schönheitsideal früherer Zeiten: die innere Kraft ist noch deutlicher geworden als zur Zeit der Renaissance und des Barock. Diese neue Schönheit ist aber auch ein arteigenes Schönheitsbild des deutschen Arbeiters, des heutigen ringenden Deutschen schlechtweg.«

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Die Denkmalsstätte

Der Soldat ist Teil einer großen Denkmalsstätte. Oben auf dem ca. 60 Meter hohen Berg, der Bieberhöhe, steht ein weithin sichtbares acht Meter hohes Kreuz aus Eichenholz.

 

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Von der Prinzenstraße aus betritt man ein großzügig angelegtes Areal mit Kiesvorplatz, der von einer halbhohen Feldsteinmauer umgeben ist.

 

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Dahinter, am Fuß des Berges, geht man über zwei breite Stufen auf eine Feldsteinmauer zu. Umgeben ist sie an drei Seiten von einer halbhohen Feldsteinmauer auf die 14 eckige Säulen gemauert wurden. Eine hölzerne Pergola verbindet die Säulen. 19 schmiedeeiserne Kranzhalter sind an Mauer und Säulen befestigt, einer fehlt.

 

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An der Mauer in schmiedeeisernen Buchstaben:

Die Opfer mahnen

Welche Opfer sind damit gemeint: die deutschen und nichtdeutschen Soldaten, zivile Opfer in Deutschland und in anderen Ländern, die in den Konzentrationslagern Ermordeten, die Zwangsarbeiter, die Opfer der Euthanasiemorde? Das erfährt man nicht.

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In der Bildmitte ist das Gebäude des Gymnasiums Schloß Plön zu sehen, neben dem großen Denkmalsplatz sind die Fahrradständer der Schule aufgebaut.

Den Gedenkstein auf dem Schulhof beschreiben wir weiter unten.

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Das Kreuz auf der Bieberhöhe

Das sogenannte »Kreuz des Ostens« ist ca. 8 Meter groß, fünf Eichen mussten dafür gefällt werden. Die Firma Kreutzfeld aus Ascheberg schnitt diese gewaltigen Bäume zu. Die Eisenbänder für das Kreuz wurden vom Schmiedemeister Kruse gefertigt.

Der Abbund durch Eisen und die Aufstellung erfolge durch Zimmermeister Holst. Für das Fundament mussten 8 Kubikmeter Beton in der Prinzenstraße gemischt, und den 22 Meter hohen Hang hinaufbefördert werden. Die obere Plattform der Bieberhöhe mit dem Kreuz wurde am 11. Mai 1954 zur Benutzung freigegeben.

 

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www.bieberhoehe.de

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Der frühere Standort
des Soldaten

Das Kriegerdenkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs wurde 1925 an der Nikolaikirche am Markt eingeweiht. Nach 1955 wurde der Soldat an seinen jetzigen Standort an der Prinzenstraße in der Plöner Neustadt gebracht.

 
SH Ploen historisch web

     SH Ploen Soldat frueher web

 

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Der Bildhauer Bernhard Butzke

Bernhard Johannes Karl Butzke, geboren am 20. Mai 1876 in Berlin, gestorben 1952 in Berlin, war ein Berliner Kunstschmied und Bildhauer.

Bernhard Butzke lernte bei KPM Berlin, war anschließend Schüler an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin und von 1893 bis 1900 bei KPM Berlin als Modelleur fest angestellt. 1922-23 war er für die Schwarzburger Werkstätten und als freier Bildhauer in Berlin tätig.

Butzke ist besonders für seine Darstellungen von Rehen und anderen Tieren bekannt.

Ebenfalls von ihm ist der 1922 aus Muschelkalk gefertigte Gänselieselbrunnen vor dem Rathaus. Er ist das Wahrzeichen von Plön. Gestiftet wurde er von den Brüdern Müller, die auswärts ein Vermögen gemacht hatten und ihrer Heimatstadt den Brunnen schenkten.

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Die Geschichte der
Denkmalsstätte

Nach dem 2. Weltkrieg wollte man für die vielen Opfer ein Mahnmal errichten. Auch die Verbände der Vertriebenen wünschten ein Mahnmal für die verloren gegangenen deutschen Ostgebiete. In der Plöner Stadtverordnetenversammlung lagen bereits einige Anträge vor – nur das Stadtsäckel war leer. Viele Stadtverordnete setzten sich für diesen Plan ein. Besonders seien dabei Karl Schröder Sen. (Schilderfabrik) und Herr Tepper (damals Meister im Eissegeln) beide aus den deutschen Ostgebieten stammend, erwähnt. Der Stadtarchitekt Schwindt wurde mit dem Projekt beauftragt.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in unentgeltlicher Gemeinschaftsarbeit mitzuwirken. Ein Beispiel enormer Loyalität der Bürger zu der Zeit.

Am 1. Juni 1951 wurde mit den Rodungsarbeiten begonnen, obwohl der Bauantrag der Stadt Plön erst am 10. August genehmigt wurde. Alle arbeiteten unentgeltlich. Das Material für den Bau stammte aus Spenden.

Der Bauhof sammelte Feldsteine aus den Kiesgruben. Herr Emil Maas, der beim Bauhof beschäftigt war, schlug die Steine auf Maß und führte auch alle Maurerarbeiten aus. Die Planierarbeiten bis zum Gipfel, sowie die Auffüllung der Mutterböden, wurden von freiwilligen Helfern ausgeführt. Vereine, Verbände, die Kirchengemeinde, Freiwillige Feuerwehr und Behörden stellten »Arbeitskommandos« zusammen. Jeden Tag waren auch zwanzig Schüler des Gymnasiums, der Real- oder der Volksschule zum Helfen da. Jeden Abend ab 17 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit wurde gearbeitet.

Die am Mahnmal befindliche Schrift wurde vom Schmiedemeister Kruse gefertigt. Die Zimmererarbeiten der Pergola hat der Modelltischler Alfons Kantowski ausgeführt. Die Anpflanzungsfläche des Hanges war in Dreiecken an Landesmannschaften, Verbände und Vereine aufgeteilt, die auf eigene Kosten die Stauden kauften. Die Bepflanzungen wurden vom Gärtnermeister Kantel und dem Stadtgärtner Walter Henck ausgeführt.

Nach vierjähriger Gemeinschaftsarbeit, Baubeginn war am 1.Juli 1951, konnte am 1. November 1955, es war Volkstrauertag, diese Gedenkstätte eingeweiht werden.

www.bieberhoehe.de

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Die Opfer mahnen

»Es ist nicht wahr, dass die Opfer mahnen, bezeugen, Zeugenschaft für etwas ablegen, das ist eine der furchtbarsten und gedankenlosesten, schwächsten Poetisierungen (...) Auf das Opfer darf sich keiner berufen. Es ist Missbrauch.

Kein Land und keine Gruppe, keine Idee, darf sich auf ihre Toten berufen.«

Ingeborg Bachmann, Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar

Dieses Zitat steht auf einer Tafel zum Kriegerdenkmal in Neustadt in Holstein.

Neustadt in Holstein

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Die Initiative

Auf ihrer Website berichtet die Initiative »Bieberhöhe« aus Plön von ihrem Anliegen: »Bürgerengagement ist das Gebot der Stunde, denn es sollte von allgemeinem Interesse sein, einem weiteren Verfall unserer Infrastruktur entgegen zu wirken.«

SH Ploen Treppe web


www.bieberhoehe.de 

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Der Gedenkstein auf dem Schulhof des Gymnasiums Schloß Plön

Bei Kriegsausbruch im August 1914 kam es am Kaiserin-Auguste- Victoria-Gymnasium in Plön wie überall in Deutschland zu einer Welle von freiwilligen Meldungen von Schülern der oberen Klassen zum Kriegseinsatz.

