TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Kriegerdenkmäler in Schleswig-Holstein

»Die Auseinandersetzung mit den Denkmälern gehört zu unserer Erinnerungskultur. Dabei wird sichtbar, dass wir auch als Kirche lernen, die eigenen Verstrickungen in die Geschichte von Krieg und Gewalt kritisch zu beleuchten. Die Erinnerung ist notwendig, um in der Gegenwart Versöhnung zu leben und auch in Zukunft dem Frieden zu dienen.

Unter dem Motto: ›Erinnern – Erkennen – Gestalten‹ greift die Evangelische Akademie Hamburg einen Appell der Synode der Nordkirche auf, sich kritisch mit den vielen hundert Ehrenmalen im Lande auseinanderzusetzen.

Gerade die vielen öffentlichen Ehrenmäler zum ersten Weltkrieg zeigen den damals prägenden Einfluss nationalistischer und auch nationalsozialistischer Ideologie. Ehrenmale zum Zweiten Weltkrieg stehen nicht selten noch unter dem Einfluss der Formensprache jener Zeit.«

Gothard Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein


Die in den Dörfern und Städten Schleswig-Holsteins zahlreichen Kriegerdenkmäler sind oft im Zentrum des Ortes aufgebaut oder in eigene Grünanlagen integriert. Die häufig zu findenden Namenstafeln getöteter Soldaten, die der persönlichen Erinnerung dienen sollen, sind gleichwohl mit den verbreiteten Deutungen versehen: Verehrung der Soldaten als Helden, Verklärung ihres Todes als Opfer für König und Vaterland und Legitimation des Krieges bestimmen diese Denkmäler. Aufrufe zum Frieden und gegen Krieg finden sich eher selten. Soweit bekannt, werden diese Kriegerdenkmäler fast überall am Volkstrauertag für die traditionellen Rituale des Gedenkens genutzt. Einige sind weitgehend unbeachtet, zum Beispiel der überlebensgroße »Held« in Eckernförde und selbst Einheimischen nicht immer bekannt.

Ein Klick auf das Bild öffnet die Spalte mit Texten und Fotos zum Denkmal. Haben Sie weitere interessante Informationen oder historische Bilder zu den vorgestellten Kriegerdenkmälern? Dann würden wir sie gerne auf dieser Seite veröffentlichen.

Ein Klick auf den schwarzen Balken am Anfang der Denkmaldokumentation von

Ahrensburg   Bünningstedt   Hoisbüttel

öffnet die Berichte über die temporäre Kunstaktion der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem KunstHaus am Schüberg im Sommer 2014: »Kriegerdenkmäler – Stumme Zeugen ins Gespräch bringen«.

Fotos: Marlise Appel, Evangelische Akademie der Nordkirche, wenn nicht anders angegeben.

 


I N H A L T

Das Denkmal
Volkstrauertag 2019
Aufstellung des Findlings
Die Einweihung
Die Zeit danach
Der Volkstrauertag
Der Gedenkstein 1871
Die Friedenseiche

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Meddewarde, Kreis Stormarn

An der Einmündung der Alten Dorfstraße in die Oldesloer Straße

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege ist 1954 errichtet und am 14. November 1954 eingeweiht worden.

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Mitten im Rasen einer Verkehrsinsel steht ein Findling in einem Kranz kleinerer behauener Steine, daneben eine Eiche mit großer Krone.

 

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Der Findling ist umgeben von Rhododendren und anderen immergrünen Sträuchern, die ihn teilweise überragen. Nur im vorderen Teil der Anlage sind die Sträucher auf eine Höhe kurz geschnitten.

 

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Die Rasenfläche der Verkehrsinsel war früher kleiner (siehe Fotos weiter unten), sie ist vergrößert und mit Buchsbaumkugeln und niedrigeren Sträuchern bepflanzt worden. Die Fläche dehnt sich jetzt bis zum Vorplatz des Feuerwehrhauses.

 

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Dadurch geht man heute über einen langen Plattenweg zum Denkmal.

 

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Der Steinkranz hat eine Lücke, um dem Findling näher zu kommen. Im Januar 2020 liegt dort der Kranz vom Volkstrauertag im November.

 

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Jetzt sehen wir, dass der Findling ohne Inschrift, Namensnennungen etc. einfach nur dasteht, genauso wie die Steine der Umrandung. Die Lübecker Nachrichten schreiben am 11. November 1954: »In das Fundament des riesigen Findlings wurde eine Urkunde mit den Namen der Gefallenen eingemauert.«

 

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Auf der Tafel, die seit 1954 vor dem Findling liegt, steht fast nicht mehr lesbar, die Widmung:

EHRE DEN OPFERN
1914 – 1918
1939 – 1945

Wir wissen, dass damit die toten Soldaten der Weltkriege gemeint sind, die eingemauerte Urkunde sagt es uns. Für den 2. Weltkrieg sind dort 13 tote Soldaten aufgeführt.

Keiner Ärztin im Krisengebiet, keinem Kriegsreporter, keinem zivilen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft würde nach ihrem Tod ehrend gedacht. Die Ehre scheint dem Soldatentod vorbehalten zu sein. Auf Denkmälern wie diesem wird sie posthum kollektiv erteilt, obwohl wir wissen, dass Soldaten auch Täter gewesen sein können. Hartmut Häger schreibt dazu in seinem Buch »Kriegstotengedenken in Hildesheim« auf Seite 33:

»Das verehrungswürdige Sujet verträgt keine Beschädigung, keine Beschmutzung [...] und ist damit jeder kritischen Betrachtung entzogen. Der deutsche Soldat hat sich sui generis heldenhaft verhalten, so wenig wie er dürfen die Reichswehr oder die Wehrmacht in Zweifel gezogen werden. Die von Hindenburg am 18. November 1919 im parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Reichstags als Erklärung für die Niederlage des Ersten Weltkriegs vorgetragene ›Dolchstoßlegende‹ oder die Proteste gegen die ›Wehrmachtsausstellung‹ über von ihr begangene Verbrechen im Zweiten Weltkrieg sind Ausdruck der Bemühungen, sowohl die militärischen Institutionen wie auch die ihnen angehörenden Personen der geschichtlichen Realität und damit auch der Verantwortung zu entziehen.«

 

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Von hinten kann man den Findling nicht mehr sehen.

 

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Das Ende der Anlage mit dem Feuerwehrhaus.

 

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Volkstrauertag 2019

Ein gemeinsamer Kranz der Gemeinde Meddewarde und vom Nachbarn, der Freiwilligen Feuerwehr von Meddewarde.

 

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Aufstellung des Findlings

Schon an seinem endgültigen Aufstellungsort bei der Eiche angekommen, liegt der Findling an diesem 25. September im Jahr 1954 noch platt auf der Seite. Die Arbeiter und unterschiedlichste Helfer planen die Arbeit, die vor ihnen liegt – dieser Findling ist 200 Zentner schwer, das sind 10 Tonnen! 

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Der Findling war nach langem Suchen in der Franzdorfer »Steinburg« gefunden worden.

Auf der sogenannten Steinburg, einer steinigen Anhöhe von 76 m, 2 km nordwestlich von Franzdorf, im Kreis Herzogtum Lauenburg, finden sich noch jetzt Spuren einer alten Burg, wahrscheinlich die Reste eines ehemaligen Raubschlosses. Daher der Name Franzdorfer »Steinburg«. Von der verschwundenen Burg, nahe einer Kiesgrube, kann man heute nur noch Trümmerhaufen, Wall- und Grabenreste finden.

 

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Zum Stabilisieren des Steins, soll er zum Teil in eine gegrabene Vertiefung im Boden versenkt werden.

 

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Arbeiter und Helfer hebeln den Stein mit ordentlich Man-Power in das für ihn vorgesehene Loch, dahinter immerhin eine Zugmaschine zur Unterstützung beim Seileziehen.


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Der Stein wird mit Hilfe von Kanthölzern und Seilen aufgerichtet.

 

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Noch ein bißchen schief und verzurrt, aber bald wird der Findling stehen.


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Die Einweihung

Am Sonntag, den 14. November 1954 war der große Findling aufgestellt, die Stein-Einfriedung war fertig – das Denkmal konnte eingeweiht werden.

Die Lübecker Nachrichten schreiben am 11. November 1954: »Das Ehrenmal soll am kommenden Heldengedenktag in einer würdigen Feierstunde eingeweiht werden.«

Die Nationalsozialisten hatten den früheren Volkstrauertag in »Heldengedenktag« umbenannt. Es war die Zeit der Verehrung von Helden und nicht die der Trauer um tote Soldaten. Erst 1952, sieben Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs, war der Sonntag, zwei Wochen vor dem 1. Adventssonntag, offiziell wieder der »Volkstrauertag«.

Aber auch im Jahr 1954 hing der Redakteur der Lübecker Nachrichten, und womöglich nicht nur er, noch an der Vorstellung vom »Gedenken an die gefallenen Helden«. Trauer war noch keine Option.

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Am 14. November 1954 sind die Fahnen gesetzt, Kränze werden getragen, viele Zuschauer aus dem Dorf sind gekommen.

 

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Es traten an: ein Spalier der Freiwilligen Feuerwehr, Pastor Emil Lukas, der die Weiherede hielt, Bürgermeister Heinrich Gehrke, sein Stellvertreter Henry Barkmann, Gemeinderat Heinrich Behnk, Amtmann Heinrich Wolgast, Kreisamtmann Hans Bruhnsen und Kreisvorsitzender des Reichsbunds (heute Sozialverband Deutschland) Benno Uter. Dazu eine bunte Mischung von Behelmten, Zylinderträgern und Uniformierten.

Sozialverband Deutschland (SoVD) auf Wikipedia

 

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Die Steine sehen nagelneu und hell aus, auf den aktuellen Fotos, 66 Jahre später, haben sie schon ordentlich Patina angesetzt. Auf diesem Foto sehen wir auch einen kleinen, kantigen Stein vor der Eiche, die auch 1954 schon einen respektablen Stamm aufweist. Weiter unten werden wir den Stein noch kennenlernen und auch erfahren, dass Stein und Eiche dem Friedensschluss 1871 im Deutsch-Französischen Krieg gewidmet sind. Diese Eichen, die damals massenhaft gepflanzt wurden, nennt man »Friedenseichen«.

 

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Die Zeit danach

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1962: Die Anlage um den großen Findling ist mit höheren Sträuchern bepflanzt, aber der Stein ist gut zu sehen. Im Hintergrund stehen die Gebäude und die Schornsteine der Paech-Brot GmbH.

 

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1973: Die Kinder beobachten die Übergabe eines neuen Löschfahrzeugs an die Freiwillige Feuerwehr Meddewarde/Sehmsdorf weiter links (auf dem Foto nicht zu sehen). Das Denkmal ist mit Blumen geschmückt. Im Hintergrund sieht man die Neubausiedlung Wikingerweg.

 

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1983: Die Häuser an der Oldesloer Straße sind fertig, die Verkehrsinsel mit Denkmal und Eiche hat noch den alten Zuschnitt. Der Findling steht frei, auch die Widmungstafel ist gut zu sehen.

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Der Volkstrauertag

In Deutschland ein staatlicher Gedenktag, er wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen.

Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs vorgeschlagen. […] Der Volkstrauertag wurde dann erstmals am 1. März 1925 begangen. Überall fanden Gedenkfeiern für die deutschen Gefallenen des 1. Weltkriegs statt. Die Cellesche Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 27. Februar 1926:

»Volkstrauertag! Der erste deutsche Volkstrauertag soll in erster Linie dem Ehrengedenken unserer im Weltkriege gefallenen Väter, Brüder und Söhne gewidmet sein. Es ist nur zu wünschen, daß sich diese ernste Feier recht tief und fest und feierlich, auch ohne viele Reden und Gesänge, aus dem ureigenen deutschen und menschlichen Empfinden heraus geltend macht in den Herzen des ganzen Volkes.«

Der Volksbund verband mit dem Volkstrauertag die Vorstellung, eine bei allen Deutschen einheitliche Erinnerung an das Leid des Krieges zu bewirken und so die Deutschen »über die Schranken der Partei, der Religion und der sozialen Stellung zusammen[zu]führen […], auf daß aus den Gräbern unserer fast zwei Millionen Gefallener uns Mut und Kraft zu segensreicher Arbeit an unseres Volkes und unseres Vaterlandes Zukunft erwachsen [kann].«

Nicht zu übersehen war auch der Versuch, aus der Erinnerung an den Krieg neben dem Appell an die Einigkeit des Volkes die Botschaft zu vermitteln, dass es das höchste Ideal sei, alles für das Wohl Deutschlands zu opfern und seine eigenen Ansprüche zurückzustellen. So sprach der Hamburger Pastor Jähnisch auf der zentralen Gedenkfeier auf dem Ohlsdorfer Friedhof 1926: »Unsere Toten mahnen. Und darauf kommt es an. Horche jeder auf den Geist der Toten und bekenne sich zu ihnen: Selber riefst du einst in Kugelgüssen: Deutschland muß leben und wenn wir sterben müssen!«

Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 2. August 1934 übernahmen die Nationalsozialisten den Volkstrauertag und legten ihn als staatlichen Feiertag am zweiten Fastensonntag fest. Er wurde in Heldengedenktag umbenannt und sein Charakter vollständig geändert: Nicht mehr Totengedenken sollte im Mittelpunkt stehen, sondern Heldenverehrung. Träger waren die Wehrmacht und die NSDAP. Die Flaggen wurden nicht mehr wie bislang auf halbmast gehisst. Propagandaminister Joseph Goebbels erließ die Richtlinien über Inhalt und Durchführung. Die Propagandawirkung des Tages wurde so hoch eingeschätzt, dass alle entscheidenden Schritte der Kriegsvorbereitung bis einschließlich 1939 auf ein Datum in unmittelbarer Nähe zum Heldengedenktag gelegt wurden:

1936: Remilitarisierung des Rheinlands einen Tag vorher

1938: Einmarsch deutscher Truppen nach Österreich einen Tag vorher

1939: »Zerschlagung der Rest-Tschechei« drei Tage nachher

Am 25. Februar 1939 verlegte Hitler per Erlass den Heldengedenktag auf den 16. März, den Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935, wenn dieser Tag auf einen Sonntag fiel, andernfalls sollte er am Sonntag vor dem 16. März begangen werden. Damit wurde die Bindung an den kirchlichen Kalender aufgegeben.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges entstand 1946 in den drei westlichen Besatzungszonen eine Diskussion zur Durchführung und zum Datum eines Volkstrauertages. Wegen der zahlreichen Kriegstoten und Vermisstenschicksale bestand für viele eine Notwendigkeit für diesen Trauertag. In der DDR wurde ein »Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg« eingeführt, der jährlich am zweiten Sonntag im September begangen wurde. 1950 fand die erste zentrale Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bundestag in Bonn statt.

