VIELFALT IN DER STADT

Kriegerdenkmäler in Hamburg

So unterschiedlich die ästhetisch-künstlerische Gestaltung, die Texte und Inschriften der Kriegerdenkmäler in Hamburg auch erscheinen mögen, gemeinsam sind den meisten die nachträgliche Stilisierung der getöteten Soldaten zu Helden und die Legitimation des Krieges als Kampf für Volk, Kaiser und Vaterland. Eine Absage an Krieg und Militär und ein Bewusstsein von Verantwortung und Schuld findet sich nicht.

155 Kriegerdenkmäler hat Kerstin Klingel in ihrer von der Landeszentrale für politische Bildung 2006 veröffentlichten Untersuchung für Hamburg dokumentiert. Die meisten davon sind nach dem 1.Weltkrieg errichtet worden: auf öffentlichen Plätzen, neben Kirchen, auf Friedhöfen. Alle diese Denkmäler sind über viele Jahrzehnte Orte der Kriegsverherrlichung gewesen und in der Regel bis heute gut erhalten. Nur sehr wenige sind neu oder umgestaltet worden.

Wir dokumentieren hier einige typische Beispiele aus verschiedenen Hamburger Stadtteilen. Die Fotos sind, wenn nicht anders angegeben, von Klaus Wegner.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldokumentation von >Bramfeld und >Dammtor öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«

Allermöhe

Auf dem Friedhof am Allermöher Deich

Das Kriegerdenkmal aus grauem Sandstein wurde nach einem Entwurf von Dr. Fink von der Bergedorfer Firma Nierlich errichtet. Es wurde von den Gemeinden Allermöhe und Reitbrook gestiftet und am 24. November 1922 eingeweiht. Links und rechts von den Namen der getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs laufen senkrecht gespiegelte Reliefs mit ineinander verwobenen Kriegssymbolen: Stahlhelm, Lorbeerkranz mit Eisernem Kreuz, gekreuzte Schwerter, gekreuzte Fackeln, gekreuzte Handgranate und Morgenstern.

Inschriften:
Treu bis in den Tod
Es starben für ihr Vaterland

Aus Allermöhe
51 Namen

Aus Reitbrook
15 Namen

Dem Gedächtnis der im Weltkriege 1914 - 1918 Gefallenen
Die dankbaren Gemeinden Allermöhe und Reitbrook


HH Allermoehe

Foto: Kerstin Klingel


Links daneben steht ein Grabmal mit der Skulptur eines knienden Soldaten, in der rechten Hand ein gesenktes Schwert.


HH Allermoehe Soldat

Foto: Kerstin Klingel

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Alsterdorf

Kreuzung Alsterdorfer- und Hindenburgstraße

Das Kriegerdenkmal für die im 1.Weltkrieg getöteten Soldaten aus Alsterdorf ist ein rechteckiger Stein aus Muschelkalk unter Bäumen, von Büschen und Efeu umwachsen, auf dem breiten Mittelstreifen der Hindenburgstraße. Es wurde 1920 eingeweiht.

          HH Alsterdorf gesamt web

Inschrift auf der Vorderseite in aufgesetzten Lettern aus Bronze:

Unseren im Weltkrieg 1914 – 18
gefallenen Helden zum treuen Andenken

Die Alsterdorfer

          HH Alsterdorf vorne web

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Auf der Rückseite sind, unter einem Stahlhelmrelief, eine große und darunter eine kleinere Ergänzungstafel aus Bronze angebracht. Unter der Überschrift:

EHREN    (Eisernes Kreuz)   TAFEL

kann man auf den beiden Tafeln 63 Namen in zwei Spalten lesen.

         HH Alsterdorf hinten web

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Altenwerder

Altenwerder Querweg vor der Kirche St. Getrud

Sandsteinmonument mit aufgesetztem überdimensionierten Stahlhelm auf einem Lorbeerkranz für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs aus Altenwerder. Unterhalb des Stahlhelms umlaufend im Relief Eiserne Kreuze, Eichenlaub und Lorbeer über den Jahreszahlen des 1. Weltkriegs.

  HH Altenwerder 3 web

 HH Altenwerder 1 web


Die kräftigen Reliefs eines Lorbeer- und eines Eichenzweiges über den Jahreszahlen:

HH Altenwerder 5 web

HH Altenwerder 8 web


Das Relief eines Eichenzweigleins ist in das Eiserne Kreuz eingearbeitet. Drumherum ist ein Kammmuster gekratzt.

HH Altenwerder 9 web


Am Fuß ein Sandsteinschild mit der Inschrift:

Neige in Erfurcht
Dein Haupt vor dem Tode
und der Tapferkeit.
Die dankbare Gemeinde Altenwerder

HH Altenwerder 7 web


Das Denkmal ist von Moos und Flechten bewachsen, das verstärkt den traurigen Eindruck den die Reste vom Dorf Altenwerder auf den Besucher machen.


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Volkstrauertag 2016

 

  HH Altenwerder 4 web


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Ein Dorf verschwindet

1978 wurden 180 Gebäude aberissen – die Hälfte der Altenwerder Häuser – für ein neues Containerterminal, das 1985 eröffnet werden sollte. 1989 gab es noch 11 genutzte Gebäude. 1997 beginnen die Elbschlickaufspülungen und Altenwerder wird endgültig zerstört. 1998 verlassen die letzten Bewohner das Dorf. Nur die Kirche und der Friedhof bleiben unversehrt, aber der Hafen und hafenbezogene Lagerhallen und andere Gebäude sind immer näher gerückt. Man kommt nur über sehr verschlungene Wege zur Kirche. Die verstreute Gemeinde versucht mit Konzerten, einer Obstwiese, auf der Hochzeitspaare, die in der Altenwerder Kirche getraut werden, einen Baum pflanzen können (siehe Foto unten) und anderen Aktionen das Leben um die St. Gertrud-Kirche herum aufrecht zu erhalten.  

 

HH Altenwerder 14 web


Einige Jahre konnten die Autofahrer auf der Autobahn A7 noch den Kirchturm als Mahnmal inmitten des Spülfelds erkennen. Ab 2015 dominieren die Hafengebäude die Szene, riesige Asphaltflächen haben die Landschaft Altenwerders zerstört.

 

HH Altenwerder 12 web


Eine romantische Adresse erinnert an vergangene Zeiten.

 

HH Altenwerder 13 web


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Das Denkmal 2006

 

  HH Altenwerder Juli2006 GeorgHH Wikimedia Commons web

  Foto: GeorgHH/Wikimedia Commons

Zehn Jahre liegen zwischen diesem Foto und den oben dokumentierten.


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Die Geschichte Altenwerders

Das Dorf Altenwerder, an der Süderelbe gelegen, wurde bereits Ende des 14. Jahrhunderts erwähnt. Die meisten Bewohner lebten über die Jahrhunderte vom Fischfang und der Landwirtschaft. Später kamen Gewerke dazu, die mit Schiffbau und Hafenwirtschaft zu tun hatten.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts hatte der Hamburger Senat Pläne, den Hafen im Süderelberaum zu erweitern. Allerdings war dieses Gebiet um die alte Hamburger Exklave Moorburg herum preußisch.

Nach dem 1. Weltkrieg erfolgte der Hafenausbau zunächst nur auf Waltershof, nördlich von Altenwerder. 1929 wurden das Marschland und Neuenfelde zum Hafenerweiterungsgebiet erklärt. Die Nationalsozialisten sorgten dann mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 für die Einverleibung der Nachbarstädte Altona, Harburg-Wilhelmsburg und zahlreicher umliegender Dörfer, darunter auch Altenwerder.

In den 50er-Jahren hatte Altenwerder ca. 2500 Einwohner. Als 1961 das Hafenerweiterungsgesetz beschlossen wurde, nahm in Altenwerder kaum jemand die Bedrohung, Haus und Hof zu verlieren, ernst.

Die Stadt Hamburg hat sich jedoch bereits im Vorwege den Zugriff auf die privaten Grundstücke gesichert. Grundstücke durften jetzt nicht wesentlich verändert und nicht mehr bebaut werden. Häuser durften nur an die Stadt Hamburg verkauft werden.

1973 beschlossen der Hamburger Senat und die Bürgerschaft einstimmig die Räumung des Dorfes, um 1985 ein neues Containerterminal zu eröffnen. Bis zum Ende der 70er-Jahre hatten schon mehr als 200 Bewohner das Dorf verlassen. Die Häuser wurde von der Stadt nach ihrem Auszug sofort abgerissen. Bis 1989 waren nur noch 11 genutzte Gebäude übriggeblieben. 1982 wurde das Ende von Altenwerder durch das 2. Hafenerweiterungsgesetz endgültig beschlossen. 1998 verliessen die letzten Bewohner Altenwerder.

HH Altenwerder ca1960 web


Altenwerder von der alten Süderelbe gesehen, ca. 1960.

  HH Altenwerder Hafenentwicklungsplan web


Nach den Plänen der Wirtschaftsbehörde soll auch das Nachbardorf Moorburg verschwinden.


Das Foto, die Grafik und Teile des Textes haben wir der Seite »Rettet die Elbe« entnommen. Vielen Dank dafür.