Der Gedenkstein auf dem Schulhof des Gymnasiums Schloß Plön ist den toten Soldaten, Schülern und Lehrern der Schule gewidmet. Der Stein ist beidseitig beschriftet, es werden 92 Namen aufgezählt.

Auf der Vorderseite steht über den Namen:
Dulce et decorum est pro patria mori
(Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben, nach Horaz)
Es starben den Heldentod im grossen Krieg
1914 – 1918

Auf der Rückseite steht unter den Namen:
Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultur
(Möge einst aus unseren Gebeinen ein Rächer erstehen, ein Vers aus Virgils »Aeneis«)

Siehe auch das Denkmal in Altenkirchen auf Rügen


Auf dem blaugrauen flachen Findling am Fuß des großen Steins steht:
Unseren ehemaligen Schulkameraden
den Gefallenen und Vermißten
des 2. Weltkriegs zum Gedenken

Bereits 1919 wurde vom Direktor ein Fonds zur Finanzierung eines Gefallenendenkmals auf dem Schulhof aufgelegt. [...] Der Direktor sah sich offenbar in der Verantwortung, nun, nach der niederschmetternden Niederlage, erst recht Orientierung zu geben und Sinn zu stiften. Die Inschriften des Gedenksteins geben einen ersten Hinweis auf die inhaltliche Richtung dieser Orientierung. Die Auswahl wird Direktor Petersen zugeschrieben.

Diese Zitate haben nach dem 2. Weltkrieg scharfe Kritik in der Schülerschaft des Gymnasiums hervorgerufen.

 

     SH Ploen Schulhof Stein web


Dies ist ein Foto von 2003 nach der Wiederherstellung der Schrift. Die Restaurierung erfolgte auf Initiative und mit dem finanziellen Engagement von Dr. Walter Kähler aus Stade. Er war in den 1940er und 1950er Jahren selber Schüler der damaligen Internatsoberschule.

Artikel Kieler Nachrichten vom 15. August 2013

 

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Foto: Der Scheinwerfer

Lorbeerkränze für die im 1. Weltkriegs getöteten Mitschüler in der Aula des Gymnasiums. Der erste Lorbeerkranz mit schwarz-weiß-roter Schleife wurde allerdings für Oberlehrer Winkler angebracht, der bereits am 15. September 1914 »an der Spitze seiner Kompanie [...] den Heldentod« gestorben sei, wie Direktor Petersen berichten musste. Die Schleifen und Inschriften hingen dort, bis sie im Mai 1945, kurz nach Kriegsende, durch ein Feuer zerstört wurden.

 

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Bild: Kreisarchiv Plön, D 32 1.1

Titelseite des Programmheftes zur Denkmalsweihe für die im 1. Weltkrieg getöteten Schüler und Lehrer am 12. August 1920. Der Text am unteren Rand lautet: »Wohl wiegt das eine vieles auf, Allvater sieht darauf: Das ist für unsres Vaterlandes Not der Heldentod.«

Direktor Petersen in seiner Rede: »Wenn die Jugend, und ich weiß, sie wird es, eine empfängliche Seele für diese geheimnisvolle aber gewiß unleugbare Macht der Toten hat, dann wird das deutsche Volk auch aus den Tiefen der Not wieder hinaufgeführt werden zu sonnigen Höhen; dann ist der Tod der Helden auch in diesem Sinne nicht umsonst gewesen, ja sie sind dann nicht gestorben, sie leben und wirken.«

In regelmäßigen Abständen bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg hinein trafen sich fortan die Ehemaligen am »Denkstein« auf dem Schulhof, um der Helden/Opfer zu gedenken. Überliefert ist die Gedenkrede vom 17. August 1924, gehalten von Pastor Heinrich Prieß: »Wenn aber neben der schmerzvollen Klage um sie [die Opfer], wir auch immer gedenken mußten der unendlichen Schmach, die unsere endlich triumphierenden Feinde unserm, durch eigene Schuld wehrlos gemachten, am Boden liegenden, geschändeten und geknechteten Vaterlande höhnend zufügten, so glüht doch zugleich in uns allen auch die unerschütterliche Hoffnung, das felsenfeste Vertrauen, daß einst ein Tag kommen werde, – so steht es vor unseren Augen ja auch tief eingegraben in diesen Stein – an dem wir in neuer Kraft die große Schmach wieder von uns abschütteln, und dann das liebe deutsche Vaterland wieder in neuer Kraft und Herrlichkeit aufblühen werde! [ ... ] Und ist dann die Schlacht siegreich geschlagen, dann werden – glückselig, wer das noch miterlebt – die Schüler, alte und junge, am wieder erstandenen Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium hier in das festliche geschmückte Plön unter Glockengeläute mit fliegenden Fahnen einziehen, hin zu diesem Stein, hier sie senken und Siegeskränze niederlegen mit dem Jubelruf: Du Lenker der Schlachten, warst mit uns, der Sieg ist dein. Dein Name sei gelobt. O Herr, mach uns frei!«

 

SH Ploen Schulhof Internat web

Das Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium in Plön um 1925. Am rechten Bildrand vor dem Wäldchen am Ufer des Kleinen Plöner Sees ist der 1920 errichtete Gedenkstein für die getöteten Soldaten des 1. Weltkrieges erkennbar.

 

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Foto: Der Scheinwerfer

Am 8. Mai 1985 gab es in der Schülerschaft eine lebhafte Kontroverse über den Umgang mit dem Gedenkstein. Während eine Gruppe mit einer symbolhaften Verhüllung des Steins mit einem schwarzen Tuch ihre kritische Haltung den Sinnsprüchen gegenüber zum Ausdruck brachte, pflanzte eine Gegenpartei Stiefmütterchen und legte einen Kranz nieder, um der Opfer der Kriege zu gedenken.

• Karsten Dölger, früher Oberstudienrat am Gymnasium Schloß Plön, hat für das »Jahrbuch für Heimatkunde im Kreis Plön« Bd. 44 (2014), S. 7 - 36 den Beitrag »Das Kaiser-Auguste-Victoria-Gymnasium in Plön und der erste Weltkrieg« geschrieben. Er bietet Einblicke in die pädagogische Vorbereitung der Schüler auf kriegerische Auseinandersetzungen, die Wahrnehmung der Kriegsereignisse und die Verarbeitung der Niederlage an der »Heimatfront« Plön. Die Fotos und Texte zum Gedenkstein wurden dieser Publikation entnommen. Vielen Dank dafür!

Jahrbuch Bd. 44, S. 7 - 36

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I N H A L T
Das Denkmal zum 1. Weltkrieg
Die Preetzer Schützengilde
Das Denkmal zum 2. Weltkrieg
Historische Postkarten
Der Bürgerpark »Wehrberg«

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Preetz, Kreis Plön

Auf dem zentralen Aussichtspunkt im Bürgerpark »Wehrberg«

In der Mitte der Denkmalsanlage für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs steht ein großer natürlich kantiger Stein, der an seiner abgeflachten Frontseite die Widmung trägt. Er ist in einem gemauerten Rund aufgerichtet worden, die freigebliebene Fläche darin ist mit Blumen und losen Steinen aufgefüllt worden.

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Auf der Mauer sind in Sichtrichtung auf den Lanker See (siehe weiter unten) Holzplanken als Sitzmöglichkeit montiert worden. Das Rund ist ebenso wie die acht den Denkmalstein umgebenden Säulen mit bunten grob behauenen Natursteinen aufgemauert worden. Die Säulen mit quadratischer Grundfläche haben am Fuß eine überragende Steinschicht, sie tragen Holzstaketen, die ein Achteck ergeben. An den Säulen sind Rankgewächse angepflanzt worden. Das Ganze ist von rund verlegten Katzenkopfsteinen umgeben, innerer Ring ein Stein breit, äusserer Ring drei Steine breit.

