TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes zu finden oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauertag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Die hier dokumentierten Denkmäler wurden mit freundlicher Unterstützung lokaler Institutionen weitgehend selbst recherchiert. Die Fotos sind, wenn nicht anders angegeben, von Klaus Wegner.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

 

Itzehoe

Der Soldat der St. Laurentii-Kirche

Im August 1925 wurde das Kriegerdenkmal aufgestellt – auf einem damals freien Platz neben der St. Laurentii-Kirche. Ein sich nach unten verjüngender Sockel aus hellem Stein wurde mit einer breiten quadratischen Steinplatte belegt. Sie zeigt auf einem umlaufenden Relief vier Szenen mit Soldaten im Krieg. Oben steht ein Soldat mit Helm und Mantel, in der Hand einen großen Eichenzweig, den linken Fuß auf eine Erhöhung gestellt, die wie ein Geschütz aussieht.

Das Denkmal ist später durch zwei Gedenksteine ergänzt worden, die Reliefs aus Kupfer von Graf Waldersee und Freiherr von Fritzsch zeigen.


SH Itzehoe Soldat


Informationstafel des Heimatverbandes für den Kreis Steinburg

Das »Neunerdenkmal« ist ein Ehren- und Mahnmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen 378 Soldaten des Feldartillerieregiments 9.
Es wurde 1925 mit Spenden aus der Bevölkerung errichtet – ein Zeichen Ihrer Verbundenheit mit den »Neunern«, dem Traditionsregiment der Itzehoer Garnison seit 1889, in dem viele Freiwillige der Stadt und aus dem Umland gedient hatten.
Ausgeführt wurde das Denkmal vom Itzehoer Steinmetzbetrieb F. Kolbe nach dem Entwurf des Bildhauers Hans Jenkel, Berlin.
Der Platz, auf dem das Denkmal steht, gehörte seit dem 12. Jahrhundert bis 1762 zum ersten Friedhof der Kirchengemeinde.
Die später an seinen Seiten hinzugefügten Gedenksteine erinnern an hochrangige Heerführer, beide ehemals Regimentschefs der Itzehoer Artilleristen.

SH Itzehoe mit Tafel

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Das Neuner-Denkmal ...

... steht in der Kirchenstraße vor dem Propstenhaus. Es wurde am 2. August 1925 enthüllt.

Gestiftet wurde es vom Neunerbund Hamburg-Itzehoe, der Kameradschaftsvereinigung des Regiments Generalfeldmarschall Graf Waldersee (schlesw.) Nr. 9, der die Mittel über Spenden aufbrachte. Es soll an das Regiment, seinen Kriegsruhm und seine Gefallenen im Ersten Weltkrieg erinnern. 374 Soldaten der Itzehoer Teile des Regiments waren gefallen. Nach einer Aufstellung im Heimatbuch des Kreises Steinburg, Bd. 3 sind insgesamt 790 Soldaten aus der Stadt und der Gemeinde Klosterhof Itzehoe im Ersten Weltkrieg getötet worden.

Der Entwurf des Denkmals stammt von Hans Jenekell, Berlin-Friedenau. Durch die Inflation bedingt konnte der Neuner-Bund die Mittel für die Bauausführung des Denkmals durch den Künstler nicht aufbringen. Die Itzehoer Firma F. Kolbe übernahm dies zu einem wesentlich niedrigeren Preis, wobei Prof. Oehler aus Hamburg die bildhauerischen Arbeiten übertragen bekam.

SH Itzehoe Errichtung web

© Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe

Die Inschrift auf dem Sockel lautet:

Den Gefallenen des Feldartillerieregiments Graf Waldersee (Schl.) No. 9
Des Reservefeldartillerieregiments und deren Kriegsformationen 1914-1918.

Das Regiment hatte 1889 die städtischen Kasernen in der Moltkestraße bezogen, später auch das sog. Fiskalische Kasernement an der Oelixdorfer Straße. Anfänglich hieß es Schleswigsches Feldartillerie-Regiment Nr. 9 und wurde 1901 nach ihrem Chef in Regiment Generalfeldmarschall Graf Waldersee (schleswigsches) Nr. 9 umbenannt.

Das Denkmal wurde von zwei Seiten kritisiert. Zum einen stand die Stadt dem Projekt des Neuner-Bundes ablehnend gegenüber. Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung befürchtete in dem Denkmal ein monarchisches Symbol und beschloss, sich nicht an der Finanzierung zu beteiligen. Nachdem das Denkmal aber von der Bevölkerung zum großen Teil begeistert akzeptiert wurde, hielt auch der Bürgermeister Rohde bei der Einweihung eine Festrede. Dass die Bedenken nicht unberechtigt waren, zeigt sich darin, daß viele Itzehoer bei der großangelegten zweitägigen Einweihungsfeier die schwarz-weiß-rote Fahne des Kaiserreichs hissten. Zum anderen stießen sich viele an der modernen Form des Denkmals. Sowohl am Sockel, der nach oben breiter wird und den Block mit dem Relief »emporhebt«, als auch an der Soldatenfigur, die die »Ruhe und Kraft« eines Soldaten auf Posten ausdrücken soll, schieden sich die Geister. Das Relief des Steinblocks, auf dem der Soldat steht, zeigt auf der einen Seite Kampfdarstellungen und auf der Gegenseite die »Todesruhe der zusammengeschossenen Batterie« (nach den Äußerungen des Bildhauers).

SH Itzehoe Einweihung web

© Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe

                SH Itzehoe Kranz web

                ● Im Juni 1952 in der Kirchenstraße

                 © Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe

Text zum Neuner-Denkmal aus dem Band »Itzehoe – genauer hingesehen: Wege durch die Stadt«. Herausgegeben vom Arbeitskreis Itzehoer Geschichte und dem Gemeinsamen Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe, 2000.
Wir danken Kirsten Puymann für die gute Zusammenarbeit und Andrea Hahn für die historischen Fotos (Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe).

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Postkarten

SH Itzehoe Postkarte 1939 web

                   SH Itzehoe Postkarte alt

● So frei stand das Kriegerdenkmal in seinen ersten Jahren

SH Itzehoe Karte3 web

 

SH Itzehoe Postkarte

 

           SH Itzehoe Karte4 web

 

SH Itzehoe Karte3 web

● Ein gutes Motiv für Grüße aus Itzehoe?

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Kiel

Auf dem Ostfriedhof, rechts neben der Kapelle

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs ist ein rötlicher-grauer kantiger Findling aus Granit. Er ist fast zweieinhalb Meter hoch und somit der größte Stein auf dem Ostfriedhof.

SH Kiel Soldaten fern web

Am unteren Rand steht in konturierten Ziffern:
1914-18

Auf der geraden Frontseite ist das lebensgroße Relief von zwei uniformierten Soldaten herausgearbeitet und poliert worden. Sie marschieren im kraftvollen Gleichschritt mit geschulterten Gewehren, Stahlhelmen, Marschgepäck, Messer und »Knobelbechern«. Der Jüngere guckt nach vorne, der Ältere mit Backenbart schaut zurück. Das Denkmal ist 1921 errichtet worden.

SH Kiel Soldaten web

Man bekommt einen Schreck, wenn man auf die Rückseite des Kriegerdenkmals schaut. Dort liegt ein toter Soldat in Uniform und Stiefeln. Im Fallen hat er wohl ein Tuch, Vorhang, eine Fahne (?) heruntergerissen.

SH Kiel Soldat hinten2 web


Darüber steht flächefüllend die Inschrift:
Fürs Vaterland kämpften unsere Brüder 1914 bis 1918.
Viele starben den Heldentod

Es folgt ein buchstabengroßes Eisernes Kreuz.

SH Kiel Soldat hinten1 web

»Der Gedenkstein nimmt durch seine bildliche Ausgestaltung im Kieler Raum eine Sonderrolle ein. Er wurde möglicherweise von den Steinmetzen Dold oder Witzel geschaffen, wegen seiner künstlerischen Ausgestaltung vermutlich eher von einem studierten Bildhauer. Aufgestellt wurde er 1921. An dem Stein finden an den Volkstrauertagen seit 1952 Gedenkfeiern für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus statt. Lange erinnerte hier indes nichts an die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, bis die ehemalige SPD-Ratsfrau Lisel Hofer über die ›Ellerbeker Runde‹ und den Pastor der Bugenhagen-Gemeinde, Volker König, einen Zusatzstein ins Rollen brachten. So sorgte die Stadt Kiel 1983 für eine bescheidene Erweiterung der Anlage. Eine rötliche Granitplatte von 70 Zentimetern Breite wurde vor den wuchtigen Findling in den Boden gesetzt. Darauf ist in erhabenen Buchstaben eine knappe Inschrift geschlagen: ›Den Opfern von Krieg, Verfolgung und Vertreibung‹.«

Zitiert aus Jens Rönnau, Open-Air-Galerie Kiel: Kunst und Denkmäler, Wachholtz Verlag 2011, S. 68

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1983 wurde eine rechteckige Steinplatte vor das Kriegerdenkmal gelegt. Sie trägt die Inschrift:

Den Opfern von Krieg, Verfolgung und Vertreibung

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Am Volkstrauertag 2014

SH Kiel Ostfriedhof Siegbert Brey Wikimedia Commons 1914 18 Kiel

Foto: Siegbert Brey / Wikimedia Commons

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Kiel

Auf dem Nordfriedhof zwischen den Feldern III und IV

Auf einer großzügigen Fläche zwischen dem alten Teil des Friedhofs und der Anlage mit den Kriegsgräbern des 2. Weltkriegs befindet sich auf einem dreistufigen Podest das Denkmal für die getöteten Soldaten der kaiserlichen Marine im 1. Weltkrieg. Auf dem altarähnlichen Stein liegt ein Anker mit Kette, der vom kurz vorher untergegangenen Segelschulschiff Niobe (s. unten) stammen soll.

SH Kiel Marine fern web

Die Frontseite des Steinblocks trägt, unter einem Eisernen Kreuz und den Jahreszahlen 1914 und 1918, die Aufschrift:
Wir Toten fordern als unser Recht
die alte Treue vom neuen Geschlecht

SH Kiel Marine vorne web

SH Kiel Marine Inschrift web

Auf der anderen Seite steht:
Im Weltkriege starben den Heldentod 1569 Offiziere und Beamte 718 Deckoffiziere 7349 Unteroffiziere 25197 Mannschaften der Kaiserlichen Marine

SH Kiel Marine hinten web

Das von Marinebaurat Kelm und Oberintendanturrat Burmeister entworfene Denkmal wurde am 31. Mai 1933 – dem 17. Jahrestag der »Skagerrak-Schlacht« – eingeweiht. Diese Schlacht gilt als die größte Seeschlacht der Geschichte, an der 112 deutsche und 150 britische Schiffe beteiligt waren. Trotz der Übermacht der »Home Fleet« waren die Verluste auf britischer Seite erheblich größer als auf deutscher.

Die Deutschen feierten den Ausgang der Schlacht als taktischen Sieg und 2.551 ertrunkene deutsche Seemänner als »Helden«. Für die Reichsmarine war es »der größte Ruhmestag ihrer Geschichte«, der fortan alljährlich gefeiert wurde. Dieser »Ruhmestag« änderte natürlich nichts an der Übermacht der britischen Flotte und dem Kriegsverlauf.