Lesen Sie mehr auf:

www.rettet-die-elbe.de

www.geschichtsspuren.de


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Altona

Max-Brauer-Allee / Bei der Johanniskirche

Das dreiseitige säulenartige Monument aus Klinker und Keramik, das so genannte 31er-Denkmal, wurde am 4. Oktober 1925 eingeweiht. Die überlebenden Mitglieder des Infanterie-Regiments Nr. 31 hatten es nach dem 1.Weltkrieg in Auftrag gegeben. Es wurde nach einem Entwurf der Architekten Heinrich Esselmann und Max Gerntke von John Kriegeris und August Anton Henneberger als Bildhauer umgesetzt. Es ist 8,50 m hoch, auf jeder der drei Seiten steht eine überlebensgroße, nackte Kriegerfiguren mit Schwert und Schild, die die drei Regimenter (Aktiv-, Reserve- und Landwehr-Regiment) versinnbildlichen. Sie sollen Heldentum in zeitloser Form darstellen, in dem sich der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann zu bewähren hat. Dieses Bild blendet die Realität des 1.Weltkriegs aus.

Noch bis in die 1970er Jahre fanden am Volkstrauertag regelmäßig Feiern der ehemaligen Regimentsmitglieder am Denkmal statt.

HH Altona


Umlaufende Inschriften:
Den Gefallenen zum dankbaren Gedächtnis
Den Lebenden zur Mahnung
Den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung

1914 – 1918

Darunter folgt eine Aufzählung der Schlachtorte.

Unter dem Menüpunkt >Texte >Veränderung finden Sie ausführliche Informationen zur Entstehungsgeschichte des Denkmals und des Gegendenkmals von Rainer Tiedje, das am 5. Mai 1996 fertiggestellt war.

HH Altona Kirche

St. Johannis wurde am 4. Oktober 1874 mit der Eröffnung des Militärgottesdienstes zur Garnisonskirche; sie bleibt es bis zum Ende des 1. Weltkrieges 1918.

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Die Entstehung

In Altona trafen sich 1922 zum ersten Mal die Überlebenden des thüringischen Infanterieregiments Nr. 31 Graf Bose an ihrem alten Garnisonsort: »Aber gerade damals – mitten heraus aus der Freude am Wiedersehen – erhob plötzlich ein Gedanke das Haupt, dem, von einzelnen zwar erwogen, bis dahin die Masse als Hauptträgerin seiner Ausführbarkeit noch ferngestanden hatte: Ehrung unserer toten Kameraden.«

Den Platz vor der Johanniskirche stellte die Stadt zur Verfügung; eine Finanzierung der umgebenden Grünanlagen mit den Stimmen der Rechtsparteien durchgesetzt, nachdem die Linksparteien die Übernahme des Heine-Denkmals aus dem Hamburger Barkhof erreicht hatten.
Der Bildhauer August Henneberger formte mit den fortschrittlichen Mitteln des Klinkerexpressionismus ein aufstrebendes dreigliedriges architektonisches Monument, vor dessen Seiten drei Skulpturen von schwertbewaffneten nackten Kriegern stehen. Die Inschrift wurde übernommen vom Kreuzberg-Denkmal Friedrich Wilhelms IV.: »Den gefallenen Helden zum dankbaren Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung.« Der gerade zum Reichskanzler gewählte Feldmarschall Hindenburg hatte diesen kaum verhohlenen Wunsch nach Wiederholung des Krieges am Tannenberg-Denkmal erneut akzeptabel gemacht.

Das mehrtägige Regimentstreffen mit Denkmaleinweihung im Oktober 1925 hatte folgendes Programm: Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof, Zapfenstreich unter den Augen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz, der jetzt Platz der Republik hieß, Feldgottesdienst auf dem Kasernenhof, Fahnenweihe und Vorbeimarsch. Die Denkmaleinweihung bestand aus einer Ansprache von General a.D. Bergmann, Enthüllung, Gesang des Liedes »Ich hat' einen Kameraden«, Übergabe des Denkmals an die Stadt und Übernahme durch Bürgermeister Max Brauer.

Die Botschaft, die das Regiment mit diesem Denkmal – auch zur Rechtfertigung eigenen Tuns – an die Öffentlichkeit richtet, ist kaum mißzuverstehen: Soldatentum und Soldatentod sollen zum Heldentum verklärt und zur unkritischen Nacheiferung empfohlen werden.

Zitiert aus Volker Plagemann, »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986, Seite136/137.

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Die Einweihung

1925 hielt Propst Sieveking die Predigt des Feldgottesdienstes zur Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Altonaer Kasernenhof.

HH Altona Kaserne1925 web

Danach weihte Pastor Busch aus Lübeck, der ehemalige Divisionspfarrer der 18. Division, die Fahnen der Kameradschaftlichen Vereinigungen des Reserve-Infanterie-Regiments 31 und des Landwehr-Infanterie-Regiments 31. Nun zog die Versammlung zur Kirche St. Johannis, der Garnisonskirche der 31er. Das Programm der Einweihungsfeier am Kriegerdenkmal lag gedruckt vor:

1. Weiherede Sr. Exzellenz des Herrn General der infanterie a.D. von Bergmann; Fallen der Hülle.

2. Einzelgesang des Herrn Opernsängers Josef Degler vom Hamburger Stadttheater: »Ich hatt’ einen Kameraden«.

3. Übergabe des Denkmals an die Stadt Altona durch den Vorsitzenden des Denkmalausschusses aller 31er, Herrn Oberst a.D. von Ahlefeldt.

4. Übernahme des Denkmals durch Oberbürgermeister Brauer.

5. Niederlegen von Kränzen; Geläute der Kirchenglocken.

Bürgermeister Max Brauer sagte über das Denkmal: »Es wird eines der schönsten Kriegerdenkmäler im deutschen Vaterlande sein.«

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HH Altona alt web

Kranzniederlegungen

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Die Urfassung der Inschrift –
oft variiert kopiert

Zum Andenken an die preußischen Soldaten, die im Kampf gegen die napoleonischen Truppen in den Befreiungskriegen fielen, ließ der preußische König das 18,83 Meter hohe Nationaldenkmal für die Befreiungskriege auf dem Berliner Kreuzberg errichten. Das neugotische Bauwerk erinnert an bedeutende Schlachten; an Siege, aber auch an Niederlagen wie beispielsweise die Schlacht bei Großgörschen.

Das Denkmal wurde in Form eines gotischen Tabernakels gestaltet und ist mit einem »Eisernen Kreuz« bekrönt. An den zwölf Außenseiten des kreuzartigen Grundrisses stehen zwölf gusseiserne Genien, die jeweils eine Schlacht der Befreiungskriege symbolisieren und Porträtähnlichkeit mit preußischen Heerführern und Mitgliedern des Königshauses aufweisen. Die vier am prominentesten nach außen hervortretenden sind Groß-Görschen 2. Mai 1813, Leipzig 18. Oktober 1813, Paris 30. März 1814 und Belle-Alliance 18. Juni 1815 (Schlacht bei Waterloo). ... Die Widmungsinschrift unter der Tafel »Groß-Görschen« verfasste im Auftrag des Königs der Altphilologe August Boeckh:

»Der König dem Volke, das auf seinen Ruf hochherzig Gut und Blut dem Vaterlande darbrachte. Den Gefallenen zum Gedächtniß, den Lebenden zur Anerkennung, den künftigen Geschlechtern zur Nacheiferung.«

Wikipedia, Nationaldenkmal für die Befreiungskriege

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Aufrüstung

Knapp vier Wochen vor dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 ehrt die Gemeinde der St. Johanniskirche die Krieger des 1. Weltkriegs mit einer Feierstunde und der Enthüllung einer »Ehren«-Tafel.

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Der Bildhauer Henneberger

August Anton Henneberger (* 15. Januar 1873 in Kötzting; † nach 1953) war ein deutscher Bildhauer. Etwa 1891 bis 1901 ließ er sich in München zum Bildhauer ausbilden. Ab 23. Oktober 1899 war er an der dortigen Akademie als Schüler von Syrius Eberle eingeschrieben. Um 1904 ging er nach Altona, wo er als Professor an der Kunstgewerbeschule lehrte. An der Gründung des Altonaer Künstlervereins im Jahre 1905 war er maßgebend beteiligt. Henneberger hat auch das Kriegerdenkmal auf dem Blankeneser Friedhof ausgeführt.

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Zwei Soldaten in Bahrenfeld

Auf dem Hauptfriedhof Altona in der Stadionstraße zwischen Kapelle und Kriegsgräberanlage auf der linken Seite des Hauptweges.

Hier haben Kameradschaften für die getöteten Soldaten ihrer Regimenter zwei Denkmäler errichtet. Garnisonsort war Altona, deshalb wurde der Hauptfriedhof als Ort für die Denkmäler gewählt.

Dicht bei der Kapelle liegt die Denkmalsanlage des Lauenburgischen Feld-Artillerie Regiments 45.

HH Bahrenfeld1 Naher web

HH Bahrenfeld1 gesamt web

Die Bronzeplatte mit dem Relief des Soldaten im großen Ausfallschritt mit hochgestrecktem rechten Arm ist umgeben von einer Steinmauer. Links schließt sich eine weitere Mauer an, so dass ein größerer Platz entsteht.

Die Inschrift lautet:
Unseren gefallenen Kameraden 1914-1918
Lauenburgisches Feld-Art. Regt. 45 und seine Kriegsformationen

Das Denkmal wurde am 2. September 1928 eingeweiht.