 

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Die Widmung ist erhaben herausgearbeitet worden, sie lautet:

1914 – 1918
Ihren gefallenen Helden
Die Stadt Preetz

Die häufigste Bezeichnung für die toten Soldaten auf Kriegerdenkmälern ist das Wort »Helden«. Dieser Begriff macht die toten Soldaten zu Vorbildern. Er passt zur Symbolik vom Eisernem Kreuz. Obwohl der 1. Weltkrieg so viele Menschenleben forderte und der Krieg verloren wurde, interpretierten die Stifter in den Inschriften fast aller Kriegerdenkmäler den Kriegstod als sinnvoll. Das anonyme Massensterben wurde ignoriert, stattdessen heroisierte man die toten Soldaten und stilisierte ihr Schicksal. Soldaten die lebend aus dem Krieg zurückkehren, werden nicht als »Helden« bezeichnet, sie werden gar nicht erwähnt. So wird mit der Bezeichnung »Held« die besondere militärische Leistung des Soldaten geehrt, die vor allem in seinem Tod besteht.

Gefühle von Trauer werden hier nicht artikuliert, das würde auch nicht zu der Absicht vieler Stifter passen, durch die Kriegerdenkmäler nachfolgende Generationen für den Kriegsdienst zu begeistern.

 

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In die Innenseiten der Säulen sind Namenstafeln aus grauem Stein eingelassen. Die Namen der Soldaten sind nach dem Jahr ihres Todes geordnet, nachgestellt ist je ein Soldat für die Jahre 1919 und 1920. Dann folgen noch die Namen von 15 Vermissten.

 

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An der rechten Seite ist in einem quadratischen Feld im Relief ein Eisernes Kreuz umgeben von zwei Eichenlaubzweigen herausgearbeitet worden. Das Eiserne Kreuz mit Krone, großem »W« für Kaiser Wilhelm II und der Jahreszahl 1914. Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung.

 

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Auf der linken Seite ist in einem runden Feld im Relief ein Stahlhelm umgeben von zwei Eichenlaubzweigen herausgearbeitet worden.

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Die Preetzer Schützengilde

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Ein Kranz der Preetzer Schützengilde und ihr Logo:

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Das Denkmal zum 2. Weltkrieg

Vom Castöhlenweg kommend sieht man vor dem Denkmal einen großen flachen Findling liegen, umgeben von beschnittenen Hecken und Blumen, teilweise im Boden versenkt. Die Hanglage wird mit Steinreihen abgefangen. Die Inschrift lautet:
Allen Opfern des Zweiten Weltkrieges

 

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Auf der anderen Seite sind die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs graviert:
1939 – 1945

Die Säule rechts daneben sieht fast so aus als trüge sie eine Feuerschale. Wir hoffen, dass diese Vermutung falsch ist, zu unangenehm würden wir an die Fackelinszenierungen der Nationalsozialisten erinnert werden.

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Die schöne Aussicht vom Denkmalsplatz auf den Lanker See.

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Historische Postkarten

SH Preetz Karte web

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• Aus dem Jahr 1927

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Der Bürgerpark »Wehrberg«

1885 wurde in Preetz der »Verschönerungsverein« gegründet um »in der Stadt und Umgebung für die Verschönerung und den Schutz der öffentlichen Anlagen durch Baumpflanzungen, Verbesserung von Promenaden und Plätzen etc. Sorge zu tragen.«

Mit Hilfe des Vereins konnte ab 1885 der bis dahin landwirtschaftlich genutzte Wehrberg parkähnlich bepflanzt werden, am höchsten Punkt wurde ein achteckiger Pavillon errichtet. 1918 legte der Lübecker Gartenarchitekt Harry Maasz, geboren am 5. Januar 1880 in Cloppenburg, gestorben am 24. August 1946 in Lübeck, mit seinem Entwurf die Grundlage für das heutige Erscheinungsbild. Auch die Planung des Kriegerdenkmals auf dem zentralen Aussichtspunkt des Wehrbergs geht auf ihn zurück.

Auch die Anlage des Lübecker Ehrenfriedhofs hat Harry Maasz entworfen.

Ehrenfriedhof Lübeck

 

                     SH Preetz Maazs web

• Der Lübecker Gartenarchitekt Harry Maasz (1880 - 1946)

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I N H A L T
Das Denkmal
Pastor Hossenfelder
Eine historische Postkarte

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Ratekau, Kreis Ostholstein

Vor und um die Vicelinkirche herum

Rechts und links vom Zugang in den Kirchhof steht je ein vierstufiger Pfeiler aus bunten behauenen Feldsteinen. Oben aufgestellt sind steinerne dreidimensionale Eiserne Kreuze. Die beiden Pfeiler sind den toten Ratekauer Soldaten aus dem 1. Weltkrieg gewidmet, 1922 sind sie erichtet worden.

SH Ratekau Eingang web

 

In jedem Pfeiler wurde ein größerer Stein mit Inschrift eingefügt.

 

SH Ratekau Stein web


Inschrift auf dem linken Pfeiler:
So selig ist kein Los
So heilig kein Gebot
Als sich für vieler Leben
Zu geben in den Tod
1914 – 1918

SH Ratekau Stein2 web


Inschrift auf dem rechten Pfeiler:
Ihren gefallenen
Vätern und Söhnen
in dankbarer Treue
die Kirchengemeinde Ratekau
1922

 

SH Ratekau Kirchenseite web


Um die Vicelinkirche herum zieht sich eine halbhohe Mauer aus behauenen bunten Feldsteinen. Einzelne herausragende Steine tragen die eingemeißelten Namen der toten Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.

SH Ratekau Mauer web

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Pastor Hossenfelder

Joachim Hossenfelder war von 1954 bis 1969 Pastor für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin in Ratekau.

SH Ratekau Hossenfelder web

Foto: privat

Pastor Hossenfelder ist gerade, dem Brautpaar voran, durch die »Kriegerdenkmalspforte« geschritten. Im August 1958 ist dieses Foto aufgenommen worden. In der Wanderausstellung der Nordkirche »Neue Anfänge nach 1945? Wie die Kirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen« wird Hossenfelders Werdegang im Kapitel 4 »Streit um Schuld und Mitverantwortung« beschrieben.

Mehr Informationen www.nordkirche-nach45.de

 

                  SH Ratekau Hossenfelder 1933 web

 

Der als »vaterländisch geprägte Persönlichkeit« und »soldatische Natur« charakterisierte Wilhelm Kieckbusch amtierte von 1930 bis 1976 ohne Unterbrechung als leitender Geistlicher der Eutinischen Landeskirche. In aller Öffentlichkeit setzte er sich nach 1945 für ehemals führende Theologen der nationalsozialistischen »Deutschen Christen« ein. Anderswo galten sie als untragbar. Kieckbusch nahm unter anderem die »Deutschen Christen« Hugo Rönck und Joachim Hossenfelder als Pastoren in seine Landeskirche auf. Hossenfelders Einstellung wurde vom damaligen Ratsvorsitzenden der EKD Otto Dibelius befürwortet. Weder Rönck noch Hossenfelder ließen nach 1945 jemals Reue über ihre Rolle im Nationalsozialismus erkennen.

Hugo Rönck war einer der radikalsten Vertreter der aggressiv antijüdischen Nationalkirchlichen Thüringer »Deutschen Christen«, frühes NSDAP-Mitglied und ab 1943 Präsident beziehungsweise Landesbischof der Thüringer Evangelischen Kirche. Und als glühender Antisemit einer der Initiatoren des Eisenacher »Entjudungsinstituts«. Noch 1944 bezeichnete er in seinen Predigten Hitler als »Führer von Gottes Gnaden«. Nach dem Krieg sah Rönck keine Notwendigkeit, sich von seiner Vergangenheit zu distanzieren, auch dann nicht, als »Der Spiegel« 1963 Einzelheiten aus seiner Thüringer Zeit aufdeckte. Er schmückte sich auch weiterhin mit dem Bischofstitel, den er sich kurz vor Kriegsende selbst verliehen hatte. Der Berliner Pfarrer Hossenfelder war treibendes Gründungsmitglied und erster Reichsleiter der »Deutschen Christen«. Er bekannte sich nach 1945 ebenfalls stolz zu dem Bischofsamt, das er als »Deutscher Christ« 1933 kurzzeitig inne gehabt hatte. Ansonsten bewahrte er über seine frühere Karriere strengstes Stillschweigen.