Nach Wikipedia, abgerufen am 9. November 2019

 

»Nach Wiederaufnahme des Volkstrauertags im Jahr 1950 orientierte sich der Volksbund (Deutsche Kriegsgräber Fürsorge) bei der Gestaltung der zentralen Gedenkstunde im Bundestag zunächst am ›klassischen‹ Schema – der von Musikbeiträgen umrahmten Rede – das bereits für die Feiern zum Volkstrauertag / Heldengedenktag in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus typisch gewesen war. 1950 übernahm der damalige Ehrenpräsident des Volksbundes, Wilhelm Ahlhorn, die Gedenkrede im Bundeshaus. 1951 hielt Bundestagspräsident Hermann Ehlers (CDU) die Gedenkansprache, im folgenden Jahr trat Bundespräsident Theodor Heuss als Redner auf. 1953 versuchte man, bei der Gestaltung der Feierstunde zum ersten Mal von der konventionellen Form abzuweichen: Die Gedenkrede wurde in diesem Jahr durch eine von drei Sprechern vorgetragene Lesung ersetzt. 1954 wurde im Rahmen der Feierstunde das symphonische Chorwerk ›Hiob‹ von Rudolf von Oertzen aufgeführt. – Zweifellos steht hinter der Wahl dieses Themas der Versuch eine Parallele zu ziehen zwischen der biblischen Prüfung Hiobs und der ›Prüfung‹ des deutschen Volkes durch Kriegsleid, Zerstörung und Niederlage.«

 • Von Helden und Opfern: Eine Geschichte des Volkstrauertags, Alexandra Kaiser, Campus, S.247f


1954, also im Jahr der Einweihung des Denkmals in Meddewarde, war das Ende des 2. Weltkriegs für viele noch eine »Niederlage« und nicht ein »Tag der Befreiung«, so wie es Bundespräsident Richard von Weizsäcker dann 1985 formuliert hat. Der Focus der Mehrheit der Deutschen lag auf ihrem eigenen Kriegsleid und der durch Bombardierung zerstörten deutschen Städte.

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Der Gedenkstein 1871

Wenn man ganz genau hinguckt, entdeckt man einen kleinen Stein im Rasen.

 

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Ein kleiner bescheidener Stein in Trapezform steht vor der Eiche, die wahrscheinlich aus dem selben Anlass gepflanzt worden ist, dem auch der Stein gewidmet ist. Eine Jahreszahl ist eingemeißelt:

1871.

Sie erinnert an den Friedensschluss des Deutsch-Französischen Kriegs 1871.

 

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»Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.

Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.

Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Trotzdem fand sich die französische Regierung erst im Februar 1871, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, der hohe Reparationen sowie die Abtretung Elsaß-Lothringens durch Frankreich vorsah.

Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 gilt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei, der sich mit Wirkung vom 1. Januar 1871 Deutsches Reich nannte. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel ›Deutscher Kaiser‹ an, Otto von Bismarck wurde erster Reichskanzler. In Frankreich hatte der Krieg nicht nur die endgültige Abschaffung der Monarchie zur Folge. Vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich. Beides belastete die deutsch-französischen Beziehungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.«

nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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Die Friedenseiche

Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg forderte die Regierung im Deutschen Kaiserreich dazu auf, Friedenseichen zu pflanzen und zu pflegen, damit »dieses Sinnbild deutscher Kraft und deutscher Treue sich in aller Herrlichkeit entwickeln könne und künftigen Geschlechtern Gelegenheit geben würde, sich in seinem Schatten dankbar der Helden von 1870 und 1871 zu erinnern.«

In der Chronik von Meddewarde wird der Eintrag im Amtsblatt des Regierungs-Vizepräsidenten dazu dokumentiert: »Den Herren Landräten gebe ich zur gefälligen Erwägung anheim, ob es sich nicht empfehlen möchte, in geeigneter Weise darauf hin zu wirken, dass (sofern die Boden- und klimatischen Verhältnisse es gestatten) zur Erinnerung an die gewaltigen Ereignisse des letzten Jahres, ähnlich wie das an vielen Orten nach Beendigung der Freiheitskriege und vor einigen Tagen in Bremen geschehen ist, in den verschiedenen Guts- und Gemeindebezirken unter angemessenen Feierlichkeiten, insbesondere unter Zuziehung der Schuljugend möglichst hochstämmige Friedenseichen gepflanzt werden.

Selbstverständlich muss es dann aber auch von den betreffenden Gemeinden als Ehrensache angesehen werden, diese Friedenseichen zu schützen und zu pflegen, damit dieses Sinnbild deutscher Kraft und deutscher Treue sich in aller Herrlichkeit entwickeln kann und künftigen Geschlechtern Gelegenheit gegeben wird, sich in seinem Schatten dankbar der Helden von 1870 und 1871 zu erinnern.«

Der Landrat des Kreises Schleswig gab diese Empfehlung im Kreisblatt weiter: »Vorstehende Aufforderung unterlasse ich nicht, auf diesem Wege zur Kunde der Eingesessenen des Kreises zu bringen und ersuche die Gemeindevorstände sowie auch die Herren Prediger dafür sich interessieren wollen, dass die darin enthaltene Idee in geeigneter Weise in den Gemeinden des Kreises zur Ausführung komme.«

Die Chronisten vermuten, dass der Meddewarder Lehrer mit seinen Schülern die Friedenseiche in der Dorfmitte gepflanzt hat. 2004 betrug der Umfang der Eiche in ein Meter Höhe stattliche 2,82 Meter.


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I N H A L T
Das Denkmal
Volkstrauertag 2018
Die Inschriften
Für uns
Das Eiserne Kreuz
Zeitgeist

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Mözen, Kreis Segeberg

An der Hauptstraße im Dorf

Das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten beider Weltkriege steht in einer gepflegten, kleinen Anlage.

 

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Es wurde 1923 errichtet. Laut Website der Gemeinde Mözen wurde das Grundstück von Familie Eggert unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

 

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Zur Straße hin begrenzt eine Rotklinkermauer mit vier eckigen Pfeilern die Anlage. In der Mitte betritt man die Anlage durch eine Pforte mit einer stilisierten untergehenden Sonne im unteren Drittel. Die Pfeiler an beiden Seiten verbindet ein schlichter verzinkter Zaun. Über drei mit Rotklinkern gemauerte Stufen erreicht man den mit Kies bestreuten Denkmalsvorplatz. Rechts und links neben der Kiesfläche sind Rosenbeete angelegt. Hinter dem Denkmal sorgt eine beschnittene, immergrüne Hecke für einen ruhigen Hintergrund. Rechts neben dem Denkmal ist ein Rhododendron gepflanzt, mit Abstand auf der linken Seite eine Blut-Hänge-Buche, siehe das Sommerbild weiter unten.

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Der zweistufig mit bunten Felssteinen aufgemauerte Sockel hat die Form einer stumpfen Pyramide. Auf ihm steht ein Findling mit geglätteter Frontseite.

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Unter dem Relief eines Eisernen Kreuzes im tiefergelegten Kreis ist in einer schlichten serifenlosen Schrift zu lesen:

Sie gaben ihr
Leben für uns
1914 – 1918
1939 – 1945

Die Inschrift ist mit schwarzer Farbe ausgemalt.

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Im Sockel ist ein größerer, vorne geglätteter Findling eingebaut. Dort steht die Widmung:

Unsern
Lieben Gefallenen
zum Andenken
Die dankbare
Gemeinde Mözen

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Hier sieht man den ziemlich flachen Findling von der Seite und auch, dass die Klinkermauer mit Zaun auf dieser Seite noch im stumpfen Winkel um die Ecke geführt wird. Eine Buchenhecke schließt sich an. Die freien Flächen der Anlage sind mit Bodendeckern bepflanzt.

 

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Foto: Ajepbah / Wikimedia Commons

Die gepflegte Anlage im Sommer 2012.

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Volkstrauertag 2018

Die Vertreter der Gemeinde Mözen haben »In stillem Gedenken« einen Kranz niedergelegt.

 

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Doch nur scheinbar stellt sich das Kriegerdenkmal dem Vergessen in den Weg. Tatsächlich befördert es das Vergessen, indem es nur ausgewählte Aspekte des Geschehenen repräsentiert: Wirkungen ohne Ursachen, Geschehnisse ohne Geschichte, Ergebnisse ohne Prozesse, Namen ohne Persönlichkeit, Opfer ohne Täter. »Auf welchem dieser steinernen oder metallenen ›Ehrenmale‹ wurde beim Namen genannt, für wen oder was gestorben worden ist? Kein Wort von nationaler Machtpolitik, von Hegemonialstreben, nackten Besitzinteressen, Beutegier, Eroberungsgelüsten und Weltherrschaftsphantasien, für die Millionen von deutschen und fremden Soldaten umgekommen sind. Diese Motive werden ebenso wenig genannt wie die Namen derer, die in den beiden Weltkriegen aus dem Massensterben Profit geschlagen, Blut in Gold verwandelt und zu ihrem eigenen militärischen Ruhm gewissenlos ganze Armeen geopfert haben.« [Ralph Giordano, Die zweite Schuld, S. 324].

• zitiert aus Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim, S. 29


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Die Inschriften

»Sie gaben ihr Leben für uns«: ... verbreitet die Botschaft, die Toten hätten mit ihrem Leben für die Gemeinschaft eingestanden. Sie hätten ihr Leben für »uns«, für die »Heimat«, für das »Vaterland« gegeben:


Wenn in den Inschriften explizit erwähnt wird, für was die Soldaten gestorben sind, ist es in den häufigsten Fällen das »Vaterland«. Die Verwendung dieses Begriffes war nach dem Ersten Weltkrieg meist mit einer nationalistischen Haltung verbunden: das deutsche Vaterland, mit dem die eigene Identität untrennbar verknüpft ist, und nur das deutsche Vaterland stellt höchsten Wert dar. Dass dieses »Vaterland« aus dem Streben nach europäischer Vormachtstellung mit im wahrsten Sinne Feuereifer in den Ersten Weltkrieg eingetreten ist, die Soldaten also in Wahrheit für einen Staat starben, der mittels ihrer Hilfe und ohne Rücksicht die eigenen Machtinteressen verfolgte, wird ausgeblendet.

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


»Unsern lieben Gefallenen«: 
... verweist auf das Wort »fallen«, dem Wörter wie »hinfallen« aber auch »fällen« zuzuordnen sind. Der Tod im Krieg versinnbildlicht sich in diesen Wörtern. Er entkleidet sich im Wort »fallen« seines Schreckens, im Wort »fällen« verkleidet er sich in einen starken Baum, der von einem Naturereignis (Blitzschlag) oder einem übermächtigen technischen Mittel (Axt, Säge) umgelegt wurde. Es ist ein aseptischer Tod, der nichts mit den apokalyptischen Bildern gemein hat, die beispielsweise Erich Maria Remarque und Wolfgang Borchert in der Literatur oder Otto Dix in der bildenden Kunst hervorrufen: zerfetzte Gedärme, verpestete Lunge [...] Für das Fallen ist niemand so recht haftbar zu machen: der Schnee fällt, die Aktienkurse fallen – das Schicksal waltet hier wie dort.

Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim, S. 22

Die Überhöhung des soldatischen Opfers lässt sich nicht nur an den Kriegerdenkmälern ablesen, sondern auch am Siegeszug einer Metapher: »der Gefallenen«. [...] Ihre Stunde schlug im ersten Weltkrieg, als die unterschiedslose und massenhafte Vernichtung der Soldaten nach sprachlicher Bewältigung verlangte. Die Bezeichnung »Gefallene« eroberte jetzt Inschriften und Ansprachen, Briefe und Statistiken.
Im Wort »fallen« verschmolzen Abschiedsschmerz und Opfermythos, und mit jeder Verwendung wurde diese Verbindung abgerufen und bestätigt. Zugleich ließ sich der Ausdruck wie eine Abkürzung verwenden. Je selbstverständlicher wurde, dass ein Soldat der »fiel«, dies für das Vaterland, das Volk oder wofür auch immer tat, umso eher ließ sich auf die immer neue Benennung dieser Opferziele verzichten. Deren Gefühlswert übertrug sich auf das Wort »fallen«, das zur Chiffre all dieser Sinnstiftungen aufstieg. Wer gefallen war, der war jetzt stets schon für die vermeintlich gute Sache gestorben, der hatte seine Opferbereitschaft bewiesen.