HH Bahrenfeld1 Detail web

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Bis heute findet es große Beachtung. Das folgende Foto entstand am 19. April 2014, die oberen im Jahr 2015.

HH Bahrenfeld1 2014 web

© Dirtsc / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE

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HH Bahrenfeld GW Ottensen web

© Geschichtswerkstatt Ottensen

In den ersten Jahren wurde die Denkmalsanlage auch nach rechts durch optisch passende Mauern und Treppenstufen ergänzt.

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Das Lauenburgische Regiment 45

Am 2. August 1914 zog das Regiment mit 42 Offizieren bzw. Offiziersanwärtern, 3 Ärzten, 3 Veterinärärzten, 2 Zahlmeistern, 1.330 Unteroffizieren und Mannschaften, 1.300 Pferden (!), 36 Geschützen und 84 Munitionswagen in den 1. Weltkrieg. Mehr als die Hälfte dieses Kontingents (...) kam aus Bahrenfeld.

Zitiert aus: »Bahrenfelds militärische Vergangenheit« von Günther Schmidt, S. 10

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In kurzer Entfernung in waldigem Gelände steht das Denkmal für ein zweites Lauenburgisches Regiment. Es entstand um das Jahr 1925.

HH Bahrenfeld2 quer web

Auf einem Sockel befindet sich die Sandsteinskulptur eines nackten Kriegers mit Stahlhelm und antikem Schwert in der rechten Hand. Er schaut in die Ferne. Im oberen Drittel des Sockels steht auf einer Stufe eine oben abgerundete Platte mit der Inschrift:

Den Gefallenen des Lauenburgischen Fussartilleriereg No 20
und seiner Kriegsformationen

1914-1918

HH Bahrenfeld2 Inschrift web

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               HH Bahrenfeld2 Kopf web

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Ein produktiver Bildhauer

Arthur Bock (1875-1957) hat den nackten Krieger aus Stein gehauen. Er ist in Leibzig geboren, hat dann aber vierzig Jahre in Hamburg gelebt und in der Zeit zwischen 1903 und 1949 ca. 80 Werke fertiggestellt, die sich bis heute in Hamburg, besonders auf den Friedhöfen als Grabmale, befinden. 1990 zählte das Denkmalschutzamt allein 58 Grabmale auf dem Friedhof Ohlsdorf, sechs in Nienstedten, je zwei in Groß-Flottbek und Öjendorf und je eins in Altona, Tonndorf und eben den nackten Soldaten in Bahrenfeld. Jens Marheinecke schrieb in seinem Buch »Werke von Arthur Bock«, Hamburg, 1999: »Schon in der Zeit des Ersten Weltkrieges fand er zu einer ›heroischen‹ Arbeitsweise. Das dritte Reich war zwar noch fern, doch viele seiner Skulpturen wirkten damals schon ›germanisch‹.«

Bei Wikipedia kann man lesen:

Arthur Bock begann seine Studien an der Königlichen Kunstakademie und Kunstgewerbeschule in Leipzig und setzte diese von 1894 bis 1897 an der Kunstgewerbeschule in Dresden fort. Anschließend studierte er bis 1900 an der Königlichen Akademie in Berlin. Seit 1903 war Bock als Professor für Kunst in Hamburg tätig. Außerdem lehrte er an der privaten Malschule der Malerin und Kunstgewerblerin Gerda Koppel (1875–1941). Arthur Bock war Mitglied der Hamburger Künstlervereinigung und gehörte zum Freundeskreis von Oscar Troplowitz, einem Hamburger Pharmaunternehmer und Kunstmäzen.

Gemeinschaftsausstellungen in Hamburg, Berlin, München und Leipzig zeigten ab 1905 Werke von Bock. In Hamburg schuf er beachtete Werke im öffentlichen Raum, so 1909 »Allegorien der Winde« an den St.Pauli-Landungsbrücken, 1911 »Diana mit Hunden« im  Hamburger Stadtpark, die 1912 entstandene »Justicia« am Oberlandesgericht sowie die allegorischen Plastiken für die Brunnenananlage (nur noch teilweise vorhanden) vor den dortigen Gerichtsgebäuden am Sievekingplatz. 

Für den Friedhof Ohlsdorf fertigte er über 50 Arbeiten und auf dem Hauptfriedhof Altona 1925 das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Auch auf anderen Friedhöfen finden sich Grabmäler und Denkmäler von Arthur Bock, so das 1926 entstandene Grabmal des Dichters Otto Ernst auf dem Friedhof in Groß-Flottbek oder 1937 das Denkmal auf dem Mennonitenfriedhof Hamburg-Altona.

Durch seinen monumentalen, heroisch wirkenden Stil bekam Bock auch während der Zeit des Nationalsozialismus Aufträge. Er fertigte eine Bronzebüste des 1936 bei einem Attentat getöteten und zum Märtyrer erklärten NSDAP-Funktionärs Wilhelm Gustloff.

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Vor dem Denkmal auf dem Waldboden liegt die Tafel für den Soldaten Otto Michahelles, der »im Luftkampf den Heldentod für sein Vaterland fand«:

HH Bahrenfeld2 Tafel web

In der Formulierung: »Die Feinde haben ihn auf dem Friedhof von Champenoux Franz.Lothringen bestattet« kommt fast eine erstaunte Dankbarkeit zum Ausdruck – aber Feind bleibt eben doch Feind!

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Barmbek-Süd

Im Garten der neuen Kreuzkirche

Ein freistehender Sandsteinobelisk auf einem zweistufigen Sockel trägt auf der Frontseite das Relief eines Eisernen Kreuzes, das von einem Kranz aus Eichenlaub umgeben ist.


HH Barmbek Vorne web

Darunter die Inschrift:

Im Dienste des Vaterlandes haben aus der Gemeinde der Kreuzkirche ihr Leben hingegeben


HH Barmbek ganz web

Auf den vier Seiten des Sockels sind 196 Namen von toten Soldaten des 1. Weltkriegs eingraviert – allesamt Glieder, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter der Kreuzkirchengemeinde. Nachträglich wurden acht Namen mit Dienstgrad, Geburts- und Sterbedatum von Soldaten des 2. Weltkriegs hinzugefügt.


HH Barmbek Rueck web


Auf der Rückseite die Inschrift:

Christus unser Leben

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Die Einweihung

1919 wurde das Kriegerdenkmal hinter der alten Kreuzkirche am Holsteinischen Kamp/Ecke Marschnerstraße errichtet. Auf dem ersten Foto ist der Sandsteinobelisk zu sehen – fast weiß, zur Einweihung ist er mit dunklen Girlanden (üblicherweise waren sie aus Eichenlaub) geschmückt worden.

HH Barmbek Sued Einweihung web

Die alte Kreuzkirche wurde am Palmsonntag, den 3. April 1887 eingeweiht.

HH Barmbek Sued Alte Kreuzkirche web

Die Fotos und die Informationen über die alte Kreuzkirche stammen aus der Festschrift 150 Jahre Kreuzkirche aus dem Jahr 1976. Wir danken Ronald Einfeldt, dass er sie uns zur Verfügung gestellt hat.

 

Festschrift Teil 1    Festschrift Teil 2

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Die Neue Kreuzkirche

Die alte Kreuzkirche ist im 2.Weltkrieg völlig zerstört worden. Als die neue Kreuzkirche am 18. März 1962 an einem anderen Standort, nämlich an der Wohldorfer Straße, eingeweiht wurde, ist das Kriegerdenkmal umgesetzt worden und steht jetzt (auf dem Foto rechts) neben der modernen Kirche hinter den Bäumen.


HH Barmbek Kreuzkirche Web

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Der Umzug

Die Gemeinde Alt-Barmbek war für die »Abwicklung« des Grundstücks der alten Kreuzkirche Kreuzkirche in der Marschnerstraße und den Bau der neuen Kreuzkirche verantwortlich. In den Protokollen der Kirchenvorstandssitzungen von 1954 kann man zum 23. Juni lesen, dass sich der Oberbaurat Klupp »erbietet mit Herrn Matthies über die Neuaufstellung des Gedenksteins der Kreuzkirchengemeinde zu verhandeln«, und am 13. Oktober beschließt der Kirchenvorstand dem Bauplan der Firma Matthies statt zu geben, »unter der Voraussetzung, dass sie den Gedenkstein der Kreuzkirchengemeinde erhält und würdig in ihren Bauplan einbezieht«.

Wir danken Michael Winzer für seine Recherche

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Barmbek

Auf dem Gelände des alten Allgemeinen Krankenhauses Barmbek, jetzt Quartier21

Sechseitiger Klinkerturm, als Brunnen gebaut, mit Keramikverzierungen. Auf der Vorderseite ein gesenktes Schwert im Eichenkranz als Relief. 46 Namen von getöteten Soldaten des 1.Weltkriegs auf den anderen Seiten. Das Kriegerdenkmal, nach einem Entwurf von Oberbaudirektor Fritz Schumacher, wurde 1922 eingeweiht.

Inschrift:
Unseren im Weltkriege – 1914 - 1918
– gefallenen Helden zu Ehren


Seit einigen Jahren ist das Denkmal eingefügt in das neu entstandene Quartier 21. In einem Werbeflyer »Quartier21 – Leben beginnt hier« steht über einem Bild des Wohnquartiers (»Oase für Individualisten«) mit dem Kriegerdenkmal: »Kulisse für vitales Stadtleben: die eindrucksvollen Altbauten des AK Barmbek«.