Bis heute ist die Kirchengemeinde in Ratekau verpflichtet Joachim Hossenfelders Grab zu pflegen.

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Eine historische Postkarte

Man kann die zwei Pfeiler mit den Eisernen Kreuzen erkennen, die Mauer mit den Namensschildern ist später errichtet worden.

 

  SH Ratekau Kirche web

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Einweihung
Im Winter ein Rodelberg
Spendenaufruf

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Ratzeburg, Kreis Herzogtum Lauenburg

Das Denkmal am Röpersberg

1921 wurde die Anlage von dem Architekten Wilhelm Heilig geschaffen. Die Namen von 142 im 1. Weltkrieg getöteten Soldaten der Stadt Ratzeburg sind darauf festgehalten. Um einen hohen Erdhügel, dessen Plattform zehn Linden krönen, gruppieren sich fünf Steinpfeiler, die fünf Kriegsjahre andeutend.

SH Ratzeburg Ropersberg gesamt web

Die Steinpfeiler tragen Jahreszahl und Inschrift, die lauten:

1914   Unseren Tapferen, die für Deutschland fielen und von der Heimat unvergessen im fremden Lande ruhen

1915   Kindern und Enkeln künden diese Steine die Namen der Väter, die einst für uns in Kampf und Tod zogen

1916   Lebe droben im Licht, o Vaterland, und zähle nicht die Toten, dir ist Liebes nicht eines zu viel gefallen

1917   Und wer den Tod im heiligen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland

1918   Die dankbare Vaterstadt dem Gedenken ihrer gefallenen Söhne, die fern im Kampf für sie fielen

SH Ratzeburg Ropersberg Detail web


             SH Ratzeburg Ropersberg Allee web    
       
            
• Eine Allee führt zum Denkmalshügel

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Die Einweihung

Die Anlage wurde am 21. Juni 1921 eingeweiht. Die 1928 in zweiter Auflage erschienene Chronik der Stadt Ratzeburg stellt die germanisierenden Bezüge des Kriegerdenkmals deutlich heraus:

»Am Abend des 21. Juni 1921 fand beim flackernden Schein der Sonnenwendfeuer und im Beisein einer nach Tausenden zählenden Trauergemeinde die Einweihung des Kriegerehrenmals statt, das die Stadt Ratzeburg ihren gefallenen Söhnen errichtet hat. Draußen auf einem hochgelegenen Felde am Farchauer Ende, abseits vom lärmenden Verkehr, erhebt sich ein Naturdenkmal, das in seiner Anlage und schlichten Größe an alte germanische Kultstätten erinnert.«

• Wir danken herzlich dem Stadtarchivar von Ratzeburg Christian Lopau für die Erlaubnis seinen Text im Wesentlichen übernehmen zu dürfen und für die Fotos.

Am 21. Juni 1921 wurde die Anlage im Beisein des Architekten Wilhelm Heilig als Sonnwendfeier inszeniert eingeweiht. Superindendent Lange hielt die Feldpredigt, wobei wieder einmal verblüfft, wie er voller Inbrunst darlegt, dass Gott exklusiv für das deutsche Volk Partei nimmt, auch immer genommen hat und auch in Zukunft nehmen wird. Wer die Predigt und die anschließende Festrede von Dr. Tamm liest und sich das Szenario mit Fackeln, Bataillonskapelle und Gesang vorstellt, der sieht den Boden für die Parolen der Nationalsozialisten bereitet.

Predigt und Festrede, 1921 (Abschrift)

• Herzlichen Dank an die Damen des Kreisarchivs in Ratzeburg.

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Im Winter ein Rodelberg 

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Foto:Matzematik / Wikimedia Commons

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Spendenaufruf

Mit Unterstützung vieler Spender und Organisationen sind 2014 die wesentlichen Renovierungsmaßnahmen – Säuberung der fünf Schrifttafeln für die einzelnen Kriegsjahre und Neuverfugung – durchgeführt worden. Lesen Sie hier mehr dazu:

www.herzogtum-direkt.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Aus der Geschichte
Ich hatt’ einen Kameraden
Was ist deutsche Kunst
Im Turmraum der Kirche
Der Schmuck in früheren Zeiten

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Ratzeburg, Kreis Herzogtum Lauenburg

Vor der St. Georgsberger Kirche

Das Denkmal für die getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs wurde vom schwäbischen Architekten Wilhelm Heilig geschaffen. Es wurde am 13. Mai 1923 unter der Teilnahme des Krieger- und Militärvereins eingeweiht und zwar an der Straße zwischen dem Bahnhof und der Kirche. Später wurde es an seinen heutigen Platz direkt gegenüber der Kirche versetzt. Wilhelm Heilig gestaltete auch die Kriegerdenkmäler in Gr. Grönau, Kasseburg, Lütau, Ratzeburg (Röpersberg) und Lauenburg/Elbe.

SH Ratzeburg StGeorgsberg gesamt web


Das Denkmal besteht aus einem Steinkreuz, das sich mehrere Meter hoch auf einer von hochstrebenden Buchen umgebenen Lichtung erhebt. Die Vorderseite enthält drei Reliefs. Oben den Reichsadler, in der rechten Klaue einen mit Pfeilen bespickten Schild tragend, darüber die Inschrift:
Viel Feind, viel Ehr

Im Querbalken links eine zerschossene Fahne mit der Inschrift:
Haltet aus im Sturmgebraus!

Rechts die Symbole eines Soldatengrabes, darunter die Worte:
Ich hatt’ einen Kameraden

In der Mitte sind die Jahreszahlen 1914 und 1918 eingelassen. Darunter stehen die Worte:
Kämpfend für Recht und Freiheit, für Heim und Herd, fielen 71 unserer Besten. Der, du Wanderer, diese Stätte betrittst, gedenke der Toten in Ehrfurcht und in Treue

Die Rückseite trägt über der Jahreszahl 1923 die Widmung:
In Einigkeit erbauten die 17 Gemeinden des Kirchspiels St. Georgsberg dieses Mal den Gefallenen zur Ehre, den Enkeln zur Mahnung

 

SH Ratzeburg StGeorgsberg Detail web


Ursprünglich war das Denkmal im Fuchswald aufgestellt worden. Im August 1967 wurde es auf den neuen Platz vor der St. Georgsberger Kirche umgesetzt.

Zusätzlich wurden drei Steinplatten für die toten Soldaten des 2. Weltkriegs hinzugefügt.

• Wir danken herzlich dem Stadtarchivar von Ratzeburg Christian Lopau für die Erlaubnis seinen Text im Wesentlichen übernehmen zu dürfen und für das Foto.

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Aus der Geschichte

»Neben der Straße vom Bahnhof Ratzeburg nach St. Georgsberg ragt im Buchenhochwald ein steinernes Kreuz, gedrungen und kräftig geformt, wie der Baustoff es erfordert. Die drei Felder, die Schaft und Balken bilden, werden ausgefüllt von sinnbildlichen Darstellungen des Erlebnisses ›Weltkrieg‹, deren Gestaltung, an sich ganz modern, dennoch unmittelbar an die handwerkliche Gebundenheit frühmittelalterlicher Steinbilder anschließt. Oben am Schaft sieht man den Reichsadler mit einem pfeilgespickten Schilde, dabei die stolzen Worte ›Viel Feind, viel Ehr‹, zur Linken eine von Kugeln zerfetzte Sturmfahne ›Haltet aus im Sturmgebraus‹, rechts Gräber im Felde mit dem erschütternd einfachen: ›Ich hatt’ einen Kameraden‹. Im Mittelfelde, das Schaft und Balken gemeinsam ist, stehen die Jahreszahlen, und in den Schaft ist in deutschen Buchstaben eine Inschrift eingehauen, deren wundervoll in den Raum gestellte Zeichen sagen: ›Kämpfend für Recht und Freiheit, für Heim und Herd fielen 71 unserer Besten. Der Du, Wanderer, diese Stätte betrittst, gedenke der Toten in Erfurcht und Treue!‹.