Für die damalige Zeit bezeichnend wurde die Gedenkkultur für propagandistische Zwecke instrumentalisiert. Mit dem Sinnspruch des Denkmals wurde dem »neuen Geschlecht«, nämlich den Menschen im nationalsozialistischen Deutschland, bedingungsloser Gehorsam gegenüber dem »Vaterland« abverlangt.

So stellte Marinepfarrer Sontag in seiner Weiherede fest: „Opfersinn und Pflichttreue und eine hingebende Vaterlandsliebe sind im neuen Deutschland in einem besonders starken Maße wieder erwacht.« Mit solchen Formulierungen sollte der Soldatentod als heldenhafte Aufopferung erscheinen und der wahre Grund für das tausendfache Sterben verschleiert werden.

Wir danken herzlich Waldemar Kruzel für die Recherche, für das Foto mit den Kränzen und seinen Text, den wir weitgehend übernommen haben. Vielen Dank auch Friedhofsmeister Frank Wunder, dass wir die gute Website vom Nordfriedhof »ausbeuten« durften.

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Nordfriedhof – Marine- und Kriegsgedenkstätten

Seit Kiel 1865 Marinestandort wurde, haben die Seestreitkräfte viele Spuren in der Stadt hinterlassen. Die mit 16 Hektar größte Kriegsgräberstätte Kiels ist der Nordfriedhof. Auf dem Gebiet der ehemaligen Schießstände im heutigen Stadtteil Kiel-Ravensberg wurde 1878 ein Garnisonsfriedhof – der heutige Nordfriedhof – eröffnet.

SH Kiel Marinegedenkstatten web

 

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Seit 1878 sind hier mehrere Tausend Seeleute, Zwangsarbeiter, Opfer standrechtlicher Erschießungen und Bombenopfer begraben worden. Neben deutschen Militärangehörigen und Zivilisten fanden auch Soldaten, Kriegsgefangene und Internierte aus dem British Commonwealth und der Sowjetunion auf dem Nordfriedhof ihre letzte Ruhestätte.

Etwa 3000 Soldatengräber befinden sich auf dem Friedhof. Sie zeugen von der Entwicklung Kiels als Marinestützpunkt und ehemaligem Kriegshafen. 1992 wurde der Friedhof zum letzten Mal vergrößert.

Hier können Sie mehr über die Geschichte von insgesamt 39 Einzel- und Gemeinschaftsgräbern erfahren.

www.kiel.de/leben/friedhoefe/historische_graeber/marine

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Alte Postkarte

SH Kiel Marine Postkarte

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1933: »Weihe des Gedenksteins für die Gefallenen der Marine«

Auf dem Kieler Garnisonfriedhof fand am heutigen Mittwochvormittag um 10 Uhr im Rahmen der Skagerrag-Gedenkfeiern die feierliche Enthüllung des Gedenksteins für die Gefallenen des Weltkrieges statt. An der Stelle, wo bis vor kurzem noch ein einfaches Kreuz als Erinnerung an die Opfer der Marine im großen Völkerringen stand, ist nach den Entwürfen des Marinebaurates Kelm und des Oberintendanturrates Burmeister dieser

neue Denkstein

entstanden. Auf einem mächtigen Granitsockel ruht ein Anker, das Symbol des Seemannes. Als Inschrift trägt der Stein nur den einfachen, aber doch eindringlich mahnenden Satz:

»Wir Toten fordern als unser Recht,
die alte Treue vom neuen Geschlecht!«

Auf der einen Seite des Gedenksteins haben der Marinesturm, SA., Polizei, Stahlhelm, ...., vaterländische Verbände, Kriegsvereine und auf der anderen das Musikkorps der 1. Marine-Artillerie-Abteilung sowie Abordnungen der Sperr-Abteilung der Schiffs-Artillerieschule und der Marineschule Kiel Wik Aufstellung genommen. Unter den Ehrengästen bemerkt man u. a. den früheren Stationschef Gottfried Hansen, ferner den früheren Stadtkommandanten von Klei, Konteradmiral Schumacher. Punkt 11 Uhr betritt der Stationschef Vizeadmiral Albrecht den Ehrenhain, gefolgt von den Konteradmiralen Schulze und Zander.

Sodann beginnt der feierliche Weiheakt mit dem dritten Vers des Niederländischen Dankgebets »Wir loben dich oben du Lenker der Schlachten«. Kaum sind die letzten Akkorde des Chorals verklungen, als

Marinepfarrer Sontag

den Gedenkstein betritt und in seiner Ansprache u. a. folgendes ausführt: Alljährlich feiert die Reichsmarine den 31. Mai als den größten Ruhmestag ihrer Geschichte. Skagerrak ist zu einem Gebot geworden. In seinem herben Klang vereinigt sich für uns all das, was an seinem Tage in hartem Männerkampf Großes und Tapferes geleistet wurde. Wenn wir heute feiern, so stehen wir in Ehrfurcht vor den Gefallenen dieser großen Nordseeschlacht, und das Wort Skagerrag ist zu einem mahnenden Begriff geworden, zu einem Begriff für all das, was in den harten, ernsten Zeiten des Krieges auf See an Bord deutscher Kriegsschiffe und an Land von deutschen Seemännern Großes und Tapferes geleistet wurde, zu einem Begriff für die Seegeltung des deutschen Volkes.

Darum ist auch das Ehrenmal, das heute in feierlichem Gottesdienst eingeweiht werden soll, nicht nur ein Ehrenmal für die gefallenen Kameraden der Skagerrakschlacht, sondern für alle jene, die auf See und an Land als deutsche Seeleute ihr Leben für das Vaterland dahingegeben haben.

In diesem Jahre können wir diesen Tag mit besonderem Dank und mit besonderem Stolz begehen, wenn die großen und herrlichen Eigenschaften, die den Sieg von Skagerrag ermöglichten, Opfersinn und Pflichttreue und eine hingebende Vaterlandsliebe uns im neuen Deutschland in einem besonders starken Maße wieder erwacht. Das Wort, das in den schweren Nachkriegsjahren uns die Gefallenen mahnend zuriefen: »Wir Toten fordern als unser Recht, die alte Treue vom neuen Geschlecht!« ist zu einem großen Teil Wirklichkeit geworden bei allen denen, in denen die Liebe zu Volk und Vaterland nicht vergessen ist, in denen, die sich in ernster und zäher Arbeit für die Freiheit und Erneuerung unseres Volkes eingesetzt haben. Heute wollen wir in Dankbarkeit aller derer gedenken, die in treuer Pflichterfüllung in der Nachkriegszeit für unser deutsches Volk eingetreten sind und ihr Leben hingaben für ihr Volk und Vaterland. Wir wollen aber auch eins nicht vergessen, unseren Herrgott, der uns diese großen Zeiten nur erleben ließ, weil seine Augen im deutschen Volke wieder treue Menschen gefunden hatten.

So wollen wir denn von dieser Skagerrakfeier hinausgehen an die Arbeit des Alltags mit dem letzten Einsatz unseres Wesens, unseres Könnens und unseres Herzens, in Treue zu Volk und Vaterland.

Nach dem Gebet weihte dann der Marinepfarrer Sontag den Gedenkstein mit folgendem Spruch ein:

»Das Ehrenmal aber sei ein Ehrenmal unerschütterlicher Dankbarkeit für unsere gefallenen Kameraden, als Gedächtnis für Deutschlands schwere aber große Zeit, als eine Mahnung deutscher Treue für nachfolgende Geschlechter!«

• Artikel in den »Kieler Neueste Nachrichten« vom 31. Mai 1933

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SH Kiel Marine Artikel web

• »Kieler Neueste Nachrichten« vom 1. Juni 1933

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SH Kiel Marine Anker web

Das Segelschulschiff Niobe

Der Anker auf dem Podest des Kriegerdenkmals für die kaiserliche Marine soll vom kurz zuvor gesunkenen Segelschulschiff Niobe stammen. Die Grab- und Gedenkstätte für die 
Besatzungsmitglieder der Niobe befindet sich inmitten von Kriegsgräbern des 1. Weltkriegs.

»Nicht klagen – Wieder wagen«
wird auf der Vorderseite gemahnt. Für die Marine, die Bevölkerung und natürlich die Angehörigen war der Untergang ein harter Schicksalsschlag. Trotz wirtschaftlich schwieriger Lage sammelte die deutsche Bevölkerung für die »Volksspende Niobe« rund eine Million Reichsmark.

Auf der Rückseite befindet sich eine in Stein eingefasst liegende Metalltafel mit den Namen und Geburtstagen der in die Heimat Überführten und in der See Gebliebenen.

Die Niobe wurde 1913 gebaut und fuhr zunächst als »Morten Jensen« unter dänischer, später als »Tyholm« unter norwegischer Flagge. Im ersten Weltkrieg wurde sie von einem deutschen U-Boot aufgebracht und fuhr daraufhin unter verschiedenen Namen. 1922 kaufte die Reichsmarine das Schiff und baute es zum Segelschulschiff um.

Am 26. Juli 1932 sank die Niobe infolge einer plötzlich aufkommenden Bö vor der Küste Fehmarns. Innerhalb weniger Minuten wurde sie auf die Seite gelegt und unter Wasser gedrückt. 69 der 109 Männer ertranken. Die anderen konnten durch die herbeieilenden Rettungsboote des Feuerschiffs und des Holzdampfers »Theresia L.M. Russ« gerettet werden.

Am 23. August 1932 fand auf dem Nordfriedhof die feierliche Beisetzung von 33 Besatzungsmitgliedern statt. Die Bevölkerung nahm großen Anteil an der Tragödie und verfolgte die Trauerfeier an den Radios.

Heute noch findet jedes Jahr eine feierliche Kranzniederlegung an der Gedenkstätte statt.

                    SH Kiel Nordfriedhof Niobe web

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Kükels, Kreis Segeberg

Der Adler wacht

Ein Obelisk auf einem treppenförmig gemauerten Sockel aus rötlichen Natursteinen, oben ein steinerner Adler auf einer Kugel. Errichtet wurde es im Jahr 1921.

SH Kuekels gesamt


Inschriften
Auf der oberen grauen Granitplatte:
(Eisernes Kreuz) Unseren Helden 1914-1918
darunter ein eingravierter Helm im Halbrelief

Auf der unteren Tafel steht nach den Namen:
Treu und tapfer bis in den Tod
Hinter den Namen der Soldaten steht ein O. (Osten) oder ein W. (Westen) für das Kriegsgebiet, in dem sie getötet wurden.

SH Kuekels Tafel

 

Nachträgliche Ergänzung aus dem Jahr 1958 an beiden Seiten mit den Namen der 32 getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs mit der Inschrift:
1939 Den Toten zum Gedenken / den Lebenden zur Mahnung 1945

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Ladelund, Kreis Nordfriesland

Große Anlage an der Dorfstraße

Durch ein breites Tor, verziert mit einem großen Eisernen Kreuz betritt man die gepflegte Denkmalsanlage. In der Mitte erhebt sich auf einer Rasenfläche ein Blumenbeet in Weißrot. Ein mit Klinkersteinen im Eingangsbereich und mit rötlichen Natursteinfliesen im Rund gepflasterter Weg führt drumherum. Am äußeren Rand liegen in einem Kiesbett zwischen Zierbüschen kleine Findlingssteine mit den Namen der toten Soldaten aus dem 2. Weltkrieg. Im hinteren Bereich steht eine halbrunde Mauer aus bunten behauenen Feldsteinen.