Die Chance für eine zeitgemäße Kommentierung wurde hier leider nicht ergriffen.


HH Barmbek

 


Aufwendige Details:

HH Barmbek Krone


                HH Barmbek Schwert

HH Barmbek Detail


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Vor einigen Jahren stand das Denkmal im wilden Grün – da gehörte das Gelände noch zum Park des Krankenhauses.


HH BarmbekKrankenhaus

Foto: Kerstin Klingel

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Die Einweihung

Aus den Hamburger Nachrichten, November 1922

... Der geräumige Platz bot einen festlichen Anblick dar. Vor dem Pavillon K 1 hatte sich der Sängerchor, gegenüber vor K 2 die Kapelle der Ordnungspolizei aufgestellt. Mit dem Choral »Die Himmel rühmen« begann die Feier. Dann betrat der Obmann des Personals die neben dem noch verhüllten Denkmal errichtete Redekanzel und begrüßte die rings im Kreise versammelte Gemeinde des Krankenhauses und die zur Feier geladenen Gäste. Der vorzüglich angelegte Platz hat eine ausgezeichnete Akustik, so daß jedes Wort wie in einem geschlossenen Raum vernehmbar blieb. Man erfuhr, daß der Aufstellung des Ehrendenkmals für die Gefallenen der Anstalt sich erhebliche Schwierigkeiten in den Weg gestellt hatten, weil die Absicht bestand, etwas Besonderes zu schaffen, was aber in Folge der Teuerung mehr als einmal unausführbar erschien. Weil aber im ganzen Personal, vom ärztlichen Direktor bis zum jüngsten Arbeiter, der Wille vorhanden war, dies Besondere zu schaffen, wurde durch allseitige Opferwilligkeit auch der Weg dazu gefunden. ... Die Sänger sangen: »Im Feld des Morgens früh« und dann, nachdem noch ein Redner in feierlich-wehmütigen Vortrag der Hoffnung auf ein Wiedererstarken der deutschen Volkskraft in Freiheit und Frieden Ausdruck gegeben, ein weiteres Volkslied, das diese Stimmung angemessen war. Dann wurden Kränze niedergelegt, während die Musik das Lied vom treuen Kameraden spielte ...

HH Barmbek HN 1922

● Links: Direktor Professor Dr. Rumpel, rechts: Direktor von Sellin und Dr. Roth

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Absage von Oberbaudirektor Dr. Fritz Schumacher

HH Barmbek Brief FS

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Denkmalsbrunnen zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen

Der Entwurf des Klinkerbrunnens stammt von Oberbaudirektor Prof. Schuhmacher. Die Bauarbeiten sind ausnahmslos von Angestellten und Arbeitern des Krankenhauses ausgeführt worden, insbesondere die Vorarbeiten u. Bildhauerarbeiten von Herrn Kurze. Die Mittel wurden durch freiwillige Sammlungen bei allgemeiner Beteiligung der im Krankenhause angestellten Personen sicher gestellt. Wertvolle Hilfe in der Fertigstellung leistete uns Herr Wünsche, Leiter der keramischen Abteilung der Kunstgewerbeschule, welcher die Klinker in den Hochöfen des Instituts brannte.
Das Denkmal hat die Gestalt einer sechseckigen Säule, bei deren Seiten Widmung, Schriftplatten und Brunnenspeier abwechseln. Die Namen der 46 Gefallenen sind auf den Schriftplatten erhaben modelliert. Des Weiteren ist die Erinnerung an sie in dem ornamentalen Schmuck festgehalten in Eiche, Lorbeer, Mohn und Diestel, »versinnbildlichend Kraft und Ruhm, Tod und Schmerz«. Das aus der Kuppel fließende Wasser aber soll an den ewigen Quell des Lebens mahnen.

(Aus dem Archiv des Krankenhauses)

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Aus dem Buch »25 Jahre Allgemeines Krankenhaus Barmbeck
in Hamburg  1913 – 1938«

Zwischen Zentralgebäude und Verwaltungsgebäude liegen zu beiden Seiten der Mittelachse zwei Krankenpavillons, ursprünglich als Privatkrankenabteilungen (sogenannte Kostgängerhäuser) gedacht, an einem zentralen, von den vier genannten Gebäuden umschlossenen Platz, der mit einem Ehrenmal in Gestalt eines Brunnens, an dem die Namen der im Weltkrieg gefallenen Gefolgschaftsangehörigen angebracht sind, und schönen, gärtnerischen Anlagen den Ehrenhof (siehe Abb. 6) bildet. Auf diesem Ehrenhof, der jederzeit mit einer vorzüglichen Lautsprecheranlage versehen werden kann, werden bei gutem Wetter die Reden des Führers und die sonstigen offiziellen Feiern der Gefolgschaft übermittelt, die Betriebsappelle abgehalten und den Kranken Konzerte geboten.

HH Barmbek Ehrenhof

HH Barmbek hist1


Herzlichen Dank an Frau Schneider von der Geschichtswerkstatt Barmbek für die Hilfe, die Dokumente und historischen Fotos.

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Blankenese

Friedhof Blankenese am Sülldorfer Kirchenweg

Am oberen Ende einer kreuzförmigen Anlage steht das sarkophargartige Monument mit aufgesetztem Kreuzrelief. Das gemauerte Postament hat einen dreistufigen Sockel. Vielerlei Symbole als Reliefs: Stahlhelm, Eichenblätter, Schwerter, Palmzweige, Eisernes Kreuz, umgedrehte Fackel und Lorbeerzweige. Eine Signatur zeigt, dass der Entwurf von Architekt A. Niemann stammt. Am 3. Oktober 1920 wird das von August Anton Henneberger bildhauerisch ausgeführte Kriegerdenkmal für getöteten Soldaten der Kirchengemeinde Blankenese eingeweiht. August Anton Henneberger (* 15. Januar 1873) hat auch das so genannte 31er-Kriegerdenkmal vor der Johanniskirche in Altona erstellt.

 

HH Blankenese

Inschrift:
Unseren teuren im Weltkriege für uns gefallenen Brüdern zum ehrenden Gedächtnis
1914 - 1918  
1939 - 1945
(später ergänzt)

Auf der Rückseite des Monuments:
Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen!

HH Blankenese Inschrift


Dieselbe Inschrift findet sich auch am 76er-Denkmal am Dammtor. Sie »wurde im nationalsozialistischen Deutschland als Zitat am häufigsten für Kriegerdenkmäler gewählt. (Zitiert bei Walden, in: Reichel (Hrsg.), S. 32). Diese Inschrift ist ein Zitat aus dem Gedicht ›Soldatenabschied‹ des Arbeiterdichters Heinrich Lersch (1889-1936). Dieser hatte es Anfang August 1914 in begeisterter Kriegseuphorie geschrieben. In dem Gedicht nimmt ein Soldat Abschied von seinen Eltern und seiner Frau und rechnet dabei fest damit, dass er im Krieg für Deutschland sein Leben hingeben wird. Lersch stellt nicht in erster Linie den Kampf, sondern das Selbstopfer für das deutsche ›Vaterland‹ in den Vordergrund. ›Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen‹ vermittelt den Eindruck, Deutschland sei ein ›einheitlicher Organismus‹, der bedroht sei, und für den ›Fortbestand‹ müsse unter Einsatz des eigenen Lebens gekämpft werden.

Dieser Satz findet sich auch auf dem 1932 eingeweihten deutschen Soldatenfriedhof beim belgischen Langemarck. Dort fand im Herbst 1914 die Flandernschlacht statt, bei der viele junge Deutsche fielen. Die Kampfbereitschaft der jungen Männer und ihr Einsatz wurden nach dem Ersten Weltkrieg zum vorbildlichen Heldentum stilisiert. Der ›Mythos von Langemarck‹ wurde begründet, der von den Nationalsozialisten zur Kriegsmobilmachung gerne bemüht wurde. …

Bei der Verwendung dieses Zitates geht es um die direkte ›Aufforderung zum bedingungslosen Einsatz für Deutschland‹. Der Tod des Soldaten im Krieg wird als ›selbstverständliches Opfer für das Vaterland‹ erwartet.«

Zitiert aus Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, Kriegerdenkmäler in Hamburg, Seite 101-102

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Deutschland muss leben ...

Unter dem Eindruck seiner Einberufung 1914 schrieb Heinrich Lersch das Gedicht in das Gebetbuch seiner Mutter.

MP Alt Rehse Lied

Heinrich Lersch (1889 - 1936) wurde zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus, im Mai 1933, in die Preußische Akademie der Künste berufen. Im Oktober 1933 gehörte er zu den 88 deutschen Schriftstellern, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichneten. Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg unterzeichnete er am 19. August 1934 einen Aufruf der Kulturschaffenden anlässlich der Volksbefragung zur Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und Reichspräsidenten in der Person von Adolf Hitler. Im August 1935 trat Lersch in die NSDAP ein,im selben Jahr erhielt er den mit 200 Mark dotierten Rheinischen Literaturpreis.