Klaus Latzel, ZEITGeschichte 4/2018, S. 100


Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat.

• Clemens Tangerding, Für Deutschland gestorben, DLF 18.11.2012


Das erste idelogische Moment des politischen Totenkults wird in historischen Untersuchungen selten angesprochen, so selbstverständlich ist es offenbar: Der tote Feind gilt nichts. Totengedenken und nationale Feindschaft gehen Hand in Hand. Die Rechtfertigung des eigenen Tötens bleibt ausgeblendet, ist immer nur implizit anwesend, als unbefragte Voraussetzung. Explizit handelt der Totenkult allein vom Sinn des Sterbens, des Sich-Opferns.

Klaus Latzel, ZEITGeschichte 4/2018, S. 98

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Für uns

»Fern im Osten gähnt ein Grab

Fern, fern im Osten, da gähnt ein Grab
da senkt man zu tausend die Toten hinab
für uns!

Im Westen, da ragt manch Kreuz schlicht und klein
da liegen sie stumm in langen Reih’n
für uns

Und wo im Winde rauschet das Meer
da gaben sie freudig ihr Leben her
für uns

Sie opferten Zukunft und Jugendglück
sie kehren nie wieder zur Heimat zurück
für uns

Sie gaben ihr Alles, ihr Leben, ihr Blut
sie gaben es hin mit heiligem Mut
für uns

Und wir? wir können nur weinen und beten
für sie, die da liegen bleich, blutig, zertreten
für uns

Denn es gibt kein Wort, für das Opfer zu danken
und es gibt keinen Dank für sie, die da sanken
für uns«

Neue Kriegslieder für den Schulgebrauch, Breslau 1916 , herausgegeben von Kreisschulinspektor Dr. J. Radtke. Bei einer Schulfeier für den im Osten gefallenen Lehrer eines Charlottenburger Gymnasiums wurde dieses Gedicht 1915 erstmals vorgetragen. Der Obertertianer Reinhold Samuelsohn hat es verfasst.

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden. Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


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• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008


Soldaten der Wehrmacht kämpfen nicht nur pflichtschuldig  und gehorsam. Ohne die Gefühlswelt aus Stolz, Ehre und Männlichkeit ist nicht zu erklären, warum so viele an die Front streben – und dem Krieg bis zum Untergang verhaftet bleiben. (Frank Werner in ZEITGeschichte 4/2018)

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Geschickte Propaganda: Begehrenswerte Ordensbrust in »Die Woche« Januar 1940.

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

Neben dem Thorshammer ist das Eiserne Kreuz das am häufigsten gezeigte Symbol in der rechten Szene. Es wird in allen erdenklichen Formen angeboten, z. B. als Ohrstecker, Anhänger oder Gürtelschnalle.


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Zeitgeist

»Bedenkt man, dass die damals bei der Denkmalserrichtung Beteiligten fast ausnahmslos den Krieg, in welcher Form auch immer, selbst miterlebt hatten, ist es nachvollziehbar, dass ein Projekt zur Ehrung der gefallenen Soldaten Unterstützung fand. Dieses Festhalten am militärischen Gedenken wie auch die Selbstwahrnehmung der Soldaten als Opfer war seinerzeit schlüssig, doch für uns ist es heute ›angesichts rechtsextremer Tendenzen unter den Veteranen und des aufwühlenden Streits um den verbrecherischen Charakter des nationalsozialistischen Krieges‹ (Thomas Kühne: Zwischen Vernichtungskrieg und Freizeitgesellschaft, S.92) erschreckend. So waren die Veteranen, ihre Kriegserfahrungen, Erzählungen und Denkweisen, in den ersten Jahren des Wiederaufbaus noch integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Je ziviler und pluralistischer sich diese in den nächsten Jahrzehnten entwickeln sollte, desto isolierter würden viele Veteranen der Wehrmacht mit ihrer Weltsicht werden.

Der kalte Krieg stellte zunächst die Voraussetzung für das kollektive Vergessen der kriegerischen Extreme dar. Doch spätestens im Jahr 1995, mit Eröffnung der Wanderausstellung ›Verbrechen der Wehrmacht‹ und der fotografischen Dokumentation der Kriegsverbrechen wurde mit dem Mythos der ›Sauberen Wehrmacht‹ aufgeräumt. Indem die Täter der Wehrmacht ins Zentrum rückten, traten die persönlichen Opfer und Entbehrungen, die viele Soldaten zweifelsohne erlebt hatten, in den Hintergrund. Die polarisierte Sichtweise ist inzwischen differenzierter geworden. Heute ist bekannt, dass unter den Soldaten sowohl überzeugte Kämpfer, Mitmarschierer, Freiwillige, aber auch an die Front Gezwungene waren.«

Kriegerdenkmäler in der Friedensstadt, Aschendorff Verlag, 2018, S.93f


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I N H A L T

Das Denkmal
»Deutsch sein heisst treu sein«
»Im heilgen Kampfe«
Die deutsche Eiche
Das Eiserne Kreuz
Findlinge
»Lerne vom Militär«

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Nahe, Kreis Segeberg

Gegenüber vom »Dörpshus«

Die annähernd kreisförmige Anlage umspannt eine Ecke der Kreuzung in der Dorfmitte, eine der Straßen heißt »Am Gedenkplatz«. Man erreicht die höhergelegte Fläche über eine dreistufige Steintreppe. Hier wird an die toten Soldaten beider Weltkriege aus Nahe erinnert.

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Vor der stützenden Bruchsteinmauer ist ein Rastplatz mit Tisch und Bank aufgebaut. Die Anlage ist dicht eingerahmt von teils mächtigen Bäumen. An der Kante zur Kreuzung stehen zwei Eichen, von denen eine nur noch als Stumpf vorhanden ist.

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Ringsherum führt ein Sandweg. Der Hauptstein und die flankierenden Namenssteine stehen dahinter am Rand des hinteren Halbkreises. Der Weg umschließt eine Rasenfläche mit kleinem runden Beet in der Mitte.

 

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Das zentrale Denkmal ist ein klotziges Monument, annähernd vier Meter hoch. Ein zweistufiger Bruchsteinsockel trägt einen genau eingepassten gespaltenen Findling.

 

SH Nahe EK web


Oben auf der Fläche sehen wir ein Eisernes Kreuz in einer tiefergelegten, quadratischen Fläche mit eingemeißelter Krone, »W« und Jahreszahl 1914. Es ist eine Darstellung der dritten Ordensstiftung durch Wilhelm II., der in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger am 8. August 1914 erneuert hat und das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem deutschen Orden machte. Auf Kriegerdenkmälern wird das Eiserne Kreuz den toten Soldaten posthum und kollektiv verliehen, egal, wie sich der Einzelne tatsächlich verhalten hat.

 

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Die Denkmalsanlage ist nach dem Ende des 1. Weltkriegs errichtet worden. Rechts und links vom Eisernen Kreuz sind die Zahlen der Kriegsjahre zu lesen. Zwischen diesen Zahlen und der Inschrift sind nach dem 2. Weltkrieg dessen Jahreszahlen, etwas beengt, hinzugefügt worden. Die nachfolgende Inschrift ist also auch nach dem 2. Weltkrieg in Nahe gewünscht und akzeptiert worden. Die Inschrift lautet:

Deutsch sein
heisst treu sein.

Ein beliebte Aufforderung der Nationalsozialisten, besonders an die Jugend, dann meist verstärkt durch ein Ausrufezeichen!

 

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Ein kleinerer, eingemauerter Stein darunter trägt den Sinnspruch:

Und wer den Tod
im heilgen Kampfe fand
ruht auch in fremder Erde
im Vaterland.

Vor dem Stein bildet der Sockelabsatz ein kleines Podest, das bis heute für die Ablage von Blumen benutzt wird, wie auf dem Foto zu sehen ist.

 

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Die Namenssteine von unterschiedlicher Größe und Form sind zwischen Weg und Baumrund aufgereiht. Auf ihnen werden die Dienstgrade, Vor- und Nachnamen, Regimentszugehörigkeit, Geburts- und Todestag und Todesort genannt.

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Die Steine mussten teilweise aufwendig abgestützt werden und die wachsenden Baumstämme und Wurzeln kommen den Steinen langsam aber sicher näher. Im Gegensatz zum massiven Denkmal sieht man für die Namenssteine durchaus eine fragile Zukunft voraus. Auf dem Foto oben sind Männer mit gleichem Nachnamen, wohl Brüderpaare, auf einem Stein zusammengeführt. Davon gibt es viele in Nahe, was für ein Grauen für die Familien! Drei Brüderpaare und ...

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... zwei Steine für »Gebrüder«. Die Familien Sahlmann und Griese haben jeweils in drei Kriegsjahren drei Söhne verloren!

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Das Denkmal steht in der Mitte der Namenssteine.

 

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Die Namenssteine dieses Brüderpaares sind mit Zement vereint worden.

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SH Nahe Steine rechts web


Zum Ende der Reihe werden die Steine merklich kleiner.

 

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Das trutzige Denkmal von hinten, die Baumwurzeln werden es wohl nicht anheben können.

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Die Sicht auf den Eckplatz mit der abgerundeten Bruchsteinmauer wird beherrscht von der mächtigen Eiche.

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»Beim Gedenkplatz« heißt die Straße.


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»Deutsch sein heisst treu sein«

Das ist ein Motto aus der Untertanenerziehung der wilhelminischen Kaiserzeit. Die Nationalsozialisten haben ihn dann zu einem ihrer Lieblingssprüche erkoren:

 

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Für die weibliche Jugend beim Bund Deutscher Mädels genauso wie ...

 

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... für die Jungs der Hitlerjugend. Die sollten allerdings auch stark sein!

 

»Das ›Vaterland‹ forderte – vor allem im Zweiten Weltkrieg – bedingungslose Treue und ließ keine Frage nach der Rechtmäßigkeit des Krieges, der Befehlshaber und der Befehle zu. Die absolute Treue wiegt die Schmach der Niederlage auf – man ist wenigstens treu geblieben, dem Eid, dem Vaterland, einer Idee, sich selbst – wem oder was auch immer.«

Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim, Gerstenberg 2006, S.54

»Treue« war innerhalb der SS-Ideologie ein widerspruchsloser Gehorsam. Durch die Gleichsetzung der Begriffe »Treue« und »Ehre« wurde ein Treuebruch zu einem Ehrverlust. Der Begriff »Ehre« verlor dadurch seinen traditionellen moralischen Inhalt. Denn die Ehre eines Soldaten etwa, der sich aus Ehrgefühl weigern könnte, an einem Kriegsverbrechen teilzunehmen, spielte im Ehrbegriff der SS keine Rolle mehr. Es zählte allein der blinde Gehorsam.
Die Projektion der Tugendbegriffe auf den Führer hin war notwendig, um den bedingungslosen Gehorsam auch bei verbrecherischen Befehlen zu erreichen. Dies konnte man nicht durch ein Gesetz erzwingen. Es bedurfte der Freiwilligkeit des Soldaten, die durch Umdeutung traditioneller Tugendideale erreicht wurde.

nach Wikipedia, abgerufen am 16.2.2014

 

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Auf Websites mit Nazi-Devotionalien von und für Rechtsextremisten findet man ein reiches Angebot von Gegenständen mit diesem Spruch: T-Shirts, Poster etc.

 
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»Im heilgen Kampfe«

Und wer den Tod
im heilgen Kampfe fand
ruht auch in fremder Erde
im Vaterland.

Das ist der Schlussvers eines Marschliedes für freiwillige Scharfschützen aus dem Jahr 1813 von Albert Methfessel (1785 - 1869). Ein Hohn für die Millionen Toten, die in zwei von Deutschland angefachten Kriegen sterben mussten, wenn wir diesen Spruch heute an einem Denkmal lesen!

»Auch benutzt vom evangelischen Domprediger Erich Pfalzgraf 1915 in einem Artikel der Bremer Kriegsschau, der sich besonders an die Angehörigen von Gefallenen wendet und ihnen die richtige patriotische Haltung im Umgang mit der Tatsache beibringen will, dass sie auf ein Grab in der Heimat verzichten müssen.«

Holger Böning und Michael Nagel, Erster Weltkrieg und Bremer Presse, S. 248

»Keine neue Gedenktafel relativiert den sträflichen Unfug von ›Ehre‹, ›Heldentod‹ und ›Vaterland‹, kein Schaukasten erläutert, dass ein ›heiliger Kampf‹ niemals der für Kolonien, Absatzmärkte, Macht, Einflusssphären oder Rohstoffe sein kann ... «

Mehr auf dem Blog »kommunal« Aschaffenburg – Miltenberg


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Die Deutsche Eiche

Die Eiche zählt schon lange als »deutscher« Baum. Ihr hartes Holz und das charakteristische, spät fallende Laub machten sie seit der Zeit der Germanen zum Symbol für Unsterblichkeit und Standhaftigkeit. In jüngerer Zeit, besonders seit der Romantik, gilt die Eiche zudem als Symbol der Treue.