SH Ladelund gesamt web


Im erhöhten Mittelteil befindet sich die größte Tafel mit der Widmung. Auf hellgrauem Grund sind im goldähnlichen Farbton Eisernes Kreuz und Eichenlaub im Relief herausgearbeitet. In einer Querspange darunter steht die Inschrift:

Zum Gedenken unserer Gefallenen
1914-1918 + 1939-1945
Boverstedt Ladelund Bramstedt

SH Ladelund Denkmal web


In die seitlichen Mauerteile sind je drei gleiche Namenstafeln eingelassen. Jeweils unter einem Eisernen Kreuz in Kontur stehen dort die Namen der getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs und ihr Sterbetag in schwarzer Schrift.

             SH Ladelund Detail web

Die kleinen Findlinge für die getöteten Soldaten des 2. Weltkriegs im Kiesbett am Rand: Je nach Größe sind die Namen, wo vorhanden der Sterbetag, der Sterbeort und die Todesumstände (vermißt, in Kriegsgefangenschaft ...) für einen oder zwei Soldaten in die Steine graviert. Es wird ein Unterschied gemacht zwischen gef. (gefallen) und gest. (gestorben). Es ist zu vermuten, dass »gef.« der ehrenvollere Zusatz war.

SH Ladelund Steine web

 

SH Ladelund mitte web

Das Denkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs stand ursprünglich auf dem Kirchhof von St. Petri in Ladelund, siehe Bild unten. Wahrscheinlich ist es nach dem 2. Weltkrieg abgetragen worden und die Namenstafeln sind in die neue Denkmalsanlage an der Dorfstraße für beide Weltkriege integriert worden.

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Die Denkmalsgeschichte

1919 Amtsbezirk Ladelund
Der Kriegerverein Ladelund und Umgebung hat beschlossen, die Errichtung eines Denkmals für unsere gefallenen Helden in die Wege zu leiten. Geplant ist ein Denkmal mit einer Gedenktafel mit den Namen sämtlicher Gefallener des Amtsbezirks Ladelund. Ein solches Denkmal erfordert, wenn etwas wirklich Hübsches geschaffen werden soll, bei den heutigen Preisen natürlich erhebliche Kosten. Aber sind wir unseren Tapferen, die für uns ihr Bestes, ihr Leben, dahingaben, nicht zu größtem Dank verpflichtet? Ist nicht das größte Opfer, das wir ihnen bringen, ein nichts gegen das, was sie gaben?

Darum: Ihr alle, die Ihr zu Hause gewesen seid, euern Geschäften nachgehen konntet, nichts von den Schrecken des Krieges merktet, und Ihr, die Ihr Eure lieben Angehörigen wieder gesund bei Euch habt, und Ihr, liebe Kameraden, die Ihr in den Gefallenen einen treuen Freund verloren, mit dem Ihr Mühen und Strapazen des Weltzuges geteilt habt, aber selbst gesund in die Heimat zurückgekehrt seid, Ihr alle, denkt an die lieben Gefallenen, tragt einen Teil Eurer ungeheuren Schuld dadurch ab, daß Ihr reichlich gebt bei der stattfindenden Sammlung für ihren Gedenkstein! Ehrt das Andenken dieser Helden dadurch, daß Ihr helft, ihnen ein würdiges Wahrzeichen zu errichten! Keiner stehe zurück!
Der Vorstand. Kriegerverein Ladelund und Umgegend


Ladelund. den 22. Januar 1920
Ein Architekt aus Flensburg war hier anwesend, um einen geeigneten Platz für den Gedenkstein für die Gefallenen des Kirchspiels auszusuchen. Es wurde hierfür der Platz vor dem Eingang zum Kirchhof vorgeschlagen. Falls der Gedenkstein dort zu stehen kommt, [soll] ein treppenförmiger Aufbau zu beiden Seiten des Kirchhofs geschaffen werden.


Kirchspiel Ladelund 1920
Da das Denkmal für unsere Gefallenen in Auftrag gegeben ist, bitte ich sämtliche Gemeindemitglieder des Kirchspiels Ladelund, – mit Ausnahme von Westre – die Angehörige im Kriege verloren haben, deren genauen Namen und Todestag mir mündlich oder schriftlich bis zum 10. Februar d. Js. mitzuteilen, da sie sonst nicht berücksichtigt werden können.
Lehrer Nissen, Ladelund


»Lecker Anzeiger«, den 1. März 1920
Der Entwurf für das Denkmal für die Gefallenen der Gemeinde Ladelund wurde den Ausschußmitgliedern von Architekt Andresen=Flensburg [vgl. Hattstedt] vorgelegt und fand allgemeine Zustimmung. Mit den Vertretern der Kirchengemeinde einigte man sich auf ein großes Steindenkmal, das auf sechs Tafeln die Namen der Gefallenen aufweist, vor dem Eingang zum Kirchhof. Dieses geplante Denkmal wird nicht nur eine würdige Ehrung der fürs Vaterland gefallenen, teuren Toten, sondern auch eine dauernde Zierde des Dorfes, sowie eine erhebliche Verbesserung und Verschönerung des Aufgangs zur Kirche sein. Allerdings werden, entsprechend der heutigen teuren Zeit, die Kosten recht erheblich sein, so daß an den Herstellungskosten noch ungefähr 5 – 6.000 M fehlen werden, für jetzige Verhältnisse ja eine verhältnismäßig geringe Summe. So hofft man denn bestimmt, daß die alte Opferfreudigkeit der Gemeinde Ladelund sich auch bei dieser guten Sache wieder beweist, und durch eine 2. Sammlung die fehlenden Mittel leicht aufgebracht werden. Mit den Vorarbeiten wird bereits in den nächsten Tagen begonnen.


30. April 1920
Zu Ehren der 1914 – 18 fürs Vaterland gefallenen und vermißten Söhne der Gemeinde Ladelund und des Gutsbezirks Boverstedt wird man am Eingang zum Kirchhof ein hübsches Denkmal errichten. Der Sockel von Feldsteinen ist fertig gestellt und die Steinplatte mit den 30 Namen der Gefallenen und Vermißten, den Gebr. Kirchhof in Flensburg in Auftrag gegeben, sind auch in etwa 14 Tagen fertig, sodaß hoffentlich die Einweihung des Denkmals um die Pfingstzeit erfolgen kann.


»Lecker Anzeiger«, den 20. Mai 1920
Die Einweihungsfeier des Denkmals für die Gefallenen wird hier in einfacher, sinniger Weise am 6. Juni begangen. Der frühere Abgeordnete Dr. Schifferer wird die Weiherede halten. Der Feier am Denkmalsplatz geht ein Kirchgang voran und folgt eine gemeinsame Kaffeetafel. Die benachbarten Kriegervereine werden gebeten, Fahnendeputationen zu entsenden. Das Denkmal wird aus einer großen Widmungstafel und fünf kleineren Tafeln bestehen. Auf der letzteren stehen 30 Namen verzeichnet, 27 sind gefallen, einer ist später an den Wunden gestorben und zwei werden vermißt.

SH Ladelund alt web


»Lecker Anzeiger«, den 13. Juni 1920
In der vollbesetzten Kirche hielt Herr Pastor Matthiesen heute nachmittag eine Predigt zu Ehren der im Kriege gefallenen Gemeindeangehörigen. Daran schloß sich die eigentliche Denkmalsweihe, die mit dem Liede »Harre meine Seele« begann. Auf Wunsch der Gemeinde hatte Dr. Schifferer, der frühere Landtagsabgeordnete des Kreises Tondern, die Weiherede übernommen. In zu Herzen gehender Weise erinnerte der Redner noch einmal an die Zeit, wo die deutschen Brüder in der Siegesgewißheit hinauszogen, um für das Vaterland zu kämpfen, an die Sieges- und die Trauerbotschaften für die Angehörigen der vielen Gefallenen und stellte sich die Frage, ob wohl alles umsonst gewesen. Er erinnerte daran, daß unsere Kämpfer die Schrecken und Verwüstungen des Krieges aus dem Lande fernhielten, daß durch den gemeinschaftlichen Kampf der deutschen Stämme die Einheit des Reiches gerettet und die Grundlage für die Wiedergeburt und die Wiederaufrichtung gegeben wurde, daß ferner die Taten der Gefallenen und das Andenken an die toten Helden den Männern und Frauen voranleuchten.


Eilt sehr  –  Bekanntmachung  –  Von Haus zu Haus
An alle Einwohner der Gemeinde Ladelund
Betrifft: Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen und Vermißten des letzten Weltkrieges.
Am Donnerstag, dem 31. Juli 1952 um 19,00 Uhr findet in der Gastwirtschaft von Carl Nissen, Ladelund eine Ortsversammlung statt, zu der alle Einwohner der Gemeinde Ladelund und Beverstedt hiermit eingeladen werden.
In dieser Versammlung soll für jeden Einwohner die Gelegenheit gegeben werden, sich zu der obigen Angelegenheit frei zu äußern, um zunächst feststellen zu können ob ein allgemeines Interesse für die Errichtung eines Ehrenmals besteht.
Ferner soll die Lage und auch die Finanzierung desselben eingehend besprochen werden.
Wegen der Aufstellung einer Liste von allen Gefallenen und Vermißten beider Weltkriege, werden die Angehörigen gleichzeitig gebeten, die noch vorhandenen Unterlagen zu der Versammlung mitzubringen. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Die Gemeindeverwaltung, gez. Johannsen


Eilt sehr  –  Bekanntmachung  –  Von Haus zu Haus
An alle Einwohner der Gemeinde Ladelund
Betrifft: Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen.
Um den Plan zur Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen in der Gemeinde Ladelund verwirklichen zu können, tritt die Gemeindeverwaltung mit der Bitte an alle Einwohner heran, sich so viel wie möglich durch freiwillige Mitarbeit, zunächst an der Planierung und Herrichtung des vorgesehenen Platzes, zu beteiligen um dadurch die Kosten des Gesamtplanes wesentlich herabzusetzen.
Es kommen für diese Arbeiten hauptsächlich junge und kräftige Personen in Frage. Wir bitten alle Arbeitgeber ihre angestellten Arbeitskräfte einschl. der erwachsenen Söhne für einige Stunden freizugeben.
Anmeldungen zwecks Eintragung in die Liste mit Angabe der Zeit ihres Erscheinens nimmt die Gemeindeverwaltung Ladelund entgegen.
Ladelund, den 12. 11. 52         
Gemeindeverwaltung Ladelund, gez. Johannsen

 

All diese Nachrichten stammen aus dem Dorfmuseum Ladelund. Die verstorbene Frau Vollertsen hat sie gesammelt und Frau Friedrichsen hat sie für uns herausgesucht. Herzlichen Dank!