Nach Kriegsende wurden in der Sowjetischen Besatzungszone Lerschs Werke »Deutschland muss leben« (1914), »Herz! Aufglühe dein Blut!« (1916), »Klinge hinaus, schlagender Schall« (1940), »Wir Werkleute« (1936) und »Das dichterische Werk« (1944) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

Nach Wikipedia

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Auf mehreren Kriegerdenkmäler auf dem Gebiet der Nordkirche ist diese Zeile zu lesen. 1979 veröffentlichte eine Autorengruppe um Roland Jaeger das Buch »Ein Kriegsdenkmal in Hamburg«. Lesen sie hier den Beitrag zu Heinrich Lersch. Wir danken den Autoren, dass wir die Seite zur Verfügung stellen können.

 

PDF Download

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Die Einweihung 1920

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© Geschichtswerkstatt Ottensen

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August Anton Henneberger

* 15. Januar 1873 in Kötzting; † nach 1953. Etwa 1891 bis 1901 ließ er sich in München zum Bildhauer ausbilden. Ab 23. Oktober 1899 war er an der dortigen Akademie als Schüler von Syrius Eberle eingeschrieben. Um 1904 ging er nach Altona , wo er als Professor an der Kunstgewerbeschule lehrte. An der Gründung des Altonaer Künstlervereins im Jahre 1905 war er maßgebend beteiligt.

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Volkstrauertag 1958

Es gibt viel zu tun in Blankenese-Dockenhuden – an sieben Denkmälern Aufmärsche, Kranzniederlegungen und ein Feldgottesdienst:

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Vielen Dank an Katrin Ehlberg vom Süderelbe-Archiv!

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> Weiße Wäsche – Kunstaktion 2014

 

Bramfeld

In der Grünanlage am Ende der Sackgasse »Am Ehrenmal«

Die Denkmalsanlage steht auf einer Anhöhe und ist über eine siebenstufige breite Treppe zugänglich. Der überlebensgroße Soldat aus Sandstein mit aufgestelltem Gewehr steht auf einem Sockel (Relief: Eisernes Kreuz) und scheint Wache zu halten. Stahlhelm, Patronengürtel und an der Seite Schwert mit Quaste gehören ebenfalls zu seiner Ausstattung. Ein aus Feldsteinen gemauerter Rundbogen auf sechs Säulen bildet den Hintergrund und verleiht der Soldatenfigur zusätzlich eine mystische Bedeutung. Zwei Tafeln nennen die 156 Namen der getöteten und die 9 der vermissten Soldaten des 1.Weltkriegs.

Den Entwurf von Bildhauer Karl Schurig hat der Barmbeker Johann Wendt ausgeführt. 1935 ist das Kriegerdenkmal fertiggestellt worden, es hat 20.000 Reichsmark gekostet.


HH Bramfeld entfernt


HH Bramfeld Seite


Inschriften auf dem Sockel:
Unseren gefallenen Kameraden  1914 1918

HH Bramfeld


Davor ein Gedenkstein aus Granit:
Unseren Kriegstoten 1939 - 1945
Gedenk Deiner Toten, o Volk

Weitere Informationen unter dem Menüpunkt >Projekte >»So kann es nicht bleiben ...«

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Karte aus den 60er Jahren

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»So kann es nicht bleiben...«

... sagt der Arbeitskreis Denk-mal Hamburg-Bramfeld


Seit über 75 Jahren steht der Soldat am Bramfelder »Ehrenmal« und ruft zum Krieg auf. 1935, als Hitlerdeutschland zum Krieg rüstete, ist er dort hingestellt worden. Mit seiner militanten, beherrschenden Haltung steht er für Heldentum und Angriffskrieg.

Am Samstag, 30. August 2014 ab 15:00 Uhr wurde ihm für begrenzte Zeit eine Kunstinstallation gegenüber gestellt. Beim Friedensfest des Arbeitskreises Denk-mal am Samstag, 6. September ab 14:00 Uhr fand direkt beim Kriegerdenkmal ein öffentliches Gespräch über die Kunstaktion statt.

Wenn Sie mehr über die Intention der Kunstaktion wissen wollen, dann klicken Sie oben auf Aktivitäten >Initiativen. 

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20. April 2015 ...

... Hitlers Geburtstag. In den letzten Jahren trafen sich die ortsansässigen Neonazis zum Feiern beim Kriegerdenkmal am Bramfelder See. Dieses Jahr gab’s als Überraschung eine Kunstaktion!

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> facebook link

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Volkstrauertag 2014

Die Tafel ist erneuert worden: Mitglieder des Arbeitskreises »Denk mal« gedenken der Getöteten, Widerstandskämpfer und Kriegsgegner.

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... doch es gab auch ein Gedenken anderer Art. Die Neonazi-Szene scheint den martialisch aussehenden Steinsoldaten in Bramfeld besonders zu verehren.

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                 Fotos: Hami

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Am 3. November 2014

Die Gedenktafel ist brutal zerstört worden! Wer macht so etwas??

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22. Oktober 2014

Die beantragte Verlängerung für die neue Gedenktafel bis Juni 2015 ist genehmigt.

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Echo in den Medien

Das Hamburger Abendblatt berichtet am 11. September 2014

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Das Friedensfest in Bramfeld 2014

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● Ursula Suhling enthüllte eine Tafel zum Gedenken an zehn Opfer der NS-Justiz und der Strafeinheiten der Wehrmacht. Sie sprach über berührende Details aus dem Leben und von den Hinrichtungen der ihr bekannten Menschen, die auf dieser Tafel genannt werden. Einer von ihnen, der Kommunist Carl Suhling, war ihr Vater. Ende März 1945 ist er 40jährig im Strafbataillon 999 umgekommen. Direkt hinter dem Zaun neben dem Bramfelder »Krieger« liegt der Friedhof Ohlsdorf mit dem Ehrenfeld der Opfer des Nationalsozialismus, auf dem auch die Urne ihrer Mutter Lucy bestattet ist. Besonders im Herbst und Winter ist die Sicht von dort durch die kahlen Bäume auf das Kriegerdenkmal sehr schmerzhaft für Ursula Suhling. Den Platz hat sie heute für ihre Ansprache das erste Mal betreten. Die neue Gedenktafel wird jetzt wenigstens den Blick von vorne auf den »Krieger« zum Teil verstellen.

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● Kunstinstallation und Informationstafel sind nur auf Fotos zu sehen.

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● Gleich steigen die Ballons mit den Friedenstauben in den Himmel

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Information für die Medien
am 1. September 2014

Kunstinstallation am Bramfelder Kriegerdenkmal zerstört

Am vergangenen Sonntag wurde eine temporäre Kunstinstallation am Bramfelder Kriegerdenkmal demontiert und damit zerstört. Nachdem am Vormittag die örtliche Polizei auf Hinweis eines Bürgers zwar die Wäschestücke entfernt, aber die Grundstruktur nicht angetastet hatte, wurden während des Nachmittags oder frühen Abends von bislang unbekannten Tätern die eigens angefertigten massiven Wäschestangen mit Erdankern gestohlen. Die Installation war erst am Vortag aufgebaut und am Nachmittag der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Absicht dieser Kunstaktion war und bleibt, die kriegsverherrlichende Symbolik und Geschichte dieses Denkmals kritisch zu hinterfragen. Initiiert wurde diese Aktion vom Arbeitsbereich Erinnerungskultur der Ev. Akademie. Das künstlerische Konzept und seine Umsetzung wurden gestaltet von Axel Richter vom KunstHaus am Schüberg und Uwe Schloen. Die Installation besteht aus weißen, alltäglichen Wäschestücken, die an einer Wäscheleine zwischen fünf fest im Boden verankerten Stangen aufgehängt waren.

Schon seit mehreren Jahren wirbt der Bramfelder AK Denk-mal mit Veranstaltungen und Friedensfesten dafür, dieses Denkmal so umzugestalten, dass seine kriegerische Botschaft nicht mehr rechten Gruppen als Kundgebungsort dienen kann. Es hatte noch im 2012 den Versuch von in Bramfeld agierenden jüngeren Nazis gegeben, eine Friedenskundgebung des AK Denk-mal zu stören.

Wir wissen, dass es – wie bei jedem Kunstwerk – auch über das von uns installierte verschiedene Auffassungen geben kann und finden die Debatte darüber wichtig. Aber wir müssen jetzt mit Zorn und Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass es mitten in Hamburg Menschen gibt, die eine zum eigenen Nachdenken herausfordernde Kunstaktion nicht zulassen wollen. Wir halten es für bemerkenswert und erschreckend, dass die Zerstörungsaktion nur einen Tag vor dem 1. September stattfand, dem 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen.

Ausführliche Informationen über die Kunstinstallation, die auch an vier anderen Denkmälern in Harburg, Altona, Ahrensburg und Ammersbek gezeigt wird, sind zu finden auf unserer neuen Website: www.denk-mal-gegen-krieg.de

Pastor Ulrich Hentschel, Evangelische Akademie der Nordkirche
Axel Richter, KunstHaus am Schüberg im Kirchenkreis Hamburg-Ost

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Die Wäscheleine hängt!

Am 30. August 2014 um 15 Uhr ist die Kunstinstallation fertig

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● Pastor Ulrich Hentschel und Axel Richter, Leiter des KunstHaus am Schüberg diskutieren mit Besuchern, von denen mancher nicht geglaubt hätte, dass es so ein kriegsverherrlichendes Denkmal in Hamburg noch gibt.