Mit der Nationalromantik des 19. Jahrhunderts, mit der Deutschen Revolution 1848/1849 und der Reichsgründung 1871, die das Gefühl nationaler Einheit bestärkten, zog das Eichenlaub in die deutsche Symbolsprache ein. Auf deutschen Ehrenmalen, Kränzen, Hoheitszeichen und dergleichen dient Eichenlaub in ähnlicher Form wie Zweige des Lorbeerstrauches bzw. der Lorbeerkranz.

Nach Wikipedia, abgerufen am 12. November 2019

 

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Die gewaltige Eiche auf dem Denkmalsplatz in Nahe.

»Die Eiche beziehungsweise das Eichenlaub setzen im Denkmal einen deutsch-nationalen Akzent. Die Eiche galt seit dem 18. Jahrhundert als heldisch-deutsches Symbol und assoziiert als ›deutsche Eiche‹ darüber hinaus urwüchsige Stärke und mythologische Vergangenheit.«

Reinhard Alings, Monument und Nation, Berlin 1996, S. 525


»Mit der Reichsgründung 1871 und dem Gefühl nationaler Einheit zog das Eichenlaub in die deutsche Symbolsprache ein. Auf deutschen Ehrenmalen, Kränzen, Hoheitszeichen, Orden und dergleichen diente es in ähnlicher Form wie Zweige des Lorbeerstrauches. Das Parteiabzeichen bzw. Parteisymbol der NSDAP hatte von 1920 bis 1945 einen Adler als Zeichen, der einen Eichenkranz in seinen Fängen hielt. Unerschütterlich ›wie die deutsche Eiche‹ und ähnliche Sprüche ließ die NS-Propaganda ab 1933 in Zeitungen veröffentlichen und über Lautsprecher verkünden. Da griff dann auch der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum Spaten und pflanzte Eichen. [...] Im deutschen Volk wurde Hitler nach seiner Ernennung zum Reichskanzler fast schlagartig mit der deutschen Eiche gleichgesetzt. Denn für ihn pflanzten fast alle Städte und Dörfer, Stadt- und Ortsteile ihre ›Hitler-Eichen‹.«

Wolf Stegemann, www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de

 

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Von einer zweiten Eiche ist nur noch ein riesiger Baumstumpf zurückgeblieben. Dadurch haben wir einen freien Blick auf das Naher »Dörpshus«.

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Wenn man das Familienzentrum verläßt, fällt der Blick unwillkürlich auf die Gedenkstätte mit dem Spruch »Deutsch sein heisst treu sein«.


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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden.

     Eisernes Kreuz 1WK Kaiser web

• »Fake News« anno 1914: Das Deutsche Reich hatte gerade das neutrale Belgien überfallen, damit die Truppen sich auf dem schnellsten Weg zum Erzfeind Frankreich begeben konnten.

Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


SH Wulfsdorf Hitler EK web

• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017

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Findlinge

»Findlinge wecken Assoziationen zu germanischen und keltischen Hünengräbern und Dolmen. Die Romantik entdeckte sie wieder, nach den Befreiungskriegen verbreiteten sie sich als Denkmalstyp und setzten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts vorwiegend in Norddeutschland gegen den Obelisk durch. [...]

Findlinge sind große (Granit-)Steine aus der heimatlichen Landschaft. Die Denkmalstifter holten sie oft selbst aus der Heide oder aus dem Harz mühevoll herbei. Als Monolith steht der Findling für die Einheit des Landes, fast unbearbeitet, strahlt er Naturwüchsigkeit aus, selbst ein Teil der uralten Überlieferung mahnt er zu ewigem Gedenken.«

Hartmut Häger, Kriegstotengedenken in Hildesheim, Gerstenberg 2006, S. 134

»Germanisierende Motive finden sich in Gestalt zahlreicher Findlingsdenkmäler. In den Hünengräbern sah man ›Vorbilder für Erinnerungsmale, würdig der Größe des Opfers, das die Söhne unseres Volkes gebracht haben‹.

• Gerhard Schneider, »... nicht umsonst gefallen»?, Hannoversche Geschichtsblätter 1991, S. 203

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»Lerne vom Militär«

Karl Wolgast: Drag. D.R. 17.
Emil Wrage: Musk. R.J.R. 84.
Hans Rehder: Gard. G.J.G. 8.
Hans Steenbock: Jäger R.J.B. 2.
Gustav Zietz: Wehrm. J.R. 85.

Das sind einige der Dienstgrade, die in Nahe auf den Namenssteinen stehen. Sie kommen uns heute wie böhmische Dörfer vor, früher kannte sie jedes Kind. Im Kaiserreich blühte der Militarismus: so schneidig wie die preußischen Soldaten sollte die gesamte Gesellschaft sein: vom Greis bis zum Knirps. Unbedingter Gehorsam war das Ziel.

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Bereits die Kinder wuchsen in einer militarisierten Umgebung auf. Kriegsspiele waren äußerst beliebt. In kaum einem Kinderzimmer fehlte ein Satz Bleisoldaten, ebenso gehörte der Matrosenanzug zur Grundausstattung. Zu Weihnachten sangen die Kleinen: »Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben, Trommel, Pfeifen und Gewehr, Fahn’ und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegerheer möcht ich gerne haben.« In der Schule setzte sich die Einübung militärischer Denk- und Verhaltensmuster fort. Vielerorts glich das Schulleben einem zackigen Paukbetrieb, der wenig Raum ließ für Spontanität und Kreativität. [...]

»Lerne vom Militär!« – so lautete das Mantra der pädagogischen Fachliteratur. Das Aufstehen der Schüler beim Eintreten des Lehrers ins Klassenzimmer habe »mit einem einzigen Ruck zu geschehen« und müsse »klappen wie ein Bataillonstritt bei der Parade«, hieß es in einem Lexikon der Pädagogik. Im »Gänsemarsch mit regelrechtem Soldatenschritt« müssten die Schüler in den Pausen das Klassenzimmer verlassen und »zwei und zwei im Schulhof ordnungsgemäß auf und ab marschieren«.

Volker Ullrich, ZEITGeschichte 4/2018, S. 45


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I N H A L T
Das Denkmal
»Treue um Treue«
Das Schwert
Das Eiserne Kreuz
Die deutsche Eiche

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Nettelsee, Kreis Plön

An der Dorfstraße

Die kleine, rechteckige Denkmalsanlage ist den toten Soldaten beider Weltkriege und den Opfern des 2. Weltkriegs gewidmet.

 

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Die Anlage ist umgeben von einer niedrigen Mauer mit drei gemauerten Pfeilern über Eck auf jeder Seite. Die Pfeiler sind mit Eisenketten verbunden.

 

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Der Eingang ist mit einer Doppelkette verschlossen.

 

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In der Mitte der geschwungenen Mauer aus bunten Bruchsteinen erhebt sich ein angedeuteter antiker Tempel mit zwei Säulen, Architrav (horizontaler Stützbalken) und Tympanon (Giebel).

SH Nettelsee Mitte


Im Giebel sehen wir einen Stahlhelm im Relief. Neben dem militärischen Ehrenzeichen Eisernes Kreuz ist die Darstellung des Stahlhelms das meist gezeigte Symbol auf Kriegerdenkmälern.

Die neuen Methoden der Artilleriekampfes im 1. Weltkrieg erforderten einen verbesserten Kopfschutz für die Soldaten. Der Lazarettarzt Professor August Bier (nach ihm ist z.B. eine Klinik in Malente benannt) beobachtete höchst gefährliche Granatsplitterverletzungen des Gehirns in erschreckender Häufigkeit und entwickelte darum zusammen mit dem Ingenieur Dr. Friedrich Schwerd den neuen Helm aus Stahl, der die bis dahin getragenen ledernen Pickelhauben ablöste. Die ersten 30 000 Helme wurden im Dezember 1915 an die Truppen an der Westfront ausgeliefert.

Die Vorstellung von der stählernen Schutzwirkung wurde fortan auf Postkarten, Kriegsanleiheplakaten, Schmuckblättern usw. propagandistisch ausgeschlachtet und symbolisch überhöht. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurde dieser Symbolwert noch gesteigert.


     SH Nettelsee Mitte web

 

Unter dem Giebel ist eine Tafel eingelassen mit den 11 Namen der toten Soldaten im 1.Weltkrieg, chronologisch geordnet nach ihrem Sterbedatum. Über der Namensliste ist ein Eisernes Kreuz herausgearbeitet mit preußischer Königskrone, »W« für König Wilhelm II. und »1914« für das Jahr seiner Ordensstiftung.

Darunter steht die Inschrift:

Jungs hier to Hus – Helden in der Frömm
(Hochdeutsch: Jungs hier zu Hause – Helden in der Fremde).

»Mit der Bezeichnung ›Held‹ sollte die besondere militärische Leistung des Gefallenen, die letztendlich vor allem in seinem Tod bestand, verbal ausgezeichnet werden. Der Tod der Soldaten belegt nicht ihr militärisches Versagen, sondern zeugt von besonderem Mut und Einsatz. Das soll die Hinterbliebenen stolz machen. [...] Die Soldaten, die lebend aus dem Krieg wieder heimgekehrt sind, werden in den Inschriften nicht als Helden bezeichnet.«

Kerstin Klingel, Eichenkranz und Dornenkrone, 2006, S. 89

 

SH Nettelsee Tafel2

 

Rechts und links stehen kleinere Versionen des mittleren »Tempels« mit Tafeln zum Gedenken der toten Soldaten (links) und der »wehrlosen Opfer« (rechts) im 2. Weltkrieg. Es werden keine Namen genannt.

SH Nettelsee links oben web

In einem grob ausgemeißelten, rechteckigen Feld bleiben erhaben stehen: die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs, dazwischen das Relief eines Stahlhelms auf Eichenlaub, darunter das Heft eines Schwertes, dessen Klinge sich über die Inschrift darunter fortsetzt.


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Die mittig gesetzte Inschrift für die Soldaten der Deutschen Wehrmacht lautet:

Euch, die Ihr in
hartem Kampf fürs
Vaterland Euer Leben
gabet, gilt unser Gruß
und unser inniger Dank.
Treue um Treue

Die Schwertklinge teilt nur die erste und vierte Zeile.
 

SH Nettelsee Tafel1


Rechts sehen wir oben ein gleichartig ausgemeißeltes Feld, wieder mit den Jahreszahlen des Krieges, diesmal steht zwischen den Zahlen ein christliches Kreuz im Relief.


SH Nettelsee rechts Inschrift web

 

Die Inschrift auf der rechten Tafel, ebenfalls mittig gesetzt, hier unterbrochen vom senkrechten Balken des Kreuzes, lautet:

Auch Eurer gedenken
wir, die Ihr wehrlos
dem Kriege zum Opfer
fielet nach Gottes uner-
forschlichem Ratschluß.
Sein Wille geschehe


In Nettelsee wird auf dieser Tafel der »wehrlosen« Kriegsopfer gedacht. Wer damit gemeint ist: die zivilen, deutschen Opfer; auch die zivilen Opfer der von Deutschland überfallenen Länder; die Opfer des Naziterrors; die Zwangsarbeiter; die Kriegsgefangenen – wir wissen es nicht. Was aber eindeutig ist: der von Menschen verantwortete Krieg wird als Gottes Wille bezeichnet. Das ist Häresie.

SH Nettelsee rechts web


Der abgerundete Abschluß der kleinen Anlage mit kugelgekröntem Endpfosten.

SH Nettelsee Fahnenstangen web


Fahnenmasten zeigen an, dass die Gedenkfeiern mit Beflaggung stattfinden, ...

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... auch die Kranzhalter sind im Mai 2020, als diese Fotos entstanden, unbenutzt.

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»Am Ehrenmal« heißt die Straße! Eine gute Adresse?

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»Treue um Treue«

Traditionelle Tugendbegriffe wie »Ehre« und »Treue« oder auch »Kameradschaft«, »Gehorsam« usw. waren in der Sprache der SS-Ideologie reichlich enthalten. Jedoch hat die SS durch einen spezifisch nationalsozialistischen Gebrauch diesen Wörtern ihren eigenen Sinn verliehen. So war der Begriff »Treue« allein auf die Person Adolf Hitlers ausgerichtet. Dies drückte sich unter anderem im Eid der SS-Männer aus:

»Wir schwören Dir, Adolf Hitler (…) Treue und Tapferkeit. Wir geloben Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod« […]

»Treue« war innerhalb der SS-Ideologie ein widerspruchsloser Gehorsam. Durch die Gleichsetzung der Begriffe »Treue« und »Ehre« wurde ein Treuebruch zu einem Ehrverlust. Der Begriff »Ehre« verlor dadurch seinen traditionellen moralischen Inhalt. Denn die Ehre eines Soldaten etwa, der sich aus Ehrgefühl weigern könnte, an einem Kriegsverbrechen teilzunehmen, spielte im Ehrbegriff der SS keine Rolle mehr. Es zählte allein der blinde Gehorsam.
Die Projektion der Tugendbegriffe auf den Führer hin war notwendig, um den bedingungslosen Gehorsam auch bei verbrecherischen Befehlen zu erreichen. Dies konnte man nicht durch ein Gesetz erzwingen. Es bedurfte der Freiwilligkeit des Soldaten, die durch Umdeutung traditioneller Tugendideale erreicht wurde.

nach Wikipedia, abgerufen am 16.2.2014

 

Erlass von Heeresinspekteur Bruno Kasdorf vom 6. Mai 2014, in Kraft gesetzt am 20. Mai:

»Im Verantwortungsbereich der DSK [Division Schnelle Kräfte] wird der Wahlspruch ›Treue um Treue‹ zur Ehrung für die gefallenen Bundeswehrsoldaten vom ›Karfreitagsgefecht‹ des 02. April 2010 innerhalb von Liegenschaften der Bundeswehr genutzt. Darüber hinaus findet der Wahlspruch u.a. in Dienstgebäuden oder auch auf diversen Trinkbechern in Form einer Gravur Verwendung.