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Alte Postkarte

SH Ladelund Karte web

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Hundert Meter entfernt ...

... liegt ein anderer Gedenkort Ladelunds, die älteste KZ-Gedenkstätte Schleswig-Holsteins am authentischen Ort und eine der ältesten in Deutschland. Sie ist seit ihren Anfängen eine Einrichtung in der der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Petri
 Ladelund, fest verankert in der regionalen Bevölkerung und im örtlichen Gemeindeleben. Seit 1950 leistet KZ Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund einen wichtigen Beitrag für das historische und politisch-gesellschaftliche Bewusstsein im Lande Schleswig-Holstein. Seit 1995 wird ihre Arbeit vom Kirchenkreis Nordfriesland und
 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland mitgetragen und begleitet.

Bereits im August 1946 fand an den Gräbern der Ladelunder KZ-Opfer die erste öffentliche Gedenkfeier statt, an der auch ehemalige Häftlinge beteiligt waren. Es war die Entscheidung der Angehörigen der Opfer, die Toten auf dem Ladelunder Friedhof zu belassen. Die Gräber wurden der Ausgangs- und Mittelpunkt einer langjährigen Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit, die von einigen Überlebenden sowie vielen Angehörigen und Nachkommen der Opfer, Einheimischen und einem engagierten Freundeskreis bis heute mitgetragen wird.

SH Ladelund KZgedenk1950 web

• 1950: Gedenken an den KZ-Gräbern mit 130 Angehörigen aus den Niederlanden. Bis heute finden diese jährlichen Begegnungen statt.

Das Lager Ladelund war eines von 87 Aussenlagern des Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme. Es existierte vom 1. November bis zum 16. Dezember 1944. In Ladelund wurden die Baracken des 1938 errichteten Reichsarbeitsdienstlagers verwendet. Wo der Platz in den Baracken für 200 bis 250 junge Männer im Reichsarbeitsdienst ausgelegt war, wurde nun die zehnfache Menge Menschen eingepfercht. Über 2000 Männer wurden als KZ-Häftlinge aus Neuengamme und Husum-Schwesing nach Ladelund geschafft, um Panzergräben in Zwangsarbeit und mit einfachsten Mitteln auszuheben. Die Lebensbedingungen der Häftlinge waren verheerend. Bis zur Auflösung des Lagers am 16.12.1944 starben über 300 Häftlinge an Unterernährung, Kälte, Erschöpfung, Krankheiten, Misshandlungen …

Seit 1990 erinnert eine wissenschaftliche Dauerausstellung an das Schicksal der Häftlinge und zeigt, wie es nach 1945 zu einer Annäherung zwischen Ladelundern und den Angehörigen der Opfer gekommen ist.

www.kz-gedenkstaette-ladelund.de

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Lensahn

Neben der Kirche St. Katharinen

Neben dem Haupteingang steht die zweistufige Pyramide – das Kriegerdenkmal der Dörfer für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs – kunstvoll aus bunten Feldsteinen gemauert. Auch der Vorplatz ist mit Feldsteinen gepflastert. Im Zentrum ist die siebeneckige Widmungstafel aus Granit eingelassen. Das Denkmal ist 1923 eingeweiht worden. Davor liegt eine Gedenkplatte für die Toten des 2. Weltkriegs.


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Oben das Halbrelief eines Stahlhelms auf zwei gekreuzten Dolchen, darunter die Inschriften:

1914–18.
Unseren gefallenen Helden
In Dankbarkeit das Kirchspiel Lensahn

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An den Seiten sind jeweils drei große Findlinge aufgestellt. Die Inschriften und Namen sind nur noch schwer zu lesen, nur ein Eisernes Kreuz ist oben auf allen Steinen zu erkennen.

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Einige Findlinge sind von hinten mit kleineren Steinen abgestützt. Im Hintergrund sieht man die Reste des alten Friedhofs.

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Der breite Weg zum Haupteingang von St. Katharinen führt am der Denkmalsanlage vorbei. Über drei Stufen erreicht man die Pyramide.


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Historische Fotos

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Die Findlinge

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Die Kirche St. Katharinen

Der Baubeginn als Gründung der Schauenburger Landesherren war um das Jahr 1245. Der frühgotische Backsteinbau war ursprünglich eine flach gedeckte Kastensaalkirche, ohne Strebepfeiler und Gewölbe, ohne Chor und Turm. Der alte Eingang mit den noch erhaltenen grün-glasierten Steinen befindet sich an der Südseite.

Wohl das älteste Ausstattungsstück der Kirche ist die gotländische. Nach 1200 importiert und vermutlich mit der Errichtung des ersten Kirchbaus hier aufgestellt.

Um 1300 erhält die Kirche ein Gewölbe, erst 1464 wird der 23 Meter hohe Turm, mit seinen massiven Mauern wirkt neben dem 36 Meter langen Kirchenschiff recht gedrungen.

1933/34 wird die Kirche umfassend saniert. Unter anderem gestaltet die Flensburger Künstlerin lna Hoßfeld die fünf Glasfenster für den Altarraum und die beiden kleinen Sakristeifenster. Dem Wunsch des damaligen Kirchenvorstandes, die Konterfeis von Adolf Hitler und Paul von Hindenburg in den Fenstern abzubilden – Gott sei Dank – nicht stattgegeben wurde.

Quelle: www.kirche-lensahn.de

 

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Foto: Gurkentee / Wikimedia Commons


Der Blick aus der Tür fällt auf das Kriegerdenkmal.

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Lensahn

Lensahn war bis an die Schwelle dieses Jahrhunderts landwirtschaftlich geprägt, seit 1650 gehörte es mit dem jetzigen Gut Lensahner Hof zum Privatbesitz des Adelshauses Holstein-Gottorf, dem späteren großherzoglichen Haus Oldenburg. Weitere Güter, aus denen sich die heutigen amtsangehörigen Gemeinden des Amtes Lensahn entwickelten, kamen zum Familienbesitz hinzu. Die Hoheitsgewalt übte der Grundherr noch bis in dieses Jahrhundert hinein aus. Erst im Jahre 1928 wurden Lensahn und gleichzeitig alle anderen amtsangehörigen Gemeinden freie Gemeinden mit dem Recht auf Selbstverwaltung.

Quelle: www.lensahn.de

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Lübeck

Ehrenfriedhof beim Burgtor

Auf dem Ehrenfriedhof werden als einzigem der fünf städtischen Friedhöfe keine Bestattungen mehr vorgenommen. Er dient als reine Gedenkstätte und Mahnmal an die Opfer beider Weltkriege aus Lübeck und Hamburg und ist komplett mit Soldatengräbern, zivilen Kriegsopfern und Kriegerdenkmälern belegt. Da es sich bei diesen Gräbern ausschließlich um Kriegsgräber im Sinne des Gräbergesetzes handelt, laufen die Nutzungsrechte nie ab, und die Gräber werden unbegrenzt vom Bereich Stadtgrün und Verkehr der Hansestadt Lübeck gepflegt.

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»Helm ab zum Gebet«

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1924 entwarf der Bildhauer Richard Kuöhl im Auftrag des Städtischen Friedhofamtes Lübeck die vier Meter hohe Statue »Helm ab zum Gebet« aus Muschelkalk. Sie ist dem 3. Hanseatischen Infanterie-Regiment »Lübeck« gewidmet. Die vier Meter hohe Statue steht im Vorhof des Ehrenfriedhofs – eingefasst von einem Halbkreis, an dessen Mauern für jedes Kriegsjahr eine Tafel eingelassen ist. Sie dokumentieren die Einsatzorte der Regimenter. Die Statue steht auf einem runden Sockel und soll einen an den Gräbern von getöteteten Kriegern betenden Soldaten darstellen. Er hält seinen Helm vor der Brust, steht breitbeinig da, in Uniformmantel mit Patronengürtel und Stiefeln, sein kantiges Gesicht ist leicht gesenkt. An der Seite trägt er ein Langmesser und eine Feldflasche. Zwischen seinen Füßen ist ein stilisierter Adler mit weit ausgebreiteten Schwingen im Relief dargestellt.

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Auf dem Sockel befindet sich die Inschrift:
1914 - 1918 den gefallenen Helden des Inf. Regts. Lübeck
3. Hanseatisches Nr. 162
85 Offiziere 1755 Unteroffiziere und Mannschaften

Eingerahmt wird die Inschrift von einer Zeile aus Ludwig Uhlands Gedicht »Der Gute Kamerad«:
Ich hatt’ einen Kameraden, einen bessren findst Du nicht


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Volkstrauertag

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Foto: Andreas Braeger

SH Lubeck November2009 web

Foto: 1970gemini@GermanWikipedia

Alljährlich am Volkstrauertag gedenken am Kriegerdenkmal »Helm ab zum Gebet« Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge sowie Abgesandte der Hansestadt Lübeck und der politischen Parteien der getöteten Soldaten. In der Mitte des Bildes liegt der Kranz des Bundesministers der Verteidigung. Das Foto ist 2009 aufgenommen worden.

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Aber auch die NPD und andere Neonazis fühlen sich aufgerufen, der »Helden« zu gedenken.

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Die EntstehungsGeschichte

Am 29. Juli 1919 genehmigte der Senat der Freien und Hansestadt Lübeck der Abwicklungsstelle des Infanterie-Regiments Lübeck unter Verwendung der Mittel aus der regimentseigenen Loigny-Stiftung die Errichtung des sich danach zur zentralen Gedenkstätte des Friedhofs entwickelnden Kriegerdenkmals.

In der Jahresversammlung des Offiziervereins 162 des Jahres 1921 wurde die Errichtung eines »dem Platze würdigen Ehrenmals« beschlossen. Der Lübecker Architekt von Ladiges hatte diesem Projekt seit dem Frühjahr 1922 beratend zur Seite gestanden.

Es wurde ein Denkmals-Ausschuss unter dem Vorsitz von General von Heynitz und den Ehrenvorsitzenden Bürgermeister Neumann und General der Infanterie von Morgen gebildet.

Der Ausschuss stand mehrmals vor der Frage, angesichts der zerrinnenden Geldmittel, den Plan der Errichtung vorläufig aufzugeben.

Die Architekten Lübecks erboten sich dann aber auf Anregung von v. Ladiges einen Wettbewerb durchzuführen, der für den Ausschuss kostenlos sein sollte. Von Ladiges nahm daran allerdings nicht teil. Die Entscheidung fiel dann auf den Entwurf »Morituri« von Oberbaurat Virck, Architekt Meyer und dem Hamburger Bildhauer Kuöhl mit der Maßgabe, dass die kniende Figur des am Grabe seiner Kameraden betenden Kriegers in eine aufrechte, nicht allein Trauer, sondern auch Kraft, Trotz und Vertrauen in die Zukunft dokumentierende Kriegergestalt umzuwandeln sei. Dies entspräche dem Geist ihrer 162er.

Von der Realisierung dieser Aufgabe überzeugten sich die Ausschussmitglieder in den verschiedenen Stadien der Entwicklung durch persönliche Besichtigung in der Werkstatt des Bildhauers.