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● Auch die Teilnehmer einer Fahrradrundfahrt durch den Stadtteil, veranstaltet von der Partei »Die Linke«, informieren sich über das Konzept der Aktion.

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Am 17. August 2014 wird die Aktion der Künstler Axel Richter und Uwe Schloen von StudioNord e.V. angekündigt:

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Auch im Hamburger Wochenblatt erscheint in der 35. Ausgabe ein Artikel:

HH Bramfeld Wochenblatt Nr35 web

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Für den Arbeitskreis Denk-mal in Bramfeld ist das »Ehrenmal« am Kleinen Bramfelder See ein Relikt, das als kriegsverherrlichendes Denkmal nicht mehr in die heutige Zeit gehört. Seit zwei Jahren kämpfen seine Mitglieder mit Veranstaltungen und Flugblättern für eine Umgestaltung des Platzes. Sie schreiben: »Wir meinen, dass Krieg nichts mit Heldentum zu tun hat, sondern dass die Soldaten im Krieg verheizt worden und elendig verreckt sind. Der Trauer um die toten Soldaten werden wir am besten gerecht, wenn wir uns gegen Krieg und für den Frieden einsetzen.«

Immer wieder trafen sich in den vergangenen Jahren neo-nazistische Gruppen auf dem Platz vor dem Denkmal und hielten ihre Heldengedenkrituale mit Fackelaufmärschen ab. Am Volkstrauertag 2012 sollte eine Kundgebung des Arbeitskreises Denk-mal und seiner Unterstützer ein Signal für Völkerverständigung und gegen Faschismus geben. Zwölf Neonazis wurden von der Polizei während der Veranstaltung des Platzes verwiesen.

Der AK Denk-mal möchte klarstellen: Es gibt Gegner des »Ehrenmals«, die den Soldaten immer wieder mit Farbe beschmieren. Das ist keine Lösung. Der Bezirk gibt jedes Jahr viel Geld dafür aus, den Soldaten wieder reinigen zu lassen. Dem AK Denk-mal ist an einer politisch-inhaltlichen Umgestaltung gelegen.

Der Bramfelder AK Denk-mal trifft sich jeden 3. Donnerstag im Monat um 18 Uhr im Brakula, Bramfelder Chaussee 265 und freut sich über weitere UnterstützerInnen.

Kontakt: D. Hartmann c/o Brakula, Bramfelder Chaussee 265, 22177 Hamburg.

Flyer Bramfeld 1

Flyer Bramfeld 2

 

Flyer Bramfeld 4

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Cranz

Tafel an der Außenwand des alten Schulgebäudes, Estedeich 102

Helle Sandsteinplatte gewidmet den toten Soldaten des 1. Weltkriegs. Auf das geschwungene Dach aufgesetzt ist das Relief eines Stahlhelms auf Eichenlaub. Darunter im Giebel ein Eisernes Kreuz im Schmuckfenster. Ein großes Oval, in der oberen Hälfte umkränzt von einer schmalen Lorbeerranke, sitzt auf einem Lamellenmuster. Im Oval die Widmung:

Dem Gedächtnis ihrer Helden von 1914 – 18

Darunter 24 Namen mit Geburts- und Todesdatum.

Als unterer Abschluss das Schriftband:

Gewidmet von der Gemeinde Cranz a/E

HH Cranz Tafel web


Unter der Abschlußkante noch eine glatte Sockelplatte, ebenfalls aus hellem Sandstein. 2016 ist die Denkmalstafel aufgefrischt worden, der kleine Platz hat neue Kieselsteine und eine Buchsbaumbepflanzung erhalten.

HH Cranz Ganz web


Der neue private Besitzer hat der Stadt Hamburg das alte Schulgebäude abgekauft und unter Denkmalsschutzauflagen saniert. Neben der Denkmalstafel, die im Vorgarten zugänglich bleiben muss, wird die alte Schuluhr von einem pensionierten Uhrmachermeister gewartet, Giebelreiter ud Schultür müssen erhalten werden.

HH Cranz Haus web

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> Weiße Wäsche – Kunstaktion 2014

 

Neustadt

Zwischen Dammtordamm und Planten und Blomen

Im Zentrum ein quaderförmiger Block aus Muschelkalk mit umlaufenden Relief: 88 lebensgroße marschierende Soldaten mit Marschgepäck, die Gewehre geschultert – nur der Zugführer hat kein Gewehr und Gepäck, dafür einen Feldstecher. Ausserdem das Hamburger Wappen als Stadttor und Eichenlaub. Inschrift: Muschelkalkblock
»Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen«

HH Damm

Der Muschelkalkblock ist 8,90 m lang, 4,30 m breit und 7 m hoch. Er ruht auf einem leicht eingezogenen Sockel. Die 50 cm tief gestaffelte Reliefdarstellung der Soldaten ist aus einer Vielzahl einzelner Muschelkalkblöcke zusammengefügt. Die Fugung verläuft in der Vertikalen zwischen den einzelnen Vierergruppen, in der Horizontalen unmittelbar unter dem Koppel und beim Knie.

An der dem Dammtorbahnhof zugewandten Seite der Anlage befindet sich eine zehn Meter lange Steintafel. Inschrift:
»Großtaten der Vergangenheit sind Brückenpfeiler der Zukunft«

Es folgen die Namen der Schlachtorte des 76er-Regiments 1870-1871 und 1914-1918. Die Anlage ist von einer niedrigen Steinmauer umgeben. Einweihung: 15. März 1936. Entwurf und Ausführung: Richard Kuöhl.

1958 wurde vor diese Haupttafel eine 2,50 m x 2 m große »Gruftplatte« gelegt, die den 1939-45 getöteten und vermißten Soldaten des Panzergrenadier Regiments 76 gilt.
1959 wurde neben der Haupttafel eine weitere 1 m x 2 m große Steintafel angebracht. Inschrift:
»Zur Ehre der gefallenen und vermissten Kameraden 1939-1945 225. Infanterie-Division«

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Foto: Staro1@de.wikipedia

Das Gegendenkmal

Als vierteiliges Denkmal vom Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka konzipiert. Die Einweihung des 1. Teil »Hamburger Feuersturm« fand am 8. Mai 1985 statt, die des 2. Teils »Fluchtgruppe Cap Arcona« am 29. September 1986. Dann war der vorgesehene Etat von 900.000 Mark verbraucht. Die letzten beiden Teile »Soldatentod« und »Frauenbild und Faschismus« konnten nicht mehr fertiggestellt werden und weitere Gelder wurden nicht bewilligt.
Das Gegendenkmal hat viele Kritiker. Die Umsetzung der gewählten Themen sind sehr komplex, sie erschließen sich nicht im Vorbeigehen. Der Bezug des Gegendenkmals zum ursprünglichen ist durch die Distanz von mehr als 20 Metern schwer herzustellen, zumal der »Kriegsklotz« eine so dominierende Präsenz hat. Der Historiker Hans Walden kritisiert das Gegendenkmal, weil beide aufgestellten Teile sich auf britische Luftangriffe beziehen. Walden: »das 76er Denkmal ist Ausdruck des deutschen Militarismus und deshalb hätte sich das Gegendenkmal auch mit diesem befassen müssen. Eroberungskrieg, Kriegspropaganda, die Doppelrolle des deutschen Soldaten als Opfer und Täter – all dies wären Aspekte einer themengerechteren Gestaltung des Gegendenkmals gewesen. Hätte nicht auf jeden Fall das Leid der Menschen in jenen Ländern, in die deutsche Soldaten einmarschierten, angesprochen werden müssen? So setzt Hrdlickas Teilwerk das in dieser Beziehung notorische Schweigen der Denkmäler fort.«

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Foto: René Senenko

Das Deserteursdenkmal

Nach mehr als fünf Jahren Bemühen um einen Erinnerungsort für die Opfer der NS-Militärjustiz ist es soweit: Am 24. November 2015 wird das vom Künstler Volker Lang entworfene Deserteursdenkmal am Dammtorbahnhof der Öffentlichkeit übergeben. 

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Die Einweihung

Der zentral in Hamburg gelegene »Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz« würdigt diese lange Zeit nicht anerkannten Opfer des Nationalsozialismus und setzt zugleich ein wichtiges Zeichen gegen Kriegsverherrlichung und für Zivilcourage. Das Denkmal basiert auf einem einstimmigen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft vom Juni 2012. Nach Abschluss eines internationalen Wettbewerbs wurde der Bildhauer Volker Lang mit der Realisierung des Gedenkortes beauftragt.

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Der transparente und fragile Baukörper, im Grundriss ein gleichseitiges Dreieck, nimmt Bezüge zu allen Seiten auf. Wer den Raum betritt, wird selbst Teil des Gedenkortes. Lesbar wird der Beginn der Zitatcollage »Deutschland 1944« von Helmut Heißenbüttel. Die zitierten Beispiele der Willkür des Vernichtungskrieges waren Motive für die Desertion. Im Raum kann man den Text auch hören – in einer Lesung des Autors von 1971. Hörbar sind auch biografische Angaben zu allen namentlich bekannten 227 Opfern der Wehrmachtsjustiz in Hamburg.

(Text nach einer Veröffentlichung der Landeszentrale für politische Bildung)

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Ludwig Baumann, mit Mütze in der ersten Reihe, und neben ihm der Bildhauer Volker Lang hören die Rede von Bürgermeister Olaf Scholz.