In Anlehnung an die Weisung FüSK II 4 [Abteilung Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium] und als Ergebnis der durch den InspH [Inspekteur des Heeres] beauftragten Untersuchung des Wahlspruches durch bundeswehreigene und externe Institutionen wird festgestellt, dass der Ausdruck nicht geeignet ist, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen und in diesem Zusammenhang Treuepflicht zu symbolisieren.

In heutiger Wahrnehmung und in der Geschichte deutscher Streitkräfte ist der Wahlspruch im Wesentlichen durch die Verwendung als Motto der Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht geprägt worden und mit dieser verbunden.
Es ist davon auszugehen, dass seine Verwendung in der Bundeswehr und insbesondere bei den Fallschirmjägern in der öffentlichen Wahrnehmung auch als Bekenntnis zu einer Traditionslinie Wehrmacht – Bundeswehr aufgefasst wird.
Mit Entscheidung InspH vom 06. Mai 2014 wird die Nutzung des Wahlspruches ›Treue um Treue‹ für das Deutsche Heer im dienstlichen Umfeld in jeglicher Form verboten.«

Die im Erlass genannte Weisung aus dem Ministerium, datiert vom 26. Februar 2013, verbietet ausdrücklich diesen Spruch für die Gedenktafeln für gefallene Bundeswehrsoldaten:
»Im Einsatzgebiet AFG enthalten zwei Gedenktafeln für Gefallene der Bundeswehr die Inschrift ›Treue um Treue‹. (…) Hierzu ist festzustellen: Die Inschriften sind nicht geeignet, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen oder die den Soldaten der Bundeswehr abverlangte Tapferkeit und Treuepflicht zu symbolisieren. Vielmehr ist absehbar, dass die Inschriften zu Missverständnissen führen können, die einem würdigen Gedenken an die Gefallenen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit abträglich sind. Der Wahlspruch ›Treue um Treue‹ ist daher auf Gedenktafeln für die Gefallenen der Bundeswehr nicht zu verwenden.«

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Das Schwert

Das Schwert verweist auf die Helden der Antike und damit auf  eine »edle Gesinnung der Kämpfenden«. Artus, Parzival, Roland, Siegfried & Co. – tragen ihre Schwerter als Recken der Tapferkeit und Treue. Auf den Kriegerdenkmälern fordern Schwerter, selbst wenn sie als Zeichen der Niederlage gesenkt oder abgebrochen dargestellt werden, die nachfolgenden Generationen zu »Wehrwillen und Mannhaftigkeit« auf.

Das Schwert ist in der Menschheitsgeschichte die erste ausschließlich zum Töten anderer Menschen geschaffene Waffe. Ein Symbol der Macht: Wer auf dem Schlachtfeld unterlag, übergab dem Sieger seine Waffe. Das Schwert verleiht den Status eines Herrschers. Die englische Königin führt den Ritterschlag bis heute mit dem Schwert aus.

Nach dem Mittelalter verlor das Schwert seine Bedeutung als Waffe – und wurde in der Symbolsprache der Propaganda umso wichtiger. Im 1. Weltkrieg, dem ersten industriellen Krieg in der Geschichte, hatte das Schwert als Bild-Symbol auf Orden und Medaillen Hochkonjunktur. Auch im Nationalsozialismus galt das Schwert als Zeichen für heldenhaften Kampf, obwohl es natürlich nicht mehr benutzt wurde.

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Das Eiserne Kreuz

Nach einer Skizze des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III wurde der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel am 13. März 1813 mit der Erstellung einer Reinzeichnung für das erste Eiserne Kreuz beauftragt.

Am 8. August 1914 hatte Wilhelm II dann in seiner Eigenschaft als preußischer König die Stiftung seiner beiden Vorgänger erneuert und machte das Eiserne Kreuz durch seine breit angelegte Verleihungspraxis zu einem quasi deutschen Orden.

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• »Fake News« anno 1914: Das Deutsche Reich hatte gerade das neutrale Belgien überfallen, damit die Truppen sich auf dem schnellsten Weg zum Erzfeind Frankreich begeben konnten.

Mit der vierten Stiftung zu Beginn des 2. Weltkriegs durch Adolf Hitler wurde es am 1. September 1939 auch offiziell zu einer deutschen Auszeichnung. Hitler verzichtete auf seine Initialen als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, die auf ihn persönlich vereidigt war. Stattdessen wurde das Hakenkreuz, das Symbol des NS-Staates, in die Mitte des traditionsreichen Ordens eingefügt und von der Rückseite wurden das Monogramm Königs Friedrich Wilhelms III. und das Eichenlaub entfernt.


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• Auch Hitler trug das Ehrenkreuz an der Brust

»Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.«

Zitiert aus einem Artikel »Orden für Massenmord« von Dieter Pohl 

DIE ZEIT, 5.6.2008

 

Als Kriegsauszeichnung oder Verdienstorden wird das Eiserne Kreuz seit 1945 nicht mehr verliehen. Aufgrund seiner identitätsstiftenden Tradition bestimmte am 1. Oktober 1956 Bundespräsident Theodor Heuss das Eiserne Kreuz zum Erkennungszeichen für die Luftfahrzeuge und Kampffahrzeuge der Bundeswehr. So stellt es in allen drei Teilstreitkräften das Hoheitszeichen dar (z. B. an gepanzerten Fahrzeugen und an Luftfahrzeugen). Die Truppenfahnen der Bundeswehr tragen in ihrer Spitze ein durch goldenes Eichenlaub umfasstes Eisernes Kreuz. Auch das Ehrenzeichen der Bundeswehr (Ehrenmedaille, Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold) trägt das Eiserne Kreuz als Symbol für Freiheitsliebe, Ritterlichkeit und Tapferkeit auf der Vorderseite. Ebenso wird es auf Briefen, Visitenkarten und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit als »Dachmarke« der Bundeswehr verwendet. Das Eiserne Kreuz als Symbol findet sich noch heute in verschiedenen Verbandsabzeichen der Bundeswehr.

Nach Wikipedia, abgerufen am 7. 12. 2017


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Die Deutsche Eiche

Die Eiche zählt schon lange als »deutscher« Baum. Ihr hartes Holz und das charakteristische, spät fallende Laub machten sie seit der Zeit der Germanen zum Symbol für Unsterblichkeit und Standhaftigkeit. In jüngerer Zeit, besonders seit der Romantik, gilt die Eiche zudem als Symbol der Treue.

Mit der Nationalromantik des 19. Jahrhunderts, mit der Deutschen Revolution 1848/1849 und der Reichsgründung 1871, die das Gefühl nationaler Einheit bestärkten, zog das Eichenlaub in die deutsche Symbolsprache ein. Auf deutschen Ehrenmalen, Kränzen, Hoheitszeichen und dergleichen dient Eichenlaub in ähnlicher Form wie Zweige des Lorbeerstrauches bzw. der Lorbeerkranz.

Nach Wikipedia, abgerufen am 12. November 2019

 
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Auf dem Platz vor der Denkmalsanlage steht diese gewaltige Eiche.

»Die Eiche beziehungsweise das Eichenlaub setzen im Denkmal einen deutsch-nationalen Akzent. Die Eiche galt seit dem 18. Jahrhundert als heldisch-deutsches Symbol und assoziiert als ›deutsche Eiche‹ darüber hinaus urwüchsige Stärke und mythologische Vergangenheit.«

Reinhard Alings, Monument und Nation, Berlin 1996, S. 525


Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 forderte die Regierung im Deutschen Kaiserreich dazu auf, Friedenseichen zu pflanzen und zu pflegen, damit »dieses Sinnbild deutscher Kraft und deutscher Treue sich in aller Herrlichkeit entwickeln könne und künftigen Geschlechtern Gelegenheit geben würde, sich in seinem Schatten dankbar der Helden von 1870 und 1871 zu erinnern.«


»Mit der Reichsgründung 1871 und dem Gefühl nationaler Einheit zog das Eichenlaub in die deutsche Symbolsprache ein. Auf deutschen Ehrenmalen, Kränzen, Hoheitszeichen, Orden und dergleichen diente es in ähnlicher Form wie Zweige des Lorbeerstrauches. Das Parteiabzeichen bzw. Parteisymbol der NSDAP hatte von 1920 bis 1945 einen Adler als Zeichen, der einen Eichenkranz in seinen Fängen hielt. Unerschütterlich ›wie die deutsche Eiche‹ und ähnliche Sprüche ließ die NS-Propaganda ab 1933 in Zeitungen veröffentlichen und über Lautsprecher verkünden. Da griff dann auch der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum Spaten und pflanzte Eichen. [...] Im deutschen Volk wurde Hitler nach seiner Ernennung zum Reichskanzler fast schlagartig mit der deutschen Eiche gleichgesetzt. Denn für ihn pflanzten fast alle Städte und Dörfer, Stadt- und Ortsteile ihre ›Hitler-Eichen‹.«

Wolf Stegemann, www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de

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Das Denkmal
Die Geschichte der Erweiterung
Ein Stein im Busch
Noch ein Gedenken
Volkstrauertage in den 70er Jahren
Von oben besehen
Eine historische Postkarte

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Nieblum auf Föhr, Kreis Nordfriesland

Auf dem Kirchhof des »Friesendoms«

Die Kriegerdenkmalsanlage für die toten Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs liegt genau zwischen der St. Johanniskirche, die »Friesendom« genannt wird und dem Pastorat. Der Obelisk mit stumpfer Spitze ist mit bunten behauenen Feldsteinen ca. 4,5 Meter hoch aufgemauert. Er steht der Anlage vor und trägt die Widmungsplatten.

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In die Frontseite des Obelisken sind vom Boden aus drei Platten aus Muschelkalkstein übereinander eingelassen. Die oberste – unter einem Schmuckbalken mit gebogenen Enden – trägt den Bibelspruch 11,25 aus dem Johannesevangelium:

Wer an mich glaubt
der wird leben
ob er gleich stürbe

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Darunter ein Medaillon, das einen Soldatenkopf mit Stahlhelm im Halbrelief zeigt.


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Auf der mittleren Tafel steht die Widmung:

Die dankbare St. Johannisgemeinde widmet diesen Ehrenfriedhof ihren in den Kriegen 1914 - 1918 und 1939 - 1945 gefallenen tapferen Söhnen

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen. »Auffällig ist auch, dass die Soldaten zwar als Söhne oder als Opfer, manchmal auch als Krieger benannt und dargestellt werden, nie aber als Tötende. Der Gefallene existiert als Begriff, es gibt aber keine Bezeichnung für den, der ihn zu Fall gebracht hat« (Clemens Tangerding im Deutschlandfunk am 18. November 2012).

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Das Denkmal ist in den 20er-Jahren errichtet worden. Im September 1955, pünklich zum Volkstrauertag, wurde die mittlere Platte mit der Erweiterung zum 2. Weltkrieg ausgetauscht.

Die untere Tafel zitiert unter einer Reihe aus drei Kreisen wieder einen Spruch aus dem Johannesevangelium, nämlich 15,13, darunter ein Kreuz mit je einem Kreis an den Seiten:

Niemand hat grössere Liebe denn die dass er sein Leben lässt für seine Freunde

Diese Bibelspruch ist häufig auf Kriegerdenkmälern zu lesen. Er ist ein Beispiel für eine pseudo-biblische Legitimation des Soldatentods. Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung.

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Die Buchstaben, die oberen drei Zeilen in Textbändern, das  Medaillon mit dem Soldatenkopf, das Kreuz und die Kreise sind erhaben aus dem Stein herausgearbeitet worden.

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Vor dem Denkmal liegen in langen Reihen, angelehnt an Erdwälle die Namenstafeln der toten Soldaten. Außen die der Soldaten des 1. Weltkriegs. Nach dem 2. Weltkrieg kamen die zwei inneren Reihen dazu, das waren insgesamt 37 Tafeln in 60cm Breite, 50cm Höhe und 12cm Tiefe.

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Geordnet nach Herkunftsort werden Name, Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort genannt.

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Die Geschichte Der Erweiterung

1954 trat zum ersten Mal der »Ausschuss zur Errichtung einer Kriegerehrung für die Gefallenen des Weltkrieges 1939 – 45 zusammen. Auch Propst Gottfriedsen gehörte dazu. Die Protokolle können Sie hier lesen.

Sitzungsprotokoll 1954

Sitzungsprotokoll 1955

Georg Graf von den Flensburger Werkstätten für Grabmalkunst und Bildhauerei hatte in der Zeitung gelesen, dass die Nieblumer eine »künstlerische Gedenktafel für die gefallenen Krieger« setzen wollen. Wie es damals auf dem umkämpften Denkmalsmarkt üblich war, bot er seine Dienste an: »Durch Verbindung mit den ersten Künstlern bin ich in der Lage, das Beste und Würdigste für unsere gefallenen Helden zu schaffen.« Neun Jahre nach Kriegsende hatte man sich wohl noch nicht mit den Taten eines Teils der deutschen Wehrmachtssoldaten auseinandergesetzt.