Der Ausschuss erwog das Für und Wider der geplanten Aufstellungsorte des Ehrenmals. Sie wurden besichtigt und die Eindrücke wurden auch unter Aufstellung von Stangengerüsten gesammelt. Das Regimentsdenkmal steht nun nicht irgendwo auf dem Ehrenfriedhof, sondern bildet als integrierender Teil des Ehrenfriedhofs dessen Krönung. Diese Stellung behielt das Ehrenmal auch nach der Erweiterung des Ehrenfriedhofs durch die Opfer des 2. Weltkriegs.

Die für den 27. Juli 1924 festgesetzte feierliche Enthüllung des Denkmals musste in aller Stille erfolgen. Am 2. Regimentstag der 162er, dem 10. Mai 1925, wurde dann aber die Einweihung im festlichen Rahmen nachgeholt. Der Weihegottesdienst wurde in der überfüllten Marienkirche abgehalten, danach zog man zum Ehrenfriedhof, wo die Weihe von Pastor Balcke durchgeführt wurde.

Nach Wikipedia

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Der Bildhauer Richard Kuöhl

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Seine handwerkliche Ausbildung als Kunsttöpfer erhielt er in einer der Modellfabriken dieses Zentrums keramischer Kunst. Nach dreijährigem Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule, wurde er als leitender Modelleur einer bauchemischen Versuchsanstalt mit den modernsten Techniken der Tonbearbeitung vertraut. 1912 folgte er seinem Dresdener Architekturprofessor Fritz Schumacher nach Hamburg. Dort arbeitete er in den 1920er und 1930er Jahren mit fast industriellem Ausstoß. Es entstanden Skulpturen in Stein, Keramik und Reliefs in Terrakotta. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

Kriegerdenkmäler gehörten während der Weimarer Republik zu den häufigsten und begehrtesten Auftragswerken deutscher Bildhauer. Auch Kuöhl hatte bereits zahlreiche Kriegerdenkmäler ausgeführt, dabei war es ihm stets gelungen, die von nationalistisch und militärisch gesinnten Kreisen mit einem »Ehrenmal« beabsichtigte politische Aussage künstlerisch zu formulieren. »Nicht Jammer und Not, sondern Mannestat und Einsatzbereitschaft, das Heldische, Kraftvolle, das ein Mahnmal verkörpern muß, zeigen die »Ehrenmäler«, die er geschaffen hat ... immer wieder spricht ein trotziges ›Dennoch!‹ aus diesen Denkmälern.

»Neben idealisierten nackten Kriegern ... hatte er in kontinuierlicher Folge eine Darstellungsform des grobschlächtigen uniformierten deutschen Soldaten entwickelt, die den Vorstellungen der neuen Auftraggeber offenbar besonders entsprach: Im Mittelpunkt des Lübecker Ehrenfriedhofs, 1924, steht breitbeinig ein Infanterist, der den Helm zum Gebet abgenommen hat. Auf dem Klinkersockel des Regimentsdenkmals in Rendsburg, 1927, lagert ein sterbender Soldat, dem der Helm herabgesunken ist. Auf dem Klinkersockel des Kriegerdenkmals in Langenhorn, 1930, beugt ein Soldat mit abgenommenem Helm das Knie vor dem toten Kameraden.

Kuöhl war mit seiner Praxis als Bauplastiker und Mitarbeiter von Architekten, mit seiner praktischen Erfahrung als einsatzbereiter Gestalter von Soldatengrabmälern und Ehrenfriedhöfen an der Front, vor allen Dingen aber mit dieser Reihe von Soldatendarstellungen, die instinktsicher das trafen, was Kriegervereine und Rechtsparteien sich unter neuer deutscher Plastik vorstellen mochten, prädestiniert für weitere und größere Aufgaben dieser Art.«

Zitat aus Volker Plagemanns Buch »Vaterstadt, Vaterland, schütz Dich Gott mit starker Hand«, Hans Christians Verlag, 1986

Eine Autorengruppe um Roland Jäger veröffentlichte 1979 ein Buch über den »Kriegsklotz« hinterm Dammtorbahnhof in Hamburg (siehe auch > Kriegerdenkmäler Hamburg > Dammtor), das wohl umstrittenste Denkmal Kuöhls. Hier können Sie zwei Seiten daraus lesen:

 

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Der Bildhauer Fritz Behn

Die aus ursprünglich weißem Muschelkalk gefertigte Skulptur von Fritz Behn steht auf einer halbrunden Rasenfläche des Lübecker Ehrenfriedhofs. Behn widmete die Plastik der »sterbende Krieger« seinem Schwager, dem Hauptmann und Rechtsanwalt Dr. Küstermann. Er hatte den Krieger schon 1916, während des Krieges, fertiggestellt, siehe Postkarte weiter unten. Die Ergänzungen, Sockel und Inschriften, zum Kriegerdenkmal waren dann eine Stiftung der Witwe.

SH Luebeck FritzBehn weit web


Einem antiken griechischen Helden nachempfunden ist der Akt eines muskulösen sterbenden Kriegers, der in unnatürlicher Haltung auf dem Boden sitzt. Den Kopf mit Stahlhelm gesenkt, fasst er sich mit der linken Hand an die Brust und hält mit dem ausgestreckten rechten Arm die Reste seines zerbrochenen Schwerts.

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Die Inschriften auf dem Sockel des sterbenden Kriegers lauten vorne (nach einem Vers des Lübecker Schriftstellers Otto Anthes) bzw. hinten:

Der mir der Liebste war, ihm sei es ein Grüßen der Liebe
Allen, die fielen wie er, schmerzlichen Dankes ein Mal

Dem Gedenken Dr. jur. Hans Hermann Küstermann
Gefallen im Priesterwald 1915

Die Buchstaben »Gedenk« sind zerstört worden.

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Die einzelnen Felder bzw. Plätze des Ehrenfriedhofs liegen wegen des Gefälles der Sandbergkoppel auf unterschiedlichem Niveau. Dadurch entsteht eine natürliche Abtreppung, mit dem »Sterbenden Krieger« im Vordergrund und der Treppe zum zentralen, ovalen Feld im Hintergrund.

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Auch das Kriegerdenkmal »Trauernder Landsturmmann«, das bis heute in der Kirche St. Jakobi in Lübeck steht, ist von Fritz Behn. Das steinerne Denkmal ist 1919 errichtet worden.

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In die Ziegelsteine rechts und links vom Landsturmmann sind die Namen der getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs graviert. Der überlebensgroße Landsturmmann hat ein Gewehr mit Bajonett im Arm und ist mit Uniformmantel, Patronengürtel und Stiefeln bekleidet. Den Stahlhelm trägt er vor der Brust, der Kopf ist gesenkt.

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             SH Luebeck Landsturmmann Detail web

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Fritz Behn (1878 – 1970) war Enkel vom Lübecker Bürgermeister Heinrich Theodor Behn. Seit Kriegsbeginn 1915 vertrat er nationalistische und antidemokratische Positionen. Das setzte er nach Begründung der Weimarer Republik mit entsprechenden Publikationen fort. Behns politische Haltung zeigt sich auch in seinem künstlerischen Werk, so in zahlreichen Denkmälern militärischer Gedenkpolitik.

Spätestens mit Beginn der 1920er Jahre wandte Behn sich dem Rechtsextremismus zu. Er war Mitbegründer des Bayerischen Ordnungsblocks, einem Zusammenschluss von republikfeindlichen Verbänden. 1925 wurde Behn Professor an der Kunstakademie München, 1927 Vorsitzender der Münchner Künstlergenossenschaft und verfasste Beiträge im »Völkischen Beobachter«, seit 1920 das publizistische »Kampforgan« der NSDAP. Der NSDAP schloss er sich bereits in deren Frühzeit an. Behn wurde neben seinen ausdrucksstarken Tierplastiken vor allem auch durch seine Büsten von Mussolini, Hitler und Hindenburg bekannt.

Fritz Behn hatte eine führende Rolle als Plastiker im Kunstschaffen des Dritten Reiches inne. Seine Werke entsprachen genau der Ästhetik, dem Kunstempfinden und dem Geist der damaligen NS-Diktatur.

1938 wurde Behn als Professor an die Wiener Kunstakademie berufen, wo er die Meisterklasse für Bildhauerei leitete. 1945/46 wurde Behn sofort seines Amtes enthoben und seine Ateliers in Wien beschlagnahmt.

Im November 2007 wurde die umfangreiche Behn-Sammlung von Fritz Kien, einem Unternehmer und vormals aktiven Nationalsozialisten und Funktionsträger der SS, die er als privates Museum zugänglich gemacht hatte, aufgelöst und mit großem Erfolg in München versteigert.

Zu seinem 90. Geburtstag 1968 wurde Fritz Behn mit der Lübecker Senatsplakette ausgezeichnet.

Viele gute Informationen hat der österreichische Architekt Dipl.-Ing. Sighard Wacker (www.derarchitekt.at/veroeffentlichungen) zusammengetragen. Lesen Sie hier mehr:

 

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Der Landsturmmann an einem sonnigen Julitag im Jahr 2016

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Weitere Gedenksteine auf dem Ehrenfriedhof

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                    Alle vier Fotos: Concord / Wikimedia Commons

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Die Idee des Ehrenfriedhofs

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Foto: Peter Oldekop/Wikimedia Commons

Die Grundidee des städtischen Ehrenfriedhofs am Sandberg stammt von Harry Maasz. Er war von 1912-22 Leiter des Lübecker Gartenbauamts und bezeichnete sich selbst gerne als Gartenbaukünstler. An der Anlage des Ehrenfriedhofs lässt sich erkennen, wie Harry Maasz die Topografie der Landschaft in seine Gestaltungen einbezog. Eingebettet in das Gefälle des Sandbergs verteilen sich 1.884 Gräber, davon 1.817 Kriegsgräber, sowie mehrere Skulpturen auf einzelne Felder und Plätze. Es sind mal ovale, mal runde Waldlichtungen, die verschiedenen Opfergruppen gewidmet sind. Zentrum und Ursprung der fünf Hektar großen Anlage ist seit 1915 das »ovale Feld« – ein weites Rasenfeld mit Gedenktafeln. Der Ehrenfriedhof ist die größte öffentliche Anlage, die Harry Maasz in Lübeck erschaffen hat. Er ist auch einer der Wenigen, der dort ein Nichtkriegsgrab erhalten hat.

Nach einem Text der Stadtentwicklungsbehörde Lübeck

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Alte Postkarten

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Lübeck

Auf dem Marienkirchhof an der Lübecker Marienkirche

Seit 1929 steht das Denkmal dicht an der Mauer der Kirche St. Marien auf einem dreistufigen Podest. Der Bildhauer Hermann Joachim Pagels aus Berlin hat es für die Kirchengemeinde aus schwedischem Granit geschaffen. Am Totensonntag 1929 wurde das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten der Gemeinde eingeweiht.

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Auf der Vorderseite des Hauptblocks steht die Widmung:
Die sanct Marien-Gemeinde ihren Toten
1914   1918

Später hinzugefügt wurde:

und 1939    1945

Oben läuft ein Schriftband mit dem Bibelspruch (1 Kor 13,13):
Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe

Auf der Rückseite erscheint das Werkzeichen der Marienkirche.