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In dieser eindringlichen Gestalt steht das Zeichen der Erinnerung am Rande des Alltags, den Vorübergehenden immer gegenwärtig und damit dem Vergessen sicher entrückt. Ist es in dieser Form nicht unendlich viel mehr als nur ein Bauwerk aus Findlingen mit einer Tafel etwa aus Bronze oder gar aus schwarzem Glase, das in künftigen Jahrzehnten und Jahrhunderten der Zeit seiner Erbauung immer etwas steinzeitlich Primitives anzudichten scheint? Ist ein Mal wie das St. Georgsberger nicht unendlich viel eindringlicher und wahrer, als ein Gebilde aus Kunststein oder Bronze, das in genau gleicher Ausführung auch an so und so viel anderen Orten steht?»

• zitiert aus: Wilhelm Hadeler, Wilhelm Heiligs Werke im Kreise Herzogtum Lauenburg, in: »Lauenburgische Heimat«, 3. Jahrgang, Heft 2, April 1927

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Ich hatt’ einen Kameraden

»Der gute Kamerad« wurde 1809 von Ludwig Uhland in Tübingen gedichtet, Friedrich Silcher vertonte, ebenfalls in Tübingen, das Gedicht im Jahre 1825. Als Lied ist es besser bekannt unter der Anfangszeile der ersten Strophe: »Ich hatt’ einen Kameraden«. Es wurde vor allem von der politischen Reaktion instrumentalisiert, und zwar zur Beschönigung und Verklärung des Kriegsopfers und Heldentods. Das Lied vom »guten Kameraden« spielt im Trauerzeremoniell der deutschen Bundeswehr eine große Rolle. Es ist Bestandteil eines Begräbnisses mit militärischen Ehren und jeder militärischen Trauerfeier.

SH Ratzeburg StGeorgsberg Ich hatt web

 

Sehen Sie hier eine Sammlung von historischen und politischen Bildpostkarten von Karl Stehle, München, die diesen Liedtext zitieren:

www.goethezeitportal.de

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Was ist deutsche Kunst?

Nicht nur in politischer, auch in künstlerischer Hinsicht war die Phase des 1. Weltkriegs eine Epoche des Umbruchs. Bei seinem Beginn erhofften sich viele vom Krieg eine Gesundung des deutschen Kunstlebens. Die Diagnose, dass in der deutschen Kunst eine Entfremdung stattgefunden hatte, bildete die allgemeine Ansicht. Der Krieg sollte das »Gemüt« zurückbringen. Die weitverbreitete Forderung, die Kunst solle einen internationalen Charakter bekommen, wurde von konservativen, national denkenden Stimmen strikt abgelehnt. Andere polemisierten gegen das »Modebewußtsein« in der Kunst, weil es einen Bruch mit der Tradition beinhalte. Die Aussage, Findlinge und andere von Menschenhand nicht bearbeitete Naturdenkmäler befänden sich auf dem kulturellen Niveau von Höhlenmenschen, wurde scharf zurückgewiesen.

Nicht ganz so vernichtend, aber dennoch eindeutig für »edle Form und wahre Kunst« – hier beim Kriegerdenkmal auf dem St. Georgsberg – spricht sich der Verfasser eines Artikels in der Lauenburgischen Zeitung vom 6. Dezember 1921 aus:

Lauenburger Zeitung, 1921 (Abschrift)

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Im Turmraum der Kirche

Auch hier wird der getöteten Soldaten gedacht. Ein Kniender in Uniform, Koppel und Stahlhelm zeigt seine Handinnenflächen. Was will er uns mit dieser Geste sagen? Unter seinen Knien steht im schwarzen Band:
1914  1918 Dem Gedächtnis der gefallenen Brüder

Rechts und links vom Soldaten befinden sich dreispaltige Namenstafeln. Die Toten sind nach Heimatgemeinden geordnet, den Namen ist das Todesjahr vorangestellt.

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            SH Ratzeburg St.Georgsberg Kirche 2015 2 web

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Der Schmuck in früheren Zeiten

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• Lange Blättergirlande und zwei Kränze von alten Kameraden

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Geschichte
Historische Postkarten
Die Einweihung
Der Architekt Hermann Höger
Der Bildhauer Ludwig Kunstmann
Die Erweiterung
Die Rellinger Kirche

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Rellingen, Kreis Pinneberg

Auf dem Kirchplatz in der Ortsmitte

Die Klinkersäule ist den 100 toten Soldaten des 1. Weltkriegs aus Rellingen gewidmet. Am 27. Mai 1923 wurde sie eingeweiht. Geschaffen haben sie der Architekt Hermann Höger und sein Mitarbeiter Hopp zusammen mit dem Bildhauer Ludwig Kunstmann.

SH Rellingen gesamt web


Die Säule ist mit hart gebrannten, dunklen Ziegelsteinen im expressionistischen Stil gemauert. Sie ist fast 5,50 Meter, mit den aufgesetzten Schmuckelementen sogar über 6 Meter hoch. Die achteckige Grundform hat einen Durchmesser von ca. 1,35 Metern.

 

     SH Rellingen Inschrift web


An vier sich gegenüberliegenden Wänden wurden mittig je neun braune matt glasierte Ton- bzw. Terrakottaplatten übereinander angebracht, oben je eine Abschlussplatte mit gebogener Kante. Terrakotta ist die Bezeichnung für unglasierte keramische Produkte. Die Seite, die der Kirche zugewandt ist, trägt die Widmung, die auf sieben Platten in erhabener dünner Schrift eingebrannt ist:

1914 – 1918
Ihren gefallenen Söhnen
die dankbare Gemeinde Rellingen

Auf den schmalen Platten können maximal vier Buchstaben Platz finden, deshalb gibt es in dem Satz insgesamt zehn Trennungsstriche (=).

 

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Im oberen Drittel ist die Säule mit Details aus Terrakotta geschmückt. Die vielfach gefächerte Krone, die den oberen Abschluss bildet, trägt über den vier Schriftplattenreihen je eine Trauer- oder Totenmaske in unterschiedlicher Ausformung. Aufgesetzt ist ein stilisierter Blattschopf, den Hochblättern einer Ananas ähnlich, in der Farbe von oxidiertem Kupfer. Darüber, gleichsam schwebend, ein vielzackiger gelber Stern.

 

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Jeweils zwischen den beiden obersten Tonplatten über den gemauerten Ziegelfalzen wacht ein extrem schmaler, stilisierter Adler mit angelegten Flügeln im Halbrelief mit herausragendem dreidimensionalen Kopf. Adler stehen symbolisch für Stolz und Macht, auch für Weitblick, Mut und Kraft.

 

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An drei Seiten sind in die senkrecht angebrachten Platten in erhabener Schrift die Namen der toten Soldaten von Rellingen in alphabetischer Reihenfolge zu lesen. Insgesamt 100, rechts und links je 34, hinten 32 Namen. Sie sind mittig gesetzt.