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In seiner Korrespondenz mit dem Ausschuß der Kriegerehrung, z. Hd. von Herrn Lehrer a. D. Georg Bohn, kann man die Verhandlung über Preise und Material verfolgen. Auch sein Angebot, selber laufend für die Sauberkeit und Erhaltung der Steine Sorge zu tragen, wurde in die Waagschale geworfen.

In der Rechnung wird dann schließlich aufgeführt:
37 Stck. Kalksteinplatten à 54.- = 1998.-
Inschrift vertieft mit Farbe ausgemalt 4342 Buchstaben à -.50 = 2171.-
Änderung der Widmungsplatte im Hauptstein  400.-
1 Kalksteinstele einschl. Sockel + Inschrift      680.-

Dazu kamen die Kosten des Transports vom Fuhrunternehmer Wilhelm Keding aus Wyk = 85.80. Mehrwertssteuer gab es damals noch nicht.


Die Dokumente zu dieser Aktion

Wir danken herzlich den Mitarbeitern der Ferring Stiftung in Alkersum auf Föhr für die Hilfe.

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Der Stein im Busch

Dem großen Obelisken gegenüber steht – von einem hohen Busch umwachsen – ein Stein mit der Aufschrift:

Zum Andenken an die durch Kriegseinwirkung verstorbenen Männer Frauen und Kinder

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Meister Georg Graf bezeichnet ihn in seinem Angebot vom 16. Februar 1955 als Gedenkstein für die Heimatvertriebenen.

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Noch ein Gedenken

Da ist der Grabstein auf der anderen Seite des Denkmals schon auffälliger.

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Widmung zwischen Sonnenblume und Eisernem Kreuz:

Zum Gedächtnis Heinz Ewald v. Wicht
Oberleutnant und Kompanieführer in einem Pionier-Batl.
Inhaber des EK I
Geb. 17.8.1916
Gef. 2.8.1941
Er ruht im Kreise seiner Kameraden in Pleskau/Russl.

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Volkstrauertage in den 70er Jahren

 

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18. November 1973

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14. November 1976

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13. November 1977

Wiederum danken wir herzlich den Mitarbeitern der Ferring Stiftung in Alkersum auf Föhr für die Hilfe.

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Von oben besehen

Der »Friesendom« mit Friedhof und der Denkmalsanlage auf der rechten Bildseite. Wir danken Christof Munzlinger, dass wir seine Fotos verwenden dürfen.

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Luftaufnahmen

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Eine historische Postkarte

Auf diesem Foto von 1926 lehnen die Namenssteine noch an beiden Seiten an einer Feldsteinmauer. Dazwischen eine Sandfläche mit flachen Beeten.

SH Nieblum 1926 web

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Das Denkmal
Das Flügelrad
»Der ideale Soldat«

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Neumünster

Nahe dem Hauptbahnhof

Es ist das Kriegerdenkmal für die toten Soldaten des 1. Weltkriegs, die im zivilen Leben bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt waren. Errichtet wurde es 1926 vom Eisenbahnverein und dem Reichsbund Deutscher Eisenbahn-Kriegsteilnehmer nach dem Entwurf von Reichsbahnoberrat Wilhelm Eitner (1878 - 1966) von der Eisenbahndirektion Altona. Die 8,5 Meter hohe, mehrstufige Säule mit quadratischem Grundriss wurde im expressionistischen Stil aus roten Klinkersteinen gemauert. Die Terrakottatafeln an allen vier Seiten sind nach Modellen von Richard Kuöhl aus Hamburg gefertigt worden. Ursprünglich waren sie leicht vergoldet. Stufen und Tafeln haben Kupferabdeckungen. Die Pfeilerform wurde gewählt, weil sich zur Zeit der Errichtung in der unmittelbaren Nachbarschaft die Tore zum Güterbahnhof befanden.


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An allen vier Seiten gibt es oben ein Eisernes Kreuz im Relief, ein hohes gemauertes Zierelement mit streng diagonal gesetzten Steinen, auf den Tafeln eine gezackte Kupferabdeckung und auf der im geometrischen Muster gemauerten Sockelstufe einen Kranzhalter.

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Auf der Seite zur Straße ist die Haupttafel aufgesetzt. Im Medaillon das Relief eines Soldatenkopfs mit Stahlhelm und einem Lorbeerkranz. Darunter die Inschrift:

Für Euch!

Alle Tafeln haben an den Seiten schmale Zierranken.


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Rechts und links werden die Namen von insgesamt 109 toten Soldaten aufgeführt. Über den zweispaltigen Listen ist ein Stein mit dem Halbrelief eines Flügelrads, dem Symbol der Reichsbahn, eingefügt.


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Auf der Rückseite befindet sich die Widmungstafel. Unter einem Lorbeerkranz mit Schleife befindet sich die Inschrift:

Unseren 1914=1918 auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kameraden zum ehrenden Gedenken
gewidmet vom Eisenbahnverein und Reichsbund Deutscher Eisenbahnkriegsteilnehmer
Neumünster 1926

Neben der Jahreszahl noch zwei Lorbeerzweige.


SH Neumuenster 2 web

Ebenfalls dokumentiert sind auf dieser Website Kuöhls Denkmäler in:


Hamburg Dammtor

Hamburg Langenhorn

Schleswig-Holstein Rendsburg

Schleswig-Holstein Wilster

Hamburg Neuenfelde

Hamburg Finkenwerder

Hamburg Moorburg

Schleswig-Holstein Großhansdorf

Schleswig-Holstein Lübeck

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Das Flügelrad

Das Flügelrad ist ein Symbol der Eisenbahn und des Schienenverkehrs, es ist weltweit verbreitet. Es steht für die Geschwindigkeit, die in den Anfangsjahren der Eisenbahn für die Menschen sehr – manchmal fast beängstigend – groß war. Es hat seinen Ursprung in den Darstellungen des geflügelten Götterboten Hermes.

Nahezu 150 Jahre wurde dieses Symbol von jedem Eisenbahner in unterschiedlicher Ausführung auf der Uniform, Mütze und zugehörigen Gegenständen getragen. Es war der bildliche Begriff für die Eisenbahn schlechthin, lange bevor man »Logos« kreierte.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 17. 11. 2016

 

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Foto: SchiDD / Wikimedia Commons


Das geflügelte Rad der Deutschen Reichsbahn: eine Skulptur am Gebäude der Deutschen Bundesbahn in Dresden, Ammonstraße 8

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»Der ideale Soldat«

1930 beschreibt der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg im »Mythus des 20. Jahrhunderts – Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit« das typische Gesicht des idealen Soldaten so:

»In allen Städten und in allen Dörfern Deutschlands sehen wir hier bereits die Ansätze dazu. Die Gesichter, die unterm Stahlhelm auf den Kriegerdenkmälern hervorschauen, sie haben fast überall eine mystisch zu nennende Ähnlichkeit. Eine steile durchfurchte Stirn, eine starke gerade Nase mit kantigem Gerüst, ein festgeschlossener schmaler Mund mit der tiefen Spalte eines angespannten Willens. Die weitgeöffneten Augen blicken geradeaus vor sich hin. Bewußt in die Ferne, in die Ewigkeit. Diese willenhafte Männlichkeit des Frontsoldaten unterscheidet sich merklich vom Schönheitsideal früherer Zeiten: die innere Kraft ist noch deutlicher geworden als zur Zeit der Renaissance und des Barock. Diese neue Schönheit ist aber auch ein arteigenes Schönheitsbild des deutschen Arbeiters, des heutigen ringenden Deutschen schlechtweg.«

SH Uetersen Kopf web


Detail des Denkmals auf dem Friedhof von Uetersen

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I N H A L T
Das Denkmal
Der Findling
Die Nachbarschaft
Kommentierung
Volkstrauertag 2014
Das Lied »Flamme empor«
»Flamme empor«, eine Flammenrede Alfred Rosenbergs
Alfred Rosenberg
Cap Arcona-Gedenken

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Neustadt, Kreis OstHolstein

Am Heisterbusch gegenüber dem Marinehafen

Die großzügige Denkmalsanlage am Hang zum Hafenbecken besteht aus zwei Teilen: einem gemauerten Obelisken mit Widmung nah am Wasser und einer Mauer mit Inschrift am Rand zum Wäldchen. Der Entwurf stammt vom Kieler Architekten Hans Schnittger, geboren am 17. März 1873 bei Rendsburg, gestorben am 20. august 1934 in Kiel. Nach dreijähriger freiwilliger Arbeit von Neustädter Bürgern wurde sie 1924 eingeweiht.

SH Neustadt Hafen web


Die ganze Anlage ist einheitlich aus bunten behauenen Felssteinen gemauert. Am langen Abgang ist sie von einer Mauer begrenzt.

SH Neustadt beide web


Der Obelisk mit quadratischer Grundfläche am unteren Eingang zur Anlage wurde mit vier überkragenden Ringen versehen. 

SH Neustadt Detail web


Im untersten Abschnitt steht in schlichten Versalien die Widmung für die 162 getöteten Neustädter Soldaten des 1. Weltkriegs:

Unseren Helden

Vor den Abschnitt darüber ist eine Platte mit einem Halbrelief gesetzt:
In der Mitte ein Stahlhelm; darunter zwei gekreuzte Kurzschwerter, umwickelt mit einem Koppel; rechts und links kunstvoll geschwungene Fahnen.

 

SH Neustadt Flamme Empor web


Die Mauer trägt am oberen Rand die Inschrift:

1914 - 1918  Flamme empor  1939 - 1945

Die Jahreszahlen des 2. Weltkriegs wurden 1952 hinzugefügt. Die Mauer wird rechts und links mit mächtigen Pfeilern abgeschlossen.

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Der Findling

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Am oberen Rand steht noch ein kleiner schlichter Findling mit den Jahreszahlen des Deutsch-Französischen Kriegs:

1870 / 71

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis 1871 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Frankreich einerseits und dem Norddeutschen Bund unter der Führung Preußens sowie den mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt andererseits.

Auslöser war der Streit zwischen Frankreich und Preußen um die Frage der spanischen Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck ließ die Emser Depesche, mit der er darüber informiert worden war, dass König Wilhelm I. die französischen Forderungen abgelehnt hatte, in provokant verkürzter Form veröffentlichen. Dies erregte auf beiden Seiten nationalistische Empörung und veranlasste den französischen Kaiser Napoléon III. am 19. Juli 1870 zur Kriegserklärung an Preußen.

Von den großen Schlachten gingen im gesamten Kriegsverlauf alle für Frankreich verloren oder endeten im Patt. Trotzdem fand sich die französische Regierung erst im Februar 1871, nach dem Fall von Paris, zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt, der hohe Reparationen sowie die Abtretung Elsaß-Lothringens durch Frankreich vorsah.

Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 gilt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Noch während seines Verlaufs traten Baden, Bayern, Württemberg und Hessen-Darmstadt dem Norddeutschen Bund bei, der sich mit Wirkung vom 1. Januar 1871 Deutsches Reich nannte. Der preußische König Wilhelm I. nahm den Titel „Deutscher Kaiser“ an, Otto von Bismarck wurde erster Reichskanzler. In Frankreich hatte der Krieg nicht nur die endgültige Abschaffung der Monarchie zur Folge. Vor allem der Verlust Elsaß-Lothringens erzeugte einen dauerhaften, gegen Deutschland gerichteten Revanchismus. In Deutschland wiederum verfestigte sich die Vorstellung von der so genannten Erbfeindschaft gegenüber Frankreich. Beides belastete die deutsch-französischen Beziehungen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

nach Wikipedia, abgerufen am 9. 12. 2017

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Die Nachbarschaft

SH Neustadt Schiffe web

In Sichtweite die Kriegsschiffe der Deutschen Marine der Bundeswehr.

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Historische Fotos



Aus den 20er-Jahren – die komplette Denkmalsanlage steht schon da. Nur die Mauerinschrift lautet zu der Zeit noch:

1914  Flamme empor  1918


SH Neustadt 1939 web


Aus dem Jahr 1939

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Kommentierung

»Während unseres Neujahr-Urlaubs besuchten wir Neustadt in Holstein und schauten uns um, die Winterlandschaft genießend – und stießen auf diese Gedenkstätte gegenüber dem Marinehafen, nahe der Innenstadt.

Als geschichtlich Interessierter war ich sehr erschrocken; sowohl über den Zustand als auch den Inhalt.

Ungepflegt, ja sogar als Strauchschnittablage dienend ist es nicht das was man sich eigentlich unter einem Ehrenmal vorstellt.

Noch befremdlicher jedoch ist für mich der Inhalt. Gehalten im Backsteinstil der Marinesiedlungsbauten ist schon die Aufschrift »Unseren Helden« und den militärischen Insignien die Intention dieser Anlage m. E. eindeutig zu erkennen.

In der Gedenkmauer prangen nicht nur die Jahreszahlen des 1. und 2. Weltkriegs, sondern dazwischen das Motto »Flamme empor«, das mir einen Schauer über den Rücken jagt – hier ist in diesem Zusammenhang ganz sicher nicht das Studentenlied der Befreiungskriege 1814 gemeint – Alt- und Neonazis haben es für ihre Sonnenwendfeier eingenommen.

Ist dieses Ehrenmal wirklich mit unserer Kultur vereinbar?

Nur wenige hundert Meter nordöstlich Richtung Pelzerhaken fand ich dann im Ehrenfriedhof Cap Arcona die Beschreibung von Verbrechen die mit diesem »Heldentum« verbunden sind und ich frage mich – ist das vereinbar?