Auf dem Granitblock sitzt eine dornenkranzumzogene Weltkugel, die für die Trauer der ganzen Welt stehen soll. Darüber ein großes christliches Kreuz aus Bronze

Der Hauptblock des Denkmals aus Granit wiegt 23 000 Kilo, er wurde mit einem Schiff aus Schweden in den Lübecker Hafen gebracht.


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Auf der Ostseite steht im Schriftband die Zeile aus einem Altniederländischen Dankgebet:

Herr mach uns frei

Darunter das Relief des Drachentöters St. Michael (siehe dazu auch die Dokumentation des Kriegerdenkmals in Heiligenhafen)

 

SH Luebeck St Marien Georg web
 
Auf der Westseite steht im Schriftband der Titel einer Kantate von Johann Sebastian Bach (BMV 197):

Gott ist unsere Zuversicht

Darunter das Relief des Drachentöters St. Jürgen.

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Die VorGeschichte

Der Plan für ein Kriegerdenkmal in St. Marien wurde schon in den Kriegsjahren gefasst. Man dachte an den Ausbau einer der größeren Seitenkapellen zu einer Ehrenhalle. Auch andere Vorschläge, die mit dem Ehrenfriedhof (siehe Lübeck > Ehrenfriedhof) in Verbindung standen, wurden gemacht. Die anderen Hauptkirchen Lübecks stellten im Laufe der Jahre Gedenktafeln auf oder errichteten Kapellen für die im 1.Weltkrieg getöteten Soldaten ihrer Gemeinde.

Im Jahre 1920 begann auch die Marien-Gemeinde mit der Vorbereitung eines Denkmals. Auf die öffentliche Ausschreibung unter den in Lübeck geborenen oder hier wirkenden Künstlern und Kunstgewerblern wurden 48 Entwürfe von 38 Bewerbern eingereicht, die in der Bürgermeisterkapelle der Kirche öffentlich ausgestellt wurden.

Von der aus Mitgliedern des Kirchenvorstandes und Kunstsachverständigen gebildeten Jury wurden drei Entwürfe zur Ausführung vorgeschlagen: von Regierungsbaumeister a. D. Blohm und Bildhauer Oskar Ulmer (1888–1963) aus Hamburg; von den Architekten Runge & Lenschow aus Lübeck und vom Architekten Meyer ebenfalls aus Lübeck. Von den Entwürfen kam jedoch keiner zur Ausführung, alle Verhandlungen zerschlugen sich.

Nach einer langen Unterbrechung wurde 1927 die Frage durch eine Projektierung des Bildhauers Kuöhl (siehe Hamburg > Dammtor) wieder aufgenommen. In einem beschränkten Wettbewerb entschied sich der Kirchenvorstand dann für ein vor der Kirche aufzustellendes Denkmal nach dem Entwurf des aus Lübeck stammenden Bildhauers Hermann Joachim Pagels aus Berlin und im Innern der Kirche für eine Tafel mit den Namen der toten Soldaten, für die der ebenfalls aus Lübeck stammende Bildhauer Hans Schwegerle aus München einen Entwurf in Form eines Kreuzes geliefert hatte.

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Nachdem alle deutschen Steinbrüche wegen der Transportschwierigkeiten auf dem Landwege abgesagt hatten, erhielten die schwedischen Karlshällawerke den Auftrag.

Der Hauptblock des Denkmals vor der Mauer von St. Marien erreichte am 25. Juni nach dreitägiger Fahrt auf dem Schiff den Lübecker Hafen. Dort wurde er von der Steinhauerfirma Ludwig Bruhn bearbeitet. Das Gestein entspricht etwa dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Grundstein der Kirche selbst. Am Sonnabend, dem 5. Oktober 1929, legte der Kirchenvorstand von St. Marien die Urkunde, in der die Vorgeschichte des Ehrenmals für die 318 Kriegsopfer der St. Mariengemeinde zu Lübeck erzählt wird, in den Grundstein des Denkmals und am Dienstag, den 8. Oktober, erfolgte der Transport des Hauptblocks vom Hafen zu St. Marien. Der Granitstein, der 23.000 kg wiegt und mit den Seitenlängen von 1,80 m x 2,70 m x 1,57 m ein Volumen von ca. 7,6 Kubikmetern hat. Der Wagen der Firma Joachim Parbs wurde von 16 starken Pferden gezogen.

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In den folgenden Wochen wurden die Reliefs durch den Berliner Bildhauer Moserker auf beiden Seiten eingehauen und die Schrift durch die Steinmetze der Firma Bruhn fertiggestellt. Auf der Rückseite erscheint jetzt das Werkzeichen der Marienkirche.

Hier können Sie sich den vollständigen Artikel über die Errichtung des Kriegerdenkmals in den »Vaterstädtischen Blättern« 1929, Nr.1 ansehen

 

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Die Einweihung

Die Einweihung des Kriegerdenkmals und der Namenstafel im Innern der Marienkirche erfolgte in einem Trauergottesdienst am Totensonntag, den 24. November 1929.

Die Gemeinde stimmte folgendes Lied an: »Ruhm und Preis sei euch gesungen, die ihr mit aller Welt gerungen und Helden bliebt im harten Streit. Eure Leiber, euer Leben habt ihr als Schutzwall hergegeben für deutscher Heimat Sicherheit. Der Freiheit golden Licht schien euch ins Angesicht noch im Sterben. Die Freiheit brach in bitt’rer Schmach! Doch eure Saat reift neuem Tag!«

Die Predigt, in der unter anderem die Namen der 318 toten Soldaten der Gemeinde verlesen wurden, hielt Hauptpastor Denker. Nach Beendigung des Gottesdienstes folgte die Gemeinde dem Kirchenvorstand, den zahlreiche Abordnungen und Fahnenträgern auf den Kirchplatz. Unter Glockengeläut und dem von der Regimentskapelle gespielten Lied »Ich hab mich ergeben« wurde der Zug am Denkmal empfangen. Nach einer stillen Andacht enthüllte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Herr Dahms, das Denkmal mit den Worten: Möge es für alle Zeit Zeugnis darüber ablegen, dass unser Geschlecht der teuren Toten unauslöschlich gedenkt.

Den Kranzniederlegungen folgte die Weiherede von Pastor Pautke. Mit dem Lied »Ich hatt’ einen Kameraden« schloss die Feier.

Während der in Lübeck geborene Schwegerle der Veranstaltung beiwohnte, war Pagels durch eine Verpflichtung in der Villa Hügel in Essen verhindert.

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Hier können Sie sich den vollständigen Artikel über die Einweihung des Kriegerdenkmals in den »Vaterstädtischen Blättern« 1929, Nr.5 ansehen

 

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Der Bildhauer Pagels

Pagels war ein Sohn von Heinrich Pagels, dem Seniorchef der seinerzeit deutschlandweit bedeutenden Firma Heinr. Pagels in der Breiten Straße zu Lübeck, einem Porzellan- und Haushaltswarengeschäft. Er war Mitschüler von Thomas Mann auf dem Katharineum. Mit Fritz Behn (siehe Lübeck > Ehrenfriedhof) und Hans Schwegerle bildet er eine Gruppe von fast gleichaltrigen Lübeckern, die erfolgreiche Bildhauer wurden und deren Arbeiten dem Zeitgeschmack entsprachen.

Auf dem Burgtorfriedhof schuf Pagels 1921 das Mausoleum für Emil Possehl.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde Pagels durch seine Adolf-Hitler-Büsten bekannt. Hitler erwarb von Pagels das Werk »Schwimmerin«  für 8000 Reichsmark. Pagels Werke wurden zur NS-Zeit auch 1936 auf der »Großen Münchner Kunstausstellung« gezeigt, wo er mit Marmor- und Bronzebüsten von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt und Generaloberst Walther von Brauchitsch vertreten war. Im Haus der Deutschen Kunst in München waren 1940 unter anderem seine Bronzebüsten von Rudolf Heß, Joseph Goebbels und Benito Mussolini ausgestellt.

Nach Wikipedia

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Die Possehl-Stiftung

Die Possehl-Gruppe mit der Holding L. Possehl & Co. mbh wurde am 1. Mai 1847 von Ludwig Possehl mit Sitz in Lübeck gegründet. Sie betrieb einen Handel mit Kohlen und Eisen. Das Erbe des Gründers ging von seinem Soh, Emil Possehl in eine Stiftung über. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in der Beckergrube  der Lübecker Altstadt. Heute ist die in Anteilseignerschaft der gemeinnützigen Possehl-Stiftung befindliche Possehl-Gruppe ein weltweit tätiges Unternehmen. Es werden in 62 inländischen und 97 ausländischen Unternehmen mehr als 12.000 Menschen beschäftigt. Dabei arbeiten die Unternehmen weitgehend selbstständig. Der Mischkonzern erwirtschaftete zuletzt 3,283 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Nach Wikipedia

Die Lübecker Nachrichten schrieben am 12. Juli in ihrer Onlineausgabe:

»So viele Millionen: Wie die Possehl-Stiftung zu Geld kommt»

Sie gehört zu den größten wohltätigen Einrichtungen in Lübeck. Das Geld, das die Stiftung ausgibt, verdienen aber andere. Und die machen ihren Job richtig gut.

Alle Welt blickt auf Lübeck – und aufs Hansemuseum. Zwei Tage lang tagen die sieben Außenminister der wichtigsten Industrienationen dort – sechs Wochen vor der Eröffnung. 45 Millionen Euro kostet das Hansemuseum. Die Possehl-Stiftung hat 35,6 Millionen Euro hineingesteckt, die EU 9,42 Millionen Euro, die Stadt keinen einzigen Cent.

Woher kommt das viele Geld, das die Possehl-Stiftung anscheinend mühelos in Lübeck verteilt? Nicht nur ans Hansemuseum, sondern auch die jährlichen Millionen Euro, die Kitas, Jugendprojekte, Schulen, Museen und lübsche Altstadthäuser erhalten. Diese Leichtigkeit im Umgang mit Finanzen hat nichts mit Glück zu tun, sondern mit geschicktem Management. Und das sitzt im sechsten Stock im Possehl-Haus in der Beckergrube 38-52. Dort hat der Vorstand L. Possehl & Co. mhH seine Chefetage. Vorsitzender ist Uwe Lüders. Er ist der Mann, der das Geld verdient, das die Stiftung wieder ausgibt. »Er ist mehr wert als ein Sechser im Lotto«, lobt Renate Menken, Vorsitzende der Possehl-Stiftung. Sie sitzt bezeichnenderweise noch einen Stock höher – in der siebten Etage des Hauses.

Die Stiftung ist alleinige Gesellschafterin dieses riesigen Konzerns L. Possehl. Er ist weltweit tätig, besteht mittlerweile aus 140 Gesellschaften, beschäftigt mehr als 11500 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon arbeitet in Deutschland. L. Possehl ist ein Gemischtwarenladen: Die Palette der Unternehmen reicht von Edelmetallverarbeitungs-Firmen über Hersteller von Druckmaschinen, Halbleitern und Reinigungsmaschinen. Im vergangenen Jahr hat L. Possehl einen Rekordumsatz von 3,3 Milliarden Euro gemacht. Der Gewinn vor Steuern beträgt 125 Millionen Euro. Als Lüders seinen Job 2004 anfing, lag der Umsatz bei 695 Millionen Euro – und der Gewinn vor Steuern bei 22 Millionen Euro. Lüders hat den Gewinn des Konzerns fast versechsfacht.