1942 wurde Ludwig Baumann wegen »Fahnenflucht im Felde« zum Tode verurteilt. Davon, dass die Todesstrafe in eine 12-jährige Zuchthausstrafe umgewandelt wurde, erfuhr er erst nach Monaten, die er in Todesangst in der Zelle eines Wehrmachtsgefängnisses verbracht hatte.

Zur Einweihung der Installation »Denkzeichen« in Berlin am 8. Mai 2002 leitete Baumann seine Rede mit dem Zitat Hitlers ein: »Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben.«

1990 gründete er mit etwa 40 noch lebenden Wehrmachtsdeserteuren und einigen engagierten Wissenschaftlern die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, um eine Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure, »Wehrkraftzersetzern« und andere Opfer der NS-Militärjustiz durchzusetzen sowie deren vollständige Rehabilitation zu erreichen. Erst im Jahr 2002 wurde dieses Ziel erreicht.

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Vor dem Kriegsklotz steht jetzt eine Steintafel mit der Aufschrift:

Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffs- und Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen.

Deutscher Bundestag, Beschluss vom 15. Mai 1997

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Die Geschichte des 76er »Kriegsklotzes«

1979 veröffentlichte eine Autorengruppe um Roland Jaeger das Buch »Ein Kriegsdenkmal in Hamburg«. Aus den Vorwort: »Dieses Denkmal ist ein Politikum. 1936 diente es der faschistischen Propaganda; heute ist es als Dokument einer unbewältigten Vergangenheit Gegenstand heftiger Diskussionen in der Hamburger Öffentlichkeit.

Wir haben versucht, die Entstehungsgeschichte des Denkmals aufzuarbeiten, seine Aussage zu analysieren und seine Wirkungsgeschichte nachzuzeichnen. Mit der Vorlage dieser Publikation verbinden wir die Forderung, der unproblematisierten Wirkung des Denkmals ein Ende zu setzen.«

Wir zeigen hier einige Fotos aus dem Buch und stellen wichtige Teile der Dokumentation als PDF Download zur Verfügung. Wir danken den Autoren herzlich für die Erlaubnis.

Die Einweihung 1936

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● Vorbeimarsch der Ehrenkompanie des Infanterie-Regiments Nr. 47
mit den vier alten Fahnen der 76er. Ehrengast der Denkmalsenthüllung ist Senator Georg Ahrens, ein strammer Nazi und enger Vertrauter von Gauleiter Karl Kaufmann. Das neue Denkmal gefällt ihm viel besser als das alte 76er-Denkmal, das der Dresdner Bildhauer Johannes Schilling für die im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 getöteten Soldaten des Regiments geschaffen hatte. Die Figurengruppe stand ursprünglich an der Esplanade und wurde erst 1926 zur Fontenay in Rotherbaum verlegt. Sie zeigt keinen heroisch marschierenden Soldaten, sondern einen Engel, der die Getöteten beweint.

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● Senator Ahrens bei seiner Ansprache am 15. März 1936. Das Denkmal solle »für uns alle eine ständige Aufforderung sein, so wie hier die Soldaten in Stein, auch in der Arbeit des Tages zu jeder Stunde in Reihen geschlossen hinter der Fahne zu marschieren, die der Führer uns voranhält, dem hohen Ziel zu, das für uns verkörpert ist mit allen unseren Wünschen und Hoffnungen in dem hehren Worte: Deutschland!« Es ist müßig hinzuzufügen, dass deutsche Truppen drei Jahre später in den 2.Weltkrieg marschierten.

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● Oben: Hamburger Nachrichten vom 15. März 1936; unten: Hamburger Anzeiger vom 16. März 1936. Die Wirkung, die das Denkmal gehabt hat, wäre geringer gewesen, wenn die Entstehung des Denkmals vom Wettbewerb bis zur Einweihung nicht von einer überaus erfolgreichen Propagandaarbeit der gleichgeschalteten Presse begleitet gewesen wäre.

1977

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● Volkstrauertag 1977

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● Bundeswehr vor den »Großtaten der Vergangenheit ...«

1978

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● Kundgebung am 19. Februar 1978 der »Aktionsfront Nationaler Sozialisten« (ANS), einer offen neonazistischen Organisation. In seiner Rede vor dem Denkmal erklärte »Gauleiter« Michael Kühnen: »Wir haben bewußt diesen Ort gewählt, nämlich das Kriegerdenkmal, um zu dokumentieren, daß diese Helden, die damals für Deutschland gefallen sind, unser Vorbild sind. Sie starben für Deutschland. Unser Ziel ist es, für Deutschland zu leben und zu kämpfen. Aber auch wir sind bereit, wenn es nötig ist, für Deutschland zu sterben.«

 

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● Demonstration am 20. Mai 1978

 

Kriegsdenkmal in HH 1979

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Kirchentag 1981 in Hamburg

Viele kirchliche und nichtkirchliche Friedensaktivisten sind in der Stadt. Der »Kriegsklotz« provoziert.

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innen ist Der Kriegsklotz hohl!

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Die Anweisung Nr. 30

Eine Anweisung der alliierten Kontrollbehörde zur »Liquidierung deutscher militärischer und Nazi-Denkmäler« umging das Denkmalschutzamt. Auch gegen die Anbringung einer »Gruftplatte« für tote Soldaten des 2.Weltkriegs hatten die Behörden 1957 keine Bedenken. Das PDf zitiert aus Volker Plagemanns, »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986, Seite 157–158.

 

Anweisung Nr. 30

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Die Fortsetzung

Im Jahr 2010 – gut recherchiert und zusammengefasst von http://shahinyalda.blogspot.com

 

shahinyalda

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Der Bildhauer Richard Kuöhl und das 76er Denkmal

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● Marschierende, die ihre Individualität aufgegeben haben, entsprachen der Nazi-Ideologie. Kuöhls Atelier, 1935.


Ein Künstler, dem jeder Auftrag recht ist – Kuöhl und das 76er Denkmal am Dammtordamm zitiert aus Volker Plagemann, »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986, Seite 142–147.

 

Plagemann

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Konkret Mai 1958

HH Dammtor 1958 05 Konkret Titel Kriegsklotz web


und das dichteten die Redakteure von Konkret dazu:

Zerstäubte Helden und geschleifte Mauern:
Erleuchtung zweier Kriege, nicht des Lichts –
Du wirst den nächsten nicht mehr überdauern,
Und Deutschland nicht, und aber nichts.

Und merkt euch Klotz und Spruch, das habt zum Zeichen:
Was war nun Deutschland und was wird es sein?
Was ist es, wenn nicht Wir und Unsresgleichen
Und NEIN von unsrem NEIN.

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Immer wieder Ziel von Aktionen

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HH Dammtor Cyber N3 web

HH Dammtor Waescheleine web

Am 10. April 1999 begann hier eine Demonstration gegen den von der rot-grünen Regierungskoalition mitbetriebenen NATO-Krieg gegen Jugoslawien. Aus diesem Anlass hatten Unbekannte das Denkmal zeitgemäß eingefärbt.

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Postkarten


1936, im Jahr der Einweihung, konnte man diese Postkarte kaufen:

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Die Anlage noch ohne Gegendenkmal und mit Steinplatten ausgelegt, die dann 1985 entfernt wurden:

HH Dammtor Postkarte web

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Hamburger Anzeiger am 26.10.1935

»... und zu keiner würdigeren Zeit konnte man den Helden des Weltkrieges diese Huldigung bringen, als in der Gegenwart, nachdem der Führer unserem Volk die neue Wehrmacht aufbaute.«

Lesen Sie hier den kompletten Artikel im Original:

 

HH Anzeiger 1935

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• Vom Gipsmodell wird der Entwurf von Kuöhl auf den Stein übertragen. Die schweren Blöcke werden an Ort und Stelle von vielen Handwerkern bearbeitet

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HH Dammtor Siegreich web

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Weisse Wäsche am »Kriegsklotz«

Am Volkstrauertag, den 16. November 2014, fand an diesem Ort eine Kundgebung gegen den Krieg statt. Bis dahin sollte die weiße Wäsche zum Nachdenken über die martialische Botschaft dieses Denkmals anregen.


Die Kunstaktion »Blickwechsel« beim Kriegerdenkmal am Dammtordamm begann am Sonntag, den 2. November 2014. Wenn Sie mehr über die Intention der Kunstaktion wissen wollen, dann klicken Sie oben auf Aktivitäten >Initiativen.

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Presse

Evangelische Zeitung Nr. 46 am 15. November 2014

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TAZ.de berichtete am 10. November 2014, in der Printausgabe TAZ-Hamburg erschien das Interview mit Ulrich Hentschel am 11. November auf Seite 24. Siehe PDF-Download unter dem Foto.

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PDF-Download

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Hamburger Abendblatt am 10. November 2014

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www.stormarnlive.de am 10. November 2014

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> http://www.stormarnlive.de/region/artikel/item/2560-gewalt-statt-diskussion-unbekannte-zerst%C3%B6ren-anti-kriegs-kunst-an-pogrom-gedenktag

 

PDF-Download

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9. November 2014:

KUNSTINSTALLATION ZERSTÖRT

Am Samstag wurde von bislang unbekannten Tätern gezielt eine temporäre Kunstinstallation am Kriegerdenkmal am Stephansplatz mitten in Hamburg zerstört. Die Instal­lation war eine Woche zuvor am Sonntag, 2. November aufgebaut und der Öffentlichkeit präsentiert worden. Sie rief bei vielen vorbeikommenden Passanten Neugier und Interesse hervor....