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Die Geschichte

So konnte der Gemeindevorsteher Schmidt, in Rellingen genannt Vogt Schmidt, dem Kirchenvorstand  und damaligen Pastor Bitterling  im März 1922 mitteilen, »dass in einer am 27. des Monats  stattgefundenen Sitzung der Gemeindevertretung einstimmig beschlossen wurde, auf dem mit dem Kirchenvorstand bezeichneten Platz neben der Kirche ein Denkmal für die gefallenen Krieger zu errichten.« Das Denkmal solle, so wörtlich, den Verhältnissen der Kirche angepasst sein. Den Entwurfs- und Gestaltungsauftrag erhielt der den Rellingern persönlich bekannte damals 40-jährige Architekt Hermann Höger. Als Honorar war wegen der Geldknappheit der Gemeinde und des sich anbahnenden inflationären Verfalls  des Geldwertes (1923 Höhepunkt der Inflation) vereinbart worden, so die Fama, eine großzügige Grabstelle auf dem Rellinger Friedhof, auf der Hermann Höger auch tatsächlich, nur 28 Jahre später, bestattet wurde. Heute ist die Grabstelle aufgegeben und Grabstätte für anonyme Bestattungen.

zitiert aus dem Vortrag von Wieland Witt zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September 2008. Vorgetragen in der Rellinger Kirche.

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Historische Postkarten

Die Denkmalssäule ist hier noch ohne die Erweiterung zum 2. Weltkrieg aus dem Jahr 1967 zu sehen. Sie stand damals auf einem dreistufigen gemauerten Sockel mit quadratischem Grundriss. Eng an der Säule ein schmales Beet, wie heute; um den Sockel herum ein Sandplatz, der von einer Hecke begrenzt wurde.

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     SH Rellingen Miller web

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Die Säule umgeben von Kränzen, der Vegetation nach zu urteilen am Volkstrauertag im November.

SH Rellingen Miller 1962 web


1962 ist die Hecke schon ein Stück gewachsen, aber fünf Jahre später wird sie dann für die Erweiterung des Denkmals entfernt.

Die erste, zweite und vierte Karte durften wir der Website von Reinhold Miller entnehmen. Herzlichen Dank!

www.rellingen-allerlei.de


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Die Einweihung 1923

Das am Fuße der Kirche errichtete Denkmal zu Ehren unserer im Weltkrieg Gefallenen ist nunmehr nachdem es auch mit gärtnerischen Anlagen umgeben worden ist, fertiggestellt und soll am Sonntag nach Pfingsten, 27. Mai, eingeweiht werden. Die Feier, zu der alle Einwohner Rellingens, insbesondere die Angehörigen der Gefallenen, eingeladen werden, wird um [?] Uhr beginnen. Die Vereine versammeln sich eine Viertelstunde früher beim Hause des Gemeindevorstehers. Glockengeläut und Orgelspiel werden die Feier einleiten und schließen. Herr Pastor Kähler hält die Weiherede und der Gesangverein »Harmonie« wird durch Vortrag entsprechender Lieder mitwirken. Nach der Weiherede findet die Kranzniederlegung statt.

Pinneberger Tageblatt, Freitag, den 18. Mai 1923

Einweihung des Krieger-Denkmals. Am gestrigen Sonntag fand die Einweihung unseres zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen errichteten Denkmals statt. Das Denkmal nach dem Entwurf des Architekten Hermann Höger aus Hamburg, ist neben der Kirche aufgestellt. Es ist eine aus Ziegelsteinen erbaute Säule, die in ihrer achteckigen Gestalt sich harmonisch dem Baustil unserer Kirche anschmiegt und einen imponierenden, durchaus würdigen Eindruck macht. Mitten im Ort gelegen, hat das Denkmal doch auch wieder im Schatten der Kirchhofslinden einen ruhigen Standort gefunden. Die vier Säulenwände sind mit braunen Tonplatten belegt. Die Platten der einen Seite tragen die Inschrift: 1914 - 1918. Unseren gefallenen Söhnen die dankbare Gemeinde Rellingen. Auf den Platten der anderen drei Seiten sind die Namen der hundert Gefallenen aus unserem Ort eingebrannt.  Nachdem die Gemeindevertretung und die Vereine mit ihren Fahnen sich um zwei Uhr beim Hause des Gemeindevorstehers versammelt hatten, marschierten sie unter Glockengeläut und Orgelspiel auf den Kirchplatz zum Denkmal. Ein vom Gesangverein vorgetragenes Grablied eröffnete die Feier. Sodann hielt Herr Pastor Kähler die Weiherede, und danach wurde das Denkmal von der Denkmals-Kommission dem Gemeindevorsteher als dem Vertreter der Gemeinde Rellingen übergeben. Es folgte noch eine Ansprache des Herrn Landrats und dann wurden von der Gemeindevertretung und den Vereinen prächtige Ehrenkränze auf die Stufen des Sockels niedergelegt. Ein Lied des Gesangvereins und Orgelspiel schlossen die eindrucksvolle Feier. Auch von den Einwohnern Rellingens und den Angehörigen der Gefallenen, die zahlreich an der Feier teilnahmen, wurde das Denkmal noch mit Kränzen und Blumen geschmückt.

Pinneberger Tageblatt, Montag, den 28. Mai 1923


Zitiert von der Website Rellingen-Allerlei von Reinhold Miller

www.rellingen-allerlei.de

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Der Architekt Hermann Höger

Der Architekt Hermann Höger, geboren am 15. Januar 1882 in Bekenreihe bei Elmshorn, gestorben am 13. Juli 1950 in Hamburg, gilt als einer der Vertreter des norddeutschen Backsteinexpressionismus.

Höger war eines von sechs Kindern eines Kleinbauern, der eine Zimmerei betrieb. Zwei seiner Brüder ergriffen ebenfalls Berufe des Bauhandwerks. Sein viereinhalb Jahre älterer Bruder Fritz (1877−1949) war ebenfalls als Architekt in Hamburg tätig und wurde durch die Errichtung des Chilehauses bekannt. Fritz Höger förderte die Ausbildung seines Bruders an der Baugewerkschule und nahm ihn von 1910 bis 1912 in seinem Büro auf, wo er weiter ausgebildet wurde.

Während seines Studiums wohnte Höger bei seiner Schwester Maria in Rellingen, die mit einem Zimmermann verheiratet war. Seine Ehefrau Emmi, früh verstorben, ist auf dem Friedhof Rellingen beigesetzt. Eines seiner frühen Werke ist die Klinkerstele des Kriegerdenkmals an der Rellinger Kirche, das 1923 eingeweiht wurde, und deren baukeramischen Schmuck der Bildhauer Ludwig Kunstmann gestaltete, mit dem Höger mehrfach zusammenarbeitete.

Höger wurde in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen, der seinem Bruder Fritz die Aufnahme verweigert hatte.

Konstanty Gutschow, der offizielle »Architekt für die Neugestaltung der Hansestadt Hamburg«, der künftigen »Führerstadt« in der Zeit des Nationalsozialismus, betraute Höger nach Ausbruch des 2. Weltkriegs mit Planungsaufgaben.

nach Wikipedia, abgerufen am 11. Mai 2018

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Der Bildhauer Ludwig Kunstmann

Ludwig Kunstmann, geboren am 9. Dezember 1877 in Regensburg, gestorben am 27. März 1961 in Hamburg, war ein deutscher Bildhauer, ein Gestalter in Klinker und Keramik.

Er machte von 1890 bis 1894 eine Lehre zum Holz- und Steinbildhauer in Regensburg und studierte an der Kunstakademie Stuttgart. Nach ausführlichen Studienreisen durch Deutschland und Nordeuropa siedelte er sich 1910 in Hamburg an. Dort wurde er in den 1920er Jahren zu einem der erfolgreichsten Künstler, was eine Vielzahl von Bauplastiken zeigt. Kunstmann zählte 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession, trat aber bereits 1920 nach internen Streitigkeiten zusammen mit weiteren Kollegen wieder aus. Er war zudem Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832.

nach Wikipedia, abgerufen am 11. Mai 2018

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Die Erweiterung

Sie wurde vom Pinneberger Architekten Meier entworfen und am Volkstrauertag, den 19. November 1967 eingeweiht.