Die Formel für die Possehl-Stiftung als Gesellschafter ist dabei ganz einfach. Je mehr Lüders verdient, desto mehr Geld kann Menken ausgeben. Denn ein Fünftel bis ein Viertel des Gewinns fließt an die Stiftung. Der Rest der Millionen bleibt im Unternehmen – und wird dort auch gebraucht. Der Konzern wird hanseatisch, konservativ, zurückhaltend geführt – und erweitert sich dabei stetig im Stillen. Lüders hat seit 2006 immerhin 19 Firmen gekauft – die haben den Konzern in der Wirtschaftskrise 2008 so gestärkt, dass er 2009 immer noch 21 Millionen Euro Gewinn verbucht hat.

Davon profitiert die Stiftung – und somit auch Lübeck. Denn das Budget der Stiftung ist mit dem Erfolg des Konzerns gestiegen. In den 90er Jahren und um die Jahrtausendwende betrug es zwischen 3,5 und fünf Millionen Euro pro Jahr. 2012 waren es schon elf Millionen Euro — in diesem Jahr sind es satte 15 Millionen Euro. So viel wie nie. »Das Budget der Stiftung wächst jedes Jahr um eine Million Euro«, sagt Menken...«

Josephine von Zastrow

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• Schild neben dem Kriegerdenkmal an der Mauer von St. Marien

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Nettelsee, Kreis Plön

Umfasst von Eisenketten

 

SH Nettelsee gesamt

Kriegerdenkmal aus Natursteinen. In der Mitte eine angedeutete Halle mit zwei Säulen, darüber ein Stahlhelm im Relief. Darin eine Tafel mit den 11 Namen der getöteten Soldaten im 1.Weltkrieg, darüber Eisernes Kreuz und die Inschrift: Jungs hier to Hus – Helden in der Frömm (Hochdeutsch: Jungs hier zu Hause – Helden in der Fremde).

SH Nettelsee Mitte

 

Auf jeder Seite eine Tafel zum Gedenken der Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges, ohne Namen.

Inschrift auf der linken Tafel:
1939 (Stahlhelm) 1945
Euch, die Ihr in hartem Kampf fürs Vaterland Euer Leben gabet, gilt unser Gruß und unser inniger Dank. Treue um Treue


SH Nettelsee Tafel2

 

Inschrift auf der rechten Tafel:
1939 (Stahlhelm) 1945
Auch Eurer gedenken wir, die Ihr wehrlos dem Kriege zum Opfer fielet nach Gottes unerforschlichem Ratschluß. Sein Wille geschehe


SH Nettelsee Tafel1


Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung – von »christlich« zu sprechen verbietet der Respekt vor dem biblisch christlichen Glauben.

In Nettelsee werden die Soldaten nicht nur zu wehrlosen Opfern erklärt, es wird auch noch der von Menschen verantwortete Krieg als Gottes Wille geheiligt. Das ist Häresie.

Für die Mehrheit der Christinnen und Christen, der Gemeinden und der Kirchen kann davon ausgegangen werden, dass sie mit dieser »Verkündigung« und der Botschaft der Kriegerdenkmäler nicht einverstanden sind. Dennoch gibt es bei den allermeisten dieser Denkmäler keine Veränderung.

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Neumünster

Nahe dem Hauptbahnhof

Es ist das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs, die im zivilen Leben bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt waren. Errichtet wurde es 1926 vom Eisenbahnverein und dem Reichsbund Deutscher Eisenbahn-Kriegsteilnehmer nach dem Entwurf von Reichsbahnoberrat Wilhelm Eitner von der Eisenbahndirektion Altona. Die 8,5 Meter hohe, mehrstufige Säule mit quadratischem Grundriss wurde im expressionistischen Stil aus roten Klinkersteinen gemauert. Die Terrakottatafeln an allen vier Seiten sind nach Modellen von Richard Kuöhl (siehe z. B. auch Hamburg Dammtor) aus Hamburg gefertigt worden. Ursprünglich waren sie leicht vergoldet. Stufen und Tafeln haben Kupferabdeckungen. Die Pfeilerform wurde gewählt, weil sich zur Zeit der Errichtung in der unmittelbaren Nachbarschaft die Tore zum Güterbahnhof befanden.


SH Neumuenster ganz Seite web

An allen vier Seiten gibt es oben ein Eisernes Kreuz im Relief, ein hohes gemauertes Zierelement mit streng diagonal gesetzten Steinen, auf den Tafeln eine gezackte Kupferabdeckung und auf der im geometrischen Muster gemauerten Sockelstufe einen Kranzhalter.

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Auf der Seite zur Straße ist die Haupttafel aufgesetzt. Im Medaillon das Relief eines Soldatenkopfs mit Stahlhelm und einem Lorbeerkranz. Darunter die Inschrift:

Für Euch!

Alle Tafeln haben an den Seiten schmale Zierranken.


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Rechts und links werden die Namen von insgesamt 109 toten Soldaten aufgeführt. Über den zweispaltigen Listen ist ein Stein mit dem Halbrelief eines Flügelrads, dem Symbol der Reichsbahn, eingefügt.


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Auf der Rückseite befindet sich die Widmungstafel. Unter einem Lorbeerkranz mit Schleife befindet sich die Inschrift:

Unseren 1914=1918 auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden zum ehrenden Gedenken
gewidmet vom Eisenbahnverein und Reichsbund Deutscher Eisenbahnkriegsteilnehmer
Neumünster 1926

Neben der Jahreszahl noch zwei Lorbeerzweige.


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Das Flügelrad

Das Flügelrad ist ein Symbol der Eisenbahn und des Schienenverkehrs, es ist weltweit verbreitet. Es steht für die Geschwindigkeit, die in den Anfangsjahren der Eisenbahn für die Menschen sehr – manchmal fast beängstigend – groß war. Es hat seinen Ursprung in den Darstellungen des geflügelten Götterboten Hermes.

Nahezu 150 Jahre wurde dieses Symbol von jedem Eisenbahner in unterschiedlicher Ausführung auf der Uniform, Mütze und zugehörigen Gegenständen getragen. Es war der bildliche Begriff für die Eisenbahn schlechthin, lange bevor man »Logos« kreierte.

Nach Wikipedia, 17. 11. 2016

 

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Foto: SchiDD / Wikimedia Commons


Das geflügelte Rad der Deutschen Reichsbahn: eine Skulptur am Gebäude der Deutschen Bundesbahn in Dresden, Ammonstraße 8

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»Der ideale Soldat«

1930 beschreibt der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg im »Mythus des 20. Jahrhunderts – Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit« das typische Gesicht des idealen Soldaten so:

»In allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands sehen wir hier bereits die Ansätze dazu. Die Gesichter, die unterm Stahlhelm auf den Kriegerdenkmälern hervorschauen, sie haben fast überall eine mystisch zu nennende Ähnlichkeit. Eine steile durchfurchte Stirn, eine starke gerade Nase mit kantigem Gerüst, ein festgeschlossener schmaler Mund mit der tiefen Spalte eines angespannten Willens. Die weitgeöffneten Augen blicken geradeaus vor sich hin. Bewußt in die Ferne, in die Ewigkeit. Diese willenhafte Männlichkeit des Frontsoldaten unterscheidet sich merklich vom Schönheitsideal früherer Zeiten: die innere Kraft ist noch deutlicher geworden als zur Zeit der Renaissance und des Barock. Diese neue Schönheit ist aber auch ein arteigenes Schönheitsbild des deutschen Arbeiters, des heutigen ringenden Deutschen schlechtweg.«

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Detail des Denkmals auf dem Friedhof von Uetersen

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Neustadt in Holstein

Am Heisterbusch gegenüber dem Marinehafen

Die großzügige Denkmalsanlage am Hang zum Hafenbecken besteht aus zwei Teilen: einem gemauerten Obelisken mit Widmung nah am Wasser und einer Mauer mit Inschrift am Rand zum Wäldchen. Der Entwurf stammt vom Kieler Architekten Hans Schnittger. Nach dreijähriger freiwilliger Arbeit von Neustädter Bürgern wurde sie 1924 eingeweiht.

SH Neustadt Hafen web


Die ganze Anlage ist einheitlich aus bunten behauenen Felssteinen gemauert. Am langen Abgang ist sie von einer Mauer begrenzt.

SH Neustadt beide web


Der Obelisk mit quadratischer Grundfläche am unteren Eingang zur Anlage wurde mit vier überkragenden Ringen versehen. 

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Im untersten Abschnitt steht in schlichten Versalien die Widmung für die 162 getöteten Neustädter Soldaten des 1. Weltkriegs:

Unseren Helden

Vor den Abschnitt darüber ist eine Platte mit einem Halbrelief gesetzt:
In der Mitte ein Stahlhelm; darunter zwei gekreuzte Kurzschwerter, umwickelt mit einem Koppel; rechts und links kunstvoll geschwungene Fahnen.

 

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Die Mauer trägt am oberen Rand die Inschrift:

1914 - 1918  Flamme empor  1939 - 1945

Die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs wurden 1952 hinzugefügt. Die Mauer wird rechts und links mit mächtigen Pfeilern abgeschlossen.

SH Neustadt 1870 71 web


Am oberen Rand steht noch ein kleiner schlichter Findling mit den Jahreszahlen des Deutsch-Französischen Kriegs:

1870 / 71

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In Sichtweite die Kriegsschiffe der Deutschen Marine der Bundeswehr.

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Historische Fotos



Aus den 20er-Jahren – die komplette Denkmalsanlage steht schon da. Nur die Mauerinschrift lautet zu der Zeit noch:

1914  Flamme empor  1918


SH Neustadt 1939 web


Aus dem Jahr 1939

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Kommentierung

»Während unseres Neujahr-Urlaubs besuchten wir Neustadt in Holstein und schauten uns um, die Winterlandschaft genießend – und stießen auf diese Gedenkstätte gegenüber dem Marinehafen, nahe der Innenstadt.

Als geschichtlich Interessierter war ich sehr erschrocken; sowohl über den Zustand als auch den Inhalt.

Ungepflegt, ja sogar als Strauchschnittablage dienend ist es nicht das was man sich eigentlich unter einem Ehrenmal vorstellt.

Noch befremdlicher jedoch ist für mich der Inhalt. Gehalten im Backsteinstil der Marinesiedlungsbauten ist schon die Aufschrift »Unseren Helden« und den militärischen Insignien die Intention dieser Anlage m. E. eindeutig zu erkennen.

In der Gedenkmauer prangen nicht nur die Jahreszahlen des 1. und 2. Weltkriegs, sondern dazwischen das Motto »Flamme empor«, das mir einen Schauer über den Rücken jagt – hier ist in diesem Zusammenhang ganz sicher nicht das Studentenlied der Befreiungskriege 1814 gemeint – Alt- und Neonazis haben es für ihre Sonnenwendfeier eingenommen.