Am Sonntag, 16.November werden um 14 Uhr bei einer vom Hamburger »Bündnis für ein Deserteursdenkmal« veranstalteten Kundgebung unter dem Motto »Blickwechsel – Gegen den Krieg statt Kriegerehrung« Teile der Installation zu sehen sein.

Pastor Ulrich Hentschel, Evangelische Akademie der Nordkirche
Axel Richter, KunstHaus am Schüberg im Kirchenkreis Hamburg-Ost

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● Am Sonntag: Die temporäre Kunstinstallation ist zerstört, die roten Informationstafeln sind verschwunden!

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● So sah es am 8. November um 17:30 Uhr am Kriegerdenkmal aus

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Presse

Hamburger Abendblatt am 4. November 2014

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Hamburger Wochenblatt, Ausgabe City am 5. November 2014

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Kunstaktion am Sonntag, 2.11.2014

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● Weiße Wäsche vor den marschierenden Soldaten

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● Schon am gleichen Abend sind die beiden Transparente gegen Krieg von unbekannten Tätern heruntergerissen worden

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Duvenstedt

Duvenstedter Damm, gegenüber von Haus 42

Kunstvoll gemauertes dreistufiges Klinkermonument, oben mit verziertem Eisernen Kreuz aus Keramik, an den Seiten dunkle Keramiktafeln mit 32 Namen von getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs. Der Entwurf stammt von Oberbaurat Dipl. Ing. Wilhelm Klupp, einem Beamten des Senats unter Fritz Schumacher während der Weimarer Republik. Am 30. August 1925 wurde das Denkmal eingeweiht. Auf der letzten Sitzung des Denkmalsausschusses am 12. Oktober 1925 wurde festgestellt, dass die Ausgaben ca. 7000 Mark betragen hatten.

HH Duvenstedt Ruck web

© Ajepbah / Wikimedia Commons / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 DE

Das Denkmal steht in einer Anlage mit Bänken auf einem bepflanzten Hügel, zu dem eine 16-stufige Klinkertreppe führt. Am Fuß des Hügels lehnt ein Findling mit der Inschrift:

Die dankbare Gemeinde Duvenstedt ihren Söhnen 1914 – 18

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Foto: Andrea Kluge

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Die Geschichte

»Die Vereinigung Duvenstedt e. V. ist verantwortlich für die Pflege des Denkmals der Duvenstedter Kriegsopfer in den beiden Weltkriegen. Diese Aufgabe ist in der Satzung festgelegt. Deshalb hier ein kurzer Abriss über die Geschichte des Mahnmals und des Parkes der Besinnung.

In Erinnerung an die gefallenen Soldaten des Dorfes schenkte nach Ende des 1. Weltkrieges der Tuchfabrikant Sager der Gemeinde Duvenstedt das Grundstück am Duvenstedter Damm, um darauf ein Ehrenmal zu errichten. Der Denkmalsentwurf stammt von Ingenieur Klupp, mit der Ausführung wurde der Baumeister Carl Krohn, Duvenstedt,  beauftragt. Für den Bau wurden 8.000 beste Klinker verwendet, 33 dunkel gebrannte Klinkerplatten tragen die Namen der Gefallenen.  Die Anpflanzungen auf dem Denkmalsplatz besorgte der Landschaftsgärtner Green, Duvenstedt. Die gut gedeihende Knickeiche rechts vom Denkmal ist ein Geschenk von Bauer Franz Iden (Bullenfranz). Der ca. drei Kubikmeter große Findling an der Straßenseite des Denkmalhügels war nicht im Kluppschen Entwurf vorgesehen. Diesen Stein übergab der damalige Besitzer des Wohldorfer Hofes Sanne gegen eine Zahlung von 50 Mark an den Wohlfahrtsausschuss in Wohldorf-Ohlstedt. Unter großen Mühen wurde er aus einem Acker in der Nähe des Friedhofes auf den Feldweg geschafft und dann von dem Inspektor Mewes sechsspännig zum Denkmalsplatz gefahren. 
Am 11. Juni 1925 fand die Grundsteinlegung des Denkmals statt, dabei wurde in der nordwestlichen Ecke des Sandkerns, etwa 1,5 m über der Grundplatte des Sockels ein Behältnis aus Backsteinen vermauert, das eine Granathülse mit Entwürfen von Dipl.Ing. Klupp, den Weihgedichten der Lehrer Ludwig Frahm, Poppenbüttel, und Wilhelm Berner, Duvenstedt, sowie Tageszeitungen, Münzen und einem Bericht des Schriftführers enthält. 
Die Einweihung des Ehrenmals erfolgte am 30. August 1925 mit dem Anmarsch der Kriegervereine von Duvenstedt, Wohldorf, Bergstedt, Tangstedt, Wilstedt und Glashütte mit ihren Fahnen, es folgten eine zwölf Mann starke Musikkapelle, die Schule, der Bürgerverein, die Liedertafel, die Freiwillige Feuerwehr und der Turnverein von Duvenstedt. Propst Thomsen, Altrahlstedt, Pastor Marris, Tangstedt sowie Dipl.Ing. Klupp hielten Ansprachen. Herr E. Schilling, Sprecher des Denkmalausschusses, übergab das Denkmal in die Obhut der Gemeinde.«

Text von Uwe Berner, dem Enkel von Wilhelm Berner, dessen Weihegedicht im Sockel des Denkmals eingemauert ist.

• Aufwändige Einweihungsfeiern von Kriegerdenkmälern, wie hier in Duvenstedt, waren Höhepunkte im sonst eher gleichförmigen Dorfleben.

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Hier können Sie Texte über das Kriegerdenkmal aus den Festschriften 700 Jahre Duvenstedt von 1961 und 750 Jahre von 2011 lesen. Die Fakten sind gleich, aber der Sinn des Kriegerdenkmals wird unterschiedlich bewertet. 2011: »Es lohnt sich, diese Inschriften näher anzusehen; dann bemerkt man, wie wahnsinnig so ein Krieg ist. Allein 30 der dort aufgeführten Männer waren, als sie ihr Leben ließen, erst 17, 18, 19, 20 und 21 Jahre alt! Sie hatten ihr Leben noch vor sich! Und fast unvorstellbar ist, welche Trauer dadurch bei den Hinterbliebenen im Dorf ausgelöst wurde.« Schön wäre es, wenn man eine entsprechende Kommentierung auch direkt am Denkmalsplatz lesen könnte.

 

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Der Findling

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• Ein Flaschenzug hebt den 3 Kubikmeter großen Findling, damit der Wagen von Gutsinspektor Mewes darunterfahren kann. Sechsspännig werden Stein und Wagen dann vom Acker beim Wohldorfer Friedhof zum Denkmalsplatz gezogen.


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• Mit vereinten Kräften wurde der Feldstein gehoben

Herzlichen Dank an Ulf Stechmann von der Vereinigung Duvenstedt e.V. für das Einscannen der Festschriften und die Fotos. Er bewahrt die Glasplatten, auf die diese Aufnahmen 1925 belichtet wurden.

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Hinter dem Denkmal, am Ende einer kleinen Wiese steht eine Klinkermauer. Der Entwurf stammt wiederum von Dipl.Ing. Wilhelm Klupp, mittlerweile Oberbaurat a.D. 94 Steine auf der Frontseite tragen Namen und Daten von je einem getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs. Die Hauptinschrift, erhabene weiße Buchstaben auf weißem Grund, lautet:

1939  Unseren Toten  1945

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Drei Steine auf der Rückseite sind ebenfalls beschriftet. Im oberen Drittel steht:

Unseren Toten geweiht am 18.November 1962

Unten links: Erbaut von Vereinigung »Haus der Jugend«

Rechts davon: Hervorgeg. aus Festkom. 700 Jahre Duvenstedt

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Auch die ehemaligen deutschen Länder wollte man 1962 nicht unerwähnt lassen. Sie sind an den Schmalseiten der Mauer eingraviert.

                         HH Duvenstedt 2.linkeSeite

                         HH Duvenstedt 2.rechts web

»Nach dem 2. Weltkrieg entstand der Wunsch, das Denkmal zu erweitern, und so überlegte die Vereinigung Haus der Jugend Duvenstedt unter der Leitung von Max Kramp, wie die Ergänzung aussehen könnte. In Ziegelsteine wurden die Namen aller getöteten Duvenstedter gebrannt und aus diesen Ziegeln wurde im hinteren Teil der Anlage eine Gedenktafel auf ein vorgefertigtes Fundament gemauert. So entstand mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer der Vereinigung und der Freiwilligen Feuerwehr eine preiswerte und dauerhafte Erweiterung des Kriegerdenkmals.«

© Ebenfalls Uwe Berner (www.vereinigung-duvenstedt.de). Herzlichen Dank, dass wir die Texte dokumentieren durften.

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Foto: Andrea Kluge

• 2011, im Jahr des 750jährigen Bestehens von Duvenstedt

 

PDF Download der Rede

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Ein besonderes Schild an der Treppe zur Anlage weist auf den »Park zur Besinnung« hin:

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