SH Rellingen gesamt Inschrift web


Das Denkmal ist eine leicht gebogene Mauer, 60 cm hoch und 5 Meter lang. Die Mauer steht hinter der Denkmalssäule für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs und dient ohne weiteren Schmuck als Trägerin der Inschrift. Der Denkmalsplatz wurde gepflastert und an der abschüssigen Seite mit drei langen flachen Stufen versehen. Der gesamte Kostenaufwand betrug 50 482,94 DM, er wurde aus den Haushaltsmitteln der Gemeinde Rellingen getragen.

SH Rellingen Mauer web


Die Widmung ist mit Bronzelettern angebracht worden und lautet:

Denen die starben + 1939 - 1945 + davor und danach
Gott ist unser Friede

Architekt Meier hatte am 1. November 1963 dem fünfköpfigen »Ausschuß für die Errichtung eines Ehrenmals« seine Vorstellungen dargelegt. Er ging davon aus, dass ein Denkmal über die Jahre 1939-45 auch den Zeitraum von 1933-39 berücksichtigen müsse. Als ergänzende Beschriftung hatte er vorgeschlagen: »Es ist weiter an eine Gedenkplatte oder ähnliches mit den Worten ›Denkt daran‹ gedacht. Auch sollen die historischen Ereignisse durch Nennung der geographischen Bezeichnungen festgehalten und ein oder einige Konzentrationslager stellvertretend für die vielen genannt werden.«

In den folgenden Beratungen wurde Meiers Position von der SPD-Fraktion vertreten. In der Gemeinderatssitzung am 15. Mai 1964 konnte sich der Antrag durchsetzen.

Nun kommt es zu einem Bruch in der Planung: Auf der Sitzung der Kirchengemeinde am 1. März 1965 heißt es: »Folgende Beschriftung soll angebracht werden:

Denen, die starben
davor 1933-1945 danach
Gott ist unser Friede

Gemeinderatsmitglied Ehlers (FDP) hatte argumentiert: »Die Angehörigen der in der Gefangenschaft nach 1945 umgekommenen deutschen Soldaten würden es nicht verstehen, wenn in Rellingen dieser Opfer nicht gedacht würde. Das gleiche träfe für die vielen Menschen zu, die bei der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten und bei der Flucht aus Mitteldeutschland den Tod gefunden haben.«

Die Intention der ersten Vorschläge von Architekt Meier wurden geradezu ins Gegenteil verkehrt. Sein Inschriftenentwurf enthielt den Appell, nicht zu vergessen, sondern sich ausdrücklich an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft zu erinnern – an die unterschiedlichen Kriegsopfer in gleicher Weise. Nun wurde nicht an die überlebenden Opfer, nicht an die Täter, nicht an die Ereignisse, sondern nur an den Tod allgemein erinnert. Jedes konkrete Leid wurde aufgehoben in eine vage Erlösungsformel. Sie machte es möglich, die Botschaft des Denkmals mit wunschgemäßen Inhalten zu füllen.

Als Beispiel sei hier aus der Rede von Bürgervorsteher Otto Stummer (CDU) zitiert, sie ist in der Akte »Ehrenmal« der Kirchengemeinde dokumentiert:

»Wir denken an die Männer des Heeres, der Luftwaffe, der Marine, der Waffen-SS – der angeschlossenen Verbände und des Wehrmachtsgefolges, die in treuester Pflichterfüllung und im festen Glauben an Recht und Gesetz gefallen sind.

Eingeschlossen in das Gedenken seien die Opfer furchtbarer Bombennächte und die in Gefangenschaft leidvoll Verstorbenen. Das Denkmal soll ehren die Menschen, die vor, in und nach dem Kriege aus innerer Überzeugung gegen den Strom der Macht standen und schwerste Opfer an Leib und Leben erduldeten. Unerheblich das warum und wieso, unwichtig, ob richtig oder nicht. Tiefes Mitgefühl für die Opfer von damals verpflichtet uns.

Es soll mahnen an die Opfer der Flüchtlingsströme, Frauen, Kinder, Greise, jene wahrhaft unschuldigen Menschen, denen das letzte Inferno des Krieges nicht nur Heimat, Hab und Gut, sondern auch das Leben qualvoll abverlangte, manchmal noch zu einer Zeit, als bereits die Waffen schwiegen, als die Mächtigen der Stunde vom Frieden säuselten, aber Berge von Hass und Rache duldeten.«


All diese Informationen verdanken wir Claudia Eisert-Hilberts Examensarbeit aus dem Jahr 1987: »Denkmäler für Soldaten und andere Kriegsopfer seit dem Ersten Weltkrieg im Kreis Pinneberg«. Lesen Sie hier den gesamten Text zur Denkmalserweiterung in Rellingen.

 

Claudia Eisert-Hilbert, Kriegerdenkmal Rellingen


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Die Rellinger kirche

Die evangelisch-lutherische Kirche in der Ortsmitte von Rellingen ist einer der bedeutsamsten Barockbauten des Landes Schleswig-Holstein. Die Kirche wird außerhalb der Gottesdienste regelmäßig für Konzerte und ähnliche Veranstaltungen genutzt.

Rellingen wurde wahrscheinlich im 9. Jahrhundert christianisiert. Es gibt jedoch keine Quellen darüber, so dass man nur vermuten kann, dass in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts die romanische Feldsteinkirche errichtet wurde, von der noch Reste am Rundturm zu erkennen sind. Dieses Gotteshaus wurde zwar 1584 durch einen südlichen Anbau erweitert, während der Jahrhunderte jedoch zu klein und baufällig, außerdem durch das Unwetter vom 14. Februar 1648 beschädigt und anschließend nur notdürftig wiederhergestellt. Im 18. Jahrhundert ordnete Friedrich V. von Dänemark, der zu dieser Zeit Landesherr von Holstein war, einen Neubau für das Rellinger Kirchspiel an.

     SH Rellingen Kirche web


1754 wurde die alte Kirche abgetragen und bis 1756 der Neubau unter Einbeziehung des Turmes errichtet. Als Architekt für die neue Kirche war der holsteinische Architekt Cay Dose verpflichtet worden. Dose war einer der führenden Baukünstler des Barock in der Region und hatte einige Jahre zuvor die Hauptkirche St. Trinitatis in Altona und die Kirche in Brande-Hörnerkirchen entworfen.

Mehr über die Geschichte der Kirche können Sie auf der Website lesen:

www.rellinger-kirche.de

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I N H A L T
Das Denkmal
Die Einweihung
Garnisonskirche bis 2010
Rendsburg – die Garnisonsstadt
Der Bildhauer Richard Kuöhl

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Rendsburg-Neuwerk

Vor der Christkirche am Paradeplatz

Auf einem vierstufigen Sockel aus Backstein liegt der »Sterbende Soldat«, er hält seinen Stahlhelm im Arm. Er liegt dort in Kampfausrüstung: Uniformmantel, Stiefel, Koppel, Feldflasche und Stabhandgranate in der Wurfhand. Die Zahl 85 auf der Schulterklappe weist ihn als Mitglied des Regiments 85 aus. Das Denkmal aus Keramik von Richard Emil Kuöhl (1880 - 1961) wurde 1922 gefertigt und 1923 eingeweiht.

SH Rendsburg Wikimedia Commons Witz und Verstand web
Foto: Wikimedia Commons / Witz und Verstand


Der Sockel trägt die Inschriften:

1914 / 1918
Unseren Helden
Inf. Regt. Herzog von Holstein
(Holst.) Nr. 85

Später wurde darunter ergänzt:

und des
Traditionstruppenteils II. / I.  R. 46
1939 / 1945

SH Rendsburg ganz web

 

Auf der Rückseite:
Wanderer neig’ in Bescheidenheit
Dein Haupt vor dem Tode
und der Tapferkeit

SH Rendsburg Wanderer web


Das Signet von Richard Emil Kuöhl mit der Angabe des Entstehungsjahrs, daneben zwei Eichenblätter.