Ist dieses Ehrenmal wirklich mit unserer Kultur vereinbar?

Nur wenige hundert Meter nordöstlich Richtung Pelzerhaken fand ich dann im Ehrenfriedhof Cap Arcona die Beschreibung von Verbrechen die mit diesem »Heldentum« verbunden sind und ich frage mich – ist das vereinbar?

Nach einiger Überlegung möchte ich den Stadtverordneten in Neustadt einen Vorschlag unterbreiten:

Das bisherige Ehrenmal sollte stilistisch wie inhaltlich so umgestaltet werden, dass es den Bruch mit Nationalismus, Militarismus, Rassismus und die daraus resultierende Zeit der Gewaltherrschaft und ein klares Zeichen für die grundlegenden Werte unserer Kultur versinnbildlicht.

Als Motto schlage ich den Art 1 GG vor: »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlicher Gewalt.«

»Zum Gedenken an alle Opfer von Nationalismus, Militarismus und Rassismus die zu schützen wir nicht vermochten.«

Dies schließt sowohl das Gedenken an die Opfer als auch unsere Abkehr von den Ursachen und die Verpflichtung von Staat und Gesellschaft ein einer möglichen Wiederholung schon im Ansatz aktiv entgegenzutreten.

Gerade in der heutigen Zeit finde ich es wichtig hierfür einzutreten denn um ein Zitat aufzugreifen:

»Die deutsche Republik ist nicht an zu viel Nationalsozialisten oder Kommunisten zugrunde gegangen sondern durch einen Mangel an aufrechten Demokraten.«

Ob mein Anliegen wohl Gehör finden wird?«

www.myheimat.de/neustadt-in-holstein/politik/neustaedter-denk-mal, 6.3.2011

Als die Fotos für die Dokumentation dieses Denkmals im Dezember 2016 gemacht wurden, fanden wir diese Informationstafel:

SH Neustadt Info web


SH Neustadt Text web

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Das Lied »Flamme Empor«

Den ursprünglichen Text des Liedes schrieb der evangelische Pastor Johann F. Christian Nonne. Das Lied selbst entstand im Oktober 1814 am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. An diesen Kämpfen hatten viele Studenten teilgenommen, die hier erstmals das Gefühl hatten, für ihre Bürgerrechte und nicht für irgendeine Fürstendynastie oder einen Teilstaat des Reiches zu kämpfen. Das Lied brachte den Drang nach Freiheit zum Ausdruck.

Seitdem existieren zahlreiche Versionen des Liedes – eine davon wurde von den Nationalsozialisten beim rituellen Entzünden der Sonnwendfeuer gesungen.

Sonnenwende Hitlerjugend Creative Commons web

Beide Fotos: Creative Commons


       Flamme empor Creative Commons web


Pfadfinder sangen das Lied ebenfalls, verbannten es aber später wegen der Nähe zum Nationalsozialismus aus ihrem Repertoire.

Die Inschrift »Flamme empor« ist heute durch die Instrumentalisierung des Liedes in der NS-Zeit belastet, es ist gut, dass die Menschen in Neustadt darüber informiert werden.

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Volkstrauertag 2014

SH Neustadt VTT 2014 web

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Cap Arcona

Die Cap Arcona war ein Luxusdampfer. Er wurde nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt.

Ab 1940 wurde die Cap Arcona von der deutschen Kriegsmarine verwendet und verblieb in der Ostsee. Ab Ende 1944 wurde das Schiff zum Transport von Flüchtlingen aus Ostpreußen nach Westen eingesetzt, danach von der Kriegsmarine. Ab dem 14. April lag die Cap Arcona wegen des Maschinenschadens manövrierunfähig vor Neustadt. Sie wurde daher von der Kriegsmarine ausgemustert und dem Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann unterstellt, der zugleich »Reichskommissar für die Seeschiffahrt« war.

Vor den anrückenden britischen Truppen wurden die verbliebenen KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme Ende April nach Lübeck transportiert. Mehr als 9.000 Häftlinge wurden dort auf Schiffe gebracht. Am 20. April 1945 trafen vorerst über 4.000 Gefangene aus dem KZ Neuengamme im Lübecker Industriehafen ein und wurden mit ihrer Bewachung auf drei kleinere beschädigte Schiffe gebracht. Am 26. April kamen weitere 2.500 Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme sowie Überlebende des Todesmarsches vom KZ-Fürstengrube und anderen schlesischen Lagern an und wurden auf der Cap Arcona eingeschifft. Zeitweilig war die Cap Arcona mit 7.500 Häftlingen an Bord völlig überfüllt. Mangelhafte Ernährung und unzureichende hygienische Zustände führten zu einem Massensterben.

Anfang Mai befanden sich noch etwa 4.600 Häftlinge und 500 Seeleute, Flakmatrosen und Bewacher auf der Cap Arcona.

Am 3. Mai 1945 lag die Cap Arcona mit anderen Schiffen in der Lübecker Bucht. Da die Schiffe nicht besonders gekennzeichnet und mit Bordwaffen ausgestattet waren, wurden sie von alliierten Fliegern für Truppentransporter gehalten. Die Cap Arcona wurde von Jagdbombern der britischen Luftwaffe angegriffen und in Brand geschossen.

Rund 6.400 der etwa 7.000 KZ-Insassen auf der Cap Arcona und der Thielbek verbrannten, ertranken oder wurden erschossen. Da die Wassertemperatur an dem Tag nur 8 °C betrug, konnten die meisten Häftlinge sich nicht schwimmend ans Ufer retten.

Auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt im Kreis Ostholstein sind 621 Opfer des Untergangs der Cap Arcona und der Thielbek bestattet worden, er ist zudem die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer.

Er liegt östlich der Innenstadt von Neustadt direkt an der Lübecker Bucht. Die nach dem Untergang der Schiffe bei Neustadt angespülten Toten wurden zunächst in Einzel- oder Massengräbern – meist in Strandnähe – bestattet. 1948 wurde der Ehrenfriedhof angelegt.

Nach Wikipedia, 20.Dezember 2016

SH Neustadt Cap Arcona Waterproof947 Wikimedia Commons

Foto: Waterproof947/Wikimedia Commons

Die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt.

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Nieblum / Föhr

Auf dem Kirchhof des »Friesendoms«

Die Kriegerdenkmalsanlage für die toten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs liegt genau zwischen der St. Johanniskirche, die »Friesendom« genannt wird und dem Pastorat. Der Obelisk mit stumpfer Spitze ist mit bunten behauenen Feldsteinen ca. 4,5 Meter hoch aufgemauert. Er steht der Anlage vor und trägt die Widmungsplatten.

SH Nieblum F Dom web

SH Nieblum DenkuDom2 web


In die Frontseite des Obelisken sind vom Boden aus drei Steinplatten übereinander eingelassen. Die oberste – unter einem Schmuckbalken mit gebogenen Enden – trägt den Bibelspruch 11,25 aus dem Johannesevangelium:

Wer an mich glaubt
der wird leben
ob er gleich stürbe

SH Nieblum Johannes 11 25 web

Darunter ein Medaillon, das einen Soldatenkopf mit Stahlhelm im Halbrelief zeigt.


SH Nieblum Soldat web


Auf der mittleren Tafel steht die Widmung:

Die dankbare St. Johannisgemeinde widmet diesen Ehrenfriedhof ihren in den Kriegen 1914 - 1918 und 1939 - 1945 gefallenen tapferen Söhnen

Da das Denkmal in den 20er-Jahren errichtet worden ist, sie historisches Foto weiter unten, muss diese mittlere Platte nach dem 2. Weltkrieg ausgetauscht worden sein.

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen. »Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat«, Clemens Tangerding im Deutschlandfunk am 18. November 2012.

       SH Nieblum Widmung web


Die unterste Tafel zitiert unter einer Reihe aus drei Kreisen wieder einen Spruch aus dem Johannesevangelium, nämlich 15,13, darunter ein Kreuz mit je einem Kreis an den Seiten:

Niemand hat grössere Liebe denn die dass er sein Leben lässt für seine Freunde

Diese Bibelspruch ist häufig auf Kriegerdenkmälern zu lesen. Er ist ein Beispiel für eine pseudo-biblische Legitimation des Soldatentods. Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung – von »christlich« zu sprechen verbietet der Respekt vor dem biblisch christlichen Glauben.

       SH Nieblum Johannes 15 13 gr web

Die Buchstaben, die oberen drei Zeilen in Textbändern, das  Medaillon mit dem Soldatenkopf, das Kreuz und die Kreise sind erhaben aus dem Stein herausgearbeitet worden.

Vor dem Denkmal liegen in langen Reihen, angelehnt an Erdwälle die Namenstafeln der toten Soldaten. Aussen die der Soldaten des 1. Weltkriegs. Nach dem 2. Weltkrieg kamen die zwei inneren Reihen dazu.

SH Nieblum 2Reihen web


Geordnet nach Herkunftsort werden Name, Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort genannt.

SH Nieblum Stein web

SH Nieblum gesamt web


Dem großen Obelisken gegenüber steht – von einem hohen Busch umwachsen – ein Stein mit der Aufschrift:

Zum Andenken an die durch Kriegseinwirkung verstorbenen Männer Frauen und Kinder

SH Nieblum Pastorat web

SH Nieblum Stele web


Da ist der Grabstein auf der anderen Seite des Denkmals schon auffälliger.

SH Nieblum Grab web


Hier noch ein Postkartenmotiv: die von einer Hecke umrandete Denkmalsanlage aus der Luft fotografiert.

SH Nieblum Postkarte web

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Eine historische Postkarte

Auf diesem Foto von 1926 lehnen die Namenssteine noch an beiden Seiten an einer Feldsteinmauer. Dazwischen eine Sandfläche mit flachen Beeten.

SH Nieblum 1926 web

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Nienborstel
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Große Anlage an der Hauptstraße


SH Nienborstel Total

Mehrere Gedenksteine sind auf dem Platz verteilt, in der Mitte das Kriegerdenkmal mit den Namen der getöteten Soldaten aus dem 1.Weltkrieg.

               SH Nienborstel 1WK

Inschriften: Up ewig ungedeelt / 1848 / 1864 - 1866

Durch Kampf zur Einheit und / Macht zum Sieg u. Frieden /
1870 - 1871

1914 (Eisernes Kreuz) 1918 / Den Gefallenen zu Ehren!

Zum ehrenden Gedenken / an die Opfer des 2. Weltkrieges /
1939 - 1945

Mögen wir sterben unseren Erben
gilt dann die Pflicht,
es zu erhalten und zu gestalten
Deutschland stirbt nicht!

SH Nienborstel Stein

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Opfer

»Es ist nicht wahr, dass die Opfer mahnen, bezeugen, Zeugenschaft für etwas ablegen, das ist eine der furchtbarsten und gedankenlosesten, schwächsten Poetisierungen (...) Auf das Opfer darf sich keiner berufen. Es ist Missbrauch.
Kein Land und keine Gruppe, keine Idee, darf sich auf ihre Toten berufen.«

Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.
Dieses Zitat steht auf einer Tafel zum Kriegerdenkmal in Neustadt in Holstein.

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