Nach einiger Überlegung möchte ich den Stadtverordneten in Neustadt einen Vorschlag unterbreiten:

Das bisherige Ehrenmal sollte stilistisch wie inhaltlich so umgestaltet werden, dass es den Bruch mit Nationalismus, Militarismus, Rassismus und die daraus resultierende Zeit der Gewaltherrschaft und ein klares Zeichen für die grundlegenden Werte unserer Kultur versinnbildlicht.

Als Motto schlage ich den Art 1 GG vor: »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Aufgabe aller staatlicher Gewalt.«

»Zum Gedenken an alle Opfer von Nationalismus, Militarismus und Rassismus die zu schützen wir nicht vermochten.«

Dies schließt sowohl das Gedenken an die Opfer als auch unsere Abkehr von den Ursachen und die Verpflichtung von Staat und Gesellschaft ein einer möglichen Wiederholung schon im Ansatz aktiv entgegenzutreten.

Gerade in der heutigen Zeit finde ich es wichtig hierfür einzutreten denn um ein Zitat aufzugreifen:

»Die deutsche Republik ist nicht an zu viel Nationalsozialisten oder Kommunisten zugrunde gegangen sondern durch einen Mangel an aufrechten Demokraten.«

Ob mein Anliegen wohl Gehör finden wird?«

• Auf der Website www.myheimat.de, 6.3.2011, nicht mehr abrufbar

Als die Fotos für die Dokumentation dieses Denkmals im Dezember 2016 gemacht wurden, fanden wir diese Informationstafel:

SH Neustadt Info web


SH Neustadt Text web

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Volkstrauertag 2014

SH Neustadt VTT 2014 web

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Das Lied »Flamme Empor«

Den ursprünglichen Text des Liedes schrieb der evangelische Pastor Johann F. Christian Nonne. Das Lied selbst entstand im Oktober 1814 am Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. An diesen Kämpfen hatten viele Studenten teilgenommen, die hier erstmals das Gefühl hatten, für ihre Bürgerrechte und nicht für irgendeine Fürstendynastie oder einen Teilstaat des Reiches zu kämpfen. Das Lied brachte den Drang nach Freiheit zum Ausdruck.

Seitdem existieren zahlreiche Versionen des Liedes – eine davon wurde von den Nationalsozialisten beim rituellen Entzünden der Sonnwendfeuer gesungen.

Sonnenwende Hitlerjugend Creative Commons web

Beide Fotos: Creative Commons


       Flamme empor Creative Commons web


Pfadfinder sangen das Lied ebenfalls, verbannten es aber später wegen der Nähe zum Nationalsozialismus aus ihrem Repertoire.

Die Inschrift »Flamme empor« ist heute durch die Instrumentalisierung des Liedes in der NS-Zeit belastet, es ist gut, dass die Menschen in Neustadt darüber informiert werden.

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»Flamme empor«, eine Flammenrede Alfred Rosenbergs

Am 22. Juni 1933 (!) hielt Alfred Rosenberg eine Flammenrede auf der Hermannshöhe bei Lübeck-Travemünde. Es war die Abschlußveranstaltung der »Sonnwendfeier am deutschen Meer«.

Wir zitieren aus dem Zeitungsbericht mit der Überschrift »Flamme empor!« vom 25. Juni 1933:
Die Ostkundgebungen in Lübeck-Travemünde fand  am Mittwoch abend mit einer großen Flammenrede Alfred Rosenbergs ihren abschluß. Auf ein Leuchtraketensignal vom flugzeug aus flammten an der ganzen Ostseeküste Mecklenburgs bis hinauf ins Schleswig-Holsteinische Gebiet 500 Holzstöße auf. Zehntausende von Zuschauern waren zum Teil von weit her gekommen, wo auf der Hermannshöhe der Leiter des außenpolitischen Amts der NSDAP., Alfred Rosenberg, die Flammenrede hielt. Nach einem geschichtlichen Überblick über die großen Linien der Ostpolitik in den letzten Jahrhunderten führte er aus: Die Schicksalsverbundenheit werde stark genug sein, auch die Ostsee einmal in den Lebensraum einzuschalten, der von Niedersachsen bis nach Upsala reiche. Aber wir müssen verlangen, daß diese jungen Staaten der großen deutschen Nation so gegenüberstehen, wie es die deutsche Nation zu fordern berechtigt sei. Das Geschehen unserer Tage werde beherrscht von einem Gedanken: Deutschland. In diesem Gedanken lebten wir. »Diesen Gedanken wollen wir alle wahren. Und diesem Gedanken wollen wir unsere Kraft opfern in Freiheit und Einigkeit. In diesem Gedanken werden wir alle kämpfen. Wir glauben, daß er nicht nur eine politische Staatsidee verkörpert, sondern eine freie Kulturseele darstellt, und daß die Erkenntnis dieser Kulturseele immer weiter getragen wird. Mehr als für den Gedanken Deutschland zu kämpfen, kann auch Gott von uns nicht verlangen.« Während der Rede sanken langsam die hohen Feuerstöße zusammen. Die Menge sang zum Schluß das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied.

Artikel vom 22. Juni 1933

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Alfred Rosenberg

Alfred Ernst Rosenberg, geboren am 31. Dezember 1892 in Reval; hingerichtet am 16. Oktober 1946 in Nürnberg, war zur Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus Politiker und führender Ideologe der NSDAP. Als Student war er 1917 Zeuge der Revolution in Moskau. Wie die russischen Rechtsextremisten interpretierte er diese als Folge einer jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung. Mit dieser Vorstellung prägte er später maßgeblich die Ideologie der NSDAP. Ab 1920 trug Rosenberg mit zahlreichen rassenideologischen Schriften erheblich zur Verschärfung des Antisemitismus in Deutschland bei. Im Zweiten Weltkrieg unternahm er mit seinem Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) Beutezüge in ganz Europa, insbesondere zum Raub von Kulturgütern. Als Leiter des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er im Rahmen seiner Ostpolitik das Projekt der Germanisierung der besetzten Ostgebiete bei gleichzeitiger systematischer Vernichtung der Juden. Rosenberg wurde im Nürnberger Hauptprozess als Hauptschuldiger der NS-Kriegsverbrechen angeklagt, in allen vier Anklagepunkten für schuldig befunden, zum Tode verurteilt und hingerichtet. [...]


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Foto: The Truman Library, Accession number: 2004-439

1946 im Nürnberger Gerichtssaal: Rosenberg (vordere Reihe, links)

Rosenberg ließ niemals ein Schuldeingeständnis verlauten, sondern versuchte vielmehr wie die meisten anderen Mitangeklagten, die Schuld auf das bis dahin bereits verstorbene Trio Adolf Hitler, Heinrich Himmler und Martin Bormann abzuschieben und sich selbst aus der Verantwortung zu ziehen. Rosenberg blieb bis zum Schluss seiner eigenen NS-Rassenideologie verhaftet. Noch im Gefängnis schrieb er:

»Der Nationalsozialismus war eine europäische Antwort auf die Frage eines Jahrhunderts. Er war die edelste Idee, für die ein Deutscher die ihm gegebenen Kräfte einzusetzen vermochte. Er war eine echte soziale Weltanschauung und ein Ideal blutbedingter kultureller Sauberkeit.«

Wikipedia, abgerufen am 6. Mai 2019


Der vollständige Wikipediaeintrag

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Cap Arcona-Gedenken

Auch die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer der Arcona-Katastrophe befindet sich in Neustadt. Bei Wikipedia steht dazu:

Die Cap Arcona war ein Luxusdampfer. Er wurde nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt.

Ab 1940 wurde die Cap Arcona von der deutschen Kriegsmarine verwendet und verblieb in der Ostsee. Ab Ende 1944 wurde das Schiff zum Transport von Flüchtlingen aus Ostpreußen nach Westen eingesetzt, danach von der Kriegsmarine. Ab dem 14. April lag die Cap Arcona wegen des Maschinenschadens manövrierunfähig vor Neustadt. Sie wurde daher von der Kriegsmarine ausgemustert und dem Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann unterstellt, der zugleich »Reichskommissar für die Seeschiffahrt« war.

Vor den anrückenden britischen Truppen wurden die verbliebenen KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme Ende April nach Lübeck transportiert. Mehr als 9.000 Häftlinge wurden dort auf Schiffe gebracht. Am 20. April 1945 trafen vorerst über 4.000 Gefangene aus dem KZ Neuengamme im Lübecker Industriehafen ein und wurden mit ihrer Bewachung auf drei kleinere beschädigte Schiffe gebracht. Am 26. April kamen weitere 2.500 Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme sowie Überlebende des Todesmarsches vom KZ-Fürstengrube und anderen schlesischen Lagern an und wurden auf der Cap Arcona eingeschifft. Zeitweilig war die Cap Arcona mit 7.500 Häftlingen an Bord völlig überfüllt. Mangelhafte Ernährung und unzureichende hygienische Zustände führten zu einem Massensterben.

Anfang Mai befanden sich noch etwa 4.600 Häftlinge und 500 Seeleute, Flakmatrosen und Bewacher auf der Cap Arcona.

Am 3. Mai 1945 lag die Cap Arcona mit anderen Schiffen in der Lübecker Bucht. Da die Schiffe nicht besonders gekennzeichnet und mit Bordwaffen ausgestattet waren, wurden sie von alliierten Fliegern für Truppentransporter gehalten. Die Cap Arcona wurde von Jagdbombern der britischen Luftwaffe angegriffen und in Brand geschossen.

Rund 6.400 der etwa 7.000 KZ-Insassen auf der Cap Arcona und der Thielbek verbrannten, ertranken oder wurden erschossen. Da die Wassertemperatur an dem Tag nur 8 °C betrug, konnten die meisten Häftlinge sich nicht schwimmend ans Ufer retten.

Auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt im Kreis Ostholstein sind 621 Opfer des Untergangs der Cap Arcona und der Thielbek bestattet worden, er ist zudem die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer.

Er liegt östlich der Innenstadt von Neustadt direkt an der Lübecker Bucht. Die nach dem Untergang der Schiffe bei Neustadt angespülten Toten wurden zunächst in Einzel- oder Massengräbern – meist in Strandnähe – bestattet. 1948 wurde der Ehrenfriedhof angelegt.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 20. Dezember 2016

SH Neustadt Cap Arcona Waterproof947 Wikimedia Commons

Foto: Waterproof947/Wikimedia Commons

Die zentrale Gedenkstätte für alle Opfer auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona in Neustadt.

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I N H A L T
Das Denkmal
Opfer

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Nienborstel
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Große Anlage an der Hauptstraße


SH Nienborstel Total

Mehrere Gedenksteine sind auf dem Platz verteilt, in der Mitte das Kriegerdenkmal mit den Namen der getöteten Soldaten aus dem 1.Weltkrieg.

               SH Nienborstel 1WK

Inschriften: Up ewig ungedeelt / 1848 / 1864 - 1866

Durch Kampf zur Einheit und / Macht zum Sieg u. Frieden /
1870 - 1871

1914 (Eisernes Kreuz) 1918 / Den Gefallenen zu Ehren!

Zum ehrenden Gedenken / an die Opfer des 2. Weltkrieges /
1939 - 1945

Mögen wir sterben unseren Erben
gilt dann die Pflicht,
es zu erhalten und zu gestalten
Deutschland stirbt nicht!

SH Nienborstel Stein

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Opfer

»Es ist nicht wahr, dass die Opfer mahnen, bezeugen, Zeugenschaft für etwas ablegen, das ist eine der furchtbarsten und gedankenlosesten, schwächsten Poetisierungen (...) Auf das Opfer darf sich keiner berufen. Es ist Missbrauch.
Kein Land und keine Gruppe, keine Idee, darf sich auf ihre Toten berufen.«

Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.
Dieses Zitat steht auf einer Tafel zum Kriegerdenkmal in Neustadt in Holstein.

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I N H A L T
Die Findlinge
Der Obelisk
Die Schlacht von Oeversee
Pastor Wolfgang Grell

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Oeversee, Kreis Schleswig-Flensburg

Auf dem Friedhof der Kirche St. Georg

Die Denkmalsanlage besteht aus zwei Teilen: im hinteren Teil des Friedhofs liegen unter hochgewachsenen Lebensbäumen ein großer Findling als Widmungsstein in der Mitte und an den Seiten acht kleinere für die getöteten Soldaten beider Weltkriege der Gemeinden Barderup, Frörup, Jarplund, Juhlschau, Munkwolstrup, Oeversee und Tarp, der achte ist den getöteten Soldaten der Flüchtlingen und Heimatvertriebenen gewidmet.

Die Findlinge

SH Oeversee alle web

 

SH Oeversee Findling web

Beim Hauptfindling wurde ein Grabkreuz mit angehängtem Eichenlaubkranz, rechts und links davon die Jahresangaben zu den zwei Weltkriegen und darunter die Inschrift herausgearbeitet. Sie lautet:

Unseren Toten
zur Ehre
Kirchengemeinde
Oeversee

 

SH Oeversee Barderup web

Als Beispiele für die kleineren Gemeindefindlinge: Barderup mit Schmuckrelief Eisernes Kreuz auf Eichenlaub.

SH Oeversee Juhlschau web

Gemeinde Juhlschau mit übergroßen Eichenblättern.