SH Rendsburg Signatur web

Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Kuöhls Denkmäler in:

Schleswig-Holstein Neumünster

Hamburg Dammtor

Hamburg Langenhorn

Schleswig-Holstein Wilster

Hamburg Neuenfelde

Hamburg Finkenwerder

Hamburg Moorburg

Schleswig-Holstein Großhansdorf

Schleswig-Holstein Lübeck


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Die Einweihung

SH Rendsburg Einweihung web

• Damals führte ein Weg zum Denkmal: Weihe am 19. + 20. Mai 1923

SH Rendsburg alteKarte web

  SH Rendsburg Kraenze web

• Auch nach 1945 gab’s noch viel Lorbeer für den sterbenden Krieger

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Garnisonskirche bis 2010

Das Gebäude der Christkirche entstand 1695 bis 1700 im Zusammenhang mit der Erweiterung der Rendsburger Festungsanlage Neuwerk nach einem Entwurf von Hans van Steenwinckel. Die Ausführung wurde zunächst D. Vijfhuysen anvertraut, ab 1698 dem Architekten Dominicus Pelli. Die Kirche diente nach ihrer Einweihung im Jahr 1700 als Garnisonskirche für die Offiziere und Soldaten der damals dänischen Garnison. Ihren Namen verdankte sie neben Jesus Christus dem dänischen König Christian V., auf dessen Anordnung sie gebaut worden war. Die Christkirche war bis 2009 durchgehend Kirche für die hier stationierten Soldaten. An der Wand hängen die Gedenktafeln für die in den Kriegen getöteten Soldaten: bei der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, im Deutsch-Französischen Krieg, beim Boxeraufstand in China, beim Herero-Aufstand in Afrika, im 1. Weltkrieg, im 2. Weltkrieg ... viele kriegsverherrlichende Sprüche sind darauf zu lesen.

Bis zur Auflösung der Rendsburger Garnison im Jahr 2010 ist die Christkirche regelmäßig für Gottesdienste der Militärseelsorge genutzt worden.

SH Rendsburg fern web


Ein Beitrag in der Publikation »Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland« vom Frühling 2014 beschreibt die nötige Auseinandersetzung mit den »Unbequemen Denkmälern«. Ein Kommentar aus dem Gästebuch der Christkirche: »Ich sehe hier zu viel Ehre für Gefallene in sinnlosen Kriegen«.

Unbequeme Denkmäler 2014

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Rendsburg – Die GarnisonsstadT

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges stand die Stadt von 1627 bis 1629 unter kaiserlich-deutscher Herrschaft. In den Jahren 1644 und 1645 wurde Rendsburg von schwedischen Truppen besetzt und wenig später erneut belagert. 1665 erhielt Rendsburg eine dauernde militärische Belegung und wird Garnisonsstadt.

350 Jahre lang war das Militär in der Stadt präsent. Die »Königl. Privilegierte Garnison-Apotheke« am Paradeplatz, der Garnisonfriedhof und die Arsenalstraße zeugen von der militärischen Geschichte.

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Foto: Wusel007 / Wikimedia Commons

• Der Gedenkstein auf dem Garnisonsfriedhof für die im 1. Weltkrieg getöteten Artilleristen trägt neben einem eisernen Kreuz und allerlei Kriegsgerät die Inschriften:
Den gefallenen Artilleristen des Kreises Rendsburg

Im umlaufenden verschlungenen Schmuckband steht:
Ultima Ratio Regis pro Gloria et Patria 1914–1918
Das letzte Mittel des Königs für Ruhm und Vaterland

Vor dem 1. Weltkrieg war Rendsburg die größte deutsche Garnison nach Metz.

SH Rendsburg Karte web

 

Später war das Korpshauptquartier der Nato für Schleswig-Holstein und Jütland in Rendsburg. Im Kalten Krieg waren die Hauptaufgaben des Korps die landseitige Verteidigung der Ostseezugänge sowie der nördlichen Grenze der Bundesrepublik Deutschland hin zur DDR in Schleswig-Holstein, also nördlich der Elbe. Die personelle Stärke betrug am Ende der 1990er Jahre etwa 40.000 Soldaten.

Rendsburg war seit der Gründung der Bundeswehr 1955 bis Ende 2009 eine Garnisonsstadt mit zwei Kasernen: Die im Stadtteil Neuwerk um die Jahrhundertwende 1900 erbaute Eiderkaserne und die im Norden gelegene Feldwebel-Schmid-Kaserne (bis 8. Mai 2000 »Rüdel-Kaserne«). Die Eiderkaserne wurde bereits Mitte 2008 geschlossen. Das in der Feldwebel-Schmid-Kaserne stationierte Ausbildungszentrum Heeresflugabwehrtruppe wurde Ende 2009 nach Munster verlegt und die Kaserne ebenfalls geschlossen.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 18. Oktober 2016

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Der Bildhauer Richard Kuöhl

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Seine handwerkliche Ausbildung als Kunsttöpfer erhielt er in einer der Modellfabriken dieses Zentrums keramischer Kunst. Nach dreijährigem Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule, wurde er als leitender Modelleur einer bauchemischen Versuchsanstalt mit den modernsten Techniken der Tonbearbeitung vertraut. 1912 folgte er seinem Dresdener Architekturprofessor Fritz Schumacher nach Hamburg. Dort arbeitete er in den 1920er und 1930er Jahren mit fast industriellem Ausstoß. Es entstanden Skulpturen in Stein, Keramik und Reliefs in Terrakotta. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

Kriegerdenkmäler gehörten während der Weimarer Republik zu den häufigsten und begehrtesten Auftragswerken deutscher Bildhauer. Auch Kuöhl hatte bereits zahlreiche Kriegerdenkmäler ausgeführt, dabei war es ihm stets gelungen, die von nationalistisch und militärisch gesinnten Kreisen mit einem »Ehrenmal« beabsichtigte politische Aussage künstlerisch zu formulieren. »Nicht Jammer und Not, sondern Mannestat und Einsatzbereitschaft, das Heldische, Kraftvolle, das ein Mahnmal verkörpern muß, zeigen die »Ehrenmäler«, die er geschaffen hat ... immer wieder spricht ein trotziges ›Dennoch!‹ aus diesen Denkmälern.

»Neben idealisierten nackten Kriegern ... hatte er in kontinuierlicher Folge eine Darstellungsform des grobschlächtigen uniformierten deutschen Soldaten entwickelt, die den Vorstellungen der neuen Auftraggeber offenbar besonders entsprach: Im Mittelpunkt des Lübecker Ehrenfriedhofs, 1924, steht breitbeinig ein Infanterist, der den Helm zum Gebet abgenommen hat. Auf dem Klinkersockel des Regimentsdenkmals in Rendsburg, 1927, lagert ein sterbender Soldat, dem der Helm herabgesunken ist. Auf dem Klinkersockel des Kriegerdenkmals in Langenhorn, 1930, beugt ein Soldat mit abgenommenem Helm das Knie vor dem toten Kameraden.

Kuöhl war mit seiner Praxis als Bauplastiker und Mitarbeiter von Architekten, mit seiner praktischen Erfahrung als einsatzbereiter Gestalter von Soldatengrabmälern und Ehrenfriedhöfen an der Front, vor allen Dingen aber mit dieser Reihe von Soldatendarstellungen, die instinktsicher das trafen, was Kriegervereine und Rechtsparteien sich unter neuer deutscher Plastik vorstellen mochten, prädestiniert für weitere und größere Aufgaben dieser Art.«

Zitat aus Volker Plagemanns Buch »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986

Eine Autorengruppe um Roland Jäger veröffentlichte 1979 ein Buch über den »Kriegsklotz« hinterm Dammtorbahnhof in Hamburg (siehe auch Hamburg Dammtor), das wohl umstrittenste Denkmal Kuöhls. Hier können Sie zwei Seiten daraus lesen:

Jäger u.a. Kuöhl

Hamburg Dammtor

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