SH Oeversee Munkwolstrup web    SH Oeversee Heimatvertriebene webN

SH Oeversee Oeversee web    SH Oeversee Tarp web

SH Oeversee Jarplund web    SH Oeversee Froerup webN

Wir danken Ines Matho von der Kirchengemeinde Oeversee-Jarplund für die Fotos der Findlinge!


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Der Obelisk

SH Oeversee mit Kirche web

Nördlich neben der Kirche, fast an der Straße, steht ein roter polierter Steinobelisk mit den Namen der 96 getöteten Soldaten des 1. Weltkriegs, sortiert nach Heimatgemeinden. Angegeben sind Initial des Vornamens, Nachname und Sterbedatum.

 

     SH Oeversee Obelisk web

Der vielstufige Obelisk ist aus verschiedenen Materialien, unterschiedlich geformt, zusammengesetzt, er trägt ein klobiges dreidimensionales Eisernes Kreuz, auf dem schlanken oberen Teil ist auf der Frontseite ein Stahlhelm zart eingraviert – er ist kaum zu erkennen. Im Hintergrund kann man die oben beschriebene Findlingsgruppe zum 1. und 2. Weltkrieg sehen.

Umlaufend kann man an den vier Seiten Sprüche lesen:

 

SH Oeversee Seite vorne web


Vorne die Widmung:

Den für das deutsche Vaterland gestorbenen Söhnen
der Kirchengemeinde Oeversee
1914 – 1919 [!]

 

SH Oeversee Seite4 web

Gott sei Dank der uns den Sieg gegeben hat
durch unseren Herrn Jesum Christum.
1. Kor. 15, 57.

SH Oeversee Seite1 web


Wer den Tod im Heilgen Kampfe fand,
ruht auch in fremder Erde im Vaterland.

 

SH Oeversee Seite2 web


Niemand hat grössere Liebe denn die
dass er sein Leben lässet für seine Freunde
Joh. 15, 13.

So spricht Jesus am Ende des Johannes-Evangeliums. Es heißt natürlich nicht: »... dass er in den Krieg zieht und tötet für seine Freunde.«

Mehrheitlich ehren die Denkmäler die getöteten deutschen Soldaten des 1. Weltkriegs als Helden, als Brüder, als Söhne und in der Steigerung als Heldensöhne, die ihr Leben gaben für einen höheren Zweck: Kaiser und Reich, Volk und Vaterland. Dadurch soll das Töten und das Getötetwerden auf den Schlachtfeldern in den vom Deutschen Reich angegriffenen Ländern einen höheren und gerechtfertigten Sinn bekommen.

Es steht nicht die Trauer im Vordergrund vielmehr wird der Tod im Krieg in einen Zusammenhang gestellt, der ihn zu einem nicht zu hinterfragenden Opfer macht.

Die für fast alle Denkmäler typische Kriegstodverklärung findet eine Steigerung in einer spezifisch kirchlichen Deutung – von »christlich« zu sprechen verbietet der Respekt vor dem biblisch christlichen Glauben.

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Die Schlacht von Oeversee

Bei Oeversee fand im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 ein großes Gefecht statt. Darum kann man auf dem Friedhof neben verschiedenen Einzelgräbern von daran beteiligten Soldaten auch einen großen grauen Obelisken, das sogenannte Belgier-Denkmal, betrachten.

Die dänische Armee hatte am Abend des 5. Februar 1864 während eines Schneesturmes mit einem Rückzug aus der Danewerk-Befestigungsanlage begonnen, was von der preußisch-österreichischen Armeeführung als Truppenbewegung wahrgenommen wurde. Am nächsten Morgen gelang den preußischen Truppen dann der Übergang über die Schlei. Der dänische Oberbefehlshaber befahl daraufhin den weiteren Rückzug, um eine Einkesselung seiner Truppen zu vermeiden.

Stunden später trafen zwischen den Dörfern Sankelmark und Oeversee die mit den Preußen verbündeten Österreicher, unter anderem das steirische Infanterie-Regiment Nr. 27 »König der Belgier«, auf die Dänen. Nach mehreren Angriffen wurden die Dänen zum Rückzug gezwungen.

Während des nur wenige Stunden dauernden Kampfes verloren die Österreicher 28 Offiziere und 403 einfache Soldaten, die Dänen, die auf der Flucht in schweres Artilleriefeuer gerieten, 18 Offiziere und 944 Soldaten. Die verwundeten Soldaten wurden im Historischen Krug in Oeversee, dem weltweit ersten Feldlazarett unter der Flagge des kurz zuvor gegründeten Roten Kreuzes, versorgt.

Weil die hauptsächlich im Gefecht beteiligten Soldaten ihre Heimatgarnison in Graz hatten, gibt es in der Stadt eine Oeverseegasse und ein in dieser Gasse befindliches Oeversee-Gymnasium. Umgekehrt gibt es in Oeversee einen Grazer Platz.

• Nach Wikipedia, abgerufen am 20. November 2017

SH Oeversee 1848 web

Der mehrstufige Obelisk aus grauem Sandstein trägt vier schwarze Kanonenkugeln als Spitze. Am Volkstrauertag 2016 wurde dort auch ein Kranz der Republik Österreich niedergelegt.

 

Seit dem Deutsch-Dänischen Krieg ist der jährliche Gedenkmarsch von Flensburg nach Oeversee erhalten geblieben. Die Evangelische Zeitung beschreibt im Februar 2018 den 154. Oeverseemarsch.

154. Oeverseemarsch 2018

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Pastor Wolfgang Grell

Er war von 1959 bis 1972 Pastor in Oeversee. 1966 verweigert er der Fahnendelegation eines Kriegervereins den Zutritt zur Oeverseer Kirche St. Georg. 1967 drängten dann die Pastoren von St. Marien im nahegelegenen Flensburg darauf, ein Denkmal, das die gefallenen Soldaten der Weltkriege unkritisch ehrte, zu entfernen. Das führte bundesweit zu einer scharf geführten Kontroverse um militaristische Traditionen und antidemokratisches Denken in der Bundeswehr und das Verhältnis der Kirche hierzu.

Lesen Sie hier die Erklärung von 18 Pastoren des Kirchenkreises aus dem Buch »Als im Kirchenamt ›die Hölle los‹ war«:

Erklärung 1967

 

                           SH Oeversee grell cover web

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Buchbestellung Wolfgang Grell

 

In der Ausgabe Nr. 5 vom 4. Februar 2018 erinnert die Evangelische Zeitung an Pastor Wolfgang Grell.

Historisch gesehen, EZ 4.2.2018


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I N H A L T
Das Denkmal
Eine Chronik
Die Einweihung der »Germanengruppe«
Eine historische Postkarte
Der Maler Bendix Passig
Die Heimatgemeinde

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Osterstedt,
Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eine sehr auffällige Anlage mitten im Dorf

Das Denkmal für die getöteten Soldaten beider Weltkriege in einer großzügigen und gepflegten Anlage ist ein Gesamtkunstwerk des Kunstmalers und Bildhauers  Bendix Passig, der in Osterstedt geboren wurde (5. Februar 1864 - 19. Oktober 1957).

SH Osterstedt total

Links im See die später dazugekommenen sogenannte Germanengruppe, ebenfalls von Passig, siehe weiter unten.

SH Osterstedt Mitte


An der Frontseite vier Reliefs mit Abschieds- und Kampfszenen. 

SH Osterstedt Relief rechts

SH Osterstedt Relief links  

An den Seiten zwei Pfeiler mit den Namen der 22 bzw. 52 Kriegstoten der Weltkriege.

Inschrift:
Zum stillen
 Gedenken 
unserer 
Gefallenen 
1914 – 1918
 (rechts)
1939 – 1945 (links)

Im Park weitere Werke des Künstlers sowie eine Stele mit den Jahreszahlen 1848, 1898 und 1870/71.

               SH Osterstedt Gruppe

               ● Eins der Werke über die man nur staunen kann

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Eine Chronik

Aus den Aufzeichnungen des Meieristen Julius Babbe von 1937

1870-1871
Nach dem Krieg 1870 - 1871 wurden Beratungen abgehalten, wie man am besten ein bis in die fernste Zukunft hinein erhalten bleibendes Andenken an den glücklich verlaufenden Deutsch-Französischen-Krieg schaffen könnte. Man kam dahin überein, man wolle zur Erinnerung an die große Zeit auf dem Meenland Eichen pflanzen. Der Bauer Matthiesen lieferte die Eichen aus seinen Waldungen. In der Mitte des abgesteckten Platzes hinein wurde eine Doppeleiche gepflanzt. Um diese herum andere Eichen. In jedes Pflanzloch kam eine Fuhre Mergel. Daher haben sich die Bäume verhältnismäßig gut entwickelt.

1872
Im April fand die feierliche Einweihung des Platzes statt. Lehrer Reimer Sievers hielt die Weihrede. Er weihte den Ort auf den Namen »Friedenshain«. Die ganze Bevölkerung nahm Anteil an den Feierlichkeiten. Die Schulkinder mit den schulentlassenen Jugendlichen sangen unter Leitung von Lehrer Sievers Choräle und vaterländische Lieder. Die Feier nahm einen erheblichen Verlauf.

1898
Im März 1898, zur 50-jährigen Erhebung Schleswig-Holsteins wurde vor der Doppeleiche ein Gedenkstein aufgestellt und eingeweiht. Der Gedenkstein trägt die Jahreszahl 1848 - 1851, 1870 - 1871 und 1898.

1914
Im Frühjahr 1914 wurde der Friedenshain parkartig erweitert. Der Wasserturm hatte in ihm bereits einen Platz gefunden. Der Maurer Joachim Seeland baute eine doppelte Springbrunnenanlage und eine Ruhebank aus Stein. Der Kunstmaler Bendix Passig zierte die Anlage mit allerlei Figuren. Passig baute auch den großen Adler aus Zement, der auf dem großen Findling steht. Der Gärtner Hans Vollert erschuf die gärtnerische Anlage. Das Ehrenmal ist erbaut zur Ehre und zum Andenken derer, die im Völkerringen 1914 - 1918 auf dem Feld der Ehre geblieben sind. Hinter dem Denkmal steht ein Eichenwald bestehend aus 22 Eichen für die 22 Gefallenen aus Osterstedt.

1919
1919 hat der Bauer Andreas Matthiesen den Grund und Boden für diese Anlage kostenlos hergegeben. Die Osterstedter haben in gemeinsamer Arbeit die Sandkuhle, ein mit Wasser gefülltes Sandloch, zu einem schönen Teich umgearbeitet. Später hat der Arbeitsdienst das Ufer befestigt und eine Feuerlöschanlage an dem Teich geschaffen. Das Denkmal ist vom Kunstmaler Passig entworfen und künstlerisch ausgestaltet. Es versinnbildlicht Deutschlands Macht und Größe vor dem Krieg, die Kameradentreue, den Heldenmut und die Hingabe für das Vaterland in dem großen Weltkrieg. Und es zeigt uns aber auch, wie böse und schlechte Elemente im Krieg hochkommen und sich breit machen. Es erinnert auch an das tragische Ende des Krieges. An der Rückseite ist eine bronzene Tafel angebracht, auf dieser stehen die Namen der gefallenen Helden.

1920
1920 waren die Arbeiten an der ganzen Anlage beendet. Der Ort des Friedens wurde eingeweiht. Die Weihrede hielt der Lehrer Adolf Vollstedt. er hatte seiner Rede die Bibelworte zugrunde gelegt: »Ziehe deine Schuhe aus, denn das Land darauf du stehst, ist heiliges Land«. Vollstedts Worte waren ergreifend und erbauend. Die Weihe wurde von Pastor Clausen aus Todenbüttel vorgenommen. Die Anlage wurde auf den Namen Ehrenhain geweiht. In späteren Jahren hat Bendix Passig ein überlebensgroßes Germanenpaar aus Stein gefertigt. Es steht auf einem Steinsockel mitten in dem Parkteich.

Bei jeder größeren Feier im Ort gedenken die Osterstedter ihrer Toten. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: »Die Kultur eines Volkes sei zu messen an dem Grad seiner Totenehrung«. Es mag Wahrheit in diesen Worten liegen.

• Text auf einer Informationstafel an der Straße vor dem Park

2. Infotafel


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Die Einweihung der »Germanengruppe«

Am 11. September 1935, am »Reichsparteitag der Freiheit« wurde das neue Standbild »unter Beteiligung des ganzen Dorfes aufgestellt«. Eine »Germanengruppe, ein Zeichen der völkischen Erneuerung, mahnend: Aus Blut und Boden stammt die Kraft des deutschen Volkes.«

SH Osterstedt Germanengruppe web

 

Wir zitierten aus einem Artikel der Schleswig Holsteinischen Landeszeitung Nr. 213 vom 12. September 1935:

SH Osterstedt Schleswig Holsteinische Landeszeitung Nr123 1935 web


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Eine Historische Postkarte

SH Osterstedt Karte

Da hat der Besiegte noch sein Gewehr vor der Brust!

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Der Maler Bendix Passig

Im Bestand des Museums in Hohenwestedt befindet sich auch dieses Gemälde von Bendix Passig. Da wird die Gesinnung endgültig klar.




Ein Ausschnitt:


SH Osterstedt Bendix Passig Ausschnitt web

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Die Heimatgemeinde

Osterstedt ist stolz auf den Künstler und Menschen Bendix Passig:

»Die menschlichen Tugenden waren stark entwickelt, von einer idealistischen Haltung geprägt, aber der Wirklichkeit eng verbunden.«

www.osterstedt.de


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